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Rezensionen verfasst von
Sub_Rosa

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Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) [Blu-ray]
Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) [Blu-ray]
DVD ~ Michael Keaton
Wird angeboten von media4world
Preis: EUR 14,65

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Birdman oder: zicke zacke Vogel..., 15. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muss mich bei Birdman denen anschließen, denen sich der Hype um den Film nicht erschließt. Und ich mag anspruchsvolle Filme per se sehr. Aber hier fehlt mir auch Wochen nach dem Anschauen der Zugang, weiß ich nicht was mir der Film sagen will, warum es ihn überhaupt gibt. Eine in ihrer Inszenierung sehr nach Kammertheater und Bühnenstück riechende Doku-Soap einer Schauspieltruppe vor der Premiere, gefilmt in scheinbarer Echtzeit? Aber wozu braucht es dann die seltsame Nebenstory mit dem gefiederten Alter Ego des Hauptdarstellers? Sinn machend ist die nicht, weckt nur falsche Erwartungen beim Zuschauer (siehe weiter unten). Vielleicht kann man das alles auch nur verstehen wenn man in New York lebt, mit dem Broadway aufgewachsen ist und sich zur dortigen intellektuellen Upper-Class zählt. Ich meinerseits finde Birdman frei von jeder Aussage, es mangelt komplett an einer erzählenswerten Geschichte und abgesehen von den sehr guten Darstellerleistungen ist das einzig wirklich Erwähnenswerte die Kameratechnik, die den Film wirken lässt, wie in einem einzigen Take durchgefilmt. Aber das ist mir zuwenig für die Oscars. Da hat sich meines Erachtens lediglich die Schauspielzunft selbst gefeiert.

By the way vorsätzlich irreführend find ich Trailer und DVD-Klappentext zu Birdman. Wohl damit man aus einem staubtrockenen Autorenfilm (Kassengift) wenigstens halbwegs noch ein wenig Geld des Mainstream-Kinos ziehen kann, werden die einzigen paar nach Action aussehenden Sequenzen des ganzen Films herausgepickt. Vermutlich, damit der Käufer eine Art Superhelden-Movie nach Art von Spiderman erwartet. So wird mit purem Vorsatz das falsche Publikum angesprochen und wenn dann statt cooler Action handlungsarmes Autorenkino läuft, darf man sich anschließend über weniger gute Kommentare nicht wundern. Dafür gehört den Marketing-Verantwortlichen von Birdman der Vogel gezeigt!

Für wen also ist Birdman der richtige Film? Für Menschen, die Theater lieben auf jeden Fall. Auch für alle, die gute Charakterstudien schätzen, dargeboten von echten Klasse-Mimen. Ganz sicher auch für Fans von New York und dem dortigen Lebensgefühl des Künstlergenres. Für wen ist Birdman Vogel…? Für all jene, für die Birdman nicht der richtige Film ist. Vielleicht weil sie mehr auf Film stehen denn auf Theater. Vielleicht weil sie durch eine irreführende Bewerbung des Films zurecht eine etwas leichtere und unterhaltsamere Kost erwarten. Vielleicht weil nicht die ganze Welt aus New Yorkern besteht, Birdman aber exklusiv für die dortige künstlerische Szene gedreht worden zu sein scheint. Ein zu vergeistigtes Stück Theater über Theater, von Schauspielern für Schauspieler. Eine Art Club-Event, nicht gemacht fürs breite Publikum. Für selbiges hängt am Film unsichtbar das Schild "Wir müssen draußen bleiben".


Tracker
Tracker
Preis: EUR 10,52

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen MK's American Recordings, 21. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tracker (Audio CD)
Das neue Werk Mark Knopfes besitze ich schon seit dem Erstverkaufstag, aber ich habe mir bewusst Zeit gelassen, eine Meinung darüber zu schreiben. Der ein oder andere Titel brauchte auch die Zeit und mehrmaliges Hören, um sich entfalten und seine individuelle Besonderheit entdecken zu können. Denn Musik von Mark Knopfler ist schon immer Musik zum bewussten Rein- und Zuhören gewesen, weit entfernt von oberflächlich unterhaltsamer "Gute-Laune-Mucke". Wer Alben von MK "nur so" hört, um dabei mit den Zehen zu wippen, dem entgeht damit der Großteil dessen, was sie wirklich ausmacht, was erst die Qualität schafft. Auch in sparsam instrumentalisierten Stücken steckt in jedem Ton so viel Seele, wie sie Andere im ganzen Leben nicht auszudrücken vermögen. Tracker hatte also Zeit genug, sich bei mir sacken zu lassen. Und nachdem ich das große Glück hatte, Mark Knopfler mit Tracker und einem großartigen Ensemble von Mitspielern gestern live erleben zu dürfen, ist der Zeitpunkt jetzt nicht der Schlechteste.

Und ich kann nur jedem, der Musik zu seinen Liebschaften zählt, anraten, das Werk von MK und auch seine Livekonzerte weiter zu verfolgen und nichts von dem zu versäumen, was da noch kommt. Wer MK nur über seine frühere Zeit der Dire Straits definiert und ständig musikalische Vergleiche bemüht, der übersieht, dass damit nur ein künstlerisches Schaffenswerk begann, das im Alter des Genies - und nichts anderes ist MK für mich - seinen Höhepunkt findet. Und hier sehe ich eine Parallele zum Lebenswerk eines Johnny Cash, der mit den American Recordings seine besten Alben im Spätsommer seines Lebens herausbrachte. Gewollt oder nicht, auch das Coverbild von Tracker zeigt MK auf einem spätsommerlichen Feld stehend, abgeerntet, der Lohn der Mühe ist eingebracht aber MK steht da wie das Versprechen auf weitere Sommer. Na ja, reichlich sentimental und vielleicht weit hergeholt, aber ich finde, es passt schon in der Aussage.

Denn Mark Knopfler wird mit jedem Album besser und ich wünsche ihm eine eiserne Gesundheit, damit noch viele Werke dazu kommen werden. Tracker jedenfalls hat eine schier grenzenlose Tiefe von Musikalität, ergreift und berührt einen im Innersten. Da ist kein Titel dabei, der als Ausfall, als Füller oder schlich als weniger gut gelten müsste. Und jeder Titel ist anders in seiner Art, ist ein ganz selbständiges Stück Musik, hat mit den Album-Nachbarn nur die fantastische Qualität gemeinsam. Unter Highlights die besten sind für mich "Silver Eagle" und "Lights of Taormina". Besonders "Silver Eagle" ist, obwohl vergleichsweise fast etwas spartanisch arrangiert, für mich heute schon ein absoluter MK All-Time-Klassiker und steht auf einer Stufe mit "Brothers in arms", vielleicht sogar noch einen Tick darüber.

Mit Tracker hat Mark Knopfler sich meines Erachtens erneut selbst getoppt und das Album darf als vorerst bestes seiner Musiker-Karriere gelten. Und in "vorerst" schwingt meinerseits viel Hoffnung und Vorfreude mit auf das, was uns MK noch beschert. Mir hat der Mann - beim ersten Konzert, das ich 2013 sehen konnte - einen Impuls fürs Leben gegeben, hat mich zum Gitarre spielen gebracht. Ich bin MK daher in besonderer Weise dankbar, für die Bereicherung meines Lebens und für seine wunderbare Musik, die auf keinem Album je mittelmäßig war aber von Werk zu Werk besser und einzigartiger wird. Tracker in seiner so hohen Dichte von musikalischer Genialität und Kreativität zu übertreffen wird schwer sein aber machbar für einen MK. Für mich ganz entschieden der beste Gitarrist, den die Erde je sah und ein begnadetes Genie, wie es der Musik nur alle paar Generationen geschenkt wird. Man darf froh sein, in eben dieser Generation zu leben und ihn zu erleben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 23, 2015 10:49 AM MEST


Von Liebe,Tod und Freiheit
Von Liebe,Tod und Freiheit
Preis: EUR 14,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie kann man Worte finden?, 19. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Von Liebe,Tod und Freiheit (Audio CD)
Eins vorweg: Ich höre Santiano gerne, ich höre sie oft, Santiano macht gute Laune und bedient damit seinen angestammten und vorgesehenen Zweck richtig gut. Santiano hat eine Sparte nicht nur gefunden, sondern geschaffen, die man auf dem Musikmarkt felsenfest besetzt und das völlig zu Recht. Das gab es zuvor nicht, das ist so etwas wie eine Evolution des Schlagers und Gassenhauers und deckt schlicht den Bedarf von unzähligen Menschen, macht Freude. Und von daher ist es gut. Die Seemansromantik vergangener Tage im Image sowie der Mix aus Shanty, Schlager und Celtic-Folk in der Musik kommt super an, ist eine prima Gute-Laune-Mucke und will ja gar nicht große Oper sein. Dafür gibt's andere.

Was ich dagegen schade finde - und darum auch nur drei statt fünf Sterne - sind zwei Dinge, auf die ich näher eingehen möchte. Zum einen finde ich es entweder ein Zeichen von zuwenig Selbstbewusstsein der Band oder aber einen Mangel an Ideen, dass man es offenbar über drei Alben nicht schafft, es alleine mit Eigenkompositionen zu füllen. Statt dessen werden Räume mit der x-ten Version eines Shanty-Klassikers gefüllt, oder mit Coverversionen anderer Künstler, wie aktuell Mike Oldfield. Das hat definitiv Streichpotenzial und sollte durch Eigenes ersetzt werden.

Der zweite Punkt sind die Texte. Klar gibt es da so etwas wie eine "must have" Liste mit griffigen Seemanns-Vokabeln, die drin sein müssen, weil es Image und Publikum haben wollen, so wie "Steuermann", "Meer", "Rum", "Segel", "Klabautermann" usw. Aber stellenweise wird es doch ein wenig inflationär und wirkt gezwungen. Hier wäre weniger mehr. Ist aber nicht so tragisch, wie der Umstand, dass Santiano beim Texten hier und da offenbar schlicht die Ideen ausgehen. Beispiel: Der Song "Kinder des Kolumbus" vom neuen Album. Eigentlich per se ein Hammer-Arrangement mit total eingängiger Mitsing-Melodie, die als Stadion-Hymne taugt. Der Refrain fast schon elegisch, kraftvoll erdig (auch wenn es auf dem Wasser spielt) und wie alles von Santiano was für Kehlen echter Kerle. Aber dann wird der Refrain viermal am Stück hintereinander gesungen - und statt den Text bei jeder Wiederholung zu variieren (und damit auch die gesungene Geschichte voranzubringen), wird viermal tupfengleich dasselbe gesungen. Und das Wort "Ozean" taucht gefühlt 1000 mal im Lied auf, obwohl man hier auch das ein oder andere mal leicht ein Synonyme hätte einbauen können. Das bringt einfach Abwechslung und macht das Ganze musikalisch runder, ausgefeilter. Denn der Text gehört zum Lied wie der Mast zum Schiff. Wenn der Mast nichts taugt, kommt das Schiff nicht weiter. Ergo: bitte unbedingt bei den Texten mehr Sorgfalt walten lassen, liebe Santiano-Crew, dann werden es auch liebend gerne fünf Sterne von mir, der ich ein Mann und Anhänger des Wortes bin, besonders des ehrlichen Wortes.


Late Phases - Steelbook [Blu-ray]
Late Phases - Steelbook [Blu-ray]
DVD ~ Nick Damici
Preis: EUR 13,97

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zum Heulen, auch ohne Vollmond!, 17. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Late Phases - Steelbook [Blu-ray] (Blu-ray)
Und wieder einmal bewahrheitet es sich: bei allzu vollmondig, sorry vollmundig lobenden Rezensionen ist Skepsis angebracht! Denn statt als verkanntes Meisterwerk entpuppt sich "Late Phases" als in allen Belangen dilettantisch gemachter Kandidat für die goldene Himbeere. Auch wenn sich die Ausgangsstory auf dem Papier recht gut liest: Die Wahrheit liegt aufm Bildschirm und entlarvt sich als hemdsärmelige Billigproduktion, die mit erwachsenem Kino nichts und mit "home made" Internetvideo viel zu tun hat. Billig die Ausstattung, wertlos das Drehbuch und stümperhaft par excellence die Werwolfmasken und was sonst noch vorgibt, ein Special Effect zu sein. In lachhafte Fellkostüme gesteckte Komparsen mit starren Gummimasken aus dem Faschings-Ausverkauf hüpfen wie die Affen nachts auf Straßen herum und mies gemachte Gummipuppen verwandeln sich dermaßen grottenschlecht in Werwölfe, dass das schon in den 1980er Jahren bei "American Werwolf" viel besser gemacht zu sehen war. Seither hat sich in rund 35 Jahren die Tricktechnik enorm weiterentwickelt - nur nicht bei "Late Phases", dort steht man noch auf dem Stand von Godzilla aus den 1950ern oder dem erbärmlichen 70er-Gruselschinken "Tanz der Teufel".

Und dann der blinde Held: zieht in ein neues Viertel, hält gerade einmal vier oder fünf Sätze lang Small Talk mit den neuen Nachbarn - und schlussfolgert doch sofort messerscharf, dass hier der Wolf umgeht und wer es ist. Sein Blindenhund wird alsbald Opfer der Bestie, aber unser Held kommt so gut ohne ihn aus, dass man sich instinktiv fragt, warum hat er ihn denn dann überhaupt brauchte? Zudem scheint das Schicksal sehr ungleich mit vom Wolf gebissenen umzugehen: Manche verwandeln sich in kürzester Zeit ebenfalls in Werwölfe, andere gar nicht. Das ist purer Schmarrn! Zu unguter letzt trifft dann der Pistole ballernde Blinde (das beste Argument gegen freien Waffenbesitz, das ich je sah!) beim Showdown die an zu groß geratene Furbys erinnernden Fellkomparsen besser mitten auf die 12 als einst Robin Hood. Herr, lass Abend werden! Das Fazit des Schreckens: So richtig gruselt sich hier nur, wer auch bei einem Horror- oder Gruselfilm handwerklich sauber gemachte Tricktechnik und ein solides Drehbuch voraussetzt - eben professionell gemachte Arbeit fürs Geld. Für den aber ist's der blanke Horror! Zum Heulen, auch ohne Vollmond!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2015 8:43 PM MEST


Lucy [Blu-ray]
Lucy [Blu-ray]
DVD ~ Scarlett Johansson
Preis: EUR 13,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The missing %, 29. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lucy [Blu-ray] (Blu-ray)
Bei "Lucy" geht es also um die Nutzung des Gehirns. Wobei 10% Wirkungsgrad als Ausgangslage das darstellen, was der Durchschnittsmensch de facto nutzt. Hmm. Ich habe schon manche getroffen, die dachten, sie nutzen 11%, haben dabei aber leider brutto für netto gerechnet. Meine Partnerin denkt, wenn es um Frauen, Fußball oder Autos geht, nutzt man(n) irgendwas zwischen 0% und 5%. Und wenn ich so manche Kommentare über "Lucy" lese, aus denen schieres nicht verstehen von Sinn und Aussage durchscheint, dann denke ich, dass die Menschheit wohl immer auf ihren 10% stehen bleiben wird. Und dann tut es mir leid für Menschen, die - obschon sicherlich nicht unbewaffnet beim intellektuellen Duell - gewisse Sinne nie entwickeln. Aber das ist eine andere Geschichte, um "Irma la Douce" zu zitieren.

Zurück zu "Lucy" und damit zu einem Luc Besson hervorragend gelungenen Versuch, unterhaltsame Action mit Anspruch und Aspekten zum Nachdenken, zur Reflexion zu verbinden. Anspruch wird ja leider oft mit Kassengift gleichgesetzt, muss er aber nicht. Verpackt man die bittere Pille des Anspruchs in die süße Hülle breitentauglicher Action, dann wird die gewünschte Aussage viel lieber aufgenommen und verdammt den Film nicht in die Programmkinos. Bei "Lucy" ist die süße Hülle eine spannende und handwerklich gut in Szene gesetzte Drogenmafia-Story, innerhalb der sich als zweite Ebene eine stellenweise ins abstrakte gehende SciFi-Handlung über transzendente, bewusstseinserweiternde Erfahrungen der Hauptfigur bettet. Das ist sozusagen die bittere Pille, denn hier trennt sich eventuell bei der Zuschauerschaft die Spreu vom Weizen, jedenfalls was die Prozente angeht. Denn das Nachvollziehen dessen, was sich bei einer solch gravierenden Bewusstseinsanhebung abspielt, verlangt mentale Flexibilität, unbelastete Vorstellungskraft und das Verstehen ungewohnter Bildsprache. Das kann in etwa so irritierend sein, als sitzt man im Fast Food Restaurant, erwartet einen Burger und bekommt plötzlich Chateaubriand samt einem Glas Bordeaux und Kerzenleuchter vorgesetzt, während ein Streichquartett erklingt. Damit muss man erstmal klarkommen. Geht aber, wenn man möchte. Regisseur Besson nochmals danke dafür, dass er den Spagat wagt und seine Zuschauer für fähig hält, ihm zu folgen. Sonst wäre aus "Lucy" wohl nur eines unter tausend gut gemachten aber beliebigen Actionfilmchen geworden. Nur nicht unter dem Namen Besson, das hätte dann ein weniger talentierter Kollege bewerkstelligen können und dürfen.

"Lucy" verlangt also ein wenig Mobilisierung der eigenen 10%, um verstanden und gemocht zu werden. Der Einsatz lohnt in jedem Fall. Die Vorstellung ist mehr als nachvollziehbar, dass sich das Gegenständliche und der bekannten Physik gehorchende mit zunehmend hohem Bewussseinszustand immer mehr verändert und emanzipiert zugunsten der Steuerung der Dinge über Energien oder Wege, die uns limitierten Menschen bis dato unerschlossen und fremd sind. Diese nur deshalb aber zu negieren, wäre schlicht dumm und unseren 10% nicht angemessen. Lucy führt uns eine hypothetische Verwandlung vor Augen, weg von der physischen Person aus Fleisch und Blut, hin zur transzendenten Existenz als Geist, Energie, Zustand oder schlicht Seele, wenn man es religiös mag. Lucy bringt uns auch die Relativitätstheorie nahe, denn sie weis sie praktisch zu nutzen und somit die Zeit frei zu lenken. Zeit lässt sich krümmen, so viel ist Stand heutigen Wissens gesichert. Und wenn man etwas nur weit genug krümmt, wird ein Kreis, eine Schleife daraus - oder auch eine Ellipse, deren Ende/Anfang man nach Belieben frei wählen/setzen kann, um dorthin zu gelangen. Das sag ich einfach mal so und fühle mich dabei, als ob ich 10,5% hätte, was nicht stimmt, es ist nur eine Theorie Sub_Rosa.

Jedenfalls schafft es "Lucy" super, mit im hier und jetzt angesiedeltem Actionmovie und integriertem SciFi-Plot zwei unterschiedliche Genres in einem bemerkenswerten Film zu verbinden, der in seiner Bildsprache dem Auge gefällt und in seinen Denkanstößen dem gefällt, das hinter dem Auge sitzt. Und "Lucy" versucht es zumindest, zwei etwas unterschiedliche Kategorien von Zuschauern gleichermaßen zu begeistern, auch wenn hier Reibungsverluste unvermeidlich sind. Von mir gibt es fünf Sterne und volle 100% Prozent für einen Film, ohne den sowohl das Action- als auch das Sci-Fi-Kino etwas ärmer wären. Das Ende hat Cliffhanger-Potenzial, was mir sehr gefallen würde, denn es wäre sicher reizvoll zu sehen, wie die Geschichte um Lucy und ihre Fähigkeiten weitergesponnen wird.

Noch kurz zum Technischen: Das Bild und der Ton bekommen die volle Punktzahl, ebenso die außerordentlich gut gewählte Besetzung aller Rollen und die Wahl der Schauplätze. Toll, weil völlig unerwartet kommend und ein innovatives Stilmittel, sind die hier und da eingestreuten Tier-Doku-Sequenzen zur Veranschaulichung von Gefühlszuständen (Beute in der Falle etc.).

Fazit: Ich liebe Filme, die dich ohne Vorwarnung vor das Unerwartete stellen und damit mit deinen suggestiven Erwartungen spielen. Lucy ist dafür ein Paradebeispiel, wird doch dein auf Unterhaltung und mentalen Durchzug eingestelltes Gehirn plötzlich mit der mehr oder minder aufgezwungenen Aufgabe zum Mitdenken, zum Querdenken konfrontiert. Da gibt es dann, je nach Gehirn, nur ein "Hey, geil" oder ein "Hey, wat is dat denn für'n Sch…?" als Reaktion. Das ist schon fies von Luc Besson, aber genial fies.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 29, 2015 4:45 PM MEST


Die Bestimmung - Insurgent [Blu-ray]
Die Bestimmung - Insurgent [Blu-ray]
DVD ~ Shailene Woodley
Preis: EUR 17,99

5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwei oder mehr Sterne, 23. März 2015
Vor der eigentlichen Rezi möchte ich erstmal dem Film mein Bedauern ausdrücken. Bedauern dafür, dass auch er es sich auf breiter Ebene antun muss, sich mit einem zuvor erschienenen Buch vergleichen zu lassen und nicht als eigenständiges Werk gesehen zu werden. Der Zwang eben, durch eine betonfeste Erwartungshaltung einer Leserschaft nichts andres als Blaupause von Buchseiten sein zu dürfen, um in der Gunst gut weg zu kommen. Dazu nur um sich mal Gedanken zu machen: Einer behandelt den Kölner Dom in einem Buch. Einer malt ihn. Einer fotografiert ihn. Einer besingt ihn. Dann haben wir am Ende vier eigenständige Kunstwerke über den Kölner Dom und jeder fände das gut, keiner würde meckern. Aber wehe, einer verfilmt ein Buch - Schande über ihn'.

Nun wäre es aber andererseits verkehrt gedacht wenn man annehmen würde, dass der Rezensent versucht, ein grandioses Kunstwerk von Film vor unangebrachter Kritik zu retten. Denn "Die Bestimmung" ist weit davon entfernt, große künstlerische Bedeutung zu besitzen. Hinter der sehr konstruiert wirkenden Geschichte steckt sortenreines, gefälliges Popcorn-Kino mit nur allzu deutlichen Parallelen zu der i.m.h.o. auch alles andere als cineastisch wertvollen Tribute-von-Panem-Reihe. Hier wie da haben wir eine reissbrettartig ausgedachte Fantasiewelt, in der die Menschen nach irgendeiner nicht näher erklärten Katastrophe in diversen "Kasten" leben. Die Kasten der armen, aber durchweg politisch korrekten und naturnah lebenden "Gutmenschen" sind fast wie bei einem Brettspiel ringartig angeordnet um ein elitäres Hightech-Zentrum, in dem ohne jede Ausnahme nur "Böse" leben. Konstruierter und lebensferner geht es gar nicht mehr; da wird eine Welt noch sortenreiner in Schwarz und Weiß eingeteilt als einst bei "Ich Tarzan, du Jane". Und auch wenn das hier Fantasy ist wirkt es unglaubwürdig, weil jede vergangene oder künftige Gesellschaft in jeder Gruppe Gutes wie Schlechtes in sich trägt. Zumal es ebenso unglaubwürdig ist, dass die zahlenmäßig weit überlegene Gruppe der "Guten" ewig tatenlos zusehen würde, wie sich ihre Lebensumstände zunehmend verschlimmern, während das "Böse" immer fettleibiger wird. Diese Zustände kommen ja schließlich nicht von heute auf morgen. All das verstärkt nur den Eindruck, ein nicht ganz logisch zu Ende gedachtes Fantasiekonstrukt vor sich zu haben (das vermutlich auch schon im Buch nicht wesentlich raffinierter war).

Wieder wie bei Panem sind die "guten Protagonisten" allesamt Twens im besten Alter; die "bösen Protagonisten" sind vergleichsweise alte Säcke, die - wenn auch gut gekleidet - mal langsam abtreten könnten zugunsten der Jugend. Allen voran zugunsten der bildhübschen modernen Jungfrau von Orleans, die mal mit Pfeil und Bogen und mal mit unbestimmten Eigenschaften als Waffe in den selbstlosen Kampf gegen weißbärtige Männer oder nicht mehr ganz taufrische Damen zieht. Hier wie da gibt es eine bittersüße love story zwischen Heldin und Held, hier wie da gibt es natürlich eine Rebellion (an die ewige Zeiten zuvor irgendwie keiner je dachte) und hier wie da siegt immer das Gute. Genau wie im richtigen Leben'.

Zum letzten Punkt der Liste der Unglaubwürdigkeiten: Von der gut gemachten Tricktechnik und manch effektvollem Krawumm abgesehen laden mehrere Stellen des Films zum unfreiwilligen Schmunzeln ein. Das sind diverse Szenen, in welchen sich eine völlig ausweglose Situation für die Helden innerhalb einer Millisekunde im berühmten "letzten Moment" in einen Triumph verwandelt, weil wie einst bei Zorro, bei Western von Gestern oder bei Robin Hood plötzlich aus heiterem Himmel eine Horde von "Guten" wie die US Kavallerie unmotiviert auf der Bildfläche erscheint und die völlig planlosen "Bösen" überrumpelt. Hat man so naiv schon lange nicht mehr gesehen.

Fazit: Fantasy darf sich natürlich manche Freiheit nehmen und Welten frei darstellen. Aber glaubwürdig sollte es schon sein. Ist es hier aber in seiner allerorten durchscheinenden Konstruiertheit nicht und wirkt zudem noch recht abgeschaut. Es wird - wieder genau wie bei Panem - viel geredet aber es gibt keine Dialoge. Jedenfalls keine, die sich auszeichnen durch Tiefsinn oder Raffinesse. Sprache dient erneut nur als gegenseitiges Mittel zur Weitergabe von Informationen. Unvergessliche Zitate im Stile von "Der Trick ist, sich nichts daraus zu machen", "In der Wüste ist gar nichts - und kein Mensch braucht gar nichts" oder auch nur "We need a bigger boat" wird man nicht finden. Und auch ein Mainstream-Fantasy-Film darf es sich zum Ziel machen, Sprache kunstvoll einzusetzen, das kostet in der Produktion keinen Cent mehr. Macht aber den Unterschied aus zwischen zwei oder mehr Sternen bei Amazon.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2015 11:34 AM MEST


Wicked Chili EasyAction Dual Sportarmband für Apple iPhone 6 (4,7 Zoll) (Armumfang: ca. 25 - 40 cm, Kopfhöreranschluss, Schlüsselfach) schwarz
Wicked Chili EasyAction Dual Sportarmband für Apple iPhone 6 (4,7 Zoll) (Armumfang: ca. 25 - 40 cm, Kopfhöreranschluss, Schlüsselfach) schwarz
Preis: EUR 11,99

1.0 von 5 Sternen Gefährdet durch Materialmängel das Smartphone, 24. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als dieses Sportarmband von Wicked Chili bei mir eintraf, erinnerte es mich alsbald daran, dass auch beim besten Hersteller jede Woche einen Montag hat. Denn an selbigem schien es produziert worden zu sein: das Neoprenmaterial roch unangenehm nach Taucheranzug und nach wenigen leichten Fitnessstudio-Einsätzen riss das Band unvermittelt an der Naht ab; nur eine schnelle Reaktion verhinderte das Abstürzen des iPhones.

Wicked Chili reagierte prompt durch einen Umtausch gegen ein Ersatzarmband. Dieses wurde offensichtlich an einem alternativen Wochentag hergestellt, denn weder roch es nach Jacques Cousteau, noch gab die Verarbeitung erstmal zur Beanstandung. Erstmal. Nach nur wenigen Wochen Tragen aber riss das Armband erneut - wieder im Fitnessstudio und wieder an genau derselben Nahtstelle. Hier scheint also ein genereller Materialfehler vorzuliegen; das weiche Neopren scheint einfach zu wenig Haltekraft zu besitzen und verabschiedet sich an der Sollbruchstelle Naht.

Und noch ein generelles Manko: die Klarsicht-Displayabdeckung hat eine sicher unfreiwillig gewellte Oberfläche, was gerade bei seitlichem Blick aufs Display die Ablesbarkeit einschränkt. Und natürlich schaut man bei einem am Oberarm getragenen Armband grundsätzlich von der Seite aufs Smartphone-Display.

Für mich war es das mit diesem Modell von Sportarmband. Weder möchte ich alle paar Wochen ein neues kaufen müssen, noch möchte ich mein teures Smartphone der permanenten Absturzgefahr aussetzen, welche vom Wicked Chili Armband ausgeht. Null Sterne Wertung. Der Hersteller sollte dieses Modell schleunigst vom Markt zurückziehen und ein wirklich robustes Armband entwickeln, auf das er guten Gewissens seinen Namen drucken kann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 24, 2015 2:20 PM CET


Schleich 20449  - Die Schlümpfe, Gitarrist
Schleich 20449 - Die Schlümpfe, Gitarrist
Preis: EUR 4,49

5.0 von 5 Sternen How to rate a Schlumpf: Rock, drugs and blue men groupies, 24. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie bewertet man einen Schlumpf? Ein cooles blaues Männchen mit weißer Zipfelmütze, zerrissener Jeans und roter Gibson ES, auf der es wohl gerade ein Bm als Barré greift, das Plek locker auf der G-Saite? Vielleicht so:

Sag mal, von wo kommst du denn her? Grad aus Wacken bitte sehr!
Sehen da alle so aus wie du? Ne, unser Drummer is hacke zu!
Seit wann stehen Schlümpfe denn auf Rock? Auf Chart-Mist hat hier keiner Bock!
Finden euch auch Groupies toll? Ja, von denen hab ich die Hütte voll!
Habt ihr ein Problem mit Drogen? Ne, nur ohne, s'ist nicht gelogen!
Metal spielt ihr aber nicht? Sorry, ich versteh dich schlecht!
Das Lied da spielst du aber fein. Danach hack ich die Gitarre klein!
Was wünscht du für ein Leben dir? Mädels, Rock und ne Kiste Bier!
Du, ich find dich mega toll! Let's make a band, das geht ab voll!
La-la-lalalalalala-lala-Bending. La-la-Hammer-on-la-la-Bending. La-la-dive-bomb-la-la-Bending la-la-la.


Rock: Alles über Rock, Pop, Punk, Metal und mehr
Rock: Alles über Rock, Pop, Punk, Metal und mehr
von Mark Paytress
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Netter Schmöker, aber kein Referenz-Nachschlagewerk, 24. Februar 2015
Um das Fazit vorweg zu nehmen: ROCK geht durch als nettes Buch zum Blättern für Fans, zeigt viele und teils gute Fotos, stellt eine große Menge an Künstlern vor und bietet eine recht lückenlose Zeitreise von den Anfängen des Rock and Roll bis heute. Wobei man erfreulicherweise auch links und rechts des mainstreamigen Rock geschaut hat und viele Ableger vorstellt, wie Punk, Folk-Rock, Krautrock. Ein Plus gibt es auch unbedingt für die sehr wertige und stabile Aufmachung des Buches und dessen ansprechendes Format - gerade angesichts des Grabbeltischpreises keine Selbstverständlichkeit und daher besonders lobenswert.

Ohne Schwächen kommt das Buch jedoch nicht aus. Und das beginnt zwangsweise bei der Auswahl der vorgestellten Künstler in Relation zum vorhandenen Platz. Um wirklich als Kompendium der Rockmusik zu taugen, müsste ein solcher Almanach wohl den Umfang einer mehrbändigen Enzyklopädie haben. Hat er aber verständlicherweise nicht. So wird die Auswahl der im Buch behandelten Bands immer willkürlich und lückenhaft bleiben müssen, beim ein oder anderen Leser ein Fragezeichen hinterlassen. Was aber zu verschmerzen ist; und die Macher von ROCK haben sich auch alle Mühe gegeben, die zur Verfügung stehenden Seiten mit so vielen Acts als möglich zu füllen.
Und eben das führt leider dazu, dass unbestrittenen Rock-Heroen, wie den Beatles, Pink Floyd oder Genesis dieselben zwei Seiten eingeräumt werden, wie deutlich weniger einflussreichen Bands mit kaum vorhandener Diskografie. Eine Art von musikalischer Demokratie, die natürlich zu Lasten von Information über "große" Bands und deren langes künstlerisches Opus geht. Da die Layouts zudem sehr bildlastig sind und wenig Platz für Text lassen, bleibt es leider fast immer bei sehr oberflächlichen Vorstellungen und in die Tiefe gehende oder gar neue Infos sucht man vergebens. Für so etwas wie eine Diskografie, eine Vorstellung oder Bewertung der einzelnen Alben, bleibt schon gar kein Raum.

Und so "hottet" sich das Buch von Doppelseite zu Doppelseite, überfliegt in teils etwas flapsigen Texten mit Überschalltempo das, was eigentlich einer intensiveren Auseinandersetzung bedarf und verliert sich im von vornherein untauglichen Versuch, alles abdecken zu wollen. Da man einen so facettenreichen Musikstik wie den Rock eh nicht allumfassend behandeln kann, wäre das selbstbewusste Setzen von Schwerpunkten bei gleichzeitigem Verzicht auf Nebensächliches die wohl bessere Lösung gewesen. Schwerpunkte, begleitet von Texten, die statt unverbindlichem Blabla echte Fakten bieten, die im besten Fall sogar den Kenner noch überraschen können.

So bleibt es am Ende bei einem gut aufgemachten, schön fotografierten Buch, das prima zum entspannten Schmökern und als Mitbringsel für den Fan der Rockmusik taugt. Für den wird es aber lediglich eine nette Ergänzung darstellen. Als stand alone Nachschlagewerk mit fachlicher Kompetenz oder als Quelle belegter Information taugt das Buch wenig. Eben vom ganzen Konzept her ausgelegt als typisches Mitbringt-Geschenk und dafür absolut okay.


Marshall STANMOREBLACK stanmore Bluetooth-Lautsprecher
Marshall STANMOREBLACK stanmore Bluetooth-Lautsprecher
Preis: EUR 285,00

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wacken im Wohnzimmer, 4. Februar 2015
Hat man sich erstmal über den recht hohen Preis hinweg überwunden, kommt als Belohnung das Paradies. Jedenfalls das der Bluetooth-Boxen. Wow, der Marshall Stanmore hat aber so gar nichts gemeinsam mit den Legionen kleiner Brüllwürfel, die man heute überall am Elektronikmarkt-Grabbeltisch nachgeworfen bekommt. Das hier spielt in einer komplett anderen Liga!

Das fängt schon bei der erstklassig soliden Verarbeitung an, wo alles für die Ewigkeit und fürs Vererben gemacht scheint und nirgendwo zugunsten billiger Plastikteile gespart wurde. Alles aus dem Vollen gearbeitet, ohne Teilespiel, satt und samtig rastend.
Samtig, ja fast röhrenartig weich und voll, jedenfalls total angenehm, kommt dann auch der Sound aus dem Stanmore. Nichts klingt nach billigem Transistor, nichts kreischt, nichts übersteuert selbst bei hohen Pegeln. Und egal ob befeuert mit Rock, Pop, Country, Volksmusik oder Klassik: Der Stanmore klingt einfach so genial gut und schön, dass man ihn gar nicht wieder ausschalten möchte. Überspitzt gesagt: Den nehme ich mal mit in die Kiste!

Am meisten überrascht hat mich der fundamental wuchtige Bass, den man dem Marshall in Relation zur Gehäusegröße per se gar nicht zutrauen würde. In meinem Fall kommt als verstärkendes Element dazu, dass der Stanmore in einem kleinen Alkoven auf einer metallenen Kommode steht; beides wirkt offensichtlich als willkommener zusätzlicher Resonanzverstärker. Da schnarrt nix, da brummt nix, der Bass kommt auch bei hohem Level knackig sauber aus der Box. Weltklasse wie auch das wunderschöne Retro-Design! Wo andere Speaker einen Look irgendwo zwischen Büroschreibtisch und Langeweile-Lounge haben, sieht der Marshall aus nach Mainstage Waken oder Rock am Ring!

Mankos? Da muss man schon auf hohem Niveau nörgeln. Die Option des Batteriebetriebes wäre vielleicht schön gewesen. Und mein iPhone sorgt gekoppelt mit dem Stanmore für leise elektronische Fiepgeräusche, die aber mit dem ersten Ton der Musik unhörbar werden. Das war's schon mit Jammern. Und es muss ja auch nicht zwingend Bluetooth sein; der Stanmore bietet ja auch mit Cinch und optischem Digitaleingang weitere, kabelgebundene Anschlussoptionen.

Fazit: Wer Musik liebt, hohe Ansprüche an Klang, Technik und Verarbeitung hat, zudem Gespür für schönes Design sein Eigen nennt, der wird den Marshall Stanmore lieben! Vergesst den Preis; wir geben im Leben so viel Geld für Unnötiges oder Schmarrn aus - das hier ist aber eine Investition in pure Freude für lange Zeit. Und damit ein top Deal!


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