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Rezensionen verfasst von
Benjamin Kirsch
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Der Turm. Der dunkle Turm 7.
Der Turm. Der dunkle Turm 7.
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ka ist ein Kreis - und alle Werke Kings Enden hier, 25. April 2005
Eigentlich ist diese Rezension recht simpel: wem die sechs vorhergehenden Bände (besonders Wolfsmond und Susannah) gefallen haben, ist auch mit diesem Werk gut bedient. Wem sie nicht gefielen (aber wer liest sechs Bände, wenn sie ihm nicht gefallen?), wird auch mit dem letzten Teil nicht zufrieden sein.
Das Ende fand ich schlichtweg genial; und ich stimme der Aussage des Autors im Nachwort zu „...es ist das richtige Ende. Eigentlich sogar das Einzige Ende.", für dieses Opus Magnum.
Was gibt es also noch zu sagen, ohne etwas zu verraten? Vielleicht noch etwas zur Bedeutung dieses Werks in Kings Bibliographie.
Sein ganzes Leben träumte King von Roland und dem dunklen Turm. Und das merkt man in seinen Werken und vor allem in diesem Buch. Wir treffen alte Bekannte aus Kings Büchern in seinem Turm-Zyklus, und in vielen Werken Kings Querverweise und direkte Erwähnungen des Turms. „Roland ist mein Jupiter" hat King einst gesagt, Rolands Geschichte hat eine ungeheuere Anziehung auf King. Vielleicht ist hier auch die Begründung für Kings höchst persönlichem Auftreten in der dunklen Turm Reihe zu finden.
Direkten Bezug zum Dunklen Turm findet man neben den eigentlichen sieben Büchern in ‚Schlaflos-Insomnia ', ‚Das Schwarze Haus' und ‚Atlantis'. Es empfiehlt sich, diese Bücher vor der Dunklen Turm Reihe selbst gelesen zu haben, wobei es zum Verständnis nicht nötig ist. (Reihenfolge DT I-DTII-DTIII-Schlaflos-DTIV-Atlantis-Schwarzes Haus-DTV-DTVI-DTVII). Charaktere, die in der Dunklen Turm Reihe vorkommen sind außerdem in folgenden Büchern zu finden:
FLAGG: The Stand, Die Augen Des Drachen
Pere Callahan: Brennen muss Salem
Ted Brautigan: Atlantis
Weitere Bücher, die Bezüge zur Dunklen Turm Reihe herstellen sind: ‚Das Bild-Rose Madder', ‚Desperation', ‚Regulator', ‚Sara', ‚Talisman', und Kurzgeschichten in ‚Blut' und ‚Kabinett des Todes'. Lose und kleine Andeutungen sind auch in anderen Werken zu finden, jedoch sind diese Andeutungen nicht weiter erwähnenswert.
Wie schon gesagt lässt sich die Dunkle Turm Reihe auch ohne diese Bücher lesen und verstehen, Interessanter wird es jedoch, wenn man Kings Gesamtwerk kennt und liebt (rund 50 Bücher).
Noch einmal zum Ende (wer unbefangen an das Buch herangehen möchte, sollte nicht weiter lesen).
Auch wenn ich mir das Ende sehr gut gefallen hat, so muss ich doch Leute warnen, die nicht der Meinung sind, das eine Geschichte vor allem durch seine Erzählung lebt, und nicht durch sein Ende selbst. ‚Der Weg ist das Ziel' Wer erwartet, das Roland im dunklen Turm ein gemütliches Wohnzimmer findet, in welchem er glücklich bis an sein Lebensende sein Dasein fristet, der wir hier enttäuscht werden (wie auch von fast jedem anderen King-Ende, möchte ich meinen...).


Die rätselhaften Worte
Die rätselhaften Worte
von Reginald Hill
  Taschenbuch

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Charaktere, gute Story, guter Stil � alles gut!, 17. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Die rätselhaften Worte (Taschenbuch)
Wieder einmal zeigt Hill, wie ein guter Krimi sein sollte. Seine Charaktere sind allesamt interessant und geistreich (obwohl ich kaum glauben kann, dass alle Engländer so schlagfertig sind, was aber den Lesespaß nicht schmälert), oft sympathisch und nie stereotyp. Die Story ist wunderbar Konstruiert, ohne dabei konstruiert zu wirken, was bei schlechten Krimis oft der Fall ist.
Hill spielt mit dem Leser und präsentiert gleich mehrere Verdächtige, die einem abwechselnd schmackhaft gemacht werden, so dass es nie langweilig wird und man nie weiß, woran man ist. Die Auflösung (vor allem des Motivs) ist intelligent und auch überraschend (wie es sich für einen guten Krimi gehört).
Bisher habe ich vier Hills gelesen, ‚Der Schrei des Eisvogels', ‚Das Dorf der verschwundenen Kinder', ‚Das Haus an der Klippe' und diesen. Zwar hat mir ‚Der Schrei des Eisvogels' am besten gefallen, weil er zum schreien komisch war, aber es handelte sich dabei nicht um einen klassischen Krimi mit Leiche und Mörder. ‚Die Rätselhaften Worte' gefiel mir von den ‚echten' Krimis am besten, da die Mordserie am interessantesten und am intelligentesten war. Einziges Manko war, das Wieldy fast nicht vorkam und auch Dalziel und Pascoe die meiste Zeit nicht dabei waren, aber das sollte vor allem Hill-Neulinge nicht stören.
Alles in allem ein Spitzenkrimi mit angenehmen Humor und tollen Dialogen.


Esswood House
Esswood House
von Peter Straub
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seltsam - aber packend!, 12. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Esswood House (Taschenbuch)
William Standish bekommt, was sich alle Akademiker wünschen: ein dreiwöchiges Stipendium in Esswood House. Esswood House, ein Anwesen in Privatbesitz, hat eine Bibliothek mit unveröffentlichten Manuskripten, Notizen und Tagebüchern berühmter Dichter. Doch etwas stimmt nicht im Hause Esswood...
... Straub schafft eine unglaublich dichte Atmosphäre. Sie ist beklemmend, bedrohlich, mystisch, paranoid, schizophren, geheimnisvoll, verwirrend, obskur und fast surreal. Schon die Anreise von Standish zu Esswood House, welches mitten in England liegt, ist herrlich düster und seltsam; sie erinnert an Jonathan Harkers Reise zu Draculas Schloss. Obwohl Esswood House auf den ersten Blick nicht bedrohlich ist, laufen dort die Dinge etwas anders. Das Gesinde lässt sich nicht blicken und nach einer kurzen Einweisung kümmert sich keiner mehr persönlich um Standish. Sein Studienobjekt, eine verstorbene Dichterin die lose verwandt mit Standish ist, birgt eine geheimnisvolle Vergangenheit. Schnell wird klar, das mit Esswood House und seinen Besitzern, den Seneschals, etwas nicht stimmt.
Straubs Stil ist fast zu gut für bloße Belletristik. Er reist den Leser mühelos in sein Buch hinein, man ist von der Ersten Seite an gefesselt. Es lässt einen nicht mehr los, es sorgt für schlaflose Nächte, auch wenn das Licht längst gelöscht ist. Das Buch (oder besser die Novelle-162 Seiten) folgt seiner eigenen Logik, bis zum bitteren Ende. Etwas seltsame Kost zwar, aber wenn es gefällt einfach herrlich. Leser, die keine offene Frage mögen und einen logischen Storyaufbau bevorzugen, sollten die Finger weg lassen!


Sommerleuchten
Sommerleuchten
von Maeve Binchy
  Taschenbuch

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein menschliches Buch, in dem man Leben möchte, 3. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Sommerleuchten (Taschenbuch)
Mountfern ist eine verschlafene irische Kleinstadt, in der alles stets seinen gewohnten Gang geht. Doch mit der Ruhe ist es aus, als der reiche Patrick O'Neill auftaucht und aus dem verfallenen Gut Fernscourt ein Hotel für wohlhabende Amerikaner machen will. Der ehemals friedliche Ort spaltet sich schnell in Anhänger und Feinde dieses Plans...

...aber so schnell spaltet sich der Ort nun auch wieder nicht; und mit der Ruhe ist es so schnell auch nicht aus, denn die Iren lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Und überhaupt ist der Spalt nicht allzu tief. Die Ryans, deren Pup durch das geplante Hotel und dessen Bar am meisten von allen Geschäften in Montfern bedroht wird, sind doch mit O'Neill befreundet und er trinkt auch immer wieder ein Glas in Ryan's Pup. Ein Streit zwischen diesen beiden Familien ist sowieso nicht möglich, da die Kinder von O'Neill einfach hinreisend sind und sofort alle anderen Kinder im Dorf für sich einnehmen, allen voran die ältesten Kinder der Ryans, die Zwillinge Dora und Michael. Schnell lebt sich vor allem die Tochter O'Neills ein und gehört bald zum Dorfleben dazu.
Binchy beschreibt jeden Charakter liebevoll und lebensecht. Hat man die Einführenden etwa 50 Seiten hinter sich, scheint man das ganze Dorf und seine Bewohner zu kennen und zu mögen. Es gibt keinen Bösewicht, selbst O'Neill, der mit seinem Hotel alles auf den Kopf stellt ist äußerst sympathisch, wenn nicht gar der sympathischste von allen. Die Geschichte entwickelt sich langsam und ohne Action. Es ist eine Geschichte von Heimat, Freundschaft, Familie und Liebe, deren Charaktere einem schnell am Herzen liegen. Besonders gefallen hat mir das Ende, welches einen guten Abschluss zur an sich sehr offenen Handlung bietet und sehr gut zum Rest des Buchs passt. Nicht gefallen hat mir allerdings dass die Zwillinge, die im Buch die größte Rolle haben, die ganze zeit liebestoll und naiv den Kindern von O'Neill hinterherdackeln, was zwar gerade in deren jugendlichem Alter realistisch sein mag, aber durchaus auch nerven kann.


Der Krieg der Zwerge
Der Krieg der Zwerge
von Markus Heitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als der Vorgänger - gutes Lesefutter, 28. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Krieg der Zwerge (Taschenbuch)
In der Fortsetzung von ‚Die Zwerge' hat Heitz viele seiner schriftstellerischen Schwächen, welche er im ersten Teil beging, ausgebügelt.
Die Handlung, welche zeitlich direkt an den ersten Teil anschließt, wartet mit mehr Wendungen als im ersten Teil auf und ist auch komplexer. Es gibt mehrere Handlungsschauplätze und die Story an sich ist intelligenter als im Vorgänger. Der Humor wirkt natürlich und nicht aufgesetzt. Die Charaktere haben etwas mehr Tiefe als im ersten Teil.
Vor allem Heitz' skrupelloser Umgang mit seinen Charakteren bereitet nicht nur Überraschungen, sondern auch Freude. Nicht mal der Protagonist selbst scheint vor dem Tod gefeit.
Jedem, der den ersten Teil mochte ist die Fortsetzung also wärmstens zu empfehlen. Man kommt auch ganz gut mit, ohne den ersten Teil gelesen zu haben, wobei die meisten Personen natürlich im ersten Teil vorgestellt werden und daher auf eine ausführlich Einleitung verzichtet wird. Heitz Stil ist zwar nichts besonderes, aber eben gut und sehr flüssig lesbar. Wer beim Lesen abschalten will und sich einfach nur unterhalten lassen will, ist mit diesem Buch bestens bedient.


Die Zwerge
Die Zwerge
von Markus Heitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittlicher Fantasy, 28. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Zwerge (Taschenbuch)
Nachdem durch den Bestseller-Erfolg von Nicholls Die Orks den Lesern einmal eine andere Seite der Tolkien-Welt gezeigt wurde und damit auch eine echte Alternative zum x-ten mal Herr der Ringe, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Roman über die Zwerge kam.
Heitz erschuf seine Zwerge nach den wohlbekannten Merkmalen und reicherte sie mit individuellen und neuen Aspekten, sowie unterschiedlichen Fähigkeiten an, ohne die klassischen Zwerge aus den Augen zu verlieren.
Soweit der Werbetext, zum Inhalt:
Das Böse erhebt sich und bedroht den Frieden zwischen Elben, Menschen und Zwergen. Während ein Krieg mit zahllosen Opfern tobt begibt sich unser Held, ein standhafter Zwerg, auf eine abenteuerliche Reise, um das Böse direkt an der Wurzel auszulöschen. Unterstützt wird er dabei von anderen Zwergen und auch Menschen, die alle nicht Fehlerfrei sind und damit dem Leser ein Abenteuer bereiten, indem auch die Helden ab und zu mal versagen.
Heitz bietet durchaus sympathische Charaktere, die einem das ein oder andere Mal durchaus schmunzeln lassen. Auch die Handlung ist ganz interessant, wenn auch sehr einfach und linear gestrickt (die Haupthandlung fällt unseren Helden im fast schon wörtlichen Sinn in den Schoss). Das größte Problem des Buches ist recht einfach: es ist zu lang. Vor allem auf den letzten rund 200 Seiten gibt es nichts Neues mehr, Charaktere wie Handlung scheinen sich ständig zu wiederholen. Und obwohl die Charaktere ganz lustig und nett sind, fehlt ihnen doch der letzte Schliff und die Tiefe. Eine weitere Korrektur durch den Autor hat hier gefehlt (vielleicht wegen Zeitdruck, da es sich um eine Auftragsarbeit handelt), um die Handlung etwas Abwechslungsreicher und interessanter zu gestalten.
Nichts desto trotz ist dieses Buch jedem Fantasyfan und auch jedem, der pures Lesefutter sucht, zu empfehlen. Vor allem, da die Fortsetzung 'Der Krieg der Zwerge' viele Fehler seines Vorgängers behoben hat und somit ‚Die Zwerge' ein guter Einstieg zum zweiten Teil darstellt.


Das Jahr des Greifen: Drei Romane in einem Band
Das Jahr des Greifen: Drei Romane in einem Band
von Wolfgang Hohlbein
  Taschenbuch

50 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein typischer Hohlbein - Spitzenfantasy, 28. März 2005
Ich habe schon einige Romane von Wolfgang Hohlbein gelesen, und in der Regel sind sie einfach nur runter geschrieben, oft langatmig und mit linearer Handlung. Nicht so dieser Roman!
Der Roman bietet eine spannende Handlung (es geht um die Belagerung einer Stadt), viele unterschiedliche, glaubhafte und sehr gut beschriebene Charaktere und viele interessante Wendungen. Der Protagonist, der Kommandant der belagerten Stadt, ist kein üblicher strahlender Held, auch kein absoluter Verlierer, sondern irgendwo dazwischen. Immer mit den besten Absichten, bringt er doch immer Leid über die, die er liebt und zu beschützen trachtet.
Auch die anderen Charaktere sind vielschichtig und interessant, allen voran der Henker, der in Wirklichkeit ein Vampir ist und unbemerkt seine eigenen, dunklen Ziele verfolgt. Auch die Handlung selbst macht große Freude, die Belagerung der Stadt birgt viele Wendungen und interessante, gut und nie langatmig beschriebene Schlachten.
Ich habe diesen Roman schon mehrere Male gelesen und war jedes Mal beigeistert von der dichten Atmosphäre und der spannenden Handlung. Für mich ist dieser Roman nach ‚Herr der Ringe' der beste Fantasyroman überhaupt, und das mit Abstand. Ob es an der Zusammenarbeit mit Bernhard Hennen lag oder ob sich Hohlbein mit diesem Roman einfach nur besondere Mühe gab weiß ich nicht. Es bleibt zu hoffen, dass es einen weiteren Roman in Zusammenarbeit der beiden geben wird (und wie mir Herr Hohlbein auf einer Lesung erzählte, stehen die Chancen ganz gut!).
Vor allem Leser, die von Hohlbein nicht sonderlich begeistert sind sollten vor diesem Roman nicht zurückschrecken. Und auch jedem anderen kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Nicht das übliche Gut gegen Böse, oder das Laufen von A nach B um einen mystischen Zaubergegenstand zu erwerben, sondern intelligente Fantasy mit Spannung und Abwechslung.


Wenn du wüßtest ...: Psychothriller
Wenn du wüßtest ...: Psychothriller
von Peter Straub
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragneder Stil und spannende Handlung, 26. März 2005
Als Miles nach 20 Jahren in das Dorf zurückkehrt, in welchem er in seiner Kindheit immer die Sommerferien bei seiner Verwandtschaft verbrachte, beginnt eine grausame Mordserie an jungen Mädchen. Schnell gerät er wegen seiner Vergangenheit in Verdacht...
Ach in diesem Roman von Peter Straub spielt die Vergangenheit für den Protagonisten und die Handlung eine wichtige Rolle. Nachdem wir im Epilog einen kurzen Einblick auf die Geschehnisse vor 20 Jahren bekommen, erfahren wir im weiteren Verlauf Stück für Stück mehr über die Vergangenheit von Miles und dem Dorf. Straub macht jeden verdächtig, und wie immer bei Straub hat jeder etwas zu verbergen. Dabei sind die Charaktere wie bei Straub üblich herrlich überdreht und wie beim Kollegen Stephen King ist die Landbevölkerung rustikal und mit Vorurteilen behaftet.
Straubs Stil ist wie immer hervorragend und liest sich einfach wunderbar, die Dialoge sind intelligent und die Gedankengänge des Protagonisten interessant und amüsant. Dass Straub dazu eine spannende und unterhaltsame Story liefert macht dieses Buch zu einem absoluten Lesevergnügen. Lediglich das Ende war mir etwas zu turbulent.


Hellfire Club - Reise in die Nacht
Hellfire Club - Reise in die Nacht
von Peter Straub
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannendes und unterhaltsames Puzzle, 14. März 2005
Ich will nicht allzu viel über den Inhalt sagen, da man sonst schnell zuviel verrät.
Nur soviel: als Nora Chancel, die Frau von Davey Chancel, dessen Vater einen bekannten Verlag besitzt, erfährt, das mit dem bekanntesten Buch des Verlages, ‚Reise in die Nacht', etwas nicht stimmt, versucht Sie, mehr über die Hintergründe der Entstehung des Buches herauszufinden. Dabei gerät nicht nur ihr eigenes Leben in Gefahr.
Straub hat wieder einmal ein großes Puzzle entworfen, an dessen Zusammensetzung man genauso Teil nimmt wie die Hauptperson selbst. Was steckt hinter dem Roman ‚Reise in die Nacht', der eine geradezu besessene Fangemeinde hervorgerufen hat, und was haben Noras Mann und dessen Familie (und alle anderen Menschen, die Sie kennt) damit zu tun?
Die beste Beschreibung für diesen Roman liefert Straub selbst, als er den Roman in diesem Roman‚'Reise in die Nacht' beschreibt:
„Ihre Geschichten waren abenteuerlich und verwickelt und strotzten vor Heldentum und Verrat. Manche sagten die Wahrheit, andere logen. Die Wahrheit war ein Mosaik, das mit der Zeit und unter großen gefahren zusammengesetzt werden musste."
Dabei bietet Straub eine herrliche Anzahl an egozentrischen und verrückten Charakteren, die einfach Spaß machen. Straub schreibt in gewohnt gutem Stil und bietet eine komplexe Story, ohne dabei langweilig oder langatmig zu werden.
Wenn man das Buch durch hat, möchte man es gleich noch mal lesen, um die Anspielungen und Lügen der Charaktere noch besser zu verstehen.


Die Andere
Die Andere
von Ursula Hegi
  Gebundene Ausgabe

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein deutsches Dorf erlebt das dritte Reich, 5. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Andere (Gebundene Ausgabe)
Trudi Montag wird im ersten Weltkrieg in einem kleinen deutschen Dorf geboren. Trudi ist anders, sie hat einen Wachstumsfehler und ist kleiner als all ihre Altersgenossen. Durch ihr Anderssein ist sie die perfekte Beobachterin und handelt in der Leihbücherei ihres Vaters nicht nur mit Büchern, sondern auch mit den Geschichten und Geheimnissen der Dorfbewohner. Sie erlebt die Macht des Andersseins, aber auch die Qual des Andersseins.
Das Dorf und seine Bewohner weisen alle üblichen Eigenschaften einer ländlichen Gemeinde auf: Liebe, Hass, Missgunst, Neid, Groszügigkeit, Hilfsbereitschaft, Denunziantentum, Kleinbürgertum, Großmut, Feigheit, Mitläufertum, Anführer, Gewalt, Nächstenliebe und Klatsch.
All diese Eigenschaften werden durch das dritte Reich extrem verschärft. Die besten und die schlimmsten Seiten der Menschen werden in dieser Zeit offenbart. Es macht Spaß, über die Schicksale und Schicksalsschläge der Dorfbewohner zu lesen, mit ihnen zu bangen, zu trauern und wütend zu sein. Allen voran natürlich die Protagonistin, die immer ein Außenseiter in der Dorfgemeinde ist und doch dazugehört.
Die einzigen Mankos des Buches sind der (obwohl ich einen langsamen Handlungsaufbau mag) etwas zu lang geratene Anfang über Trudis Kindheit, welcher natürlich wichtig für das Verständnis von Trudi ist, aber seine längen aufweist; und die teilweise etwas harten Handlungs- und Zeitsprünge. Durch diese fällt vor allem die Zuordnung der Personen an manchen Stellen etwas schwer.
Dennoch ist das Buch sehr unterhaltsam und spannend. Die Wandlung des Dorfes und seiner Bewohner während der Nazizeit ist grausam und schockierend; der Wandel nach dem Krieg ernüchternd und auf eine andere Weise schockierend.
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der Dorfgeschichten mag und/oder Interesse am Wandel der deutschen Bevölkerung im Naziregime interessiert ist.


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