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2.0 von 5 Sternen
Inschriften, Inschriften, Inschriften..., 18. Mai 2009
In "Geschichte Kambodschas: Das Land der Khmer von Angkor bis zur Gegenwart" wird versucht die gesamte bekannte Geschichte Kambodschas von den ersten bekannten menschlichen Aktivitäten in der Gegend bis in die Neuzeit aufzurollen.
Leider gibt es einiges an Kritikpunkten:
- Offensichtlich hat der Autor ein persönliches Naheverhältnis zu Inschriften. In fast jedem zweiten Satz kommt das Wort vor und oft auch gleich doppelt. Es ist mit Abstand das häufigste Wort in dem Buch. Mehrmals wird angekündigt das es jetzt endlich keine Inschriften mehr gibt(Ein Kapitel heißt sogar so) was sich aber dann meist als falsch herausstellt. Lediglich die letzten paar Kapitel über die Neuzeit sind "inschriftenfrei". Dabei wird meißt keinerlei zusätzliche Information transportiert. Die Sätze lauten in der Regel so: "Inschriften besagen das ...", "Es finden sich Inschriften die ...".
- Es finden sich keine Karten in dem Buch. Es wäre doch oft interessant zu wissen wo die Orte eigentlich liegen.
- Es werden in den seltensten Fällen Begründungen für die Motive und Aktivitäten der beteiligten Kräfte genannt was dazu führt das sich der Text wie eine Aufzählung von...tja...Inschriften liest. So wird bei Kriegen nur erwähnt wer gewonnen hat und das es auf einer Inschrift steht aber man bekommt keinen Hinweis darauf warum der Krieg gewonnen wurde oder was die Motive der Beteiligten waren. So verkommt das Buch zu einer reinen Aufzählung von Ereigenissen ähnlich einer Zeittafel.
- Es wird vorausgesetzt das man sich in der Südostasiatischen Geschichte(vor allem die der Nachbarn Thailand und Vietnam aber auch China) auskennt. Anders ist es nicht zu erklären das oftmals einfach Namen von Personen oder Völkern in den Raum geworfen werden von denen der Autor offensichtlich glaubt sie seien allgemein geläufig. Und nachdem auch keine Motive genannt werden und keine Karten vorhanden sind weiß man dann nur das auf irgendeiner Inschrift steht das die Khmer gegen irgendein Volk(dessen Namen man noch nie gehört hat) Krieg geführt haben und aus nicht genannten Gründen gewonnen oder verloren haben und dabei viele Menschen gestorben sind.
Mir ist nicht ganz klar wer die Zielgruppe dieses Buches sein soll. Der Laie(so wie ich einer bin) will ein plastisches Bild der jeweiligen Zeit und Kultur und keine Aufzählung von fremdartig klingenden Namen mit ihren Stammbaum und der Erläuterung das man das auf Inschriften nachlesen kann.
Und für jemand der sich hauptberuflich mit Geschichte beschäftigt hat der Text einfach zu wenig Detailinformationen. Die einzlenen Ereignisse werden einfach stakkatoartig abgefertigt.
Alles in Allem kann ich nur von dem Buch abraten.