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Verrückt hinter Gittern - Von den Leiden der Zootiere
Verrückt hinter Gittern - Von den Leiden der Zootiere
von Emilio Sanna
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessantes Thema - verfehltes Werk, 27. Februar 2011
In seinem Buch "Verrückt hinter Gittern - von den Leiden der Zootiere" beschreibt der italienische Schriftsteller und Fernsehjournalist Emilio Sanna den erbarmungslosen Umgang des Menschen mit den in Zoos gehaltenen Tieren, und welche Auswirkungen die Zoohaltung auf die Psyche und Gesundheit der eingesperrten Individuen haben kann. Entsprechend dem Vorwort der Übersetzerin und Tierrechtsaktivistin Sina Walden geht es in diesem "Dossier über den tierlichen Wahnsinn" - wie Sanna sein Buch selbst versteht - "nicht um miserable, dilettantisch geführte Zoos in fremden Ländern oder um einzelne Missstände bei uns. Es geht [...] um einen Generalangriff auf das Prinzip Zoo überhaupt".

In seiner Schilderung geht Sanna dabei chronologisch vor: Im ersten Drittel des Buches erfahren die Leser_innen, auf welch grausame Weise in Freiheit lebende "Wildtiere" eingefangen, in "Umerziehungs-" und Quaratänelager zwischengelagert, und schließlich in winzigen Käfigen per Schiff oder Flugzeug nach Übersee transportiert werden, um letztendlich in den weltweiten Zoos, Zirkussen oder Versuchslaboren zu enden. Auch auf die endlos lange Geschichte der Gefangenschaft von Tieren unter der Herrschaft des Menschen geht Sanna verkürzt ein, bevor er ausführlich die psychischen Folgen der jahrelangen Käfighaltung - insbesondere Stereotypien, verstärkte Aggressivität, Hypersexualität, Kannibalismus, und zahllose weitere Verhaltensstörungen - veranschaulicht.

Zum Abschluss seines Buches gibt der Autor einen Überblick über die drei allgemeinen Grundhaltungen zur "Zootierproblematik" - die Konservativen, Reformisten und "Revolutionäre" - und reißt zudem auf wenigen Seiten die Thematik der Tierrechte an.

Meiner Meinung nach wird "Verrückt hinter Gittern" am prägnantesten vom Autor selbst beschrieben: "Es handelt sich vorerst um eine fragmentarische Dokumentation, einen Überblick über vereinzelte Bemühungen einiger Verhaltensforscher, Zoologen, Psychologen und Psychiater". Sanna reiste als engagierter Journalist quer durch die Welt, um die Missstände im menschlichen Umgang mit den Tieren mit eigenen Augen zu sehen und interviewte bei diesen Reisen viele fachkundige Personen. Genau diese persönlichen Eindrücke und Gespräche machen leider den Großteil des Buches aus. Die Leser_innen wissen nach dem Ende des Buches beispielsweise genauestens über die Zustände im "Umerziehungslager" des ältesten Wildfängers von Kenia Bescheid; ob diese Schilderungen jedoch Allgemeingültigkeit besitzen, wird durch den Mangel von wissenschaftlichen Studien und Fakten an keiner Stelle geklärt. Sanna selbst entschuldigt dies damit, dass "noch gründliche und fachübergreifende Untersuchungen zu diesem Thema" fehlen.

Zudem werden Aussagen, die Sanna in den Interviews erhielt, meines Erachtens nach zu unkritisch vom ihm wiedergegeben. So lässt der Autor Sätze wie "De Martis versicherte mir, dass sich eine ähnliche Geruchssensibilität bei Geisteskranken findet. Der Kranke riecht sofort, wenn der Arzt oder die Schwester Angst hat" kommentarlos stehen. Und auch Kapitelüberschriften wie "Ein Hitler unter Affen" oder "Das Superschwein" lassen an der Seriosität des Buches zweifeln.

Weiterhin kann sich ein Mensch, der an politisch korrekte Formulierungen gewohnt ist, an der Ausdrucksweise in diesem Buch stören: Durchweg werden längst überholte Bezeichnungen wie "Geisteskranke" verwendet. Mag es nun an der Übersetzung oder am Alter des Buches liegen (deutsche Erstausgabe 1992) - Fakt ist, dass es sowohl sprachlich als auch inhaltlich überarbeitet werden müsste, bevor es von mir empfohlen werden könnte. Die an der Thematik Zoo interessierten Leser_innen würde ich stattdessen das aktuellere und weitaus besser recherchiertere Buch "... und hinter tausend Stäben keine Welt!" von Stefan Austermühle empfehlen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 1, 2013 2:21 PM MEST


'... und hinter tausend Stäben keine Welt.'. Die Wahrheit über Tierhaltung im Zoo
'... und hinter tausend Stäben keine Welt.'. Die Wahrheit über Tierhaltung im Zoo
von Stefan Austermühle
  Broschiert

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswertes Buch über die Gefangenschaftshaltung von Tieren in Zoos, 27. Februar 2011
"...und hinter tausend Stäben keine Welt! - Die Wahrheit über Tierhaltung im Zoo" von Stefan Austermühle ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Gefangenschaftshaltung von Tieren in Zoos. Der Autor, der selbst als Tier- und Artenschützer im Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. aktiv ist, leitet sein Buch mit einem historischen Überblick über den Umgang des Menschen mit Tieren sowie über die Urformen von Zoos ein.

Anschließend schildert er umfassend den Alltag im "Lebensraum Zoo": Dabei erfahren die Leser_innen insbesondere, welche Missstände es in europäischen und weltweiten Zoos gibt, welche Konstruktionsfehler beim Bau von Tiergehegen begangen werden, welche psychischen Störungen die Tiere durch eine Gefangenschaftshaltung im Zoo entwickeln, wieso auch Verhaltensbereicherungen keine Lösung darstellen, durch welche tierschutzwidrigen Praktiken Zoos an Tiernachschub gelangen, und schließlich wie mit "überflüssigen" Tieren umgegangen wird.

Zum Abschluss des Buches bespricht Austermühle eingehend, warum der oft gepriesene Artenschutz durch Zoos grundsätzlich absurd ist, und wieso Forschung und Bildung im Zoo generell als sinnlos angesehen werden können.

Meiner Meinung nach stellt Austermühles "...und hinter tausend Stäben keine Welt!" eine unermessliche Bereicherung für Personen dar, die sich ausgiebig über die Themen Zoo und Gefangenschaftshaltung von Tieren informieren wollen.
Der Autor verfügt durch seine Arbeit als Projektleiter im Arbeitsbereich Zootierhaltung beim Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. über ein beträchtliches Wissen, welches er umfassend an die Leser_innen weitergibt. Trotz dieser ausführlichen Daten und Tatsachenschilderungen schafft es das Buch, stets lesbar, verständlich und kurzweilig zu bleiben. In Verbindung mit den vielen Schwarz-Weiß-Fotos werden Austermühles eindringliche Schilderungen über die Missstände der Zootier-Gefangenschaftshaltung auch lange nach dem Lesen nicht vergessen werden.

Allerdings halte ich dieses Buch aufgrund seiner Ausführlichkeit weniger ideal für solche Menschen, die sich "nur" einen schnellen Überblick über Zootierhaltung verschaffen wollen. Für diesen Zweck würden sich Zusammenfassungen der wichtigsten Informationen nach jedem Kapitel eignen, so wie es Dr. Gill Langley in ihrem Werk "Vegane Ernährung" praktiziert hat.

Zudem erschienen mir die letzten Seiten des Buches, in denen Austermühle den Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. lobpreist und bei allen anderen Vereinen und Organisationen Fehler aufzeichnet, als entbehrlich. Darüber hinaus kann seine subjektive Einschätzung der "radikalen Tierschutzszene" nur als oberflächlich und ungenau bezeichnet werden, was einen deutlichen Kontrast zu der sonstigen wissenschaftlichen Präzision des Buches darstellt. Leider hat es Austermühle mit diesen letzten Seiten geschafft, einen leichten Schatten über den Rest seines hervorragenden Buches zu werfen.

Dennoch ist "...und hinter tausend Stäben keine Welt!" meiner Ansicht nach für alle am Thema interessierten Menschen bestens geeignet - insbesondere für Aktivist_innen, die Argumente gegen Zoobefürworter ansammeln und vertiefen wollen. Ich würde dieses Werk jederzeit weiterempfehlen - jedoch mit dem Hinweis auf die Subjektivität der letzten Buchseiten.


Warum wir nicht warten können
Warum wir nicht warten können
von Martin Luther King
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschendes Werk eines großartigen Bürgerrechtlers, 27. Februar 2011
Martin Luther King beschreibt in seinem Buch "Warum wir nicht warten können" das Engagement der Bürgerrechtsbewegung zur Abschaffung der Rassentrennung in Birmingham, Alabama in den Jahren 1963 bis 1964. Birmingham war damals weitläufig bekannt durch die offen zur Schau gestellte, rassistisch motivierte Gewalt der weißen Bevölkerung gegenüber ihren afroamerikanischen Mitbürgern. Zur Unterstützung der ortsansässigen Bürgerrechtler kam Martin Luther King mit seiner Gefolgschaft in die Stadt, um mithilfe seines erfolgreich erprobten Weges des gewaltlosen Widerstandes gegen diese eklatanten Missstände vorzugehen.

In seinem Buch schildert der spätere Friedensnobelpreisträger seinen steinernen Weg zum Erfolg in Birmingham. Dabei erwähnt King nicht nur verdienstreiche Erfolge - wie seinen legendären "Marsch nach Washington", bei dem er als Höhepunkt der Kundgebung seine weltberühmte Rede "I have a dream" vor 250.000 Menschen hielt - sondern veranschaulicht auch die Misserfolge, Probleme und Nöte der Bewegung. Dazu zählte insbesondere auch die massive Gewalt von Seiten der Birminghamer Polizei unter der Führung des "Bull" Connor, der für sein erbarmungsloses Vorgehen gehen friedliche Demonstranten und sogar Kinder weltweit für Aufregung sorgte.

Meiner Meinung nach fehlt "Warum wir nicht warten können" jegliche Brillanz, die man von dem sonst so eloquenten King gewohnt ist. Dieses Buch liest sich eher wie ein nüchternes Sachbuch, welches Ereignisse lediglich trocken aneinanderreiht, anstatt wie ein anschaulicher, autobiographischer Bericht. Von der mitreißender Redegewandtheit des berühmten Bürgerrechtlers ist in dieser Lektüre leider nichts zu spüren. Wer Kings großartiges Buch "Freiheit. Von der Praxis des Gewaltfreien Widerstandes" gelesen hat, wird von "Warum wir nicht warten können" nur enttäuscht sein.

Der einzige Abschnitt, in dem Kings hervorragende Rhetorik zum Ausdruck kommt, ist der berühmte Brief, welchen er aus dem Birminghamer Gefängnis an weiße Geistliche aus der Stadt schreibt. Jedoch ist dieser auch im Werk "Freiheit" abgedruckt, sodass es für mich keinen Grund gibt, "Warum wir nicht warten können" weiterzuempfehlen. Wer etwas über die bedeutungsvollen Vorkommnisse in Birmingham und den berühmten Marsch nach Washington in Erfahrung bringen will, sollte lieber eine der unzähligen Biographien über Martin Luther King zur Hand nehmen, anstatt sich mühsam durch die 150 Seiten von "Warum wir nicht warten können" zu kämpfen.


Vegan. Über Ethik in der Ernährung und die Notwendigkeit eines Wandels
Vegan. Über Ethik in der Ernährung und die Notwendigkeit eines Wandels
von Kath Clements
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,50

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das neue "Standardwerk" des Veganismus - Überaus empfehlenswert!!!, 27. Februar 2011
In ihrem Buch "Vegan - Über die Ethik in der Ernährung & die Notwendigkeit eines Wandels" hat die Ernährungsberaterin Kath Clements vielfältige Gründe zusammengetragen, wieso eine vegane Ernährung die beste Wahl ist: Dabei geht sie neben nahe liegenden Gründen - wie die unermessliche Tierausbeutung oder eine Verbesserung der Gesundheit - auch auf Bereiche ein, die thematisch unkundige Menschen auf den ersten Blick nicht sofort mit Veganismus in Verbindung gebracht hätten - beispielsweise die Ausbeutung von Mensch und Umwelt, ebenso wie die ungleiche Ernährungssituation in der Welt.

Zudem werden in diesem Buch alle wichtigen Aspekte zum Thema Ernährung ausführlich besprochen: So erfahren die Leser_innen unter anderem, worauf vegane Menschen achten sollten, um welche Aspekte sie sich dagegen keine Gedanken machen müssen, welche Nährstoffe man in welchen Nahrungsmitteln findet, und auch wie man Babys und Kleinkinder problemlos vegan ernähren kann. Um die Umstellung auf eine vegane Lebensweise für den Anfang zu erleichtern, finden sich am Ende des Buches Rezepte und Kochhinweise, mit denen sich ein Speiseplan zwei Wochen lang füllen lässt.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Muss für alle angehenden oder bereits überzeugten Veganer_innen!!! Selbst Tierrechtler_innen, die sich schon intensiv mit Veganismus und dessen Vorteile beschäftigt haben, werden aus diesem gut recherchierten Buch sicher noch den einen oder anderen Fakt entnehmen können - und sei es nur als Argumentationshilfe für Diskussionen mit omnivor lebenden Menschen. Dabei bleibt die Autorin, die sich selbst als "Veganerin der ersten Stunde" bezeichnet, in ihrem Ton stets sachlich und neutral. Kath Clements gelingt es hervorragend, die Leser_innen über alle wichtigen Fakten zu informieren, die sie über Veganismus kennen sollten, ohne sie jedoch mit Informationen zu "erschlagen".

Aus diesem Grund kann ich dieses neue Standardwerk des Veganismus bedingungslos weiterempfehlen!


Martin Luther King - Malcolm X
Martin Luther King - Malcolm X
von Britta Waldschmidt-Nelson
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch mit hohem Lehrwert, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Martin Luther King - Malcolm X (Taschenbuch)
Britta Waldschmidt-Nelson vergleicht in ihrem Buch "Gegenspieler - Martin Luther King/ Malcolm X" die Lebenswege der beiden berühmten Afroamerikaner Martin Luther King und Malcolm X miteinander, die sich jeweils für die Gleichberechtigung der farbigen Mitbevölkerung in den USA stark machten, aber ansonsten nicht unterschiedlicher hätten sein können:

Während der spätere Friedensnobelpreisträger King ein Theologie-Studium aufnahm und anschließend selbst Prediger wurde, schlug Malcolm X einen kriminellen Weg ein und wurde dafür zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Gefängnis konvertierte Malcolm zum Islam, und war fortan für die radikalere Organisation "Nation of Islam" tätig. Während Martin Luther King sich nach Gandhis Vorbild dem Weg des gewaltlosen Widerstandes verschrieb, und diesen auch erfolgreich beim Bus-Boykott in Montgomery umsetzte, "predigte" Malcolm X, dass alle weißen Mitbürger "Teufel" seien, und setzte sich - auch unter Androhung von Gewalt - für einen eigenen Staat für die afroamerikanische Bevölkerung auf US-Gebiet ein.

Erst im späteren Leben näherten sich die beiden Befürworter der Gleichberechtigung in ihren Ansichten einander an: Malcolm X's Überzeugungen und Predigten wurden nach seinem Austritt aus der "Nation of Islam" gemäßigter, während sich Martin Luther King verstärkt auch für andere Belange (beispielsweise die Beendigung des Vietnamkrieges) einsetzte, und sich aufgrund dessen frühere Befürworter wie den US-amerikanischen Präsidenten zum Feind machte. Sowohl King als auch Malcolm X wurden während ihres 39. Lebensjahres Opfer eines Attentates; jedoch blieben sie auch nach ihrem gewaltsamen Tod das Vorbild vieler Menschen, die sich aktiv gegen Diskriminierungen aller Art einsetzen.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch sehr gut geeignet, um sich einen ersten Eindruck über Martin Luther King und Malcolm X zu verschaffen. Beide Persönlichkeiten werden ausführlich und differenziert dargestellt; vor allem werden auch kritische Aspekte über das Leben und Handeln von King aufgeführt, der in der sonstigen Presse meist ausnahmslos positiv beschrieben wird. Die Gegenüberstellung von Malcolm und King ist eine geschickte Wahl, da die Leser_innen an beiden Lebensgeschichten auf anschauliche Weise erkennen können, dass sich durch Gewaltlosigkeit und Liebe weitaus mehr bewegen lässt als durch Hass und Gewaltandrohungen.

Doch trotz dieser unumstößlichen Fakten gelingt es der Autorin im gesamten Buch, bei der Gegenüberstellung neutral zu bleiben, und selbst keine Partei für einen der beiden Freiheitskämpfer zu beziehen. Insbesondere das Vorwort über die Geschichte der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA bietet viele Informationen, die über das übliche Allgemeinwissen hinaus gehen, und liest sich - wie das gesamte Buch - kurzweilig und schnell von der Hand.

Aus all diesen Gründen kann ich dieses Buch uneingeschränkt weiter empfehlen.


Martin Luther King! Freiheit!. Mit einem historischen Überblick: Amerika und seine schwarzen Bürger.
Martin Luther King! Freiheit!. Mit einem historischen Überblick: Amerika und seine schwarzen Bürger.

5.0 von 5 Sternen Großartiges Werk eines großartigen Bürgerrechtlers, 27. Februar 2011
In seinem autobiographischen Buch "Freiheit" schildert Martin Luther King ausführlich die Ereignisse des Bus-Boykott von 1955 bis 1956 in Montgomery, die ihn als Aktivist der Bürgerrechtsbewegung weltweit berühmt werden ließen.

Sein chronologisch aufgebautes Werk beginnt mit den Gründen, wieso er sich als junger Geistlicher ausgerechnet für die Gemeinde in Montgomery entscheidet, und beschreibt nachfolgend die rassistische Praxis der Rassentrennung, die zur damaligen Zeit das Leben der afroamerikanischen Bevölkerung bestimmte. Anschaulich können die Leser_innen im Buch mitverfolgen, wie diese unhaltbaren Zustände zu immer lauter werdenden Protesten führen, welche schließlich in einer gewaltfreien Protestbewegung unter Martin Luther Kings Führung mündeten. King schildert einprägsam die Höhen und Tiefen des Bus-Boykotts, welcher dank seiner befürworteten Gewaltfreiheit nach über einem Jahr mit Erfolg endete.

Meiner Meinung nach gibt es kein empfehlenswerteres Buch, um sich eingehender mit dem Montgomery-Bus-Boykott, Kings Auffassungen über gewaltlosen Widerstand sowie seinen Ansichten über Kapitalismus, Kommunismus und Pazifismus zu beschäftigen. Er schildert neben den Vorkommnissen in Montgomery detailliert, was er unter gewaltlosen Widerstand versteht, und welche Lektüre (Gandhi) ihn auf seinem erfolgreichen Weg der Gewaltlosigkeit am meisten beeinflusste.

Durch Kings einfachen, aber mitreißenden Schreibstil lässt sich dieses Buch recht schnell von der Hand lesen. Am Ende hatte ich das Gefühl, neben geschichtlich relevanten Fakten & Hintergründen auch viel über die Person Martin Luther King gelernt zu haben. Er geht nicht nur auf seine Erfolge ein, sondern beschreibt auch ausführlich seine Zweifel und den eher steinernen Pfad zum Erfolg, was ihn sympathisch und aufrichtig erscheinen lässt.

Nach der Lektüre erschleicht den Leser_innen vielleicht weniger das Gefühl, nur ein "Halbgott"-ähnlicher Mensch könne zu solchen Taten imstande sein - wie man so oft nach gekürzter oder verschönerter Lektüre glauben mag; stattdessen spendet sein Buch die Hoffnung, dass jeder Mensch - ob alt oder jung, arm oder reich, Akademiker oder einfacher Angestellter - mit dem Weg des gewaltlosen Widerstandes beeindruckende Erfolge erreichen kann.


Ein Herz für Schimpansen
Ein Herz für Schimpansen
von Jane Goodall
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Hinreißendes Werk, das nicht mehr aus dem Sinn geht, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Ein Herz für Schimpansen (Broschiert)
In ihrem Buch "Ein Herz für Schimpansen" schreibt die bekannte Verhaltensforscherin Jane Goodall über ihre Zeit im Gombe-Strom Nationalpark in Tansania, wo sie über 30 Jahre lang Schimpansen in ihrer natürlichen Umgebung beobachtete. Diese Verhaltensbeobachtungen führten zu den bahnbrechenden Erkenntnissen, dass Schimpansen Werkzeuge erfolgreich herstellen und benutzen können, dass sie nicht nur Pflanzen sondern auch Fleisch verzehren, dass sie mitunter gemeinschaftlich auf die Jagd nach anderen Affenarten gehen, und gelegentlich sogar ihre eigenen Artgenossen attackieren und verspeisen.

Weiterhin erhalten die Leser_innen durch dieses Werk viele aufschlussreiche Einsichten über das soziale Zusammenleben von Schimpansen-Gesellschaften (beispielsweise über enge Mutter-Kind-Bindungen, Sexualität, Kriege, Hierarchien, ...), und können auch exemplarische Lebenswege bedeutsamer Schimpansen-Familien über Jahrzehnte hinweg verfolgen. In den letzten beiden Kapiteln des Buches veranschaulicht Goodall zum einen das Leiden von Schimpansen, welche als Versuchstiere, Haustiere und Touristenattraktion ihr Dasein fristen, zum anderen geht die Autorin auch auf die grausame Ausbeutung von anderen nichtmenschlichen Lebewesen durch den Menschen ein.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch hervorragend geeignet, um mehr über das ausgesprochen interessante Leben von Schimpansen in ihrer natürlichen Umgebung zu erfahren. Goodall beschreibt mit ihrem anekdotischen Schreibstil die einzelnen Schimpansen so anschaulich, dass die Leser_innen am Ende des Buches das Gefühl haben, selbst in Gombe gewesen zu sein. Nie zuvor hätte ich es für möglich gehalten, dass eine einzelne Schimpansen-Gesellschaft so viel Stoff für erheiternde, aber auch dramatische Erzählungen liefern könnte. Und nie zuvor hätte ich gedacht, wie ähnlich wir Menschen diesen Lebewesen sind: Ohne das Wissen, welcher Spezies die Charaktere dieses Buches zugehören, hätten sie auch leicht für Menschen gehalten werden können, da die meisten für den Menschen relevanten Themen - wie zum Beispiel Zuneigung, Begierde, Machtstreben, Krieg, Mord, Trauer und Depression - sich auch in der Welt der Schimpansen wiederfinden lassen.

Dieses Buch kann ich bedingungslos allen weiterempfehlen, die einen Blick über den Tellerrand (Mensch) werfen möchten und an denjenigen Lebewesen interessiert sind, welche in ihrem genetischen Code zu 99% mit den Menschen übereinstimmen.


Die Entdeckung des tierischen Bewußtseins
Die Entdeckung des tierischen Bewußtseins
von Marian Stamp Dawkins
  Broschiert

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gutes Thema - schlechte Umsetzung, 27. Februar 2011
In ihrem Buch "Die Entdeckung des tierischen Bewusstsein" geht die Zoologin & Dozentin für Verhaltensbiologie an der Oxford-Universität Marian Stamp Dawkins der bedeutungsvollen Frage nach, ob Tiere über ein menschenähnliches Bewusstsein verfügen. Dabei führt sie zahlreiche aufschlussreiche Fallbeispiele aus dem Tierreich an, welche die Fragestellung nach dem tierischen Bewusstsein aus allen Perspektiven beleuchtet - beispielsweise erhalten die Leser_innen Kenntnis darüber, dass bestimmte Tiere (z.B. Ratten, Papageien) zum einfachen Zählen befähigt sind, und dass viele andere Tiere in ihrem Verhalten soziale Intelligenz an den Tag legen (z.B. können Schimpansen vorausschauend handeln, um ihren Futterrivalen zuvorzukommen; Fledermäuse teilen ihre Nahrung nur dann mit Artgenossen, wenn diese selbst schon einmal etwas Nahrung abgegeben haben; und Bienen können ihren Artgenossen durch eine Tanzsprache erklären, wo in der Umgebung Nahrung zu finden ist). Am Ende des Buches bleibt kein Zweifel übrig, dass (zumindest manche) Tiere durchaus über ein Bewusstsein verfügen und dieses vorteilig für ihr Überleben einsetzen.

Marian Stamp Dawkins hat sich - meiner Meinung nach - für ihr Buch eine äußerst interessante, aber auch mutige Fragestellung gewählt, da diese noch immer bei vielen Menschen - und insbesondere unter Wissenschaftler_innen - recht kontrovers betrachtet wird. Denn würden wir Tieren tatsächlich ein Bewusstsein zusprechen, müssten wir viel größere Gewissens-Verbiegungen machen, um unser unethisches Verhalten diesen fühlenden Lebewesen gegenüber zu rechtfertigen.

Doch so interessant diese Thematik auch ist, so schlecht ist leider ihre Aufbereitung durch die Autorin. Unaufhörlich wiederholt sie sich, obwohl ihre Kerngedanken schon beim ersten Aufführen verständlich waren, und die Leser_innen merken auf jeder Seite des Buches, dass es ihr deutlich schwer fällt, sich kurz zu halten. Dadurch wirkt ihr Schreibstil schwafelnd, langatmig und an vielen Stellen ermüdend, so dass ich mehrmals in Versuchung war, einfach zum nächsten Kapitel vorzublättern (insbesondere am Anfang des Buches).

Zudem finde ich es sehr bedauerlich, dass Dawkins massenhaft Labor-Tierversuche als Beispiele aufführt, obwohl auch aufschlussreiche Studien und Fallbeispiele existieren, bei denen das Verhalten der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet wird. Und gerade da Dawkins am Ende ihre Buches zu der Schlussfolgerung gelangt, dass (zumindest gewisse) Tiere über ein Bewusstsein verfügen, finde ich es umso beklagenswerter, dass sie die vielen Tierversuche bezüglich ihrer Ethik völlig unkommentiert lässt, und sogar zu weiteren Laborversuchen aufruft, um die Frage nach dem Bewusstsein zukünftig noch besser klären zu können.

Trotz der überaus interessanten Thematik kann ich dieses Buch aufgrund des langatmigen Schreibstiles und der unreflektierten Betrachtungsweise nur bedingt weiterempfehlen.


Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere
Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere
von Peter Singer
  Broschiert

5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klassiker - jedoch veraltet, 27. Februar 2011
In seinem Buch "Animal Liberation. Die Befreiung der Tiere" befasst sich der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer aus theoretischer und praktischer Sicht mit der umfangreichen Thematik Speziesismus: die Ungleichbehandlung von Lebewesen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies.
Dabei betrachtet er diese Ungleichbehandlung zuerst von einem theoretischen und ethischen Blickwinkel - er stellt sie beispielsweise auf eine Ebene mit Rassismus und Sexismus - bevor er sich der praktischen Auslebung des heutigen Speziesismus widmet: der allgegenwärtigen Ausbeutung von Tieren zu Forschungs- und Ernährungszwecken.

Anschließend stellt er die vegane/ vegetarische Lebensweise als einzige konsequente Möglichkeit vor, um dem Speziesismus im Alltag Widerstand zu leisten. Am Ende seines Werkes bietet Singer dem Leser einen ausführlichen Überblick über die Geschichte des Speziesismus und die Vorherrschaft der Menschen über andere Lebewesen: angefangen vom vorchristlichen Denken aus dem Alten Testament, über die menschen- & tierverachtende Vergnügungspraxis im römischen Reich, bis hin zu bekannten Philosophen der Aufklärung sowie dem "modernen" Speziesismus der heutigen Zeit.

Meiner Meinung nach bietet Singers Werk - welches oft als "Bibel" der Tierbefreiungsbewegung bezeichnet wird - einen umfassenden Einblick in die Geschichte und Gegenwart des weit verbreiteten Speziesismus. Obwohl das Buch schon vor einigen Jahrzehnten geschrieben wurde, hat es noch immer nicht an Aktualität verloren, da die in ihm beschriebene Praxis der Tierausbeutung leider noch immer zur Anwendung kommt.

Doch obwohl Singer das Leiden der Tiere in Versuchslaboren und der "modernen" Massentierhaltungsindustrie detailliert und eindringlich schildert, beweist er doch völlige Inkonsequenz, wenn er in seinem Buch zum Vegetarismus (anstatt zum Veganismus) aufruft, und dabei übersieht, dass eine vegetarische Lebensweise ebenfalls zum millionenfachen Leiden und der Ermordung von sogenannten "Nutztieren" beträgt. Obwohl eine vegane Lebensweise überaus gesund, umweltbewusst und in der heutigen Zeit einfach umsetzbar ist, wird Veganismus von Singer als zu umständlich und schwierig beschrieben.

Jedoch verliert ein Tierrechtler in meinen Augen jede Glaubwürdigkeit, wenn er postuliert, dass es "alles in allem keine Einwände gegen die Freilandhaltung von Hühnern zur Eierproduktion gibt" und eine Person sich nicht "verpflichtet fühlen muss, alle Lebensmittel, die Milcherzeugnisse enthalten, um jeden Preis zu vermeiden". Aus diesem Grund kann ich "Animal Liberation" nur äußerst bedingt weiterempfehlen. Wer einen ebenso informativen und sogar aktuelleren Einblick in menschenverursachtes Tierleid und Alternativen dagegen erhalten will, sollte sich lieber Kath Clements gut recherchiertes Buch "Vegan. - Über Ethik in der Ernährung & die Notwendigkeit eines Wandels" zur Hand nehmen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 1, 2013 8:21 AM MEST


Alles bio oder was?: Der schöne Traum vom natürlichen Essen
Alles bio oder was?: Der schöne Traum vom natürlichen Essen
von Hans U Grimm
  Taschenbuch

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Katzen würden Bio kaufen?, 27. Februar 2011
In seinem Buch "Alles Bio oder was? Der schöne Traum vom natürlichen Essen" nimmt der ehemalige Spiegel-Korrespondent Dr. Hans-Ulrich Grimm die florierende Bio-Branche unter die Lupe. Er beschreibt einerseits den Anbau sowie die Vorzüge von Bio-Kost bei Mensch, Umwelt & Tier ("Katzen würden Bio kaufen"), geht andererseits aber auch intensiv auf die Schattenseite des Bio-Booms ein: So erhält der Leser beispielsweise interessante Einblicke in lukrative Geschäfte durch Ettikettenschwindel, Streitigkeiten innerhalb der Bio-Szene, Abkehr von der Bio-Philosophie durch immer größer werdende Produktionseinheiten ("Big Business"), Nachteile von industrialisierter "Fast-Food-Bio-Nahrung" sowie Bio-Bluff in Bäckereien. Die Fakten werden oft in interessante Begebenheiten verpackt und so dem breiten Publikum leicht bekömmlich präsentiert (z.B. "Wie Rentner Haberditzl vergeblich nach glücklichen Küken suchte" oder "Weshalb Bäcker auf ihr eigenes Brot manchmal allergisch reagieren").

Meiner Meinung ist "Alles Bio oder was?" sehr gut geeignet, um sich erste Eindrücke über die Vor- und Nachteile der Bio-Branche zu verschaffen. Das Werk liest sich aufgrund des flotten Schreibstiles des Autors schnell und kurzweilig von der Hand, und auch die Quantität der dargestellten Informationen ist so gewählt, dass sie die Leser_innen nicht überfordert.

Jedoch treibt es der Autor mit seiner locker-flockigen Erzählweise in meinen Augen an manchen Stellen zu weit - insbesondere wenn er Tiere wiederholt als "Viecher" bezeichnet. Zudem übernimmt Dr. Grimm manche Äußerungen unkommentiert, bei denen eine kurze Reflektion von Seiten des Autors wünschenswert wäre (beispielsweise lässt er gleich auf der ersten Seite eine Tierversuchslaborantin zu Wort kommen, die sich darüber auslässt, wie toll das Leben einer Laborratte doch sei).

Die Leser_innen erfahren in diesem Buch vieles über die Massentierhaltung in der Bio-Branche und lernen, dass es selbst dort keine glücklichen Küken oder Kühe gibt. Doch leider zieht der Autor daraus nicht den einzig möglichen Schluss (sich für eine vegane Lebensweise zu entscheiden), sondern lässt auch an dieser Stelle die gesamten Informationen unkommentiert auf die Leser_innen einwirken, die sich im Anschluss sicherlich fragen, was sie denn noch für die Beendigung des Tierleides machen können, wenn schon Bio nicht die erwünschten Ergebnisse erzielt.

Doch trotz dieser Kritikpunkte hat mir das Buch an einigen Stellen die Augen geöffnet, sodass auch ich meinen eigenen (eigentlich schon durchdachten) Nahrungsmittel-Konsum noch stärker reflektieren werde. Daher kann ich "Alles Bio oder was?" jeder Person empfehlen, die gerne weiß, worin sie beißt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2012 11:26 AM MEST


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