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Rezensionen verfasst von
Arne Klahn (Kiel)
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Der Code des Lebens: Ein Kiel-Krimi
Der Code des Lebens: Ein Kiel-Krimi
von Rüdiger Fröhlich
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nein, nein, nein!, 26. April 2006
Als Kieler ist man ja nicht gerade verwöhnt, wenn es darum geht, seine Stadt in der Literatur oder gar im Film verewigt zu sehen. Okay, seit ein paar Jahren gibt es wieder einen Tatort aus Kiel; erwähnenswert ist auch Feridun Zaimoglus Roman "Abschaum", der unter dem Titel "Kanak Attack" verfilmt wurde. Viel mehr gibt es aber nicht.

Umso erfreulicher erschien der Umstand, einen Krimi in Händen zu halten, der in Kiel spielt:

Eine junge Kommissarin ermittelt unter der Anleitung ihres Vorgesetzten in einem Mordfall, der, ungewöhnlich genug, ein deutschlandweites Echo in den Medien hervorruft. Im näheren Umfeld der Getöteten finden sich die übliche Anzahl Verdächtiger, die das Mitraten ermöglichen sollen. Ein Einbruch in die Wohnung der Ermordeten stiftet weitere Verwirrung...

Leider kann man das Geschehen darauf reduzieren. Ein Mord geschieht, Verdächtige werden verhört, der Einbruch in die Wohnung geschieht, weitere Verhöre werden geführt... Das alles wird gestreckt mit - und das muss ich als Kieler leider zugeben - unnötigen Beschreibungen der Stadt. Permanent wird man darüber auf dem Laufenden gehalten, wo sich die Kommissarin gerade befindet, welche Straße sie entlang fährt; Geschäfte, Plätze usw. werden ausführlichst geschildert. Leider bleibt dadurch die Geschichte auf der Strecke bzw. kommt gar nicht zur Entfaltung. Sogar die Schilderung eines fiktiven Pokal-Spiels zwischen Holstein Kiel und dem FSV Mainz 05 scheint dem Autor wichtiger zu sein als die Entwicklung der Handlung. Gerade, als man sich als Leser fragt, ob man sich nicht einen Stadtführer zur Hand nehmen sollte, taucht urplötzlich die Nachbarin der Ermordeten auf, die sich mit einem Mal an einen wichtigen Punkt erinnert, der dann doch noch die Ermittlung zu einem Ende führt.

Nichts gegen Lokalpatriotismus, aber ob es in einer solch aufdringlichen Form geschehen muss, ist mehr als fraglich. Den einen Stern gebe ich dafür, dass der "Roman" nur 123 Seiten lang ist. Und abschließend sei die Frage erlaubt, welcher Norddeutsche eigentlich Weizen trinkt...?

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