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Beiträge von Dirk Engel
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Rezensionen verfasst von
Dirk Engel (Frankfurt)

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All Customers are Irrational: Understanding What They Think, What They Feel, and What Keeps Them Coming Back
All Customers are Irrational: Understanding What They Think, What They Feel, and What Keeps Them Coming Back
von Cusick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,75

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verloren in der Warteschleife, 11. November 2010
In Wirtschaftswissenschaften und Psychologie gibt es eine Forschungsrichtung, die mehr und mehr die Aufmerksamkeit der Marketing-Leute bekommt und Eingang in eine steigende Anzahl von Fachbüchern und Management-Ratgebern findet: Es geht um die Erforschung von mehr oder minder unbewussten Entscheidungsprozessen. Und es zeigt sich, dass der Mensch oft seine Urteile und sein Handeln gar nicht richtig überlegt oder überhaupt weiß, warum er etwas getan hat. Diese Erkenntnisse werden gerne als etwas Revolutionäres dargestellt. Tatsächlich sind sie aber durchaus im Einklang mit der sozialpsychologischen Forschung der letzten 50 Jahre.

Ungewohnt und überraschend wirken die Ergebnisse aber auf zwei Gruppen von Menschen: Erstens Wirtschaftswissenschaftler, den sie haben viel zu lange alleine auf dem Modell des Homo Oeconomicus" vertraut, des rational vorgehenden Nutzenmaximierers, von dem die Psychologie schon lange Abschied genommen hat. Oft wird in den einschlägigen Büchern dann das Wort Irrational" in den Titel genommen, um auf den Kontrast zum klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Denken hinzuweisen. Die zweite Gruppe sind wir alle: Denn wir alle vertrauen immer noch der Illusion, dass wir selbst und nur wir ganz alleine Herr unserer Handlungen sind.

Dabei zeigt uns nicht nur die Psychologie, sondern auch unsere Alltagserfahrung, dass das in vielen Situationen nicht der Fall zu sein scheint. Irrational sind immer nur die anderen, ich selbst aber nie. Die Bedeutung der psychologischen Forschung über unbewusste Urteile und Entscheidungen für das Marketing ist aber offensichtlich: Je mehr ein Unternehmen über die wirklichen Beweggründe seiner Kunden herausfindet, desto mehr kann es versuchen sie für die eigenen kommerziellen Zwecke zu nutzen. Das ist auch das Versprechen des Buches All Customer Are Irrational" des Unternehmensberaters William J. Cusick, das bisher noch nicht auf Deutsch erschienen ist.

Sein Focus liegt auf dem Kundenerlebnis - also wie erfährt ein Konsumenten die Interaktion mit einem Unternehmen, was begeistert ihn daran und was frustriert ihn. Das ist ein wichtiges Feld, zumal viele andere Bücher sich meist recht abstrakt auf das Konstrukt Marke" konzentrieren und dabei vergessen, dass Verbraucher in vielfältiger sehr konkreter Weise mit Unternehmen interagieren. Dabei sei es egal, ob man direkt in ein Geschäft geht, eine Website besucht oder mit einem Call-Center telefoniert - alles das liefert Kundenerlebnisse. Und die Art und Weise, wie diese vonstatten gehen, entscheidet darüber, ob man auch beim nächsten Mal wiederkommt.

Cusick erläutert dann recht einleuchtend, warum Kundenzufriedenheitsmessungen oft nicht wirklich dabei helfen, Probleme beim Customer Experience" zu erfassen. Denn wer schon vom Service frustriert ist, wer schon viel zu lange in der Warteschleife des Call-Centers gefangen war, der hat meist keine Lust mehr, Fragen zur Zufriedenheit zu beantworten. Warum sollte ich einem Unternehmen helfen, dass mein Vertrauen bereits verloren hat? Außerdem gibt es die eher unbewussten - oder auch irrationalen - Aspekte, die ein Konsument sowieso nicht mitteilen kann. Hier kommt dann die psychologische Forschung ins Spiel. Der Autor steuert dazu allerdings keine Primärforschung bei, sondern zitiert gelegentlich aus den Büchern der führenden Forscher: Ap Dijksterhuis, Gerd Gigerenzer, Richard Thaler.

Viel öfter untermauert er aber seine Thesen mit anekdotischen Berichten darüber, wie er sich über Verkäufer, Kundenberater oder Websites geärgert hat. In den letzten Kapiteln zeigt Cusick auf, wie man das Kundenerlebnis optimieren kann - in dem man psychologische Erkenntnisse bei der Gestaltung der Website oder der Schulung der Mitarbeiter einsetzt. Hier bleibt er allerdings etwas allgemein - ein strukturierter How-To-Do-Ratgeber mit Checklisten und Action-Points ist sein Buch nicht.

Auch die psychologischen Forschungsergebnisse kann jeder Leser an anderer Stelle besser aufbereitet finden (etwa in den Büchern der oben erwähnten Autoren, die an dieser Stelle bereits positiv rezensiert wurden). Doch einmal über das Thema Customer Experience" gründlich nachzudenken - inklusive der irrationalen Aspekte - das ist für jeden Marketing-Verantwortlichen vernünftig. Dafür liefert All Customers Are Irrational" durchaus passende Anregungen.


Medien machen Marken: Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums
Medien machen Marken: Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums
von Martin Andree
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Warum so viele Marken vom Himmel fallen, 7. November 2010
Das folgende Buch hat ein Problem - seinen Titel. Um ehrlich zu sein: Der Titel ist eigentlich ganz gut. Medien machen Marken" hört sich interessant an, besonders für Mediaplaner und Werbevermarkter. Der Eindruck wird noch verstärkt, wenn man die Vita des Autors auf den Klappentext liest - Martin Andree ist in führender Position im internationalen Marketing von Henkel tätig. Nun dämpft der Untertitel aber schon die Erwartungen: Eine Medientheorie des Marketings und des Konsums" - das hört sich schon nach schwerer Kost an.

Tatsächlich passt aber auch dieser Untertitel nicht wirklich zu dem Buch. Es stellt eben keine einheitliche Theorie dar, sondern der Autor (der in seinem Leben vor Henkel akademischer Medienwissenschaftler war) benutzt eine ganze Reihe unterschiedlicher Modelle und Theorieansätze, um sich dem Phänomen Marke zu nähern. Um Missverständnissen vorzubeugen: Den Begriff Medium verwendet Andree in einem anderen Sinne als es Media- und Marketing-Leute tun: Es geht nicht um Fernsehen, Radio oder Print. Wenn Soziologen, Philosophen, Semiotiker oder Kulturwissenschaftler von Medien sprechen, dann meinen damit sie meist Dinge oder Institutionen, die Sinn und Bedeutung transportieren oder stiften. Dazu gehöre auch Mythen, Literatur, Sprache, Rituale, Geld, religiöse Bräuche und vieles mehr. In diesem Sinne sind Marken selbst Medien - deshalb ist der Titel Medien machen Marken" irreführend, denn es geht eigentlich um die medialen Eigenschaften der Marken.

Das Spektrum dieser Eigenschaften ist durchaus vielfältig, dementsprechend behandelt das Buch in einzelnen Kapiteln verschiede spannende Themen. Es geht etwa um den Bedeutungsgehalt von Markennamen, den Schöpfungsmythos von Marken, Kulte, die geschichtliche Entwicklung des Massenkonsums und welche Auswirkungen Digitalisierung und Social Media auf die Marketing-Kultur" haben. Übrigens definiert der Autor Marken und Marketing sehr weitläufig: Es sind nicht nur rein kommerzielle Waren, sondern auch Kulturprodukte, Ideen, Prominente und Politiker, die als Marken bzw. Medien analysiert werden. Das ist natürlich theoretisch sehr anspruchsvoll und kann auf akademische Fachsprache nicht verzichten, weshalb es auch für gutwillige Leser ohne fachwissenschaftlichen Background nicht leicht nachvollziehbar ist.

Aber der eine oder andere interessante Gedanke findet sich in den Ausführungen von Martin Andree: Etwa seine Reflexionen über die Authentizität" - Waren sind immer irgendwie gemacht, was ist dann eine authentische, d.h. ursprüngliche Ware? Eine die vom Himmel fällt, ohne das ein Mensch an sie Hand angelegt hat? Das ist gar nicht so abwegig: Denn wie in religiösen Mythen versuchen viele Marken eine nicht gemachte" Entstehung vorzugaukeln. Da wird in der Unternehmensgeschichte stolz berichtet, dass etwa dass ein neuer Herstellungsprozess für Seife zufällig gefunden wurde oder der Firmengründer sein Geschäft auf eine plötzliche göttliche Eingebung oder ein vererbtes Geheimrezept aufgebaut hat.

Erhellend sind auch die Überlegungen zum Long Tail" - also dem Modell, dass Nischenprodukte im digitalen Zeitalter eine wachsende Marktbedeutung bekommen. Hier liefert Andree sogar empirische Daten um zu zeigen, dass tatsächlich die Dominanz von Blockbustern und Topsellern eher steigt, wenn die Schwarm-Intelligenz" der Social Media als Filter fungiert. Nicht immer sind die Ausführungen vollkommen schlüssig (bei Marken-Kult und Kult-Marken werden meiner Ansicht nach verschiedene Phänomene durcheinander gewürfelt), doch die Bandbreite an Themen und theoretischen Modellen regt zum Nachdenken an. Kein Buch für die Praxis, aber eins für Leute, die einmal unter die Oberfläche schauen wollen und keine Angst vor Fremdwörtern haben.


Der Google-Effekt: Strukturiert denken im digitalen Zeitalter
Der Google-Effekt: Strukturiert denken im digitalen Zeitalter
von Douglas C. Merrill
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das ganze Leben ist eine Suche, 7. November 2010
Es gibt kaum ein anderes Unternehmen, das im Augenblick so stark im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht wie Google. Es wird geliebt, geachtet, gefürchtet, gehasst. Die einen bewundern den ökonomischen Erfolg und schwärmen von einer einzigartigen Unternehmenskultur, die anderen sind erschreckt über die Macht, die Google hat und weiter ausbauen will. Die Medien beäugen den Konkurrenten überkritisch - was sich in der absurden Diskussion um Google Street View in Deutschland zeigt.

Doch etwas unbehaglich wird einem schon, wenn man nachdenkt über Googles marktbeherrschende Stellung im Internet und den fast schon totalitären Anspruch seiner Manager, die mit ihren Services und Produkten das Unternehmen als ständigen Begleiter in allen übrigen Lebensbereichen etablieren wollen. Ein Beispiel für diese Google-Philosophie ist das Buch Der Google-Effekt", geschrieben vom früheren Chief Information Officer" von Google, Douglas Merrill. Er hat ein Buch vorgelegt, das sich so gar nicht einordnen lässt: Es ist eine Mischung aus persönlicher Lebensgeschichte, Ratgeber-Buch, populärwissenschaftlichem Sachbuch, Essay über die moderne Informationsgesellschaft und Werbebroschüre für die vielen Service-Angebote des Such-Riesen.

Das Buch will dem Leser Hilfestellungen geben, wie sie ihr Leben und ihre Arbeit besser organisieren und mit der Flut von Entscheidungen und Informationen umgehen können. Deshalb beschreibt er zu Beginn, wie sich die auf uns einströmende Informationsmenge vergrößert hat und wie unser Gehirn Mühe hat, sie zu verarbeiten. Diese Ausführungen werden mit persönlichen Anekdoten und prägnanten Headlines (z.B. Multitasking funktioniert nicht") gewürzt.

Dann gibt der Autor Tipps zum besseren Organisieren, ähnlich denen, die in der einschlägigen Ratgeber-Literatur zu Selbst- und Zeitmanagement zu finden sind - wobei er hier durchaus wieder eine persönliche Note und eigene Ansichten einbringt. Doch dann kommt ein langer Teil, der konkret erklärt, wie Internet-Tools einem durch den Alltag helfen. Nicht sehr überraschend ist dabei seine Einschätzung, dass Google Mail - der kostenlose Email-Dienst von Google - das universale Schweizermesser für alle Lebenslagen sei. Keine Ordner (weder virtuell auf dem PC, noch im Aktenschrank), kaum Papier, keine eigene Software: Alle wichtigen Informationen sollen wir als Email an uns selbst schicken, mit Labels versehen und dann einfach mit der Suchfunktion wieer aufrufen, wenn wir sie brauchen. Was immer noch auf Papier steht, wird eingescannt und ebenfalls in das Mega-Archiv von Google-Mail einverleibt. Halbherzig erwähnt Merrill dabei auch andere Anbieter und Programme, doch über seine Vorbehalte gegen Outlook und Co. macht er keinen Hehl.

Irgendwie bekommt der Leser dabei ein komisches Gefühl. Zum einen sind einige Ideen sicherlich hilfreich und lohnen, ausprobiert zu werden. Zum anderen ist der Gedanke, dass mein gesamter Alltag, mein Archiv und mein Kalender auf den Servern von Google zentralisiert werden soll, doch etwas unbehaglich. Aber er ist nur ein konsequentes Weiterdenken dessen, was wir bei unseren Internet-Besuchen schon längst verinnerlicht haben. Das Prinzip des Googelns" ist in unserem Online-Leben schon fest etabliert: Anstatt etwas zu archivieren oder zu ordnen, vertrauen wir lieber darauf, dass alles bei einer Ad-hoc-Suche mit der gängigsten Suchmaschine der Welt wieder aus dem Nirwana des Netzes auftaucht.

Der alte Spruch Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum suchen" hat sich zur zentralen Maxime unseres persönlichen Wissensmanagements gemausert. Merrill weitet dieses Prinzip auch auf das persönliche, reale" Leben aus. Und tatsächlich, flexible Labels sind vielleicht doch besser als starre Ordner, die man nicht wieder findet, wenn man sie in der falschen Kiste ablegt. Und alles an einem Platz zu speichern, zu dem man von überall her Zugriff hat, ist in einer mobilen Gesellschaft sicherlich praktischer als wenn man ohne seine Schreibtischschublade völlig aufgeschmissen ist. Nur daraus ein 320 Seiten dickes Buch zu basteln, ist ein bisschen übertrieben und ermüdet den Leser. Die durchaus vorhandenen wertvollen Tipps muss man sich aus dem Wälzer erst heraussuchen - wie schön wäre da eine Suchfunktion...


Kreativität aushalten: Psychologie für Designer
Kreativität aushalten: Psychologie für Designer
von Frank Berzbach
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,80

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Psycho-Pflaster für Berufsalltag, 7. November 2010
Psychologie für Designer" - bei einem solchen Buchtitel denkt man ein typisches großformatiges Lehrbuch zur visuellen Wahrnehmung und erwartet sogleich die altbekannten Bilder - Beispiele für die Gesetze der Gestaltpsychologie, Illustrationen zur Sinnesphysiologie, optische Illusionen. Doch das Buch, das diesen Untertitel trägt, liefert nichts von dem. In der Aufmachung wirkt es eher wie ein Notizbuch und enthält nur wenige Grafiken. Der wichtige Hinweis ist dabei der eigentliche Name des Buches: Kreativität aushalten".

Denn dem Autor Frank Berzbach geht es um ein ganz anderes Thema als die visuelle Gestaltung: Wie kann die Psychologie helfen, die Arbeit von Designern effektiver, erfolgreicher und stressfreier zu gestalten? Welche psychischen Probleme hängen mit dem Arbeiten in Agenturen oder dem Dasein als Freelancer zusammen? Wie geht man mit dem Druck um, täglich aufs Neue kreativ zu sein? Also Themen, die nicht nur für Designer wichtig sind, sondern auch für viele andere Berufe in der modernen Informationsgesellschaft. Aber der Markt der Job-Ratgeberbücher aus der Psycho-Ecke ist ausufernd - für jedes Thema und jede Preisklasse gibt es unzählige Titel.

Was unterscheidet Berzbachs Buch nun von all den anderen How to..."-Anleitungen und Selbsthilfe-Traktaten? Nun, zum einen fokussiert er sich auf eine bestimmte Zielgruppe: Art-Directors, Designer, Studierende an Kunsthochschulen, kreative Freiberufler. Ihre Probleme bei Teamarbeit, Termindruck und Selbstmotivation kennt der Autor, auch ihre ineffektiven Marotten, die von den Betroffenen oft zu einem schillernden Lifestyle stilisiert werden. Für diese Probleme bietet er Lösungen aus der Psychologie an - die unterscheiden sich nicht von denen der anderen Ratgeber-Bücher zu Teamarbeit, Kommunikation, Motivation, Zeitmanagement, Kreativitätstechniken, Burnout-Profilaxe, Selbstorganisation, Konflikt- oder Stressbewältigung.

Das schmälert natürlich nicht den Wert der Ratschläge, man muss das Rad ja nicht jedes Mal neu erfinden. Die Darstellung ist jedoch ganz anders als in den meisten Psycho-Ratgebern: Keine Cartoons, kaum Diagramme, keine Checklisten oder Zusammenfassungs-Kästen mit Stichworten. Stattdessen ist alles in Fließtext in einem etwas spröden, aber sehr intelligenten Ton geschrieben. Das macht das Blättern und Suchen schwierig, erleichtert aber die konzentrierte Lektüre - was ganz im Sinne des Autors ist, der dem Thema Konzentration viele Seiten einräumt.

Das spartanische Layout unterstreicht diese Zielsetzung, allerdings mit einer Ausnahme: Auf fast jeder Seite werden einige Abschnitte mit grüner Farbe unterlegt, ähnlich den Unterstreichungen mit einem leuchtenden Textmarker, wie sie Studierende bei Klausurvorbereitungen verwenden. Diese Markierungen sind alles andere als hilfreich, stören den Lesefluss und irritieren - wenn man sich die gemarkerten Stellen durchliest, ist nicht immer ersichtlich, was jetzt daran so wichtig sein soll. Man hat den Eindruck, dass sie nur dazu dienen, etwas Farbe in das Schriftbild zu bringen - eine etwas geistlose Maßnahme, die der eigentlichen Intention des Buches wiederspricht: Nämlich das eigene Arbeiten eines Kreativen zu reflektieren und mit Hilfe von psychologischen Modellen besser zu verstehen und zu optimieren.

Wer über die Markierungen einfach hinwegliest, hat erlebt eine sehr instruktive Lektüre - die nicht nur für Designer, sondern für alle Geistesarbeiter. Und wir alle können dann und wann ein Pflaster aus der psychologischen Hausapotheke gebrauchen.


Codes.: Die geheime Sprache der Produkte
Codes.: Die geheime Sprache der Produkte
von Christian Scheier
  Gebundene Ausgabe

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit dem Zeigefinger zum Verkaufserfolg, 7. November 2010
Christian Scheier, Marken-Berater und Neuromarketing-Experte, hat ein neues Buch veröffentlicht (gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern Dirk Bajas-Linke und Johannes Schneider). Es ist nach Wie Werbung wirkt" und Was Marken erfolgreich macht" bereits das dritte Buch, in dem Scheier und Kollegen ihren Ansatz des impliziten Marketing erläutern.

Diesmal geht es um sogenannte Codes: Assoziationen in unserem Gedächtnis, die mit Marken und Produktkategorien verknüpft sind. Sie steuern, wie wir Produkte wahrnehmen und was wir mit Ihnen machen. Diese Codes waren schon in den vorhergehenden Büchern von Scheier ein wichtiges Thema, doch in dem neuen Buch wird das Konzept erweitert und im Detail erläutert. Der Ansatz basiert dabei auf aktuellen Forschungen von Wirtschaftspsychologen - einige dieser Untersuchungen bedienen sich neurowissenschaftlicher Methoden, die meisten sind jedoch normale" experimental-psychologische Studien.

Sie zeigen beispielsweise, dass die physischen Eigenschaften bestimmter Waren automatisch auch korrespondierende mentale Konzepte und Verhaltensweisen aktivieren: Wenn wir isoliert sind und uns nach menschlicher Wärme sehnen, greifen wir eher zu einem heißen Kaffee als zu einer kalten Cola. Ungesättigte, helle Farben signalisieren uns Light-Produkt, starke Kontraste stehen für Exklusivität. So einfach ist unsere Psyche mitunter. Dies wirkt auf den ersten Blick etwas befremdlich, jedoch gibt es umfangreiche Forschung, die diese Erkenntnisse untermauern. Doch nicht alle Codes funktionieren so, einige sind kulturell, durch unsere Kindheitserfahrungen oder auch durch Werbung geprägt.

Aufgabe des Marketings ist es, die richtigen Codes zu finden, nämlich solche, die die Ziele der Konsumenten ansprechen und aktivieren. Ziele sind ein neues psychologisches Konstrukt, mit denen Scheier & Co. arbeiten - in den früheren Büchern war überwiegend von Belohnungen und Belohnungsfeldern die Rede. Ziele verbinden Wünsche einer Person mit mentalen und realen Handlungen, sie sind Verhaltenstreiber" erläutern die Autoren ihren neuen Begriff. Und selbstverständlich werden diese Ziele auch implizit reguliert. In dem Buch werden nun die Verknüpfungen von Marken, Zielen und Codes weiter aufgedröselt.

Das geschieht an zahlreichen Beispielen und es werden auch eine Reihe von Spezialthemen behandelt - vom Preis über die Verpackung, von der Kommunikationsstrategie bis hin zum Mediaeinsatz. Das alles ist wie immer anschaulich beschrieben, ohne dabei zu wissenschaftlich oder zu oberflächlich zu sein. Deshalb ist Codes" ein sehr lesenswertes Buch, allerdings mit einer eingeengten Perspektive: Ein spezieller Forschungs- und Beratungs-Ansatz wird nachvollziehbar erläutert, aber nicht kritisch hinterfragt. Die Kritik muss der Leser selbst erledigen.

Um hier einen Punkt zu nennen: Wir haben hier - trotz aller Bezüge auf die Neurowissenschaft - ein typisches geisteswissenschaftliches Interpretationsproblem: Die Beziehung zwischen warmen Kaffee und dem Wunsch nach menschlicher Wärme erscheint plausibel. Doch besteht sie wirklich in den Köpfen der Konsumenten oder vielleicht doch nur in dem Kopf des Forschers, der die Interpretation liefert? Liegt der Erfolg des iPhones wirklich daran, das es mit solchen Zeigefingerbewegungen bedient wird, die etwas mit Spiel und leichter Unterhaltung zu tun haben, während der Einsatz des Daumens bei einem Blackberry Konzepte wie Kontrolle und Arbeit aufrufen? Mit ähnlichen Problemen kämpfen viele semiotische und qualitative Analysemethoden der Marktforschung.

Was man dem Team um Scheier zu gute halten muss: Sie liefern zwar keine lückenlose und kritische Argumentation, aber bemühen sich in ihrer Sprache und mit anschaulichen Praxisbeispielen so transparent wie möglich zu sein. Deshalb ist auch Codes" wieder eine sehr bereichernde Lektüre.


The Long Tail: Nischenprodukte statt Massenmarkt Das Geschäft der Zukunft
The Long Tail: Nischenprodukte statt Massenmarkt Das Geschäft der Zukunft
von Chris Anderson
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das lange Ende kommt noch..., 12. September 2010
Ausnahmsweise wird hier ein englischsprachiges Buch rezensiert, da wir auf die deutsche Ausgabe leider noch warten müssen (ANMERKUNG: Die deutsche Ausgabe ist mittlerweile erschienen!!!), obwohl ansonsten so manches überflüssige Pamphlet der Management-Literatur schnellstmöglich ins Deutsche übertragen wird. In den USA und England gibt es seit einiger Zeit einen Bestseller, dessen Übersetzung sich lohnen würde. Vielleicht haben die hiesigen Verlage einfach Angst vor dem Titel - zugegeben, "The Long Tail" würde sich auf Deutsch weniger elegant anhören. Doch das Buch ist lesenswert, da es uns auf eine fundamentale Veränderung speziell in den Medienmärkten hinweist: den Triumphzug der Nische.

Am einfachsten lässt sich das am Beispiel einer Buchhandlung erklären. Der meiste Umsatz wird mit wenigen Bestsellern gemacht; die restlichen Verkäufe verteilen sich auf eine Vielzahl von Titeln, die immer nur eine kleine potenzielle Leserschaft ansprechen. In einer Grafik aufgetragen bilden diese Nischenmedien das lange, flache Ende der Verkaufskurve - eben den "Long Tail". Da aber der Regalplatz begrenzt ist, kann eine Buchhandlung nicht alle Nischen-Titel vorrätig haben, weshalb viele Bücher es nie zu den durchaus interessierten Kunden schaffen, da sie von deren Existenz gar nichts ahnen.

Doch beim Internet-Buchshop Amazon ist die Situation ganz anders: Hier gibt es keinen knappen Regalplatz, alle Bücher sind verfügbar, und mit smarten Such- und Empfehlungsmöglichkeiten finden Buch und Leser zusammen. Die Folge: Immer mehr Umsatz wird mit Nischenprodukten gemacht, wobei jedes einzelne nur wenig verkauft wird, aber alle zusammengenommen durchaus Geld in die Kasse bringen. Der "Long Tail" in den Verkaufskurven wird nicht nur länger, er verläuft auch nicht mehr ganz so flach.

Chris Anderson zeigt diesen Mechanismus an vielen Beispielen auf. Dies hat auch für die Medienbranche starke Auswirkungen: Neue Techniken werden bei TV und Print mehr und mehr Nischenmedien schaffen, die neue Geschäftsfelder jenseits der Blockbuster-Medien eröffnen. Auch die Phänomene rund um "Social Media" oder "Consumer Generated Media" - also Weblogs und andere internetbasierte Formen dezentraler Kommunikation - lassen sich durch Andersons Ausführungen besser verstehen. Obwohl er hauptsächlich aus Forschungsprojekten schöpft, die er für viele E-Commerce-Anbieter durchgeführt hat, geht sein Blick doch noch über das Internet hinaus, im Gegensatz zu vielen anderen Predigern der "New Economy". Wer sich mit dem spannenden Thema befassen und nicht auf die deutsche Ausgabe warten will, dem sei das englische Paperback von "The Long Tail" ans Herz gelegt.


KlarsichtHüllen: Ein Dialog über Sprache in der modernen Wirtschaft
KlarsichtHüllen: Ein Dialog über Sprache in der modernen Wirtschaft
von Burkhard Spinnen
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klarsicht statt Bullshit, 12. September 2010
In Amerika und Deutschland steht gerade ein Sachbuch auf den Bestseller-Listen, dessen Titel eher zu einem Roman von Rainald Goetz als zu einem philosophischen Traktat passt: Bullshit". Damit ist im Amerikanischen jene Art von aufgeblasenem, wichtigtuerischen Sprachmüll gemeint, der pathetisch und großspurig daherkommt, in dem aber statt Substanz nur heiße Luft steckt. Ein Philosoph hat dazu eine kleine, nicht besonders originelle Rede gehalten, die man in einem sehr schmalen Bändchen auch veröffentlicht hat. Den Erfolg dieses dünnen Bretts in den USA kann man mit der dortigen Faszination für Kraftausdrücke erklären, wenn auch nicht verstehen. Ein seltsames Land, in dem jedes four letter word" im Fernsehen durch Pieptöne übertönt wird, dessen Alltagssprache aber geradezu durchdrungen ist von denselben bösen Wörtern.

Warum es dieses Buch überhaupt zu einer deutschen Übersetzung und Veröffentlichung geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Am Inhalt kann es nicht liegen - der Autor breitet ein paar dünne Gedanken zu den Begriffen Bullshit und Humbug aus. Beispiele für solchen bringt er nicht, die wenigen interessanten Gedanken werden nicht wirklich ausgeführt. Das gilt etwa für die durchaus interessante Hypothese, dass es in einem demokratischen System automatisch zum Anwachsen von Bullshit kommt, da jeder unter Zwang steht, zu jedem Gegenstand eine Meinung zu haben, auch wenn er davon keine Ahnung hat. Doch viel mehr als dieser Satz steht im Buch dazu nicht drin. Das Lesen erübrigt sich also, Zeit und Geld sollten für wichtigere Lektüre gespart werden.

Denn was Bullshit" verspricht , aber nicht hält, können andere Bücher liefern. Etwa KlarsichtHüllen", eine Kooperation von einem Schriftsteller und einem PR-Mann, in dem über die Sprache im Wirtschaftsleben reflektiert wird. Beide Autoren wechseln sich mit kurzen Essays ab und beleuchten dabei Themen wie etwa Markensprache, Management-Literatur, Powerpoint-Präsentationen, Klatsch und Tratsch. Ihre Gedanken sind immer scharfsichtig, erhellend und zudem unterhaltsam geschrieben. Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, wie wir innerhalb des Geschäftslebens so miteinander kommunizieren. Nur dadurch haben wir die Chance, die Substanz vom Bullshit zu trennen. Der Band KlarsichtHüllen" kann uns dabei helfen.


Bullshit
Bullshit
von Harry G. Frankfurt
  Gebundene Ausgabe

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Klarsicht statt Bullshit, 12. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Bullshit (Gebundene Ausgabe)
In Amerika und Deutschland steht gerade ein Sachbuch auf den Bestseller-Listen, dessen Titel eher zu einem Roman von Rainald Goetz als zu einem philosophischen Traktat passt: Bullshit". Damit ist im Amerikanischen jene Art von aufgeblasenem, wichtigtuerischen Sprachmüll gemeint, der pathetisch und großspurig daherkommt, in dem aber statt Substanz nur heiße Luft steckt. Ein Philosoph hat dazu eine kleine, nicht besonders originelle Rede gehalten, die man in einem sehr schmalen Bändchen auch veröffentlicht hat. Den Erfolg dieses dünnen Bretts in den USA kann man mit der dortigen Faszination für Kraftausdrücke erklären, wenn auch nicht verstehen. Ein seltsames Land, in dem jedes four letter word" im Fernsehen durch Pieptöne übertönt wird, dessen Alltagssprache aber geradezu durchdrungen ist von denselben bösen Wörtern.

Warum es dieses Buch überhaupt zu einer deutschen Übersetzung und Veröffentlichung geschafft hat, bleibt ein Rätsel. Am Inhalt kann es nicht liegen - der Autor breitet ein paar dünne Gedanken zu den Begriffen Bullshit und Humbug aus. Beispiele für solchen bringt er nicht, die wenigen interessanten Gedanken werden nicht wirklich ausgeführt. Das gilt etwa für die durchaus interessante Hypothese, dass es in einem demokratischen System automatisch zum Anwachsen von Bullshit kommt, da jeder unter Zwang steht, zu jedem Gegenstand eine Meinung zu haben, auch wenn er davon keine Ahnung hat. Doch viel mehr als dieser Satz steht im Buch dazu nicht drin. Das Lesen erübrigt sich also, Zeit und Geld sollten für wichtigere Lektüre gespart werden.

Denn was Bullshit" verspricht , aber nicht hält, können andere Bücher liefern. Etwa KlarsichtHüllen", eine Kooperation von einem Schriftsteller und einem PR-Mann, in dem über die Sprache im Wirtschaftsleben reflektiert wird. Beide Autoren wechseln sich mit kurzen Essays ab und beleuchten dabei Themen wie etwa Markensprache, Management-Literatur, Powerpoint-Präsentationen, Klatsch und Tratsch. Ihre Gedanken sind immer scharfsichtig, erhellend und zudem unterhaltsam geschrieben. Es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, wie wir innerhalb des Geschäftslebens so miteinander kommunizieren. Nur dadurch haben wir die Chance, die Substanz vom Bullshit zu trennen. Der Band KlarsichtHüllen" kann uns dabei helfen.


Theorie und Praxis der Werbung in den Massenmedien (Schriften zur Medienwirtschaft und zum Medienmanagement)
Theorie und Praxis der Werbung in den Massenmedien (Schriften zur Medienwirtschaft und zum Medienmanagement)
von Wolfgang Seufert
  Broschiert
Preis: EUR 39,00

3.0 von 5 Sternen Auf den Weg zum Tausend-Qualitätspreis"?, 12. September 2010
Oft wird über die Praxisferne der akademischen Forschung und die Theorieferne der Werbepraxis gejammert. Dabei haben Werbeprofis sich schon immer gerne aus dem Fundus der universitären Forschung bedient. Aus Kommunikationswissenschaft, Soziologie und Psychologie werden gerne einzelne Konzepte und Befunde herausgepickt, etwa zu Medienwirkungen oder Lifestyle-Typologien. Eine Disziplin wird allerdings bisher beachtet: Die Wirtschaftswissenschaft. Nimmt man mal den Bereich des Marketing aus, so werden heute wirtschaftswissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse nur selten von Media- und Werbeleuten aufgegriffen.

Das ist schade, schließlich handelt es sich um ein junges, aber blühendes Forschungsfeld. Ein Beweis dafür ist ein Band, der die Vorträge einer Konferenz zum Thema Theorie und Praxis der Werbung in den Massenmedien" versammelt. Wissenschaftler und angewandte Forscher, die sich mit Medienwirtschaft und Medienmanagement beschäftigen, versuchen dabei, das Thema Werbung aus unterschiedlichen Perspektiven zu behandeln. Dabei gab es drei grundlegende Themen, die jeweils mit mehreren Beiträgen in dem Band vertreten sind.
Zum einen widmet man sich den zunehmend fließenden Grenzen zwischen PR-Arbeit und Werbung. Ein Beitrag versucht, die Aufgaben und Funktionen beider Instrumente in der Kommunikationsstrategie zu bewerten, ein anderer versucht das Problem aus Sicht der Fernsehzuschauer zu verstehen. Deutlich wird immer, dass PR nicht etwa die bessere Werbung" sei (was ein amerikanischer Marketing-Bestseller behauptet), sondern dass es sich doch um zwei sehr unterschiedliche Maßnahmen handelt, die auch vom Rezipienten differenziert wahrgenommen werden.
Spannend ist auch die Frage, welche Erlösquellen die Medien jenseits der Werbeeinnahmen zur Verfügung haben. An drei Beispielen (Vertriebserlöse von Tageszeitungen, Pay-TV und Sportsponsoring) wird gezeigt, wie Medienunternehmen heute verstärkt darüber nachdenken, von Werbebudgets unabhängig zu werden. Als Werbepraktiker sollte man sich durchaus einmal mit diesem Thema beschäftigen, schließlich können Entwicklungen in dieser Richtung mittel- und langfristig auch die Mediabranche tangieren.

Ein Thema des Sammelbandes ist für Medialeute allerdings von offensichtlichem Interesse: Wie selektieren Mediaplaner die relevanten Mediagattungen? Tibor Kliment gibt in seinem Beitrag einen guten Überblick über Probleme beim Intermedia-Vergleich, wobei er die vorhandenen Lehrbücher gut zusammenfasst und beispielhaft ältere Grundlagenstudien referiert. Dabei weist er auf einige kritische Probleme hin, ohne jedoch eine Lösung zu liefern - was man ihm natürlich nicht zum Vorwurf machen kann. Stefan Dahlem erklärt in seinem Aufsatz umfassend, wie in der Mediapraxis qualitative Kriterien" der Werbeträgerauswahl gehandhabt werden. Zum Schluss stellt er mögliche neue Leistungswerte wie den Tausend-Qualitätspreis" oder den Tausend-Wirkungspreis" in den Raum, die allerdings nicht definiert werden. Zumindest ist dieser Beitrag ein erster Schritt, die Diskussion über solche qualitativen" Kriterien in der Mediaplanung anzustoßen und zu systematisieren. Allerdings wird jedem deutlich, dass hier noch sehr viel Arbeit vor uns steht. Solange es immer noch gattungspolitische Meinungsverschiedenheiten über den Intermedia-Vergleich gibt, wird die Branche keine neuen Werte erfinden. Doch sollten gerade die Mediaagenturen die Vorschläge aufnehmen und über einen transparenteren Umgang mit den oft dubiosen qualitativen" Kriterien nachdenken.

Der Band Theorie und Praxis der Werbung in den Massenmedien" kann als ein inspirierendes Angebot von Seiten der Medienökonomen und Kommunikationswissenschaftler an die Mediapraktiker angesehen werden, mehr über die eigene Zunft nachzudenken und dabei die Instrumente der Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaft zu verwenden. Das setzt etwas Anstrengung voraus, denn einige der Texte sind für Nicht-Wissenschaftler harte Kost. Doch der Ertrag an Ideen und Konzepten rechtfertigt die Mühe.


Handbuch Kommunikationsmanagement: Anforderungen und Umsetzungen aus Agenturen, Banken, Sparkasse und Versicherungen
Handbuch Kommunikationsmanagement: Anforderungen und Umsetzungen aus Agenturen, Banken, Sparkasse und Versicherungen
von Stephan Duttenhöfer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 69,00

3.0 von 5 Sternen Marketing für Moneten, 12. September 2010
Geld regiert die Welt - das ist keine neue Erkenntnis. Auch nicht, dass mit Geld Geld verdient wird. Wie man jedoch auf den Finanzmärkten bzw. über Finanzdienstleistungen kommuniziert, dass ist alles andere als trivial. Jetzt gibt es dazu ein gewichtiges Sammelwerk, das die meisten Facetten der Finanzkommunikation beleuchtet, auch wenn es den Hinweis auf die Geldbranche nur im Untertitel führt. Das Handbuch Kommunikationsmanagement" versammelt über 40 Beiträge aus Wissenschaft, kommerzieller Marktforschung und Marketing-Praxis. Dabei werden Themen wie Zielgruppen-Segmentierung, PR, Sponsoring, Effizienzkontrollen oder Cross-Border-Marketing behandelt.

Nicht alle Beiträge sind dabei originell - einige der Artikel hat man schon an anderer Stelle gehört oder gelesen. Doch der gemeinsame Fokus auf die Finanzbranche fungiert als Klammer, der diese Sammlung wirklich zu einer lohnenswerten Anschaffung macht. Natürlich machen einige der Autoren auch PR in eigener Sache - aber das sollte man Menschen, die in der Marketing-Branche arbeiten, nicht wirklich ankreiden. Die Fülle an konkreten Beispielen von unterschiedlichen Unternehmen - Versicherungen, Banken, Sparkassen, Kreditkartenanbieter - macht das Stöbern in dem Buch spannend. Gerade die Sicht aus unterschiedlichen Blickwinkeln ist dabei ein Vorteil.

Unter den Autoren finden sich Experten aus Agenturen, Marktforschungsinstituten, Medien und werbungtreibenden Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zahlreiche (leider nur schwarz-weiße) Abbildungen unterstützen den Text - so komisch das auch klingen mag, aber in der Werbeliteratur ist dies ja noch längst keine Selbstverständlichkeit. Mit dem Handbuch Kommunikationsmanagement" bekommt man viel Stoff zum Lesen und Nachdenken für sein Geld. Dabei ist es nicht nur für Leser aus den genannten Branchen wertvoll, sondern auch für Leute, die sich generell für Marketing-Kommunikation und Marktforschung interessieren.


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