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Rezensionen verfasst von
Dirk Engel (Frankfurt)

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Medienmenüs. Der Zusammenhang zwischen Mediennutzung, SINUS-Milieus und Soziodemographie
Medienmenüs. Der Zusammenhang zwischen Mediennutzung, SINUS-Milieus und Soziodemographie
von Alexander Haas
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Für jedes Milieu das richtige Menü, 11. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn sich Mediaplaner mit Mediennutzung beschäftigen, haben sie meist einen eingeschränkten, intramedialen Blickwinkel. Sie suchen nach den besten TV-Umfeldern oder Zeitschriftentiteln, verlieren dabei aber aus dem Auge, wie umfangreich und reichhaltig das Mediennutzungsverhalten insgesamt ist.

Es gibt wissenschaftliche Versuche, diese Vielfalt möglichst anschaulich darzustellen, in dem man die vielen Merkmale rund um Medien dazu verwendet, eine Typologie zu bilden. Die einzelnen Typen sollen dann in sich homogen und zu anderen Gruppen heterogen sein. Das heißt nichts anderes, als dass die Personen, die dem gleichen Typ zugeordnet sind, sich möglichst ähneln sollen, während sie sich von den Angehörigen anderer Typen möglichst stark abheben sollen.

Typologien der Mediennutzung gibt es viele - von den Selektiv-Sehern" bis zur Info-Elite". Daneben existieren aber auch Typen, wie etwa die bekannten SINUS-Milieus, die nach anderen Kriterien gebildet werden - meist nach Lebensstil und Wertvorstellungen. Auch von solchen Typen erwartet man, dass sie sich in der Mediennutzung voneinander unterscheiden, wodurch auch eine milieu-genaue Zielgruppenplanung ohne Streuverluste möglich wäre.

In einem kleinen Buch ist jetzt eine wissenschaftliche Studie erschienen, die versucht, der Vorgehensweise der Typenbildung und ihrem Wert auf den Grund zu gehen. Erst einmal werden (auf Basis der Daten der Typologie der Wünsche") die relevanten Medienmenüs" der Deutschen als Merkmale zur Gruppenbildung herangezogen, und tatsächlich kommen dabei fünf Typen heraus, die sich in ihren Medienpräferenzen und dem Nutzungsverhalten unterscheiden.

Doch geht ein solcher Mediennutzungs-Stil auch mit einem übergeordneten Lifestyle einher, d.h. lassen sich die Medien-Typen bestimmten SINUS-Milieus zuordnen? Der Autor kommt nach einer sorgfältigen statistischen Analyse zu einem eher ernüchternden Ergebnis: Alter, Bildung und vor allem Geschlecht sind besser geeignet, Mediennutzung vorherzusagen als die Milieu-Zugehörigkeit. Das heißt auch, dass die meisten Milieus sich nicht klar in ihrem Medienverhalten unterscheiden.

Eine Ableitung für die Mediaplanung liefert der Verfasser nicht - was auch nicht Ziel dieser rein wissenschaftlichen Studie war - , doch kann man schließen, dass eine auf Milieus ausgerichtete Planung keinen Streuverlust vermeiden kann, da die jeweiligen Milieus doch eher ähnliche (d.h. zumeist durchschnittliche) Mediengewohnheiten haben. Die Studie ist im Übrigen eher von akademischem Interesse - eine erschöpfende Beschreibung des Milieu-Ansatzes oder Erkenntnisse zur Mediennutzung der Deutschen liefert sie nicht.


Corporate Language
Corporate Language
von Armin Reins
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die richtigen Worte sagen mehr als tausend Wörter, 11. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Corporate Language (Gebundene Ausgabe)
Praktiker erläutern welchen Beitrag gute Texte leisten, um Markenbotschaften effektiv an den Konsumenten zu bringen.

Bücher über gutes Texten in der Werbung gibt es nicht viele. Gute Bücher über Texten noch viel weniger. Anscheinend haben viele Verleger und Kreative die Erkenntnis der Copytest-Forschung im Kopf, die besagt, dass die meisten Anzeigentexte vom Betrachter gar nicht gelesen werden. Wohl deshalb gibt es prachtvolle Bildbände voll mit herausragenden Anzeigen, doch gute Texte aus Werbung, Direct-Mailings oder Pressemitteilungen findet man kaum in Buchform gesammelt. Ein besseres Qualitätsbewusstsein im Umgang mit der Sprache im Marketing wäre jedoch wünschenswert, bedenkt man den ständig wachsenden Ausstoß an Drucksachen und elektronisch verbreiteten Texten.

Armin Reins, der bereits mit Die Mörderfackel" ein hervorragendes Buch über Werbetexter vorgelegt hat, liefert nun mit dem schwergewichtigen und edel aufgemachten Titel Corporate Language" ein weiteres Werk über das Handwerk und die Kunst des Textens. Top-Werber aus Agenturen, Kommunikationsmanager von Unternehmen und Werbeforscher geben in dem neuen Buch in Form von Artikeln oder Interviews Auskunft darüber, welchen Beitrag gute Texte für das Marketing und das Unternehmensimage leisten.

Firmen tun gut daran, nicht einfach nur wahllos Wörter zu produzieren, sondern die richtigen Worte zu wählen, um Markenbotschaften effektiv an den Konsumenten zu bringen. Dabei findet man nicht nur eine Vielzahl gelungener Beispiele und detaillierte Wort-für-Wort-Analysen von Texten, sondern auch sehr praxisnahe Ratschläge und Checklisten.

Viele der Beiträge sind selbst Proben eines wirkungsstarken Umgangs mit Sprache. Denn: Gute Texte sind Verführer" - um nur einen Beitrag zu zitieren, in dem erklärt wird, was Texter von Casanova, dem Schutzheiligen aller Verführer, lernen können. Das Buch sollte jeder in die Hand nehmen, der mit Sprache Produkte oder Unternehmen verkaufen will - egal, ob er oder sie selbst textet oder die Arbeiten anderer bewerten muss. Auch wenn nicht jeder Beitrag gelesen werden muss, so ist doch das Stöbern und Blättern in dem prachtvollen Band nicht nur erhellend, sondern auch vergnüglich.


Die WM-Show: Wie wir die beste Fußball-WM am Bildschirm erlebten
Die WM-Show: Wie wir die beste Fußball-WM am Bildschirm erlebten
von Dieter Anschlag
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fernsehkritik auf Stammtisch-Niveau, 11. November 2010
Die Fußballweltmeisterschaft ist nun schon viele Monate vorbei, doch noch immer wirkt sie nach. Oft wird ihr Geist beschworen, das Schlagwort vom Sommermärchen" macht weiterhin die Runde, und der gleichnamige Dokumentarfilm verkauft sich auch als DVD gut.

Ebenfalls als eine Art WM-Merchandising kann man ein Buch verstehen, dessen Titel von einer WM-Show" spricht. Es versammelt die Berichte, die zwölf Autoren der medienkritischen Publikation Funkkorrespondenz" während des FIFA World Cup verfasst haben. Dabei beschrieben sie ihre Erlebnisse rund um die WM aus einer konsequent subjektiven Perspektive, immer nah an den aktuellen Ereignissen, die sie - wie auch Millionen andere Deutsche - nur am Fernsehschirm verfolgten.

Wenn so viele gestandene Fernseh- und Medienkritiker sich einem Thema widmen, kann man eine kritische Analyse erwarten und hofft auf eine möglichst fundierte und umfassende Entzauberung des Medien-Events Weltmeisterschaft. Was die Autoren jedoch so zusammengeschrieben haben, ist weit davon entfernt, das Ereignis wirklich unvoreingenommen zu reflektieren. Statt dessen wird einfach - mal mehr, mal weniger amüsant - widergespiegelt, wie die WM im Fernsehen und Medien präsentiert wurde.

Das mag für eine aktuelle Publikation wie die Funkkorrespondenz" in Ordnung sein, zumal auch dieses Blatt natürlich versucht hat, auf den Zug der WM aufzuspringen. Doch diese tagesaktuellen Texte zwischen Fan-Geplauder und Fernsehkritik, chronologisch Tag für Tag zwischen zwei Buchdeckeln ausgebreitet, bieten nicht wirklich Lesespaß und bringen nur selten neue Erkenntnisse. Statt wirklicher Analysen gibt es eher Nörgeleien über die Protagonisten der WM-Show: Beckmann, Kerner, Waldi, Kaiser Franz - die üblichen Verdächtigen eben.

Wer das alles am eigenen Stammtisch selbst schon durchexerziert hat, muss nicht noch nachlesen, dass auch professionelle Kritiker sich über das Fernsehen ärgern können. Eigentlich wären diese Texte als Blog im Internet gut aufgehoben gewesen - aktuell, subjektiv und voll mit persönlichen Erlebnissen und Meinungen. Doch als Buch wirkt diese Art von Prosa deplatziert und erinnert uns allenfalls daran, dass eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit der angeblich besten Fußball-WM aller Zeiten" (so der Untertitel der WM-Show") noch auf sich warten lässt.


Der Einfluss neuer Medien auf Mediaagenturen und Werbung: Veränderte Rahmenbedingungen, neue Chancen, neues Geschäftsmodell
Der Einfluss neuer Medien auf Mediaagenturen und Werbung: Veränderte Rahmenbedingungen, neue Chancen, neues Geschäftsmodell
von Ron Eisenberger
  Broschiert
Preis: EUR 59,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein dünnes Brett, 11. November 2010
Veränderungen in der Medienwelt führen natürlich zu neuen Herausforderungen und Chancen für die Marktpartner in der Mediabranche. Was die künftigen Aufgaben einer Mediaagentur sind, das wurde schon oft postuliert und diskutiert - eine systematische Betrachtung kann man allerdings zwischen den vielen Presseartikeln, Konferenz-Vorträgen und Firmen-Selbstdarstellungen lange suchen.

Der Versuch, hier etwas Licht ins Dunkel zu bringen, wird mit dem Buch Der Einfluss neuer Medien auf Mediaagenturen" unternommen. Der Autor beschreibt treffend die Faktoren, die den Funktionswandel der Agenturen beeinflussen. Unter Market Pull" fasst er Rahmenbedingungen wie die demografische Entwicklung und rechtliche Regelungen zusammen; mit Technology Push" bezeichnet er die Neuerungen in der Übertragungs- und Speichertechnik, die zunehmend die Grenzen zwischen Massen- und Dialog-Kommunikation verwischen.

Ohne Frage führt das zu einer Neudefinition des Selbstbildes der Mediaagenturen, die historisch aus der Boom-Zeit der Massenkommunikation kommen und deshalb mitunter erst mühsam lernen müssen, was One-to-One-Kommunikation heißt. Das Fazit: Mediaagenturen sind heute keine reinen Schalt- und Einkaufsfirmen mehr, sondern kompetente und umfassende Berater für integrierte Kommunikations-Lösungen. Diese Erkenntnis ist zwar richtig, aber auch nicht richtig neu. Nahezu alle Agenturen (einschließlich der OMG als Interessenverband) predigen seit Jahren, dass man sie als Berater wahrnehmen muss.

So solide die Arbeit des Verfassers ist, so dünn ist aber auch seine Datenlage: Seine Recherchen basieren größtenteils auf nur wenigen Experteninterviews. Das Buch kratzt deshalb nur an der Oberfläche des Themas. Das möchte man dem Verfasser gar nicht ankreiden - im Vorwort erfahren wir, dass die Untersuchung ursprünglich eine einfache Diplom-Arbeit ist, die sicherlich verdientermaßen eine gute Note bekommen hat. Warum sie aber gleich als Buch veröffentlicht werden muss, ist eine andere Frage - im Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser sollte man schon schwerere Geschütze auffahren, als eine eher hausbackene und dafür überteuerte Examensarbeit.


Gekonnt visualisieren: Medien wirksam einsetzen (Uni-Taschenbücher M)
Gekonnt visualisieren: Medien wirksam einsetzen (Uni-Taschenbücher M)
von Norbert Franck
  Broschiert
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Grau in Grau statt Visualisierung, 11. November 2010
Angeblich flimmern jeden Tag 30 Millionen Powerpoint-Präsentationen über die Monitore und Beamer dieser Welt. Bei Powerpoint handelt es sich also nicht einfach um eine Software, sondern durchaus um eine Art Massenmedium - ein Medium, dass zumindest im Geschäftsleben unsere Art und Weise des Präsentierens, des Argumentierens und vielleicht sogar des Denkens nachhaltig beeinflusst hat. Leider machen sich viel zu viele Verfasser und Präsentierer aber viel zu wenig Gedanken darüber, wie man dieses Hilfsmittel richtig einsetzt. Nicht selten werden einfach Voreinstellungen des Programms als Gestaltungs- und Strukturierungs-Imperative übernommen - oder man schaut sich Fehler und Marotten bei anderen Vortragenden ab, um damit die eigene Präsentation aufzumotzen.

Dass dabei die Ergebnisse durchaus fragwürdig sind, wird uns erst bewusst, wenn wir eine Präsentation außerhalb des normalen beruflichen Kontextes sehen. In Berliner Szene-Kneipen macht man sich daraus einen Spaß und veranstaltet Abende mit Powerpoint-Karaoke" - wer will, kann dabei einen Vortrag zu unbekannten Powerpoint-Charts improvisieren. Was für die Berliner Bohème lustig ist, erinnert uns eher an den tristen beruflichen Alltag.

Zwei Bücher können helfen, einmal über den alltäglichen Powerpoint-Wahnsinn nachzudenken. In dem Band Gekonnt visualisieren" geben die Autoren Norbert Franck und Joachim Stary eine übersichtliche Hilfestellung, wie man eine Präsentation strukturiert, anschaulich bebildert und überzeugend vorträgt. Neben Powerpoint werden auch die anderen Medien der Geschäftspräsentation - Overhead-Projektor, Flipchart und sogar die gute alte Tafel - mit ihren Stärken und Schwächen vorgestellt. Der Leser findet auch Tipps, wie man Daten oder Prozesse so darstellt, dass der Zuhörer oder Leser auch etwas versteht. Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Menschen einige dieser Hinweise zu Herzen nehmen würden.

Das Buch ist wegen seiner Kompaktheit und dem günstigen Preis sehr empfehlenswert. Schade ist allerdings, dass es weit weniger Abbildungen enthält, als es bei dem gestellten Thema angebracht gewesen wäre. Dass keine einzige Farbabbildung zu finden ist (obwohl das Thema Farbe durchaus über mehrere Seiten hinweg behandelt wird), ist zwar als Folge des geringen Preises verständlich; trotzdem wurde hier eine wertvolle didaktische Chance vergeben.


Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon? Der Irrtum Powerpoint (MVG Verlag bei Redline)
Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon? Der Irrtum Powerpoint (MVG Verlag bei Redline)
von Matthias Pöhm
  Gebundene Ausgabe

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ist Powerpoint wirklich ein Irrtum?, 11. November 2010
Angeblich flimmern jeden Tag 30 Millionen Powerpoint-Präsentationen über die Monitore und Beamer dieser Welt. Bei Powerpoint handelt es sich also nicht einfach um eine Software, sondern durchaus um eine Art Massenmedium - ein Medium, dass zumindest im Geschäftsleben unsere Art und Weise des Präsentierens, des Argumentierens und vielleicht sogar des Denkens nachhaltig beeinflusst hat. Leider machen sich viel zu viele Verfasser und Präsentierer aber viel zu wenig Gedanken darüber, wie man dieses Hilfsmittel richtig einsetzt. Nicht selten werden einfach Voreinstellungen des Programms als Gestaltungs- und Strukturierungs-Imperative übernommen - oder man schaut sich Fehler und Marotten bei anderen Vortragenden ab, um damit die eigene Präsentation aufzumotzen.

Dass dabei die Ergebnisse durchaus fragwürdig sind, wird uns erst bewusst, wenn wir eine Präsentation außerhalb des normalen beruflichen Kontextes sehen. In Berliner Szene-Kneipen macht man sich daraus einen Spaß und veranstaltet Abende mit Powerpoint-Karaoke" - wer will, kann dabei einen Vortrag zu unbekannten Powerpoint-Charts improvisieren. Was für die Berliner Bohème lustig ist, erinnert uns eher an den tristen beruflichen Alltag.

Zwei Bücher können helfen, einmal über den alltäglichen Powerpoint-Wahnsinn nachzudenken. In dem Band Gekonnt visualisieren" geben die Autoren Norbert Franck und Joachim Stary eine übersichtliche Hilfestellung, wie man eine Präsentation strukturiert, anschaulich bebildert und überzeugend vorträgt. Neben Powerpoint werden auch die anderen Medien der Geschäftspräsentation - Overhead-Projektor, Flipchart und sogar die gute alte Tafel - mit ihren Stärken und Schwächen vorgestellt. Der Leser findet auch Tipps, wie man Daten oder Prozesse so darstellt, dass der Zuhörer oder Leser auch etwas versteht. Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Menschen einige dieser Hinweise zu Herzen nehmen würden.

Das Buch ist wegen seiner Kompaktheit und dem günstigen Preis sehr empfehlenswert. Schade ist allerdings, dass es weit weniger Abbildungen enthält, als es bei dem gestellten Thema angebracht gewesen wäre. Dass keine einzige Farbabbildung zu finden ist (obwohl das Thema Farbe durchaus über mehrere Seiten hinweg behandelt wird), ist zwar als Folge des geringen Preises verständlich; trotzdem wurde hier eine wertvolle didaktische Chance vergeben.

Während Gekonnt visualisieren" Hilfestellung zum kritischen Gebrauch von Powerpoint gibt, geht Matthias Pöhm in seinem Buch Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon?" radikaler vor. Für ihn ist Powerpoint grundsätzlich ein Irrtum. Seiner Meinung nach dient das Programm zwar dazu, gute Handouts und Vortragsnotizen zu erstellen, als Präsentations-Medium hält er es aber grundsätzlich für ungeeignet. Besser sei es hingegen, seine Argumente vor dem Augen des Publikums zu dramatisieren und nacheinander aufzubauen. Dafür eigne sich, so Pöhm, das Flipchart am besten.

Dies belegt der Autor mit einigen Beispielen, allerdings immer mit dem einschränkenden Hinweis, dass man die Wirkung beim Lesen nicht wirklich nachvollziehen könne und deshalb der Besuch eines seiner Seminare sinnvoll sei. Sieht man von dieser Eigenwerbung ab, liefert Pöhms Buch durchaus amüsante und inspirierende Hinweise, wie man einen Vortrag besser gestaltet. Seine provokante Attitüde steigert den Unterhaltungswert seiner Ausführungen, sollte aber auch nicht zu ernst genommen werden. Viele seiner Hinweise lassen sich auch durchaus im Rahmen einer herkömmlichen" Powerpoint-Version unterbringen. Doch lohnt es sich, einmal auch die Extremposition des Flipchart-Fans anzuhören - Anregungen für die frische Inszenierung der nächsten eigenen Präsentation finden sich allemal.


Das grosse Lexikon der DDR-Werbung: Kampagnen und Werbesprüche, Macher und Produkte, Marken und Warenzeichen
Das grosse Lexikon der DDR-Werbung: Kampagnen und Werbesprüche, Macher und Produkte, Marken und Warenzeichen
von Simone Tippach-Schneider
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Wie viele Rezepte für Goldbroiler und Ei kenne Sie?, 11. November 2010
Den Lesern in den alten Bundesländern steht eine exotische Entdeckungsreise bevor. Das unbekannte Land, um das es geht, wird von einem Gnom mit braunen Schwellkopf, blauen Hut und grünen Koffer regiert - dem sogenannten Messemännchen, einer von Leipzigs bekanntesten Söhnen. Es begegnen einem Begriffe wie Backstolz" von Rot-Plombe" - im Westen hatte man dafür Backpulver von Dr. Oetker. Wer's schaumig mag, gab Ba Du San" ins Badewasser - die Brüder und Schwestern im Westen griffen stattdessen zu Bade Das".

Sie haben es sicherlich schon erkannt - es geht um Werbung in der DDR. Alle Ostalgiker und die, die es werden wollen, haben nun Gelegenheit sich mit dieser für Wessis fremden Welt vertraut zu machen. Das große Lexikon der DDR-Werbung" hält, was der Titel verspricht. Nicht nur die schon geflügelten Worte von der Plaste und Elaste" finden sich in diesem voluminösen Werk, auch die vergessenen Marken, Sprüche und Kampagnen erleben streng alphabetisch geordnet ihre Auferstehung.

Hinzu kommen viele Stichworte, die Rahmenbedingungen, Bedeutung und Geschichte der DDR-Werbung erhellen. Einige der Abbildungen sind farbig und liefern einen umwerfenden Einblick in die Konsumwelt der Ostbürger. Dabei glauben noch heute viele der Westdeuschen, das es in der DDR zwar reichlich politische Propaganda, aber keine Wirtschaftswerbung gab.

Das Lexikon, in dem die Sammelleidenschaft über die systematischen Aufbereitung triumphiert, ermöglicht einen amüsanten Einblick in die Geschichte des ostdeutschen Alltags. Das Schmökern lohnt sich, man findet viele überraschende Perlen - zum Beispiel ein Kochbuch, in dem 60 Rezepte für Brathähnchen und Eier versammelt sind. Guten Appetit.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 13, 2012 7:25 PM MEST


Werbung: Handbuch für Studium und Praxis
Werbung: Handbuch für Studium und Praxis
von Ingomar Kloss
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Ein dicker Wälzer für die Werbewelt, 11. November 2010
Ein Buch, das im Untertitel Handbuch für Studium und Praxis" heißt, steht in großer Gefahr, an seinen eigenen Ansprüchen zu scheitern. Denn was für Studierende als Vorbereitung zur Prüfung gute Dienste leistet, muss nicht zwangsläufig auch in der praktischen Berufsarbeit hilfreich sein. Doch das Handbuch Werbung" des BWL-Professors Ingomar Kloss hat gute Chancen, ein solches Doppeltalent zu sein. Auf über 600 Seiten wird systematisch zusammengetragen und dargestellt, was die Wissenschaft zum Thema Werbung zu sagen hat - und noch viel mehr.

Denn nicht nur klassische Mediawerbung, auch andere Kommunikationsbereiche wie Direktwerbung, Verkaufsförderung oder Sponsoring werden ausführlich dargestellt. Das Buch behandelt neben den eher für ein Lehrbuch üblichen Themen wie Werbekonzeption, Werbewirkung, Werbeträger und Sonderwerbeformen auch besondere Themen, etwas das Verhältnis von PR zur Werbung oder internationale Werbung - letztere ein relevanter Bereich, der in anderen Werken meist vernachlässigt wird.

Auch dem Thema Mediaplanung widmet sich der Verfasser vergleichsweise ausführlich. Die schiere quantitative Menge an Fakten und erläuterten Gegenständen ist schon beeindruckend, doch auch Aufbau und Darstellung sind sehr lesefreundlich. Die gründliche Erläuterung aller Aspekte der Marketing-Kommunikation hat wenig mit dem eher drögen Skripten zur Vorlesung zu tun, die für ein Publikum von BWL-Studenten geschrieben werden. Hinzu kommt eine Vielzahl von farbigen Schaubildern und Anzeigen-Beispielen - eine deutliche Verbesserung zu den früheren Auflagen des Buches und bei weitem keine Selbstverständlichkeit bei Werbebüchern. Es lohnt sich also auch für Marketing-Praktiker, Handbuch einmal in die Hand zu nehmen.


Das große Schrumpfen
Das große Schrumpfen
von Cordula Tutt
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Die Zukunft gehört den Schrumpf-Germanen, 11. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das große Schrumpfen (Gebundene Ausgabe)
Dass die deutsche Gesellschaft immer älter wird, haben wir mittlerweile gelernt, auch dank solcher Bücher wie dem Methusalem-Komplex". Doch eine Lehre aus der demographischen Entwicklung ist noch nicht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen: Deutschland vergreist nicht nur, sondern wird auch kleiner.

Schon jetzt gibt es viele Gemeinden, denen die Bewohner weglaufen - und aufgrund sinkender Geburtenraten kommen auch keine neuen nach. Diese Zusammenhänge und die Konsequenzen daraus hat die Wirtschaftsjournalistin Cordula Tutt in dem sehr lesenswerten Buch Das große Schrumpfen" zusammengetragen.

Darin lässt sie nicht nur eine beeindruckende Menge von Fakten Revue passieren, sondern beschreibt auch sehr anschaulich, wie Menschen in ganz Deutschland mit dem Problem des Schrumpfens umgehen. Da gibt es ostdeutsche Bürgermeister, die per TV-Spot im polnischen Fernsehen um Einwanderer in ihre Gemeinden werben. Oder eine bunt gemischte Truppe aus allen Altersschichten, die in Bonn eine Art Mega-Wohngemeinschaft gegründet hat, damit man im Alter nicht so alleine ist.

Die Autorin vermeidet es, ein apokalyptisches Horror-Szenario zu malen, auch wenn sie auf die trostlose Schilderung von verwaisten ostdeutschen Geisterstädten nicht verzichten kann. Doch das Buch gewinnt seinen Reiz durch die Mischung aus genauer Vor-Ort-Beobachtung, präziser Beschreibung der allgemeinen Situation und dem Aufzeigen von Initiativen, die konstruktiv mit der Herausforderung der kleiner werdenden Bevölkerung umzugehen versuchen.

Es handelt sich aber weder um ein Marketing- noch um ein Medienbuch. Doch wer über den üblichen Zwei-Jahres-Horizont hinaus denken will, sollte das Buch lesen und überlegen, welche Konsequenzen sich für die eigene Geschäftsgrundlage ziehen lassen. Die Zeiten, in denen die Reichweiten sinken werden, weil die Bevölkerung sinkt, und der Konsum schwieriger wird, weil es immer weniger Kunden gibt und viele Filialen nicht mehr rentabel sein werden, stellen uns alle noch vor Herausforderungen. Besser ist es, sich jetzt schon darauf vorzubereiten.


Media für Manager: Alles, was Sie über Medien und Media-Agenturen wissen müssen
Media für Manager: Alles, was Sie über Medien und Media-Agenturen wissen müssen
von Anne Marx
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Survival Guide für Media-Laien, 11. November 2010
Media ist eine Branche, in der sich gerne Experten tummeln. Detailwissen und Jargon sorgen dafür, dass sich die Insider von den Outsidern abheben, und so mancher Laie lässt sich leicht durch Experten und ihr gekonntes Jonglieren mit Fachbegriffen einschüchtern. Nun muss man aber einfach anerkennen, dass nicht jeder ein Mediaexperte sein kann. Gerade bei kleineren und mittleren werbungtreibenden Unternehmen sind Marketing-Leute für die Mediaplanung verantwortlich, ohne dass sie ausgewiesene Spezialisten auf diesen Gebiet sind. Damit sie sich aber schnell informieren können, um kompetent die Diskussionen mit ihrer Mediaagentur durchzustehen, hat die Mediaberaterin Anne Marx einen kleinen Survival Guide" geschrieben.

Media für Manager" ist kein Lehrbuch der Mediaplanung, es liefert keine Details oder erschöpfende Abhandlungen. Die Autorin beschreibt ganz einfach, wie die Zusammenarbeit zwischen Mediaagentur und Kunde funktioniert, von den Arbeitsabläufen bis zur Honorierung. Spannend ist das vor allem dann, wenn die Autorin aus dem Nähkästchen plaudert und genau jene Informationen liefert, die in BWL-Lehrbüchern nicht zu finden sind. Auch kritische Punkte - etwa der Umgang mit Freispots oder die Frage der Transparenz im Mediageschäft - werden diskutiert. Die Leser erfahren, wie man einen Pitch organisiert oder welche Aufgaben externe Auditoren übernehmen können. Selbst aktuellste Entwicklungen werden erwähnt, etwa die verschiedenen Rabattmodelle der TV-Vermarkter, wenn auch sehr oberflächlich und durchaus nicht immer nachvollziehbar.

Ein großer Pluspunkt sind die vielen konkreten Tipps für eine reibungslose Zusammenarbeit von Agentur und Kunde. Alles ist kurz und prägnant beschrieben - doch dieser Vorteil des Buches ist leider auch der größte Nachteil. Denn an einigen Stellen kratzt die Verfasserin doch zu sehr an der Oberfläche, ein bisschen mehr Tiefgang wäre wünschenswert gewesen. Aber wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne, und ein Kurzüberblick muss natürlich vereinfachen und auslassen. Nur: Ob hier tatsächlich an der richtigen Stelle gespart wurde? Ein zentrales Thema wie die Mediastrategie lässt sich doch wohl nicht auf zweieinhalb Seiten sinnvoll abhandeln.

Etwas ärgerlich ist da schon der Serviceteil am Ende des Buches: Hier werden nur ein paar - teilweise sogar irrelevante - Websites genannt. Empfehlungen für eine weiterführende Lektüre fehlen zum Beispiel ganz. In Summe ein durchaus hilfreiches Büchlein, es liefert aber gewiss nicht - wie der Untertitel verspricht - Alles, was Sie über Medien und Media-Agenturen wissen müssen".


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