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Rezensionen verfasst von
Muggenhorst (Riesa)

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Apache
Apache
Wird angeboten von CD-Blitzversand
Preis: EUR 6,99

3.0 von 5 Sternen Typisches 90er-Dancefloor-Stück, 9. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Apache (Audio CD)
Die Neunziger sind nach meinem persönlichen Eindruck wohl das Jahrzehnt mit der extremsten Dichte an Coverversionen gewesen. Gerade im Zuge der Hochzeit der Dance- und Technowelle wurde neben dem einen oder anderen vergessenen Song der vorangegangenen Dekaden so ziemlich jeder Hit erneut verwurstet, nicht immer mit vertretbaren Ergebnissen.

1993 knöpfte sich also das deutsche Studioprojekt General Base den Instrumental-Hit "Apache" der Shadows aus dem Jahr 1960 vor. Die eingängige Gitarrenmelodie des Originals wurde hierbei durch den Elektronikwolf gedreht, mit einem Standardbeat unterlegt und mit ein paar Trance-Zutaten angereichert. Nicht originell, tut aber auch nicht weh. Glücklicherweise verzichtete man darauf, zig Remixe des gleichen Stücks auf diese Maxi-CD zu pressen, so dass der Song hier nur in einem dreiminütigen Radio Edit und in einer fast fünfminütigen Extended Version vorliegt, die sich einzig und allein in ihrer Lauflänge von ersterem Mix unterscheidet.

Als B-Seiten finden sich auf dem Silberling noch "Base Of Love (Part 1)" und "Cry To Apache (A.T.Tekkk-Mix)" ein, wobei ersterer Track durchaus mit Hitqualitäten zu überzeugen weiß, auch wenn der eine oder andere Sound beim 1992er Chartstürmer "Das Boot" von U 96 abgekupfert zu sein scheint. 2004 wurde das Stück immerhin unter dem Titel "Base Of Love Rebased" wiederveröffentlicht. Beim abschließenden Song geht es mit Abstand am technoidsten und härtesten zu. Die BPM-Zahl tendiert deutlich nach oben und somit flitzt der Track förmlich durch seine 318 Sekunden. Insgesamt beträgt die Lauflänge dieser CD allerdings nur 18 Minuten, die unauffällige Massenware der 1990er Jahre beinhalten.


Zirkuskinder
Zirkuskinder
von Ann-Charlott Settgast
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Ein Kinderbuch seiner Zeit, 7. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Zirkuskinder (Gebundene Ausgabe)
Dieses noch vor dem Bau der Berliner Mauer erschienene Kinderbuch der 1988 verstorbenen Mecklenburger Schriftstellerin Ann-Charlott Settgast ist ein gutes Beispiel dafür, wie in einer für sich doch recht spannenden und unterhaltsamen Handlung ganz DDR-typisch der erhobene Zeigefinger dauerpräsent und ideologische Einflussnahme allgegenwärtig ist. Das macht das Buch zu einem trotzdem lesenswerten Zeitdokument.

Erzählt wird die Geschichte des zwölfjährigen Waisenjungen Fritz, genannt Fiete, und seiner jüngeren Schwester Susi. Diese werden von ihrem Onkel, der in einem Zirkus als Dompteur arbeitet, zu sich genommen. Besonders der aufschneiderische Fiete ist in der neuen abenteuerlichen Umgebung ganz in seinem Element, prahlt er doch schon bald gegenüber einem Zeitungsreporter mit seiner unmittelbar bevorstehenden Karriere als großer Dressurstar. Die zehnjährige Susi hingegen fühlt sich im Zirkus ganz und gar nicht wohl und wird aufgrund eines missverstandenen Scherzes ihres Onkels von Zukunftsängsten geplagt. Und auch wenn sich die beiden schnell mit den anderen Zirkuskindern anfreunden, bringt sich Fiete mit seiner großen Klappe mehr als einmal in Teufels Küche, während die heimwehgeplagte Susi still vor sich hin leidet.

Eine zentrale Figur des Buches ist der dreizehnjährige Bruno, genannt Bumm. Auf den ohne Vater aufwachsenden Sohn der Bärendompteuse wird praktisch alles an negativen Eigenschaften projiziert, was das damalige DDR-Gesellschaftsbild so hergab. In den Illustrationen von Hans Wiegandt unsympathisch mit Schiebermütze und Ganovenoutfit gezeichnet, kein Mitglied bei den Pionieren, grob und unkameradschaftlich gegenüber den anderen Kindern und darüber hinaus noch ein Fan von westlichen Groschenromanen, hier mit dem schon seit der Zeit der Weimarer Republik verwendeten Kampfbegriff "Schund- und Schmutzliteratur" versehen. Als dann auch noch drei Rhesusaffen aus dem Zirkus gestohlen werden, fällt daher der Verdacht logischerweise schnell auf Bumm, der zu allem Überfluss auch noch Richtung Westen verschwindet...

Natürlich wird am Ende alles zur allseitigen Zufriedenheit gelöst und auch Bumm, frisch bekehrt und geläutert, wird als neuer Pionier in die sozialistische Gemeinschaft der Zirkuskinder aufgenommen. Das wirkt aus heutiger Sicht sehr klischeehaft, da hier wirklich alle Stereotype der Zeit Verwendung finden. Ein typisches Buch der 50er Jahre und deren Moralvorstellungen, die sich vor allem an der Wandlung der Figuren Bumm und Fiete manifestieren, sowie ein Kinderroman mit vielen heute sehr fremdartigen Dingen wie Kinowochenschau oder ein Zirkusgastspiel als tagelanges gesellschaftliches Hauptereignis der Stadt. Diese Zeiten sind wahrlich lange vorbei. Dennoch: durchaus immer noch als lesenswert zu betrachten, interessierte Kinder (die landestypische Altersempfehlung nennt eine geeignetes Lesealter ab 11 Jahren) sollten aber die eine oder andere erklärende Anmerkung von Erwachsenen mit auf den Weg bekommen.


Die Fussball-WM ~ Klassikersammlung 34 ~ Achtelfinale 2006 ~ Deutschland-Schweden 2:0
Die Fussball-WM ~ Klassikersammlung 34 ~ Achtelfinale 2006 ~ Deutschland-Schweden 2:0
Wird angeboten von dvd-schnellversand
Preis: EUR 4,95

4.0 von 5 Sternen Poldis großer Tag, 26. Mai 2010
Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland veröffentlichte die "BILD am Sonntag" zusammen mit dem Sammelserien-Spezialisten DeAgostini eine ursprünglich auf 30 Ausgaben angelegte, dann aber mit den hinzugefügten sieben Spielen der DFB-Elf bei der WM auf 37 DVDs erweiterte Reihe, die große Partien der deutschen Elf bei Weltmeisterschaften sowie einige Klassiker ohne deutsche Beteiligung in nicht-chronologischer Reihenfolge enthielt. Allen Scheiben war ein Begleitheft mit weiterführenden Informationen über Vorgeschichte, Hintergründe sowie statistischen Elementen wie Aufstellungen etc. beigefügt.

Diese erste K.O.-Begegnung der deutschen Mannschaft bei der Heim-WM 2006 hat ein Vorspiel - das letzte Gruppenmatch gegen Ecuador (Ausgabe 33 der Edition). Dort wurde der in den Spielen zuvor formschwache Lukas Podolski solange mit Zuspielen gefüttert, bis ihm in der zweiten Halbzeit das erlösende Erfolgserlebnis gelang. Wie wichtig das Tor nach so langer Ladehemmung war, zeigte sich nun gegen Schweden, wo ein insgesamt wie entfesselt aufspielendes deutsches Team die hoffnungslos überforderten Schweden in den ersten 30 Minuten förmlich überrannte. Scheinbar mühelos zirkulierte der Ball durch die eigenen Reihen, um immer wieder gefährlich zu den Sturmspitzen Klose und Podolski zu gelangen. Ersterer bereitete unfreiwillig (Tor 1) bzw. genial (Tor 2) beide Treffer vor, zweiterer versenkte die Bälle unerbittlich im Tor. "Aktion Sorgenpoldi" (O-Ton Kommentator Béla Réthy) hatte wahrlich Wirkung gezeigt. Eine solch überzeugende Halbzeit sah man von der DFB-Elf erst wieder zwei Jahre später beim EM-Viertelfinalspiel gegen Portugal.

Nie hatte man den Eindruck, um den Sieg zittern zu müssen, nicht einmal beim meines Erachtens nach zu Unrecht gegebenen und von Henrik Larsson über die Latte gedonnerten Strafstoß. Die seit der 35. Minute dezimierten Schweden (die erste gelbe Karte gegen Lucic ging in Ordnung, gelb-rot für leichtes Trikotzupfen im Mittelfeld war hingegen sicherlich überzogen) enttäuschten nach ihrem großartigen letzten Gruppenspiel gegen England auf der ganzen Linie. Daher ist es auch unverständlich, warum das Begleitheft in der Kategorie "Helden des Tages" auf skandinavischer Seite Larsson, Freddie Ljungberg und den allgemein ein schwaches Turnier spielenden Sturm-Riesen Zlatan Ibrahimovic benennt. Bester Schwede auf dem Platz war eindeutig Torhüter Andreas Isaksson, dem allein zu verdanken war, dass das Ergebnis nicht deutlicher ausfiel, da sich die deutsche Mannschaft in der zweiten Halbzeit weitestgehend darauf beschränkte, das Spiel zu kontrollieren.

Das galt allerdings nicht für den deutschen Kapitän. Michael Ballack, bei dieser WM defensiver ausgerichtet, versuchte hier mit aller Macht zum Torerfolg zu bekommen. Unaufhörlich bedrängte er das schwedische Tor mit Fernschüssen, allein der Pfosten und Isakson entschärften vier der neun Anläufe. Wie man heute weiß: es sollte im gesamten Turnierverlauf nicht klappen...

Schade an diesem ZDF-Mitschnitt, dass im Gegensatz zu den ARD-Pendants die Vorreportagen und Halbzeitanalysen entfernt wurden. So bekommt man einzig und allein noch die Anmoderation von Johannes B. Kerner und die Tips von Urs Meier und Jürgen Klopp geboten, wobei der damalige Mainzer und heutige Dortmunder Trainer mit seiner 2:0-Voraussage goldrichtig lag. Somit für den spartanischen Inhalt etwas Wertungs-Abzug.


Do They Know It's Christmas?
Do They Know It's Christmas?
Wird angeboten von reMox
Preis: EUR 1,96

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der gute Wille zählt..., 20. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Do They Know It's Christmas? (Audio CD)
So sicher wie in das Amen in der Kirche ist die jährliche Dauerrotations-Beschallung zur Adventszeit mit den unvermeidlichen Weihnachtsheulern "Last Christmas" von Wham! und "Do They Know It's Christmas?" des von Midge Ure und Bob Geldof 1984 angesichts der Hungerkatastrophe in Äthiopien ins Leben gerufenen Benefiz-Projekts Band Aid. Auch wenn beide Songs in den über 25 Jahren inzwischen deutlich Patina angesetzt haben, kann ich sie persönlich immer noch problemlos und gern zu gegebener Zeit hören. Anders sieht es mit dieser von der heutigen Gattin in die Beziehung gebrachten Maxi-CD aus.

Wozu also ein Bumm-Bumm-Dance-Aufguss? Anno 1994 griffen sich zum 10jährigen Jubiläums des Songs die damals führenden Produzenten- und Technoprojekte Deutschlands die bekannte Melodie, drehten den Geschwindigkeits- und BpM-Regler ordentlich nach oben, fügten ein paar zum Teil arg schwachbrüstige Vocals hinzu und packten alles in den damals vorherrschenden Happysound - fertig. Musikalisch ist das so notwendig wie ein Kropf, ohnehin wirkt das Ganze wie ein fix zusammengeschluderter Schnellschuss. Ausgewiesen sind auf der insgesamt 14 Minuten langen CD nur zwei Tracks (Radio und Rave Mix), als Extra ist aber noch eine A cappella-Version dreingegeben, die allerdings besonders schlampig produziert wirkt, hört man doch auf den Aufnahmen der teilweise erschreckend dünnen und tonunsicheren Stimmen recht deutlich die Sounds aus den Kopfhörern der Gesangsakrobaten.

Einen Extrapunkt gibt es für den guten Zweck, flossen doch alle Einnahmen des in meiner Erinnerung nicht sonderlich von Chartserfolg gekrönten Projekts der Deutschen Welthungerhilfe zu. Na immerhin...


Die göttliche Komödie. 3 Audio-CDs.
Die göttliche Komödie. 3 Audio-CDs.
von Dante
  Audio CD

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrtausendwerk - neu interpretiert, 19. Mai 2010
Bei einem fast 700 Jahre alten Text der Weltliteratur liegt es in der Natur der Sache, dass er immer wieder neu übersetzt, interpretiert, gekürzt und verändert wird. Dies ist auch bei Dante Alighieris Jahrtausendwerk "Die göttliche Komödie" nicht anders, das hier - gesprochen von den Schauspielern Hannes Messemer, Siemen Rühaak und Thomas Holtzmann - in einer vom WDR produzierten Hörspielversion auf 3 CDs vorliegt. Bedenkt man die Länge des italienischen Originals von insgesamt 14.233 Versen wird schnell klar, dass es sich um eine deutlich gekürzte Fassung handeln muss. Tut dies der Intensität der Geschichte um Dante und seine fantastische Reise in Hölle, Purgatorium und Paradies einen Abbruch? Ich meine: nein!

Die Handlung ist bekanntermaßen derartig komplex, dass Interpretationen und Untersuchungen zur "Divina Commedia" ganze Buchregalreihen füllen. Zu gewaltig ist die Mischung aus theologischen, philosophischen, historischen und politischen Elementen, Anspielungen und Fakten. Doch selbst wenn man den gesamten intellektuellen Überbau einmal ins zweite Glied rücken lässt, bleibt immer noch ein wunderbar poetischer und anrührender Text übrig, der einerseits eine emotional höchst eindrucksvolle Liebeserklärung an die angebetete Beatrice darstellt und darüber hinaus ein umfassendes Bild von der mittelaterlichen Vorstellung von Himmel, Erde und Unterwelt bietet. Dantes Reise durch die Kreise der Hölle mit all ihren Scheußlichkeiten und Qualen der Sünder in Begleitung des antiken Dichters Vergil ist somit nicht nur Abenteuer und spirituelle Erfahrung sondern gleichzeitig für den Zuschauer auch noch höchst bildungsvermittelnd. Zu Recht ein ganz großes Werk der Weltliteratur!

Die drei Sprecher intonieren den Text mit dem Können von theatererfahrenen Schauspielern. Unterstützt von teils dramatischen Soundeffekten und passend gestalteter Musik ergeben sich für den Hörer eindrucksvolle und realistische Bilder vor dem inneren Auge. Und somit darf hier durchaus die Höchstwertung verliehen werden, auch wenn man gern noch eine weitere Beschäftigung mit Dantes Ausnahmedichtung in Form einer gedruckten Gesamtausgabe anraten darf - es lohnt sich.


JAG: Im Auftrag der Ehre - Die fünfte Season, Teil 5.1 [3 DVDs]
JAG: Im Auftrag der Ehre - Die fünfte Season, Teil 5.1 [3 DVDs]
DVD ~ David James Elliott

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewohnt solide Serien-Qualität, 18. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Auch die fünfte Staffel der Erfolgsserie erschien zum Ärger der Fangemeinde wieder in zwei Vollpreis-Boxen á 3 DVDs. Das Hü und Hott der Veröffentlichungspolitik von Paramount habe ich in meinen bisherigen JAG-Rezensionen mehrfach angesprochen, geradezu absurd wirkt mittlerweile, dass neben der zweiten auch die siebente Staffel in einem Schuber erschienen ist.

Die vierte Season endete mit dem Abschied Lieutenant Commander Harmon Rabbs vom JAG-Corps und seiner Rückkehr zu einer Marinefliegereinheit an Bord des (fiktiven) Flugzeugträgers USS Patrick Henry. Dieser operiert in der Adria, da die US-Einheiten die Flugverbotszone über dem Kosovo kontrollieren sollen. Somit spielen die ersten Folgen überwiegend an Bord, doch Rabbs Abwesenheit bei den Militärjuristen ist nicht von langer Dauer...

Wie gehabt beinhaltet die Box 12 Episoden in ordentlicher Bild- und Tonqualität. Durch den Kosovo-Einsatz stieg der Anteil actionorientierter Folgen, dennoch wurde eine ausgewogene Mischung aus Szenen im Gerichtssaal, zwischenmenschlichen Problemen und Emotionen und historischen Rückblicken gefunden. In der überwiegend 1969 spielenden Episode "Ghosts of Christmas Past /Sein letzter Einsatz", die Rabb erneut mit dem Schicksal seines Vaters konfrontiert, wird nicht zum letzten Mal der originelle Kniff benutzt, alle Hauptdarsteller in andere Rollen schlüpfen zu lassen.

Das Folgen-Dutzend hat wenige echte Durchhänger zu bemämgeln, meine persönlichen Favoriten finden sich in den Episoden "Rogue/Bomben auf New York", "The Colonel's Wife/Drogenrazzia in Panama" und "Into The Breech/Ein alter Fall in neuem Licht".


Walking to Heaven
Walking to Heaven
Wird angeboten von kaleidoscope-music
Preis: EUR 5,79

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gepflegtes Stück Synthie-Nostalgie, 13. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Walking to Heaven (Audio CD)
In den Jahren 1993/94 fanden so einige Erzeugnisse aus dem Bereich Synthie Pop den Weg in das heimische CD-Regal und auch der durch mehrmaliges Hören in meinem damaligen bevorzugten Club in den persönlichen Aufmerksamkeitsfokus gerückte Singlehit der Berliner Blind Passengers gehörte zu diesen umfangreichen Anschaffungen.

Zu diesem Zeitpunkt wandelte die damals noch als Trio agierende Band schwer auf den Pfaden von Depeche Mode & Co. und somit gibt es im Gegensatz zu den einige Jahre später vorherrschenden Bratgitarren-Klängen rein elektronische und sphärische Sounds zu hören. Das Titelstück liegt in zwei Mixen vor, die sich dankenswerterweise beide von der Albumversion des Debüt-Longplayers "The Glamour Of Darkness" unterscheiden. Kann die reichlich sechsminütige Nepal Version mit einigen meditativen Anleihen punkten, bekam der Radio Edit ein vom Sound eines damaligen Werbespots der mittlerweile längst verblichenen Kosmetikmarke GAMMON inspiriertes Intro spendiert.

Positiv an diesem Tonträger ist anzumerken, dass mit "Stop The Nation" und "Your Smell" nicht einfach anderswo bereits veröffentlichte Füllmasse, sondern zwei echte Non Album-Tracks verwendet wurden, wobei besonders letzterer eine prima B-Seite darstellt. Das macht zwar insgesamt nur etwas mehr als 18 Minuten Musik aus, allerdings ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis inklusive. Die Musikwelt wird mit dieser Maxi nicht eingerissen, sie ist dennoch ein immer wieder gern gehörter Teil meiner Musiksammlung.


Der große Gatsby. SZ-Bibliothek Band 4
Der große Gatsby. SZ-Bibliothek Band 4
von F. Scott Fitzgerald
  Gebundene Ausgabe

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In meinen Augen etwas überbewertet, 10. Mai 2010
Bei der Anschaffung der gesamten SZ-Bibliothek gerieten einerseits wahre Meisterwerke (wie beispielsweise Umberto Ecos "Der Name der Rose") als auch in meinen Augen Totalausfälle ("Der Untergeher" von Thomas Bernhard) in meinen Besitz. "Der große Gatsby" des Amerikaners F. Scott Fitzgerald (1896-1940) aus dem Jahre 1925 liegt irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Erzählt wird die Geschichte des Jungmillionärs Jay Gatsby, der in den aufregenden 1920er Jahren versucht, ohne Rücksicht auf sich, sein Vermögen und gesellschaftliche Widerstände die Zuneigung seiner großen Liebe Daisy, die in seiner Abwesenheit während seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg einen anderen heiratete, zurückzugewinnen. Doch unaufhörlich steuert alles auf die große Katastrophe zu...

Es bringt einen schon manchmal ins Grübeln, warum man ein von der Literaturhistorie als großen Roman geadeltes Werk nicht so recht in sein privates "Finde ich toll!"-Portfolio aufnehmen mag. Ist man einfach zu unintellektuell, um die Kriterien der Kritikergilde nachzeichnen zu können oder ist alles nun doch nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, über den sich bekanntlich (nicht) streiten lässt? An vorliegendem Buch stört mich vor allem der unglaublich zähe Fluss der Handlung, die bis auf die dramatischen Wendungen gegen Ende nur spröde und spannungsarm vor sich hin tröpfelt. Für die dem Roman immer wieder zugeschriebene Gesellschaftskritik fehlt mir hier einfach ein tieferer und umfassenderer Einblick in eine der ereignis- und abwechslungsreichsten Dekaden des 20. Jahrhunderts.

"Der große Gatsby" ist kein schlechtes Buch, mit Sicherheit nicht. Zieht man aber ähnlich hochgehandelte Romane - wie beispielsweise das zu etwa der gleichen Zeit erschienene "Ulysses" von James Joyce - als Vergleichsmuster heran, dann verliert Fitzgeralds Werk den Wettbewerb sehr deutlich. Immerhin stand mit der Figur des Meyer Wolfsheim ein Handlungscharakter für den Namen einer meiner favorisierten Bands Pate.


Das Rätsel der Sandbank (4 DVDs) - Große Geschichten 2
Das Rätsel der Sandbank (4 DVDs) - Große Geschichten 2
DVD ~ Peter Sattmann

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nostalgieerlebnis mit tollen Naturbildern, 1. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In meiner hart am Rande des sogenanten "Tals der Ahnungslosen" gelegenen DDR-Heimatstadt war die Empfangbarkeit des bundesdeutschen Fernsehens immer eine wetterabhängige Glückssache, musste man doch auf das terrestrische Antennensignal des fast 200 Kilometer entfernten Westberlins zugreifen. Und so kam es auch durchaus vor, dass man Serien eben nicht komplett sehen konnte, weil gerade im entscheidenden Moment wieder nur der verhasste Schnee auf dem Schirm zu sehen war. Das ging mir unter anderem 1985 mit der großartigen Serie "Das Rätsel der Sandbank" so, weswegen ich schon alleine aus nostalgischen Gründen sehr erfreut über die DVD-Veröffentlichung dieses Zehnteilers bin.

Zum Teil etwas sehr frei nach Motiven des gleichnamigen Romans von Robert Erskine Childers aus dem Jahre 1903 gestaltet, erzählt die Serie die Geschichte der zwei englischen Segler Arthur Davies (Burghart Klaußner) und Carruthers (Peter Sattmann), die im Herbst 1904 auf der kleinen Segelyacht "Dulcibella" im deutschen Wattenmeer unterwegs sind. Davies will, als Entenjäger getarnt, die Küste der ostfriesische Inseln kartographieren und sich damit für eine Offizierslaufbahn bei der Royal Navy empfehlen. Doch er und der darüber zunächst im Unklaren gelassene ehemalige Schulkamerad Carruthers - ein Dandy, der im britischen Außenministerium beschäftigt ist - geraten in eine brisante und lebensgefährliche politisch-militärische Affäre hinein, in der der angeblich schwedische Kaufmann Dollmann (Gunnar Möller) und seine Tochter Clara (Isabell Varell) eine mysteriöse Rolle spielen...

Für heutige Sehgewohnheiten wirkt der Erzählstil der Serie etwas gemächlich, richtig Fahrt nimmt die Handlung erst ab Folge drei auf. Dann wird es aber spannend, denn das fiktive Szenario einer möglichen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Kaiserreich und dem britischen Empire, das Childers kurz nach der Jahrhundertwende entwickelte, wirkt angesichts des 11 Jahre später ausgebrochenen Ersten Weltkriegs aus nachträglicher Sicht geradezu seherisch.

Natürlich sieht man auch in technischer Hinsicht der Serie ihr Alter etwas an. Bild und Ton gehen aber noch mit vertretbaren Mängeln durch, vielmehr bemerkt man die heute doch arg gestrig wirkenden Kombinationen aus Studio- und Außenaufnahmen oder die unnatürlich ins Bild hineinkopierten Motive eines eine Schleuse passierenden Kriegsschiffs. Gelegentlich kann man sogar im Hintergrund fahrende Autos erkennen.

Dies wird jedoch wettgemacht von großartigen Bildern der rauen Nordseelandschaft, den eindrucksvollen Veränderungen des Wattenmeers bei Gezeitenwechsel und dem guten Spiel der beiden Hauptdarsteller, die sowohl Seglerkameradschaft als auch den beim Leben auf so engem Raum nicht ausbleibenden "Bootskoller" gut zu vermitteln wissen. Peter Sattmann verändert sich vom anfangs versnobten Londoner Salonlöwen zum zupackenden Naturburschen, während der bedauernswerte Burghart Klaußner sich in nahezu jeder Folge nackt in die sichtlich unwirtlich kalten Fluten stürzen musste. Gunnar Möller und Dietmar Mues geben ihre zwielichtigen Nebenrollen ebenfalls sehr gut, während man Isabell Varell in ihrer ersten richtigen Schauspielertätigkeit doch noch eine gewisse Hölzernheit attestieren muss, wofür sie aber mit dem mit mächtiger Röhre intonierten Titelsong entschädigt.

Die Box mit ihren vier DVDs ist sehr ansprechend gestaltet, einzig und allein am Bonusmaterial wurde arg gespart. Der als "Drehbericht" annoncierte Vierminüter auf DVD 4 stammt dem eingeblendeten Logo nach aus dem Bremer Regionalmagazin "buten un binnen" und ist daher eher ein kurzer Nachrichtenbeitrag als ernsthafte Dokumentation zum Thema. Hier hätte ich mich eher über rückblickende Interviews oder Audiokommentare mit den Protagonisten gefreut. Doch trotz dieses Mangels ein ganz tolles Stück deutscher TV-Geschichte!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 31, 2012 4:10 AM MEST


Pressure Points
Pressure Points
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 27,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch frischer Wave-Klassiker, 28. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Pressure Points (Audio CD)
Während sich Anne Clark in ihren späteren Jahren vor allem eher ruhig-besinnlicheren Tönen mit dem verstärkten Einsatz akustischer Instrumente auf die Fahnen schrieb, gibt es auf ihrem 1985er Album noch die für diese Dekade typische Electro-Dröhnung zu hören. Unverändert für damals wie für heute gilt, dass die tiefsinnige Spoken Word-Poetik der Britin einen einzigartigen Platz im schnelllebigen Musikgeschäft einnimmt.

Gleich zu Beginn bekommt man mit "Heaven" wohl einen DER Wave-Klassiker um die Ohren gehauen. Vom Sound her so etwas wie Frankie Goes To Hollywoods "Relax" auf Full Speed schreit Miss Clark hier ihre ganze Enttäuschung und Frustration heraus, dazu fährt der Song unheimlich in die Beine - ganz großes Tennis! Auch das folgende "Red Sands" bumpert im gleichen Vollgastempo vorwärts, noch zusätzlich unterstützt von fetten Gitarrenriffs im Hintergrund. Umso bemerkenswerter, dass nicht stur die gleiche Schiene weitergefahren wird, sondern mit einem der melancholischen Höhepunkte, "Alarm Call", dem deprimierenden "Tide" und dem etwas an Songs von OMD erinnernden "The Interruption" in deutlich ruhigere Gewässer gesteuert wird.

Mit "The Power Game" hält das 80er-typisch mit 31 Minuten nicht eben üppig lange Album noch einen weiteren Knaller bereit. In geradezu entrüstetem Tonfall tut Anne Clark ihren Unmut über politische Bevormundung kund - auch nach 25 Jahren ein nicht eben unaktuelles Thema. "World Without Warning" - vom Klang am ehesten mit "Japan meets Drama" zu beschreiben - weckt noch einmal mächtig auf, bevor eine der wohl klassischsten Platten des Genres mit "Bursting" und dem trotz Gitarrenunterstützung fast schon synthiepoppigen "Lover's Retreat" eindrucksvoll zu Ende geht. Ein Schmuckstück meiner Musiksammlung!


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