Profil für Rosha > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Rosha
Top-Rezensenten Rang: 2.014
Hilfreiche Bewertungen: 247

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Rosha

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15
pixel
Der Duft der Omega-Wölfe 2
Der Duft der Omega-Wölfe 2
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Frage nach Moral in einer dystopischen Welt, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Duft der Omega-Wölfe 2 (Kindle Edition)
Vernon glaubt Dariel gesehen zu haben. Beeinträchtigt durch seinen Drogenrausch kann er jedoch nicht sagen, ob dies Realität oder Wunschdenken war. Dennoch rüttelt ihn dieses Erlebnis derart auf, dass er seinen selbstzerstörerischen Kurs verlässt und seine Aktivitäten wieder neu zentriert. Die Hoffnung, die er schon erloschen glaubte, ist neu entfacht. Unterstützt von seinem Freund Dominik findet Vernon die Kraft seinen eigenen Weg zu gehen. Den Lebensentwurf, den sich seine Eltern für ihn gewünscht und geplant haben, hebelt er damit aus. Es kommt zum Bruch zwischen Vernon und seinem Vater.

Von unbekannter Seite erhält Vernon Unterstützung und erstmals erkennt man, dass die Klan-Strukturen doch nicht so zementiert sind, wie sie zunächst wirkten.

Die Geschichte um die Omega-Wölfe weist verschiedene Wahrnehmungsebenen auf. Es gibt die personelle Ebene, auf der Vernon und Dariel um etwas scheinbar Unmögliches kämpfen, das doch das Selbstverständlichste der Welt sein sollte: um das Recht, sich lieben zu dürfen. Eingebettet in eine dystopische Welt, die mit Fantasyelementen angereichert ist, bildet diese die zweite Ebene. Sie entführt den Leser in eine fremde Umgebung, weg aus bekanntem Terrain. Und doch, die dritte Ebene, eine politische, die ganz dezent als Subkontext auftritt, ist der Anker zur Realität, der mich als Leser Parallelen ziehen lässt. Zu Ereignissen, die die Menschheit erschüttert haben. Sie geben der Geschichte eine Tiefe, die zum Nachdenken anregt.

Das Ende war für mich persönlich etwas zu rosa eingefärbt, aber ich denke, die sehr dramatischen Ereignisse rechtfertigen das ohne weiteres. Sozusagen zur Beruhigung aufgepeitschter Gemüter. ;-)

Fazit: Ein gelungener Entwurf, eindringlich, aber auch verstörend. Vor allem deshalb, weil diese fiktive Gesellschaft uns auch einen Spiegel vorhält. Denn die Frage, wie viel Zivilcourage man selbst in Grenzsituationen aufbringen würde, mag nicht unbedingt angenehm oder gar einfach zu beantworten sein.


Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich
Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich
von Kjersti A. Skomsvold
  Broschiert
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Einsamkeit aufgrund emotionaler Defizite, 22. Juli 2014
Auf dem Umschlag der TB-Ausgabe steht folgende Aussage:

"Eine Liebesgeschichte, wie sie schöner nicht sein könnte." Spiegel online

Dieser Satz mag für viele Bücher passen, für dieses hier überhaupt nicht.

Hauptfigur, aus deren Sicht (Ich-Persepektive, Präsens) erzählt wird, ist die fast 100-jährige Mathea. Sie ist ziemlich verschroben, wirkt etwas dumm und daraus resultierend komisch (weil sie alberne Dinge sagt und tut), was mit Sicherheit von der Autorin so beabsichtigt war. Matheas Verschrobenheit ist jedoch ab dann nicht mehr lustig, sobald man merkt, dass sie sich aus ihrer Unfähigkeit zu Sozialkontakten ergibt.
Das Problem, nicht auf andere Menschen zugehen zu können, mit ihnen in normalem Maß zu interagieren, hat Mathea bereits als Kind. Einzig ihren zukünftigen Mann Niels, den sie nur Epsilon nennt, lässt sie in ihr Leben. Und leider ist er auch ihr Leben. Eine Bürde und auch ein Gefängnis für den Mann, der das tapfer trägt, denn er liebt seine Frau. Doch leicht ist es mit Sicherheit nicht.

Das alles erfährt der Leser aus Rückblicken, die die Autorin sehr geschickt in den Handlungsverlauf einarbeitet. Normalerweise mag ich keine Rückblenden, aber hier bremsen sie die Erzählung nicht aus, sie präsentieren sich gleichwertig zum gegenwärtigen Erzählstrang.

Die Gegenwart ist sehr ernüchternd: Epsilon ist tot und Mathea leidet unter ihrer Einsamkeit. Sie versucht Kontakte zu knüpfen, auszubrechen aus ihrem emotionalen Gefängnis.

Dem Leser wird vorgeführt, wie armselig diese Frau ist, die von sich selbst behauptet, ihre beste Leistung im Leben ist das Anfangen einer neuen Klorolle, weil ihr das gelingt, ohne Risse ins Papier zu machen. Sie traut sich einfach nichts, bekommt schon Herzrasen, als ein Fremder sie nach der Uhrzeit fragt.
Was hier gezeigt wird, ist keine amüsante alte Dame, die ihre Schrullen pflegt. Es ist eine Frau, die unter massiven, psychischen Defiziten leidet. Äußerst deprimierend.
Dass ihr Mann dieses Leben an ihrer Seite ausgehalten hat, mag man vielleicht für die große Liebe halten. Ich sehe das nicht so romantisch. Der Mann hatte einfach Pflichtgefühl, denn er hat erkannt, dass seine Frau ohne ihn nicht lebensfähig ist.

Ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt.


Lost/Found
Lost/Found
Preis: EUR 6,99

5.0 von 5 Sternen Die Plotkonstruktion als Kunstwerk, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Lost/Found (Kindle Edition)
Diese Kurzgeschichtensammlung ist ein Genuss. Sprachlich sind die Texte exzellent und vielseitig, jeweils dem Sujet angepasst. In ihrer Thematik könnten sie nicht unterschiedlicher sein:

- Die Sprache der Liebe
Eine Frau, die verzweifelt alles versucht, schwanger zu werden.

- Verdammtes Material
Ein Mann, der durch Zufall an eine Information gerät, von der er sich Profit verspricht.

- Die Kunst der Preisfindung
Ein Mann, der sich zurückbesinnt an einen Tag in seiner Jugend, der sich als Wendepunkt für seine berufliche Laufbahn herausstellte.

- Die Falte
Ein Jugendlicher, der seine Cousine zur seltsamen Lehrerin Mrs. Itagaki begleitet und eine wundersame Entdeckung macht.

- Eine Nacht in Kali Yuga
Ein Sprachwissenschaftler, der in Tanger verzweifelt mit einer Entscheidung ringt, die seine berufliche und private Zukunft betrifft.

- Der Alte im grünen Gewand und die Kappe des Chauffeurs
Der Nigerianer Yannik versucht seine schwangere Cousine Lina nach Europa zu bringen.

- Deutsche Mechanik
Ein Künstler, der Plastiken fertigt, steht kurz davor ein monumentales Werk fertigzustellen.

Einzeln gelesen sind sie schon ein Genuss, doch der eigentliche Clou besteht darin, dass die Kurzgeschichten alle miteinander in Verbindung stehen. Dem Autor ist eine hervorragende Plotkonstruktion gelungen und am Ende erkennt man das große Ganze, das hinter diesen Einzelteilen steht. Ein Plädoyer dafür, dass alles im Fluss ist und miteinander in Verbindung steht, unbemerkt und unerkannt vom Individuum.

Wie der Titel präzise aussagt, geht es um das Verlieren und Finden im Leben, aber auch um die Möglichkeit der Gleichzeitigkeit. Alle, die etwas verloren haben, haben etwas anderes dazugewonnen. Oftmals ohne sich dessen bewusst zu sein. Der Leser kann dies von seinem Beobachtungsposten aus wahrnehmen und es liegt etwas Hoffnungsvolles, Aufmunterndes in diesen Gleichungen. Verlieren und finden kann man die verschiedensten Sachen: Materielles, aber auch Ansichten, Hoffnungen, Vorstellungen und Wünsche. Dieses Buch beschreibt nichts weniger als die Mechanismen des Lebens. Texte, die nachhallen, über die es nachzudenken lohnt. Großes Kino.


Der Duft der Omega-Wölfe
Der Duft der Omega-Wölfe
von Sigrid Lenz
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Recht des Stärkeren - wie weit darf es gehen?, 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Duft der Omega-Wölfe (Broschiert)
Eine dystopische Welt breitet sich vor dem Leser aus. Durch genetische Experimente entstand eine neue menschliche Rasse: die Wölfe. Äußerlich gleichen sie den Menschen, doch sind sie stärker, schneller und vermeintlich besser. Sie leben in Klans, abgegrenzt von den normalen Menschen, doch in friedlicher Koexistenz. Der eigentliche Problemherd liegt innerhalb der Wolfsgemeinschaft, denn es gibt unterschiedliche Ränge. Alpha, Betas und Omegas. Letztere werden wie Abschaum behandelt, fallen mit der Geschlechtsreife in den Zustand von Sklaven, werden vor allem sexuell ausgebeutet. Denn es gibt einen fatalen Berührungspunkt zwischen den Kasten: Pheromone, die von Omegas gebildet werden, denen die Alphas nicht widerstehen können.

Alphas, die sich bedingungslos als überlegen betrachten, lasten diese ureigene, vermeintliche Schwäche den Omegas an, machen sie für die eigene Willenlosigkeit verantwortlich. Die Macht des Stärkeren ist hierbei auf ihrer Seite. Sie diktieren die Bedingungen, unter denen die Omegas zu leben, zu leiden und vor allem zu sterben haben. Der in Kauf genommene Genozid einer ganzen Rasse wird uns vorgeführt.

Die Autorin präsentiert uns ein Thema, das in der Menschheitsgeschichte nicht unbekannt ist. Im andersartigen Kontext einer fiktiven Gesellschaft erhält diese Problematik eine neue Perspektive und regt an nachzudenken, zu reflektieren.

Als Leser werden wir mitten hinein genommen in das Geschehen, erfahren unmittelbar was es bedeutet ein Alpha und ein Omega zu sein anhand der Protagonisten Vernon und Dariel. Sie begegnen sich als Jugendliche nur kurz, unterhalten sich, toben gemeinsam im See. Doch diese wenigen Stunden reichen aus, ein Band zwischen beiden zu weben. Es zerreißt nicht, auch wenn sie sich nicht mehr sehen. Zu unterschiedlich sind ihre Lebenswelten. Vernon gehört der Herrscherklasse an. Er ist ein Alphawolf. An Dariel, einen Omega zu denken, sich nach ihm zu sehnen, stürzt ihn in heftige Konflikte. Er sucht nach Dariel, stellt sich damit gegen die Konventionen, tritt Ereignisse in Gang, die bedrohliche Ausmaße annehmen. Gleichzeitig lernen wir die Welt Dariels kennen, die aus Erniedrigung, Gewalt, Vergewaltigung und Zwangsprostitution besteht.

Den Leser erwartet kein romantisch-kuscheliger Liebesroman, doch auch bei aller bestürzenden Eindringlichkeit der Erzählung schlachtet die Autorin nichts in reißerischer Manier aus. Gewaltbeschreibungen werden niemals zum Selbstzweck.

Es stellt sich die Frage: Kann ein einzelner überhaupt etwas verändern? Lohnt es sich zu kämpfen, selbst wenn man es nicht für möglich hält? Mit dem Ende des ersten Teils sind diese Fragen noch nicht beantwortet, der Spannungsbogen befindet sich im Zenit. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.


Wer ist Martha?: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Wer ist Martha?: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Marjana Gaponenko
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Humorvoll und prall gefüllt mit Sprachbildern, 13. Juni 2014
Der 96-jährige Ornithologe Luka Lewadski erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Statt sich einer belastenden Chemotherapie auszusetzten, beschließt er, seine letzten Tage in einem Luxushotel zu verbringen.

So traurig sich die Grundlage dieses Buches anhört, so luftig leicht ist dieser Text geraten. Nicht das Sterben, sondern das Leben ist Thema dieses Romans. Der Leser erfährt vieles, was Luka in 96 Lebensjahren widerfahren ist.

Trotzdem ist es nicht die Geschichte, die dieses Buch trägt, es ist ihre Art zu Schreiben, mit der mich die Autorin gefangen genommen hat. Schon lange nicht mehr habe ich derart viele, gelungene Sprachbilder in einem Roman versammelt gesehen. Präsentiert mit einem lustvollen Humor, der mich amüsiert, bereichert und köstlich unterhalten hat. Im Grunde ist eine Rezension überflüssig. Man sollte die Autorin selbst zu Wort kommen und ihre Qualität beweisen lassen. Was ich hier mit ein paar Zitaten tun möchte:

S. 81
Er freute sich über seinen Hut und den Trinkstock, der sich wie ein hagerer Windhund an Lewadskis dünnes Bein lehnte.

S. 95
Ein weißer Pappbecher wurde in regelmäßigen Abständen vom unsichtbaren Fuß des Windes getreten. Ruhe, unfassbare Ruhe wie nach einem Donnerschlag breitete sich in Lewadskis schmächtigem Körper aus. Bitter und beängstigend. Schwindelerregend. Eine transparente Zwiebelschale in der dünn gewordenen Suppe von Lewadskis Leben.

S. 100
Der Aufzug ließ nicht lange auf sich warten und öffnete seine goldene Brust.

S. 110
Mürrisch gießt sich Lewadski Tee ein, dabei fällt es der Teekanne ein, sich ihren Deckel vom Kopf zu reißen und auf den Teppichboden zu schleudern.

S. 158
… seine Stimme wird immer zärtlicher, als schmelze eine scharfkantige Bonbonscheibe unter seiner Zunge.

S. 165
Lewadskis Augenbraue kriecht als magere Raupe auf sein Schädelplateau, wo nichts wächst, was sie allerdings noch nicht weiß.


Das Geheimnis der Flamingofrau - Erotische Erzählung
Das Geheimnis der Flamingofrau - Erotische Erzählung

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erotik, Spannung und Niveau, 10. Juni 2014
Sich allein auf den Inhalt dieser Erzählung zu beschränken, wird ihr nicht gerecht. Inhaltlich verquickt die Autorin sinnliche Erotik mit einer großen Portion Spannung. Diese wiederum bezieht sich aus der Unvorhersehbarkeit der Geschehnisse. Als Leser taste ich mich von Szene zu Szene, darauf gefasst, dass alles passieren könnte.

Die Erzählstruktur erinnert mich an Paul Auster. Eine Geschichte in der Geschichte wird präsentiert. Ein Schriftsteller entwickelt eine Handlung, die Anlehnung in der Wirklichkeit nimmt. Wir als Leser erfahren beides, die Situation des Schreibenden und das was er schreibt. Grenzen verschwimmen, Realität und Fiktion greifen ineinander. Eine glänzende Idee, denn man liest atemlos weiter.

Die Erotik in diesem Buch ist geschmackvoll und sinnlich dargestellt. Wie eine handgefertigte Praline.

Mein Fazit: Ich werde mit Genuss noch die beiden anderen Kurzgeschichten der Autorin lesen und hoffe sehr auf einen Roman. :-)


Albenbrut - Ein bindender Eid
Albenbrut - Ein bindender Eid
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Junge Liebe, eingebettet in Mittelalter-Fantasy, 30. Mai 2014
In der Gesellschaft, die dem Leser hier präsentiert wird, gibt es Menschen, die sich der Zauberei bedienen können. Sie sind mächtig, doch um Kriege zu verhindern, wird diese Macht reglementiert und kontrolliert. Alle Menschen mit magischen Begabungen müssen sich einem Orden verschreiben und einen Eid auf den König leisten. Im Grunde genommen eine subtile Form von Sklaverei.

Tankred ist von klein auf Teil dieses Systems, lebte bislang in relativer Zufriedenheit. Doch dann begegnet er Alea. Dieser junge Mann übt eine unglaubliche Anziehungskraft auf ihn aus. Nach den Ordensregeln ist ihm jedoch eine Beziehung verboten.

Alea wurde als Kind vom Schwarzmagier Orso gekauft, wurde von ihm ausgebildet. Züchtigung, Strafen und Disziplin sind alles, was er in seinem bisherigen Leben kennengelernt hat. Und noch weit Schlimmeres, aber das verdrängt er in die hintersten Winkel seiner Seele. Er ist misstrauisch, verschlossen und innerlich kaputt, dennoch gelingt es Tankred seine harte Schale zu durchdringen. Ein zartes Band entsteht zwischen den beiden.

Die Zukunft ist ungewiss. Alea hat ganz andere Vorstellungen als Tankred und doch wollen beide ein Miteinander.
Die politischen Ereignisse werfen ebenfalls ihre Schatten voraus, verquicken sich mit den Einzelschicksalen.

Die Figuren dieser Geschichte sind fein gezeichnet, sympathisch im Falle von Tankred, tiefgründig und tortured Alea betreffend. Doch auch die Nebenfiguren sind bemerkenswert. Ritter Ingfried, der von Ehrgeiz zerfressen ist, Heilika, die in keine Schulade passt und von der ständig erwartet wird, dass sie sich endlich zu ihrem biologischen Geschlecht bekennen und entsprechend verhalten solle oder Guntrun, die pfiffige, rotzfreche Göre, die alles andere als auf den Kopf gefallen ist.

Eine zarte, erste Liebe wird dem Leser geschildert, die in ihrer Zerbrechlichkeit unter die Haut geht. Ebenfalls erwähnenswert ist der Humor der Autorin, der immer wieder hervorblitzt und die Dramatik des Romans wunderbar auflockert. Die Gesellschaft dieses Romans wirkt genauestens durchdacht, macht nachdenklich und ist ein intelligenter Entwurf. Sprachlich wunderbar flüssig und schön geschrieben. Ich freue mich auf mehr von dieser Autorin!


Immortale - Nachtfalke und Hexenmeister
Immortale - Nachtfalke und Hexenmeister
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellente Figuren in spannender Fantasystory, 13. Mai 2014
Das 19. Jahrhundert trifft auf Fantasy, eine sehr ansprechende Mischung. Ebenso die Kombination aus Abenteuer- und Liebesgeschichte. Aber wer gedacht hat, hier sei die Vielfalt zu Ende, nein, es werden auch Hetero- und Gay-Elemente gemischt und an magischen Wesen sind nicht nur Vampire sondern auch Hexenmeister vertreten. Und auch das Geschwisterpaar Blackwood hat besondere mentale Begabungen. Das Buch ist prall gefüllt mit exzellenten Zutaten, entsprechend hoch das Tempo, mit dem die Geschichte voranschreitet.

Kein einziger Bestandteil des Romans weist Defizite auf, Figurengestaltung, Plot und sprachliche Gestaltung liegen gleichermaßen auf hohem Niveau.

Elisabeth ist für ihre Zeit eine sehr unkonventionelle, selbstbewusste Frau, furchtlos und humorvoll. Eine spannende Figur, die ich sofort sympathisch fand.

Ihr Bruder Adrian bleibt im Vergleich etwas im Hintergrund, fügt sich damit aber sehr gut in das ohnehin sehr wuchtige Personengepräge ein und erscheint authentisch.

Der Vampir Falcon ist mal herablassend, mal zynisch und wirkt gerade deshalb sehr anrührend, als er sein jahrhundertealtes Herz an Elisabeth verliert. Seine Freundschaft zu Timothy gibt der Geschichte eine zusätzliche Würze.

Der Magier Timothy scheint auf den ersten Blick der Unterlegene im Gespann Vampir-Magier zu sein, doch das täuscht. In ihm brodelt eine dunkle Macht, die es zu kontrollieren oder zu kanalisieren gilt. Gerade diese Dualität von Gut und Böse, die gleichermaßen in ihm zu Tage tritt, macht ihn zu einer faszinierenden Figur.

Der Roman weist spannende, erotische, traurige, abgründige und humorvolle Sequenzen auf und ist viel zu schnell gelesen. Erstklassige Unterhaltung und durch die Darstellung von mixed couples erfrischend anders.


Thekenwelt - Dritter Gang: Dessert de vengeance: Gay-BDSM-Romance
Thekenwelt - Dritter Gang: Dessert de vengeance: Gay-BDSM-Romance
Preis: EUR 5,99

5.0 von 5 Sternen Kurzweilige Unterhaltung, 11. Mai 2014
Biuscuit, Kai und Tornado führen eine Beziehung zu dritt, die tatsächlich wunderbar funktioniert. Der einäugige Linus will hingegen autark sein, weshalb ihm sein plötzliches Interesse, das er für Tango verspürt, so gar nicht behagt. Quentin scheint hingegen in Kukki den richtigen Partner gefunden zu haben.

Diesen Roman bevölkern eine Menge Protagonisten. Skurrile Protagonisten. Protagonisten mit Vorlieben, die an Grenzen gehen. Man nimmt Anteil an ihrem Leben, liebt und leidet mit ihnen, ihre Verknüpfungen untereinander tragen zusätzlich zur Spannung bei. Denn aus einem harmlosen Streich erwächst eine böse Intrige, die viel zerstören kann.

Natürlich geht es in diesem Buch auch ausgiebig um BDSM-Praktiken. Meines Erachtens sind sie im Großen und Ganzen praktikabel dargestellt und in ihrer Wirkung auf alle Fälle sinnlich, an- und erregend und sprachlich ansprechend. Auch wenn es bisweilen recht hart zur Sache geht – über allem liegt spürbar Liebe.

Sprachlich ist das Buch witzig gestaltet und geht mit einem hemdsärmeligen, direkten Charme einher, der perfekt zu den Figuren passt.

Das Buch ist der Abschluss einer Trilogie. Hier die vollständige Reihe:

1. Thekenwelt - Apéritif pour trois
2. Thekenwelt - Zweiter Gang: Pièce de résistance
3. Thekenwelt - Dritter Gang: Dessert de vengeance

Es hat sich ergeben, dass ich mit dem letzten Teil angefangen habe. Doch auch ohne Vorkenntnisse hatte ich keine Probleme, mich im Buch zurechtzufinden. Allerdings werde ich mir die ersten beiden Teile noch zu Gemüte führen, denn ich fühlte mich prächtig unterhalten von der Thekenwelt.


Im Zimmer wird es still
Im Zimmer wird es still
von Jan Walther
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abschied, 10. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Zimmer wird es still (Gebundene Ausgabe)
Peter ist todkrank, er wird sterben. An dieser Gewissheit müssen sich Peter und Andreas festhalten, obwohl sie keinen Halt bietet, ganz im Gegenteil. Sie steht zwischen ihnen, gewaltig, mächtig und sie saugt, so scheint es, alle Worte auf. Wir erleben Peter und Andreas in ihrem Alltag, gefangen in der Gleichzeitigkeit von Liebe und Hilflosigkeit. Ohne Pathos oder Melodramatik vermittelt die Autorin mit ihrer klaren Schreibweise eine Realität, die in ihrer stillen Eindringlichkeit zutiefst berührt.

Wir erleben Andreas, der seinen kranken Partner pflegt und es doch nicht so tun kann, wie er meint es müsse getan werden. Wie Angst ihn hemmt, wie Einsamkeit ihn überfordert und an seinen Kräften zehrt.

Wir erleben Peter, der so unglaublich tapfer mit seiner Krankheit und seinen Schmerzen umgeht. Und der dennoch zu glauben scheint, die Rechte des Lebenden bereits verloren zu haben. Er schweigt und nimmt das, was er bekommen kann.

Wir erleben, dass Liebe nicht das Allheilmittel für alles ist, dass sie nicht über alle Unzulänglichkeiten hinweghilft. Und doch ist es die Liebe, die alles zusammenhält. Peter und Andreas erinnern sich an früher. Jeder für sich. Der Leser erfährt von ihrem Kennenlernen und auch schon damals ihrer Schwierigkeit, offen miteinander zu reden. Und dennoch, sie zeigen das, was eine wahre Partnerschaft ausmacht. Sie kümmern sich umeinander. Uns wird keine Schönwetter-Liebe gezeigt, die keinem Sturm standhält, sondern eine Liebe, die nicht zu Ende ist, wenn die Romantik geht.

Ich habe diese Buchbesprechung lange hinausgezögert und auch jetzt ist es mir schwer gefallen, die richtigen Worte zu finden. Es ist ein Buch, das mich sehr bewegt hat, das im Grunde genommen traurig ist, das mich aber trotzdem getröstet hat und mich nicht melancholisch zurücklässt. So ist das Leben, könnte man es zusammenfassen. Ein großartiges Buch.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-15