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R...

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Black Box
Black Box
von Jennifer Egan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Originell und spannend, 16. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Black Box (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch, das im Twitterstil, also nicht mehr als 140 Zeichen pro Botschaft, geschrieben ist. Hierbei wird der Leser gefordert, die Lücken, die sich zwischen diesen punktuellen Infobausteinen befinden, mit eigenen Gedankengängen und Rückschlüssen zu füllen. Das ist nicht anstrengend, sondern sehr intensiv. Ich habe als Leser das Gefühl, tief in das Buch gezogen zu werden.

Es ist ein Sci-Fi-Agenten-Thriller mit einer weiblichen Hauptfigur. Es passiert nichts, was man nicht in irgendeiner Form schon mal gelesen oder in Filmen gesehen hätte, doch die Art der Präsentation ist hier das Innovative, das Begeisternde.

Am meisten haben mich die gewählte Erzählperspektive und das Tempus erstaunt und begeistert. Die Autorin hat sich für die zweite Person Singular im Futur I entschieden. Eine Kombination, die ich für einen literarischen Text nicht für möglich gehalten hätte, wäre sie mir hier nicht auf so eindrucksvolle Art und Weise demonstriert worden. Chapeau.

„Black Box“ ist in meinen Augen ein großartiges und vor allem gelungenes Experiment, das ausgetretene Pfade verlassen hat und wirklich etwas Neues bietet.


Nichts ist besser als das Leben
Nichts ist besser als das Leben
Preis: EUR 1,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frische Ideen, präsentiert in frischer Sprache, 6. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Also, das erste, was mich aufmerksam gemacht hat, war der Titel. Großartig! Hört sich so schlicht an, aber es ist ein Satz, über den man dann doch länger nachdenkt.

Ich habe zusätzlich auch noch ein Faible für Zeitphänomene und Parallelwelten. Das wird in diesem Roman vorzüglich ausgearbeitet geboten. Der rückwärts gerichtete Zeitlauf in der Parallelwelt ist ein gelungenes Stilmittel.

Politische Aspekte wurden ebenfalls sehr elegant im Verlauf mit eingearbeitet.

Sprachlich trifft der Text genau meinen Geschmack. Geradlinig, klar, strukturiert. Super!

Der Plot gefiel mir ebenfalls sehr gut, denn er hat mich überrascht und unterhalten. Die Figuren sind plastisch gearbeitet.


Ravensburger 26803 - Smartplay: Starterset Yes or Know
Ravensburger 26803 - Smartplay: Starterset Yes or Know
Wird angeboten von M & L aus Deutschland
Preis: EUR 11,60

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein "echtes" Spiel, 8. Januar 2015
Dieses Spiel ist ein Wissensquiz, das man aber nur mit Smartphone spielen kann. Der Frust ist quasi vorprogrammiert. Die Bilderkennung funktioniert nicht immer so wie sie soll und die App selbst ist auch nicht ausgereift. Zum Beispiel „vergisst“ das Programm manchmal die Frage zu stellen. Man muss blank ins Blaue hinein raten. Völliger Blödsinn. Und der Oberhammer: Wenn man mal was nicht gewusst hat, kann man sich von dem doofen Computerprogramm auch noch verhöhnen lassen: „Was, Kandidatin Lila, mehr war nicht drin? Das war aber keine Glanzleistung.“

Ohne Smartphone kann man das Spiel nicht spielen. Alternativ gibt es dazu keine Kärtchen, auf denen die Fragen stehen. Außerdem kann man sich beim Spielen nicht unterhalten. Man muss komplett den Mund halten und dauernd dem quatschenden Smartphone zuhören, um nichts zu verpassen. Für mich ist das Ziel eines Spieles damit völlig außer Kraft gesetzt. Man soll ja miteinander etwas machen und untereinander kommunizieren. Das fällt flach. Da kann jeder gleich für sich im Internet daddeln.


Der Duft der Omega-Wölfe 2
Der Duft der Omega-Wölfe 2
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Frage nach Moral in einer dystopischen Welt, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Duft der Omega-Wölfe 2 (Kindle Edition)
Vernon glaubt Dariel gesehen zu haben. Beeinträchtigt durch seinen Drogenrausch kann er jedoch nicht sagen, ob dies Realität oder Wunschdenken war. Dennoch rüttelt ihn dieses Erlebnis derart auf, dass er seinen selbstzerstörerischen Kurs verlässt und seine Aktivitäten wieder neu zentriert. Die Hoffnung, die er schon erloschen glaubte, ist neu entfacht. Unterstützt von seinem Freund Dominik findet Vernon die Kraft seinen eigenen Weg zu gehen. Den Lebensentwurf, den sich seine Eltern für ihn gewünscht und geplant haben, hebelt er damit aus. Es kommt zum Bruch zwischen Vernon und seinem Vater.

Von unbekannter Seite erhält Vernon Unterstützung und erstmals erkennt man, dass die Klan-Strukturen doch nicht so zementiert sind, wie sie zunächst wirkten.

Die Geschichte um die Omega-Wölfe weist verschiedene Wahrnehmungsebenen auf. Es gibt die personelle Ebene, auf der Vernon und Dariel um etwas scheinbar Unmögliches kämpfen, das doch das Selbstverständlichste der Welt sein sollte: um das Recht, sich lieben zu dürfen. Eingebettet in eine dystopische Welt, die mit Fantasyelementen angereichert ist, bildet diese die zweite Ebene. Sie entführt den Leser in eine fremde Umgebung, weg aus bekanntem Terrain. Und doch, die dritte Ebene, eine politische, die ganz dezent als Subkontext auftritt, ist der Anker zur Realität, der mich als Leser Parallelen ziehen lässt. Zu Ereignissen, die die Menschheit erschüttert haben. Sie geben der Geschichte eine Tiefe, die zum Nachdenken anregt.

Das Ende war für mich persönlich etwas zu rosa eingefärbt, aber ich denke, die sehr dramatischen Ereignisse rechtfertigen das ohne weiteres. Sozusagen zur Beruhigung aufgepeitschter Gemüter. ;-)

Fazit: Ein gelungener Entwurf, eindringlich, aber auch verstörend. Vor allem deshalb, weil diese fiktive Gesellschaft uns auch einen Spiegel vorhält. Denn die Frage, wie viel Zivilcourage man selbst in Grenzsituationen aufbringen würde, mag nicht unbedingt angenehm oder gar einfach zu beantworten sein.


Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich: Roman (Taschenbücher)
Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich: Roman (Taschenbücher)
von Kjersti A. Skomsvold
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einsamkeit aufgrund emotionaler Defizite, 22. Juli 2014
Auf dem Umschlag der TB-Ausgabe steht folgende Aussage:

"Eine Liebesgeschichte, wie sie schöner nicht sein könnte." Spiegel online

Dieser Satz mag für viele Bücher passen, für dieses hier überhaupt nicht.

Hauptfigur, aus deren Sicht (Ich-Persepektive, Präsens) erzählt wird, ist die fast 100-jährige Mathea. Sie ist ziemlich verschroben, wirkt etwas dumm und daraus resultierend komisch (weil sie alberne Dinge sagt und tut), was mit Sicherheit von der Autorin so beabsichtigt war. Matheas Verschrobenheit ist jedoch ab dann nicht mehr lustig, sobald man merkt, dass sie sich aus ihrer Unfähigkeit zu Sozialkontakten ergibt.
Das Problem, nicht auf andere Menschen zugehen zu können, mit ihnen in normalem Maß zu interagieren, hat Mathea bereits als Kind. Einzig ihren zukünftigen Mann Niels, den sie nur Epsilon nennt, lässt sie in ihr Leben. Und leider ist er auch ihr Leben. Eine Bürde und auch ein Gefängnis für den Mann, der das tapfer trägt, denn er liebt seine Frau. Doch leicht ist es mit Sicherheit nicht.

Das alles erfährt der Leser aus Rückblicken, die die Autorin sehr geschickt in den Handlungsverlauf einarbeitet. Normalerweise mag ich keine Rückblenden, aber hier bremsen sie die Erzählung nicht aus, sie präsentieren sich gleichwertig zum gegenwärtigen Erzählstrang.

Die Gegenwart ist sehr ernüchternd: Epsilon ist tot und Mathea leidet unter ihrer Einsamkeit. Sie versucht Kontakte zu knüpfen, auszubrechen aus ihrem emotionalen Gefängnis.

Dem Leser wird vorgeführt, wie armselig diese Frau ist, die von sich selbst behauptet, ihre beste Leistung im Leben ist das Anfangen einer neuen Klorolle, weil ihr das gelingt, ohne Risse ins Papier zu machen. Sie traut sich einfach nichts, bekommt schon Herzrasen, als ein Fremder sie nach der Uhrzeit fragt.
Was hier gezeigt wird, ist keine amüsante alte Dame, die ihre Schrullen pflegt. Es ist eine Frau, die unter massiven, psychischen Defiziten leidet. Äußerst deprimierend.
Dass ihr Mann dieses Leben an ihrer Seite ausgehalten hat, mag man vielleicht für die große Liebe halten. Ich sehe das nicht so romantisch. Der Mann hatte einfach Pflichtgefühl, denn er hat erkannt, dass seine Frau ohne ihn nicht lebensfähig ist.

Ein Buch, das mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt.


Lost/Found
Lost/Found

5.0 von 5 Sternen Die Plotkonstruktion als Kunstwerk, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Lost/Found (Kindle Edition)
Diese Kurzgeschichtensammlung ist ein Genuss. Sprachlich sind die Texte exzellent und vielseitig, jeweils dem Sujet angepasst. In ihrer Thematik könnten sie nicht unterschiedlicher sein:

- Die Sprache der Liebe
Eine Frau, die verzweifelt alles versucht, schwanger zu werden.

- Verdammtes Material
Ein Mann, der durch Zufall an eine Information gerät, von der er sich Profit verspricht.

- Die Kunst der Preisfindung
Ein Mann, der sich zurückbesinnt an einen Tag in seiner Jugend, der sich als Wendepunkt für seine berufliche Laufbahn herausstellte.

- Die Falte
Ein Jugendlicher, der seine Cousine zur seltsamen Lehrerin Mrs. Itagaki begleitet und eine wundersame Entdeckung macht.

- Eine Nacht in Kali Yuga
Ein Sprachwissenschaftler, der in Tanger verzweifelt mit einer Entscheidung ringt, die seine berufliche und private Zukunft betrifft.

- Der Alte im grünen Gewand und die Kappe des Chauffeurs
Der Nigerianer Yannik versucht seine schwangere Cousine Lina nach Europa zu bringen.

- Deutsche Mechanik
Ein Künstler, der Plastiken fertigt, steht kurz davor ein monumentales Werk fertigzustellen.

Einzeln gelesen sind sie schon ein Genuss, doch der eigentliche Clou besteht darin, dass die Kurzgeschichten alle miteinander in Verbindung stehen. Dem Autor ist eine hervorragende Plotkonstruktion gelungen und am Ende erkennt man das große Ganze, das hinter diesen Einzelteilen steht. Ein Plädoyer dafür, dass alles im Fluss ist und miteinander in Verbindung steht, unbemerkt und unerkannt vom Individuum.

Wie der Titel präzise aussagt, geht es um das Verlieren und Finden im Leben, aber auch um die Möglichkeit der Gleichzeitigkeit. Alle, die etwas verloren haben, haben etwas anderes dazugewonnen. Oftmals ohne sich dessen bewusst zu sein. Der Leser kann dies von seinem Beobachtungsposten aus wahrnehmen und es liegt etwas Hoffnungsvolles, Aufmunterndes in diesen Gleichungen. Verlieren und finden kann man die verschiedensten Sachen: Materielles, aber auch Ansichten, Hoffnungen, Vorstellungen und Wünsche. Dieses Buch beschreibt nichts weniger als die Mechanismen des Lebens. Texte, die nachhallen, über die es nachzudenken lohnt. Großes Kino.


Der Duft der Omega-Wölfe
Der Duft der Omega-Wölfe
von Sigrid Lenz
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Recht des Stärkeren - wie weit darf es gehen?, 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Duft der Omega-Wölfe (Broschiert)
Eine dystopische Welt breitet sich vor dem Leser aus. Durch genetische Experimente entstand eine neue menschliche Rasse: die Wölfe. Äußerlich gleichen sie den Menschen, doch sind sie stärker, schneller und vermeintlich besser. Sie leben in Klans, abgegrenzt von den normalen Menschen, doch in friedlicher Koexistenz. Der eigentliche Problemherd liegt innerhalb der Wolfsgemeinschaft, denn es gibt unterschiedliche Ränge. Alpha, Betas und Omegas. Letztere werden wie Abschaum behandelt, fallen mit der Geschlechtsreife in den Zustand von Sklaven, werden vor allem sexuell ausgebeutet. Denn es gibt einen fatalen Berührungspunkt zwischen den Kasten: Pheromone, die von Omegas gebildet werden, denen die Alphas nicht widerstehen können.

Alphas, die sich bedingungslos als überlegen betrachten, lasten diese ureigene, vermeintliche Schwäche den Omegas an, machen sie für die eigene Willenlosigkeit verantwortlich. Die Macht des Stärkeren ist hierbei auf ihrer Seite. Sie diktieren die Bedingungen, unter denen die Omegas zu leben, zu leiden und vor allem zu sterben haben. Der in Kauf genommene Genozid einer ganzen Rasse wird uns vorgeführt.

Die Autorin präsentiert uns ein Thema, das in der Menschheitsgeschichte nicht unbekannt ist. Im andersartigen Kontext einer fiktiven Gesellschaft erhält diese Problematik eine neue Perspektive und regt an nachzudenken, zu reflektieren.

Als Leser werden wir mitten hinein genommen in das Geschehen, erfahren unmittelbar was es bedeutet ein Alpha und ein Omega zu sein anhand der Protagonisten Vernon und Dariel. Sie begegnen sich als Jugendliche nur kurz, unterhalten sich, toben gemeinsam im See. Doch diese wenigen Stunden reichen aus, ein Band zwischen beiden zu weben. Es zerreißt nicht, auch wenn sie sich nicht mehr sehen. Zu unterschiedlich sind ihre Lebenswelten. Vernon gehört der Herrscherklasse an. Er ist ein Alphawolf. An Dariel, einen Omega zu denken, sich nach ihm zu sehnen, stürzt ihn in heftige Konflikte. Er sucht nach Dariel, stellt sich damit gegen die Konventionen, tritt Ereignisse in Gang, die bedrohliche Ausmaße annehmen. Gleichzeitig lernen wir die Welt Dariels kennen, die aus Erniedrigung, Gewalt, Vergewaltigung und Zwangsprostitution besteht.

Den Leser erwartet kein romantisch-kuscheliger Liebesroman, doch auch bei aller bestürzenden Eindringlichkeit der Erzählung schlachtet die Autorin nichts in reißerischer Manier aus. Gewaltbeschreibungen werden niemals zum Selbstzweck.

Es stellt sich die Frage: Kann ein einzelner überhaupt etwas verändern? Lohnt es sich zu kämpfen, selbst wenn man es nicht für möglich hält? Mit dem Ende des ersten Teils sind diese Fragen noch nicht beantwortet, der Spannungsbogen befindet sich im Zenit. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.


Wer ist Martha?: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Wer ist Martha?: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Marjana Gaponenko
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humorvoll und prall gefüllt mit Sprachbildern, 13. Juni 2014
Der 96-jährige Ornithologe Luka Lewadski erfährt, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist. Statt sich einer belastenden Chemotherapie auszusetzten, beschließt er, seine letzten Tage in einem Luxushotel zu verbringen.

So traurig sich die Grundlage dieses Buches anhört, so luftig leicht ist dieser Text geraten. Nicht das Sterben, sondern das Leben ist Thema dieses Romans. Der Leser erfährt vieles, was Luka in 96 Lebensjahren widerfahren ist.

Trotzdem ist es nicht die Geschichte, die dieses Buch trägt, es ist ihre Art zu Schreiben, mit der mich die Autorin gefangen genommen hat. Schon lange nicht mehr habe ich derart viele, gelungene Sprachbilder in einem Roman versammelt gesehen. Präsentiert mit einem lustvollen Humor, der mich amüsiert, bereichert und köstlich unterhalten hat. Im Grunde ist eine Rezension überflüssig. Man sollte die Autorin selbst zu Wort kommen und ihre Qualität beweisen lassen. Was ich hier mit ein paar Zitaten tun möchte:

S. 81
Er freute sich über seinen Hut und den Trinkstock, der sich wie ein hagerer Windhund an Lewadskis dünnes Bein lehnte.

S. 95
Ein weißer Pappbecher wurde in regelmäßigen Abständen vom unsichtbaren Fuß des Windes getreten. Ruhe, unfassbare Ruhe wie nach einem Donnerschlag breitete sich in Lewadskis schmächtigem Körper aus. Bitter und beängstigend. Schwindelerregend. Eine transparente Zwiebelschale in der dünn gewordenen Suppe von Lewadskis Leben.

S. 100
Der Aufzug ließ nicht lange auf sich warten und öffnete seine goldene Brust.

S. 110
Mürrisch gießt sich Lewadski Tee ein, dabei fällt es der Teekanne ein, sich ihren Deckel vom Kopf zu reißen und auf den Teppichboden zu schleudern.

S. 158
… seine Stimme wird immer zärtlicher, als schmelze eine scharfkantige Bonbonscheibe unter seiner Zunge.

S. 165
Lewadskis Augenbraue kriecht als magere Raupe auf sein Schädelplateau, wo nichts wächst, was sie allerdings noch nicht weiß.


Das Geheimnis der Flamingofrau - Erotische Erzählung
Das Geheimnis der Flamingofrau - Erotische Erzählung

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erotik, Spannung und Niveau, 10. Juni 2014
Sich allein auf den Inhalt dieser Erzählung zu beschränken, wird ihr nicht gerecht. Inhaltlich verquickt die Autorin sinnliche Erotik mit einer großen Portion Spannung. Diese wiederum bezieht sich aus der Unvorhersehbarkeit der Geschehnisse. Als Leser taste ich mich von Szene zu Szene, darauf gefasst, dass alles passieren könnte.

Die Erzählstruktur erinnert mich an Paul Auster. Eine Geschichte in der Geschichte wird präsentiert. Ein Schriftsteller entwickelt eine Handlung, die Anlehnung in der Wirklichkeit nimmt. Wir als Leser erfahren beides, die Situation des Schreibenden und das was er schreibt. Grenzen verschwimmen, Realität und Fiktion greifen ineinander. Eine glänzende Idee, denn man liest atemlos weiter.

Die Erotik in diesem Buch ist geschmackvoll und sinnlich dargestellt. Wie eine handgefertigte Praline.

Mein Fazit: Ich werde mit Genuss noch die beiden anderen Kurzgeschichten der Autorin lesen und hoffe sehr auf einen Roman. :-)


Albenbrut - Ein bindender Eid
Albenbrut - Ein bindender Eid
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Junge Liebe, eingebettet in Mittelalter-Fantasy, 30. Mai 2014
In der Gesellschaft, die dem Leser hier präsentiert wird, gibt es Menschen, die sich der Zauberei bedienen können. Sie sind mächtig, doch um Kriege zu verhindern, wird diese Macht reglementiert und kontrolliert. Alle Menschen mit magischen Begabungen müssen sich einem Orden verschreiben und einen Eid auf den König leisten. Im Grunde genommen eine subtile Form von Sklaverei.

Tankred ist von klein auf Teil dieses Systems, lebte bislang in relativer Zufriedenheit. Doch dann begegnet er Alea. Dieser junge Mann übt eine unglaubliche Anziehungskraft auf ihn aus. Nach den Ordensregeln ist ihm jedoch eine Beziehung verboten.

Alea wurde als Kind vom Schwarzmagier Orso gekauft, wurde von ihm ausgebildet. Züchtigung, Strafen und Disziplin sind alles, was er in seinem bisherigen Leben kennengelernt hat. Und noch weit Schlimmeres, aber das verdrängt er in die hintersten Winkel seiner Seele. Er ist misstrauisch, verschlossen und innerlich kaputt, dennoch gelingt es Tankred seine harte Schale zu durchdringen. Ein zartes Band entsteht zwischen den beiden.

Die Zukunft ist ungewiss. Alea hat ganz andere Vorstellungen als Tankred und doch wollen beide ein Miteinander.
Die politischen Ereignisse werfen ebenfalls ihre Schatten voraus, verquicken sich mit den Einzelschicksalen.

Die Figuren dieser Geschichte sind fein gezeichnet, sympathisch im Falle von Tankred, tiefgründig und tortured Alea betreffend. Doch auch die Nebenfiguren sind bemerkenswert. Ritter Ingfried, der von Ehrgeiz zerfressen ist, Heilika, die in keine Schulade passt und von der ständig erwartet wird, dass sie sich endlich zu ihrem biologischen Geschlecht bekennen und entsprechend verhalten solle oder Guntrun, die pfiffige, rotzfreche Göre, die alles andere als auf den Kopf gefallen ist.

Eine zarte, erste Liebe wird dem Leser geschildert, die in ihrer Zerbrechlichkeit unter die Haut geht. Ebenfalls erwähnenswert ist der Humor der Autorin, der immer wieder hervorblitzt und die Dramatik des Romans wunderbar auflockert. Die Gesellschaft dieses Romans wirkt genauestens durchdacht, macht nachdenklich und ist ein intelligenter Entwurf. Sprachlich wunderbar flüssig und schön geschrieben. Ich freue mich auf mehr von dieser Autorin!


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