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Rezensionen verfasst von
Damian (Dachau)

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Quest for Love
Quest for Love
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damians Tintenher(t)z - Slave Republic - Quest for Love - Rezension, 17. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Quest for Love (Audio CD)
Künstler: Slave Republic
Release: Quest for Love (CD)
VÖ: 15. Februar 2013
Label: Accession Records

Holla die Waldfee!
Oder für unsere englischsprachigen Freunde:
Holla the wood fairy!

Da bekomme ich aus dem guten Hause Accession Records einen Longplayer zur Begutachtung zugesendet, der mir namentlich erst einmal überhaupt nichts sagt. Slave Republic heißt die Band und Quest for Love das Album. Nein, so sehr ich mich auch zurück erinnere, ich muss zugeben mich an keine Band mit dem Namen Slave Republic erinnern zu können. Wie immer offen für neue und mir unbekannte Bands, widmete ich mich neugierig der beiliegenden Pressemitteilung.
Dort steht zum Beispiel, dass dieses Album von niemandem geringeren als Daniel Myer produziert worden ist, den man von haujobb, Architect oder DSTR kennt, und dass auch Diorama-Mastermind Torben Wendt daran mitgearbeitet hat.
Das klingt doch schon mal mehr als spannend!
Unter anderem lässt mich die Pressemitteilung noch wissen, dass Slave Republic im März 2010 ihr Debüt mit Electric One feierten und anschließend auf Tour mit De/Vision waren, Shows mit Diorama feierten und an Festivals, wie zum Beispiel dem Wave Gothic Treffen in Leipzig, teilgenommen haben.

Was geht los da rein?
Wieso sagt mir diese Band nichts?
Das alles sind doch Zutaten, die auf ein verdammt leckeres Menü hoffen lassen.
Also los, dann doch gleich rein mit der guten Scheibe in den Player.
Die Anlage etwas lauter aufgedreht (schönen Gruß an den Nachbarn) und Slave Republic mit ihrem Album Quest for Love die Führung überlassen.

Was nun zu hören war, hat mich kurzerhand völlig umgehauen.

Slave Republic ziehen es nämlich vor den Aperitiv mitsamt der wässrigen Suppe ausfallen zu lassen und steigen direkt in den musikalischen Hauptgang ein. Wenn ihr euch jemals gefragt habt wie wohl ein kulinarischer Hochgenuss mit den Zutaten Depeche Mode, Alphaville, And One, Diorama und De/Vision geklungen hätte, der sollte sich ziemlich schnell den am 15. Februar 2013 veröffentlichten Longplayer Quest for Love von Slave Republic in den virtuellen Warenkorb legen.
Unglaublich! Was Alec Fu und Alex J. Alice auf ihrem zweiten Album präsentieren, schaffen einige andere Bands in ihrer ganzen Karriere nicht.
Liebevoll ausgearbeitete Songs, die dunkel, tief und erwachsen klingen, ins kleinste Detail perfektioniert, tanzbar vom ersten Ton bis zum letzten Soundsample des Albums.
Es ist wirklich ein Hochgenuss und Jahre her, dass ich eine derartig junge Band mit einem solch erwachsenen Album gehört habe. Der Longplayer strotzt vor Kraft und Spannung, dessen Themen die Leitmotive des Lebens sind.
Liebe, Hoffnung, mal hart, mal zerbrechlich, mal kritisch.
Doch nicht nur, dass die elektronische Ausgereiftheit jedes einzelnen Songs wie eine Dosis intravenös einverleibter Red Bull Dose in die Beine geht, auch der Gesang erinnert an einen jungen Dave Gahan oder Marian Gold.
Dass was manchmal in den letzten Jahren bei den Werken von Bands wie beispielsweise And One gefehlt hat, diese unglaublich mitreißende Kraft, die einen sofort auf die Tanzfläche zieht, findet man hier auf dem zweiten Album von Slave Republic von Sekunde 1 an, in der sich der Longplayer im Abspielgerät befindet.

Die 13 Tracks auf Quest for Love sind eine unglaubliche und herrliche Mischung von Synthie-Pop-Juwelen. Mal deutschsprachig, mal englisch und mal sogar beidsprachig gesungen. Selbst die EBM-Pioniere von Absolut Body Control ließen sich nicht lange bitten und steuerten mit einem Remix des Songs Primärreiz einen eigenen Track dazu. Auch das zeigt die hohe Wertschätzung, die man dieser Band zu kommen lässt.
Und das zu recht.
Zusätzlich gibt Diorama-Frontman Torben Wendt eine Gastvocal-Einlage auf dem Tanzflächeneroberer Primärreiz. Das verleiht natürlich dem Album zusätzliche Kraft und Spannung. Reduktion und Fokus auf das Wesentliche waren Alec Fu und Alex J. Alice bei der Produktion am wichtigsten. Aber gerade diese Reduktion lässt jeden Song der 10 unterschiedlichen Tracks enorm opulent erscheinen. Ständig wird der Hörer innerhalb eines Liedes zu neuen Positionen geführt und so beginnt eine Reise zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, zwischen Liebe und Hass. Sie beseelt den Hörer mit nur einem Wunsch: Tanzen!

Ich bin wirklich tief beeindruckt von diesem Silberling und kann jedem Tanzsklaven der Republik nur raten sich Slave Republic zu öffnen und Quest for Love hinzugeben. In den zukünftigen Monaten werden Stücke wie Paint my Heart black, dem Opener des Albums, oder auch Primärreiz, aus den Tanztempeln der Republik nicht mehr wegzudenken sein und ein fester Bestandteil werden.
Das garantiere ich.
Auf der bevorstehenden Tournee mit den Labelkollegen von Diorama werden die Tracks von Quest for Love ohne Zweifel viel Gehör und Slave Republic jede Menge neue Fans finden.
Der Vergleich von Slave Republic mit musikalischen Göttern wie Depeche Mode, Alphaville, And One oder De/Vision ist in diesem Fall die größte Ehre, die man der jungen Band zukommen lassen kann.
Quest for Love ist ohne Zweifel nicht nur eines der besten Gerichte, die ich seit langem auf meinem Plattenteller genießen durfte, es ist garantiert auch zusätzlich die kalorienärmste, musikalische Nahrung. Wie sollte sich auch was ansetzen, wenn der Konsument beim Hören unweigerlich nur noch eines will: Tanzen!

Tracklist

01. Paint My Heart Black
02. Walking Ghost
03. Emptiness
04. Primärreiz (feat. Torben Wendt)
05. Fall Asleep
06. Lovers’ Suicide
07. Promises And Broken Hearts
08. Lashes Kiss
09. Menage À Trois
10. Quest For Love
11. Paint My Heart Black Tribute Horn Remix By Daniel Myer
12. Primärreiz Absolute Body Control Remix
13. Promises And Broken Hearts Tonkollegium Club Remix


GeistErfahrer EP
GeistErfahrer EP
Preis: EUR 5,55

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn ein Drache steigen will, muss er gegen den Wind fliegen, 21. November 2012
Rezension bezieht sich auf: GeistErfahrer EP (Audio CD)
Künstler: ASP
Release: GeistErfahrer (EP)
VÖ: 16. November 2012
Label: Trisol Music Group (Soulfood)

“Wenn ein Drache steigen will, muss er gegen den Wind fliegen.”
Chinesisches Sprichwort

Bei ASP von einem Drachen zu sprechen, wäre allerdings leicht untertrieben oder zumindest in diesem Zusammenhang nicht ganz richtig. Vielmehr ist der charismatische Frankfurter Frontmann Asp seit Jahren der Wind, mehr noch, der kreative Sturm einer ganzen Szene, der nicht müde wird, einem ins Gesicht zu wehen und den Gleichschritt der schwarzen Lemminge zu durchbrechen.

Asp gleicht wirklich einem Phänomen. Seine Texte sind lyrische lupenreine Diamanten, verbunden mit einer Musik, die mal rockig elektronisch, mal elektronisch rockig klingt. Balladeske Lieder wechseln sich mit epochalen Chorälen, aufs minimalste reduzierte Songs mit intensiv-düsteren musikalischen Grusel-Märchen ab.
Immer echt. Immer er selbst.

Wo andere Künstler froh sind, überhaupt wenigstens ein (wenn auch im Ohr schmerzendes) Reimschemata hinzubekommen, scheint Asp eine ganze Heerschar an Musen zu besitzen, die ihn stets dämonengleich zu neuen Höchstleistungen antreiben. Was er auch erschafft, welches thematische Ufer er auch ansteuert, Asp geht mit einem unglaublichen und mit nichts zu vergleichendem Respekt daran.
Dieser Respekt und die große, damit verbundene Verantwortung, machen ihn allerdings auch zu einer Geisel des eigenen inneren Kerkers der Kreativität, dessen einziger Weg in die Freiheit für den Frankfurter wohl nur über das bestmöglichste Ergebnis seiner Arbeit führt.

Wo andere Bands sich bereits lange gesättigt zurücklehnen, lieber farbloser Massenware den Vorzug geben und eine schlechte musikalische Saat unter das Volk streuen, ohne dabei auch nur den Funken eines schlechten Gewissens zu haben, erscheint der vielschichtige und sensible Charakter von Asp noch lange nicht zufrieden und am Ziel und damit das genaue Spiegelbild dieser nimmersatten Einheitsarmee.
Asp brennt lichterloh dagegen an und ist eine der wenigen hellen Flammen in einem sonst sehr düsterem Land der künstlerischen Armut. Er ist immer bestrebt das maximal Mögliche zu erreichen, egal ob es seine Musik betrifft, die Arbeit als Schriftsteller oder etwas scheinbar so Banales wie die künstlerische Gestaltung eines Booklets.
Das Ergebnis ist immer etwas Besonderes.

Was der Fan und Konsument am Ende in den Händen hält, ist ein lebender, atmender Teil von ihm selbst. Ein geliebtes Kind, das eine ganz eigene Seele besitzt und erst dann in die Welt hinausgelassen wird, wenn es, wie es besser nicht geht, darauf vorbereitet wurde.

Er liebt die Dinge die er macht nicht nur, er lebt sie und das mit einem bestimmt oftmals erschütterten, aber nie gebrochenem Glauben an ihrer Richtigkeit und an seiner Pflicht, diesen härteren Weg gehen zu müssen. Gegen den Strom zu schwimmen. Ein Fels in der Brandung zu sein. Ein musikalischer, menschlicher Wellenbrecher.
Asp will mitreißen und zum eigenen Denken animieren, das aber trotzdem ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben. Er lebt das Rückgrat vor und zeigt so beispielhaft, dass es auch anders geht.
Nach dem neu begonnenen “Fremder-Zyklus” und der damit verwobenen persönlichen Innenansicht, dem sensationellen Erfolg des Albums und der mit Lob überhäuften Tour, auf der ASP wieder einmal ihre großartigen Live-Qualitäten unter Beweis gestellt haben, ist man nicht gesättigt und träge, sondern nutzt die Aufmerksamkeit, um mit dem Finger in einigen Wunden zu bohren und unbequeme Wahrheiten aus dem Schatten ans Licht zu zerren.

Tiefgang im Rockgewand. Ein lyrischer Vorschlaghammer.
So intensiv und fesselnd “Fremd” ist, so reanimierend ist nun die “GeistErfahrung”. Die neue EP, die im November erschienen ist, beinhaltet 6 Tracks und bereits das Cover gibt die Richtung vor: Entgegengesetzt.
Zwei Versionen gibt es. Eine “normale” Edition und eine limitierte Deluxe-Variante, die auf 3999 Exemplare begrenzt ist und jedes Fanherz vom Inhalt schneller schlagen lässt, zumal es sich hier um eine Doppel-CD handelt. Entgegengesetzt zur “einfachen ” Edition sind auf CD 2 noch 5 zusätzliche spezielle Live-Songs mit der Geigerin Ally als musikalischem Stargast vertreten. Ebenso ist die Ausführung, was die hier benutzten Materialen angeht, wesentlich hochwertiger und das Cover, von Timo Würz kreiert, zeigt eine andere kunstvolle Szenerie als auf der “normalen” Variante. Man kann es nur betonen, hier wurden absolut keine Kompromisse eingegangen und genauso kompromisslos sind auch die neuen Songs, dem Herzstück von “GeistErfahrer”.

Wer “Wechselbalg” schon auf “Fremd” liebte, wird den Opener “GeistErfahrer” vergöttern.
Der Song rockt derartig vom ersten bis zum letzten Ton, dass man wirklich von einem musikalischen Tritt in den Allerwertesten sprechen kann. Textlich ist er durch und durch Asp, wie er leibt und lebt. Ein Weckruf, dessen kraftvolle Aussage sich sofort in den Kopf pflanzt und mitgesungen werden kann. Bereits nach wenigen Momenten ist man von der fantastischen Livetauglichkeit des Tracks überzeugt und ich freue mich bereits jetzt schon, dieses Lied auf der kommenden Tour zu hören.

Nein, ich werde nun nicht jeden Song auseinander nehmen und in seine Einzelteile sizieren. Jeder Hörer und Fan sollte diese “GeistErfahrung” ganz persönlich für sich erleben und die musikalischen Botschaften der sechs Lieder selbst entdecken ohne das irgendwer was vorinterpretiert, dem Geist eine Grenze und Mauer setzt.
Ich kann nur eines bestätigen, diese EP ist jede Sekunde des Wartens wert. Der Grundgedanke dieser Zwischenausgabe und die Botschaft wird auf allen Tracks wie ein roter Faden durch das kleine Album gesponnen. Textlich und musikalisch ist es wieder ein Meilenstein im Schaffen von ASP.
Es ist Rockmusik, die sich in einem enormen elektronischen Klang-Raum bewegt und die mit der gewaltigen Kraft einer Lawine den Hörer mitreißt und wachrüttelt. Es gibt jedoch auch zarte lyrische Gebilde, die nicht umgeben von einem Projektil aus harter und lauter Rockmusik hinausgefeuert werden, sondern deren Energie in ihrer textlichen Aussage selber steckt. Leise und sanft nistet sich dann das Statement in unserem Kopf ein, wo die Botschaft wie eine besondere Saat in uns aufgeht und unseren Geist neu belebt. Eben ganz ASP!

Reflexion

Der Mut und die Kraft mit der Asp immer wieder gegen den Strom schwimmt, ist bewundernswert. Der bedingungslose Kampf für mehr musikalische Kreativität und Vielseitigkeit, jenseits des schwarzen Mainstreams, sowie das damit verbundene Rütteln am eingefahrenen Systemdenken der schwarzen Szene selber, könnte für ihn jederzeit das Todesurteil bedeuten. Trotzdem wird er nicht müde den Finger in Wunden zu legen, die Gliederkette der Menschen auseinanderzureißen und lauthals die Wellen der Lemminge zu durchbrechen. Wie einfach wäre es doch im Einheitsbrei mitzurühren, still zu sein und im gemeinsamen Kollektiv das Denken einzustellen.Warum er dies nicht macht? Ich denke, weil er die Hoffnung nicht aufgibt. Und so lange eine Band wie ASP damit weiter macht, wird diese Hoffnung auch nicht sterben und immer wieder andere Menschen erreichen und dazu animieren, sich ebenfalls aus dem Gleichschritt zu lösen, auszubrechen, wieder selbstständig zu denken.
Für Asp selbst ist Konstantin Wecker ein großes Vorbild, dem er auch die EP “GeistErfahrer” gewidmet hat
Und auch wenn er das nicht hören mag, wir wiederum haben das große Glück Asp als Vorbild nennen zu können.
Es ist ein wenig apokalyptisch, fast wie in einer Matrix, einer surrealen Welt voller Monster und seelenloser Zombies, in der ASP unermüdlich eine hoffnungsvolle Boschaft auf irgendeiner Frequenz sendet. Und man selbst möchte diesen Mut zurücksenden und sagen:
“Danke. Du bist nicht allein da draußen…”

Songliste:

1. GeistErfahrer
2. In Sack und Asche
3. ÜberHärte
4. Carpe noctem
5. Weichen[t]stellung
6. Danach

Bonus CD 2 (Limitierte Deluxe-Edition)

1. Sing Child
2 Duett (Minnelied der Incubi)
3. Krabat
4. Unverwandt
5. Werben


Gottgleich [CD + Hörbuch]
Gottgleich [CD + Hörbuch]
Preis: EUR 21,71

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Damians Tintenher(t)z ' HEIMATAERDE ' Gottgleich (Rezension), 1. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gottgleich [CD + Hörbuch] (Audio CD)
Damians Tintenher(t)z - HEIMATAERDE ' Gottgleich (Rezension)

2010 trieb Heimataerde das 'Unwesen' in den Clubs dieser Welt und ließ die begeisterten Massen über die Tanzflächen marschieren. Nun liegt der Nachfolger bereit um erneut eine Geschichte aus dem musikalischen Epos des Tempelritters Ashlar von Megalon und seinen Brüdern der Heimataerde zu erzählen. Schon in unserem Interview mit dem charismatischen Frontmann konnte man einige Neuigkeiten bezüglich des neuen Studioalbums erfahren.
Jetzt jedoch spricht 'Gottgleich' für sich selbst.

Brandheiß und pressfrisch liegt das Album als Promoversion vor mir. Die endgültige Fassung wird neben der musikalischen ersten CD noch einen zweiten Silberling mit einem Hörbuch beinhalten, für das wie schon auf 'Unwesen' Lex Wohnhaas (Megaherz) wieder als Sprecher gewonnen werden konnte und seine charismatische Stimme der epischen Geschichte Kraft und Tiefe verleiht. Zusätzlich zu dem Megaherz-Frontmann haben sich diesmal auch die Band-Mitglieder von Heimataerde selbst eingebracht und so dem ganzen Hörbuch einen noch vielschichtigeren Charakter verliehen. Hier bemerkt man vor allem die Liebe und den großen Spaß an der gemeinsamen Leidenschaft des Reenactments, das die Brüder von Heimataerde verbindet und das auch privat zusammen zelebriert und praktiziert wird.
14 Tracks führen durch 'Gottgleich' und dabei ist das durchaus wörtlich gemeint. Wer ein einfaches Musikalbum erwartet, das in den Player gepackt wird und dann anstandslos einfach den Kopf frei bläst, wird sehr überrascht und eventuell sogar enttäuscht werden. Heimataerde hatte schon immer einen anderen Anspruch. Stets waren viele verschiedene Kunstrichtungen auf den Alben vereint. Nicht nur die Musik steht im Vordergrund, sondern auch die geschichtliche Tiefe der epischen Saga um den Tempelritter Ashlar von Megalon. Dabei verbinden sich mittelalterliche, historische Begebenheiten der damaligen Zeit mit Vampirismus. Glauben und Aberglauben stoßen aufeinander wie Feuer auf Wasser, Hass auf Liebe und Leben auf Tod. Die gestorbene Leidenschaft eines vor Erkenntnis betrunkenen Diener Gottes, verraten und verlassen vom höchsten Wesen daselbst, dessen Rache nun zwischen Nacht und Tag in den Schatten der Welt lebt. Zielgerichtet und roh. Einfach und grausam. Gefühllos und trotzdem unfassbar leidenschaftlich. Die inszenierte Höllenkulisse, die einem Bild von Breughel in nichts nachstehen würde, begleitet die Fans von Heimataerde nun schon seit 2004. Es sind gerade auch diese eindrucksvollen Bilder, die beim Hören im Kopf entstehen und einen Großteil der Aura der Band lebendig werden lassen. So versammelt sich auch eine illustre und breitgefächerte Fanschar um Heimataerde, angefangen vom Electronic-Fan bis hin zum mittelalter-begeistertem Reenacter. Frontmann Ash erschuf sich tatsächlich damit eine eigene Nische in der sonst so schubladenbewehrten Musikwelt, da Heimataerde in keine der üblichen Genres hineingesteckt und zugeordnet werden konnte. Etwas das heutzutage nur sehr selten erreicht wird. Jedoch birgt das natürlich auch eine große Gefahr. Das musikalische und künstlerische 'Musikexperiment' Heimataerde ist nicht unbedingt eine leichte Jedermanns-Kost. Die Vielschichtigkeit und der Anspruch schlägt sich oftmals nicht in einen kommerziellen Erfolg nieder und viele Bands, die den Mut hatten mal einen anderen Weg zu gehen, sind auch genauso oft leider daran gescheitert, da die breite Musikmasse sich eher dem gesichtslosen Alltagssound hingibt. Hoffentlich wird dies nicht auch das Schicksal von Heimataerde sein. Wir drücken sämtliche Daumen.

Kommen wir aber nun zurück zu 'Gottgleich'.
Track 1 heißt 'Der Weg' und ist ein wunderschönes Intro, dessen flüsternde Stimme und zauberhafter, epischer Klang uns langsam in das Album hinein begleitet. Hier und da sind die Anleihen von dem Soundtrack von 'Herr der Ringe' erkennbar, etwas das schon immer typisch für Heimataerde war. Das Verbinden von filmischen und musikalischen Fremd-Elementen mit der eigenen Musik. Der Übergang ist dann fließend zu 'Templerblut'. Krachend in Sound und Wort. Ein Song der definitiv Ohrwurm-Charakter hat. In bester Tradition von 'Gotteskrieger' oder auch 'Dark Dance' des Vorgängers 'Unwesen'. Gleichzeitig bemerkt man jedoch auch einen Unterschied. Die elektronischen Sounds sind um mittelalterliche Instrumente bereichert worden. Die Musik erscheint traditioneller, handfester, ehrlicher und gereifter als noch beim 2010 erschienen Longplayer.
Track 3 hat den Namen 'Diese Nacht' und eine sehr eingängige Hookline. Hier hat Ash wirklich mal soundtechnisch experimentiert. 'Zwischen den Sternen' stellt ein Novum in der Bandgeschichte von Heimataerde da. Eine Ballade, die langsam und mit leiser, fast gebrochener Stimme vorgetragen wird. Man meint den Schmerz des Protagonisten heraushören zu können. Ob allerdings die Käufer von 'Gottgleich' diesen Song zu den Lieblingsstücken zählen werden, wage ich fast zu bezweifeln. Die herzzerreißende Ballade wäre ein wichtiges, thematisch darstellendes Element für eine Szene in einem Film, jedoch auf einem elektronischen Album neigt der Hörer dann wohl doch eher dazu auf den 'Forward-Knopf' zu drücken, um wieder stärker elektronisch-lastigere Musik zu bekommen. Ich bin da sehr auf das Feedback und die Reaktionen der Musikgemeinde gespannt. 'Agnus Dei' ist ein Zwischenstück, das durch Lex Wohnhaas eindrucksvolle Stimme besticht und mehr als ein verwebendes Element zu Track Nummer 6 'Wacht auf' zu verstehen ist. Jetzt wird die Basszahl wieder geflissentlich nach oben gedreht. Kraftvoller und markanter geht es zur Sache. Der Refrain lädt zum Mitgröhlen ein und wird auch live sicherlich super bei den Fans ankommen. Die traditionelle Weise 'God rest ye merry, Gentleman' dürfte den meisten Hörern dann irgendwie bekannt vorkommen und in der Tat handelt es sich hier um das englische Weihnachtslied aus dem 18. Jahrhundert. Die instrumentale Umsetzung des Klassikers weiß gut zu gefallen und schon nach wenigen Takten hat sich die Melodie im Ohr verankert. 'Tief in dir' ist ein wahres 'Tanzlied', denn es geht um nicht weniger als den 'Tanz' zwischen dem eigenem Schwert und dem Leib des Feindes. Stilistisch von einer etwas anderen Sichtweise musikalisch umgesetzt. Da denkt man wieder an die Tänzer der Nacht von 'Dark Dance' bei 'Unwesen'. Ein guter und klangvoller Track. 'Outremer' wiederum ist ein Zwischenstück das das Schicksal eines Bruders wiedergibt, musikalisch durch arabische Klänge und Gesang geprägt. Verführend wie 1000 und eine Nacht. Immer dichter webt sich der Klangteppich, während Lex Wohnhaas die Geschichte vorträgt. Lied 10 heißt 'Dein Opfer' und nimmt wieder gehörig Fahrt auf. Auch hier erkennt man wieder den Unterschied zu 'Unwesen' und allen vorangegangenen Alben, da wesentlich mehr die mittelalterlichen Klänge im Vordergrund stehen. Das 'Pilgerlied' entstand wiederum auf der Grundlage eines traditionellen Liedes. Schon nach sehr kurzer Zeit kann man auch bei diesem Track mitsingen und fühlt sich zusammen mit den Brüdern von Heimataerde auf einer gemeinsamen Reise. 'Al Naharot Bavel' ist das nächste Stück auf dem Album. Es besticht vor allem durch den charismatischen arabischen Gesang. Sehr schöne Soundsamples und eingängige Riffs durchtränken das experimentelle Lied. Auch hier wird man an alte Stücke erinnert, die man einmal gehört hat, aber dessen Melodie stets im Ohr bleibt. Danach setzt 'Gottgleich' noch einmal richtig einen drauf. 'Allein' ist wirklich fantastisch. Der Text des Refrains ist genial und das Lied hat eine fantastische Melodie, die das Stück zu einem absolut herausragenden Track des gesamten Albums macht. Leider ist dann jedoch schon fast das Ende erreicht. 'Leise fliesst der Ebro' ist das Outro der neuen Visitenkarte von Heimataerde und entlässt den Hörer wieder in die reale Welt. Ebenso lyrisch, wie wir hinein begleitet wurden, werden wir nun am Ende der Reise wieder von der Hand gelassen, die uns so lange durch das Album geführt hat. Unwillkürlich hofft man verzweifelt das dies noch nicht das Ende war, doch leider endet ja jedes Album irgendwann einmal.
Was bleibt ist jedoch eine gewisse Leichtigkeit einer inneren Leere, so als wäre ein gutes Buch beendet worden. Man fühlt ein wenig diese berühmte melancholische Einsamkeit. Gleichzeitig hat man jedoch noch viele der Songfragmente im Kopf, die dort umher schwirren und einen gefangen nehmen. Man kann zu Recht behaupten das 'Gottgleich' somit ein sehr nachhaltiges Album ist. Auffällig ist außerdem, dass die Songs mit jedem Mal, wo man sie gehört hat, eingängiger und fesselnder werden. Einzelne Elemente, die man zu Anfang nicht erkannt hat, stechen immer mehr heraus und prägen die Charakteristik der einzelnen Tracks. So scheint das gesamte Album von Mal zu Mal vielfältiger und auch musikalisch vielschichtiger zu werden.
'Gottgleich' ist ganz in der Tradition von Heimataerde und ein legitimer Nachfolger von 'Unwesen'. Es besticht durch eine Weiterentwicklung der gesamten Band, angeführt natürlich vom Kopf des Projektes Ashlar von Megalon. Sich und der eigenen Linie treu geblieben, präsentieren sie uns nun mit ihrem neuen Album eine wirklich fesselnde, musikalische Umsetzung einer weiteren Geschichte aus der Welt der Tempelritter und Untoten. Es bleibt der Formation aus dem Ruhrgebiet zu wünschen, dass sie mit dem neuen Longplayer 'Gottgleich', dem man die große Liebe und Leidenschaft der Band genau anmerkt, den endgültigen Durchbruch schaffen und sich an vorderster Front etablieren.

Gottgleich und der experimentelle, musikalische und künsterlische Mut, mit dem Heimataerde auf ihrem Kreuzzug unbeirrbar voranschreiten, hätten es definitiv verdient eine große positive Beachtung mit diesem neuen Album zu finden. Am 01.06.2012 wird dieser Silberling das offizielle Licht der Welt im Schoße Golden Core/Zyx Music erblicken.

Zeit die Rüstung auf Hochglanz zu polieren!

Gott(gleich) will es!


Der Komplette Schwarze Schmetterling Zyklus I-V
Der Komplette Schwarze Schmetterling Zyklus I-V

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Reise ins Land Weltunter in epochaler Gesamtform., 30. Juni 2011
10 Jahre unglaublich liebe- und hingebungsvolle Arbeit. 10 Jahre absolutes Herzblut. 10 Jahre aufopferungsvolle Selbstaufgabe. 10 Jahre, die wahrscheinlich die intensivsten Jahre im Leben des Künstlers und der Band ASP bedeuten. So tief, so dicht, so spannend und wertvoll. Schon bei "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams gab es die berühmte Zahl 42. Hier ist sie nun also die 10. Auf nicht weniger als 10 CDs ist das intensivste und spannendste Stück Gothic-Rock-Novelle festgehalten. 6 CDs umfassen den schwarzen Schmetterlings-Zyklus und 4 weitere CDs enthalten die legendären und raren Singles. Der gefühlte Gegenwert ist nicht zu ermessen. Man erhält nicht nur ein epochales Stück der kreativsten und spannendsten Geschichte der tiefgründigsten Band der Gothic-Szene, sondern man erhält auch Stunden um Stunden der tanzbarsten Gothic-Rock-Musik überhaupt.
Der Kampf des Protagonisten Asp mit dem seelenverflochtenen und geflügelten Dämon bannt stundenlang, fesselt und nimmt einen auf eine düstere Reise ins Land Weltunter mit. Tiefer, immer tiefer in die Abgründe der menschlichen Seele, um am Ende sich auf dem Schlachtfeld der Persönlichkeit wieder selber spüren zu können. Ausser Atem und mitgenommen, so als hätte man selber den Kampf gefochten. Dankbar zu sein, für das Leben und das Überleben. Die Spannung ist greifbar, spürbar und nicht zuletzt hörbar.
Wenn es je eine Begründung für solch ein opulentes und eindrucksvolles Lebenswerk einer Band in dieser wunderschönen Form gegeben hat, dann den folgenden:
WEIL ES SIE GIBT!


Voices of Doom
Voices of Doom

15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension Voices of Doom von Damian von Vox Noctem, 22. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Voices of Doom (Audio CD)
Mein Hertzstück der Woche:

Mono Inc. - Voices of Doom

Ein Album seiner Lieblingsband zu rezensieren fällt schwer, doch gleichzeitig erliegt man unweigerlich dem Charme und der Verführung dieser Aufgabe und versucht, so neutral wie irgend möglich, das nun vorliegende Album der Nordlichter zu bewerten und zu beurteilen.
Aber beginnen wir doch ganz vorne....

Optisch ist den Hamburgern wirklich ein wundervolles Stück Kunst in der tristen Welt der schnelllebigen Downloadportale und 08/15 Cover gelungen. Da weiß man wieder, warum der Fan zu dem Original greift und nicht irgendwo sich mit einem kopierten Stück zufrieden gibt. Martin Engler, Sänger der Monos, in der mit Stacheldraht und Seilen an einem Holzbalken gefesselten Szenerie, die an den gekreuzigten Jesus erinnert, ist genau der passende und stimmungvolle Augenkracher, den ein Album mit dem Namen Voices of Doom" braucht.
Dunkel, bedrohlich und unheilverkündend...selbst der Silberling ist passend in schwarz eingefärbt. Hier wurde selbst auf das Detail geachtet.
Großes Augenkino auch beim restlichen Booklet, dass neben wunderschönen Aufnahmen der stimmungsvoll in Szene gesetzten Bandmitgliedern natürlich auch die Song-Texte beinhaltet.
Ja, an diesem nostalgischen Kleinod müssen sich andere Bands in Zukunft messen lassen....
....aber halt, das Ohr isst ja bekanntlich mit und eine perfekte Verpackung macht trotzdem noch nicht satt....sollte Mono Inc. mit dem musikalischen Inhalt scheitern? Sollte die selbst gesetzte Hürde im Notenbereich eine Nummer zu hoch sein? Pubertärer Stimmbruch der Voices of Doom"?
Schalten Sie auch das nächste Mal wieder ein, wenn sie Dr. Engler sagen hören...ach nein, lesen Sie bitte einfach weiter während ich den Play-Knopf betätige...

11 Tracks sind es, die den Weg auf das Album geschafft haben, dem 4. Longplayer von Mono Inc, wenn man das frühe, aus dem Jahre 2003/4, in noch alter Besetzung unter Sänger Mikey Mono, stammende Werk Head under Water", dazuzählt. Eine durchschnittliche Anzahl an Songs somit. Kommen wir nun also zum qualitativen Check der von Martin Engler (Lyrics), Manuel Antoni (Bass und Vocals), Carl Fornia (Gitarre und Vocals) und Katha Mia (Drums und Vocals) ausgewählten Lieder.

Opener
Voices of Doom" ist ein Kracher. Genau die richtige Eröffnung eines Albums. Hart und melodisch zugleich, zeigen Mono Inc. direkt, was ihre Auffassung von Gothic Rock ist. Drückende Gitarren und harte Drums, gepaart mit klangvollen Samples und einem intensivern Bass, die wieder einmal in einem wunderbaren Kontrast der tiefen Stimme von Martin und den engelsgleichen Backvocals von Katha Mia stehen. Bereits nach wenigen Momenten kann man diese Nummer mitsingen und einer kräftigen Unterstützung auf Konzerten steht nichts mehr im Wege.

Gothic Queen" ist genau wie Voices of Doom" ein leidenschaftlicher Song, der durch den glasklaren Gesang von Katha Mia und Reibeisenstimme Martin besticht. Was aber beileibe den musikalischen Teil nicht schmälern soll. Dieses Lied ist einfach genial und hier besticht genau das, was Mono Inc. aus der Masse der vielen Bands klar heraus hebt; eine perfekte Synthese aus Musik und Gesang, aus Harmonie und Kraft, Leidenschaft und textliche Kongenialität.

Pain" ist der dritte Track. Leider für mich der schwächste Song des Albums. Während die ersten beiden Lieder wahre Schmuckstücke sind und eine wunderbare Linie ergeben, tanzt dieser Song ein wenig aus der Reihe. Er scheint sich nicht in das Gesamtgefüge harmonisch einzugliedern. Textlich gelungen, musikalisch jedoch meiner Ansicht nach nicht so ganz.

Der nächste Song heisst If i Fail". Hier entdecke ich den für mich wunderbarsten Moment des Albums. Ein Innehalten und sanftes Insichkehren", das durch den stimmungsvollen Beginn fast schon meditative Auswirkungen hat. Die eindringlichen Lyrics verweben sich harmonisch mit der Musik und Bilder werden zu ganzen abendfüllenden Kinofilmen im Kopf. 10 Euro Praxisgebühr beim Therapeuten gespart dank Mono Inc. Her(t)zlichen Dank!

Forgiven" ist Track Nummer 5. Schon der musikalische Einstieg ist absolut mitreissend. Die Keyboard-Samples pulsieren im Kopf und lassen die Beine unwillkürlich zu zucken anfangen. Einer der Songs die ich persönlich zu den Favoriten auf dem Album zähle. Ein Refrain der nicht aus dem Kopf geht. Martins und Kathas Vocals, die, unterstützt von einer weiteren choralen tiefen Zusatzstimme (Ronald Zeidler) als Hookline, dem ganzen Song eine rasante Geschwindigkeit geben und eine völlige Einheit mit dem musikalischen Gesamtpaket ergeben.

Der 6. Song heisst Flatline, aber stellt eigentlich nur die Einleitung zu Track Nummer 7 dar, dem Lieblingstrack von Martin Engler auf Voices of Doom", nämlich

Rest in Grace". Ein musikalischer Nachruf , mit tiefen emotionalen Momenten des Frontmannes von Mono Inc. Selbst von der CD-Konserve spürt man die besondere Verbindung dieses Liedes zum Sänger. Musikalisch und textlich wunderschön gelungen. Etwas langsamer am Beginn und dem Thema gebührend Respekt gebend, verwandelt sich diese Nummer zu einem hymnenvollen und epochalen Song im weiteren Verlauf.

Trail of Thorns" nennt sich der achte Track. Ein klavierschwerer Beginn und die Stimme von Mono Inc.'s Frontmann versetzt einen in Schwermut. Man hat förmlich das Gefühl, die Wolken zu spüren, die sich über einem zusammen ziehen und in Gedanken klappt man den Kragen der dicken Herbstjacke hoch. Doch schon während des Refrains, der wieder kraftvoll und gitarrenlastig vorgetragen wird, scheint die Sonne den grauen Himmel aufzubrechen. Ja, auch für Gruftis scheint manchmal die Sonne...Goth sei Dank.

Das 9. Lied heisst My dear Recipe". Dieser Song hätte von der Art und Weise gut und gerne vom 2. Album "Temple of the Torns" stammen können. Mono Inc. wie man sie kennt und schätzt. Guter solider Gothic Rock-Song, der getragen von den drückenden Gitarrenriffs automatisch zum Kopfnicken anregt.

Torture me", der nächste Track, ist ebenfalls wie My dear Recipe" ein packendes Lied. Dies vor allem durch die Arbeit von Carl Fornia an der Gitarre und Manuel Antoni am Bass. Stets pulsierend und nach vorne peitschend, fällt hier wieder mal die perfekte Symbiose zwischen Gesang und Instrumente auf. Katha Mias Back-Vocals runden das Gesamtbild perfekt ab.

Als letzter Song ist nun noch Time to go" zu nennen. Die musikalischen letzten Worte, wenn man so sagen will, denn hier geht es um nichts geringeres als den Abschied vom Leben in der Stunde des letzten Augenblicks. Langsam, eingängig vorgetragen und stilsicher, wird mit dem sensiblen Thema umgegangen und bilden gleichzeitig auch den Ausklang des Longplayers. Sehr gelungen, aber dennoch etwas langatmig und musikalisch nicht unbedingt restlos überzeugend. Als letzter Song des Albums aber gut gewählt, da er beim Hören doch tatsächlich das Gefühl von Abschiednehmen aufkommen lässt.

Fazit:
Voices of Doom" stellt einen musikalischen Meilenstein in der Geschichte von Mono Inc. dar. Nie waren sie besser. Die abwechslungsreichen, stimmungsvollen und mitreissenden Stücke sind das Ergebnis, einer langen, konsequenten musikalischen Weiterentwicklung, ohne das die Band ihre Wurzeln vergessen hat. Die Songs gehen unter die Haut und in die Beine. Die Melodien bestechen durch Tanzbarkeit und die Texte gehen schnell in Fleisch und Blut über. Mit diesem Album etablieren sich die Hamburger in der absoluten Weltspitze dieses musikalischen Genres. Das Kopfkino steht niemals still, während man lauscht und vom Stil und der Musik des Longplayers gefangen genommen wird. Lediglich die beiden Tracks Pain" und Time to go" sind etwas schwächer und bleiben leicht hinter den anderen Songs zurück, was dem Album jedoch nichts von der genialen Gesamtheit nimmt. Auch das kunstvolle Booklet ist hier nochmals besonders hervorzuheben und zu nennen. Eine absolute Seltenheit, dass sich soviel Mühe gegeben wird.
Voices of Doom" ist mal laut und kraftvoll, mal leise und sanft, mal bedrückend und berauschend. Diese Stimme des Schicksals" hat unendlich viele Facetten und wird nicht ungehört bleiben. Aber das faszinierendste daran ist:
Es ist und bleibt Mono Inc.!

9,5 von 10 möglichen Hertzschlägen!

Damian
Vox Noctem
Moderator Hertzblut
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2010 4:23 PM CET


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