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Rezensionen verfasst von
Büchermonster (bloggt über (Hör-)Bücher aus den Genres Thriller, Mystery & Horror)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Labyrinth - Elixier des Todes (Pendergast 14)
Labyrinth - Elixier des Todes (Pendergast 14)
Wird angeboten von Audible GmbH

4.0 von 5 Sternen Eine spannende Story, jede Menge Dramatik & ein wenig Nostalgie – ein packender 14. Pendergast-Fall, 11. April 2016
Nicht viele Thrillerserien sind so langlebig wie die Agent-Pendergast-Reihe von Douglas Preston und Lincoln Child und auch im insgesamt bereits schon 14. Band „Labyrinth – Elixier des Todes“ kommt der eigenwillige FBI-Agent mit dem weißblonden Haar und den stahlblauen Augen nicht zur Ruhe, zumal sein neuer Fall direkt mit einem wahren Knalleffekt beginnt: Eines Abends wird ihm nämlich die Leiche seines ermordeten Sohnes Alban vor die Tür gelegt, der anschließende Versuch der Verfolgung des anonymen Boten bleibt zunächst erfolglos. Eingefleischte Preston & Child-Leser wissen natürlich um das in den Vorgängern bereits thematisierte äußerst angespannte Verhältnis zwischen Agent Pendergast und seinem abtrünnigen Sohn, der im Verlauf der Reihe bereits als krimineller Mastermind auf sich aufmerksam gemacht hat, und dürften daher auch nicht überrascht sein, dass sich die Trauer des Vaters um den Tod seines Kindes gelinde gesagt in argen Grenzen hält. Trotzdem nimmt der Agent die Herausforderung seines unbekannten Feindes natürlich an und nimmt die Suche nach den Mördern seines Sohnes auf – weniger aus Gründen der Vergeltung, sondern vorrangig um herauszufinden, wer einen derart großen Groll gegen ihn hegt und es mit dieser makabren Botschaft auf ihn abgesehen hat.

„Labyrinth – Elixier des Todes“ nimmt also von Beginn an Fahrt auf und wartet für Pendergast-Fans der ersten Stunde zudem mit einem ganz besonderen Schmankerl auf, denn ein zweiter Handlungsstrang führt Pendergasts treuen Freund, NYPD-Lieutenant Vincent D’Agosta, zurück an den Ort ihres ersten gemeinsamen Falls, nämlich das American Museum of Natural History in New York, in dem die Pendergast-Reihe vor rund 20 Jahren in „Relic – Museum der Angst“ seinen Anfang fand. Dort wurde ein Angestellter des Museums tot aufgefunden, dessen Ermordung offenbar in Verbindung mit seiner mysteriösen Forschungsarbeit steht. Diese Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe dürfte bei den langjährigen Lesern wohl für jede Menge Nostalgie sorgen, zumal es sogar noch ein Wiedersehen mit einer gewissen (ehemaligen) Museumsmitarbeiterin gibt, die nach langer Abwesenheit in den Pendergast-Romanen endlich einmal wieder aktiv an der Ermittlungsarbeit mitwirken darf – Fans der Reihe dürften wissen, wer hier gemeint ist 😉

Der 14. Pendergast-Fall ist also klar an Kenner der Vorgänger-Bände gerichtet und es scheint fraglich, ob man als blutiger Neueinsteiger gerade die Zusammenhänge rund um die Ermordung des Sohnes des Agenten versteht, da dieser Handlungsstrang trotz kurzer Zusammenfassungen der bisherigen Ereignisse schon ein gewisses Vorwissen voraussetzt. Dafür bekommt man aber einiges geboten, denn nachdem die Reihe mit den stellenweise eher durchwachsenen Bänden der sogenannten Helen-Trilogie und dem ebenfalls nicht ganz überzeugenden Corrie-Swanson-„Spin-Off“ „Attack – Unsichtbarer Feind“ ein wenig Gefahr lief, sich so langsam abzunutzen, kehren Douglas Preston und Lincoln Child mit „Labyrinth“ endlich wieder zu (fast) alter Stärke zurück und liefern einen packenden und stellenweise hochdramatischen Fall, der Pendergast an seine äußersten Grenzen treibt und bei dem es einem um den eigenwilligen Charakterkopf teilweise sogar richtig angst und bange werden kann. Der Geschichte fehlt zwar vielleicht die ganz große Raffinesse und Faszination der Anfänge der Reihe – denn nach 14 Bänden ist man eben nun einmal schon ein wenig abgehärtet und nicht mehr ganz so leicht zu überraschen –, trotzdem ist sie ohne echten Durchhänger ab der ersten Minute an packend und hält bis zum finalen Showdown ein gutes Spannungsniveau. Und weil auch Hörbuchsprecher Detlef Bierstedt gewohnt unterhaltsam in Aktion tritt und die Geschichte wie üblich mit genau der richtigen Mischung aus Seriosität und leichter Überzeichnung der Charaktere vorträgt, wird „Labyrinth – Elixier des Todes“ insgesamt zu einem der besten Bände der jüngeren Vergangenheit der Pendergast-Reihe.


Tödlicher Frühling (Akyl Borubaew)
Tödlicher Frühling (Akyl Borubaew)
von Tom Callaghan
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

4.0 von 5 Sternen Nicht ganz so raffiniert wie der Vorgänger, aber dennoch ein spannender, düsterer und knüppelharter zweiter Kirgisistan-Thriller, 20. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit seinem Kriminalroman „Blutiger Winter“ entführte der Engländer Tom Callaghan seine Leser im vergangenen Jahr zum ersten Mal ins unwirtliche Kirgisistan, wo sein Ermittler Akyl Borubaew den brutalen Mord an einer jungen Frau aufklären musste. Seitdem sind einige Monate ins Land gegangen, in denen sich die Lage für den eigenwilligen Inspektor nicht gerade verbessert hat: In seinem Hauptstadt-Bezirk hat Borubaew durch seine Ermittlungen zu viel Dreck aufgewühlt und sich in die ein oder andere dubiose Machenschaft verwickeln lassen, sodass ihn seine Vorgesetzten in die kirgisische Provinz abgeschoben haben, wo Akyl selbst mit seiner forschen Art vermeintlich keinen weiteren Schaden mehr anrichten kann. Das klappt aber nur in der Theorie, denn schon kurz nach seiner Versetzung ins Exil wird der Ermittler mit den grausamen Morden an mehreren Waisenkindern konfrontiert, sodass Borubaew auch gleich zu Beginn des zweiten Bandes „Tödlicher Frühling“ wieder auf Konfrontationskurs mit Kriminellen und Autoritäten geht.

Dabei wird schnell klar, dass auch Callaghans zweiter Kirgisistan-Thriller wieder nichts für zartbesaitete Gemüter ist, denn schon auf den ersten Seiten schockt der Autor mit den grausigen Kindermorden, bei denen wehr- und hilflose Waisenkinder wie Müll entsorgt wurden, nachdem man sie zuvor qualvoll missbraucht hat. Die Spur führt schnell in Richtung Kinderpornographie und es dürfte selbst für abgehärtete Thriller-Leser erschütternd sein, wie viel Menschenverachtung und Kaltblütigkeit die Täter an den Tag legen und welch unfassbares Leid die Opfer vor ihrem Tod durchmachen mussten. „Tödlicher Frühling“ ist also alles andere als ein Wohlfühl-Krimi, wozu auch das unwirtliche Setting wieder viel beiträgt: Zwar spielt die Handlung (wie der Titel schon verrät) nicht mehr im eisigen kirgisischen Winter wie noch der Vorgänger, doch auch bei steigenden Temperaturen zeigt sich das zentralasiatische Land in diesem Buch wieder alles andere als von seiner Sahneseite: Tod und Gewalt lauern anscheinend an jeder Straßenecke, von dem korrupten Polizeiapparat dürfen Bürger keine wirkliche Hilfe erwarten und wer in Städten wie Bischkek, Karakol oder Osch eines natürlichen Todes sterben „darf“, hat in seinem Leben anscheinend das ganz große Los gezogen – zumindest wenn man der Darstellung Tom Callaghans glauben darf, der sich mit dieser Region einen meiner Meinung nach hochinteressanten Schauplatz für seine knallharte Reihe ausgesucht hat.

Mit seinem Inspektor Akyl Borubaew hat der Autor jedoch einen Charakter erschaffen, der sich in diesem Moloch zu behaupten weiß, wie er auch bei seinem zweiten Fall eindrucksvoll unter Beweis stellt, denn ohne Rücksicht auf das eigene Wohlergehen stürzt sich der Ermittler mit vollem Einsatz in die Jagd auf die Kindesmörder – wohl auch deshalb so kompromisslos, weil er seit dem Krebstod seiner geliebten Frau einen gewissen Hang zur Lebensmüdigkeit entwickelt hat und sich durch die ihm auferlegten Torturen anscheinend auch ein Stück weit selbst geißeln will. Im der Fortsetzung feilt Callaghan dabei weiter am Profil seines Protagonisten und man erfährt viel über die Vergangenheit Borubaews, die sich bis in eines der harten Waisenheime Kirgisistans erstreckt. Fans des Vorgängers dürften sich zudem über den erneuten Auftritt von Akyls mysteriöser und nicht weniger toughen usbekischen Mitstreiterin Saltanat freuen, die gemeinsam mit ihrem Kollegen in ihrem Nachbarland mal kräftig aufräumt.

Was die Story betrifft, so bleibt „Tödlicher Frühling“ meiner Meinung nach zwar leicht hinter dem Auftaktband zurück, da manche Entwicklung für mich zu sehr dem Zufall geschuldet war und so mancher Hinweis dem Duo Borubaew/Saltanat eher in die Hände gefallen zu sein schien, trotzdem konnte mich auch die Fortsetzung wieder mitreißen. Tom Callaghans düstere Thriller sind aufgrund des doch recht ausgeprägten Gewaltanteils (der hier nicht nur durch die grausigen Morde, sondern z.B. auch durch eine ziemlich nervenzehrende und detailliert beschriebene Folterszene in die Höhe getrieben wird) sicherlich nicht für jeden Hobby-Ermittler die geeignete Lektüre, wer aber knallharte Thriller mit spannendem Setting, komplexen Charakteren und schockierenden Geschichten sucht, ist bei der Akyl-Borubaew-Reihe sicherlich bestens aufgehoben – das gilt trotz im Vergleich zum Vorgänger kleinerer Abstriche bei der Story auch für „Tödlicher Frühling“.


Wer war Alice
Wer war Alice
Wird angeboten von Audible GmbH

3.0 von 5 Sternen Durchwachsener Doku-Krimi mit interessantem Konzept, bei dem die Spannung jedoch oft auf der Strecke bleibt, 20. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Wer war Alice (Hörbuch-Download)
Ein harmloser Tweet, in dem jemand in den unendlichen Weiten des Internets darüber nachdenkt, welches Lied auf der eigenen Beerdigung gespielt werden soll – und die Idee zu einem heute international erfolgreichen Bestseller ist geboren. So ging es im Jahr 2012 dem Journalisten Tim Relf, als er seine Twitter-Timeline durchscrollte, an eben jenem Tweet hängenblieb und sich daraufhin fragte, was man eigentlich alles über einen Menschen über soziale Netzwerke und andere öffentliche Quellen herausfinden könnte. Was zunächst vielleicht ein wenig verstörend und nach unheimlichem Stalking klingt, war in diesem Fall jedoch die Geburt des Romans „Wer war Alice“, den Relf nun rund vier Jahre später unter dem Pseudonym T.R. Richmond veröffentlicht hat. Ausgangsidee der Geschichte ist dabei der rätselhafte Tod der jungen Journalistin Alice Salmon, die mitten in der Nacht im englischen Southampton von einer Brücke in den Fluss gestürzt und ertrunken ist und im Alter von nur 25 Jahren aus dem Leben gerissen wurde. Geschockt von dem frühen Tod seiner ehemaligen Studentin beginnt ein ehemaliger Professor der Verstorbenen, Alices Leben detailliert aufzuarbeiten – zugegeben eine ziemlich ungewöhnliche und eigentlich auch recht gruselige Art der Trauerarbeit (ich würde nicht wollen, dass irgendwann mal einer meiner Lehrer meinen Online-Datenmüll durchforstet…), aber irgendwie muss diese Geschichte ja einen Anfang finden.

Das Besondere an „Wer war Alice“ ist jedoch, dass es eigentlich gar keine Geschichte im herkömmlichen Sinne gibt, sondern dieser Roman vielmehr eine Art Chronik ist, die ausschließlich aus Dokumenten wie Tagebucheinträgen, Zeitungsberichten, Briefen, E-Mails, Blogeinträgen, SMS-Protokollen oder Twitter-Konversationen besteht – ein origineller und durchaus vielversprechender Erzählansatz. Trotz der vielen verschiedenen Puzzleteile kristallisieren sich dabei jedoch schnell zwei Hauptfiguren der Erzählung heraus: zum einen die verstorbene Alice Salmon, die überwiegend anhand von Ausschnitten aus ihrem Tagebuch oder durch von ihr verfasste Zeitungsartikel wieder zum Leben erweckt wird, sowie ihr ehemaliger Uni-Professor Jeremy Cooke, der in Briefen an einen alten Freund von seiner Arbeit an der „Alice-Chronik“ berichtet. So entsteht nicht nur ein recht umfassendes Porträt der Toten, sondern es werden vor allem durch die nachdenklichen Ausführungen des Professors für einen Spannungsroman ungewöhnlich ernste Denkanstöße geliefert, die sich weitestgehend darum drehen, was wir nach unserem Tod eigentlich hinterlassen und wie viel man anhand der Informationen, die wir zu einem großen Teil selbst im Internet über uns Preis geben, über den Menschen hinter den Tweets, Blogeinträgen oder Facebook-Updates herausfinden kann. Das ist recht interessant und verleiht Richmonds Werk auf jeden Fall schon einen einen gewissen Orginalitäts-Bonus.

Allerdings wird auch früh klar, warum der herausgebende Goldmann-Verlag „Wer war Alice“ nicht als Thriller bewirbt, sondern sich ein eher zurückhaltendes „Roman“ auf dem Buchcover versteckt, denn das Buch hat ein ganz großes Manko: Es kommt fast im gesamten Verlauf nahezu überhaupt keine Spannung auf. Die gerade anfangs doch sehr mysteriösen Umstände um Alices tragisches Ertrinken spielen insgesamt eine weitestgehend untergeordnete Rolle, sodass hier schlicht und einfach ein packendes Rätsel als Aufhänger der Geschichte fehlt. Vor allem die elendig langen und häufig sehr philosophischen Ausführungen des Anthropologen Cook fallen oft ziemlich geschwätzig und langatmig aus, sodass meist kein wirklicher Erzählfluss aufkommen will. Erst in den letzten 1-2 Stunden nimmt „Wer war Alice“ wieder ein wenig Fahrt auf und kann mit einem unerwarteten Ende auch einen durchaus versöhnlichen Abschluss liefern, ingesamt bleibt aber letzten Endes der Eindruck, dass mit diesem eigentlich spannenden Konzept weitaus mehr drin gewesen wäre. Zudem ist es mir trotz der durchaus vielschichtigen Ausarbeitung der Hauptfiguren oft schwergefallen, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, obwohl man gerade durch die Briefe und Tagebucheinträge viel über deren Gedankenwelt erfährt – trotzdem fällt es häufig schwer, echte Sympathien für die Beteiligten zu entwickeln.

Einen dicken Pluspunkt gibt es aber noch für die Hörbuchfassung des Romans, die passend zu den verschiedenen Erzählfragmenten gleich mit einer ganzen Riege an Sprechern aufwarten kann. Besonders die beiden Hauptrollen sind mit Josefine Preuß als Alice Salmon und Walter Kreye als Professor Cooke hochkarätig besetzt, doch auch bei den Nebenfiguren darf man sich über prominente Sprecher wie Stefan Kaminski oder Regina Lemnitz freuen. So hat das Hörbuch meiner Meinung nach einen klaren Vorteil gegenüber der gedruckten Fassung, da der Roman durch die engagierten Lesungen der Sprecher deutlich lebhafter wirkt und diese über so manche Länge des Buches hinwegtäuschen. Und wer von dem Konzept gar nicht genug bekommen kann, für den gibt es online sogar eine Facebook-Seite der fiktiven Alice Salmon sowie einen Twitter-Account und einen Tumblr-Blog von Professor Cooke zum Stöbern.


Papierjunge: Thriller (Fredrika Bergmann, Band 5)
Papierjunge: Thriller (Fredrika Bergmann, Band 5)
von Kristina Ohlsson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungemein spannend und raffiniert konstruiert – ein weiteres Highlight einer nach wie vor grandiosen Krimi-Reihe, 14. März 2016
Kristina Ohlssons Krimireihe um das Ermittlerduo Fredrika Bergman und Alex Recht geht in die fünfte Runde und nachdem die Serie im Vorgänger „Himmelschlüssel“ eine kleine Wandlung vom Schwedenkrimi hin zum internationalen Politthriller vollzog, geht es im neuen Band „Papierjunge“ wieder einen kleinen Schritt zurück zu den Wurzeln: Dies beginnt bereits bei den Protagonisten selbst, denn nach ihrem Ausflug zum schwedischen Nachrichtendienst ist Fredrika nun wieder zurück bei der Landeskriminalpolizei und auch der bereits in den ersten drei Romanen mitwirkende Peder Rydh feiert nach einer unfreiwilligen Auszeit im letzten Band eine Rückkehr, wenn auch in neuer Funktion. Nach der spektakulären Flugzeugentführung in „Himmelschlüssel“ wirkt zudem der neue Fall wieder vergleichsweise gewöhnlich, denn Alex und Fredrika müssen den Mord an einer Erzieherin und die Entführung von zwei kleinen Jungen aufklären – die einzige Verbindung: Alle Opfer waren Angehörige der jüdischen Salomon-Gemeinde. Wer sich nun fragt, ob für das Verständnis des neuen Ohlsson-Thrillers eine Kenntnis der Vorgänger zwingend notwendig ist, dem kann Entwarnung gegeben werden: Die Autorin führt ihre Reihe zwar konsequent fort und entwickelt auch ihre Charaktere wieder ein gutes Stück weiter, die entscheidenden Informationen bezüglich der Figuren-Hintergründe und ihrer Beziehungskonstellationen werden aber verständlich zusammengefasst – und das ohne langjährige Fans der Reihe mit elendig langen Wiederholungen zu nerven.

Nicht nur deshalb fällt der Einstieg in die Geschichte leicht, denn Kristina Ohlsson beginnt auch mit einer relativ simplen Ausgangssituation, die sich aber schnell zu einer packenden Geschichte entwickelt. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die israelische Kultur und Politik, was sich bei dem jüdischen Hintergrund der Opfer früh andeutet. Von zentraler Wichtigkeit ist dabei der (wohl fiktive) israelische Mythos um den titelgebenden „Papierjungen“, der entfernt ein wenig an die deutsche Legende vom „Rattenfänger von Hameln“ erinnert und bei dem es eine bösartige Sagengestalt auf die Entführung und Folter von Kindern abgesehen hat. Was wie eine gruselige Kindergeschichte wirkt, wird von der Autorin jedoch auf raffinierte Art und Weise zu einem wirklich packenden Thriller gesponnen, der dann doch wieder ein wenig die Entwicklung des Vorgängers aufgreift und zumindest zum Teil erneut politische Ausmaße annimmt – dazu passt auch, dass die erstmals in „Himmelschlüssel“ zur Charakterriege hinzugestoßene Regierungsbeamtin Eden Lundell wieder mit von der Partie ist und nun womöglich dauerhaft zur Stammbesetzung der Reihe werden könnte.

Wie man es von den Olsson-Romanen kennt, spielen natürlich auch wieder die persönlichen Hintergründe der Charaktere eine große Rolle. Das mag nicht unbedingt jedem gefallen und auch ich stehe allzu häufigen Abschweifungen ins Privatleben der Protagonisten oft eher kritisch gegenüber, diese Reihe zeigt jedoch wieder einmal in Parademanier, wie man eine vielschichtige Charakterzeichnung in einen Thriller integriert, ohne dass diese dem Spannungsaufbau hemmend entgegenwirkt – im Gegenteil: die persönlichen Verstrickungen tragen sogar maßgeblich zum Nervenkitzel der Handlung bei, da diese zum einen wieder reichlich Konfliktpotenzial mitbringen, aber auch tatsächlich die Geschichte vorantreiben. Das ist wirklich großes Kino und sorgt eben auch dafür, dass die Charaktere nachhaltig in Erinnerung bleiben und der Leser die stetige Entwicklung der Hauptfiguren über die Einzelbände hinweg mitgehen kann und diese nun einmal nicht direkt nach der Lektüre wieder aus den Köpfen verschwinden.

Auch an der Handlung selbst gibt es kaum etwas auszusetzen: Die Story ist clever konstruiert, bietet zahlreiche Wendungen und ist zwar durchaus komplex, aber stets nachvollziehbar, sodass das Miträtseln ungemein Spaß macht. Zudem setzt Ohlsson mit einigen sehr geschickt eingesetzten kurzen Vorschau-Szenen zusätzliche Reizpunkte, welche die Spannung noch einmal auf die Spitze treiben und den Leser häufig das Schlimmste befürchten lassen. Das Ganze gipfelt dann auch entsprechend in einem dramatischen Finale, das einen krönenden Abschluss der Geschichte liefert und die hochkomplexe Handlung absolut schlüssig auflöst. Ein weiteres Highlight ist überdies wieder einmal Hörbuch-Sprecher Uve Teschner, der mit seiner grandiosen Lesung wieder einmal unter Beweis stellt, warum er meiner Meinung nach zu den Top 3 der deutschen Sprecher gehört. Insgesamt konnte „Papierjunge“ meine hohen Erwartungen folglich voll erfüllen und bin zugleich erstaunt und froh, dass Kristina Ohlsson auch beim fünften Band der Bergman/Recht-Reihe ihr sehr hohes Niveau hält und bislang völlig ohne Durchhänger auskommt. Also egal ob man nun treuer Olsson-Leser oder blutiger Neueinsteiger in die Reihe ist – „Papierjunge“ ist Thriller-Unterhaltung allererster Güte und definitiv ein Buch, das man nicht verpassen sollte!


D.I. Grace: Schwarzes Herz (Ein Fall für Helen Grace, Band 2)
D.I. Grace: Schwarzes Herz (Ein Fall für Helen Grace, Band 2)
von M. J. Arlidge
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Frauenpower auf die Jagd nach einem Serienmörder – ein hochspannender Pageturner, 11. März 2016
Nachdem der erste Auftritt von M.J. Arlidges Ermittlerfigur Helen Grace im Reihenauftakt „Eene Meene“ dramatisch endete, sind die Folgen dieses Fall auch zu Beginn des zweiten Bandes „Schwarzes Herz“ noch deutlich spürbar: Nicht nur Detective Inspector Grace musste eine gesundheitliche Auszeit nehmen, auch ihre junge Kollegin Charlie Brooks kehrt gerade erst wieder in den Dienst zurück. Besonders die Beziehung zwischen Helen und Charlie ist anfangs noch deutlich von Vorbehalten geprägt, zudem hat nicht nur der Tod eines Kollegen das Team einschneidend verändert – auch die neue Vorgesetzte macht vor allem Helen das Leben schwer. Somit ist der Mord an dem vermeintlich so perfekten Familienvater Alan Matthews für alle eine ernste Bewährungsprobe, die gleich über mehrere Schicksale entscheiden wird. So dramatisch die Vorzeichen aber nun klingen mögen: Der Kriminalfall selbst entwickelt sich trotz des grausigen Leichenfundes zunächst eher gewöhnlich, gerade verglichen mit den perfiden Psychospielen im Vorgänger. Langweilig ist dies aufgrund der knackig-kurzen Kapitel, der vielen dienstlichen und privaten Baustellen der Hauptfiguren und der zwischen Ermittler-, Täter- und Opferperspektive wechselnden Szenen zwar keinesfalls, es dauert aber eine kleine Weile bis sich der aus „Eene Meene“ gewohnte Nervenkitzel einstellen will.

Dass „Schwarzes Herz“ diese noch nicht voll zündende Anfangsphase unbeschadet übersteht, liegt für mich vor allem an dem interessanten Ermittlerteam. Auffällig ist hierbei, dass mit Helen Grace und Charlie Brooks gleich zwei weibliche Charaktere im Mittelpunkt stehen, und da mit der neuen Chefin Ceri Harwood eine weitere starke Frau maßgeblichen Einfluss auf die Ermittlungen hat, ist bei Arlidges zweitem Thriller eindeutig Frauenpower angesagt. Dabei hat jede der drei eine ganz eigene Persönlichkeit: Während Helens gesamtes Leben auf den Polizeidienst ausgerichtet ist und soziale Bindungen bei ihr (mit einer sehr pikanten Ausnahme) überhaupt keine Rolle zu spielen scheinen, ist Charlie doch sehr zwischen ihrem Beruf und der Aussicht auf eine eigene Familie hin- und hergerissen. Eines haben die beiden aber gemeinsam: Beide zeigen bei den Ermittlungen vollen Einsatz, gehen auch mal ungewöhnliche und unbequeme Wege und bilden so nach den eingangs erwähnten Startschwierigkeiten ein starkes Gespann, das durch die zwischendurch auch immer wieder gezeigten schwachen und sensiblen Momente zudem schnell ans Herz wächst.

Da spätestens nach dem ersten Drittel auch die Geschichte mächtig an Fahrt aufnimmt und vor allem in der zweiten Hälfte wieder hohes Suchtpotenzial entwickelt, steht der zweite Band dem auch schon sehr spannenden Reihenauftakt in nichts nach. Vor allem zum Ende hin überschlagen sich förmlich die Ereignisse und M.J. Arlidge hat noch die ein oder andere dramatische Überraschung auf Lager, sodass ich das Buch während der letzten 200 Seiten einfach nicht mehr weglegen könnte. Natürlich ist „Schwarzes Herz“ weiß Gott kein anspruchsvoller Roman, der Stil ist manchmal schon ein wenig reißerisch und mit den teilweise doch recht drastischen Morden und dem Sex-Business als Hintergrund spricht der Autor auch bewusst die voyeuristische Ader seiner Leser an, aber manchmal ist so ein schneller, dreckiger Thriller auch einfach genau das richtige. Ich fand das Buch jedenfalls total spannend, ich mag die beiden Ermittlerfiguren sehr und weil der Fall sowohl schlüssig konstruiert war und auch die Motivation des Täters gut begründet wurde, gibt es von mir wie schon bei „Eene Meene“ eine klare Leseempfehlung für alle Thriller-Fans!


Neuntöter: Thriller
Neuntöter: Thriller
von Ule Hansen
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein durchaus packender Thriller, der jedoch manchmal übers Ziel hinaus schießt und dessen Protagonisten viel Geduld erfordert, 7. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Neuntöter: Thriller (Broschiert)
Hinter dem Pseudonym „Ule Hansen“ verbergen sich die Berliner Lektorin Astrid Ule und der freie Journalist Eric T. Hansen, die ihren ersten Thriller „Neuntöter“ auch gleich in ihre Heimatstadt verlegt haben. Aufhänger der Geschichte ist ein bizarrer Mordfall, dessen Umständen der Roman auch seinen Titel verdankt, denn ebenso wie der gleichnamige Raubvogel seine Beute in Bäumen aufhängt, so hat auch der Täter seine Opfer hergerichtet: Mitten in der Innenstadt baumeln drei fast vollständig mit silbernem Klebeband umwickelte Leichen in einem mehrere Stockwerke hohen Baugerüst. Und als wäre diese Herausforderung alleine für die Protagonisten dieses Thrillers, die Berliner Fallanalystin Emma Carow, noch nicht groß genug, so hat die Polizistin auch noch ihren ganz eigenen Rucksack zu tragen: Wie man nämlich schon im ersten Kapitel erfährt, wurde Emma zehn Jahre zuvor von einer Zufallsbekanntschaft brutal vergewaltigt und wird nun ein weiteres Mal mit diesem Trauma konfrontiert, da ihr Peiniger nach seiner Haftentlassung als angeblich geläuterter Straftäter durch die Medienlandschaft tingelt und in Funk und Fernsehen sein Buch über seine Wandlung vom Saulus zum Paulus promotet.

Somit ist auch die Erklärung schnell gefunden, warum Emma Carow im Klappentext als „menschenscheu“ beschrieben wird, dabei habe ich die Fallanalystin gar nicht unbedingt als menschenscheu, sondern vielmehr als sozial inkompetent empfunden, denn Emma ist keineswegs das verschüchterte Vergewaltigungsopfer, sondern viel eher offen auf Krawall ausgerichtet und lässt dabei z.B. ohne Skrupel ihren Konkurrenten um einen besseren Posten ins offene Messer laufen. Und so sehr man als Leser auch Verständnis für das tragische Schicksal der Protagonistin und ihre schwierige Situation aufbringen möchte, so fällt es lange Zeit doch spürbar schwer, Sympathien für diesen schon recht anstrengenden Menschen zu entwickeln. Lobend muss man dem Autorenduo aber auf jeden Fall zugute halten, dass sie es geschafft haben, eine Figur mit Ecken und Kanten zu erschaffen, die nun wirklich alles andere als eine langweilige 08/15-Persönlichkeit ist, allerdings hätte die ein oder andere liebenswerte kleine Macke sicherlich auch nicht geschadet. Zudem nehmen die persönlichen Eskapaden und Emmas durchaus selbstzerstörerischer Ego-Trip gerade im Mittelteil sehr viel Raum ein, was meiner Meinung nach machmal zu sehr vom eigentlichen Fall abgelenkt, auch wenn das Privatleben der Ermittlerin für die Geschichte schon nicht völlig ohne Relevanz ist.

An der Story rund um die „Mumienmorde“, wie die bizarren Todesfälle im Roman bezeichnet werden, gibt es dabei grundsätzlich nicht viel auszusetzen: die Ausgangssituation, sprich der Modus Operandi des Mörders, ist gleichzeitig skurril wie verstörend, das Tempo ist gut und auch wenn die diskutierten Täterprofile manchmal etwas aus der Luft gegriffen scheinen und die Handlung dadurch hin und wieder etwas willkürlich wirkt, so ist das Spannungsniveau dennoch die meiste Zeit hoch, woran auch der vergleichsweise hohe Bodycount mit Sicherheit nicht ganz unschuldig ist. Der Schreibstil erfordert zwar aufgrund der häufig etwas stakkatoartigen Sätze eine kurze Eingewöhnungszeit und die Auflösung der Geschichte erscheint letzten Endes auch ein wenig weit hergeholt, wird aber zumindest schlüssig hergeleitet und ist dadurch alles in allem auch zufriedenstellend. Insgesamt ist „Neuntöter“ trotz kleinerer Mängel also ein durchaus gelungener Thriller, der zwar manchmal ein wenig über das Ziel hinausschießt und etwas übertrieben reißerisch daherkommt, aber eigentlich jederzeit gut unterhält – auch wenn man in Bezug auf die Hauptfigur eine große Portion Geduld mitbringen muss. Sollte die Fallanalystin Emma Carow also in Serie gehen, wäre es für mich wünschenswert, wenn ihre rebellischen Ausflüge etwas zurückgefahren würden und die Profilerin ein wenig von ihrem Konfrontationskurs abrückt, da dieser auf Dauer doch recht anstrengend ist. Als Auftaktband kann sich „Neuntöter“ aber auf jeden Fall absolut sehen lassen und Potenzial für weitere Fälle scheint definitiv vorhanden!


Die Flut: Psychothriller
Die Flut: Psychothriller
von Arno Strobel
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein spannungsarmer, aber ungemein nerviger Inselkrimi mit extrem billiger Auflösung, 28. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Flut: Psychothriller (Taschenbuch)
Ich gebe es ganz ehrlich zu: Ich mag es, wenn Krimis oder Thriller auf Inseln spielen, da das räumlich begrenzte Setting und die Isolation vom Festland fast schon automatisch ein Gefühl der Beklemmung und Angst erzeugt, sobald auf der Insel etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Es gibt kein Entkommen, man ist dem Bösen weitestgehend hilflos ausgesetzt, kann im Ernstfall kaum auf Hilfe von außen hoffen und der wohl beunruhigendste Aspekt: Der Täter ist häufig eine vertraute Person, da auch die Anzahl der Charaktere in der Regel recht überschaubar ist. Nun ist das beliebte deutsche Touristenziel Amrum in der Nordsee zwar nicht gerade das das typische „einsame Insel“-Setting, trotzdem bringt auch der Schauplatz von Arno Strobels neuem Psychothriller „Die Flut“ viel Potenzial mit – vor allem, wenn der Autor sich die Gegebenheiten vor Ort auf solch perfide Weise zu eigen macht wie Strobel, denn in diesem Roman wird die Natur selbst zum Mordwerkzeug. Der Mörder setzt seine Opfer nämlich hilflos der Flut aus, indem er Urlaubspaare verschleppt, die Frau nachts bis auf den Kopf im Sand vergräbt und sie einem nicht zu gewinnenden Todeskampf gegen das steigende Wasser aussetzt – und das alles, während der Mann gefesselt dabei zusehen muss, wie die Liebe seines Lebens einen qualvollen Tod findet.

Bei der Mordmethode kann man sich also schon mal nicht über fehlende Originalität beschweren, allerdings scheint sich damit die Kreativität des Autors bereits erschöpft zu haben, denn die Geschichte selbst kommt doch recht eintönig daher. Denn statt seine Protagonisten in ein raffiniert konstruiertes Inseldrama zu verstricken, beschränkt sich Strobel fast ausschließlich auf künstlich erzeugte und bis zum Erbrechen hochgepushte Konflikte. So besteht die Handlung gefühlt zu gefühlt 90% daraus, dass sich alle gegenseitig doof finden und wirkliche Ermittlungsarbeit findet so gut wie gar nicht statt, weil sich auch die Polizisten lieber gegenseitig doof finden statt ihrer verdammten Pflicht nachzukommen und sich auf die Suche nach dem Killer zu machen. Das extra vom Festland eingeflogene Ermitterduo wirkt zu 50% unsympathisch und zu 50% hilflos, insgesamt aber zu 100% unfähig: der vermeintliche Star-Ermittler legt sich nämlich ohne jegliche Hinweise auf einen willkürlichen Verdächtigen fest und ist im Anschluss nur noch damit beschäftigt, diesen bei jeder Gelegenheit zu beleidigen und die zumindest theoretisch vielleicht nicht ganz so unfähige andere Hälfte des Duos ist hat alle Hände voll damit zu tun, den verbalen Amoklauf seines Kollegen unter Kontrolle zu bringen. Es gibt hier nicht einmal ansatzweise Gelegenheit zum Miträtseln, weil Strobel überhaupt keine Spuren auslegt und eigentlich jeder der fast durchgängig ätzenden Charaktere alleine schon wegen seiner unsympathischen Art verdächtig ist, man aufgrund fehlender Hinweise aber auch niemanden ausschließen kann.

Natürlich sind unsympathische Figuren kein Kriterium für eine schlechte Wertung, schließlich bieten auch Thriller wie „Gone Girl“ oder „The Girl on the Train“ alles andere als Charaktere, mit denen man gerne mitfiebert oder mit denen man sich identifizieren kann – allerdings schaffen es diese Bücher, durch perfide Intrigen dennoch ein hohes Spannungsniveau zu erzeugen, was Arno Strobel aber gänzlich misslingt. Die Geschichte ist durch die immer gleichen persönlichen Anfeindungen unglaublich repetitiv und wirkt mehr wie ein Wettkampf um den Titel „Amrums größter Unsympath“ statt ein intelligenter Whodunit-Krimi, der spätestens ab der Hälfte ungemein anstrengend wird. Am Ende war der Autor dann von seinen ätzenden Charakteren offenbar selbst so sehr genervt, dass er auch keine Lust mehr auf die Story hatte und diese dann aus heiterem Himmel mit einer völlig umplausiblen und überhasteten Auflösung abbricht, bei der weder eine glaubwürdige Erklärung für die Überführung des Täters noch ein nachvollziehbares Tatmotiv geliefert werden – wie auch, wenn in den Stunden zuvor fast gar keine Ermittlungsarbeit stattgefunden hat, weil die Charaktere allesamt zu sehr mit ihrer miesen Laune beschäftigt waren. Ich habe wirklich selten eine derart dumme und haarsträubende Auflösung wie bei diesem Buch erlebt, aber irgendwie musste man die Geschichte ja schließlich zu Ende bringen

Wäre das völlig bescheuerte Ende nicht gewesen hätte man „Die Flut“ mit sehr viel Wohlwollen vielleicht noch unter der Kategorie „uninspirierter, aber wenigstens noch halbwegs unterhaltsamer Thriller“ abheften können, mit dem völlig missratenen und sehr billig wirkenden „Plottwist“ (der eigentlich auch nur deshalb einer ist, weil die Handlung so mies konstruiert ist, dass die Schlusspointe logisch nicht vorhersehbar ist) hat Strobel dann aber auch den letzten Kredit bei mir verspielt. Wer bei „Die Flut“ einen Lichtblick finden will, der muss schon zur Hörbuchfassung greifen, denn dort liefert Sascha Rotermund eine wirklich hervorragende Vorstellung ab und verleiht der Geschichte wenigstens ein bisschen Leben. Insbesondere in den Todesszenen läuft der Sprecher zur Höchstform auf und macht diese mit seiner eindringlichen Lesung zu den wenigen Highlights dieses Psychothrillers.


Die Ernte des Bösen: Roman (Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 3)
Die Ernte des Bösen: Roman (Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 3)
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cormoran Strike und Robin Ellacott in ihrem bisher persönlichsten Fall – ein starker Krimi mit starken Hauptfiguren, 26. Februar 2016
Für Cormoran Strike und Robin Ellacott könnte das Leben so rosig sein: Strikes Detektei läuft nach den jüngsten Ermittlungserfolgen bestens, Robin steht nach einigen Beziehungstiefs endlich doch kurz vor der Hochzeit mit ihrem Verlobten und selbst ihr knurriger Boss hat (zumindest vorübergehend) sein Liebesglück gefunden. Irgendjemand scheint den beiden jedoch einen Strich durch die Idylle machen zu wollen und so steht Robin eines Morgens plötzlich fassungslos mit dem abgetrennten Bein einer Frau in den Händen da – angesichts der durch eine Kriegsverletzung bedingten Amputation von Strikes eigenem Bein nicht ohne eine gewisse Ironie, wie auch der Ex-Militärpolizist selbst lapidar mit den Worten „And it’s not even my size“ kommentiert. Trotz des Galgenhumors ist Strike jedoch durch die makabre Lieferung beunruhigter als er zugeben will, da ihn vor allem die Einbeziehung Robins als ausdrückliche Adressatin des Pakets Sorgen macht – offenbar hat es der Täter mit seiner grausamen Botschaft nicht nur auf Strike selbst, sondern auch auf seine treue Assistentin abgesehen. Es deutet also alles darauf hin, dass „Career of Evil“, der dritte Band von J.K. Rowlings unter dem Pseudonym „Robert Galbraith“ verfassten Krimireihe um den privaten Ermittler und Kriegsveteranen Cormoran Strike, zu dessen bisher persönlichsten Fall wird.

Im Vergleich zu den Ermittlungen in den ersten beiden Romanen „The Cuckoo’s Calling“ und „The Silkworm“ ist Strike zu Beginn der Geschichte aber dadurch immerhin schon mal nicht ohne Ansatzpunkte, denn schnell hat der erfahrene Verbrechensbekämpfer vier Verdächtige ausgemacht: einen stadtbekannten Gangster, der aufgrund von Strikes Aussage verknackt wurde; ein Pädophiler, für dessen Verhaftung er ebenfalls verantwortlich war; ein ehemaliger Kamerad aus seiner Zeit bei der Armee, mit dem Cormoran nicht nur deutlich angeeckt ist, sondern den er auch wegen Fällen von häuslicher Gewalt vor Gericht gebracht hat – und Strikes Stiefvater, den er schon vor vielen Jahren des Mordes an seiner Mutter beschuldigt hatte und der aufgrund eines sehr persönlichen Details der Drohbotschaft der vielversprechendste Kandidat zu sein scheint. Liegt Strike mit seinen Vermutungen richtig, muss also „nur noch“ der Schuldige unter diesen vier Männern ausfindig gemacht werden. Klingt simpel, erweist sich aber dennoch als harte Nuss, denn die meisten der Tatverdächtigen müssen erst einmal ausfindig gemacht werden, bevor überhaupt Hinweise für und gegen ihre Verwicklung in den Fall gesammelt werden können.

Wie gewohnt setzt also auch „Career of Evil“ wieder auf die gute alte Detektivarbeit und ein eher verhaltenes Erzähltempo, dennoch wird die Handlung ganz im Gegensatz zum etwas zähen zweiten Band diesmal zu keinem Zeitpunkt langatmig. Das liegt zum einen daran, dass der dritte Cormoran-Strike-Krimi der bisher düsterste Band der Reihe ist und stellenweise tief in menschliche Abgründe blicken lässt, aber auch daran, dass sowohl Strike als auch Robin sehr viel Raum zur Charakterentfaltung bekommen und gerade ihre zwischenmenschliche Beziehung eine enorme Entwicklung durchmacht. Wer in „The Silkworm“ also wie ich ein wenig das goldige und von beiderseitiger Sympathie und Wertschätzung geprägte Zusammenspiel der beiden etwas vermisst hat, kommt in diesem Buch voll auf seine Kosten und bekommt zudem auch sehr interessante und zuweilen auch bedrückende Einblicke in die persönlichen Hintergründe der beiden Hauptfiguren, denn dieser Mordfall konfrontiert Strike und Robin mit einigen sehr schwierigen und dunklen Kapiteln ihrer Vergangenheit.

„Career of Evil“ bietet also all das, was schon „The Cuckoo’s Calling“ zu einem hervorragenden Old-School-Krimi gemacht hat: ein spannender, komplexer und durchweg schlüssig konstruierter Kriminalfall, bei dem lediglich die finale Auflösung ein klein wenig unspektakulär, aber nichtsdestotrotz konsequent ausfällt, und zwei großartige Ermittlerfiguren, die nicht nur jeder für sich eine Menge Persönlichkeit mitbringen, sondern im Verlauf dieser knapp 500 Seiten auch noch enorm an Profil gewinnen, sodass die Entwicklung der Beziehung zwischen Strike und Robin von der Spannung her fast mit dem Mordfall gleichzusetzen ist. Somit lässt J.K. Rowlings dritter Ausflug ins Krimi-Genre den etwas schwächeren zweiten Band vergessen und findet wieder mit Volldampf zurück in die Erfolgsspur, sodass alle Fans von Cormoran Strike und Robin Ellacott hier voll auf ihre Kosten kommen sollten. Für mich ist „Career of Evil“ insgesamt sogar der stärkste Band der Reihe und sorgt mit einem fiesen Cliffhanger zum Ende zudem dafür, dass die Wartezeit bis zum vierten Buch zu einer echten Tortur werden dürfte…


Basar der bösen Träume: Kurzgeschichten
Basar der bösen Träume: Kurzgeschichten
von Stephen King
  MP3 CD
Preis: EUR 16,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Mystery und Melancholie – nur selten wirklich gruselig, aber fast durchweg unterhaltsam, 18. Februar 2016
„Raststätte Mile 81“ ist die erste von 20 Erzählungen, die Bestsellerautor Stephen King in seiner neuesten Kurzgeschichten-Sammlung „Basar der bösen Träume“ gesammelt hat, und dürfte eingefleischten King-Fans bereits bekannt vorkommen, schließlich wurde diese bereits im Herbst 2011 als eBook veröffentlicht. Das neueste Werk des Meisters der Grauens ist jedoch vor allem für deutsche Leser alles andere als neu aufgewärmter kalter Kaffee, denn die stark an Kings Horror-Klassiker „Christine“ erinnernde Story ist nur eine von gerade mal drei Geschichten des Sammelbandes, die zuvor schon auf Deutsch erschienen sind – alle andere gibt es in „Basar der bösen Träume“ zum ersten Mal in der deutschen Übersetzung. Wie schon in seiner letzten Kurzgeschichten-Sammlung „Im Kabinett des Todes“ zeigt sich Stephen King auch diesmal wieder äußerst vielseitig und keinesfalls nur auf das Horror-Genre beschränkt, sondern wechselt munter zwischen Grusel, Mystery und Melancholie, sodass man auch als eher zartbesaiteter und daher sonst nicht so King-affiner Leser durchaus auf seine Kosten kommt.

Strenggenommen ist der Auftakt mit „Raststätte Mile 81“ sogar fast schon die gruseligste der Geschichten, ansonsten entsprechen wohl am ehesten noch „Böser kleiner Junge“ über die unheimliche Beichte eines zum Tode verurteilten Sträflings und „Der kleine grüne Gott der Qual“ um einen angeblichen Wunderheiler der Vorstellung einer „typischen“ Stephen-King-Story. Allerdings sind viele der Kurzgeschichten auch eine kleine Hommage an die eigenen Werke, so erinnert neben der bereits erwähnten „Christine“-Referenz z.B. „Ein Tod“ mit einem im Wilden Westen des Mordes an einem kleinen Mädchen angeklagten und eher simpel gestrickten Farmer mehr als nur ein wenig an Kings mit Tom Hanks und Michael C. Duncan verfilmtes Meisterwerk „The Green Mile“, die ebenfalls schon angesprochene Wunderheiler-Story lässt an „Revival“ denken und die zur Markteinführung des Kindles verfasste Erzählung „Ur“ weist durchaus die ein oder andere Parallel zur Kings Zeitreise-Epos „Der Anschlag“ auf. Eingefleischte Fans des Autors finden zudem hin und wieder Querverweise auf dessen frühere Werke, so spielt z.B. die Geschichte „Premium Harmony“ in Kings berühmter fiktiver Kleinstadt Castle Rock und liefert einen Einblick darauf, wie es dem Städtchen nach den Ereignissen von „In einer kleinen Stadt“ ergangen ist. Interessant sind auch die kurzen Einleitungen von Stephen King selbst, die den einzelnen Geschichten jeweils vorausgehen und in denen er ein paar Sätze über deren Entstehung verliert, die mal mehr und mal weniger informativ ausfallen, der Sammlung aber eine angenehme persönliche Note verpassen.

Insgesamt sind die Geschichten in „Basar der bösen Träume“ auf einem fast durchweg guten Niveau, auch wenn nur wenige wirklich zum Gruseln einladen und/oder durch einen besonderen Twist noch länger nachhallen. Meine persönlichen Highlights waren die bereits erwähnten „Raststätte Mile 81“, „Böser kleiner Junge“, „Ein Tod“, „Ur“ sowie die Erzählung „Nachrufe“ um einen Journalisten, dessen gemeine Abgesänge plötzlich eine ungeahnte Wirkung entfachen sowie das muntere Feuerwerks-Wetteifern von einer amerikanischen und italienischen Familie in „Feuerwerksrausch“, das mit seinem höchst amüsanten Spektakel ein im wahrsten Sinne des Wortes krachender Abschluss der Sammlung hätte sein können – wenn Stephen King nicht die eher lahme Apokalypse-Story „Sommerdonner“ an das Ende von „Basar der bösen Träume“ gestellt hätte. Wirklich enttäuschend fand ich nur das eher befremdliche Gedicht „Die Knochenkirche“, welches zum Glück aber mit Abstand die kürzeste Episode darstellt. Wie man es von den King-Hörbüchern kennt ist natürlich auch hier wieder David Nathan als Sprecher im Einsatz, der von den meisten Geschichten zwar nicht sonderlich gefordert wird, aber dennoch einen großen Teil zum Unterhaltungswert von „Basar der bösen Träume“ beiträgt – vor allem seine sehr launige Lesung der Feuerwerks-Story hat bei mir für ein vergnügtes Dauerschmunzeln gesorgt. Somit ist Stephen Kings neueste Kurzgeschichten-Sammlung insgesamt trotz der satten 20 Stunden Spielzeit eine fast durchweg unterhaltsame und abwechslungsreiche Angelegenheit. Mir persönlich hat der etwas düstere und dadurch auch gruseligere Sammelband „Im Kabinett des Todes“ im direkten Vergleich zwar ein wenig besser gefallen, nichtsdestotrotz zeigt Stephen King auch hier eindrucksvoll, dass er nicht nur lange und komplexe Geschichten erzählen kann, sondern auch in komprimierter Form zu unterhalten weiß.


Der Spalt: Roman
Der Spalt: Roman
von Peter Clines
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sherlock Holmes goes SciFi – ein packender und höchst amüsanter SciFi-Thriller mit hohem Nerdfaktor, 4. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Spalt: Roman (Taschenbuch)
Wenn man Mike Erikson, dem Protagonisten in Peter Clines’ Science-Fiction-Thriller „The Fold“ zum ersten Mal begegnet, wirkt der Mann, der aussieht wie Severus Snape in seinen besten Jahren, wie ein ganz normaler Englischlehrer, der tatsächlich noch Spaß an seinem Beruf hat und zu seinen Schülern nicht nur ein gutes Verhältnis hat, sondern auch den größten Lern-Muffeln der Klasse mit seinem Engagement zumindest einen Teil des Unterrichtsstoffes vermitteln kann. Doch hinter der Fassade des netten High-School-Lehrers verbirgt sich ein hochintelligentes Genie, das mit seinem eidetischen Gedächtnis und einer Sherlock Holmes in nichts nachstehenden Kombinationsgabe das Potenzial hätte, die Welt zu verändern – er will es aus zunächst unerfindlichen Gründen nur nicht, sondern gibt sich mit seinem beschaulichen Durchschnittsleben zufrieden. Da bedarf es schon einer egoistischen List seines Regierungs-Freundes Reggie, um den Mann mit dem kaum noch messbaren Intelligenz-Quotienten dazu zu bringen, die Sommerferien lieber als Berater für die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums zu verbringen statt sich das dürftige Lehrergehalt als Hilfskraft in einem Freizeitpark (!) aufzubessern. Doch wenn es einem Team von Wissenschaftlern schon mal gelungen ist, eine funktionierende Technologie zur Teleportation zu entwickeln, wird selbst Mike von der Neugier übermannt und erklärt sich letztlich bereit, das streng geheime Forschungsprojekt auf Herz und Nieren zu prüfen.

Wer auf spektakuläre SciFi-Action mit wilden Dimensionssprüngen und Zeitreisen durch parallele Universen hofft, ist bei „The Fold“ jedoch falsch, denn Peter Clines nimmt sich jede Menge Zeit für die Einführungsphase und stellt in aller Seelenruhe seinen Protagonisten und die eher überschaubare Anzahl an Nebenfiguren vor und macht dabei langsam neugierig auf das „Albuquerque Door“-Projekt, das zwar reibungslos zu funktionieren scheint, bei dem aber doch irgendwie irgendwas faul ist. Was genau die Wissenschaftler verheimlichen, das soll Mike mit seinen Nachforschungen herausfinden, die sich aber äußerst mühsam gestalten. Das DARPA-Team nimmt es mit der Geheimnishaltung sehr genau und steht dem Eindringling äußerst kritisch gegenüber – da hilft auch Mikes sympathische und offene Art nur wenig. Dass diese für den Protagonisten recht mühsame Einarbeitung für die Leser nicht zur Einschlafhilfe wird, dafür sorgt Peter Clines jedoch mit bissigen und herrlich sarkastischen Dialogen und einem recht hohen Nerdfaktor. „The Fold“ ist nämlich voll von literarischen und filmischen Anspielungen und wenn schon die ersten Seiten mit „Game of Thrones“- und „Harry Potter“-Referenzen daherkommen, zeichnet sich früh ab, dass diese Buch eine sehr unterhaltsame Angelegenheit wird. Großer Pluspunkt dabei: Peter Clines macht seine Leser nicht mit der Brechstange auf diese Querverweise aufmerksam, sondern lässt sein Publikum Zitate und ähnliches auf eigene Faust entdecken – so macht das Aufspüren dieser kleinen Highlights gleich doppelt Spaß. Und wer sich fragt, wie Leland Erikson zu dem ungewöhnlichen Spitznamen „Mike“ gekommen ist, der dürfte bei der Aufklärung wohl innerlich kurz aufjauchzen vor Freude.

Zwischen all diesen kleinen Späßen dreht Clines aber auch kontinuierlich an der Spannungsschraube und spielt clever mit dem Mysterium um die „Albuquerque Door“, bis dann in der zweiten Hälfte auch der Action-Anteil deutlich zunimmt und den Lesern einige dicke Überraschungen um die Ohren fliegen. „The Fold“ punktet hier mit so mancher sehr origineller Idee und auch das Erzähltempo steigert sich drastisch. Zum Ende hin driftet die Geschichte für meinen Geschmack sogar ein klein wenig zu sehr ins Chaos ab und lässt die Story dabei ein wenig verhungern, trotzdem gelingt dem Autor ein solider Abschluss der Geschichte, der zu meiner großen Freude sogar noch eine kleine Hintertür für eine Fortsetzung offen lässt. „The Fold“ mag zwar nicht gerade mit hohem Anspruch überzeugen und hält auch die wissenschaftlichen Erklärung weitestgehend simpel und zweckmäßig, der Roman ist insgesamt aber einfach ungemein unterhaltsam und amüsant und lebt neben der faszinierenden Story vor allem vom pointierten Humor und den sympathischen Charakteren – ein rundum gelungenes SciFi-Abenteuer mit herrlich nerdigem Charme!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2016 10:53 PM CET


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