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Rezensionen verfasst von
Zwergenaufstand

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Beyond the Missouri Sky
Beyond the Missouri Sky
Preis: EUR 21,32

38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolles Duo, 27. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Beyond the Missouri Sky (Audio CD)
Pat Metheny und Charlie Haden kennen sich schon seit 1973 und bereits seit Jahren hatten sie über eine Duo-Projekt gesprochen. 1997 kam es dann endlich dazu, und herausgekommen ist eine CD voller wunderschöner Musik zweier Romantiker, die sich gesucht und gefunden haben. Beide stammen aus dem mittleren Westen der U.S.A. - aus Missouri. Beide sind - bevor sie zum Jazz gestoßen sind - mit der für ihre Gegend typischen Musik aufgewachsen. Diese frühen Eindrücke und das Songmaterial aus dieser Zeit haben sie auf dieser CD verarbeitet. Ergänzt haben sie dieses Material um Eigenkompositionen und einen Titel von Charlies Sohn Josh. Charlie spielt - wie immer - seinen akustischen Bass, und auch Pat spielt überwiegend akustische Gitarre. Etwa die Hälfte des Materials wurde nachträglich durch eine zusätzliche Gitarrenstimme ergänzt.
Meine persönlichen Favoriten sind "Message to a Friend" (nach Pats Worten in Gedanken an Charlie entstanden), Charlies "First Song (for Ruth)" [seine Frau], Jim Webbs "The Moon Is a Harsh Mistress", Johnny Mandels "The Moon Song", Andrea Morricones "Cinema Paradiso (love theme)" und Josh Hadens "Spiritual".
Eine CD, die sich auch als Hintergrundmusik oder zum Entspannen missbrauchen lässt, der man aber ruhig einmal seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken sollte. Nicht zu empfehlen, wenn man sich in melancholischer Stimmung gerade ohnehin seinem Weltschmerz hingibt! Einfach schöne Musik - im besten Sinne! Und man muss kein Jazzfan sein, um Gefallen an ihr zu finden.


Exclusively for My Friends
Exclusively for My Friends

31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hans Georg, wir danken Dir!, 27. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Exclusively for My Friends (Audio CD)
Hans George Brunner-Schwer, einem der SABA-Erben aus Villingen im Schwarzwald und dessen Freunschaft zu Oscar Peterson haben wir diese Aufnahmen aus den 60er Jahren in verschiedenen Trio-Besetzungen und solo zu verdanken, die ich nach wie vor für ein absolutes Highlight im Schaffen dieses großartigen Pianisten halte.
Entstanden sind sie in den Jahren 1963 bis 1968 im Haus von H.G. Brunner-Schwer bei sogenannten "Hauskonzerten" vor einem kleinen Kreis von ca. 30 handverlesenen Gästen, in bestechender Qualität aufgenommen vom Gastgeber selbst. Diese Hauskonzerte waren eine "Notlösung", weil Peterson seinerzeit bei einer anderen Plattenfirma unter Vertrag war.
Die ursprünglich auf sechs LPs erschienenen Aufnahmen sind glücklicherweise 1992 nochmals als 4CD-Box herausgegeben worden.
Von den insgesamt 34 Titeln plus zwei Medleys möchte ich hier nur einige auflisten: "On A Clear Day" (Lane/Lerner), "Satin Doll" (Ellington/Strayhorn), "Nica's Dream (Horace Silver)", "On Green Dolphin Street" (Kaper/Washington), "Summertime" (Gershwin), "Sax No End" (Francis Boland), "Perdido" (Juan Tizol), "Body And Soul" (Green/Heyman), "Bye, Bye Blackbird" (Henderson/Dixon) und "Take The 'A' Train" (Billy Strayhorn).
Mein persönlicher Favorit und Hörtip ist "Tin Tin Deo" von Chano Ponzo, ein wunderschöner Titel im lateinamerikanischen Rhythmus mit frappierenden Parallelläufen auf dem Klavier. Begleitet wird Peterson hier von Ray Brown am Bass und Ed Thigpen am Schlagzeug.
Außer in dieser Besetzung hören wir Oscar Peterson mit Sam Jones (b) und Bobby Durham (dr), mit Sam Jones und Louis Hayes (dr), mit Ray Brown und Louis Hayes und auf der vierten CD schließlich unbegleitet.
Die Aufnahmequalität galt in den 60er Jahren als sensationell gut und muss sich auch heute noch nicht vor den neuesten Techniken verstecken.
Die private Atmosphäre, in der diese Aufnahmen enststanden, wird dazu beigetragen haben, dass man Oscar Peterson und seine Begleiter hier so entspannt und gleichzeitig hochkonzentriert musizieren hört.
Diese Box möchte ich wirklich jedem ans Herz legen.


Kind of Blue
Kind of Blue

26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Timeless Beauty, 27. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Kind of Blue (Audio CD)
"Kind of Blue" ist eine dieser Platten, die man auf die sprichwörtliche Insel mitnimmt, wenn man nur eine Scheibe auswählen darf.
Die Aufnahme entstand 1959, in der Zeit, als Miles eine seiner besten Besetzungen beisammen hatte. John Coltrane am Tenorsaxophon, Julian "Cannonball" Adderley am Altsaxophon, Bill Evans am Piano (der hier schon auf vier von fünf Titlen Wynton Kelly ablöst) und Paul Chambers am Bass sowie James "Jimmy" Cobb am Schlagzeug.
Fast alle Kompositionen dieser Aufnahme sind zu "Standards" geworden.
An erster Stelle "So What" mit dem unverwechselbaren Piano-Bass-Intro, an dem man diesen Titel bereits nach den ersten paar Takten erkennt. Miles selbst hat diesen Titel etwa 20 mal aufgenommen.
Dann "Freddie Freeloader" (der einzige Titel, auf dem Wynton Kelly am Piano sitzt). Von diesem Titel gibt es eine wunderbare Vocalversion von "Jon Hendricks and friends" (siehe dazu meine Besprechung dieser CD).
"Blue In Green" ist eine wundervolle Ballade (ohne Cannonball), in der sich sogar der sonst übersprudelnde John Coltrane zurückhält.
Auch den Titel "All Blues" hat Miles bis zur Mitte der 60er Jahre in seinem Repertoire gehabt.
Und schließlich "Flamenco Sketches", ein Titel, der entgegen der ersten Assoziation, die man mit "Flamenco" verbindet, in der Stimmung eher dem ruhigen "Blue In Green" ähnelt.
Diese Aufnahme ist ein absolutes "Juwel", dem ich eine ähnliche Verbreitung wie dem legendären "Köln Konzert" von Keith Jarrett wünschen würde, zumal ich glaube, dass man an dieser Musik auch gefallen finden kann, wenn man kein eingefleischter Jazzfan ist.
Aufräumen würde ich gerne mit der Legende, diese Aufnahme bestünde ausschließlich aus "first takes". Man höre dazu nur den "alternate take" von "Flamenco Sketches", der deutlich hörbar vor der Version entstanden ist, die man auf die Erstveröffentlichung von "Kind Of Blue" gepresst hat. Hört man diese beiden Aufnahmen chronologisch nacheinander, kann man sehr gut verfolgen, wie vor allem Cannonball und John Coltrane ihre Soli aufbauen.


Heavy Weather
Heavy Weather
Wird angeboten von all-my-music-rheingau
Preis: EUR 7,99

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klingt auch nach 25 Jahren noch frisch, 27. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Heavy Weather (Audio CD)
Die Gruppe "Weather Report" bestand von 1971 bis 1986. Gegründet wurde sie von Josef 'Joe' Zawinul (einem aus Österreich stammenden Keyboarder, der bereits in den 50er Jahren in die USA ging und sich dort seine Sporen bei Sarah Vaughan, Julian 'Cannonball' Adderley und Miles Davis verdiente) und dem Saxophonisten Wayne Shorter (wobei auch der erste Bassist Miroslav Vitous für sich reklamiert, diese famose Gruppe initiiert zu haben). Zawinul und Shorter jedenfalls waren die ganzen 15 Jahre Kern der Band.
"Heavy Weather" entstand etwa in der Mitte dieser Periode, als die Gruppe [imho] auf ihrem Höhepunkt war.
Neben den Gründern gehörten damals der Schlagzeuger Alex Acuna und der Perkussionist Manolo Badrena zur Gruppe und - wichtig für die Behauptung, die Gruppe sei damals auf ihrem Höhepunkt gewesen - der Bassist Jaco Pastorius, der Musiker also, der dem E-Bass zu seiner Eigenständigkeit verholfen hat. Einer der ersten Bassisten, die einen "fretless bass" spielten und damit einen ganz eigenen Sound entwickelte; außerdem ein Mann mit einer stupenden Technik.
Was diese Platte so außergewöhnlich macht, sind aber vor allem zwei Kompositionen von Joe Zawinul: "Birdland" (mittlerweile zum Klassiker geworden, der sogar Eingang in die Big-Band-Literatur gefunden hat) und die wunderschöne Ballade "A Remark You Made", die bis zum Schluß im Repertoire der Gruppe geblieben ist.
Außerdem "Teen Town" und "Havona", zwei Kompositionen, die sich Jaco Pastorius auf den Leib geschneidert hat und in denen er auch solistisch glänzt.
Für alle, die sich einen Eindruck von dieser Gruppe machen wollen, ist "Heavy Weather" aus meiner Sicht die beste Wahl unter den insgesamt 16 Alben, die "Weather Report" eingespielt hat.


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