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Rezensionen verfasst von
S. Frank
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Mojo
Mojo
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 18,50

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tom Petty`s Jukebox Music, 12. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Mojo (Audio CD)
Dylan kleidet seine Blues- Variationen in ein Tex - Mex Gewand, paßt großartig. Morrison spielt nochmal Astral Weeks - und versprüht tatsächlich funkenweise alte Magie. Young überläßt sein neues Album einem gänzlich unbekannten musikalischen Herumtreiber namens Jarid del Deo und dessen Band Unbunny. Jagger gibt es solo nicht mehr, dafür springt Peter Wolf in sensationeller Manier ein.
Und jetzt, eine neue Petty Scheibe. Der alte Rickenbacker - Sound frisch aufpoliert ?. Mal wieder ein paar, zugegebenermaßen großartige, radiokompatible Hits wie Free Fallin`oder Learning to Fly?. Sind ihm ja schon längere Zeit ( glücklicherweise? ) nicht mehr gelungen. Oder gar die musikalische Fortsetzung seines Mudcrutch - Projektes?. Meiner Meinung nach das beste Petty - Album der letzten Jahre.
Also CD eingelegt und los gehts. Und - was ist das ? Ca. 64 Min. lang Verwirrung, Freude und vollständige Begeisterung. Petty und seine Mitstreiter spielen doch wirklich das Album, das ich mir von ihnen gewünscht hätte - aber noch besser. Ich höre erdigen, sumpfigen Südstaaten - Blues, britischen Rock aus den 60 ern, irgendwas angejazztes von den Allman Brothers, einen Reggae - Song ! und noch vieles mehr, was ich nach dem ersten Anhören gar nicht einordnen kann und auch gar nicht will.
Petty und die üblichen Verdächtigen Campbell - größer denn je -, Tench, Thurston, Blair und Ferrone zaubern ein vor Musikalität und Spielfreude überborderndes Album hervor, das eingefleischte Petty - Jünger der ersten Stunde und jeden Anhänger von handgemachter Rockmusik der 60er, 70er Jahre in einen Freudentaumel versetzen müßte. Man gewinnt während des Hörens irgendwie den Eindruck einer durchkomponierten Jam - Session beizuwohnen oder sich in einem ausufernden Soundcheck der Band wiederzufinden, Momenten, in denen sie miteinander für sich spielen, die Musik, mit der sie aufgewachsen sind, die sie lieben, Songs im Kopf, die Erinnerungen wachrufen und mit denen erlebte Gefühle verbinden. Und sie spielen mit Hingabe und in Vollendung diese Musik - auf eine Jukebox, die sie auf eine Reise in die Vergangenheit schicken, eine längst vergessene Zeit, an einen Ort, an den der Hörer ihr folgen will, irgendwo in einer kleinen Bar in einem verlassenen Kaff in den Südstaaten, in Manchester - egal wo - an dem sie ihr Feeling in der ihr zugedachten Atmosphäre verströmen kann.
Der gelegentliche, mit zeitgeistig radio - verseuchten Ohren,auf einen Mainstream - Hit hoffende Petty- Hörer bleibt nach dem etwa 15 sekündigen Anspielen der ersten Titel zurück. Wahrscheinlich wendet er sich mit Entsetzen ab, holt angewidert den Silberling aus dem Player, streicht Petty vollständig und endgültig aus seinem Gedächtnis und begibt sich in die Richtung der formatierten Hitparaden - Neuheiten Ecke auf die Suche nach Balsam für seine gerade geschädigten Ohren. Hoffe ich zumindest inständig.
Für den obig erwähnten Hörer - Kreis gilt wie gesagt: Hören, Eintauchen und mit ins Gesicht getackertem Grinsen erfreuen und begeistern an einer großartig umgesetzten musikalischen Zeitreise.


It's Not As Bad As It Looks
It's Not As Bad As It Looks
Preis: EUR 12,11

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Texas songwriting music at its best, 20. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: It's Not As Bad As It Looks (Audio CD)
Die Vorfreude auf das mittlerweile sechste Studioalbum des texanischen Ausnahmemusikers war riesengroß, die Erwartungshaltung angesichts solch sensationeller Alben wie "Escape from monster island"," Summerland" oder" Hooray for the moon" allerdings ebenso. Immerhin, das Blue Rose Label hatte angekündigt, ihm mittels einer zusätzlichen Finanzspritze wieder einmal eine seinem außergewöhnlichen Talent entsprechende Produktion des neuen Werks zu ermöglichen.

Und jetzt, da der rockige Opener" Beautifully broken" mächtig aus den Lautsprechern donnert, sind alle etwaigen Bedenken, ob er sein unglaublich hohes Niveau halten würde können, vom Tisch gefegt. Diese unvergleichlich ausdrucksstarke Stimme, die mal satt krachende, mal herrlich sanft perlende Gitarre, das spezifische, gegen den Strich gebürstete Songwriting, alles wieder da. Mit " Burning off the cane" folgt eine dieser druckvollen, sämigen Balladen, wie nur er sie beherrscht. " I said" beginnt zerbrechlich - der Gesang nur von der elektrischen Gitarre begleitet - und explodiert urplötzlich in einem krachenden Refrain. " Pop song " kommt einem ebensolchen am nähesten, zumindest dem, was er darunter versteht. In einer anderen Welt.... ." Gilead" ist Jon Dee Graham pur. Rhythmisch rockend, mit seiner mächtigen Stimme teils wehmütig teils energisch hoffnungsvoll gesungen, und einem exquisiten Slide - Solo im Mittelteil. Es folgen" My Lucky day" , ein fabelhafter straighter Rocksong und " ( Let`s get it ) while it`s there, herrlich melodisch vor sich hin rollend mit klasse Hookline. Mit "Best" nimmt er völlig das Tempo raus und besingt - grandios die verschiedenen, wechselnden Gefühlslagen umfassend - den einen Menschen, der einen liebt. " La La ( La-La-La) klingt düster, unterschwellig bedrohlich mit einer völlig losgetreten lärmenden Gitarrenpassage. Danach gibt Graham den Blues, gelebt, authentisch, um abschließend nur zur E - Gitarre im wunderschönen "I will be happy again" fast flehentlich und mit trotziger Überzeugung sein zukünftiges Glück zu besingen.

Fazit: Mit " It's not as bad as it looks" ist Jon Dee Graham wieder ein großer Wurf gelungen. Er beweist einmal mehr, daß er wie kein Anderer sowohl schnellere rockige Songs wie auch im Midtempo - Bereich gehaltene nachdenkliche Stücke mit geradezu omnipräsentem Druck, interessanten Songmustern und gehaltvollen Texten spielen kann.
In meinem persönlichen Musiker - Olymp - besiedelt u.a. von Bob Dylan, Alejandro Escovedo, Greg Brown, Neil Young etc. - hat er sich seinen Spitzenplatz wieder aufs Neue gesichert. Wer ihn einmal live auf der Bühne erlebt hat - wie ein Tiger in seinem Käfig herum wandernd, vor Energie berstend, mit bärbeißigem Humor ausgestattet und dem Aussehen eines zerknautschen, alt geborenen Hundewelpens unter seinem Schlapphut - seine wehmütigen, sehnsüchtigen, vom Verlust handelnden und doch immer wieder kämpferisch, hoffnungsvoll vorgetragenen Songs erlebt hat, wird ihn garantiert nicht vergessen. Prädikat leibhaftiger Musiker mit einer schier unglaublichen Bühnenpräsenz. Unbedingt empfehlenswert!!kleinen
Noch ein Tip: Wer sich für die Person Jon Dee Graham interessiert, dem kann ich auch die DVD " Swept away" ans Herz legen, die einen kleinen Einblick in sein vom Schicksal gebeuteltes Leben und einen Vorgeschmack auf seine Live - Auftritte bietet und auch Musikerkollegen wie Alejandro Escovedo oder James Mc Murtry zu Wort kommen läßt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2010 10:12 AM CET


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