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Rezensionen verfasst von
Eberhard "eboku"

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Tomboy
Tomboy
DVD ~ Zoé Heran
Preis: EUR 5,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der letzte unbeschwerte Sommer, 9. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tomboy (DVD)
„Du bist anders als die Anderen“, sagt Lisa zu dem Neuzugezogenen, der sich als Michael vorgestellt hat. Wie Recht sie damit hat, ahnt sie nicht. Sie stehen am Bolzplatz und schauen den Jungs beim Kicken zu. Vor den Kindern liegt die unendlich lange Zeit der Sommerferien. Und offensichtlich hat sich Lisa bereits ein klein wenig in Michael verliebt.

Michael findet schnell Anschluss an die Kinderclique, spielt gekonnt Fußball, kloppt sich mit den Jungs, wenn es einmal sein muss und gehört schon bald richtig dazu. Bei einer Pinkelpause der Fußballspieler hält er sich jedoch „vornehm zurück“, und als ihm Lisa eines Tages erzählt, die Gruppe wolle am nächsten Tag im nahen See schwimmen gehen, gerät er wahrhaftig in Not: dieser schlanke knabenhafte Junge heißt nämlich gar nicht Michael, sondern Laure und ist ein ganz reizendes Mädchen. Und weil sie ihre wahre Identität nicht aufgedeckt haben will, muss sie sich auf den nächsten Tag vorbereiten. Den Badeanzug kann man kurzerhand mit Hilfe einer Schere in eine knappe Badehose verwandeln. Laure schaut sich darin im Spiegel an. Das sieht schon fast gut aus! Aber halt nur fast. Mit freiem Oberkörper geht sie gerade noch als Junge durch, aber unten sieht sie trotz oder gerade wegen der knappen, flach anliegenden Badehose so gar nicht jungenhaft aus. Laure ist erfinderisch. Was sich bei echten Jungs so deutlich in der Badehose abzeichnet, kann man schließlich mit Knetmasse nachahmen. Gedacht, getan! Und was Laure dann im Spiegel sieht, lässt sie zufrieden schmunzeln. Sie hat offensichtlich Spaß an ihrer Silhouette samt Knetmassepimmel. Wenn das mal gut geht!

Doch Laure kümmert sich nicht um „morgen“, sie lebt im Heute. Sie spielt ihre zwei Rollen gekonnt. Zu Hause ist sie Laure, die geliebte Tochter und große Schwester. Auf dem Kickplatz oder im See ist sie Michael, der coole Junge. Sie spielt und genießt ihre Rolle als Michael mit Hingabe. Ob sie sich wohl der Konsequenzen bewusst ist? Sicherlich lebt sie auch in Angst, ihre gespielte Identität könnte auffliegen. Aber selbst ihre kleine Schwester spielt mit, als sie hinter den „Schwindel“ kommt, und gibt auf dem Spielplatz mit ihrem starken großen Bruder an……

Die Regisseurin Céline Sciamma erzählt die Geschichte mit leichter Hand. Und die kleine Zoé Héran spielt ihre beiden Rollen mit so gekonnter Natürlichkeit, dass der Betrachter ihr ohne weiteres mal den schlaksig-burschikosen Jungen, mal das verschmuste hübsche Mädchen abnimmt.
Zitat aus einer Profi-Filmbeschreibung: „Alles in allem ist Tomboy ein wirkliches kleines Meisterwerk: Ehrlich erzählt, lebendig inszeniert und komplett ohne alle dümmlichen Klischees….. Das alles macht Tomboy zu einem gelungenen Werk, sowohl aus filmtechnischer Sicht als auch aus Gender-Perspektive“. Dieser Aussage kann ich mich voll und ganz anschließen.
Die Regisseurin wurde für Tomboy auf der Berlinale 2011 mit dem Teddi Jury Award ausgezeichnet.
Einige Pressestimmen: „Eine Sternstunde des psychologischen Kinos.“ Kölner Stadtanzeiger. „Eine der größten Überraschungen der Berlinale.“ BZ.
„Mit Witz und unglaublicher Leichtigkeit: TOMBOY ist wunderbar stimmig, bewegend und unterhaltsam.“ QUEER.de. „So atemberaubend, dass sich einem die Armhärchen aufstellen.“ INTRO
Von mir bekommt Tomboy 5 Sterne
eboku


Ciske. Ein Kind braucht Liebe.
Ciske. Ein Kind braucht Liebe.
von Bakker
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ciske, die Ratte, 19. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich war ich auf der Suche nach dem Film, der nach meiner Erinnerung in den 60er Jahren des vorigern Jahrhunderts nach dem hervorragenden Roman von Piet Bakker gedreht wurde. Leider leider, dreimal leider ist er heute anscheinend nirgends mehr zu haben. Den Roman selbst hatte ich damals mit großem Interesse gelesen, nein: regelrecht verschlungen! Ich war Jugendreferent im Ev Jugendwerk und hatte einen Teilauftrag als Religionslehrer in einer württembergischen Wirtschaftsoberschule. Und den Film habe ich in Jungen- und Elterngruppen vorgeführt und diskutiert. Bitte jetzt nicht hochrechnen, um mein jetziges Alter zu erfahren.....
Und weil das Buch nach vielen Umzügen (nicht immer freiwillig, sondern wegen der so genannten Residenzpflicht!!) verschollen war, habe ich es kurzerhand wegen Mangel an Überfluss gebraucht bestellt, (dreimal umgezogen ist bekanntlich genau so schlimm wie einmal abgebrannt!). Das Buch entspricht genau der Beschreibung. Was macht es schon aus, dass es Gebrauchsspuren aufweist! Der Text bleibt der gleiche.
Es hat in all den Jahren nichts an Spannung eingebüßt. Schade, dass es in der Deutschen Ausgabe so einen Allerweltstitel verpasst bekam. Im Holländischen Original heißt es hart aber treffend "Ciske de Rat", übersetzt: "Ciske die Ratte". Und eine Ratte ist dieses Kind, als es der Herr Lehrer Bruis in seine Klasse bekommt. Der Herr Hauptlehrer Maatsuiker sagt in einer kleinen Pause zu seinen Kollegen: "Wir kriegen heute ein Exemplar, an dem wie alle eine helle Freude erleben werden. Ein Prachtexemplar! Und Sie kriegen ihn in ihre Klasse, Bruis."
Den Franciskus Aloisius Gerardus Freimuth möchte seine Konfessionsschule unbedingt loswerden, und deshalb wird er kurzerhand abgeschoben in die staatliche Schule. Und da ist er nun: Ciske, die Ratte.
So ähnlich fängt dieses Buch an. Und man erfährt gleich zu Beginn von Herrn Maatsuiker, dass Ciske schon "eine ganz hübsche Beziehung zur Polizei" hat. Und er spart nicht mit Ratschlägen, wie der junge Kollege Bruis mit so einem Exemplar am besten umgeht: "Wenn ich Ihnen raten darf, schlagen Sie ihn sofort in eine Ecke. Dieser Sorte Jungs kann man nur mit roher Gewalt beikommen....AM BESTEN BEGRÜSST MAN IHN GLEICH MIT EINER TRACHT PRÜGEL“.
Prima, dass Herr Bruis einer der "modernen" Pädagogen ist, der nicht daran denkt, die Ratschläge seines alterfahrenen Kollegen auch nur in Betracht zu ziehen. „Ich denke nicht daran, dann weiss so'n Junge gleich, dass man eigentlich Angst vor ihm hat“.
Und dann erlebt man staunend, wie aus der verschlossenen, verbitterten, bissigen Ratte gaaaanz langsam ein liebenswerter Junge wird, der seinem Lehrer vertraut, der in der Klassengemeinschaft Fuß fasst und echte Freunde findet.
Aber leider ist "mit des Geschickes Mächten kein ew'ger Bund zu flechten, und das Unglück schreitet schnell“ möchte man seinen Schiller zitieren. Denn die Ratte hat es ja nicht nur mit dem inzwischen von ihm akzeptierten Lehrer zu tun, sondern auch mit einem zwar geliebten, aber seefahrenden und deshalb fast dauernd abwesenden Vater. Und halt auch mit einer „Schlampe von Mutter“, und das täglich, die ihren Ciske abends in einem zwielichtigen Cafe Teller spülen läßt, und die ihn mit der von Maatsuiker bevorzugen „Prügelpädagogik“ beglückt. Armer kleiner Ciske. Und so bricht dann tatsächlich das böse und harte Unglück herein.....
Ab hier schweigt „des Sängers Höflichkeit“. Mein Rat: kaufen und selber lesen. Und so machen wie ich: in zwei Nächten hat mans durch. ES LOHNT SICH!
Meine Wertung: 5 Sterne


Die Kinder von Paris
Die Kinder von Paris
DVD ~ Jean Reno
Preis: EUR 8,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen das Vergessen, 18. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kinder von Paris (DVD)
Eher durch Zufall bin ich auf diesen Film aufmerksam geworden. Die Thematik liegt mir wegen meines Alters sehr am Herzen. Zeitzeugen wie ich sterben bekanntlich bald aus. Beim Betrachten ist erstaunlich viel aus meinem Unterbewußtsein hochgekrochen. Zum Beispiel mein Erstaunen, warum einige meiner Schulkameraden plötzlich diesen auffallenden Stern auf der Brust zu tragen hatten! Und dass manche Lehrer uns weismachen wollten, die Träger des Sterns seien minderwertige Menschen!
Schade, dass der deutsche Titel mit dem Originaltitel "La rafle" nicht viel zu tun hat.
Auszug aus der Amazon-Beschreibung: "Paris 1942: Joseph (Hugo Leverdez) ist elf Jahre alt, ein aufgeweckter, blonder Bengel, der sich auf die Sommerferien freut - auch wenn an diesem Junimorgen vieles anders ist...."
Es geht aber in diesem Film nicht nur um Kinder, sondern um massive Judenverfolgung im besetzten Frankreich. Ich war sehr gespannt, wie dieses heikle Thema in einem französischen Film angepackt wird. Und diese Spannung steigerte sich fast von Minute zu Minute. Die Filmaussage kommt nicht so "leise" daher wie etwa in "Der Junge im gestreiften Pyjama". Es wird massiv gezeigt, wie brutal die Judenverfolgung gehandhabt wurde.
Dieser Film müsste allen Neonazis und Holocaust-Leugnern zur Pflicht gemacht werden. Von mir bekommt er uneingeschränkt 5 Sterne
eboku
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2013 11:28 AM CET


Eine Kindheit in der Provence: Marcel / Marcel und Isabelle
Eine Kindheit in der Provence: Marcel / Marcel und Isabelle
von Marcel Pagnol
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolle Entführung in die Provence, 18. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe zuerst die beiden Filme gesehen: "Der Ruhm meines Vaters" und "Das Schloss meiner Mutter", die nach diesem Buch gedreht wurden. In meiner Rezension der beiden Filme schrieb ich: "Es sind zwei Filme, die Lust machen auf die zugrunde liegenden Bücher von Marcel Pagnol". Daraufhin kaufte ich mir den Doppelband. Ich habe es nicht bereut! Hugo Humpelbein, danke für diesen Tipp!
Von mir uneingeschrän 5 Sterne
eboku


Wide Awake
Wide Awake
DVD ~ Joseph Cross
Preis: EUR 11,13

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warmherzig, kindgerecht und wunderschön, 27. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Wide Awake (DVD)
„Der warmherzige, kindgerechte Film setzt sich ernsthaft mit essenziellen Problemen auseinander und unterhält zugleich dank der guten Darsteller.......“ Zitat aus der Website „Rotten Tomatoes“. Es ist nach „Praying with Anger“ die zweite Regiearbeit von M. Night Shyamalan (The Sixth Sense, Signs, The Village).

Joshua A. Beal (von Joseph Cross absolut überzeugend gespielt), erzählt seine Geschichte. Er ist zehn Jahre alt, besucht die katholische Knabenschule Waldron Academy und ist nach dem Tod seines über alles geliebten Großvaters auf der Suche nach Gott. In wunderbar gespielten Rückblenden darf der Zuschauer teilhaben an Episoden mit dem Opa und kann deshalb verstehen, wie sehr sich der Junge wünscht, das Geheimnis zu lüften, ob sein Opa nun wirklich bei Gott ist und wie es ihm dort wohl ergeht.
Joshua hat einen Freund, der an Epilepsie leidet. Als er diesen eines Tages nach einem schweren Anfall verwundet in dessen Zimmer vorfindet, kann er ihn retten, aber anschließend beschließt er, die Suche nach Gott aufzugeben: Wie kann man etwas suchen, das es ja doch nicht gibt!
Er experiment noch mit Glaubensriten anderer Religionen, ohne eine wirkliche Antwort zu erhalten. Aber da tauchen immer mal wieder Erinnerungen aus seinem Unterbewustsein auf, drängen an die Oberfläche..... und plötzlich erhält Joshua in einem zu Tränen rührenden Aha-Erlebnis die gesuchte Antwort auf seine Fragen.
Wide Awake (Hellwach) ist ein Film, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Ich wollte spät Abends nur mal kurz ein paar Minuten lang reinschauen und musste ihn dann doch unbedingt bis zum Ende ansehen. Und wisst Ihr was? Ich blieb dabei hellwach!
Er ist kaum mit Shyamalans späteren Filmen zu vergleichen. Joseph Cross hat sich als Joshua gleich in mein Herz gespielt. Um sowas fertig zu bringen wie d i e s e n Film, muss ein wirklich großer Autor und Regisseur mit einem so talentierten, charmanten und wunderbar spielenden Kind wie Joseph Cross zusammentreffen. Der Film ist ein wahres Kleinod.
Meinem Mitrezensenten Hugo Humpelbein bin ich sehr dankbar, dass er mir dieses filmische Meisterwerk geschenkt hat (es lohnt sich, seine Rezension zu lesen!). Und von M. Night Shyamalan wüde ich mir noch mehr Filme dieser Art wünschen!
Meine Wertung: uneingeschränkt 5 Sterne.
eboku
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 29, 2012 5:11 PM CET


That's What I Am
That's What I Am
DVD ~ Ed Harris
Preis: EUR 6,97

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für Toleranz, 18. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: That's What I Am (DVD)
Der 13-jährige Andy Nichol (hervorragend gespielt von Chase Ellison) erzählt in diesem Film die Geschichte seines Schul-Sommers 1965. Er ist einer der beliebtesten Schüler der Schule. Für ihn ist es ein Sommer voller Ereignisse: Da ist einmal dieser unverständliche Einfall seines Lehrers Mr. Simon (Ed Harris), der ihn für ein Schulprojekt ausgerechnet mit dem unbeliebten Stanley zusammenkoppelt. Stanly – Big G genannt – ist für die Klasse ein Spott-Objekt. Er ist erstens nicht gerade mit gutem Aussehen ausgestattet: Er ist einiges größer als der Klassendurchschnitt, hat einen großen Kopf, überdimensionale Ohren und orangerote Haare. Und zweitens ist er ein intelligenter und wissbegieriger Streber. Nach anfänglichem Zögern erkennt Andy, dass hinter der unnahbaren Fassade Stanleys ein anderer steckt als alle denken. Er ist ein prima Typ, mit dem es sich sehr gut zusammenarbeiten lässt. Mit Eifer arbeiten sie an ihrem Projekt mit dem Thema Toleranz.
Etwas ganz und gar Anderes und aufregend Neues geschieht mit Andy in diesem Sommer, und das häng mit seiner überaus reizenden Mitschülerin Mary Clear zusammen, die angeblich schon jeden Jungen der Schule geküsst haben soll. Ausgerechnet sie verdreht Andy den Kopf und stürzt ihn in ein ungewohntes Wechselbad der Gefühle.
Und dann wird auch noch der beliebte Lehrer, Mister Simon, das Opfer einer bösartigen Intrige.....

Zitat aus einer Profirezension: „Mit dem Spirit von STAND BY ME und der Emotionalität von DER CLUB DER TOTEN DICHTER entfaltet das nostalgische Feel-Good-Movie THAT S WHAT I AM eine gefühlvolle, lebensnahe Schulgeschichte über den ersten Sommer der Liebe, das Erwachsenwerden und den Weg zur Selbstbehauptung“.

Die Wertung fällt mir nicht schwer: Zuerst wollte ich 4 Sterne vergeben.
Aber das ausgezeichnete Spiel vor allem von Chase Ellison (in Hollywood einer der gefragtesten Jung-Darsteller) und Ed Harris verhelfen ihm zum 5. Stern.
eboku.


Home
Home
DVD ~ Isabelle Huppert
Preis: EUR 14,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die zwei begehrenswertesten Dinge des modernen Menschen geraten in Konflikt, 2. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Home (DVD)
Ein fünfköpfige Familie: Mutter ('Nur-Hausfrau'), berufstätiger Vater, eine volljährige und eine 15-jährige Tochter, ein zehnjähriger Sohn. Diese Familie hat das Privileg, in einem Einfamilienhaus zu leben. Erstrebenswert, aber nicht selbstverständlich.
Was allerdings auch nicht selbstverständlich ist: das HOME steht nicht in einer Vorortsiedlung, es steht seit zehn Jahren einsam direkt am Rande eines nicht fertig gebauten Autobahnteilstücks! Man sieht mit Staunen, wie die Familie mit 'ihrer' Autobahn ihren Wohnraum erweitert: Sie benützt sie ganz selbstverständlich (Zitat) als Lebensraum und Spielfläche. Das Nesthäkchen Julien (Kacey Mottet Klein), benützt sie als seine ganz persönliche Fahrradrennstrecke! Das Leben ist unbeschwert, die fröhliche Familie glücklich!

'"Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten und das Unglück schreitet schnell....."' möchte man zitieren: Hier '"schreitet es"' in Form eines Bautrupps, der die Familienutensilien samt Satellitenschüssel auf das familieneigene Grundstück befördert, die von der Familie abmontierten Leitplanken wieder anbringt und die Fahrbahn teert. Die Strecke wird überraschend fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Damit ist die seltsame Idylle abrupt zu Ende......
Der Weg zur Arbeitsstätte des Vaters, zur Schule, zu den Einkaufsmöglichkeiten, zu Juliens Freunden ist von der Autobahn versperrt. Das alles liegt auf der anderen Seite. Zunächst versuchen die Familienmitglieder, sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Aber, was zunächst noch mehr oder weniger amüsant scheint, verwandelt sich nach und nach in den reinsten Horror.......
Die Mutter findet fast keinen Schlaf mehr, der Lärm zerrt an den Nerven. Die wissenschaftlich denkende Tochter Marion stellt eine hohe Bleibelastung des selbst angebauten Gemüses fest. Ihre volljährige Schwester, bis dahin die Gleichgültigkeit in Person, ist eines Tages einfach weg.
Der Vater fasst spontan den Entschluss, das Haus zu verlassen, die Mutter weigert sich vehement. Sie kann sich nicht vorstellen, ihr Home aufzugeben und noch einmal "'neu anzufangen"'. Die Familie bleibt, wird immer agressiver, und selbst dem von allen geliebte Julien gelingt es nicht mehr, zwischen den Familienmitgliedern zu vermitteln.
Alle werden immer träger, neigen zu völlig unvernünftigem Verhalten. Haus und Bewohner verwahrlosen, der soziale Umgang bewegt sich in Richtung Null!
Die zwei begehrenswertesten Dinge des modernen Menschen, sein Home und seine fahrbare Blechkiste, die hier in erdrückender Überzahl auftritt, geraten in heftigen Konflikt.
Es bleibt die bange Frage: Kann die Familie dieses Dilemma lösen? Wenn ja: WIE? Wenn nein: Kann sie SO weiterleben???
Dieses Erstlingswerk der Schweizer Regisseurin Ursula Meier erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Ein kleiner Auszug: Beste Schauspielerin: Isabelle Huppert, beste Kamera: Agnès Godard, bestes schauspielerisches Nachwuchstalent: Kacey Mottet Klein, bester Spielfilm: Ursula Meier.
Ein Zitat aus dem 'Tagesspiegel': "'»Home« ist eine bizarre Mischung aus grotesker Komödie und Drama, aus Thriller, Öko-, Katastrophen-, Horror- und Science-Fiction-Film. Vor allem aber ist es ein Film über die Instanz der Familie - als widerständige Zelle gegen die Außenwelt, aber ebenso als destruktiver Apparat, der, gegen sich selbst gerichtet, implodiert".'
Überrascht hat mich der zehnjährige Newcomer Kacey Mottet Klein, über den ich gelesen hatte, das Casting hätte "'keinen besonders netten Jungen ausgesucht"'. Welch eine Fehlbeurteilung! Ich behaupte: Dieser nette Junge ist eine schauspielerische Wucht! Zitat: "'Mit seinem Talent und seiner Präsenz beherrscht er in "Home" die Leinwand....Er spielt mit einer erfrischenden Natürlichkeit...."' Dem habe ich nichts hinzuzufügen außer der Ermunterung für Filmsammler, dieses hervorragende Filmwerk ihrer Sammlung hinzuzufügen. Sie werden es nicht bereuen!!! Von mir bekommt der Film uneingeschränkt 5 Sterne.
eboku


Wo warst Du? - Uncut Version  (OmU)
Wo warst Du? - Uncut Version (OmU)
DVD ~ Fransisco Alfonsin
Preis: EUR 15,80

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im schwierigen Niemandsland der Pubertät - nicht mehr Kind, noch nicht erwachsen, 28. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Film ist in meinen Augen ein überwältigendes Filmkunstwerk! Obwohl dies gewiss nicht alle Zuschauer so sehen werden. Denn er geht sehr frei und offen mit dem Thema Pubertät und Sexualität um.
Die Kamera ist nicht nur verliebt in die wunderschöne bunte Landschaft Andalusiens, sondern auch in die Großaufnahmen des gut aussehenden Protagonisten. Und die wunderbar ruhige Kameraführung tut dem Auge des Betrachters gut.

Dreizehn Jahre alt ist Pablo (Gonzalo Sánches Salas), der ruhige, schüchterne spanische Junge mit einem prächtigen gepflegten Haarschopf. Er hat noch eine Kinderstimme, aber die ersten zarten Härchen sprießen schon in den Achselhöhlen und auf der Oberlippe. Und er hat längst erkannt, dass sein Penis nicht nur ein Pinkelschlauch ist, sondern dass es sich unheimlich gut anfühlt, ihn zu berühren und damit herumzuspielen. Und er wäre nicht ein ganz normaler Junge, wenn er das nicht auch regelmäßig praktizieren würde: in der Einsamkeit der prächtigen bunten Wiesen und Felder Andalusiens oder nachts unter der Bettdecke. Er ist ein Einzelgänger. Richtige Freunde hat er nicht, denn die 15-jährige Julia kann er nicht wirklich als Freundin bezeichnen, obwohl sie mit Eifer dabei ist, ihm beim Übergang vom Kind zum Mann zu helfen: Sie gibt ihm "Unterricht" in Sachen Sex und Liebe, was ihn einerseits verstört und andererseits fasziniert.
Pablo wächst vaterlos auf. Dass dies so ist, gehört zu seiner ureigensten dunklen Vergangenheit, an der er schwer zu tragen hat. Er trägt eine schwere Last auf seinen jungen Schultern, viel zu schwer für einen pubertierenden Jungen: Er hat durch seine Schusseligkeit indirekt den Tod seines Vaters verschuldet!
Auf einer Landstraße nahe seines Dorfes trifft er Paco, einen gut gekleideten Fremden, der Probleme mit seinem Auto hat. Pablo will sich zuerst nicht so recht in ein Gespräch mit ihm einlassen. Aber nach und nach lässt er es zu, dass ihn der Fremde mit seiner Fragerei herausfordert und selbst zum Sprechen bringt.
Die unbewusste Suche des Jungen nach Verständnis lassen ihn "alle Schutzinstinkte vergessen" (Zitat). Er sieht zunehmend in seinem neuen Freund, der wegen der aufwändigen Autoreparatur ein paar Tage im Dorf zu verbringen hat, eine Art Ersatzvater. Er spürt: Paco ist jemand, dem er vertrauen kann, dem er sich öffnen kann. Aber während Pablos Zuneigung zu Paco wächst, wird er unfreiwillig einer Tragödie entgegen geführt, die ihn für sein ganzes weiteres Leben zeichnen wird. Inzwischen brodelt in dem Ort die Gerüchteküche: Dass sich Paco so oft mit einem 13-jährigen Junge trifft, ist vor allem dem örtlichen Postboten ein Dorn im Auge (der sich seinerseits aber ungeniert an der minderjährigen Julia vergeht). Die Gastwirtin erkennt in Paco einen Ex-Knastbruder. Und als im nahen See auf tragische Weise ein Junge ums Leben kommt, steht für die Dorfbewohner fest: daran ist der Fremde schuld.....

Iván Noel, der sowohl das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Musik komponierte (!), schrieb über Gonzalo, den Protagonisten, in einem Interview: "Er hatte keine Probleme - und auch seine Eltern nicht - mit Nacktszenen und Masturbation, die in spanischen Coming-of-Age-Filmen an sich keine große Sache sind. Spanien ist nach wie vor weit entfernt von den absurden Repressionen der Nachbarländer."
Diese an sich harmlosen Szenen sind höchstwahrscheinlich auch der Grund dafür, dass man gezwungen ist, in diesem wunderschönen Film deutsche Untertitel zu lesen, anstatt die Gesichter der sprechenden Protagonisten zu sehen! Die Deutschen Filmverantwortlichen sind wohl zu prüde für ein solches Filmkunstwerk. SCHADE.
Meine Wertung. Uneingeschränkt 5 Sterne
eboku


Song For A Raggy Boy [UK Import]
Song For A Raggy Boy [UK Import]
DVD ~ Aidan Quinn

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prügelstrafe in der Erziehung?, 11. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Song For A Raggy Boy [UK Import] (DVD)
Eigentlich wollte ich nur einige Filme sichten. Aber dann hatte ich den Raggy Boy auf dem Bildschirm. Und schon nach den ersten zehn Minuten war mir klar, dass man dieses großartige Filmwerk nicht bloß so nebenbei "sichten" kann. Was ich vorher glaubte zu wissen: Der Film erinnert an den Zweiteiler "Die Opfer von St. Vincent". Diesen Hochkaräter habe ich vor ein Paar Jahren im Fernsehen mitgeschnitten. Aber was ich jetzt zu sehen bekam, stellt alles in den Schatten, was ich überhaupt schon mal zu diesem Thema auf dem Bildschirm hatte.

Der Film erzählt schonungslos die Geschichte eines katholischen Internats für straffällig gewordene oder schwer erziehbare Jungen im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts in Irland.
Zucht, Ordnung, Disziplin wird von Ordensmännern in grauenvoller Weise gehandhabt. Die Jungen sind der Willkür der Brüder ausgesetzt. Jedes so genannte Vergehen - z.B. das Überschreiten einer roten Linie im Hof oder das bloße Berühren einer Trennmauer - wird mit unbarmherzigen Prügeln geahndet. Bruder John, der Leiter der Einrichtung, hat sichtlich Freude daran, seine Zöglinge unmenschlich zu quälen, alles unter dem Vorwand, sie zu besseren Menschen zu erziehen. Als hätten blutig geschlagene Rücken von Kindern jemals bessere Menschen aus ihnen gemacht!
Der neu hinzugekommene Lehrer - als einziger kein Ordensmann - hat diese Missstände sehr schnell erkannt, und er versucht, dagegen anzugehen. Sehr bald muss er begreifen, dass er kaum eine Chance hat, gegen solche Mauern anzurennen, und dass er gegen diese himmelschreiende Unmenschlichkeit kaum etwas ausrichten kann. Als er dem Bruder John Einhalt gebietet, als dieser einen Jungen unbarmherzig mit dem Gummiknüppel verprügelt, macht er sich den Bruder zum eigenen Feind.

Es sind ungemein harte Szenen, denen der Zuschauer ausgesetzt wird. Sie sind besonders von den Jungen unwahrscheinlich bewundernswert gespielt, sie lösen Betroffenheit und großen Zorn aus, sie gehen ans Gemüt. Man kann nach diesem Film nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Diese Bilder verfolgen den Zuschauer bis in den Schlaf hinein und gehen auch Tage danach nicht mehr aus dem Kopf.
Gut, dass der Film ganz zum Schluss doch noch versöhnlich ausklingt. Nicht im Sinne von happy end, sondern von einer sich anbahnenden Kehrtwende in Richtung Menschlichkeit.

Kleiner EXKURS: Was mir selbst auch nicht aus dem Kopf geht, sind die Verallgemeinerungen eines Rezensenten, der den Leser glauben lassen will, diese Zustände wären auch heute noch und auch bei uns an der Tagesordnung, und der seine Meinung mit blasphemischen Äußerungen würzt und damit jeden Menschen vor den Kopf stößt, der an Gott glaubt, (ein Beispiel: denn die größten Kriegsverbrecher auf dieser Welt sind nach wie vor immer noch die fiktiven Mächtigen "Gott" und "Allah"). So, als könne man Gott für die Untaten seiner Geschöpfe verantwortlich machen und entsprechend abstrafen. Und hier auch noch von der "verlogenen katholischen Kirche" zu schreiben, ist nicht nur beleidigend, sondern schlichtweg geschmacklos! Soviel zum Thema Amazon-Richtlinien zum Verfassen von Rezensionen, darin keine beleidigenden Äußerungen unterzubringen! Wohlgemerkt: ich selbst bin kein Katholik, sondern evangelischer Christ.

Ein Ärgernis: Diesen Film gibt es nicht in deutscher Synchronisation, nicht einmal mit deutschen Untertiteln. Wieder einmal muss man sich fragen, warum? Der Film ist unbedingt sehenswert!
Und wieder einmal muss ich mich bei Hugo Humpelbein bedanken, der mich mit der Nase draufgestoßen hat, und der mir zugetraut hat, ihn trotz meiner schwindenden Englischkenntnisse zu verstehen.
Meine Bewertung: uneingeschränkt 5 Sterne.
eboku


The Champ [VHS] [UK Import]
The Champ [VHS] [UK Import]
VHS

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überdurchschnittliche schauspielerische Leistung eines Kindes, 30. März 2012
Rezension bezieht sich auf: The Champ [VHS] [UK Import] (Videokassette)
Billy Flinn (Jon Voigt) ist ein einfacher Arbeiter auf einer Pferderennbahn. Das ist ein schlecht bezahlter Job, aber es ist ein Job! Dabei hat Billy auch noch für seinen 8-jährigen Sohn 'T.J.' (Ricky Schroder) zu sorgen. T.J. hat keine Mutter mehr. Sie ist tot, weiß er von seinem Dad... Billy hat schon bessere Zeiten gesehen, war er doch schon mal ein gefeierter Box-Champion! Darauf ist T.J. mächtig stolz. Er verehrt seinen geliebten Dad und nennt ihn nur 'Champ', und das lässt er sich auch nicht ausreden!
Billy trainiert zwar regelmäßig, aber an einen Sieg glaubt er schon lange nicht mehr. Der einzige, der noch daran glaubt, ist T.J.!
Da taucht plötzlich seine Mutter (Faye Dunaway) auf. Sie lebt in gehobenen Verhältnissen und entdeckt, was sie jahrelang verdrängt hat: ihre Muttergefühle! Wie kann man auch so einen reizenden Jungen nicht auf Anhieb gern haben? T.J. ahnt nicht, wer diese Frau ist.
Was soll Billy tun, um seinem Sohn eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen, ohne ihn an dessen Mutter zu verlieren? Er beschließt, wieder in den Ring zu steigen!
Der Zuschauer darf am Boxkampf teilhaben und das Auf- und Ab der Gefühle miterleben. Dabei zeigt Ricky Schroder ein unwahrscheinliches schauspielerisches Talent. Als Zuschauer kann man nicht anders, man leidet und freut sich abwechselnd mit T.J. mit. Und man hofft mit ihm auf ein Happy End.
Das scheint sich schließlich auch abzuzeichnen. Aber der Kampf hat Billy seine letzten Kraftreserven gekostet.....
Ich habe in meinem langen Leben schon sehr viele Filme gesehen mit Kinder-Protagonisten. Und ich hatte gedacht, dass mich nichts mehr "vom Hocker hauen" kann. Aber was der Ricky mit mir angestellt hat, das kann ich fast nicht in verständliche Worte fassen: Ich alter Mann habe geflennt wie ein kleines Kind. WIE KANN MAN MIT ACHT JAHREN SO UNWAHRSCHEINLICH GUT SCHAUSPIELERN? Man hat als Zuschauer das Gefühl, Ricky würde seine Rolle nicht "spielen", sondern leben!
Hugo Humpelbein hat mal wieder Recht (siehe seine Rezension): Ricky Schroder spielt die beiden erwachsenen Schauspieler Faye Dunaway und Jon Voigt glatt an die Wand.
Auch von mir die oft gestellte Frage: Warum gibt es diesen Film nicht als DVD? Wären die Lizenzen zu hoch? Oder an was liegt es?????
Meine Wertung: 5 Sterne.
eboku
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 30, 2012 10:09 PM MEST


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