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Rezensionen verfasst von
Atlan_4

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Der letzte Regent: Roman
Der letzte Regent: Roman
von Andreas Brandhorst
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neunundvierzig, 22. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Regent: Roman (Taschenbuch)
Wieder einmal legt Andreas Brandhorst ein Weltraumepos der Spitzenklasse vor.
Der Roman vereinigt alle Vorzüge, die der Leser aus den früheren Werken des Autors zu schätzen weiß.

Ein – wie gewohnt - flüssiger, bildhaft-plastischer Schreibstil lässt den Leser in die bisweilen bizarren Schauplätze eintauchen.
Fantastische Ökosysteme, Weltraumszenarien in fernster Zukunft oder schier unglaubliche Bereiche wie der Fokusraum der Ayunn oder die Materiebrunnen: Der Autor zündet wieder einmal ein Feuerwerk an Ideen. Besonders hervorzuheben: Das ausgefeilte Ökosystem des Planeten Bluestone allein würde Stoff für einen ganzen Roman liefern. Dazu eine Technik, die in ihrer Vielfalt und in ihren schier unbegrenzten Möglichkeiten kaum Wünsche übrig lässt.
Der Autor zeichnet Charaktere, die sich entwickeln und im Laufe des Romans Seiten offenbaren, mit denen man vorher nicht so gerechnet hatte. Dabei wird auf eine differenzierte Darstellung der Handlungsträger Wert gelegt. Selbst der größte Schurke besitzt Bewegründe, die in einen gewissen Rahmen nachvollziehbar sind, wenn man sie auch nicht gutheißen mag. Und auch die, die sich offensichtlich als positiv erweisen, versuchen letzten Endes ihre eigenen Vorteile und Interessen auch mit grenzwertigen Methoden zu wahren.
Die Handlung: Komplex und dicht, packend und fesselnd. Brandhorst spielt gerne einmal mit dem Leser, lässt ihn z.B. einen Zipfel des Geheimnisses um Zayac und die 26 erahnen. Um ihn schließlich zum Schluss mit einer Wendung zu konfrontieren, die nicht vorhersehbar, mit der keinesfalls zu rechnen war. Denn die Sache mit ZORN ist – nun – faszinierend oder erschreckend oder beides?
Der in der SF vielbeschworene „Sense of Wonder“, das Staunen vor der Unendlichkeit und den Mysterien des Universums vor dem Hintergrund uralter Zivilisationen und deren Hinterlassenschaften, tritt in diesem Roman des Autors besonders deutlich in Erscheinung. Eine Kostprobe liefern schon die einleitenden Notizen des Chronisten. Und gerade die Tatsache, dass Brandhorst die Rätsel um die alten Zivilisationen und deren Artefakte im weiteren Verlauf immer nur wieder anreißt, im Kern aber unangetastet lässt, fördert eher noch die Manifestation des Sense of Wonder.
FAZIT: Für mich persönlich eines der ambitioniertesten Werke des Autors.
Deshalb: Unbedingte Leseempfehlung


Drake
Drake
von H. D. Klein
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine zweite Erde?, 22. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Drake (Broschiert)
Schon die bisher erschienenen SF-Romane von H.D. Klein gefielen mir sehr gut. Mit „Drake“ hat sich der Autor nochmals gesteigert.

Fesselnd, packend, bildhaft, eine facettenreiche, dichte Handlung und ein flüssiger Schreibstil: Klein lässt den Leser in das Geschehen eintauchen und wie im vielzitierten „Kino im Kopf“ an den Erlebnissen seiner Protagonisten teilhaben. Ein bunter Reigen nachvollziehbarer Charaktere: Manche sympathisch, andere unsympathisch, manche skurril, manche bedienen dann doch nicht das Klischee, das sie zunächst zu bedienen schienen, andere dann doch.
Wissenschaftliche SF mit einem breiten Spektrum technischer Möglichkeiten. Zum einen extrapoliert Klein gerade im Fall der irdischen Technik ausgehend von physikalisch-astronomischen Theorien und Gegebenheiten. Auf der anderen Seite die schier grenzenlosen technischen Möglichkeiten der Außerirdischen, die nach menschlichem Verständnis wahre Wunderdinge bewirken können. Eben Science Fiction.
Besonders interessant: Die gelungene Beschreibung fiktiver extraterrestrischer Ökosysteme, z.B. die Lebensgemeinschaft zwischen „Afghanen“ und den „schildkrötenähnlichen Wasserlebewesen“ auf Blue Boy und deren Hintergrund.
Sehr positiv: Der Autor verzichtet auf waffenstarrende Materialschlachten, dennoch kommt die Aktion keinesfalls zu kurz und steht im richtigen Verhältnis zur gesamten Handlung.
Eine ganz besondere Würdigung verdient das Titelbild. Es handelt sich um ein umlaufendes Titelbild, die obige Abbildung zeigt nur die eine Hälfte. Das Titelbild ist einfach atemberaubend, wahrlich ein Meisterwerk. Timo Kümmel hat sich hier selbst übertroffen. Das fantastische Farbenspiel, die gelungene Vermittlung des Eindrucks von der unendlichen Weite des Universums. Schon allein das Titelbild animiert zum Kauf des Buches. Und der Roman hält, was das Titelbild verspricht. Eine gelungene Synthese aus Wort und Bild.


Das Artefakt: Roman
Das Artefakt: Roman
von Andreas Brandhorst
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterhaftes Weltraumepos, 15. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Artefakt: Roman (Taschenbuch)
Das Artefakt ist ein Stück besonders hoch entwickelter Technik, das vor Millionen von Jahren - vermutlich aus der Zukunft stammend - auf dem Planeten Heraklon erschien und aus den verschiedensten Gründen bei unterschiedlichen Gruppen Interessen und Begehrlichkeiten hervorruft. In einem Kosmos mit hohen Mächten, gefallenen Welten und einer Organisation namens Ägide erleben die Leserinnen und Leser zu Beginn des Romans, wie der bei der Erforschung des Artefakts ermordete Beauftragte der Ägide, Rahil Tennerit, wiedererweckt wird. Dies ist mithilfe der entsprechenden Technik dann möglich, wenn der genetische Code der betreffenden Person und ein sogenanntes "Image" vorhanden sind. Ein "Image" ist eine Art Aufzeichnung der Erlebnisse, Erinnerungen und Bewusstseinsinhalte eines Lebewesens, die zu einem bestimmten Zeitpunkt angefertigt wird. Da das verwendete "Image" von Rahil Tennerit ein Jahr alt ist, fehlen ihm bei seiner Wiedererweckung entscheidende Erinnerungen im Zusammenhang mit der von ihm durchgeführten Erforschung des Artefakts und seiner Ermordung. So macht sich der wiedererweckte Protagonist erneut auf die Reise zum Planteten Heraklon, um seinen ursprünglichen Auftrag zu erfüllen und die verlorenen Erinnerungen wiederzufinden, von denen angeblich eine Aufzeichnung existiert. Eine Reise mit allerlei Hindernissen, Irrwegen, Rückschlägen, Offenbarungen menschlicher Schicksale und überraschenden Wendungen und Erkenntnissen.
"Wo lagen die Grenzen der Phantasie?" sinniert Rahil Tennerit im Roman. Bei Andreas Brandhorst sicherlich nicht. In einem Feuerwerk an faszinierenden Ideen entführt er die Leserinnen und Leser in ein vielschichtiges Universum voller exotischer Welten und Lebewesen, geheimnisvoller Konstrukte und Schauplätze und einer komplexen, durch Rückblenden verschachtelten, auf verschiedene Zeitebenen angelegten Handlung, in der vieles nicht das ist, was es zunächst zu sein scheint.
Die es aber in sich hat: Abenteuer im Weltraum und unter archaischen Bedingungen auf Planeten, eine tragische Familiengeschichte mit Generationenkonflikt, philosophische Betrachtungen zu (allzu menschlichen) Eigenschaften wie Lüge, Wahrheit und Machtgier, die auch unsere heutige Gesellschaft zur Genüge kennt, und dazu ein Schuss Kosmologie bis in die Anfänge des Universums. Dabei stehen diese Geschehnisse nicht für sich, sondern sind über zahlreiche Beziehungen und Verflechtungen miteinander verknüpft, die sich im Finale offenbaren.
Brandhorsts Technik gründet zwar auf naturwissenschaftlichen Gesetzen, soweit das in der SF möglich ist, verzichtet aber auf die detaillierte Beschreibungen der theoretisch-hypothetischen Grundlagen, ganz in der Tradition der Kantaki-Romane und Kinder der Ewigkeit und der sinngemäßen Aussage, dass eine höher stehende Technik den Lebewesen, die nicht den nötigen Wissensstand besitzen, wie Magie erscheinen muss. Das Artefakt ist meiner Meinung nach kein Hard-SF-Roman, vielmehr eine breit angelegte, epische Space Opera. Besonders überzeugend fand ich, dass die Charaktere, v. a. die "Bösen", nicht in ein starres Gut-Böse- bzw. Schwarz-Weiß-Schema gepresst werden, sondern in den verschiedensten Abstufungen von Grautönen erscheinen. Auch diesmal ist mir sehr positiv aufgefallen, dass die Beschreibung waffenstarrender Raumschlachten völlig fehlt.
Wie immer gefällt der flüssige, greifbar-bildhafte Schreibstil des Autors. Das liest sich spannend und mitreißend.
Natürlich ist Geschmack eine äußerst subjektive Angelegenheit, aber wem die bisherigen Romane des Autors gefallen haben, der wird auch an "Das Artefakt" seine helle Freude haben.
Deshalb: Von meiner Seite eine absolute Kaufempfehlung!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 13, 2014 1:43 PM CET


Die Stadt
Die Stadt
von Andreas Brandhorst
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Synthese aus Psycho-Thriller und Phantastik, 13. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Stadt (Taschenbuch)
Das Warten auf einen neuen Roman aus der Feder von Andreas Brandhorst lohnt sich eigentlich immer, auch wenn man - wie in diesem Fall - nicht so recht weiß, wohin die Reise geht, was die Einordnung in ein bestimmtes Genre betrifft. Da der Roman sich Sujets nahezu aller phantastischen Genres bedient, würde ich ihn als ein Werk der "Allgemeinen Phantastik" bezeichnen. Aber das ist meine persönliche Einschätzung.
Die erste Hälfte des Romans würde durchaus als komplex angelegter Psycho-Thriller durchgehen. Der Protagonist Benjamin Harthman stirbt - scheinbar als Konsequenz eines schweren Autounfalls - und findet sich in einer rätselhaften Stadt der Toten wieder. Schnell merkt er, dass Teile seiner Erinnerung trügerisch sind bzw. komplett fehlen. In einer weitgehend auf den Protagonisten zentrierten Handlung macht er sich auf die Suche nach der Erinnerung an seine Vergangenheit und die Geschehnisse, die wirklich zu seinem Tod führten. Dies ist zugleich eine Suche nach den Ursprüngen und Rätseln der Stadt, denn offenbar stehen die Stadt und Benjamins Schicksal in einer eigenartigen Wechselbeziehung zueinander. Bis zu diesem Punkt ließen sich die phantastischen Begebenheiten durchaus noch mithilfe der aufgrund seiner Erlebnisse traumatisierten Phantasie des Handlungsträgers erklären. Im zweiten Teil des Romans allerdings tritt dann das phantastische Element deutlich in den Vordergrund und es wird deutlich, dass die Stadt weitaus mehr ist als das bloße Produkt der Psyche des Protagonisten. Sie ist vielmehr das Ergebnis der Tätigkeit .......... Aber das möchte ich hier wirklich nicht verraten. Benjamins vordringliche Fragen und die Rätsel, mit denen er sich konfrontiert sieht, werden zum Schluss beantwortet. Einige für den Leser entscheidende Fragen bleiben offen. Das Ende lässt also durchaus Raum für Diskussion.
Der Autor überzeugt wie immer durch eine fesselnde, diesmal äußerst düstere Handlung und eine flüssige, bilderreiche Sprache. Dazu kommt ein Schuss philosophischer Betrachtungen über den Sinn und Nicht-Sinn von Leben und Tod. Beinahe schon surrealistisch erscheint mir an einigen Stellen die Beschreibung der Stadt, etwa der lebenden Glasmenschen, des Kabinetts der Uhren, des Supermarkts, der Bibliothek .. um einige Beispiele zu nennen.
Kurzum: Wer die Bücher von Andreas Brandhorst und seinen Stil zu schreiben zu schätzen weiß, wer gelegentlich gerne einmal einen spannenden Psycho-Thriller zur Hand nimmt und zugleich eine besondere Vorliebe für die Facetten des phantastischen Genres mitbringt, dem sei dieser Roman dringend empfohlen, denn er wird bestens unterhalten.


Sacer Sanguis II - Die Rückkehr
Sacer Sanguis II - Die Rückkehr
von Albert Knorr
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thriller mit Potential, 26. Juli 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sacer Sanguis II - Die Rückkehr (Broschiert)
Es gibt vermutlich kaum einen Aspekt, der in 76 vorausgehenden Rezensionen noch nicht erwähnt wurde und so kann ich mich den meisten meiner zahlreichen Vorrezensenten in vielen Punkten anschließen. Sacer Sanguis II ist ein überaus spannender Roman. Dazu trägt sicher der flüssige Schreibstil des Autors bei. Aber auch die bildhafte Beschreibung der gut recherchierten, oftmals exotischen Schauplätze lässt die Bilder wie bei einem Film im Kopf entstehen. Dabei ist dieser Vergleich unzureichend, da ein Roman nun mal kein Film ist und beim Film die Bilder vorgegeben werden, während sie beim Roman erst entstehen müssen; das funktioniert bei Sacer Sanguis jedenfalls ausgezeichnet. Dazu kommt eine komplexe, vielschichtige Handlung, die sich dem Leser erst Schritt für Schritt erschließt. Personen, die scheinbar nur als Nebenfiguren angelegt sind, entpuppen sich im weiteren Verlauf als bedeutungsvoller, als man zunächst angenommen hatte. Dabei kann man das Gesamtbild selbst am Ende des Romans vermutlich noch gar nicht überblicken, ist Sacer Sanguis doch Teil einer Reihe, die bald zur Tetralogie angewachsen sein wird. Abgerundet wird das Bild durch die Charaktere. Alleine die Tatsache, dass man schon nach kurzer Zeit an ihrem Schicksal teilhaben will und mit ihnen bangt, ist für mich Indiz, dass ihre Beschreibung und Entwicklung gelungen ist.
Natürlich erfindet Albert Knorr das Rad nicht neu. Der Roman enthält durchaus die bekannten Elemente eines Archäologie-Religions-Wissenschafts-Geheimdienst-Thrillers. Es ist vielmehr die individuelle Verknüpfung der Topoi, die Art und Weise, wie der Autor die Elemente in seinem Roman umsetzt, die dem Werk seinen eigenständigen Charakter verleihen. Dementsprechend wenig spricht mich der Vergleich mit Indiana Jones, James Bond und Da-Vinci-Code an. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass sich Knorrs Werk hinter den regionalen und internationalen Größen wie Vandenberg und Brown, Preston oder Child in keiner Weise verstecken muss, ja dass es sogar mindestens auf Augenhöhe mit ihnen steht.
Gröbere Schwächen und Logikfehler sind mir spontan nicht aufgefallen und ich werde auch nicht krampfhaft danach suchen. Wichtigstes Kriterium, wenn ich einen Thriller lese, ist und bleibt für mich, dass ich kurzweilig und spannend unterhalten werde und das ist Albert Knorr gelungen. Deshalb: Eine unbedingte Kaufempfehlung an alle, die das ähnlich sehen.


Kinder der Ewigkeit: Roman
Kinder der Ewigkeit: Roman
von Andreas Brandhorst
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

65 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselndes Weltraumepos, 15. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kinder der Ewigkeit: Roman (Taschenbuch)
Deutsche SF ist selten. Gute deutsche SF ist noch viel seltener.
Nach den Kantaki entführt uns Andreas Brandhorst mit 'Kinder der Ewigkeit' in sein neues Universum, das in puncto Komplexität und Ideenreichtum den Entwürfen seiner internationalen Kollegen in Nichts nachsteht. Wie immer überzeugt Brandhorst mit flüssigen Erzählstil und bilderreicher Sprache.
Exotische Planeten und Schauplätze, bizarre Lebensformen, ausgestorbene Völker und ihre Geheimnisse und Hinterlassenschaften erwarten den interessierten Leser und versetzen ihn in ein Panoptikum epischer Breite. Besonders wohltuend ist für mich der Umstand, dass nicht ' wie in vielen Weltraumepen ' die waffenstarrenden Flotten irgendwelcher aufgeblasener Imperien in verlustreichen Materialschlachten zum x-ten Mal aufeinandertreffen. Dennoch ist die Handlung von Anfang an fesselnd und aktionsreich und die Spannung steigert sich erwartungsgemäß zum Ende hin kontinuierlich. Wie in einen Thriller entpuppt sich das Geschehen als eine Verschwörung, die sich als Konflikt zwischen unsterblicher organischer Intelligenz und Machtstreben auf der einen Seite und künstlich-elektronischer Intelligenz auf der anderen Seite beschreiben lässt. Welcher der beiden Seiten die Sympathien des Lesers gehören, muss dieser selber entscheiden. Gut gefiel mir ebenfalls, dass sich die Hauptpersonen nicht ohne weiteres in ein Gut-Böse-Schema einordnen lassen: An erster Stelle ist da Esebian, im Prinzip ein Serienmörder, der durch Auftragsmorde die 'Meriten' für die eigene Unsterblichkeit erwerben will. Leandra ist eine stark psibegabte, ehemals internierte Psychopathin, auf deren Konto wohl auch einige Tote gehen und die bis zum Schluss suspekt bleibt. Auf den ersten Blick am sympathischsten wirkt Akir Thalon, der sich unter Selbstaufgabe persönlicher Bedürfnisse dem Gemeinwohl und Regeln der bestehenden Gesellschaftsordnung unterordnet. Aber ist er bei näherer Betrachtung nicht auch nur ein Bürokrat, für den Regeln Selbstzweck sind? Ganz zu schweigen von den selbstherrlichen Unsterblichen, die für mich dennoch immer irgendwie im Hintergrund bleiben. Eigentlich sind es die Sterblichen, die mir als die eigentlichen Haupthandlungsträger erscheinen.

Natürlich ist Lesergeschmack eine subjektive Angelegenheit. Ich jedenfalls gebe für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung und hoffe, dass der Autor in seinen nächsten Werken wieder in dieses Universum zurückkehrt, dass noch viele Fragen offenhält.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 17, 2010 7:14 PM MEST


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