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Rezensionen verfasst von
Bender Rodriguez "B.R."

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Recovery (Limited Edition)
Recovery (Limited Edition)
Preis: EUR 8,74

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sitting on the shoulder of giants, 8. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Recovery (Limited Edition) (Audio CD)
Wer sich als Verehrer der nur allzu gerne gedissten musikalischen (gerade elektronisch orientierten) Achtziger Jahre outet, hat es bekanntermassen zwischen "wahren Musikkennern" und aufgehetzten Mitläufern der Achtzigerverachtung (jaja, zwischen "Never mind the Bollocks" und "Nevermind" gab's ja nix von Bedeutung - sic!) sehr schwer. Entweder ist man abgebrühter Nerd oder sch*** auf die "Meinung" der handgemachten und ach-so-authentischen Verteidiger des "musikalischen Abendlandes". Glücklicherweise ist die Rehabilitation der lange verschmähten Synthie-Fraktion der 80s seit einigen schönen Jahren im Gange.
Aber warum, warum nur, schiesst man mit dieser VÖ solch ein wahres - in der Tat - Eigentor? Hat man hierbei vergessen, welche wahre Pioniertaten manche frühen New Wave/Electropop-Nummern eigentlich in sich bargen? Daß die elektronischen Kinderschuhe damals wahrhaft in genialer Weise über sich selbst gewachsen sind? Daß oftmals Experimentierfreudigkeit über blossem synthetischen Unterhaltungsgedudel stand? Und daß - umgekehrt - naiver Pop-Dilettantismus manchmal die Mittel zum Zweck heiligte? Daß (auch) erfolgreicher New Wave/Synthpop keine profane Selbstverständlichkeit war - wie es streckenweise dieses Album suggerieren möchte? All davon spürt man auf dieser VÖ gar nichts mehr, allzu beliebig werden hier New Wave/Wave Pop/Elektro-Pop-Klassiker nach- und abgespult, daß man sogar gar nicht mehr respektvoll von "Coverversionen" sprechen mag, sondern eher von einem Potpourri des seichten und allzu harmlos-sorglosen Unterhaltungsprogrammes zum Mitklatschen mit wahlweise Tanztee- oder Bierzeltniveau. In diesem Sound hätte man auch wahllos Nummern von 08/15-mainstreamigem 70s Classic-Rock- oder Ami-Radiohitfutter abnudeln können, ohne daß es einen Unterschied machen würde. Einzig die Verneigung vor den 80s und deren ihnen zugehörigen Genres, gepaart mit einer Huldigung an gewisse Schlüsselsongs bewahren mich davor, hier nur einen Stern zu zücken. Letztendlich verehre auch ich über alle Maßen einen Teil der musikalischen Achtziger (wir haben ja nicht alle nur Nena, Dire Straits, Phil Collins, Toto oder Tina Turner gehört, sondern wissen vor allem, daß es auch Künstler a la New Order, Cabaret Voltaire, The Neon Judgement, DAF, Bauhaus, Front 242, The Cure, The Klinik, Der Plan, Legendary Pink Dots, und vieles vieles mehr davon gab...), von daher kann ich gerade aus diesem Grund diesem Album nicht viel abgewinnen und folglich stringent nur 2 ** vergeben. Die Schatten der Vergangenheit sind halt lang - und es ist nicht ganz leicht aus diesen heraustreten zu können. Was jedoch manchmal vielleicht auch mal ganz hilfreich wäre...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2014 4:22 PM CET


Eclipse-das Schwarze Denkmal (Deluxe)
Eclipse-das Schwarze Denkmal (Deluxe)
Preis: EUR 20,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweifelhafte Superlative, 30. Mai 2013
Ja, ja, ja, das "Eclipse"-Album ist eines der empfehlenswerteren und mit Würde gealterten Alben des "Dark Wave"-Rummels.
Rummel übrigens deshalb, weil die nervigen "Kult"- und sonstigen Superlativ-Abfeiereien gegen Mitte/Ende der Neunziger Jahre in jenem
Genre mit einiger Penetranz einsetzten. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte das schwarze Denkmal schon volle dreieinhalb Restaurierungen erfahren. Heisst, die Original-LP wurde bis 1997 regelmässig auf CD wiederveröffentlicht. Und der Titelsong ist dermassen oft in den verschiedensten Versionen wieder auf diversen Veröffentlichungen, bzw. einschlägigen Compilations verbraten worden, dass es schon so eine Sache ist mit dem "Kult" - auf alle Fälle eine inflationäre. Dabei kann der wirklich eingängig-mediokre Song fast nichts dafür, ausser sich gekonnt der wehleidig-romantischen Zielgruppe ans Tanzbein zu schmiegen. Und davor kann man schon mal Respekt aufbringen. So wie das ganze Album diese Spät-Eighties-Melancholie-Renaissance wirklich punktgenau in maßgeschneidertem Electrogewand zu tragen weiß. Musik zur Zeit, heute noch (oder schon wieder) relevant und immer wieder gern genommen. Kenner schnalzen eh mit der Zunge ob des King Crimson-Covers "Epitaph" in dräuendem Wave. Und im gleichen Atemzug noch "Austria" und "Tor Zwei" (wurden seinerzeit auch als Single veröffentlicht, Pluspunkt dieser Reissue die Alternativ-Version von "Austria") hinterdrein lobend.
Aber muß man denn gleich den "heiligen Gral" (meine Güte, wenn das schwarze Denkmal schon mein "heiliger Gral" sein soll, wie superlativiere ich dann noch "meine" Joy Division-Alben...?) und eh phantasievolle Mondpreise gewisser Krämerseelen als Kaufanreiz hervorzerren (wie hier in der Produktbeschreibung zu lesen), bedarf es - des ohne Zweifel löblichen Unterfangens der Reissue dieses Albums - dieser Marktschreierei?
Oder muß man der Zielgruppe Musik heutzutage in dieser Form in die Ohren reiben, da diese abgestumpft von zuviel schlagerhaftem Eurotrash-Electrogoth ist? Wäre damit das "schwarze Denkmal" am Ende gar eine verschwendete Perle, vom Werbeonkel vor die Säue lanciert? Ganz sicher ist jedoch der :wumpscut:-Mix von "Eclipse" eine solche Verschwendung und unnötige Grobmotoriker-Verschandelung einer perlenden Komposition. Hätte man auch weglassen können, da den Gesamteindruck störend und stimmungstötend. Und an den x-Remixen von "Eclipse" hat man sich eh schon übersättigt, kommt - mit Verlaub - doch keine an die Original-Version heran, mit der eigentlich in Sound, Form, Ausdruck und Länge schon alles gesagt ist. Aber dafür wurde - hoppla - das Stück "Terminal" auf dieser Wiederveröffentlichung unterschlagen, wie kommt's? Definitive Editionen mit allem was den Rezipienten glücklich macht, stelle ich mir anders vor: komplett nämlich. Dafür gibt's einen Stern Abzug.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 4, 2014 4:23 PM CET


Tattoo
Tattoo
Preis: EUR 1,29

3 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen 2012 - als die Musikwelt endgültig vergreiste, 20. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tattoo (MP3-Download)
Normalerweise macht man als Rezipient von innovationsfreudigeren, (von mir aus) "futuristisch" geprägten und vorwärts gewandten Musikgenres in weiser Voraus- und Nachsicht einen großen Bogen um eine rockistisch eingefärbte "Traditionalisten"-Band wie Van Halen. Aber da man bei amazon dazu aufgemuntert wird, seine Meinung zu einem Produkt kund zu tun, und man momentan leider nicht darum herum kommt, diesen "Song" via den "das Beste aus Rock, blabla"-Dudelfunkstationen der Nation in die Ohren gedrückt zu bekommen - und zwar mit einer Penetranz und einem Bohei, als wäre Rockmusik neu erfunden worden (ja, würde das mal wirklich geschehen, ein Halleluja-Stoßseufzer wäre es mir wert...) - so fühle ich mich mal so frei...

Die Welt dreht sich unabänderlich weiter, nur Van Halen und Konsorten scheinen das nicht mitbekommen zu haben, noch immer wird feist und bräsig daher gerockt, den Rock-"Shouter" (manche Leute haben unfreundlichere Ausdrücke dafür) heraus gekehrt und musikalisch und textlich jedes Klischee bedient, daß sogar dem hässlichen Schreckgespenst des (Rock-)Mainstream sein vergilbtes Laken sich schamesrot färben möge - und das schon seit vielen, vielen Jahren und gar Jahrzehnten immer gleich! Ja, ist denn schon wieder 1976? - oder war's 1984? Ach, egal, bei diesem und ähnlich öden Rock(isten)-08/15-Stoff wird die Zeit bleiern, der Soundtrack dazu nichtssagend, aber trotzdem lästig wie schwer verdauliches Zeug im Magen. Ein Alptraum!

Aber es ist verdammt nochmal 2012 - und ich möchte genauso verdammt nochmal offenbar unverbesserliche Rock-Geronten, die nichts mehr wirklich Neues (ganz zu schweigen von Erfrischendem) zustande bekommen, als ihre ebenso in die Jahre gekommene Zielgruppe mit den ewiggleichen Rock-Ritualen zu bespassen, nicht mehr in Dauerrotation und bis zum Erbrechen abgefeiert, hören müssen. Selbst unfreiwillig nicht!

O.k., nun möge man mich hier in den Kommentaren als ahnungslosen Musikkretin abwatschen o.ä., aber es war mir sowas wie ein Grundbedürfnis, in diesem speziellen Falle der Einladung "teilen Sie Ihre Meinung mit" nachzukommen...
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 22, 2014 10:55 PM CET


Die Ultimative Chartshow-Synthie-Pop Hits
Die Ultimative Chartshow-Synthie-Pop Hits
Preis: EUR 14,97

38 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der Soundtrack zur Oberflächlichkeit, 6. März 2011
Und mit Oberflächlichkeit ist durchaus nicht das (auch erweiterte) Musikgenre gemeint, sondern die vorwiegend substanzlose Verpackung und Präsentation, ganz in Format-Medien-Güte.
Natürlich darf man von einem Sendeformat, das sich schon reisserisch als "Ultimative Chartshow" anbiedert, keine allumfassende und fundierte Aufbereitung eines musikalischen Sach-, bzw. Spartenthemas erwarten - dient dieses doch vornehmlich zu mehr oder weniger profaner Massenunterhaltung (inkl. Werbung, Selbstdarstellung und dem Promoten abgewrackter ehemaliger Popgrössen, die nicht merken, dass auch mal gut ist mit dem Eigenrevival mit Untoten-Charme).
Aber auch das hätte man noch mit ein wenig mehr Anstand (und Witz: ein augenzwinkernder Charme der Selbstironie wäre gewesen, sich der Erwähnung des "Music for the masses"-Album von Depeche Mode als Referenzaussage zu dieser Sendung zu bedienen...) hinbekommen können. Spricht die zweifelhafte Platzierung der "Hits" schon Bände - welche Eintagsfliegen und neueren semibekannten Eurotrash-Elektro-Sperenzien, die definitiv nicht die Kriterien des Synth-Pop erfüllen, sollen tatsächlich erfolgreich gegen "Giganten" wie Kraftwerk, Depeche Mode, O.M.D. oder New Order angestunken haben, bzw. diese noch übertrumpft haben? Amüsant! Amüsant, aber eher doch im Grunde ein Ärgernis, das bemühte Hervorzerren einer durchschnittlichen "Nur"-Popband wie Roxette. Der Einsatz von Keyboards macht aus Musikern noch keine Elektropopper. Dazu bedarf es eindeutig einer vollkommen anderen Ästhetik und stilprägender Herangehensweise - aber bitte, wenn man bei RTL der Auffassung ist, Roxette (und auf CD) Fleetwood Mac (!) zu adden, dann sind am Ende Emerson Lake and Palmer, Genesis und Konsorten auch noch Synth-Pop-Bands und Rick Wakeman der Posterboy des Genre...
Wobei wir auch bei einem weiteren Knackpunkt dieses Sende-Formates wären, wie kann man nur Studiogäste einladen, wahre "Experten" geradezu, die eine gewisse rockistische Zurschaustellung der eigenen latenten Abneigung gegen das Musikgenre permanent verströmen mussten (jaja, AC/DC und Motörhead bringts - und Marc Almond ist ja schwul, was für eine total neue Erkenntnis...). Auch hier wäre ein fundierterer Umgang mit dem musikalischen Schwerpunktthema Pflicht gewesen. Historisch sinnvolle Hinweise auf Vorreiter der elektronischen (Pop-)Musik, bzw. des Synthpop wie z.B. Can, Tangerine Dream, Cabaret Voltaire, The Normal, Fad Gadget, etc. hätten der Sendung mehr als gut getan. Hinzu noch ein wenig ernstzunehmende Instrumentenkunde (kein albernes Herumgespiele) für Laien - man lernt doch gerne hinzu, auch RTL-Gucker können das...
Alles Fehlanzeige - und hier das "ultimative" Produkt im Schlepptau: eine Kompilation, die aufgrund allseits bekanntem Materials, vollkommen thematisch unpassenden Materials und liebloser Kraut-und Rüben-Auswahl vollkommen überflüssig ist. Am Genre interessierte Neueinsteiger lockt man damit nicht, sondern führt sie in die Irre - und "altgedienten" Synth-Pop-Fans stehen vor Grausen die Haare zu Berge: Roxette und Fleetwood Mac, also ehrlich...
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2011 7:57 PM CET


The Commitments [UK Import]
The Commitments [UK Import]
DVD ~ Michael Aherne

4 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Überhebliche Intoleranz, 21. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: The Commitments [UK Import] (DVD)
Ich liebe Musikfilme und/oder verfilmte Band- und Musik(er)biographien, ob mit realem oder fiktiven Hintergrund. Daher war ich ernsthaft auch an diesem Film interessiert. Doch nach kurzer Zeit empfand ich die als "authentisch" und auf "Handwerk" pochende Muckerattitüde des Films als unerträglich. Den letzten Ausschlag, dieses Machwerk nicht bis zum Ende weiterzuverfolgen, gaben die Dialoge, die von abfälligen Bemerkungen über andere Musikgenres und -Bands nur so strotzten (natürlich wurde auch wieder einmal gegen Synthesizer/elektronische Musik geschossen - es ödet einen nur noch an...). Überhebliche Intoleranz gegenüber anderen Musikstilen ist man ansonsten doch eigentlich nur von (Prog-)Rockisten gewohnt. Fazit: somit keine gelungene Werbung für den Soul der "armen" Underdogs. Unnötig und sehr ärgerlich dieses auf "Ehrlich" getrimmte Gepose und Getue.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 21, 2012 3:32 PM MEST


Control
Control
Preis: EUR 13,49

27 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grandioser Film - Stimmiger Soundtrack mit kleinen Schönheitsfehlern, 13. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Control (Audio CD)
Ohne Zweifel ist die sorgfältige und detailgetreue Verfilmung des Mythos Ian Curtis/Joy Division von Anton Corbijn ein Meisterwerk - und gleichzeitig die längst überfällige, filmisch realisierte Hommage an das ganze Genre des Postpunk.
Wäre der komplette Soundtrack ebenso konsequent perfektionistisch umgesetzt worden, wir würden ein musikalisches Zeitdokument in unsere CD-Player einlegen, das (beinahe) konkurrenzlos wertvoll wäre.
Ja, wäre... - Ohne Frage ist der Soundtrack zu "Control" stimmig und gut ausgewählt, zeigt mit Songs von David Bowie, Iggy Pop, Roxy Music, Velvet Underground und Kraftwerk (die zwölfminütige Version von "Autobahn" ist eine grandiose Wahl) wunderbar, aus welchen Inspirationsquellen Joy Division schöpften. Äusserst gelungen ist die Filmsequenz, in der man den jungen Ian Curtis narzisstisch mit kajalumrundeten Augen vor dem Spiegel zu dem jugendlichen, aber morbiden Glam(our) von Bowie's "Drive-In-Saturday" tänzeln sieht. Genau so hat man sich das eigentlich auch immer vorgestellt - und dass dies nur so gewesen sein konnte.
Nicht fehlen darf natürlich auch Bowie's "Warszawa", leitete sich der vorhergehende Bandname von Joy Division, nämlich Warsaw, doch von diesem düster-atmosphärischen und irgendwie prä-Ambient wirkenden Werk ab.

Pluspunkte auch für die Live-Versionen der auf "Control" vertretenen Punksongs, genauer gesagt: "Boredom" von den Buzzcocks und das unverwüstliche "Problems" der Sex Pistols. War doch gerade der gemeinschaftliche Besuch von Punkkonzerten für Curtis, Bernard Sumner, Peter Hook und auch Stephen Morris die Initialzündung und letztendlich der Kick, ebenfalls eine Band zu gründen. Eine schöne Überraschung in diesem Zusammenhang ist auch "Evidently Chickentown" des Manchester-Originals, "Punkpoeten" und Martin Hannett-Spezis John Cooper Clarke.

Dass mit "Dead Souls", "Love Will Tear Us Apart", "Atmosphere" und "Transmission" die bekanntesten Joy Division-Songs auf der CD landeten , dürfte wohl niemanden überraschen und diese Stücke sind für eingefleischte Joy Division-Fans auch ganz bestimmt kein Kaufanreiz. Immerhin ist "Transmission" in der "Cast Version" der "Filmband" überraschend gut gelungen, auch wenn Sam Riley (selbstverständlich) nicht mit der schneidend-fordernden und markanten Stimmlage Ian Curtis' konkurrieren kann - aber wer hat dies auch erwartet...?
Ein Wermutstropfen ist für mich das Fehlen von "Decades", Joy Divisions grösstem Moment und krönendem Abschluss des "Closer"-Albums.
Ein weiterer Schwachpunkt ist die unsensibel pausbäckig wirkende Coverversion von "Shadowplay" von The Killers, die etwas störend auf die Stimmung und Atmosphäre des Soundtracks einwirkt. Meine Güte, es gibt einige wirklich gute und passable vom Postpunk geprägte Indie-/"Neo-New Wave"-Bands, warum musste man ausgerechnet The Killers für diesen Job aussuchen?

Schön wäre es gewesen, auch zwei oder drei Songs von (Postpunk-) Weggefährten Joy Divisions' als eine Art "Musik zur Zeit"-Dokument, bzw. -Querverweis auf dem Soundtrack festzuhalten/einzubauen, z.B.: Wire, Cabaret Voltaire, The Fall oder das von Ian Curtis geschätzte "Weeping" von Throbbing Gristle.

Genug der Unkereien, letztendlich ist diese Soundtrack-Compilation eine gelungene Sache, die auch (oder gerade) für Einsteiger absolut lohnenswert ist.
Und bevor ich's vergesse: Die aus Joy Division hervorgegangenen New Order steuerten drei kurze, atmosphärische Instrumentals bei, die zwar beim reinen Anhören recht unspektakulär wirken, aber ihren Glanz in Verbindung mit den betreffenden Filmsequenzen voll entfalten.

...und jetzt sehne ich den Tag der Veröffentlichung von "Control" auf DVD herbei!
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 21, 2014 8:29 AM CET


Apocalips
Apocalips
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 35,95

4 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was ist "poetische Endzeitstimmung"?, 23. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Apocalips (Audio CD)
Ach, wie originell... Warum kommt uns jede zweite "Neofolk-Dark-Goth-Military-Pop-oder-sonstwas"-Nachzügler-Formation, die irgendwann einmal eine Scheibe von Current 93 gehört haben muß, mit dem abgelutschtesten Begriff des Genres, Tusch: "Apocalypse"? Hier in diesem Fall halt leicht abgewandelt als "Apocalips". Wer wirklich an apokalyptischen Szenarien einen Gefallen gefunden hat, möchte sich bitteschön Gemälde von Hyronimus Bosch oder Pieter Breughel anschauen. Solls trotzdem musikalisch "apokalyptisch-folkig" sein, dann sind die "Apocalyptic Folk"-Originale von Current 93 immer noch die beste Empfehlung, David Tibet nimmt man schliesslich seine "apokalyptischen Visionen" ab - diesem Gothic-Zielgruppen-massgeschneiderten Machwerk von Ordo Rosarius Equilibrio nehme ich nur eines ab: auf Nummer Sicher gehendes (und musikalisch langweiliges) wohliges Suhlen im immergleichen Dark-Wave-Sumpf. So mutet bereits die Schilderung in der Kurzbeschreibung ("...atemberaubende, bittersüsse Tracks voller poetischer Endzeitstimmung") an, als wäre diese des Reklameteils einer einschlägigen Szenegazette entliehen. Was mich schliesslich zu der Frage verleitet, was eigentlich eine "poetische Endzeitstimmung" sein mag? Mit Endzeitstimmung verbinde ich persönlich nunmal nichts aber auch gar nichts "poetisches"... Oder fehlt mir am Ende gar das Quentchen melodramatisches Selbstmitleid um in der "Endzeit" wohlige Momente der Gruselromantik zu entdecken?
Aber die Zielgruppe scheint ja auf Derartiges zu stehen, so erkläre ich mir zumindest das Zustandekommen von Songtiteln wie "I think about Germany and the End of the world", "Blitzkrieg of Roses" (???) oder "She's in Love with a whip - my Venus in Furs". Immer die gleichen abgeschmackten Attribute und Erkennungsmale des Genres: ein bisserl martialisch anmutender "Military-Pop" hier, ein wenig diffus-düsterer Weltanschauungskitsch dort und der obligatorische Flirt mit S/M-light mittendrin. Dazu die tausendmal gehörten und immer wiedergekäuten Dark-Wave/Neo-Folk-Arrangements (und ewig grüsst das Murmeltier...), recht uninspiriert eingespielt und nicht mal besonders ansprechend produziert - über dieses Album kann man getrost den Sargdeckel des Vergessens knallen lassen. Leute, investiert Euer gutes Geld lieber in Current 93-, Death In June- oder Sol Invictus-Alben, wenn ihr schon auf diesen Sound abfahrt...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 7, 2011 9:22 PM MEST


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