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hubibe "hubibe" (Gütersloh)
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A Different Kind of Truth  (Deluxe Edition)
A Different Kind of Truth (Deluxe Edition)
Wird angeboten von SIDE2
Preis: EUR 16,99

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Roth'n Roll der Extraklasse, 5. Februar 2012
Kaum zu glauben, aber wahr: Van Halen schließen mit "A different kind of truth" fast nahtlos an die ersten 6 Studio-Outputs an. Da ist es wieder, das alte Van Halen Gefühl: abwechslungsreiche, spannungsgeladene Songstrukturen und man weiß nie, was als nächstes passiert. Fühlt sich aufregend an. Ganz anders als die Van Hagar Ära, die mir auf ihre Art und Weise auch gefällt - wenn mal die Laune Richtung radio-kompatibler Mainstreamrock geht. Auch Chickenfoot ist wahrlich nicht von schlechten Eltern, aber dies hier ist einfach eine ganz andere Liga, was die Action in den Songs angeht. Und das konnte man nach der zwar nicht schlechten, aber doch allzu gefälligen Single "Tattoo" echt nicht erwarten. Ein Song für's Radio, quasi Van Hagar mit Roth Vocals. Nett, aber nicht mehr.

Das Unglaubliche ist aber: ab Song #2 gibt es nur noch voll auf die Zwölf. Klasse Hard Rock, der offensichtlich nur im Hinblick auf die eigene Legacy eingespielt wurde. Kohle braucht von denen keiner mehr. Hier steht ganz klar im Vordergrund, dass man allen nochmal zeigen möchte, dass die Platte vor "Diver Down" sehr gut auch hätte "A different kind of truth" heißen können. Wirklich? Ja. Aber der Reihe nach. Ich fange mal mit den unerheblichen Kritikpunkten an:

1. eine Ted Templeman Produktion wäre mir lieber gewesen, denn die neue CD ist arg basslastig abgemischt und wird in den Tiefen etwas schwammig. Vermutlich wollte Eddie, dass Sohnemann Wolfgang auch zu hören ist. Ziel erreicht!

2. ich vermisse die Roth typischen hohen Schreie etwas. Aber das ist wohl einfach der Zahn der Zeit.

Ansonsten gibt es von mir aber nix zu meckern: DLR ist einfach der richtige Sänger-Counterpart für Eddie Van Halen. Nur mit Roth klangen und klingen Van Halen gefährlich, hungrig und frei vom Blick auf die Charts. Das war weder mit Sammy Hagar noch mit Gary Cherone nur ansatzweise so. Wolfgang Van Halen macht einen spitzenmäßigen Job als Bassist - auch wenn ich gern Michael Anthony dabei hätte, muß ich zugeben, dass er zumindest auf der CD überhaupt nicht fehlt. Selbst die Background Vocals passen sehr gut.

Und die Songs?

1. Tattoo: wie oben schon gesagt: gefälliger Radio-Rocker, hätte auch von Van Hagar sein können (dann allerdings mit weniger witzigem Text). Auch der einzige Song, wo Keyboards auftauchen. Hätte auch gut von DLRs "A little ain't enough" sein können. Ich war erst mega-enttäuscht, "Tattoo" hat sich dann aber zumindest bei mir als echter Grower entpuppt. Für mich ist rätselhaft, warum der Song die neue CD eröffnet und als Single ausgewählt wurde, sei's drum - er ist jedenfalls im Gesamtkontext die einzige kleine Enttäuschung auf der Songebene.

2. She's the woman: rockt wie Sau. Klasse! Hätte definitiv auf den ersten 5 Alben drauf sein können und wäre dort auch einer der Höhepunkte gewesen. Das Ding sprüht nur so von 80er Van Halen Flair. Und ja: ich besitze auch die 1977er Demos. Aber macht doch überhaupt gar nichts, wenn alte gute Ideen neu aufgenommen werden. Besser als bei vielen anderen Reunion-Alben irgendwelcher halbgarer Quatsch.

3. You and your blues: klasse Nummer, die gemächlich startet, einen tollen Refrain hat und eine Mischung aus Van Hagar und alten Van Halen darstellt, wobei der Schwerpunkt auf dem alten Kram liegt. Wäre eindeutig eine bessere Single als Tattoo gewesen.

4. China Town: ein Hammerteil. Doublebass-Geballer und wahnwitzige Gitarrenarbeit von Eddie. Spitzenmäßiges Solo. Denkt an "Shyboy" von DLR oder an "Hang em high" und dann könnt Ihr euch das ungefähr vorstellen. Spitze!

5. Blood and Fire: erinnert mich vom Feeling etwas an Little Guitars. Also: echter gute Laune Song, auch mit kommerziellem Potenzial. Klasse Refrain mit Ohrwurmcharakter. Könnte auch eine Single werden. Und wie in fast jedem Song gibt es auch hier extrem variables Songwriting mit Laut/Leise Stellen und Überraschungen und kleinen Details an jeder Ecke, die einfach Spaß machen.

6. Bullethead: Das "Atomic Punk" dieser Scheibe. Also recht schnell gehalten, rotzig runter gehobelt, tolle Arbeit an den Instrumenten und Roth gibt ebenfalls Vollgas.

7. As is: nochmal Speed mit Doublebass. Klasse Song, mit einem schleppenden Intro, welches sich dann in eine echte Speedgranate steigert. Die Gitarre raucht und qualmt und ich muß mich kneifen, da ich nicht mehr genau weiß, ob wir jezt 1981 oder 2012 haben...Spitze!!!

8. Honeybabiesweetiedoll: völlig abgefahrene Nummer, die ganz entfernt vielleicht an "Outta love" von VH II erinnert. Abgefahrene Rhythmen, knallharte Gitarre, absolut nichts fürs Radio! Auch dieses Teil verströmt den Geist der ganz alten Van Halen auf einmalige Art und Weise.

9. The trouble with never: ein bluesiges Gitarrenlick geht über in einen treibenden Hardrocker der Extraklasse. Für mich einer der zahlreichen Höhepunkte auf dieser Scheibe. Ohrwurmrefrain mit den typischen Van Halen Hintergrundchören. Und DLR fragt immer wieder: "When was the last time you did something for the first time?" - Cool. Das ist meilenweit weg von "When it's love" oder ähnlichem. Auch in diesem Song gibt Eddie alles, ein supertolles Gitarrensolo, gefolgt von einem der typischen ruhigen Zwischenteile á la "Panama". DLR mit supertiefem Sprechgesang...spitze!!!

10. Outta space: auch von den 1977er Demos. Hieß damals "Let's get rockin" ist aber in der neuen Version für meinen Geschmack noch viel cooler. Auch hier wird das Gaspedal wieder ordentlich durchgedrückt. Hatte ich schon geschrieben, dass Alex, Eddie und Wolfgang instrumental alles geben? - Das ist wirklich wilder Hard Rock der absolut frisch und unverbraucht klingt. YEEEEES!

11. Stay frosty: startet "ice cream man" mäßig mit Akustik-Gitarre und DLR und steigert sich dann in einen Uptempo Boogie-Rocker, der sich gewaschen hat und wieder mit atemberaubenden Gitarrensoli der absoluten Extraklasse gewürzt ist. Keine Ahnung, wem Eddie noch irgendwas beweisen muß. Fest steht aber: so viel Shredding gab es bislang noch auf KEINER VH CD!

12. Big River: das "Big Trouble" von den 1977er Demos. Spitzensong, bleibt auch Ohrwurm-mäßig hängen. Hätten sie dieses Teil als erste Single ausgekoppelt, wäre bei den Die Hard Fans bereits mit der Single die totale Euphorie ausgebrochen. Irgendwie cool, dass sie das anders angegangen sind - so ist die CD wirklich eine mega-Überraschung.

13. Beats workin: in meinen Augen etwas unspektakuläres Ende. Wäre auf den letzten 5 CDs aber auch einer der wirklichen Höhepunkte gewesen. Nicht aber hier, dafür ist das restliche Material einfach zu stark.

Fazit: es gibt nur ein Nutella, nur eine Coca Cola und nur eine echte Van Halen Inkarnation. Und die besteht erstmal aus Eddie und DLR. Punkt.

Ich habe noch nie eine so frisch und hungrig klingende CD einer Band von lauter Endfünfzigern gehört, welche das eigene Erbe um einen weiteren echten Höhepunkt ergänzt. Sagte ich gerade Endfünfziger? - Vielleicht liegt es ja auch an Wolfgang Van Halen, der den alten Herren so nen richtigen kick ass verpasst hat. Letzten Endes völlig egal, das Teil schwitzt, qualmt und rockt. Die Eisenbahn auf dem Cover ist sehr gut gewählt, denn der Van Halen Express fuhr schon lange nicht mehr so kraftvoll und schnell.

ABSOLUTE KAUFEMPFEHLUNG für jeden, der anspruchsvollen Hardrock und laute Gitarren mag. Jetzt bin ich sehr gespannt, ob die Truppe dieses Energielevel auf Tour halten kann.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2012 12:53 PM CET


Welcome 2 My Nightmare (Limited Deluxe Version)
Welcome 2 My Nightmare (Limited Deluxe Version)
Preis: EUR 36,15

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Willkommen in der Zukunft der eigenen Vergangenheit, 24. September 2011
Alice Cooper ist ein echtes Phänomen. Schon an die 40 Jahre am Start und immer noch nicht müde. Und anders als viele andere seiner Zeitgenossen, die ihrem eigenen Erfolgsrezept treu bleiben (als Beispiel seien mal AC/DC genannt), hat the Coop immer wieder kräftig experimentiert. Nach den turbulenten 70ern startete Onkel Alice in den 80ern sein Comeback und surfte auf dem Höhepunkt der Hair Metal Welle erfolgreich mit, um dann mit leichter Grunge Schlagseite die letzte Versuchung zu vertonen, danach 2 CDs lang Modern Metal mäßig unterwegs zu sein und anschließend für weitere 2 CDs auf den Garage Rock der ganz frühen 70er zurück zu greifen, bevor er mit "Along Comes a Spider" das erste Konzeptalbum seit langer Zeit rausbrachte und auf diesem noch etwas sehr unentschlossen tönte. Nun das zweite Konzeptalbum in Folge (er bleibt also den 2er Serien treu), aber das erste Mal mit direkten Verweisen auf die eigene Vergangenheit. In meinen Augen seit langer Zeit mal wieder ein Alice Cooper Album, welches trotz erheblicher stilistischer Bandbreite mehr nach dem typischen Cooper (wenn es den denn gibt) klingt als alles in den letzten 20 Jahren. "Welcome 2 my nightmare" ist stilistisch enorm breit gefächert, recht modern produziert, atmet aber trotzdem an vielen Stellen authentisches 70er Flair. Hört sich spannend an? -Ist es auch. Aber der Reihe nach:

"I am mad of you": klassische Cooper Ballade zum Start, allerdings in top modernem Gewand, mit Autotune Effekten im Gesang. Schöner Kontrast dazu: das klassische Gitarrensolo von Steve Hunter - einfach nur göttlich. In meinen Augen einer der besten Cooper Songs aller Zeiten. Setzt die Messlatte für das Album verdammt hoch. 10/10

"Caffeine": es wird glam rockig. Die Cowbell gibt den Rhythmus vor. Ansonsten das volle 70ties Gitarrengeschwader, geht gut ab. Erinnert durchaus an einige Songs von ACAS, wäre auf der CD aber ein einsamer Hit gewesen. Textlich ist Cooper auf diesem Album ohnehin auf seinem Zenith. Es gibt viel zu Lachen und ein wenig zum Gruseln. Macht einfach Spaß, auch mal auf die Texte zu achten. 9/10

"The nightmare returns": stimmungsvolles Intro in den Rest der Scheibe, mit Klaviermelodien aus dem ersten WTMN Opus. 6/10

"A runaway train": Speed-Shuffle. Man hört wirklich raus, dass hier der Großteil der klassischen Cooper Band aus den Siebzigern am Werk ist. Ganz nett, aber dem Song fehlen einfach die Höhepunkte, er plätschert (oder besser rast) so vor sich hin. 5/10

"Last man on earth": Klasse! Echt origineller Text und vollkommen untypische musikalische Umsetzung, mit Tuba, Polka-Anklängen und Banjo. Hört sich komisch an? - Stimmt. Aber es passt und macht Spaß. So originell hat Onkel Alice definitiv seit 1975 nicht mehr geklungen. 8/10

"The congregation": Klasse Hardrock und auch wieder eine spannende Mixtur aus 70er Rock und Rob Zombie Rhythmus (und Background Growls) im Refrain. Gefällt! 9/10

"I'll bite your face off": Von der Musik her der beste Stones Song, den Mick Jagger & Co nie geschrieben haben. Bis auf den Mittelteil, der typisch Alice Cooper ist. Genial, live sicherlich ein absoluter HIt. Klassiker. 10/10

"Disco Bloodbath Boogie Fever": Alice macht sich musikalisch über Disco Musik lustig. Leider mit Disco Musik. So kann man sich das als Witz mal gut anhören. Und auch wenn ab der Hälfte klassischer Hardrock mit einem klasse Shredding-Solo von Rob Zombie Klampfer John5 übernimmt, ist der Song zum mehrmals hören zu viel Disco. Jedenfalls für meinen Geschmack. 6/10

"Ghouls gone wild": Hört sich an wie eine Mischung aus Beach Boys und Rob Zombie. Mir gefällts. Gute Laune Song mit morbid-lustigem Text. Klasse! 9/10

"Something to remember me by": Klassische Alice Cooper Ballade. Gewohnt gut, aber nicht so genial wie "I am made of you". 8/10

"When hell comes home": Absolut morbide Gruselstimmung. Langsamer, harter Blues Stampfer mit genialem Piano und wirklich gruseligem Gesang und Text. Spitze. 9/10

"What Baby wants": Nochmal Richtung Dancefloor. Diesmal mit Pop Sternchen Ke$ha. Wieder Erwarten ein klasse Song. Echter Ohrwurm, schön rockige Gitarren. KÖnnte ein Hit werden. 9/10

"I gotta get outta here": Quasi die Management Summary der ganzen Story. Lustiger Text, geniales Ende. Von der Musik her lässiger Rocker, klasse. 9/10

"The underture": Musikalische Zusammenfassung der beiden Nightmare Epen. Schreit nach opernhafter Live-Inszenierung. 7/10

Summasummarum: klasse Scheibe mit 2 Klassikern für die ewige Cooper Bestenliste sowie einigen echt guten Songs, die knapp dahinter landen und einigen Ausfällen, die allesamt originell sind und abhängig vom eigenen Musikgeschmack auch überzeugen können. Ich finde es klasse, wie Alice Cooper immer Alice Cooper ist, obwohl er musikalisch gesehen in den letzten 15 Jahren diverse Richtungsänderungen durchgezogen hat. Dieses Album weist in meinen Augen auch die beste Gesangsleistung von Cooper auf. Es ist klasse, wie er seine Stimme einsetzt und welche Charakterfärbungen er damit rüber bringt. Das war auf keinem der letzten 10 Alben so. Hut ab, freue mich auf die Tour im November.

Worship Music
Worship Music
Preis: EUR 20,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Best of both worlds, 18. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Worship Music (Audio CD)
Als Uralt-Anthrax Fan hatte man in den letzten Jahren ja nicht so viel zu lachen. Dafür ist jetzt die Freude um so größer, denn Anthrax legen mit "Worship Music" meiner Meinung nach die perfekte Mischung aus meinen beiden Anthrax Lieblingsscheiben "Among the living" und "We've come for you all" hin. Wobei betont werden muß, dass der Schwerpunkt eher auf "We've come for you all" liegt. Das bedeutet: geile Hooks ohne Ende, klasse Drumming gekrönt von einem äusserst facettenreichen Gesang, den ich Joey Belladonna so nicht zugetraut hätte. Aber der Reihe nach: los geht's mit einem total überflüssigen Intro, eben "Worship Music". Passt gut zum Cover, kann man einmal hören, ist aber eigentlich reine Zeitverschwendung. Danach geht es mit dem ersten richtigen Song los:

"Earth on Hell": zwar knallharter, aber nicht zwingender Song. Stellt Euch "What doesn't die" vor, nur mit weniger Ohrwurmcharakter. Beschweren kann sich niemand, ist aber auch kein Song, der in die ewigen Bestenliste kommen könnte. 6/10

"Devil you know": der erste von 3 Songs, die definitiv auf jede zukünftige Anthrax Best Of gehören. Hammerteil! Ein Ohrwurm vor dem Herrn, knallharte Gitarren, aber eher Metal als Thrash. Toller Gesang, spitzen Melodie. Klasse! 10/10

"Fight 'em till you can't": das könnte genauso gut aus seligen "Among the living" Zeiten stammen. Thrash at its best! Schnell, hart, klasse Tempiwechsel, ganz tolles Gitarrensolo und spitzenmäßiger Wechsel zwischen thrashiger Strophe und extrem melodischem Refrain. Die typischen Anthrax mit Joey Belladonna sind zurück. 10/10

"I'm alive": noch ein zukünftiger Klassiker. Auch eher rockig als thrashig, aber eine echte Hymne. Künftiger live Klassiker. Wieder eine Melodie die sich absolut festsetzt. 10/10

"In the end": quasi das "A.D.I." von 2011. Heißt: Epos von 8 Minuten Länge, eingeläutet von unheilvollen Kirchenglocken. In der Mitte ein Break, dass der Putz von den Wänden bröckelt, ab dann wird der Song schneller bevor es zum Ende hin wieder ruhiger wird. Belladonna übertrifft sich einmal mehr selbst. 8/10

"The Giant": nach dem insgesamt eher schleppenden "In the end" wieder Speed. Verdammt viel Text für so ein Lied. Refrain ziemlich Ohrwurm-mäßig ohne die Qualitäten der oben genannten Songs zu erreichen. Insgesamt gehobener Durchschnitt. 7/10

"Judas Priest": scheitert für mich als Die-Hard-Priest Fan am Namen. Da hätte ich mehr Priest-Schlagseite erwartet. Insgesamt ein komplexes Riffmonster was man sich schön hören muß. Gut, aber nicht zwingend. 7/10

"Crawl": für mich der Schwachpunkt der CD. Hätte auch auf "Stomp 442" oder "Volume 8" sein können. Also: totale Bush Schlagseite, 90er Riffing. Etwas langweilig. 5/10

"The Constant": ahhh. Es geht doch! Absolutes Groove-Monster mit schnellem, sehr melodischem Ohrwurm-Refrain und wieder brilliert Rob Caggiano an der Gitarre. Klasse! 9/10

"Revolution Screams": mit einem knallharten Thrasher geht das Album zu Ende. Nochmal fast die Höchstnote, da wieder Härte mit totaler Ohrwurm-qualität gepaart wird. 9/10

Fazit: kein Anthrax Fan wird von dieser Scheibe enttäuscht sein. Und eigentlich müsste jeder Metal Fan 2-3 absolute Überflieger-Songs identifizieren können. Klare Kaufempfehlung!

Scream
Scream
Wird angeboten von cdgirl666
Preis: EUR 10,25

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scream for me, Ozzy!, 22. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Scream (Audio CD)
Ich verstehe die ganzen Leute nicht, die immer nach den seligen 80ern schreien, wenn die Altmeister so geniale CDs veröffentlichen, wie diese hier. Nicht falsch verstehen: ich bin zu "Bark at the moon" Zeiten Ozzy Fan geworden. Wenn ich mich recht erinnere, war das 1983. Und ich liebe selbstredend "Blizzard" und "Diary". Aber die gibt es ja schon! Ozzy hat - ähnlich übrigens wie Judas Priest - niemals das gleiche Album 2 mal veröffentlicht, abgesehen von seinen ersten beiden Werken, die aber sehr, sehr kurz hintereinander entstanden sind. Ich finde es prinzipiell super, wenn sich jemand kontinuierlich weiter entwickelt (oder von seiner Frau und Managerin zur Erzielung neuer Käuferschichten dazu gezwungen wird ;-)

Insgesamt hat sich auch mal die eine oder andere schwachbrüstige Veröffentlichung eingeschoben (ich denke zum Beispiel an die unsägliche "Ultimate Sin"), aber insgesamt ist Ozzys Output gemessen an anderen Künstlern meiner Meinung nach nahezu durchgehend auf gutem und meist sogar auf sehr gutem Niveau. "Scream" wird sich meiner Meinung nach in einigen Jahren - ähnlich wie die maßlos unterbewertete "Ozzmosis" - als eines der besten Ozzy Studio-Outputs im Back-Katalog wieder finden. Und das aus 2 Gründen: den sehr abwechslungsreichen Songs, die auf Radiokompatibilität keinerlei Rücksicht nehmen und die hammermäßige, extrem heavy Produktion. Für meinen Geschmack toppt der Sound problemlos die in meinen Augen auch nicht gerade schlechte "Black Rain" Produktion. Da bröckelt der Putz von der Wand! Dass die Musiker selbst auch alles Könner sind, versteht sich von selbst. Und Zakk - so sehr ich ihn auch mag - habe ich nach geschätzten 20 Durchläufen auch noch nicht vermisst. Gus G. spielt songdienlich, rifft wie ein junger Gott und in meinen Augen sehr variantenreich - einfach klasse!

Jetzt aber zu den Songs:

1. Let It Die
Variantenreicher Start mit coolen Rhythmen, heavy Gitarre, kurzes Gus G. Solo zum Start - und dann bleischwerer Sound mit Industrial Anleihen, verzerrten Vocals "I'm a rock star, I'm a dealer..." - sehr cooler Start. Es entwickelt sich ein Groove-Monster vor dem Herrn. Etwas monoton in der Strophe, aber dafür um so wuchtiger. In der Mitte ein weiteres tolles Gitarrensolo und diverse Rhythmuswechsel mit schnellen und ziemlich harten Anteilen. Da ist auch Metallica nicht mehr weit. Wow! Der alte Ozzman wills wirklich nochmal wissen. Ein Einstand nach Maß. 4/5

2. Let Me Hear You Scream
Die aktuelle Single direkt als zweiter Song. Etwas mehr Uptempo, klasse Gitarre, super Mitgröhl-Refrain. Dürfte auch live extrem gut abgehen. Aber den Song kennt vermutlich jetzt eh schon jeder. 5/5

3. Soul Sucker
H.E.A.V.Y.! Ein extrem wuchtig schleppender Song, nur genial. Wären Sabbath aktuell in der Originalbesetzung am Werk, so wäre dieser Song definitiv ein moderner Klassiker. Aber auch so für mich ein absolutes Highlight. Insbesondere im Mittelteil, wo (ähnlich wie bei "Iron Man") ein bass-getragener Uptempoteil kommt. Bin süchtig nach diesem Song. 6/5 (ja, so eine Benotung geht eigentlich gar nicht, ist aber so!!!)

4. Life Won't Wait
Könnte ein Hit werden, ist aber dafür vermutlich im Mittelteil auch zu heavy. Bis dahin mal wieder gelungenes Balladen-Feeling mit einer Strophe, die mich irgendwie etwas an "the Cure" erinnert. Hört sich komisch an? - Passt aber. Toller Song. 4/5

5. Diggin' Me Down
Für mich das zweite Über-Highlight von "Scream". Ein akustisches Gitarren-Intro, welches durchaus auch von den ganz alten Sabbath-Werken sein könnte geht über in den härtesten Ozzy Song ever. Klasse Text, super Rhythmen von Schlagzeug und Gitarre - auch dies könnten Black Sabbath anno 2010 sein. Toll! Zum Ende hin gibt es einen herrlichen Instrumentalpart, der dann in einen Piano-dominierten Soft-Teil übergeht (ähnlich wie bei "No more tears"). Für mich ein neuer Ozzy Klassiker, ebenso wie zuvor "Soul Sucker". Ergo: 6/5

6. Crucify
Ganz nett, aber nicht wirklich spektakulär - und vermutlich der Grund, warum der gleichnamige Slash-Song, den Ozzy eingesungen hat, eben nicht Slash's erste Single Veröffentlichung war. Mir gefällt der Slash Song erheblich besser. Dieser hier hätte auch gut auf "Down To Earth" gepasst. Nett, aber mehr nicht (bis auf den Mittelteil, der rockt ohne Ende, ebenso wie das Gitarrensolo). 3/5

7. Fearless
Gleiches gilt für "Fearless". Etwas mehr Uptempo, aber letzten Endes unspektakulär - bis auf 2 Tatsachen: 1. das Solo von Gus G. ist der Hammer und 2. Ozzy kreischt ordentlich rum (auch eher selten). 3/5

8. Time
Es wird nochmal balladig, aber nicht so radiofreundlich wie "Dreamer" oder "Mama...". Mir gefällt es sehr gut, tolle Melodie und Ozzy's Stimme ist für so leicht melancholische Songs einfach der Hit. 4/5

9. I Want It More
Düsteres Intro und dann ein kerniges Blues Riff, welches in ein Metallica-kompatibles Thrash-Riffing übergeht. Schöner Refrain, tolle Melodie. Und wieder ein klasse Mittelteil mit dem meiner Meinung nach besten Gitarrensolo auf der CD. Mördersong und dritter Überflieger auf 'Scream'. Also noch mal: 6/5

10. Latimer's Mercy
Erinnert mich etwas an 'The almighty Dollar'. Also eher experimentell, sehr basslastiges Industrial-gefärbtes Songmonster mit fiesen Vocal-Effekten. Nett, aber kein Megahit. 3/5

11. I Love You All
Nettes stimmungsvolles Outro, kein Song. Daher keine Bewertung.

12. One More Time (Bonus)
Hätte meiner Meinung nach eher auf 'Scream' gehört als 'Latimer's Mercy'. Ein echtes Highlight. Tolle Gitarrenarbeit, Uptempo, klasse Refrain. Super! 5/5

Fazit: Kevin Churko hat zusammen mit Ozzy ganze Arbeit geleistet. Schade, dass, ' wenn man den ersten Setlists trauen darf, ' live nur 'Let Me Hear You Scream' zum Zuge kommt. Für mich ist das hier definitiv das beste Ozzy Album seit Ozzmosis und besser als 'Ulimate Sin' und 'No Rest For The Wicked', auf einer Stufe mit 'Ozzmosis' und 'No More Tears'. Scream for me, Ozzy!

Sonic Boom (Limited Edition 2CD + DVD)
Sonic Boom (Limited Edition 2CD + DVD)
Wird angeboten von toppreis321
Preis: EUR 16,98

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen belanglos und genial, 5. Oktober 2009
Die neue Kiss CD ist so ne halbe Überraschung, hatte Gene Simmons doch letztes Jahr im Zuge der umjubelten Deutschland Tour zum 35 jährigen Jubliäum erzählt, dass es wohl keine weiteren CDs, sondern "nur" noch Konzerte geben würde. Naja, wer Klopapierrollen mit dem eigenen Bandlogo verschachert lässt sich auch in Zeiten schlechterer CD Verkäufe nicht entmutigen...und so kommt es nun doch zu einer nagelneuen Kiss CD. Cool sagt man da als Altrocker und hört sich das Ganze erstmal mit dem sicheren Gefühl an, dass alte Glanztaten ohnehin nicht mehr getoppt werden können - manchmal allerdings wird man dabei aufs Positivste überrascht!

Erstmal kurz zur Aufmachung: schönes Cover, erinnert definitiv an die Highlights der 70er. Schonmal gut, wenn das gute Teil von anderen Familienmitgliedern eher abschätzig lächelnd ("lass dem Alten ma sein Hobby") betrachtet wird! Dann - neben der eigentlichen Sonic Boom CD noch die Neueinspielung der Bandclassix mit dem neuen - spieltechnisch erheblich besseren - Line Up. Cool! Und dann noch 6 Live Songs auf DVD (die allerdings erheblich hüftsteifer als der "Rock the Nation" Mitschnitt rüberkommen. Muß man nicht haben, ist aber ne nette Geste, die dem Motto "You wanted the best..." zumindest mal quantiativ absolut gerecht wird. Klasse!!!

Nun zur Mucke. Die CD ist sehr "klassisch" produziert. Nix mit übersteuertem Digital-Sound, wie er heutzutage so angesagt ist. - die ganze CD hört sich sehr warm und dynamisch an - gefällt und passt absolut zur Musik. Jetzt zu den Titeln:

Modern Day Delilah:
Klasse! Der Song hört sich wirklich wie ein vergessenes Highlight aus den 70s an. Sehr, sehr cool! Tolle Strophe, klasse Solo, super Gesang von Paul. Steht auf einer Stufe mit den alten Gassenhauern. 10/10

Russian Roulette:
Der Song wächst mit jedem Hören. Erst sehr sperrig, entfaltet dann aber auch schnell Klassiker-Charakter. Für mich eines der beiden Simmons Highlights dieser CD. Auch 10/10. Besonders die "schnelle" (für diese CD, die sich meist auf Midtempo bewegt) Bridge zum Refrain macht laut im Auto so richtig Freude.

Never Enough:
Nett, aber schon tausendmal gehört. Trotzdem frisch rüber gebracht. Definitiv eher Kiss der Neuzeit. Wäre auf "Revenge" auch super rüber gekommen. Und das heisst für mich was, denn "Revenge" ist für mich definitiv (und leider immer noch) die beste Kiss CD seit den alten Hits. 8/10

Yes I know (Nobody's perfect):
Total altbackenes 70er Riffing. Rock'n Roll - absolut typisch für Kiss. Nett, aber so ähnlich auch schon tausend Mal von Kiss gehört. 7/10

Stand:
Der Versuch, eine zweite Hymne wie "God gave R'nR to you" zu schreiben. Ist OK, erreicht aber die Klasse dieses Überhits bei weitem nicht. 8/10

Hot and cold:
Klasse, klasse, klasse. Simmons in top Form. Super Song - schön treibend, klasse Bassline. Neben den ersten beiden Songs für mich das Highlight von Sonic Boom. 10/10

All for the glory:
Eric Singer an den Vocals - gut. Der Refrain wird aber hundertfünfundzwanzigtausendmal wiederholt. Gähn. Für mich nur unteres Mittelmaß. 5/10

Danger us:
Nochmal Kiss aus den 80ern. Klasse drive, super Riff. Mir gefällt das Stück sehr gut. Text ziemlich blöd eigentlich, aber sehr guter Ohrwurm. Und Kiss sind nun mal nicht Hegel oder Kant! Also: so will ich Kiss hören. 9/10

I'm an animal:
Wer das singt, ist klar. Allerdings gibts von dieser Sorte erheblich bessere Gene Songs. Zieht sich etwas. Nett, aber nix besonders. 7/10

When lightning strikes:
Netter Song, aber auch nur Durchschnitt. Tommy macht einen guten Job an den Vocals. Wenn der Song nicht auf dem Album gewesen wäre - mir hätte nix gefehlt. Filler, no killer. 5/10

Say yeah:
Nochmal Paule wie in den 80ern. Nett, aber nicht zwingend. Bedeutungsschwangere Boy Meets Girl Texte schreibt der ja wie kein Zweiter. Total cheesy, aber irgendwie auch cool. Platte geht auf ok Niveau zu Ende. 8/10.

Summasummarum reiht sich Sonic Boom unter Revenge, aber über vielen 80er Machwerken ein. Und die CD klingt für die alten Herren ganz schön frisch. Also: Nostalgiebrille auf, Autoradio auf 11 und rocken. Und aufs nächste Konzert freuen (dafür braucht man aber nicht diese CD, sondern nur die neu aufgenommenen Kiss Klassicks!

Feel the Steel
Feel the Steel
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 14,26

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bang that head that doesn't bang!, 4. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Feel the Steel (Audio CD)
Steel Panther kann man sich von 2 Seiten nähern:

1. von der Musik her. Und das ist astreiner Heavy Rock mit massivem 80ies Einschlag. Rein von der Musik her bietet diese CD die absolute Vollbedienung für jeden, der was mit amerikanischem Hard Rock / Metal anfangen kann. Dazu gleich mehr. Die Jungs verstehen ihr Handwerk, allererste Sahne! Letztlich aber kein Wunder bei der Besetzung - zumindest Sänger Ralph Saenz (Michael Starr) singt (inzwischen wohl mehr als Nebenjob) bei DER Van Halen Coverband schlechthin, den Atomic Punks. Hört sich demzufolge oft an wie David Lee Roth, hat aber auch Bon Jovi und powermetal-mäßige Kopfstimme à la Halford im Programm. Und beim Stichwort Halford sollte man noch Gitarrist Russ Parrish ("Satchel") erwähnen, der zu Halfords Fight-Zeiten nicht so geglänzt hat wie auf dieser Scheibe. Klasse Gitarre!

2. von den Texten her. Die machen es manchmal schwer, das noch gut zu finden. Ist schon klar, ist ne Persiflage, quasi Metal-Satire. Und Satire muß ja bekanntermaßen "weh tun". Aber die Texte sind sowas von daneben, dass man zwischen Lachen und Heulen schwankt. Naja, wenn man was mit prolligem Brachial-Humor á la Tenacious D anfangen kann und über seinen Metal auch gern mal lacht, geht auch das in Ordnung.

Nun aber zu den Songs:

Death to all but metal:
Klasse Powermetal mit Double Bass Drums, cool-dummem Refrain und klasse Textaussage "Alle doof ausser Metal!!!". Super Song, echter Ohrwurm. 10/10

Asian Hooker:
Mid-Tempo-Stampfer mit Malmsteen (zu "Marching Out"-Zeiten) Gedächtnis-Soli. Dazu ein Hammer-Refrain - Klasse! 9/10

Community Property:
Poison lassen schön grüßen. Breitwand-Ballade, die mit anderem TExt in den 80ern garantiert ne Nummer eins geworden wäre. Gibt Länder, wo das heute noch fast klappt, unglaublich aber wahr. 7/10 (aber nur, weil ich auf 80er Balladen nicht so stehe)

Eyes of a Panther:
Nochmal treibender Powermetal. Erste Granate. Tolle Gitarren, erinnern teils an George Lynch zu seligen Dokken Zeiten. Toll! 10/10

Fat Girl:
Sehr melodiöser Midtempo Hard Rock, so ungefähr Bon Jovi zu "Slippery"-Zeiten. Klasse gemacht! Gesang voll Bon Jovi like. Wenn man es nicht besser wüsste (und nicht dieser unglaubliche Text wäre, könnte man das echt für ein Qualitäts-Überbleibsel von damals halten! 9/10

Eatin and Cheatin:
Gitarre am Anfang sowie das Gesangs-Intro hören sich total (!!) nach Van Halen an. "Unchained" ist hier nicht weit. Klasse!!! 10/10

Party all day:
Quasi Cover-Version-Mix aus "You give love a bad name" und "Livin on a prayer". Naja. 6/10 (kann diese Keyboards absolut nicht mehr hören!)

Turn out the lights:
Nochmal wie Dokken zu "Under Lock and Key" Zeiten. Hätte auf dieser - übrigens sehr geilen CD - auch einen der Höhepunkte abgegeben. 10/10

Stripper girl:
Mr. Big grüßen: Acoustic-Ballade. Geht ok, aber nicht spektakulär. 7/10

The shocker:
Nochmal Van Halen. Klasse Gitarren, super Song, saublöder (was soll daran shocken?) Text. 9/10

Girl from Oklahoma:
Jetzt wird Extreme gecovert. "More than words" mit anderem (jetzt aber mal lustigem) Text. 8/10

Hell's on Fire:
Kiss aus den 80ern. Hätte gut auf "Crazy Nights" gepasst. Auch textlich nur knapp am "echten" 80ies Geschreibsel vorbei - wäre bei Kiss als "echter" Song und textliches Highlight durchgegangen, ganz witzig. 8/10

Fazit:
Die CD hat massenweise Ohrwürmer. Jeder, der auf die o.g. Bands und 80er Metal überhaupt steht, sollte mal ein Ohr riskieren. Lustig ists teilweise auch, teilweise aber einfach zu platt (aber wie will man etwas durch den Kakao ziehen, was selbst schon zu seiner Blütezeit Kakao war?!). Alle anderen: Finger weg!

An alle Banger: Viel Spaß damit!!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 27, 2009 1:48 AM CET


Endgame
Endgame
Preis: EUR 14,11

25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Back to the future mit Megadave!, 13. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Endgame (Audio CD)
Nachdem Dave Mustaine mit den letzten beiden Megadeth CDs schon wieder an alte Glanz-Zeiten anknüpfen konnte, schlägt "Endgame" so ziemlich alles seit seligen RIP und CTE Zeiten. Durch den neuen extrem versierten Gitarristen Chris Broderick verstärkt gibts an der Gitarrenfront rein gar nichts zu bemängeln. Die zahlreichen Solo-Duelle, aber auch geniale Riffs ohne Ende zitieren oft die glorreiche Vergangenheit mit Marty Friedman. Endlich hat Mustaine wieder einen kongenialen Gegenpart. Shawn Drover an den Drums spielt auch erheblich facettenreicher als auf dem Vorgänger. Nick Menza Niveau wird zwar leider nicht ganz erreicht, aber die Rhythmen sind wieder deutlich variabler geworden - endlich mal wieder "Lead Drums" auf einer Megadeth CD! Und obwohl ich den "kleinen" Dave Ellefson als Uralt-Fan immer noch etwas vermisse muss ich sagen, dass der Bass-Sound von James Lomenzo an keiner Stelle wehmütig an alte Zeiten denken lässt.

Zu den Stücken:

"Dialectic Chaos"
ein Instrumental in bester SFSGSW Manier. 3 Minuten lang duellieren sich Mustaine und Broderick auf allerhöchstem Niveau. Das fetzt und ist ein super Intro in die nächsten 45 Minuten. So sollten Megadeth ihre nächsten Live-Konzerte starten! 10/10

"This day we fight!"
Dave ist sauer! In typischer Schnodder-Manier werden die Vocals rausgepresst - der musikalische Hintergrund hätte genau so auch auf RIP stattfinden können. Abgefahrene Riffs, Mörder-Tempo, diverse Rhythmus-Wechsel, vertrackter Songaufbau...das alles hat erstmal wenig Wiedererkennungswert. Muß man mehrmals hören, der Song wächst. 8/10

"44 Minutes"
Midtempo, aber knallharte Strophe. Klasse Schlagzeug und ein göttliches Riff. Im Refrain wirds melodisch - Ohrwurmgefahr. Megadave hatte es immer schon raus trotz aller Härte Melodien für die Ewigkeit zu schreiben. Das ist eine davon. Ach ja, und Gitarrensoli en masse. SUPER. 10/10

"1,320"
Die Temposchraube wird wieder angezogen. Ein Hammer-Song. Speed Metal at its best. Dieser Song hätte ohne weiteres auf PS, RIP oder SFSGSW sein können. Die Produktion knallt übrigens ohne Ende - super Sound, alle Instrumente schön differenziert. Die Gitarrensoli einmal mehr atemberaubend. In der Mitte gibts einen netten Querverweis auf ganz alte Metallica Tage (Schlagzeugbreak à la "Seek and Destroy" - sehr nett!). 10/10

"Bite the hand"
Typisch vertrackter Megadeth Speed Metal. Und wieder zurück in die Vergangenheit. Verschachtelter Songaufbau, angry Dave, tolle Breaks und Soli - der Fan bekommt, was er sich wünscht! Erinnert mich ein wenig an "Kick the chair". 8/10

"Bodies"
Midtempo und einmal mehr Ohrwurmgarantie. Der Song glänzt sowohl in Strophe als auch Refrain mit genialem Riffing und einer klasse Melodieführung. Geht einem nicht mehr aus den Ohren. In der zweiten Hälfte wirds dann schneller, wieder mit super Soli. 10/10

"Endgame"
Der Titelsong glänzt durch das typische apokalyptische Megadeth-Feeling. Irgendwas läuft falsch, Dave ist sauer und der Song komplex. Klasse Rhythmus-Wechsel, erst Mid-Tempo, dann Maiden-mäßiger Galopp und schlußendlich wieder die volle Thrash-Breitseite. Hammer! Allerdings auch ein "Grower". 10/10

"The hardest part of letting go...sealed with a kiss"
Die "Ballade" des Albums. Zumindest die ersten anderthalb Minuten und am Schluß wieder. Dazwischen fetzt es ordentlich. Mir fehlt hier ein wenig mehr Ohrwurmqualität. 8/10

"Head Crusher"
Supersong, definitiv ein Klassiker. Geniale Tempiwechsel, super Thrash, insbesondere der Mittelteil ist ein absoluter Hammer. GENIAL. 10/10

"How the story ends"
Nochmal bester Megadeth Midtempo inklusive Ohrwurm-Refrain, aber trotzdem ordentlich Härte. Klasse Drums. 9/10

"Nothing to lose - the right to go insane"
Ebenfalls Midtempo, aber mit mehr Härte. Klasse Riffs, Mörder Bassline (wie übrigens an vielen Stellen des Albums), klasse Text. 9/10

Ich finde persönlich, dass Megadeth noch nie ein richtig schlechtes Album rausgebracht haben und war insbesondere auch von den letzten beiden CDs echt begeistert. Auf "Endgame" ist aber doch alles nochmal deutlich besser geworden. Megadeth hören sich richtig hungrig an - wie zuletzt Anfang der Neunziger. Und Dave schafft den Spagat zwischen den beiden besten Alben der Bandgeschichte mit "Endgame" perfekt. Die schnellen Nummern hätten super auf RIP gepasst, die Midtempo-Songs auf CTE und die meisten Stücke wären auch auf den beiden genannten CDs echte Highlights gewesen.

Also: klarste Kaufempfehlung!

Chinese Democracy
Chinese Democracy
Wird angeboten von la-era
Preis: EUR 5,44

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel Roses, wenig Guns, 23. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Chinese Democracy (Audio CD)
Kaum zu glauben, dass die CD gestern wirklich rausgekommen ist. Für mich nicht das befürchtete Desaster, sondern eine gute Rockscheibe, die teilweise Gott sei Dank auch die alten GnR Trademarks aufweist - bei den eher langsamen, balladigen Songs. Leider feuert Axl nicht mehr aus allen Rohren, will sagen, die knallharten Rocker, die GnR auch immer mit ausmachten, fehlen nahezu völlig. Wer unter GnR allerdings in erster Linie Epen wie "November Rain" oder "Estranged" versteht, wird mit dieser CD ziemlich gut bedient.

Aber der Reihe nach:

1. Chinese Democracy
Guter Rocker mit wirklich genialen Gitarren-Soli, die Slash (zunächst) überhaupt nicht vermissen lassen. Das ist eine nur leicht modifizierte Version der alten GnR. Guter Einstieg. 7/10

2. Shackler's Revenge
Axl versucht modern zu sein. Ist es aber leider nicht. Das Stück wirkt zusammen geschustert. Tolle Parts wie die Strophe machen noch keinen guten Song. Und das Hauptriff hört sich an, als wäre es direkt aus "Garageband" übernommen worden. Hier passt leider nichts so richtig. Auch keine zwingende Melodie, schade. 4/10

3. Better
Einer der absoluten Höhepunkte dieser CD. "Better" steht meiner Meinung nach wirklich in einer Liga mit den besten GnR Songs. Klassiker. Tolle Melodie, geniales Songwriting, auch mit modernen Experimenten, die aber hier nicht als Fremdkörper wirken. 10/10

4. Street of Dreams
So ungefähr die Richtung von "Yesterdays" - Klavier, klasse Melodie, tolle Songstruktur. Super. 9/10

5. If the World
Ganz anders als alles, was man von Axl bislang gehört hat. Komische Mischung aus Soul, Rock mit leicht funkigen Elementen. Hört sich schräg an, ist es auch. Aber: Experiment gelungen, der Song hat was und bleibt im Ohr hängen. Für tolerante Fans sicherlich spannend. 8/10

6. There was a Time
Das ist das "November Rain" von Chinese Democracy. Genial. Hätte auch gut auf die alten CDs gepasst. Klasse!!! 10/10

7. Catcher in the Rye
Nochmal balladiges Feeling. Klavier-Anfang, jetzt hört es sich wirklich ein bißchen nach "November Rain" an. Naja, nett, aber hat nicht die Klasse von "There was a Time". Gut. 8/10

8. Scraped
Rocker mit super nervigen Background Chören. Axl kreischt wie zu besten Zeiten, der Song selbst ist allerdings nicht unbedingt zwingend. Nettes Experiment, mehr nicht. 7/10

9. Riad n' the Bedouins
Der Nerv-Faktor erhöht sich mit diesem merkwürdigen Song-Gebilde. Nach einem Refrain, der im Ohr hängen bleibt, sucht man vergeblich. Wirkt sehr zusammen gestückelt. 5/10

10. Sorry
Ein langsamer Blues - super, super, super. Tolle Melodie - geniale Gitarren. Irre, wie sich auf dieser CD Licht und Schatten abwechseln. Absoluter Klassiker. 10/10

11. I.R.S.
Nett, wieder etwas mehr Geschwindigkeit. Guter Rocker mit soften Zwischenparts. 7/10

12. Madagascar
Was will uns Axl damit sagen? - Kein Song, eher eine Soundcollage. Für mich absolut überflüssig. 4/10

13. This I love
Tolle Ballade. Sehr gute Gitarren mit tollen Melodien (hätte auch durchaus von Slash sein können). 7/10

14. Prostitute
Nochmal ein Breitwand-Epos á la "Estranged". Guter Ausklang der CD. Klasse Gesangslinien, gute Orchesterbegleitung. 9/10

Fazit:
Wer auf die softe GnR Seite steht, wird hier voll bedient. Pathos, Epos, großes Kino. Wer aber - wie ich - eben die Mischung aus Härte, Melodie, GnR typischer F**k Off-Einstellung sucht, der wird leicht ernüchtert zu dem Fazit kommen, dass Axl eben Slash genau so braucht wie umgekehrt. Bei den beiden ganz netten Velvet Revolver Alben fehlten genau die Epen, die "Chinese Democracy" hörenswert machten. Und auf "Chinese Democracy" fehlen eindeutig die Rocker, die auch im Ohr hängen bleiben.

Ich freue mich trotzdem auf die nächsten Konzerte, denn da gibts wieder the best of both worlds.

Death Magnetic
Death Magnetic
Wird angeboten von -uniqueplace-de
Preis: EUR 11,96

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen KLASSIKER FÜR DIE EWIGKEIT, 14. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Death Magnetic (Audio CD)
Deep Purple - Iron Maiden - Metallica. So war mein Weg in die Sphären der härteren Rockmusik. Ride the Lightning kam gerade heraus, ich war 14 und die Welt war nach den beiden gehörten Plattenseiten eine andere für mich. Klar, dass am nächsten Tag Kill em all gekauft werden musste. Und als Ostern 1987 dann Master of Puppets rauskam war klar, dass diese Musik der absolute Soundtrack meiner Jugend geworden war. Metallica war DIE Band schlechthin, das was Black Sabbath im Metalbereich für die 70er war in die 80er Jahre transportiert. Wahnsinn. Danach dann mit ...And Justice for All und dem Schwarzen Album noch zwei hervorragende Scheiben, die aber nicht an die ersten 3 heranreichen konnten. Und dann - zumindest auf Platte - der Abstieg. Waren Metallica live immer eine Macht, so muß man sagen, dass Load, Reload und die anderen Experimente stets bis auf wenige Ausnahmen gepflegte Langeweile hinterließen. St. Anger war ein Schritt in die richtige Richtung, keinesfalls, was den unsäglichen Sound betrifft, aber Metallica bekamen langsam ihre Wut zurück. Und jetzt Death Magnetic.
Alle, die sagen, dass DM kein Klassiker á la KEA, RTL oder MOP ist, sollen nochmal 10 Jahre warten und sich dann eines Besseren belehren lassen. Unglaublich, wie Metallica wieder zu sich selbst zurück gefunden haben. Meiner Meinung nach locker die wichtigste und beste Metal CD der letzten Jahre (dicht dahinter Machine Heads The Blackening). Im Einzelnen:

1. This was just your life:
Nach einem Intro, was an die besten 80er Jahre Zeiten und insbesondere an Among the Living erinnert, legt die Band voll los, schnelle Riffs, geiles Drumming, aggressiver Gesang. Einfach klasse.

2. End of the line
Klassiker-Alarm. Für mich auf einer Stufe mit MoP. Geile Riffs ohne Ende, klasse Text und ein Jahrhundert-Übergang, wenn James "The slave becomes the Master" singt gegen Ende des Stückes. Ein absoluter Hammer!

3. Broken, Beat and Scarred
Super Text - und Hetfield weiß, wovon er singt (what don't kill you make you more strong!). Darüber hinaus eingängige Strophe und im Refrain wieder Double-Bass Power ohne Ende. Das wird live knallen ohne Ende. Genial.

4. The Day that never comes
Ja, erinnert an One und Fade to Black - ist aber mindestens genauso gut. Toller Songaufbau, einfach klassisch Metallica und die Soli gegen Ende haben es in sich

5. All Nightmare long
Für mich neben End of the Line, Cyanide und My Apocalypse der Höhepunkt dieser genialen Scheibe. Komplexe Songstruktur, super Aufbau, Geschwindigkeit - dieses Stück wäre definitiv auch auf der MoP Scheibe herausragend gewesen. Metallica wollen es nochmal wissen - und das hört man in jeder Sekunde.

6. Cyanide
Yes - ein weiteres Monster von Song. Wieder diverse Tempiwechsel, crunchige Strophe mit geilem Seek and Destroy Gedächtnis-Riffing ohne dabei aber abzukupfern - Hammer. In der Mitte leicht orientalisch angehauchte Parts und Gitarrensoli vom Feinsten. Klassiker.

7. The Unforgiven III
Gefällt und wäre auf den vorherigen CDs einer der wenigen Höhepunkte gewesen. Ist hier einer der schwächeren Songs. Schöne Melodie, aber nichts Besonderes

8. The Judas Kiss
Glänzt mit dem besten Gitarrensolo von Metallica überhaupt. Klasse Song, treibend und hart.

9. Suicide & Redemption
Hartes Instrumental. Nett, Black Sabbath lassen grüßen. Geht gut ins Ohr, ist aber nicht so klasse wie z.B. Call of Kthulu. Trotzdem gut hörbar, aber kein Höhepunkt

10. My Apocalypse
Battery 2008. Mehr muß man dazu nicht sagen. Geht ab wie Schmitz Katze, hat in der Mitte ein geiles Slayer-Break und glänzt durch Vollspeed und absolute Härte.

Zum vieldiskutierten Sound: ja, verzerrt teilweise. Hat mich anfangs etwas irritiert, nach ungefähr 150 mal hören fällt es mir nicht mehr auf.

Für mich gehört DM in eine Reihe mit den ersten 3 Metallica Klassikern. Ja, ich bin wieder richtig FAN geworden. Mit dem gleichen Gefühl wie 1984. Das macht mit Ende 30 wirklich glücklich ;-)
Jetzt warte ich noch auf mein Fanclub-Paket und freue mich auf die Tour im nächsten Frühjahr.

DANKE.

Der stählerne Weg von Judas Priest
Der stählerne Weg von Judas Priest
von Matthias Mader
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ganz nett, aber immer noch nicht das langerwartete Referenzwerk, 5. Januar 2008
Matthias Mader ist Fan, das merkt man in jedem Satz seines Buches. Im Vergleich zum englischsprachigen Buch von Neil Daniels über Priest kann man meines Erachtens exakt die gleichen Kritikpunkte anbringen.

Relativ oberflächlich und leider hautpsächlich auf Sekundärquellen beruhend (es werden diverse Zitate gebracht, die man so oder ähnlich im Laufe der Zeit in diversen Rockpostillen lesen konnte), bleiben wirklich hintergründige Aussageben absolute Mangelware- und dies selbst dann, wenn Mader seine von ihm selbst geführten Interviews zitiert.

Schade. Aber für eine echte Bandbiographie à la "The Dirt" von Mötley Crüe oder "Run to the hills" von Iron Maiden benötigt man halt die Unterstützung und Mitarbeit der entsprechenden Band.

Ich warte also weiter...

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