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Jil Aimée "Jil Aimée"

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MondSilberNacht (MondLichtSaga 4)
MondSilberNacht (MondLichtSaga 4)
Preis: EUR 3,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen von vermeintlichen Unstimmigkeiten in der Ehe hin zum großen Kampf um Liebe, Leben, Leidenschaft, 1. Juni 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Band Vier der MondLichtSaga entführt uns Marah Woolf zusammen mit der bereits so lieb gewonnen Emma und ihrem Calum in die Unterwasserwelt von Berengar. Calums Heimat. Mittlerweile haben sich die beiden das Eheversprechen gegeben und sind auch vor den Shellycoats ganz offiziell den Bund fürs Leben eingegangen. In Berengar fühlt sich Emma aber zu Beginn oft mit Ablehnung der Mitbewohner konfrontiert, da sie dort für viele immer noch eine Fremde ist. Kein vollblütiger Shellycoat eben. Wir erleben zusammen mit Emma, wie sie versucht sich in das Unterwasserleben einzufügen, was ihr aufgrund ihrer Menschlichkeit aber nicht einfach so gelingen will. Sie muss sich wirklich sehr anstrengen und bemühen, in Calums Welt zu passen. An sich kein Problem, sofern sie auf Calums unerschütterliche Liebe und die Freundschaft Miros und einiger weiterer Bewohner von Berengar vertrauen kann. Aber genau das ist der springende Punkt:

Calum entfremdet sich immer mehr von ihr. Bleibt zunehmend länger weg, um sich um Ratsangelegenheiten zu kümmern und eine Unzahl von Unglücken aufzuklären, die seit Emmas Eintreffen in Berengar zunehmend passieren. Und vor allem ereignen sich diese – ob Haiangriff oder zerstörerischer Sturm - immer in ihrer Nähe, was die Abneigung einiger Einheimischer gegenüber Emma nur noch weiter anfeuert. Ja, sie für viele sogar zur Schuldigen macht. Calum vermag es nicht wirklich zu trösten, denn wenn er im einen Moment noch voller Liebe und Nähe zu ihr agiert, zeigt er ihr im nächsten zunehmend nur noch die kalte Schulter und verängstigt sie sogar. Am Anfang glaubt Emma noch daran, dass alles gut werden und sich diese Stimmungsschwankungen und vermeintlichen Unstimmigkeiten im Nichts auflösen und sie ihren Calum wieder bekommen wird. Aber mit in immer kürzer wiederkehrenden Abständen, in jenen Calum ihr gegenüber düster und brutal erscheint, – sogar seine klare Augenfarbe sich verdunkelt - sieht Emma ein, dass etwas so ganz und gar nicht stimmen kann. In ihrer Verzweiflung sucht sie Hilfe bei Calums Freunden und bei Miro. Eine Hilfe, die Calum als Verrat empfindet und das Paar aus der Unterwasserwelt Berengars heraus und hinein nach Leylin – in die Welt der Elfen – führt. In der Hoffnung, dort auf Unterstützung zu treffen. Doch angekommen wartet eine noch viel düstere Erkenntnis auf die beiden, die einhergeht mit einem alten/neuen Feind in vertrauter Gestalt…

• Wird es Emma gelingen, Calums Liebe zu ihr zu erhalten?
• Schaffen es die beiden, diesen merkwürdigen Feind zu greifen und zu besiegen?
• Können Emma und Calum dabei wirklich auf die Hilfe ihrer Freunde – sowohl in Berengar und in der Menschenwelt als auch in Leylin – wirklich zählen und ihnen vertrauen?
• Oder fordert dieser Feind mehr als nur die Liebe von den beiden und führt alle Welt ins Verderben?
• Lösen sich die mysteriösen Unglücke in Berengar auf und ist Emma wirklich die Schuldige?
• Wenn ja, was wird dann mit ihr und Calum passieren, der den Shellycoats gegenüber scheinbar eine wichtige Verpflichtung eingegangen ist?

Lest es selbst, taucht hinab nach Berengar und lasst euch entführen in die einzigartige und magische Welt um Emma und Calum. Es lohnt sich. Mehr als das. Es ist unglaublich.

Mit ‚MondSilberNacht‘ hat die liebe Marah einen lang ersehnten vierten Teil der Extraklasse geschaffen, der es nicht nur bewerkstelligt, unglaublich zu berühren, sondern das ganze Universum um Emma und Calum reifen lässt. Sie liefert uns die Chance in das Eheleben des frisch vermählten Paares hineinzublicken und knüpft dabei an die Geschehnisse der Vorgeschichte, wie zum Beispiel Amias Tod, nahtlos an.

„Ja, das Leben geht weiter, aber manchmal bleibt es auch einfach stehen.“

Wir erleben ein Stück Trauerbewältigung, aber auch viel Mut und Hoffnung. Wir fühlen mit, wie der Alltag versucht, die ersten Eheprobleme des einst so glücklichen Paares zu servieren und wie Emma dagegen ankämpft, sich in einer fremden Welt selbst zu verlieren. Dieser Band ist einfach reifer. Die Saga ist genauso wie ihre Protagonisten erwachsen geworden. Sie geht nicht einfach geradeaus und immer nur aufwärts, sondern hat wie das Leben und die Liebe an sich, auch viele Unebenheiten und Stolpersteine, die es zu bewältigen gilt. Und genau das macht sie aus. Sie reift, sie wächst, sie bemüht sich, die Liebe und Nähe zu erhalten. Eine Liebe, von der wir natürlich auch viele romantische und herzerwärmende Momente in diesem Werk miterleben dürfen.

„Er stützte sich auf die Unterarme und blickte auf den See, der wie ein Spiegel vor uns lag.“

Dabei kleidet Marah die Geschichte in ein unglaublich bildhaftes Gewand, dass es dem Leser ermöglicht, aktiv in der malerischen Unterwasserwelt dabei zu sein. Darüber hinaus würzt sie das Geschehen mit der Beschreibung von Emmas schwierigem Start Unterwasser hervorragend an. Marah bedient in der Ausgestaltung ihrer Geschichte ein breites Spektrum an Emotionen und am Ende der Reihe fühlt es sich ein bisschen so an wie ein Nachhause-Kommen oder ein Aufbruch in einen Neuanfang. Einen Neuanfang und eine Überleitung nach Leylin und zur FederLeichtSaga, die Marah grandios gemeistert hat. Die inhaltlich hergestellten Verknüpfungen beider Erzähluniversen sind ihr hierbei herausragend und unglaublich anreizend gelungen. Es macht wirklich Lust, direkt weiterzulesen. Großes Kompliment!

Auch schafft es Marah nicht nur durch die Geschichte, ihre Struktur und ihren malerischen, wie auch absolut flüssigen Schreibstil zu überzeugen, sondern reichert die Gesamtkomposition mit einem, dem Titel entsprechenden, wunderschönen dunklen Cover an, dass der Saga einen enormen Wiedererkennungswert gibt. Zu jedem einzelnen Kapitel gibt es auch ein kleines malerisches Bildchen, das der Geschichte Kleid ergänzt. Ebenso ist das Gedicht zu Beginn wieder faszinierend und treffend gewählt/verfasst. Es ist einfach magisch. Lediglich eine Durchnummerierung auf den Bänden würde dem Ganzen noch das I-Tüpfelchen verleihen. Und übrigens, für besondere Liebhaber ist es auch im Originaldesign erhältlich. Das zeigt, wie nahe Marah mit ihrer Geschichte ihren Lesern steht und welche besondere Beziehung sie zu diesen pflegt.

Ich kann einfach nicht umhin zu sagen, dass der vierte Band der lieben Marah wirklich hervorragend gelungen ist. Er zeigt eine enorme Entwicklung der Charaktere auf, wird mit ihnen zusammen erwachsener und das spiegelt sich auch in den Problemen, mit jenen sie sich konfrontiert sehen, wider. Besonders gefallen haben mir die einzelnen emotionalen Kämpfe, die die Autorin in die Charaktere gezeichnet hat, als auch die bildhaften und atmosphärischen Ausführungen und Beschreibungen der Unterwasserwelt. Ich habe mich praktisch vor Ort gefühlt und bin mit den Charakteren auf einen entdeckerischen und von Abenteuern gespickten Tauchgang in leuchtende Tiefen gegangen. Darüber hinaus hat es mich sehr berührt auf alte Bekannte wiederzutreffen, obgleich ich gerne ein bisschen mehr um z. B. Raven und Peter, aber auch Amelie gelesen hätte. Aber auch neue Charaktere habe ich ins Leserherz geschlossen. So ist – natürlich neben Emma und Calum – mein neuer Liebling Gabril, den es sich lohnt, selbst kennenzulernen. Es ist alles in allem einfach unglaublich spannend und nervenaufwühlend zu erfahren, wie ein vertrauter Feind sich in das (Ehe-)Leben um Emma und Calum schleicht und für Probleme sorgt, die über den einkehrenden Alltag hinausgehen. Probleme und Situationen, in jenen Emma dankbar für Gabrils Bekanntschaft ist. Ihr wollt sicher wissen, warum? Also lesen, lesen, lesen. :) Ihr werdet es genauso in einem Rutsch einatmen, wie ich. Es ist ein Abenteuer voller Herausforderungen mit emotionsgeladenen Gefechten und dem einen Wunsch, dem einen Ziel, ewig zusammen eins zu bleiben.

• Aber wo kannst du hin, wenn nicht nach Hause?

„Bei uns gibt es einen Spruch: Sei auf der Hut vor dem Tag, an dem deine Ziele sich erfüllen.“

Liebe Marah, vielen lieben Dank für diesen unglaublich schönen und berührenden Ausflug nach Berengar und Leylin. Vielen Dank für Emmas Herzblut und Calums Liebe. Einfach vielen Dank.

Eure Jil Aimée


Was Erdbeeren und Erdbeben gemeinsam ist
Was Erdbeeren und Erdbeben gemeinsam ist
Preis: EUR 1,99

4.0 von 5 Sternen Ein Roadtrip zu sich selbst – ein Roadtrip in die Freiheit, 1. Juni 2015
In ‚Was Erdbeeren und Erdbeben gemeinsam ist‘ geht es um drei Freunde, die sich – aufgewachsenen und unterrichtet in der noblen und reichen Elite dieser Welt dennoch – stets unbeliebt und vom gesellschaftlichen Umfeld ausgeschlossen fühlen. Von ihren Mitschülern werden sie, wenn überhaupt wahrgenommen, verspottet und gemieden. Das ist auch der Grund, warum sich die Brüder Kevin und Leo und dessen bester Freund Tommy vor allen anderen verschließen und niemandem die Chance ermöglichen, ihnen nahe zu kommen. Sie beobachten lieber aus der Ferne, dort, wo es nicht wehtut. Aber damit soll nun Schluss sein. Über die letzten Monate haben sie eisern ihr hohes Taschengeld gespart und somit sämtlichen Luxus, den sie ansonsten auf einfaches Bitten hin offeriert bekommen, ignoriert, um sich einen Trip nach Barcelona zu finanzieren. Aber nicht irgendein Trip, sondern der ganz große Roadtrip in die Männlichkeit. Ihr hochauserkorenes Ziel ist es, sich endlich ihrer Jungfräulichkeit zu entledigen, in der stillen Hoffnung damit nach ihrer Rückkehr im sozialen Ansehen hoch aufzusteigen.

• Wie sie, die sie nie auch nur in die Nähe des weiblichen Geschlechtes kommen - der Eine, weil er etwas fülliger und verängstigt ist, der Andere weil er unter seiner jugendlichen Akne zu leiden hat und der Dritte, weil er trotz seinem attraktiven Aussehen einfach in der Gegenwart des andern Geschlechtes kein gutes Wort hervorbringt – das anstellen wollen?

Ganz klar mit dem Besuch in einem gewissen Etablissement. In Barcelona wollen sie unter Inanspruchnahme der Dienste eines ortsansässigen und über die spanischen Grenzen hinweg bekannten Edelbordells zum Mann werden. Für ihre Fahrt dorthin ‚leihen‘ sie sich einen ausrangierten Kleinbus des Eliteinternats, in dem sie leben. Ihre Reise– so gut durchdacht und geplant – wird schnell durchgerüttelt und ihr ganzes Vorhaben somit auf den Kopf gestellt, denn den Dreien hat sich ein blinder Passagier angeschlossen. Dabei handelt es sich um die quirlige, ursprünglich nicht aus reichen Verhältnissen stammende, blonde Rebellin Mia, die gleichzeitig das beliebteste Mädchen der Schule als auch Leos fleischgewordener Frauentraum ist.

„Sie sah aus wie eine leckere, blonde Portion Vanilleeis mit Schlagsahne und einer dicken, saftigen Marzipankirsche oben drauf.“

Diese, sobald von den Jungs bemerkt, setzt ihre ganzen Reize dazu ein, mitreisen zu dürfen und überzeugt die Jungs unterwegs auch mal von ihrem geraden Weg abzuweichen und echte Abenteuer zu erleben. Abenteuer, wie das erste Fischen mit selbstgemachten Angeln, dem Besuch auf einem antiken Flohmarkt und der Verewigung in einem monumentalen Denkmal. Auch, wenn ich die Bezeichnung als Vandalismus durch Lippenstift ein wenig ‚over-the-top‘ finde. Ihre Reise von Österreich nach Spanien wird durch Mias Gesellschaft alles andere als langweilig und verändert mit zunehmender Entfernung von der Heimat ihr Ziel…

• Welches neue Ziel die (nun vier) Freunde wohl ansteuern?
• Ob sich dieses Ziel auch noch in Barcelona befindet?
• Was sind tatsächlich Mias Beweggründe die drei Jungs zu begleiten?
• Können die den Luxus der Welt gewöhnten drei Freunde auch im einfachen Leben Fuß-fassen und ihre Reise wahrlich genießen?
• Welche Abenteuer erleben sie unterwegs und ist dabei auch Platz für die Liebe?

Um dies alles zu erfahren, müsst Ihr diese überaus lehrreiche und angenehme Geschichte schon selbst lesen.
Claudia Rehm hat mit ihrem Roman eine schöne Geschichte darüber geschrieben, was es bedeutet, sich selbst zu finden in einer Welt, die einem viel zu oft eine Maskerade aufdrückt. Ihre Charaktere wirken alle liebevoll und mit ihren individuellen Schicksalen und Eigenschaften gut durchdacht, sodass sie dem Leser einen gewissen sich Selbstwiedererkennungswert in jedem von ihnen ermöglichen. Diese Identifikation gibt dem Leser die Möglichkeit, sich mit vielleicht eigens bekannten Ängsten auseinanderzusetzen und zu sich selbst zu finden. Die Autorin nimmt die drei Freunde an die Hand auf dem Weg in das Erwachsenwerden, auch wenn dieses am Ende anders aussieht, als zunächst geplant. Oft ist einfach der Weg das Ziel und Wege lassen sich anpassen oder unterwegs verändern. Dabei gibt die Autorin den drei unsicheren Jungen mit der aufgeweckten Mia – die auch ihr eigenes Päckchen zu tragen hat (welches das ist, lasst Euch überraschen) – eine perfekte Lehrmeisterin mit an die Hand. Eine Lehrerin, die mit den Dreien auf gleicher Ebene steht und sie lehrt, auch mal von allen Konventionen freizukommen und loszulassen. Mit ihrem Auftauchen kehrt mehr an Leben und Tiefgründigkeit in die Geschichte ein. Durch den sehr bildlichen Roadtrip, der durch eine schöne Landschaftszeichnung der neuen ‚Zwischenziele‘ – sei es das Suchen nach der Puppe auf dem Flohmarkt oder das Grillen von Fisch – unterstützt wird, lernen alle endlich das eigene Umfeld der europäischen Heimat besser kennen und schätzen. Es gibt eben mehr, als nur ewig in dem Schein von Luxusurlaub zu versauern, ohne die tatsächliche Schönheit und Besonderheit eines jeden Landes überhaupt nur wahrnehmen zu können.

In zehn Kapiteln plus Prolog erzählt Claudia aus Leos Perspektive die Geschichte und schenkt dem Leser einige schöne Tipps und (Lebens-) Weisheiten, die sich wunderbar in das eigene Dasein adaptieren lassen. Jede von ihren Hauptfiguren verbirgt ein Geheimnis, – auch vor sich selbst – das sie im Laufe der Reise ergründen müssen, um zu ihren Wurzeln zu finden und sich nicht mehr zu verstecken. Eine der größten Erkenntnisse, die sie dabei alle machen werden, ist, dass man sich selbst nicht kaufen kann und es ein überaus befreiendes Gefühl ist, auch für andere Verantwortung zu übernehmen. Dabei gewinnen sie alle an menschlicher Größe und wachsen mit ihrem eigenen gestärkten Selbstbewusstsein zu der Person heran, die sie schon immer waren, aber bisher versteckt hielten. Sei es Kevin mit seinen Sehnsüchten, oder einer der anderen.

„Das Gefühl, für meine Freunde gesorgt zu haben, war nahrhafter als alles, was ich bisher in meinem Leben zu mir genommen hatte und ich spürte geradezu, wie meine Seele und mein Stolz daran reiften.“

Leider weist die Geschichte an der einen oder anderen Stelle ein paar, den Lesefluss ins Stocken bringende, sprachliche Schwächen durch z. B. zu häufige Wort- und Inhaltswiederholungen, als auch thematische Inkonsistenzen (erst sind die Akkus alle leer, am Ende doch nicht ganz) auf. Im Großen und Ganzen lässt sich aber aufgrund der wunderbaren Botschaft und Ausgestaltung der Geschichte gerne darüber hinweglesen. Es ist eine schöne Geschichte, die einem auch die einfachen Dinge im Leben nahebringt und deren hohen Wert verdeutlicht. Das sind Dinge, die ein noch so teurer Unterricht den Menschen nicht zu lehren vermag. Dinge, wie die Botschaft von Freundschaft und Freiheit, das Erkennen des eigenen Ichs oder auch nur das abenteuerliche Gefühl einer Nächtigung im Auto und eines wärmenden, aufregenden Lagerfeuers und die Nähe einer bestimmten Person – ohne viele Worte.

„Manchmal kann schon eine Kleinigkeit dazu ausreichen keinen Stein auf dem anderen im Leben eines Menschen zu lassen.“

Besonders gefallen hat mir dabei die komplette Namensgebung sämtlicher Charaktere, da sie jeweils zu der jeweiligen Person passend gewählt wurde und somit für mich ein Highlight des Romans bildet. Das lässt mich auch über das für mich weniger gelungene Cover hinwegsehen. Es ist schön, wenn Geschichte und Charakter so fließend Hand in Hand gehen. So bedeutet Leo ‚der Starke / der Kühne‘ – eine Bezeichnung, der er im Verlauf des Erzählgeschehens mehr und mehr gerecht wird. Der hübsche aber etwas zurückhaltende Beau Kevin erweist seiner Namensbedeutung ‚der Schöne‘ auch alle Ehre. Tommy hingegen, was ‚Zwilling‘ bedeutet, lässt sich im übertragenden Sinne als besten Freund Leos durchaus als greifend gewählt empfinden. Abgerundet wird diese Namenskomposition durch Mia, die wie ihre Name schon verlauten lässt, eine wahre Ungezähmte und Meeresperle :) ist. Wunderbar! Abschließen werde ich mit der Botschaft der Geschichte und gleichzeitig mit meinem Lieblingszitat daraus:

„Aber hier und jetzt, […] hatten wir die Möglichkeit ins Spiel des Lebens eingewechselt zu werden.“

Ich wünsche Euch einen angenehmen Lesegenuss.

Eure Jil Aimée


Liebeszauber und andere Katastrophen
Liebeszauber und andere Katastrophen
Preis: EUR 1,49

4.0 von 5 Sternen Turbulenzen für die Liebe, 29. Mai 2015
‚Liebeszauber und andere Katastrophen‘ handelt von der etwas naiven, verzweifelten und leicht zu verunsichernden Lara. Lara ist eine Frau, wie sie im Buche steht. Durchaus attraktiv und beruflich erfolgreich in einem Verlag für Sachbücher tätig. Sie steht mit beiden Beinen auf dem Boden, wäre da nicht die eine sie immer wieder aus der Bahn werfende kleine Tatsache, dass sie Single ist. Bereits seit geraumer Zeit. Nur zu gerne würde sie sich endlich einmal wieder in die Arme der Liebe begeben und mit vollem Gefühl das ausleben, dass das Leben doch erst so richtig lebenswert macht: Echte Liebe. Eine Liebe die Erwiderung findet. Aber, wie es aussieht, sie scheint bei den Männern und in der Liebe keinen Erfolg zu haben. Um dem endlich entgegenzuwirken entscheidet Lara – die ebenfalls eine gefestigte Esoterik-Anhängerin ist – sich dazu, ein Liebesritual durchzuführen, das ihr durch das Nennen einiger wesentlicher Eigenschaften des Beaus in Spe eben diesen vor die Nase setzen soll. Dieses Ritual braucht aber für den nötigen Erfolg eine gewisse seriöse Vorbereitung und akribische Recherche. Laras Repertoire an einschlägiger Literatur scheint schnell erschöpft zu sein, sodass sie nur noch einen Ausweg sieht: Mangels eigenem PC oder geschweige denn eines Internetanschlusses bleibt ihr nur noch ihr Arbeitsplatz. Dort stellt ihr Chef aber schnell fest, dass sich in Laras Browserverlauf merkwürdige, nicht dem Dienstzweck dienliche Webadressen befinden und beauftragt in gutem Glauben an seine Mitarbeiterin einen ITler, der einem potenziellen Virus auf ihrem PC nachgehen soll. Dieser junge Mann mit dem durchdringenden Blick entlarvt schnell, was wirklich hinter der ganzen Sache steckt und so auch Laras Absichten…

• Wird ihr Arbeitskollege sie auffliegen lassen?
• Bedeutet dies das aus ihrer beruflichen Karriere in dem renommierten Verlag?
• Was ist eigentlich aus ihrem Liebesritual geworden?
• Wird dieses ihr den richtigen Traummann bescheren oder sie erst mit der Zusammenkunft eines vermeintlichen Helden in die Irre führen?
• Was halten denn ihre beiden besten Freundinnen – Daniela und Sabrina – von der ganzen Sache?
• Und wieso hat Lara das Gefühl durch ihre Esoterik Sabrinas Freund in Lebensgefahr zu bringen?
• Sollte sie sich vielleicht umorientieren oder auf die Liebe und ihr eigenes Ich vertrauen?

Wenn Euch diese Fragen nicht mehr loslassen, dann taucht ein in den schönen und charmanten Kurzroman von Birgit Kluger.
Mit ‚Liebesrituale und andere Katastrophen‘ hat die Autorin einen überaus lustigen und zugleich gefühlvollen Liebeskurzroman der etwas anderen Art geschaffen. Heiße Liebesnächte und überschwängliche Bekundungen sucht man hier vergeblich. Vielmehr wird man in die Gefühlswelt, den eigenen Kampf mit dem Selbstbewusstsein und in die Offenheit gegenüber seiner Selbst und unkonventionelleren Dingen geführt. Unterstützt wird es durch die Erzählperspektive Laras. Das ganze wird garniert mit einem Hauch an Esoterik und Voodoo und liefert somit eine Liebesgeschichte mit dem etwas anderen, dennoch nötigen Feuer. Es ist quasi der typische Frauenroman über eine ‚moderne Hexe‘ – obwohl sie das ja nicht ist, aber die Gesellschaft würde es so betiteln – und ihren Sidekick MauMau. Eine Geschichte über das wunderbare Vertrauen in eine Freundschaft, für die kein Weg zu weit ist. Eine Geschichte darüber, dass das Offensichtliche oft das Nötige und Richtige ist, aber man es manchmal buchstäblich ‚wie den Wald vor lauter Bäumen‘ erst etwas später erkennt. Aber das Richtige trägt nicht nach. Sei es eine Katze oder ein Mann. Manchmal ist es eben beides.

Die Autorin hat in diesem Werk eine witzige und leicht skurrile Geschichte in einem lockeren Schreibstil verpackt, der es dem Leser einfach macht, sich zurückzulehnen und zu genießen. Ansprechend schön und entspannend für zwischendurch mit seinen knapp 112 Seiten. Besonders reizend an der Geschichte ist, dass man die Entwicklung einer leicht tollpatschigen Lara, da oft etwas schief geht in ihrem Leben und ihren Zaubern, hin zu einer selbstbewussteren und selbstbestimmteren jungen Frau begleiten kann. Eine Frau, die sich auch vor der Gesellschaft und ihr Nahestehenden nicht mehr zu verstecken braucht. Hier sei an dieser Stelle nur mal auf ihre durchaus süße, aber sehr vorwegeingenommene Mutter verwiesen. Diese ist sehr herzlich und um ihrer Tochter Wohlbefinden bedacht, hat aber für das Spirituelle so gar keinen Sinn oder Verständnis. Aber Lara kann am Ende für sich selbst einstehen und verbiegt sich nicht mehr. So wie sie sich äußerlich von glatt zu lockig wandelt, findet sie auch innerlich von verstellt zu sich selbst zurück.

Lediglich die Ausgestaltung der Charaktere hätte meinem Empfinden nach etwas mehr an Farbe und Tiefgang vertragen können. Ansonsten sind sie äußerst unterhaltsam zu lesen. Ich wünschte mir nur ein etwas besseres Kennenlernen mit ihnen. Dem Cover im Gegensatz hätte etwas weniger Farbe besser gestanden, dennoch gibt es dem Buch mit den leicht verspielten Anhaltspunkten genau das, was die Geschichte auch liefert. Die Szenerie der gesamten Erzählung ist liebevoll ausgestaltet und heiter erzählt, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Die nötige Schwere in den traurigeren oder ernsteren Momenten wird auf eine reale Ebene gehoben und rundet das Ganze ausgewogen ab. Persönlich fände ich ein paar mehr Seiten dennoch sehr schön. Die Geschichte gäbe das in jedem Fall her. Abschließend kann ich sagen, sie liest sich genau so süß und zufriedenstellend, wie sich der Lieblingsnachtisch nicht nur als Dessert eignet. Viel Spaß damit.

Eure Jil Aimée


Von Null auf Liebe in 7 Minuten (Liebesroman)
Von Null auf Liebe in 7 Minuten (Liebesroman)
Preis: EUR 0,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein Klingeln zwei Menschen zusammenführt – oder wenn Pippi Langstrumpf Amor spielt, 28. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In ‚Von Null auf Liebe in 7 Minuten‘ geht es um drei Freundinnen, die mehr verbindet, als dass sie sich bereits aus Kindheitstagen kennen. Während sie sich in der Vergangenheit in allen Lebenslagen zur Seite standen – wie es sich nun mal für beste Freundinnen gehört – befinden sie sich heute in der Position, ein Single-Dasein zu fristen. Dies wäre an sich ja auch überaus okay, da sie ihren eigenen Wünschen nachgehen könnten, frei wären, ohne vor irgendjemand anderem Rechenschaft ablegen zu müssen. Sicherlich in Ordnung, wenn sie sich nicht einsam fühlen würden und im Leben jeder der drei Freundinnen ein bisschen an Liebe und ein Hauch von Erotik fehlen würde. Dabei sind die drei sicherlich keine Trauerklöße. Sowohl die fitnessbegeisterte und stets besonnen ehrliche Caro, die etwas verrückte und originelle Tattoo-Künstlerin Tammi, die kein Blatt vor den Mund nimmt, als auch die bodenständige und leicht verträumte Jil haben in ihren Leben schon die ein oder andere hitzige Begegnung und ehrliche Beziehung hinter sich. Aber genau da liegt das Problem: Hinter sich!
Gerade Jil vermisst die Zuneigung, nach einer in die Brüche gegangenen Beziehung zu einem Arbeitskollegen, der ihr im Verlauf der Geschichte immer wieder versucht auf die Pelle zu rücken, sehr. Gerne würde sie sich einfach mal wieder fallen lassen und den Emotionen und purer Leidenschaft hingeben, ohne an Folgen denken zu müssen oder ihr Herz dabei zu verlieren. Und wie es der Zufall so will, begegnet sie zu Beginn des Buches einem atemberaubenden und überaus attraktiven Mr. Unbekannt mit wissenden kaffeebraunen Augen. Er eilt ihr in einer leicht misslichen, aber auch überaus lustigen Angelegenheit zur Hilfe, lächelt sie an, scheint echtes Interesse an ihr zu haben. Wenn Jil nur den Mund auf- und mehr als sinnloses Gestotter hinaus bekäme. Zu spät, Chance vertan. Denn sie lässt ihn einfach ohne weiteres ziehen. Auch kein Problem, wenn sich nur gerade nicht eben dieser Kerl daraufhin in ihre Gedanken, erotischen Tagträume et cetera schleichen würde. Aber genau das tut er.
Als wäre dieses Gefühlschaos nicht schon genug für sie, kommen dann auch noch Tammi und Caro und entführen sie auf eine Speed-Dating-Party. Ganz aus Spaß natürlich. Gutmütig wie Jil eben ist, lässt sie sich mitziehen. So begeben sich die drei Freundinnen aufgebrezelt in das Abenteuer Speed-Dating. Doch zu Jils Schreck trifft sie dort auf gleich zwei Überraschungen, von denen sie sich wünscht, dass zumindest eine gut enden würde: Mr. Unbekannt steht plötzlich vor ihr und schenkt ihr mehr als nur eindeutige Blicke, aber auch Ben – ihr Ex und Arbeitskollege - sieht diesen Abend als Auftakt für seine nicht ganz ehrliche Mission ‚Rückeroberung‘. Wer den Kampf um Jil letztendlich gewinnen wird, müsst ihr schon selbst durch Lesen der zuckersüßen und prickelnden Kurzgeschichte erfahren. Nur so viel sei euch als kurzer Teaser mit auf den Weg gegeben:

• Was führt Ben im Schilde und wie schafft er es kurz darauf einen Abend in Jils Wohnung enden zu lassen?
• Warum taucht am Morgen darauf ausgerechnet Mr. Unbekannt vor Jils Tür auf und rennt praktisch Ben in die Arme?
• Wird er die Situation richtig deuten können oder aus verletztem Stolz heraus das Weite suchen?
• Woher weiß Mr. Unbekannt überhaupt, wo Jil wohnt?
• Aber viel wichtiger, welch schlimmes Geheimnis verbirgt er, wenn dieses Jil sogar in Gefahr bringt und sie aus der ganzen Geschichte nicht ganz unverletzt herauskommt und was hat eine überaus attraktive Blondine namens Sam damit zu tun?

In Andi Biels neuem Kurzroman ‚Von Null auf Liebe in 7 Minuten‘, der gleichzeitig Auftakt einer Liebesgeschichten-Reihe um die drei genannten Freundinnen ist, erfährt man als Leser sehr viel prickelnde, erotische und Lust machende Momente. Es ist dabei besonders schön, dass diese mal genauer beleuchtet werden und nicht einer Ausblendung an den entscheidenden Stellen unterliegen. Auch das Cover verleiht dem Ganzen durch Aufsehen erregende Augenblicke ein Hauch von Spannung und Lust, denn es zeigt einem, wie es im Buch heiß hergehen könnte. Man fühlt praktisch die Hitze, Leidenschaft und Emotion, die diese einzelnen Momente schwängert und bereichert. Als kleinen Anstoß nenne ich hier nur mal als Stichwort ‚Kellerszene‘- ich kann euch versichern, mir ist ganz schön heiß geworden und die Röte ins Gesicht geschossen. Klasse Andi.
Aber unabhängig von den schönen anheizenden Szenen, malt Andi eine überaus süße, gefühlsbetonte und auch humorvolle Geschichte um ehrlich wirkende Charaktere. Man lacht mit ihnen, schüttelt an mancher Stelle verzweifelt den Kopf, wenn sie sich aufgrund mangelnder Kommunikation zueinander in wilden Theorien verrennen und sich zu ersparendem Herzschmerz ergeben.

„Sie war doch keine Stehlampe. Das Einzige, was sie mit Sicherheit begriffen hatte, war, dass sie wie Wachs in seinen Händen zerfloss, sobald er sie berührte.“

Und vor allem hofft man so sehr, dass das Verhalten von Jil und Mr. Unbekannt zueinander sich am Ende aufklärt und verständlich gemacht wird, wenn sich sein mysteriöses Geheimnis lüftet. Ob dem so ist? Abwarten und selbst lesen. Es lohnt sich sehr. Einfach eine Geschichte, die es schafft, in ihrer Kürze das Herz der Leser voll und ganz zu berühren und dabei rundum zu erheitern. Der Leser erlebt zusammen mit den Protagonisten einen kleinen Wirbelsturm durch die Gefühlswelt, der einen mal in die Höhe schießt, um einem im nächsten Moment wieder ernüchternd in die Tiefe zu ziehen. Dies wird unterstützt durch Andis betont einfühlsamen und angenehmen Schreibstil, der das Buch voller Charme und Erotik sowie von wunderbarer Freundschaft und Liebe durchzogen zu einem echten Page-Turner macht. Natürlich hat mir an dieser Stelle besonders gefallen, endlich mal ein Buch zu lesen – in jenem mein Name Programm, bzw. Hauptrolle ist :). Viel Freude damit!

Eure Jil Aimée


The Wild Ones: Verführung - Roman
The Wild Ones: Verführung - Roman
von M. Leighton
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen ...der Wunsch nach eigenen Entscheidungen verbunden mit der Entdeckung der Liebe, 22. Mai 2015
In ‚The Wild Ones: Verführung‘ treffen wir auf die wohlbehütete Camille (Cami) aus (neu-)reichem Hause und den stets unter Druck stehenden und im Vergleich zu Camille eher ärmeren Patrick (Trick). Cami ist die Tochter eines erfolgreichen Pferdezüchters, der es aus eigener Leistung und mit der rechten Unterstützung selbst zum Reichtum und zur Anerkennung geschafft hat. Vor allem zählt für ihn das eigene Ansehen seiner Selbst und seiner Familie. Für seine Tochter will er nur das Beste und dies gilt nicht nur für Studium, Ausbildung und Charakterstärke, sondern auch für ihre Zukunft mit einem Mann.

„Cami ist tatsächlich seine Achillesferse.“

Daher gibt es im Leben der bodenständig gebliebenen Cami Brent. Ein Kerl, wie er im Buche steht: gutaussehend, erfolgsorientiert und mit besten Manieren, aalglatt. Genau der Richtige für sie laut ihres Vaters, aber zunächst auch laut Cami selbst. Bis sie eines Tages auf Trick trifft. Den etwas undurchsichtigen, verruchten Südstaatler mit dem Herzen am rechten Fleck.

„Ohne ihn ist einfach nichts mehr übrig.“

Trick ist der perfekte Traummann, denn er ist familientreu, kinder- und tierlieb, verantwortungsbewusst und bereit, gewisse nötige Opfer für die Menschen, die er liebt zu bringen. Sein Profil wird abgerundet dadurch, dass er sich in Nichts reinreden lässt und unglaublich sexy – ja leicht ruchlos - wirkt. Zudem hat er die gewissen Ecken und Kanten und eine dunklere Vergangenheit. Dunkler, als er es zunächst selbst weiß. Ihm ist in seinem Leben nichts in den Schoß gefallen. Er musste sich nach dem frühen Tod seines Vaters, an dem er sich selbst eine Teilschuld gibt, alles eigens hart erarbeiten und sogar sein Studium als Veterinär abbrechen, um seine Mom und kleine Schwester versorgen zu können. Daher hat er mit dem Trinken angefangen. Trick trinkt, um sich weniger schuldig zu fühlen und um zu vergessen, aber auch zulange aufgestaute Aggressionen abzubauen. Sagen wir einfach mal, das Leben hat ihm viele Stolpersteine in den Weg gelegt und mit der Begegnung zu Cami kommen einige weitere hinzu. Denn, er arbeitet als einfache Hilfskraft trotz hoher Qualifikationen auf dem Gestüt ihres Vaters. Er hat einfach einen Draht zu den Tieren. Die Arbeit mit Pferden ist ihm in die Wiege gelegt worden. Er versteht sie besser, als irgendjemand sonst. Die Pferde vertrauen ihm blind, denn sie spüren, dass er ‚gut‘ ist und dennoch bekommt er keine verantwortungsvolleren Aufgaben übertragen. Im Gegenteil, er muss mit dem Misstrauen seines Arbeitgebers leben, ohne diesem je Anlass dazu gegeben zu haben und mit einer eisernen Regel: Keiner rührt seine Tochter an. Zunächst auch kein Problem, bis er merkt, dass es sich bei dieser Tochter um Cami handelt.
Denn als diese beiden aufeinander treffen ist es magisch. Manchmal braucht es nur diese eine Begegnung, die dein Leben verändert und dir vor Augen führt, das du mehr brauchst, mehr Gefühl, mehr Anerkennung, mehr Unterstützung, mehr Leidenschaft und das dein bisher eigentlich ganz zufriedenes Leben nun nicht mehr ausreichen kann und es entsteht ein Kampf zwischen ‚dem eigenen Wollen und dem Erwarten der Anderen‘. Genauso ergeht es sowohl Cami als auch Trick. Aber sie können sich der gegenseitigen Anziehungskraft trotz aller Warnungen, dem eigenen Gewissen und dem vehementen Kampf, das Richtige zu tun, nicht lange widersetzen. Sie treffen ständig aufeinander. Mal zufällig, mal aktiv gewollt, mal als Geheimnis. Sie versuchen so gut es geht, das, was sich zwischen ihnen entwickelt, zum Schutz der anderen, aber auch ihrer Selbst, zu verstecken. Sie treffen sich im Geheimen und geben einander das, was sie so dringend brauchen: Hilfe. Den Glauben an sich selbst und große Leidenschaft. Es könnte alles so schön sein. Bis eines Tages ein Wochenende mit fatalen Folgen, dreier zu schnell gesagter Worte und ein Brief, alles zum Einstürzen bringt, und auch die Familien der beiden mit ins Boot zieht.
Die beiden Familien sind enger miteinander verbunden, als es zunächst scheint, bis ein dunkles Geheimnis – ausgelöst durch beider Mütter seltsames Verhalten beim ersten Zusammentreffen mit den neuen ‚Partnern‘ – ins Licht rückt und die Welt negativ erbeben lässt.
• Doch, wer ist da, um die Trümmer aufzusammeln und Verbandszeug auf die seelischen Wunden zu legen?
• Was stand in diesem einen Brief, dass er eine neue Liebe vielleicht zerstören kann?
• Kann aus geheimer Anziehung wahre Liebe werden und reicht diese aus, streng gezogene Grenzen zu sprengen?
• Um was für ein Geheimnis handelt es sich wirklich?
• Wird es Trick irgendwann einholen, sein Traumstudium auf Eis gelegt zu haben?
• Wird Cami der Druck des Versteckspielens und die belastende Vergangenheit beider Familien zu groß, sodass sie zurück zu Brent geht?
• Oder gibt es eine gemeinsame Zukunft für das, was echt, was gut, was wahr ist?
• Und wollen die beiden das überhaupt am Ende noch?
Lasst Euch überraschen und taucht ein in diesen gelungenen Auftakt einer in sich – bändeweise – abgeschlossenen Reihe. Ich kann sie Euch trotz kleiner Schwächen nur wärmstens empfehlen.

‚The Wild Ones‘ war mein erstes Buch der Autorin, daher ging ich relativ erwartungsfrei an diesen Roman und konnte ihn sehr genießen. Alleine das Cover hat mich schon positiv beeindruckt. Es ist pink gerahmt, um einen aufmerksamkeitserregenden Akzent zu setzen. Ansonsten hält es sich schlicht in sanften Weiß- und Grautönen, die die Nähe des darauf abgebildeten und engumschlungenen Paares unterzeichnen und Lust auf mehr machen. Der matte und gummierte Einband unterstützt dabei die Griffigkeit und gibt der gesamten Erscheinung zusammen mit dem festen Papier das gewisse Etwas. Lediglich die Schrift ist aufgrund der Menge an Seiten, die man scheinbar nicht überschreiten wollte, recht klein gehalten. Meinem Empfinden nach, hätte eine größere Schrifteinstellungen (lediglich um ein, zwei Nuancen) und daher ein paar Seiten mehr dem Buch keinen Abbruch getan.

Zum Inhalt ist besonders positiv anzumerken, dass es erfrischend zu lesen ist, dass hier die Seiten der sonst so bekannten und üblichen Geschichte etwas verdreht sind. Hier hat man mal nicht den reichen Mogul, der sich in das naive junge Mädchen verliebt. Nein, hier ist es die reiche Tochter, die sich aber nicht um Standesunterschiede, Scherenbildungen und Klassentrennung schert und den gebrochenen und doch starken Cowboy aus ärmeren Verhältnissen an sich ranlässt. Cami ist nicht das typisch verwöhnte, prinzessinnenhafte Mädchen aus reichem Hause und hat sich die mit Geld nur zur oft einhergehenden arroganten Eigenschaften ihrer Eltern nicht angeeignet. Sie bleibt offen, denkt mit dem Herzen und gibt jedem eine Chance, ein guter Mensch zu sein. Vor allem aber glaubt sie an die Menschen, wenn andere das schon aufgegeben haben und sie kann auch da verzeihen, wo es schwer ist. Sie ist darüber hinaus eine natürliche Schönheit, die ihre eigenen Reize oft unter den Scheffel stellt und durch Brent das Gefühl verliert begehrenswert zu sein. Ein Gefühl, das ihr durch Trick zurückgegebenen wird. Und sie schenkt Trick im Gegenzug den Glauben an ihn und sein Können und einen Ausweg aus dem Trinken. Das hat mir sehr gut gefallen beim Eintauchen in diese wirklich schöne Geschichte.

Die Autorin schafft es mit den unterschiedlichen, erzählerischen Perspektiven, die sie kapitelweise springen lässt, einen gewissen Sogeffekt trotz relativ bekannter Grundgeschichte zu kreieren. Durch die unterschiedlichen Sichtweisen erhält man eine größere Einsicht in das Geschehen und ein tieferes Verständnis für die einzelnen Denk- und Handlungsweisen. Dabei sind die Kapitel mal länger, mal kürzer gehalten, je nach Dramaturgie der Geschichte und erzeugen somit eine sich steigernde Spannung und das nötige Knistern an den entscheidenden Stellen. Der Ton der Erzählung ist harmonievoll und wird mit einem aufregenden Setting der Zuchtgeschichte abgerundet und gerahmt. Dabei zeichnet die Autorin reale und schöne Bilder, in jenen sich die Charaktere bewegen (müssen!), was dem Ganzen eine gewisse Authentizität verleiht, die einen die Seiten nur so umschlagen lässt. Die Charaktere an sich wirken greifbar und sympathisch, könnten aber an der einen oder anderen Stelle mehr Tiefe und Entwicklung erfahren. Gerade gen Ende rutschen sie doch etwas in den Kitsch ab. Aber das stört mich nicht wirklich. Manchmal braucht man ja einfach ein bisschen Kitsch in seinem Leben. Und Geschichten sollen uns ja glücklich machen, da ist eine gewisse Überzogenheit in manchen Reaktionen teilweise durchaus vertretbar.

Allumfassend aber ist die Episode ein wirklich gelungener Auftakt, der sich in drei in sich abgeschlossenen Stories fortführen wird. Mir haben der Roman und sein Geschehen gezeigt, dass man die Kinder nicht für die eigene fehlerhafte Vergangenheit bestrafen sollte. So etwas wie ‚Erbsünde‘ gibt es nicht und in diesem Band stehen die Eltern ihrer Kinder‘ Zukunft mehr als nur einmal gravierend im Weg.

„Wir sind aber keine Kinder mehr […]Unsere Entscheidungen haben echte Konsequenzen […]ob das, was wir haben, diese Konsequenzen wert ist.“

Doch durch das Ergreifen eigener Entscheidungen können sie sich einen Weg daraus bahnen. Eine Entwicklung, die mir sehr gefallen hat. Dabei geht es viel um Vertrauen, aber auch echtes Gefühl. Eine wunderschöne Geschichte für zwischendurch, die sich lohnt, gelesen zu werden.

Eure Jil Aimée


Coffee to go - Cappuccino mit Schuss (Liebesroman)
Coffee to go - Cappuccino mit Schuss (Liebesroman)
Preis: EUR 0,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmal Liebe zum Mitnehmen bitte, 20. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In ‚Coffee to go – Cappuccino mit Schuss’ geht es um die Barista Linda, die nach dem Tod ihres Mannes das gemeinsame Café rundum erneuert und weiterführt, um das Lebenswerk und Erbe ihrer großen Liebe am Leben zu halten. Es ist ein gemütliches, kleines Café mit vielen individuellen und romantischen Eigenheiten, sei es ein gepolstertes Sofa, urige Sitzgelegenheiten und Blumen oder einfach eine romantische alte Tafel, auf jener die aktuellen Spezialitäten angeboten werden. Passend zu den unterschiedlichsten Café-Richtungen aus aller Welt und aromatisierten Shots gibt es im ‚Coffee to go‘ jahreszeitlich passende selbstgemachte Kuchen. Das kleine Café ist ein Insider, das von angesagten Hipstern wie auch erfolgreichen Geschäftsleuten gleichermaßen aufgesucht wird. Auch Singles lernen sich über ein Stück leckeren Kuchen oft näher kennen. Linda hat schon viele Liebesgeschichten auf diese Weise beginnen sehen…

Im ersten Band der Kurzromanreihe von Cathey Peel sind die Hauptgäste die erfolgsorientierte Valerie, die aufgrund eines guten Deals, den sie an Land gezogen hat rasch befördert wird und der etwas rau und äußerst männlich wirkende Jake. Dieser wiederum stößt Valerie bei ihrer ersten Begegnung mächtig auf, denn er fährt sie nicht nur fast über den Haufen, sondern ruiniert auch noch ihr teures Business-Outfit. Mächtig aufgebracht entlädt sich folglich Valeries Wut als sie im ‚Coffee to go‘ aufeinandertreffen. Aber bei dieser einen Begegnung mit dem Haudegen soll es nicht bleiben. Immer wieder treffen die beiden aufeinander und was zunächst mit Desinteresse und Malsympathie begann, entwickelt sich geschwind zu mehr. Wäre da nur nicht dieses Geheimnis, das Jake vor ihr verbirgt…

• Kann sie ihm trauen und sich auf ihn einlassenn?
• Was ist sein Geheimnis – vielleicht eine andere Frau?
• Und hat Valerie ihre mehr als schnelle Beförderung wirklich ihrer eigenen guten Leistung zu verdanken?
• Oder steckt vielleicht mehr dahinter und führt sie dieses ‚Mehr‘ in eine gefährliche Situation nach der anderen?
• Was ist denn mit Linda, kann auch sie ihr gebrochenes Herz noch einmal verlieren und in einer neuen Liebe heil zurückbekommen?
• Und wer ist außerdem dieser charmante Josh, der ebenfalls eine kurze – wichtige – Rolle im ‚Coffee to go‘ spielt?

Lest es selbst und findet es heraus.

Cathey Peel hat mit diesem Auftakt ihrer neuen Liebeskurzromanreihe einen wunderschönen, schnelllebigen und kurzweiligen Roman der besonders zuckersüßen Art geschaffen. Sie schreibt lustig, romantisch, chaotisch und herzzerreißend zugleich und bettet ihre Geschichte in ein unglaublich süßes Setting. Unterstützt wird das Ganze durch ein überaus charmantes und wohlgestaltetes Cover, designt von Traumstoff. Das Buch ist einfach schön. Man beginnt und endet es mit einem glücklichen Lächeln und erlebt, trotz der Kürze, ein breites Spektrum an Gefühl, Drama und Genuss. Während Linda – die Schöne – der ganzen Reihe mit ihrer Geschichte den Rahmen gibt, kann man in jedem Band in das Finden einer neuen, anderen Liebe eintauchen. Gleichzeitig erlebt man einen Genuss für zwischendurch, der Lust auf mehr macht, eben genau wie der Lieblings-Coffee-to-go. Es ist einfach Seelenfutter mit warmen Charakteren, die jeweils ihren eigenen und individuellen emotionalen Ballast loswerden möchten.

„Einfach, weil er sie berührt hatte. In ihrem Herzen.“

Dabei ist der Raum der Geschichte weniger das Café selbst, welches zwar den Startschuss einer jeden Begegnung liefert (zumindest denke ich das), denn mehr die Welt der Charaktere an sich. Besonders gefallen haben mir die Rezepttipps und weiteren Kaffeebesonderheiten am Ende des Romans. Sie sind einfach ein schönes Ad-On für den Leser. Ein wirklich gelungener Auftakt, der mehr Lust auf Band 2 (vors. Herbst 2015) und Band 3 (vors. Winter 2015) schürt. Ihr Lieben, ich wünsche Euch viel Spaß damit.

Eure Jil Aimée


Ewig und eins: Roman
Ewig und eins: Roman
von Adriana Popescu
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und dann triffst Du auf dieses eine Buch, das Dich genau im richtigen Moment abholt…, 18. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ewig und eins: Roman (Taschenbuch)
In ‚Ewig und eins‘ begeben sich die besten Freunde Ella, Jasper und Ben, jeder für sich, auf das große Abenteuer Abi-Treffen. Ein jeder von ihnen schürt dabei seine eigenen Aussichten an das, was sie erwarten möge und jeder dieser einzelnen kostbaren Momente, nach denen sie sich ersehnen, wird übertroffen. Für Ella beginnt der Weg zu diesem Klassentreffen ernüchternd. Sie ist nervös, da sie ihre ehemals besten Freunde seit dem Schulabschluss und ihrem Verschwinden zur großen Tanzkarriere nach New York nicht mehr gesehen hat. Sie hat ihren Freunden damals das Herz gebrochen und ihnen nie den Abschied gegeben, den sie verdient hatten. Sie hat sich selbst auf der Suche nach Glück unglücklich gemacht.

„Vielleicht kriegt er die Kurve wieder und findet zurück auf den Weg, der ihn glücklich macht.“

Da wäre zum Einen Jasper, der Fels in ihrer Brandung, der immer für sie da war. Er hat ihr stets die nötige Kraft gegeben, weiterzumachen und nach den Sternen zu greifen. Er war ihre Konstante, denn er war immer da. Bis er auf einmal nicht mehr da war, da sie gegangen ist. Dann gibt es da Ben – ihren Ben – die erste große Liebe, die man nie vergisst. Ben hat sie so gesehen und berührt, wie nie jemand zuvor und bei ihm konnte sie sich fallen lassen und träumen. Er hat an sie geglaubt, einfach weil das zwischen den beiden ewig war, weil sie ‚sein Mädchen‘ war. Bis es dann eines Tages nicht mehr ewig war, denn Ella ist gegangen.

„Es sind die Menschen, mit denen man sich umgibt, die das Leben mit Farbe und Musik füllen.“

Gegangen um ihren Traum vom Tanzen zu leben. Eine Karriere auf den Brettern, jene die Welt bedeuten. Doch wer schnell steigt, fällt härter wieder zurück. Eine Erfahrung, die auch Ella in der Geschichte schmerzlich machen soll und zum ersten Mal ein Leben ohne den Rückhalt ihrer besten Freunde finden muss. Ein Leben, in dem Träume wie Luftblasen zerplatzen können. Kein Kontakt. Kein Nichts. Nur ein Brief, der sie über die Jahre am Atmen hielt. Und dann dieses Abi-Treffen…

• Aber ist es wirklich so, dass Freundschaften über die Jahre an Glanz und Echtheit verlieren?
• Verliert sich das, was einst ewig war, im Nirvana des Alltags und lässt sich nicht wieder zurückholen?
• Oder ändern sich einfach nur die Umstände und mit ihnen die Menschen, aber die Freundschaft bleibt, zumindest als eine Erinnerung, die niemand nehmen kann?
• Können nach Jahren der Distanz Entfernungen zueinander wieder verringert und Stolpersteine auf der Brücke der Freundschaft aus dem Weg geräumt werden?

Wenn Euch diese Fragen auch nach brennenden Antworten gelüsten und ihr darüber hinaus unbedingt wissen möchtet, was ein einziger Brief im Leben eines Menschen verändern kann, dann lest diese wunderschöne Geschichte und kommt wieder nach Hause. Mehr werde ich Euch zum Inhalt nicht verraten. Wie auch, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, außer: Lest es! Wie könnte ich auch sonst. Das Buch spricht für sich selbst und schenkt jedem, der es liest, etwas anderes. Eine Unendlichkeit an Lieblingsmomenten. An Lieblingsgefühlen. Unvergessen. All diesen ist eines ‚Ewig und eins‘: Es wird Euch abholen und endlich ankommen lassen!

Ladies & Gentlemen, may I have your attention, please:

Mit ‚Ewig und eins’ hat die liebe Adriana ein Buch geschaffen, dass wie der Titel meiner Rezension es schon vermuten lässt, mich im richtigen Moment abgeholt hat. Sie schreibt dabei gewohnt humorvoll, an den entscheidenden Stellen wachrüttelnd sarkastisch und einfach nur herzerwärmend ehrlich. Und das Ganze in einem Setting, in dem ich mich zuhause fühle. Sei es Stuttgart, Mainz, K-Town oder Hamburg. Sie trifft den richtigen Ton und einen Nerv – einen positiven. Adriana hat einfach einen unverkennbaren Schreibstil, der mich mich selbst immer wieder aufs Neue in ihren Charakteren wiederfinden und mich in diese und ihre Geschichte verlieben lässt. Ein Stil, der sich nicht nur durch ihre Post-It-Kapiteleinleitungen mit den passenden und zusammenfassenden Zitaten von der Masse abhebt, sondern auch der Leserschaft‘ Erwartungen an das jeweils zu erzählende Geschehen nie enttäuscht. Kapitelüberschriften in Briefform, die dein Herz bewegen. Dabei schafft sie es stets dem Ganzen nicht nur eine große Palette an Gefühl – untermalt durch Thomas‘ einzigartig emotionale Lyrics - und Träumen mitzugeben, sondern einen auch selbst dazu zu ermutigen, nach den Sternen zu greifen. Ihre Geschichte um die drei Freunde wirkt echt, greifbar und in unsere Welt genauso gezeichnet, wie man es sich nur zu gut vorstellen kann. Gerade auch vielleicht deshalb, weil ein jeder von uns solche Situationen kennt. Die Rückkehr in die Schulzeit, die erste große Liebe, die beste Freundschaft und das alles komprimiert an einem Abend.

• Was sagst du der einen, der wahren großen Liebe, wenn du dich endlich ein letztes Mal verabschieden willst und es so viele Worte gibt, dass dir das Passendste bei der Fülle an Möglichkeiten nicht einfällt?
• Wenn du, wie unsere Protagonistin Ella, in eine Zeitkapsel gesteckt und auf die Reise in die Vergangenheit –einmal hin und zurück - geschickt wirst?
• All das erlebst, so wie es ursprünglich hätte sein sollen?

Genau diese Fragen bekommen wir in ‚Ewig und eins‘ auf die schönst mögliche und ehrlichste Art beantwortet: Echte Freundschaft ist ewig. Es verändern sich vielleicht über die Jahre die Rollen, aber dennoch braucht man in Freundschaft keine Angst zu haben. Beste Freunde sind die Menschen, die dich besser kennen als du selbst. Diese Menschen verzeihen Dir, sie lassen dich zurückkommen.

• Wird auch Ella dieses Zurückkommen ermöglicht und sie mit offenen Armen von ihren ‚alten‘ Freunden empfangen?
• Kann sie sich verabschieden, so wie sie es sich immer gewünscht hat?
• Oder führt das Abi-Treffen nur zu einer Aneinander-Kettung von unschönen Ereignissen, die man sich lieber erspart hätte?
• Gibt es manchmal einfach Distanzen, die unüberwindbar geworden sind und zweite Chance in einer knallharten Realität und Endgültigkeit verhindern?

Findet es selbst heraus und egal zu welchem Entschluss ihr kommt, ihre werdet – genau wie ich – an eure eigene Schulabschlusszeit erinnert und euch wünschen, noch einmal die vielen Momente zu durchleben, die das Leben so besonders gemacht haben. Und dann seid ihr bereit für viele Neue!

‚Ewig und eins‘ ist für mich eine Geschichte über einen langersehnten Abschied, der zum besten Neubeginn wird, den man sich nur wünschen kann. Für sich selbst. Für alle Beteiligten. Es ist ein Roman über das Finden des vollkommensten Rhythmus für das eigene Leben und mit dem einen Menschen. Es ist eine Erzählung, die einen mit dem Weichzeichner in die Vergangenheit blicken, mit dem Vergrößerungsglas die Gegenwart betrachten und mit dem Autofokus die Zukunft ansteuern lässt.

„Manchmal habe ich Angst, dass wir eines Tages nur noch eine Erinnerung sind und langsam verblassen.“

Aber vor allem ist es einfach nur das echte Leben, wahre Freundschaft und das Hier und Jetzt.

Liebe Adriana, ich danke Dir, dafür dass ich so vieles, was mir wichtig ist, in deinen Zeilen wiedergefunden habe. Ich fühlte mich in meine eigene Vergangenheit geschickt, auf eine Reise auf der Memory Lane. Eine Reise mit so vielen Parallelen, die für mich so viel bedeuten. Star Wars, Mix-Tapes, Damien Rice, um nur einige wenige zu nennen. Ich habe so viele Lieblingsstellen in diesem Buch markiert, dass ich gar nicht anders konnte, als sie in dem Foto festzuhalten. Es ist zwar keine Polaroid – wobei ich diese genauso liebe – aber es ist ein Moment für die Ewigkeit, den du mir geschenkt hast. Der Schönste von allen (denn genau so ist es):

„Was, wenn Liebe sich einen Weg in unser Leben sucht und langsam ein Gefühlsnetz um uns spinnt, bis es nicht mehr wegzudenken ist?“

Liebe Freunde, ich kann euch dieses Schmuckstück nur empfehlen. Es ist eines der wenigen Bücher, die man lieber langsam lesen möchte, aus Angst, sie wären sonst zu schnell vorbei. Eines der wenigen Bücher, die in Euch nachhallen werden. Mein Abi ist jetzt genau 7 Jahre her und es fühlt sich ewig an. Make crazy memories. Make many of them. Make them, now! But above all: Live! The game is on!

Gez. Watson


Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Über die Bande, die deine Welt und Freiheit knüpfen, 16. Mai 2015
In ‚Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken‘ geht es um das Leben zweier junger Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Zukunft doch miteinander untrennbar verwoben ist.

Da gäbe es zunächst Elias, den Bastard der Kommandantin, herangewachsen im Terrorregime der Martialen und ausgebildet zu einer todbringenden Maske. Sein Lebenszweck ist es mit Leib und Seele dem Imperator zu dienen und bei der Unterjochung des niedergedrückten Volks der Kundigen zu helfen. Sein Werkzeug dabei sind Gefühlskälte, Mord und Terror. Familiäre Bande sind ihm fremd oder längst in Vergessenheit geraten. Seine eigene Mutter wollte ihn nie, setzte ihn als Neugeborenes in der Wüste aus mit der Hoffnung, er würde sterben und sie von ihrer Schwäche befreien. Zu seinem Glück fiel er dort in die Hände einer liebevollen Stammesmutter und Geschichtenspinnerin, die ihm zumindest die ersten Jahre seines Lebens als ein glückliches Kind schenkte. Doch eines Tage wurde er durch die geheimen Hintermänner des Imperiums wieder in die Fänge von Brutalität und Gewalt geführt: In die Militärschule der Masken in Schwarzkliff. Dort ist jeder seiner Tage düster und von Schmerz und Pein geplagt. Ohne jegliches Gefühl von Sicherheit.

„[…]Sicherheit ist eine Illusion, von der ich weiß, dass man ihr nie trauen darf.“

Hätte er nicht unter einigen wenigen Mitleidenden so etwas wie Freunde gefunden, er hätte nicht überlebt. Denn es zählt nur ein Motto: ‚Stets siegreich‘ - sei stark oder stirb! So ist es kein Wunder, dass er – der er doch aus seinen Kindheitstagen einen Traum von Freiheit kennt - genug vom Morden und tatenlosen Hinsehen der ewigen Verdammnis hat und kurz nach seinem Abschluss fahnenflüchtig werden will. Er versucht alles, um seine Flucht in die Freiheit mit Erfolg zu krönen. Auch wenn dies mit Verrat an seinen Freunden einhergeht. Nur kommt es bei seinem Vorhaben zu einer entscheidenden Wendung, die ihn ans Imperium binden wird: 4 Prüfungen, denen er sich mit 3 Mitstreitern stellen muss, um des Imperators Nachfolge anzutreten und die Welt in günstigere Geschicke lenken zu können. 4 Prüfungen, die alles verändern und am Ende einen Teil der eigenen Seele fordern. 4 Prüfungen, die ihn zu Laia führen und auf einen Weg, von dem es keine Widerkehr gibt…

„Es gibt Hoffnung im Leben. […]Du hast eine Seele. Lass nicht zu, dass sie sie dir nehmen.“

• Wird es ihm gelingen, die Prüfungen zu meistern und die Freiheit (wieder) zu erlangen, nach der er sich sein Leben lang verzehrt?
• Welche Opfer wird dieser Weg von ihm und seinen Vertrauten fordern?
• Ist es ein Weg in die freie Zukunft oder in ewige Verdammnis und Tod?
• Und was bedeuten diese Gefühle, die er sowohl für das Sklavenmädchen als auch für seine beste Freundin und Kameradin Helena zu empfinden scheint?

Dann gibt es noch Laia – ein Kundigenmädchen von 17 Jahren, jenes schon in frühem Alter den Verlust der Eltern verzeichnen musste. Seit dem wächst sie, wenn auch als Kundige unterjocht, relativ behütet bei ihren Großeltern auf. Sie lernt das Lesen, das Heilen und das Handwerk des Kochens und viele andere Überlebensnotwendigkeiten. Dinge, die man einem Kundigen in der jetzigen Zeit nicht mehr zutraut, geschweige denn erlaubt. Aber ‚Kundig‘ wie der Name schon sagt, bedeutet uraltes Wissen, und dieses geht nur selten verloren, auch wenn es die Obrigkeit nicht wahrhaben will und aller Menschen Kräfte daran setzt, es zu vernichten. Laia hat einen älteren Bruder, der ihr Mentor und Beschützer und bester Freund zugleich ist. Sie stehen sich sehr nahe und teilen fast alles miteinander. Bis eines Tages ein schreckliches Geheimnis ihren Bruder in die Fänge der Feinde treibt und großes Unheil über der Familie hereinbrechen lässt. Laias Großeltern werden vor ihren Augen durch einer Masken‘ Hand ermordet und ihr Bruder in Gefangenschaft gebracht, während ihr von ‚Feigheit‘ (zumindest sieht sie es so) getrieben die Flucht gelingt. Sie sucht Hilfe bei einer Rebellengruppe, der ihre Eltern einst angehörten. Nicht nur angehörten, sondern deren Führung ihre Mutter als ‚starke Löwin‘ innehatte, bis ein Verrat aus eigenen Reihen ihr Leben forderte. Die erwünschte Hilfe soll sie bekommen, aber unter einem schweren Preis, der nicht nur ihre Gesundheit und ihr ganzes Leben fordert, sondern sie auch in die Arme des Feindes treibt: Sie soll die Kommandantin der Martialen / der Masken ausspionieren und als deren Sklavin geheime Informationen an die Rebellen – den Widerstand – liefern, sonst sei das Leben ihres Bruders verwirkt. Naiv wie sie ist, stimmt sie zu und es beginnt für sie eine Zeit voller Schmerzen, Pein und Folter, fernab von Löwenstärke. Eine Zeit voller Todesangst und voller Vertrauensbrüche, denn kann sie wirklich jemandem vertrauen, der das Leben ihres Bruders an das ihre knüpft?

„Erschöpfung geht vorüber. Schmerz geht vorüber.“

Aber in dieser schrecklichen Zeit, in jener sie körperliche Misshandlung in großem Maße erfährt, erfährt sie auch das erste Mal in ihrem Leben einen Hauch von Hoffnung. Hoffnung durch Menschen, wie das Küchenmädchen und die Köchin, jene auch Sklaven der Kommandantin sind. Hoffnung durch einen Waffenschmied, der ihren Bruder kannte. Hoffnung durch Kinan - einen Rebellen - , der ihr Herz erwärmt und nicht zuletzt Hoffnung durch Elias, der ihr wider aller Sinne zur Hilfe eilt, wann immer sie glaubt, alles verloren zu haben oder von mächtigen Geistern der Vergangenheit bedroht zu werden.

• Aber kann sie dem Feind in einer für sie fremden Welt trauen, nur weil er einen weiteren gemeinsamen Rivalen zu haben scheint?
• Kann sie auf Freundschaften bauen, die während der Sklaverei entstanden sind, wenn die Strafen für diese über körperliche Züchtigung hinausgehen?
• Kann sie das Leben vieler anderer Menschen gegen das eine ihres Bruders aufwiegen und guten Gewissens ihre Seele bewahren?
• Kann sie Gefühle wie Liebe in einer Zeit des Terrors zulassen und alte Grenzen überschreiten, um neue zu ziehen?
• Ist es sowohl ihr als auch Elias möglich, mit den Dämonen der Vergangenheit abzuschließen und jene der Zukunft in ihre Schranken zu weisen?
• Was passiert mit den beiden, wenn die Prüfungen fehlschlagen?

Dies sind nur ein Teil der vielen Fragen, die Euch den Roman beim Lesen nicht aus der Hand legen lassen und die ihn so wertvoll gestalten, dass man ihn einfach verschlingen muss. Lest selbst und taucht ein in eine mystische Welt voller Dschinn, Geister, Gefahren, aber auch voller Hoffnung, Gefühl, Überraschung und Freiheit. Ihr werdet es nicht bereuen.

Mit ‚Elias & Laia: Die Herrschaft der Masken‘ hat Sabaa einen fantastischen und zugleich dystopischen Roman der Extraklasse erschaffen, der seinesgleichen sucht. Es ist eine Geschichte um die Idee der Hoffnung, die im Kampf für die Freiheit wächst und mit der eigenen Tapferkeit ringt. Es ist ein Roman über Orientierung & Hoffnung, über die Verantwortung für das eigene Handeln und den Mut, für das einzustehen, was einem wichtig ist. Dabei zeichnet die Autorin ihre Charaktere so liebevoll und reell, dass man mit ihnen mitfühlt, Angst und Pein empfindet, aber auch den Schimmer von Hoffnung erblickt und den Hauch der Liebe spürt, der einem im Innersten erwärmt. Sie entwickeln sich, dynamisieren sich im Verlauf des Geschehens und verändern sich, so wie man als Leser am Ende des Buches auch ein anderer ist.

Es ist eine Erzählung, die einem die unterschiedlichen Formen der Knechtschaft aufzeigt, die man sich nie für das eigene Leben wünschen würde und die doch präsent sind. Sei es Sklaverei und Unterjochung durch ein brutales und totalitäres Regime oder sei es der Zwang der eigenen Familie, nicht der zu sein, der man ist. Der Roman verdeutlicht, dass es nicht immer nur die Offensichtlichen sind, die unter einem Regime zu leiden haben, sondern das auch auf der herrschenden Seite eine Form von Knechtschaft den eigenen Körper und Geist in die Knie zwingen kann. Siehe Elias. Denn wo Trommeln für den einen die Musik der Freiheit bilden, sind sie für den anderen der Klang von Knechtschaft. Aber Elias hat genug, er begehrt auf, er will raus. Dies erfordert eine Menge Mut, Mut, jenen auch Laia dringend gebrauchen kann. Denn ihre Flucht war keineswegs feige, denn viel mehr genau das Einzige, das ihrem Bruder die Chance auf Leben geben kann. Wäre sie geblieben, sie wäre gestorben. Sie ist nicht feige. Laia ist mutig, auch wenn sie es zunächst nicht sieht, sie begibt sich für ihren Bruder, den sie vor der Maske nie hätte erretten können, freiwillig in den Sklavenstand und erleidet Höllenqualen und gibt doch nicht auf. Wenn das kein Mut ist, was ist es dann? Dabei wird sie oft durch eine innere Stimme geleitet, die ihr zunächst feindlich erscheint, sich im Verlauf aber als Trost spendende, innere vokale Erscheinung in Charakter ihres Bruders inszeniert, bis sich ihre eigene starke innere Stimme offenbart. Mut verwoben mit Liebe und Hoffnung sind die stärksten Bande und zeugen von einer enormen Tapferkeit. Solche Bande lassen sich nicht entknüpfen. In einer Welt, in der Gefühle als Schwäche gelten und die eiserne Härte des Imperators und seiner Handlanger keinen Platz für die Schwäche lässt, sind es oftmals genau diese Eigenheiten, die wahre Stärke ausmachen und der Hoffnung Leben geben.

Genau dies hat Sabaa mit ihrem Roman für mich so treffend vermittelt. Dabei unterstütz sie ihre einzigartige Geschichte, bei jener ich sehr auf Fortsetzung hoffe, durch eine bildhaft gestaltete Szenerie und einem atmosphärischen Schreibstil, der dem Abenteuer die nötige Luft zum Atmen und zur Entfaltung gibt. Sie schreibt spannend, erhellend, emotionsschwanger und einfach einnehmend. Dies kommt auch perfekt durch die mehr als gelungene Übersetzung von Barbara zur Geltung. Barbara schafft es, uns als Leser, mit der mit Bedacht gewählten passenden und gehobenen Wortwahl und der Verwendung oftmals in Vergessenheit geratener Worte, hervorragend in den Bann und Verlauf der Geschichte zu entführen. Vielen Dank dafür. Die Autorin selbst schwängert ihre Geschichte durch einen kapitelweise vollzogenen Perspektivenwechsel an, der es dem Leser erlaubt, in die unterschiedlichen Sicht- und Verhaltens- sowie Erlebnisweisen der beiden Protagonisten einzutauchen. Sie schöpft dabei aus dem Vollen der fantastischen Literatur und untermalt das Ganze mit reellen Anknüpfungspunkten, die die Erzählung so greifbar machen. Dabei unterteilt sie das Buch, den Spannungsbogen ausgewogen unterstützend, in 3 Teile und verleiht dem Ganzen einen passenden Ton, indem sie durch die in Gegenwartsform verfasste Erzählweise ein aktives Mitdabeisein möglich macht.

Besonders gefallen hat mir die komplette Namensgebung der Charaktere. Beispielhaft herausgegriffen sind hier ‚Elias: "Bruder"/"Mein Bruder" /Hebräisch: der Göttliche‘ und ‚Laia: griech.: die Beredte, die Redegewandte‘. Allein die Bedeutung dieser Namen zeigt schon in welche Richtung sich die Charaktere entwickeln werden / können. Dem hinzu kommt auch der Ton mit dem die ‚Untergebenen‘ angesprochen werden, so als hätten sie keinen eigenen Namen. ‚Köchin, Küchenmädchen und Sklavenmädchen‘ verdeutlichen nur zu gut, dass ein Name einen in trügerischer Freiheit wiegen kann, wo keine Freiheit mehr ist. Dennoch schaffen es die Charaktere, sich nicht selbst zu verlieren.
Auch das mir vom Verlag zur Verfügung gestellte Hardcover hat mich in seiner äußeren Aufmachung beeindruckt. Farblich recht dunkel und in Kupfertönen gehalten empfinde ich es sehr ansprechend. Der Buchumschlag selbst liefert mit dem angedeuteten Abbild eines Maskenträgers, in dessen Augen sich ein Mädchen (Laia?) spiegelt und dem am unteren Rand dargestellten Amphitheater schon einen beeindruckenden Vorgeschmack auf das, was da kommen mag. Der Titel selbst ist im Deutschen sehr schön gewählt, da er den Fokus direkt in die wahre Richtung des Geschehens lenkt, obgleich mir der englische Originaltitel gefühlsmäßig einen Deut besser zusagt. Hinsichtlich der Altersempfehlung diesen Romans habe ich aber einen Kritikpunkt: Auch wenn die Gewalt oft nur angedeutet und zumeist eher der eigenen Vorstellungskraft entspringt, finde ich die Empfehlung für 14-Jährige etwas zu früh…

Fragen, die für mich zurückbleiben:

• Was wird aus der Maske, die Laias Familie auf dem Gewissen hat? (etwas unzureichend im Buch dargestellt)
• Wer ist Kinan wirklich und was verbirgt / teilt er als Geheimnis / Vergangenheit mit Laia, denn es verbindet die beiden mehr, als es zunächst den Anschein hat, aber selbiges trifft auch auf Laia & Elias zu!
• Führt Mut zu Strafe oder zu Erlösung und kann Laia ihren Bruder erretten und Elias seine Freiheit finden?

Abschließend kann ich einfach sagen: Wow. Einfach nur großartig und der beste Roman, den ich seit Langem gelesen habe. Ich hoffe wirklich sehr auf eine Fortführung. Bei einer eventuellen Verfilmung stehe ich auch gerne als Laia bereit :) den Part von Elias könnte Elyas M’Barek übernehmen und den von Kinan der herausragende Eddie Redmayne :)

Mit meiner Lieblingsstelle in diesem Buch, lege ich Euch die Geschichte um Elias & Laia ans Herz:
„Der Teil von mir, der nach wie vor ein Kind ist, der Teil, von dem ich nicht wusste, dass es ihn noch gibt, heult vor Zorn auf.“

Eure Jil Aimée


Ein Jahr voller Wunder: Roman
Ein Jahr voller Wunder: Roman
von Karen Thompson Walker
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen „Es liegt eine gewisse Kühnheit in der Tatenlosigkeit“, aber „die Kunst blüht in Zeiten der Ungewissheit“, 13. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Ein Jahr voller Wunder: Roman (Taschenbuch)
In ‚Ein Jahr voller Wunder‘ geht es u. a. hauptsächlich um die 11 –jährige Julia und ihre Familie, die sich im heißen Kalifornien lebend mit einer gravierenden Verschiebung der Naturgesetze auseinandersetzen müssen. Natürlich handelt es sich dabei um ein weltweites Phänomen, aber als Leser wird einem maßgeblich Julias Sicht der Geschehnisse vor Augen geführt. Man erfährt durch Julias Blick – die zugleich nicht nur Zeuge der Veränderung der Welt, sondern später auch mit 23 Jahren Erzähler dieser Geschichte ist – wie von einem auf den anderen Tag die Welt aus ihren Angeln gehoben wird. Plötzlich hat ein Tag nicht mehr 24 Stunden, sondern mehr, Tendenz bis weit über die 70 Stunden im Verlauf der Geschichte steigend. Unendliche lange Lichttage mit sengender Hitze wechseln sich mit nimmer endender, eisiger Nacht ab.

„Die echten Katastrophen sind immer anders – ungeahnt, unvorhergesehen, unbekannt.“

Die Natur und das Wetter geraten aus dem Gleichgewicht. Mit dieser zeitlichen Verschiebung, die daher rührt, dass sich die Erde zunehmend langsamer dreht und in ihrer Rotation gestört ist, gehen auch schwerwiegende Veränderungen in der Flora und Fauna einher. Vögel fallen vom Himmel und sterben, da die Anziehung der Erde zunimmt, Wale stranden, da sich die Gezeiten in einem Chaos befinden und Nutzpflanzen sowie Nahrungsmittel, Leben aller Art beginnt zu versiegen. Aller Art bis auf den Menschen.

• Oder?

Julia ist selbst noch ein Kind als die ‚Verlangsamung‘ der Welt einsetzt und kann deren Folgen noch nicht wirklich erfassen. Sie entwickelt sich noch. Ist an der Schwelle des Heranwachsens und des Eintritts ins Teenager-Alter. Es gibt so viele andere Dinge, die ihr Leben gerade erfüllen und sich nicht nur auf die Veränderung der Welt beziehen. Denn ihre Welt ist doch sowieso gerade im Umbruch.

„Es war ein rauer Übergang, der von Kindheit ins nächste Leben. Und genau wie bei jeder anderen beschwerlichen Reise überlebte nicht alles.“

Die Freundschaft zu ihrer engsten Vertrauten geht in die Brüche, an einem Tag ist sie das Gespött der ganzen Schule, an einem anderen wiederum niemand der auffallen würde. Und dann wäre da noch Seth Moreno – ein Junge, den sie nur zu gern ansprechen und näher kennenlernen würde. Und wie durch ein Wunder, oder vielleicht liegt es an der ‚Verlangsamung‘ geschieht genau das. Die beiden freunden sich an und verbringen nach einigen Startschwierigkeiten, Missverständnissen und familiären Schicksalsschlägen (Betrug und Tod) stetig mehr Zeit zusammen. Eine Zeit in der sie heranwachsen, die erste Liebe entdecken und versuchen Theorien, Verknüpfungen, Verbindungen zwischen all den Ereignissen aufzustellen, die seit der Veränderung der Erdrotation in Kraft getreten sind. Sie finden sich in einem Wirrwarr aus Tumult und Ordnung, zwischen Echtzeit und der empfohlenen – doch alles verschiebenden – 24-Stunden-Uhrenzeit wieder. Einer Zeit, in der die Menschen nicht wissen, was sie tun sollen und Experten sich mit Fanatikern abwechseln mit den irrsinnigsten Vorschlägen, die (Um-)Welt zu retten, die der Mensch zerstört hat. Gewissermaßen haben alle einfach nur eine unbestimmte Angst, denn sie wissen nicht, was da kommen mag. Nur, dass sich alles Gewesene ändert oder endet. Eben genau diese Zeit, dieses Abenteuer, dieses Wunder und Wunder sind nicht immer für uns Menschen positiv, erleben wir mit Julia und Seth innerhalb eines Jahres. Physik, Mathematik, Naturgesetze – Jahrhunderte lang etabliert, sind binnen weniger Tage nicht mehr gültig. Und doch gibt es da diese zwei Kinder, die einen Zusammenhang zwischen all dem sehen, was seit der ‚Verlangsamung‘ der Welt geschehen ist. Sie hat Auswirkung auf alles – auch den Menschen. Dies äußert sich nur bedingt im Verfall oder körperlicher Krankheit – bald nur noch das Syndrom genannt -, sondern auch in sich verändernden Wesenszügen vertrauter Personen. Niemand weiß, was passieren wird, doch alle fragen sich:

• Wird die Welt, wie wir sie kennen, aufhören zu existieren?
• Kann der Mensch sich anpassen und in Extremen überleben oder gibt er auf?
• Findet die Wissenschaft eine Lösung oder endet es einfach an einem Tag X, der sehr nahe zu sein scheint?
• Was passiert mit der kleinen Julia und ihrer ersten Liebe, wenn sie erwachsen wird?
• Finden Familien, die durch die Veränderung der Welt auseinandergerissen wurden, wieder zusammen?
• Oder ist es dafür schon zu spät und die Erde reinigt sich einfach selbst?
Vorboten gab es, doch der Mensch ist oft für das Offensichtliche, das er einfach nicht wahrhaben will, blind.

„Liebe verschleißt, und Menschen versagen, Zeit vergeht, Epochen enden. […] Aber wahrscheinlich nimmt jede vergangene Epoche einen Hauch von Mythos an.“

Umwelt passt nicht immer in das gewünschte Weltgeschehen und wird sich zurecht gebogen, wie es gerade nützt. Das dies nur bis zu einem gewissen Grad geht und Folgen nach sich ziehen wird, ist nur ein weiterer wichtiger Bestandteil der Geschichte. Wir wissen als Leser nicht, wohin diese Geschichte geht, denn sie endet quasi im Nichts und genau das macht sie so unglaublich spannend. Spannend auf eine ungewöhnliche Art, die mich Euch dieses Buch ans Herz legen lässt. Lest es selbst. Es wird spalten. Entweder werdet ihr es lieben und nicht aufgebend von einem Gedanken zum nächsten hüpfen, oder ihr werdet den Zugang nicht so recht finden. Aber auch dann nehmt ihr aus dieser Geschichte mit, was sie Euch sagen will: Der Mensch fürchtet die Vergänglichkeit, doch ist sie überall. Man kann damit leben und das Leben lebenswert verbringen oder ewig versuchen, ihr zu entfliehen! Am Ende bleibt nur immer die Frage:

• Warum / warum wir?
Die Antwort ist simpel: Weil wir da waren!

Mit ‚Ein Jahr voller Wunder‘ hat Karen einen Endzeitroman der anderen Art geschaffen. Er strotzt nicht vor Action und rasanten Gefühlsausbrüchen der Protagonisten. Es gibt keinen Helden. Aber auch keinen Antihelden. Es wird einfach bittersüß und dennoch wahr erzählt, wie sich das Ende unserer Welt, wie wir sie kennen, vollziehen könnte, ohne am Ende wirklich aufzulösen, was geschieht. Das (Erzähl-)Tempo ist schnell und langsam zugleich – eben genau wie die Veränderung der Welt. Für jene die Hinschauen ist es offensichtlich, für andere eine Überraschung. Es ist ein Roman über das Verlieren der eigenen Orientierung und der Erkenntnis und Suche nach etwas Neuem, etwas anderem als die Gravitation, die einen anzieht. Es ist ein Roman über das Vergessen und Vergessen-werden und den Kampf um die Erinnerung der Menschheit. Die Sprache ist dem Thema angemessen und leicht verständlich gehalten. Es finden sich prägnante kurze Sätze im Wechsel mit langen, detaillierten Beschreibungen. Genau so, dass man glaubt, dabei gewesen zu sein und die Geschichte – wie es damals war – nach Jahren selbst wieder zu erzählen. Die Protagonisten sind greifbar gestaltet, wenn auch gerade Julia durch ihre Sicht der Dinge, ihr Verhalten und ihre Person weit aus reifer als 11 Jahre wirkt und mich ihr tatsächliches Alter sehr überraschte. Ihre Sprache ist relativ neutral, wenig durch Emotionen geschwängert und doch an den entscheidenden Stellen voller Gefühl. Sie weist rückblickendenden Charakter auf und wirkt durch Vergangenheit leicht verklärt. Auch wenn die Geschichte an sich etwas langatmig und wenig spannungsgeladen wirkt, habe ich die Story in einem Rutsch verschlungen. Sie hat mich einfach auf einer tieferen, gedanklicheren Ebene gepackt. Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich seinerzeit durch das einfach wunderschöne Cover mit seiner bläulich-grünen Färbung und dem unter die Haut gehenden Titel. Zugegeben, anhand dieser Dinge habe ich eine völlig andere Geschichte erwartet, dies wurde auch unterstützt durch den kurzen Klappentext. Dass der Roman aber dann eine solche Richtung, wie beschrieben einschlagen würde, hat mich vollends überrascht. Fast so sehr, wie die Charaktere in der Geschichte selbst überrascht wurden. Ich muss sagen, trotz anderer Erwartungen passt Cover und Titel hervorragend, denn sie schüren Hoffnung darin, nicht aufzugeben, komme was da wolle. Es sind eben die kleinen, sich noch entwickelnden, Dinge, die oft die größten Veränderungen mit sich ziehen. Sei es ein treffendes Zitat zu Buchbeginn oder der versteckte Umschlag im Bucheinband, der darauf hindeutet, dass eine Botschaft gefunden werden kann (nicht vergessen wird): ‚Wir waren da.‘
Eine bittersüße Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und mich erfüllt zurück lässt trotz der vielen ungeklärten Fragen.

Eure Jil Aimée


After truth: AFTER 2 - Roman
After truth: AFTER 2 - Roman
von Anna Todd
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

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4.0 von 5 Sternen „Niemand ist wirklich unschuldig in dieser Welt, niemand.“, 12. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: After truth: AFTER 2 - Roman (Broschiert)
Der erste Band ‚After passion‘ – mir durch meine kleine Schwester, die in Tessas Alter ist, empfohlen - ließ mich mehr als neugierig zurück. Ich musste unbedingt schnell erfahren, wie es mit Hardin und Tessa und deren gemeinsamen Achterbahnfahrt der Gefühle weitergeht. In ‚After truth‘ knüpft die Autorin dabei direkt an das Geschehen aus Band Eins an.
Tessa und Hardin sind wieder einmal getrennt, da die Lügen und der Vertrauensbruch von Hardin zu ‚seinem Mädchen‘ einfach zu tief gehen und eine Zerrüttung in Tessas Innerstem verursacht haben. Natürlich wollte Hardin das so alles nicht, steht sich aber, wie so oft, einfach selbst im Weg. Vieles ist dabei, wenn echte Gefühle im Spiel sind, durchaus durch seine tragische Vergangenheit nachvollzieh- wenn nicht sogar entschuldbar. So sieht es auch Tessa und verzeiht Hardin im Verlauf des Geschehens immer und immer wieder. Anderes wiederum ist nicht zu entschuldigen. Während man für Gefühle, die man hat oder eben auch nicht hat, nichts kann, so ist man doch immer für sein eigenes Verhalten verantwortlich. Und gerade dies ist ein Punkt, den Hardin in Band Zwei mehrmals auf schmerzlichste Weise selbst erfahren muss. Das ist auch gut so, denn anders kann er sich nicht entwickeln. Er verheimlicht Tessa einfach viel zu viel und schneidet sich dadurch relativ schnell ins eigene Fleisch und verirrt sich alsbald in seinen Lügen. Dabei liebt er sie. Und sie liebt ihn. Sein etwas hitziger und mehr als nur trotziger Charakter machen es ihm aber schwer, diese Gefühle einfach gelten zu lassen. Und dann wäre da noch sein überaus ausgeprägter Hang zur Gewalttätigkeit, den Tessa nicht dulden kann, er aber immer wieder auslebt. Es kommt, wie es kommen muss: Ein weiterer großer Knall, gerade als Tessa dachte, ihm wieder einmal verzeihen zu können und das es nichts Schlimmeres aus seiner Vergangenheit mehr geben kann, als dass er sie für eine Wette missbraucht hat.

„Ich weiß nicht, ob die Zeit es heilen wird oder nicht. Aber eins weiß ich: falls nicht, werde ich es nicht überleben.“

Leider hat sie falsch gedacht und eine tiefer gehende, schrecklichere Geschichte kommt ans Licht. Schrecklicher, als sie oder irgendjemand sonst hätte erahnen können. Eine Vergangenheit mit einer gewissen Natalie, zu jener ich nicht mehr sagen werde, außer, dass sich daraus resultierend auch Hardins Mom – die wir in Band Zwei kennenlernen – gegen eine Beziehung zwischen ihm und Tessa stellt. So wie es auch schon ihre eigene Mutter getan hat. Hardin hat der beiden Verhältnis zerrüttet…

• Ihr wollt wissen, wer diese Natalie ist und was er mit ihr gemacht hat?
• Warum seine eigene Mutter Tessa rät, sich von Hardin fernzuhalten?
• Was hat Tessas Mom mit dem Ganzen zu tun und kann sie Hardin endlich akzeptieren oder Tessa aus seinem Bann entreißen? Dafür müsst ihr schon selbst in diese Geschichte eintauchen!

Wie dem auch sei. Tessa wird ihm immer wieder vergeben. Sie tut es immer. Sie ist einfach der gutgläubige, naive Typ, der für die schlimmsten Charakterzüge im Menschen eine Entschuldigung findet und einen Weg sucht, diesen zu retten.

• Oder ist es dieses Mal anders?
• Hat sie endgültig genug von Hardins ‚Spielchen‘ und flüchtet sich in eine Zukunft fernab von ihm?
Eine Zukunft mit anderen Freunden. Freunden, wie Zed, der zwar auch an der Wette beteiligt war, ihr in Folge aber immer treu und tröstend zur Seite stand, wenn Hardin wieder Mist gebaut hat.
• Aber vielleicht spielt auch er nur mit ihr?
Dann wäre da noch Landon – sozusagen Hardins Stiefbruder – Tessas engster Vertrauter und bester Freund.
• Kann er kitten, was zwischen den beiden zersprungen ist? Nur so viel sei gesagt: Im Verlauf der Geschichte sucht nicht nur Tessa seine Nähe und immer wieder seinen Rat.

Und schließlich wären da noch Kim und Christian aus dem Verlag, die Tessa nicht nur Kollegen und Vorgesetzter, sondern auch wahre Freunde sind. Durch diese beiden lernt sie nie den Mut für die Liebe zu verlieren, sieht aber auch ein, dass manche Beziehungen trotz wahrer Gefühle zum Scheitern verurteilt sind. Tessa liebt ihre Arbeit, nicht zuletzt wegen der lieben Kollegen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie an einem erneuten und alles entscheidenden Tiefpunkt mit / ohne Hardin einem nicht ausschlagbaren Angebot zustimmt, das maßgeblich ihre Zukunft gestalten wird. Es sei denn, Hardin wird es zu verhindern wissen…

Mit ‚After truth‘ hat Anna eine sehr gelungene Fortsetzung geschaffen. Band Zwei startet recht düster und knüpft direkt an das Geschehen an, in jenem man in ‚After Passion‘ zurückgelassen wurde. Es werden nachvollziehbare Emotionen vermittelt, die den Charakteren ein realistisches Maß an Tiefe verleihen ohne sie dabei zu gezeichnet erscheinen zu lassen. Gleich zu Beginn ist mir besonders positiv aufgefallen, dass Anna kapitelweise Perspektivenwechsel im Erzählgeschehen vollzieht, die es dem Leser verständlich machen, wie Hardin so tickt und warum er wie reagiert. Auch gibt es für mich in diesem Band nicht mehr die chronologischen Patzer, die mich in ‚After Passion‘ leider an mancher Stelle doch zum Stocken gebracht haben. Allerdings ist mir erneut die Schrift persönlich etwas zu klein gehalten. Ich verstehe, dass dies aufgrund der enormen Seitenanzahl durchaus sinnvoll erscheint, dennoch wäre mir eine etwas größere Schrifteinstellung angenehmer gewesen. Besonders liebe ich die einzelnen Verweise der Charaktere innerhalb des Buches auf klassische Romane. Die Zitate daraus sind einfach der beiden Ding und beweisen, dass man egal wie unterschiedlich man scheint, dennoch was Bedeutendes gemein haben kann. Dies entwickelt zwischen den beiden eine sehr schöne Dynamik und lässt gerade bei dem harten Hardin auch weichere Wesenszüge zum Vorschein kommen. Er kann sich endlich fallen lassen, er muss es nur noch lernen und darauf vertrauen, von Tessa aufgefangen zu werden. Und auch Tessa muss nicht mehr die perfekt antrainierte Maskerade aufrechterhalten und kann sich zu einer selbstbewussten und eigenständigen jungen Frau und Persönlichkeit entwickeln, die sich nicht einfach so alles bieten lässt, sondern für sich selbst einsteht.
„Aber hinter einem aufgesetzten Lächeln und etwas Small Talk lässt sich scheinbar auch der tiefste Schmerz verstecken.“

Dies führt an der einen oder anderen Stelle im Buch nicht nur zu weiteren Auseinandersetzungen mit Hardin, sondern auch zu echten Machtkämpfen mit ihrer Mutter.

In Bezug auf die Beziehung zwischen Hardin und Tessa kann ich sagen, dass sich eine Entwicklung in der Liebe der beiden immer deutlicher abzeichnet. Auch die Charaktere an sich unterliegen einer Weiterbildung, sie wachsen, werden größer und gewinnen an Dimension, auch wenn diese Entwicklung nur selten einfach ist. Aber sie stellen sich den Herausforderungen. Vielleicht nicht immer gleich, doch versuchen sie weniger vor ihren Problemen davonzulaufen, sondern es zur Abwechslung mal mit offenen Dialogen und harter Ehrlichkeit. Eine Ehrlichkeit, die sich erst beweisen muss und immer wieder von der Vergangenheit und den von beiden errichteten Mauern verdrängt wird, es aber doch schafft, sich stets nach vorne zu kämpfen. Schritt für Schritt lernen die beiden, die Dämonen ihrer Vergangenheit endlich loszulassen, auch wenn sie dabei immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen einstecken müssen.

„Es ist alles, was ich fürchte, alles, was ich will und alles, was ich brauche.“

Bei Hardin z. B. wird ein Schritt in eine ‚gelassenere‘ Zukunft mit dem Treffen auf Natalie (wer das ist, lest selbst) eingeleitet. Die beiden finden sich im Wechsel zwischen Auf- und Abwärtsspirale und streiten immer und immer wieder. Fast, wie in einem Teufelskreis. Das führt natürlich zu etlichen Wiederholungen innerhalb des Plots. Diese stören mich jedoch überhaupt nicht, sondern zeigen meinem Empfinden nach nur noch viel deutlicher, wie zerrüttet die beiden durch ihre jeweilige Vergangenheit sind und das man Vertrauen erst erlernen und hart erarbeiten muss.
Kleiner Negativpunkt innerhalb der Geschichte ist für mich an so mancher Stelle ein wenig die Ausdrucksweise. So erklärt Hardin in ‚After Passion‘ noch, dass er das ‚auch‘ in ‚ich liebe dich auch‘ nicht leiden kann, da es mehr wie eine Antwort denn echte Gefühlserwiderung klingt und dennoch verwenden beide dies in Band Zwei häufiger. Dafür ist es schön, mehr und mehr auch in die anderen Charaktere eintauchen zu können. Charaktere, wie Tessas Arbeitskollegen oder Hardins Familie und ‚Freunde‘. So zum Beispiel bei Zed: Zu Beginn der Reihe mochte in Zed sehr, aber so langsam entwickelt er sich leider (für mich an manchen Stellen auch wenig nachvollziehbar) zu einem negativen und intriganten Antifreund und quasi zum Ar…. der Geschichte. Vielleicht scheint das auch nur so und wir müssen abwarten, wie sich die Reihe entwickeln wird. Sollte er aber wirklich nur am ‚Verarschen‘ interessiert sein und am Ende sogar noch mit z. B. Molly oder so tiefer unter einer Decke stecken, ist das schlimmer und zerstörerischer als alles das Hardin Tessa je angetan hat. Da kann man nur hoffen, dass sie ihre Augen rechtzeitig genug öffnen kann.

Anna hat es wieder einmal geschafft, mich mit ihrem lockeren und jugendlichen Stil und der ‚echt‘ wirkenden Geschichte in ihren Bann zu ziehen. Sie bietet viele elektrisierende und erotische sowie humoristische Momente, die es vereint mit einem angenehmen Schreibstil dem Leser leicht machen, etwas mehr Durchhaltevermögen an den Tag zu legen. Unterstützt wird dies auch durch das schlicht und dennoch ansprechend gehaltene Cover, dass der Geschichte Raum lässt, sich selbst zu entfalten und den Titel den Inhalt genau erfassen lässt. After truth eben. Ich habe gelacht, geweint, an manchen Stellen einfach nur mit dem Kopf geschüttelt oder mich geärgert. Eben eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle mit dem gutgläubigen Mädchen vs. dem harten und reizbaren Macho durchlebt. Hin und wieder fühlte ich mich sogar in meine eigene Jugend- und Studienzeit versetzte. In Zeit, in der man wie die Protagonisten Tessa und Hardin, lernen muss, erwachsen zu werden und mit Konsequenzen aus Handlungen zu leben. Eine rundum brillante und feurige Geschichte.

Fragen, die zurück bleiben und mich – Euch hoffentlich auch – Band Drei ersehnen lassen sind:

• Was ist in Hardins Mappe?
• Wird sich der Kampf um Zed aufklären?
• Wird Tessa in eine Zukunft mit Hardin gehen oder führt sie der Beruf nicht nur in eine fremde Stadt und weg von der Liebe, sondern auch in unüberbrückbare Differenzen?
• Oder lernen beide wahre Kompromisse einzugehen?
• Und was geschieht mit Tessas unverhoffter Begegnung gegen Ende?

Abschließend kann ich einfach nur meine Worte zu Beginn wiederholen: Eine sehr gelungene Fortsetzung, die große Lust auf ‚After love‘ schürt. Vielen Dank.

Eure Jil Aimée


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