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Rezensionen verfasst von
Serj K. (Maintal)

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Permanent Midnight
Permanent Midnight
Preis: EUR 7,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine einzigartige Verflechtung unzähliger Genres - mit sehr viel Herzblut, Ehrlichkeit, und Schwung!, 22. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Permanent Midnight (Audio CD)
Es hat gedauert. Mehrere Jahre versprach Ferdinand Sarnitz, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Left Boy, seinen treuen Fans ein Album. Wie er selbst sollte es werden, ein wenig exzentrisch, facettenreich, intelligent und doch immer zum Abfeiern. Und was soll man sagen, nach knappen 4 Jahren Produktionszeit gelingt dem guten Ferdinand dieses Vorhaben mit nahezu absoluter Perfektion.

Permanent Midnight tänzelt leichfüßig durch so viele Facetten der Hip-Hop- und Pop-Musik, wie es die meisten Künstler innerhalb ihrer gesamten Schaffenszeit nicht auf allen Alben zusammen vermocht haben.
Mit Pauken und Trompeten fährt er in Left Boy's Coming auf, eine Tendenz die man schon auf Caspers Track Jambalaya und vielen Ami-Tracks beobachten durfte. Er sampled wieder quer durch die Musiklandschaft wie etwa in That's How Much und ebebso baut er mal wieder exzellent Stimmung auf, zu 10 AM oder auch dem bereits bekannten Get It Right und Security Check kann man kaum stillhalten.

Allem voran aber, und das ist für mich der wichtigste Grund für die Perfektion des Albums, hören wir diesmal einen erzählenden, zweifelnden, pragmatischen Left Boy, vor allem außerhalb seiner bereits bekannten Tracks.
Ob er sich nun in Marie, That's How Much und Everything Flows vor den prägenden weiblichen Gestalten in seinem Leben verneigt und diese verbal liebkost, in Star und Stoned an seiner Bodenständigkeit zweifelt oder in Permanent Midnight, Time and Again und Black Dress seine üblichen Nebenbeziehungen selbstkritisch unter die Lupe nimmt, Left Boy verliert auf Permanent Midnight nie den Anspruch, beim Feiern mächtig Feuer zu machen, erzählt aber auch direkt oder indirekt immer wieder hoch authentisch aus seinem Leben.

Was beim ersten und bestimmt auch dem zweiten Anhören noch leicht untergeht, ist die Produktionsqualität und der Ideenreichtum des Albums. Ab einem gewissen Punkt spürt man wirklich das jahrelange Finetuning, das an jedem Track vorgenommen wurde. Jeder, aber wirklich jeder Track wird passend zum Inhalt an den richtigen Stellen lauter oder leiser, kriegt Basszuwachs, faded kurz aus, wird schneller oder langsamer, wechselt das Sample. Kurz gesagt, schon die Instrumentals erzählen die Geschichte des jeweiligen Tracks zumindest teils selbständig, Form und Inhalt stehen durchgehend im Einklang.

Bevor ich mich für den Kauf der CD entschieden habe (bin sonst eher der iTunes-Mensch, wollte aber diesmal explizit supporten), lag mein größter Zweifel in dem Umfang noch unbekannter Tracks.
4 Stück kannte man noch weit vor Release, Security Check war die erste ausgekoppelte Single, Moment ist nur ein (zugegebenermaßen unglaublich süßes und exzellent ins Albumschema passendes) 10-sekündiges Intermezzo, sodass von 14 Tracks effektiv nur 8 wirklich neu sind bzw. 9 wenn man Security Check noch mitzählt.
Dafür inklusive Versand 16,99 zu zahlen, hat sich im Nachhinein gesehen zwar mehr als gelohnt, aber die etwas überhöhte Summe könnte Neulinge dennoch abschrecken.
Zudem haben die Tracks auch keinerlei roten Faden, sodass die Übergänge zwischen Themen und Konzepten nicht fließend, sondern abgehackt sind. Diesen kleinen Punkt könnte man für das nächste Album noch optimieren, mich persönlich stört er aber wenig.

Die tendenziell geringe Anzahl neuer Tracks und ein fehlendes durchgängiges Konzept bleiben aber auch meine einzigen beiden Kritikpunkte an Permanent Midnight und können mich nicht ansatzweise daran hindern, dem exzellenten Werk seine verdienten 5 Sterne zu bescheinigen.
Ferdinand Sarnitz aka Left Boy hat insgesamt alles richtig gemacht und so floskelhaft es klingt, das Warten hat sich tatsächlich gelohnt.
Permanent Midnight ist herausragend und mit unendlich viel Liebe zum Detail produziert, thematisiert sehr persönliche und durchaus intime Seiten Ferdinands und zeigt einen rapide gereiften Künstler. Absolute Kaufempfehlung!


Hinterland (Limited Edition im Digipack)
Hinterland (Limited Edition im Digipack)
Wird angeboten von roundMediaUK
Preis: EUR 18,64

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So anders, so gut., 28. September 2013
Kurzfassung für die Lesefaulen:
- Hinterland ist kein schlechtes Album, aber per Definition auch nicht so ganz direkt ein Rap-Album
- XOXO-Sympathisanten werden hier eher auf ihre Kosten kommen als Verfechter von Cas' Pre-XOXO-Phase
- aufwändig und hoch abwechslungsreich produziert und das hört man jedem Song deutlich an
- Textlich knapp unter XOXO-Niveau, musikalisch oft darüber, insgesamt aber meist melodischer
- Anspieltipps: Im Ascheregen, Hinterland, Lux Lisbon, Jambalaya

Langfassung:
Was hat er uns nicht alles versprochen, der gute Ben(jamin Griffey), seit seinem Eintritt in die deutsche Rapszene vor nicht einmal einer Dekade weithin als Casper bekannt. Sein bestes Album aller Zeiten soll es geworden sein, sagte er in einem Interview mit 16bars kurz nach dem Splash, er wäre endlich zufrieden.
Poppig ist es, und er hat inzwischen gar keine Angst mehr vor diesem Begriff. Viele Menschen haben daran mitgearbeitet, die Einflüsse waren zahlreich und quer über die ganze Musikwelt verteilt. Man hört es dem Album an, mit jeder Sekunde mehr.

Ja, das ist noch Casper. Nein, er steckt sich selber nicht mehr in Schubladen, sondern lässt seinem musikalischen Instinkt freien Lauf und macht Musik mit seiner Band anstatt reinen Rap für die Massen. Ein Wandel, der sich schon seit XOXO abzeichnete und dort bis auf einige Ausnahmen wie z.B. Blut sehen, konsequent vollzogen wurde. In Interviews sagte Ben, XOXO war ein Schritt in die richtige Richtung, doch Hinterland sollte sein musikalisch vollwertigstes, melodischstes Album werden. Er habe viel Wert auf gesungene oder halb-gesungene Hooks/Refrains gelegt, wie sie auch diverse Genrekollegen schon beherrschen.

Tatsächlich klingt das Album sehr rund, ohne langweilig zu werden. Die Features sind wie schon auf XOXO gewollt spärlich und tun der Abwechslung sehr gut.
Hat das Album ein Konzept, einen thematischen roten Faden, den Ben auch schon in Interviews versprach ("Jetzt habt doch endlich Geduld, alles wird noch Sinn machen, ich verspreche es!" - natürlich nur sinngemäß)?
Ja und nein. Thematisch ist es nah an XOXO, wieder ist es sehr persönlich, wieder greift der Grundgedanke von "Auf und davon", aus dem Alltag herausreißen, aus dem kleinen Dörfchen (Ben ist im 12.000-Bewohner-Städtchen Extertal aufgewachsen, nachdem er mit 7 Jahren von Atlanta, USA nach Deutschland zog) ausbrechen, wieder geht es - ob subtil zwischen den Zeilen, z.B. in "Nach der Demo gings bergab" oder ganz direkt, z.B. in "Lux Lisbon" - um Probleme mit Drogen, Freunden und der Liebe.

Hinterland belohnt den aufmerksamen Hörer immer und immer wieder mit Bezügen auf andere Bands (Oasis, Kraftklub, Tomte) und noch öfter bezieht er sich auf seine früheren Texte, meist aus XOXO, teils aber auch aus Kollabos mit Prinz Pi etc. Generell sind die Texte größtenteils wieder hervorragend. Nicht immer wird die Brillanz von XOXO erreicht, nicht immer sind alle Aussagen beim ersten Hören verständlich, oft auch noch nicht einmal beim fünften, aber Ben bringt die Inhalte erneut unglaublich versiert zu Papier - nur muss man diesmal etwas genauer lauschen und etwas mehr Hintergrundwissen mitbringen, um sie vollständig genießen zu können.

Nun zu den Einzelbewertungen der Songs:

1. Im Ascheregen: 5/5
Wir schreiben den ersten August 2013. Seit ca. einem Monat vor XOXO-Release höre ich Casper nahezu täglich, mal mehr mal weniger und nun steht sein neues Album an. Gute zwei Monate ist es noch hin bis zu dem Release, aber immerhin, heute kommt die erste Single um 13 Uhr! Ungeduldig die Zeit bis dahin vertrödelt und voller Spannung den vimeo-Link angeklickt.
Ein unendlich stimmungsvolles Intro. Ein brillanter Text. Eine Hook, die sich teuflisch ins Ohr bohrt und sich dort wochenlang festsetzt. Ein ganz neuer Casper, melodiös, gereift, mit einem mysteriösen Videokonzept. Und dem Versprechen, dass man alles noch verstehen wird, wenn die Zeit dann endlich gekommen ist.
"Im Ascheregen" ist DER Track auf Hinterland, er leitet perfekt ins Thema ein, zieht den Hörer von Anfang an sofort in den Flow von Bens außergewöhnlicher Stimme, nutzt mehr Instrumente und Spuren als alle Songs zusammen, die Ben vorher je gemacht hat. Bis heute mein absolutes Lieblingslied, nicht nur von Ben, auch an sich. Mein meistgehörtes aller Zeiten obendrein! Für mich der beste Track auf dem Album, mit Abstand.

2. Hinterland: 4,5/5
Knapp über einem Monat nach "Im Ascheregen" erschien die zweite Single von Hinterland, der selbstbetitelte Track. Sofort beging ich den Fehler, ihn direkt mit dem bombastischen Erstling von Hinterland zu vergleichen und damit verschwand er für mich erstmal auch wieder von der Bildfläche, leichte Enttäuschung machte sich breit. Als ich dann aber tatsächlich das ganze Album hören konnte, wurde mir erst die Qualität des Tracks klar. Das Thema von "Im Ascheregen" wird weiter aufgegriffen, diesmal fühlt sich aber alles gemächlicher an, auch sind nicht so unglaublich viele Instrumente wie in "Im Ascheregen" zur Verwendung gekommen, was aber auch den Fokus weiter auf den Text richtet und dem Track insgesamt sehr gut tut. Zeilen wie "Hörst du den Chor? Schief und doch schön / Höhen leicht daneben, wir sind Tiefen gewöhnt" und "Für alles zu haben, zu kaum was zu gebrauchen" dominieren den vorerst letzten ernst und eher melancholisch klingenden Track des Albums, es folgen etwas freudigere Einlagen.

3. Alles endet (aber nie die Musik): 3/5
Das erste heiter anmutende Lied des Albums weiß mit einem sehr schönen Text rund um eine aufwachsende Jugend zu überzeugen, der Refrain schmeckt mir persönlich allerdings absolut nicht und auch die gesamte Gangart des Tracks trifft nicht meinen Geschmack, so dass ich ihn bei den meisten Durchhörvorgängen skippe.

4. ... Nach der Demo ging's bergab!: 2/5
Der für mich schwächste Track des Albums. Der schreckliche Refrain schreit nach 80ern, dieser Stil zieht sich dann leider auch durch die meisten anderen Zeilen. Die wenigen, die nicht davon beeinflusst werden, klingen dann ganz gut, sind sogar oft gut: "jeder Frieden bloß ein' Krieg weit entfernt" und "Fast jeden Abend Riesenkonzert / Voller Scherben und Verstehen und all den Orten wo man lieber grad' wär'". Thematisch nett, musikalisch geht das komplett an meinem Geschmack vorbei.

5. 20qm: 4/5
Wieder ein sehr persönliches Stück, rein klanglich spiegelt es die Inhalte exzellent wieder und schwankt immer wieder zwischen unsicherer Fröhlichkeit und nachdenklicheren Tönen. Sehr interessante Satzmelodie, vor allem zu Beginn, die Ben da aufbaut, ein toller Text, eine Wohlfühl-Bridge - sehr gelungener Track insgesamt.

6. Lux Lisbon (feat. Tom Smith): 5/5
Einer meiner klaren Lieblingstracks auf Hinterland. Sehr sehr ungewöhnlich für Ben, so untypisch für seinen Sound, so eine Fremdstimme zu hören im Wechselspiel mit seinen eigenen Parts - aber es funktioniert! Der Text orientiert sich ein wenig an 230409 von XOXO, thematisch ist es diesmal Sehnsucht nach einer früheren Geliebten statt Abstoßung dieser. Wieder wecken den aufmerksamen Hörer subtile Änderungen in der Satzmelodie, Betonungen, das halbe Seufzen kurz vor dem Refrain - sehr schön gelöst. Tom Smith von den Editors trägt einen wunderschönen Refrain bei, der sich auch textlich gut in das Gesamtkonzept fügt, stets von perfekt passender musikalischer Untermalung getragen. Groß, Ben, sehr groß, was du hier veranstaltest.

7. Ariel: 4/5
Erneut eher persönlich, erneut textlich überzeugend, diesmal mit einem angenehmen halb-gesungenen Refrain, der fast in eine ruhige, poppige Richtung abdriftet. Die Passage "Spür' wie dein Herz grad 'nen Schlag überspringt und wenn es - Kick Kick /Alle Wände beben dann / Glaub ich fest, dass ein Text noch immer Leben retten kann / Dass den Liedern die man liebt, immer Frieden inne liegt / Noten ewig leben; kein Grab zu tief für die Musik. " gefällt mir besonders, auch hier ändert Ben mittendrin die Satzmelodie, um den Zuhörer wieder voll auf den Text des ansonsten dahinfließenden Liedes zu richten, nur um ihn dann im Refrain wieder zu entspannen. Das Ende stimmt dann gemächlich auf den nächsten Track mit Kraftklub ein.

8. Ganz schön okay (feat. Kraftklub): 5/5
Das zweite und letzte Feature auf Hinterland, mal wieder exzellent gewählt. Die Jungs von Kraftklub und Ben sind ja bekanntlich gut befreundet und haben immer mal wieder außerhalb der Musik viel miteinander zu tun - man hört es, sie ergänzen sich sehr gut. Selbstzweifel und Erfolgserlebnisse wechseln sich im Text ab und doch ist es insgesamt ein sehr gut gelaunter Track, tatsächlich sogar der am zweitbesten gelaunte auf dem gesamten Album nach Jambalaya.

9. La Rue Morgue: 5/5
Musikalisch hochexotisch, sehr ungewöhnlich für den Ben, wie man ihn bisher kannte, selbst für XOXO-Maßstäbe. Da werden alle Instrumente reingeworfen, da wird ein älterer Musikstil aufgegriffen, der Refrain mutet ebenso recht altmodisch an. Und es tut dem Track sehr gut, passt zu der leicht mysteriös angehauchten Thematik rund um vergängliche Jugend, sorgt für eine sehr schöne Abwechslung innerhalb des Albums.

10. Jambalaya: 5/5
Oh, eine Hommage an Casper Bumayé. Und was für eine! Für mich der zweitbeste Track auf dem kompletten Album, der auf den ich mich seit dem kurzen Sneak Peek auf dem splash! so unfassbar gefreut habe. Wenn ich das Ding anhöre, versuch ich, möglichst wenige fremde Menschen um mich herum zu haben, ich bekomme es immer noch nicht hin, mich beim Anhören nicht permanent irgendwie dazu zu bewegen, unglaublich.
Thematisch fasst Ben seine Lebensgeschichte zusammen, in einem extrem heiteren Rahmen, mit Hintergrundsängerinnen, alles sehr sehr positiv und losgelöst von den sonst eher zweifelnd-melancholischen Thematiken des Rest-Albums. Brillanter Track, im wahrsten Sinne des Wortes sehr bewegend!

11. Endlich angekommen: 4/5
Nahtlos knüpft "Endlich angekommen" an "Jambalaya" an, wenn auch nur textlich. Ben beschreibt hier seinen recht schnellen Weg zu einem gewissen Bekanntheitsgrad, den er auch in Interviews schon beschrieben hatte mit "Jetzt kennen einen auf einmal bekannte Leute, man kann sich was leisten, etc." (sinngemäß). Mit dem "Vorbei - Bye - Bye - Bye"-Refrain verabschiedet sich Ben auch gebührend vom Zuhörer und hinterlässt ihm dann eine instrumentale Wohlfühlwanne an abschließenden Emotionen. Ein Track in Überlänge, vielleicht sogar ein wenig zu lang, für das, was er aussagen soll, aber nichtsdestotrotz ein würdiger Abschluss für ein wirklich gutes Album.

Fazit:
Sein bestes Album sollte es also werden. Ist es das? Es ist anders, so unglaublich anders als XOXO und alles, was davor stattgefunden hat in Bens musikalischem Leben und doch passt es so gut rein. Es ist sein vorerst letztes melodisches Album, er hat mal wieder angekündigt (wie es schon nach "Halbe Mille" mit der EP der Fall war), ein rappigeres Album aufnehmen zu wollen und er freut sich darauf. Wir sollten uns mit ihm freuen, Hinterland kaufen und einen Ben genießen, der sich endlich seinen Traum von einem melodischen Album erfüllt hat und uns erneut hochpersönliche Seiten seiner Seele gezeigt hat. Hinterland ist ein sehr, sehr gutes Album geworden. Ich kann es definitiv empfehlen, selbst wenn es vor allem den Menschen, die Bens alten, "echten" Rap lieber mochten, nicht auf Anhieb oder vielleicht sogar nie gefallen wird. Zu poppig könnte für sie der neue Casper-Sound klingen, zu ungewohnt. Ben bemüht sich diesmal gar nicht erst wie auf XOXO, viel zu rappen; vielmehr ist es eine Art melodischer Sprechgesang, den er hier verwendet. Anders? Ja, und das ist gut so!


League of Legends - Collector's Pack
League of Legends - Collector's Pack

45 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ei, geht's denn noch?, 7. Januar 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Spieler dieses prinzipiell kostenlosen 'Action-Strategiespiels', wie es vom Entwickler selbst bezeichnet wird, werden sich diese Frage im Laufe ihrer LoL-Karriere immer mal wieder stellen. Und obwohl die LoL-Community zu einem wirklich großen Teil schlimm ist und immer mal wieder kleinere Balancing-Probleme das Spiel plagen, nehme ich mir mal die Freiheit und behaupte: Ja, es geht noch.

LoL war für mich eins der ersten kostenlosen 'größeren' Titel, die ich probiert habe. Von Freunden angeregt, die es schon eine Weile spielten, habe ich es im Juli 2011 heruntergeladen und direkt mal getestet. Bis ich wenigstens die Basics inne hatte und nicht mehr von absolut jedem als Feeder (Spieler, der dem gegnerischen Team unabsichtlich, teils aber auch absichtlich zu viele Kills 'schenkt') bezeichnet wurde, vergingen viele Wochen, in denen ich mich eigentlich kaum dazu motiveren konnte, weiterzumachen. Doch die Kumpels sagten mir nur, ich solle es bis Lvl 20 durchziehen, dann kommen die Runen, dann wird das Leben schöner.
Gesagt, getan, ich quälte mich durch, wurde mit manchen Charakteren besser, war aber noch weit davon entfernt, einen Großteil der Mechaniken und des Fachjargons zu kennen und vor allem zu wissen, wie alle anderen Charaktere funktionieren. Zwar kann man in Spielen mit Computergegnern (die je nach Schwierigkeitsgrad teilweise fast intelligenter sind als echte Mitspieler) Erfahrungen sammeln, doch im Endeffekt sieht es in Spielen mit echten Gegnern immer ganz anders aus und man muss sich einfach die Sporen verdienen, auch wenn man dabei so manch eine herbe Niederlage einstecken wird.
Irgendwann war ich dann endlich mal Lvl 20 und später auch 30 und inzwischen habe ich mit rund 1100 gespielten und davon etwa 600 gewonnenen Runden sowie 62 von 90 Charakteren einen gewissen Vorsprung gegenüber vielen meiner rund 40 Ingame-Freunde (die ich allesamt persönlich kenne), habe aber auch unzählige Stunden und einige Dutzend Euro investiert.
Als Schüler habe ich die Zeit dafür, ich könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass die steile Lernkurve bei berufstätigen Erwachsenen wegen eventuellem Zeitmangel noch schlechter ankommen könnte.
Dazu kommt, dass man ziemlich genau wissen muss, wie man einen Charakter spielt und was man in welcher Situation wie macht, außerdem darf man nicht wirklich aus einem Match einfach mal herausgehen (weil das dem gegnerischen Team in 95% aller Fälle einen leichten Sieg garantiert): das alles ist sehr aufmerksamkeitsintensiv und könnte einige Interessierte abschrecken.
Auch einen gewissen Masochismus muss man sich beim Spielen aneignen: Man weiß schon, dass man mit 60%iger Wahrscheinlichkeit ein schlechtes Team haben wird; jemand leaven wird; jemand sich beschweren wird, weil man den Tod eines Gegners gesichert hat und das für den Mitspieler wie ein Killsteal aussah; jemand durchgehend feeden und einen noch beleidigen wird, wenn man ihn drauf anspricht; und so weiter. Es kommt vor, dass man ein wirklich gutes Team bekommt, aber eher in den sogenannten Rankeds (für immer bzw. eine sehr lange Zeitspanne im eigenen Profil festgehaltene Ranglisten-Spiele), da sich dort die meisten Leute etwas mehr anstrengen.
LoL bietet mir persönlich dieselbe Motivation wie die meisten Online-Titel die ich davor durchgemacht habe (etwa BFBC2 und CoD 4+6), und zwar das Auffinden von neuen Taktiken und neuen Lücken in den Charaktern, das Testen neuer Charakter oder auch einfach nur das herumalbern mit Freunden.

Man kann LoL definitiv schmerzfrei spielen, ohne Geld auszugeben, es dauert dann allerdings unendlich lange, bis man wirklich alles gekauft hat. Nach einer kurzen Hochrechnung kosten alle Champions zusammen im Moment (Stand Anfang Januar 2012) 320700 Einflusspunkte, mal abgesehen von anderen kaufbaren praktischen Sachen wie Runen und Runenseiten. Wenn man pro Spiel im Durchschnitt 120 Einflusspunkte (die Ingame-Währung von LoL) bekommt, braucht man rund 2672 Spiele (welche jeweils rund 45 Minuten dauern, womit wir bei einer Gesamtzeit von 83 kompletten Tagen sind) allein um alle Champions zu erwerben. In diese Rechnung fließt natürlich weder der Tagesboost ein, der den Wert eines Sieges pro Tag mehr als verdoppelt, noch die diversen Einflusspunkte, die man durch z.B. die Teilnahme am Tribunal (das 'Gerichtssystem' in LoL, in dem über das Schicksal von gemeldeten Spielern entschieden wird) bekommen kann.
Mein persönlicher Tipp ist dabei, sich einige Champions auszusuchen, die man gerne spielt und gut beherrscht und erst dann teurere Champions zu erwerben, wenn sie stark reduziert sind. So spart man auf Dauer Geld und kommt trotzdem schon bald zu einer großen Auswahl.

Nun klingt das meist vom bereits gesagten zwar eher negativ, doch LoL ist um Gottes Willen kein schlechtes Spiel. Kostenlose Updates auf einer regulären Basis, neue Champions, konstante Reduzierungen von älteren Champions, Angebote für billigere Echtgeld-Einkäufe, und ein relativ (!) zuverlässiger Support, das alles sollte eigentlich zusammen ein fast perfektes Spiel ergeben, doch leider macht die Community dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Wenn man es einrichten kann, sollte man immer versuchen, mit sogenannten Premades zu spielen, also Leuten, die man kennt und mit welchen man meistens über ein Voice-Chat-Programm wie TeamSpeak, Skype, etc. Absprache halten kann. Diese sollten annähernd eurem Level entsprechen, dann machen auch die allermeisten Runden richtig Spaß.

Abschließend kann ich für das Spiel eine absolute Empfehlung aussprechen, falls man Freunde/Kollegen hat, mit denen man es relativ oft zusammen spielen kann. Findet man niemanden zum Mitspielen, kann das Spielprinzip einen nach einer Weile langweilen und die Community extrem nerven. Da LoL aber sowieso kostenlos spielbar ist, würde ich jedem Interessierten empfehlen, es einfach mal herunterzuladen und auszuprobieren und dann selbst zu urteilen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 3, 2014 1:58 AM MEST


Logitech G500 Gaming Maus schnurgebunden
Logitech G500 Gaming Maus schnurgebunden

4.0 von 5 Sternen Zuverlässiger Nager mit minimalen Ergonomie-Problemen., 21. Mai 2011
Nutzungshistorie: Februar 2011 bis heute.

Wie es zum Kauf kam:
Schon seit Mitte 2010 wurde das Mausrad meiner treuen Razer Lachesis immer schwammiger, bis es im Februar 2011 fast unbenutzbar wurde. Ich entschied dann eines Tages spontan, was an der Sache zu ändern, suchte die Änderung und dankte dem Schicksal - in 2,5 Wochen wäre die Gewährleistung/Garantie abgelaufen. Also flitzte ich gleich am nächsten Wochenende zum Saturn und bat den Herren im PC-Peripherie-Bereich freundlich, mein Problem zu lösen. Meine Erwartung war, dass er das Gerät mit trister Miene annehmen und mich darauf hinweisen würde, dass ich ja doch etwas spät dran bin und dass die Reparatur mindestens 2 Wochen in Anspruch nehmen wird. Aber auch hier meinte es das Schicksal gut mit mir, ich bekam direkt eine Gutschrift und schaute mich erstmal baff auf der Mäusevitrine um. Interessanterweise gab es von Razer keinerlei (!) Mäuse, Logitech und kleinere Hersteller herrschten in dem Sortiment aus rund 40 Mäusen vor. Da ich nicht mehr als die ursprünglich für die Lachesis hingelegten 70 Euro ausgeben wollte und keine Lust auf drahtlose Mäuse und No-Name-Hersteller hatte, entschied ich mich spontan für die Logitech G500.

Verpackung / Ausstattung:
Die Verpackung sieht von außen zweckmäßig, aber auch durchaus hübsch aus, nach dem obligatorischen Abpulen des Kantenstickers hält man aber die Innenverpackung in den Händen und diese ist tatsächlich grausam. Es ist noch einigermaßen einfach, die Maus und das dazugehörige Kabel zu entnehmen, aber die Gewichte und die Software-CD sind schon ein harter Brocken, vor allem beim Zurücklegen. Wenn Logitech auf die blister-ähnliche Präsentation der G500 verzichtet hätte, hätte die Verpackung deutlich einfacher und zweckmäßiger ausfallen können, so ist es aber unpraktisch, nach einem kompletten Auspacken alles wieder zurückzulegen.
Wie bereits erwähnt, wird ein Gewichtsset mit 6x 1,7g und 6x 4,5g mitgeliefert, sodass man so gut wie jede Gewichtssumme zwischen 1,7 und 27 g zu den etwa 120 Gramm der G500 addieren kann. Mir persönlich war aber schon das ursprüngliche Gewicht fast schon zu viel, weshalb ich keine zusätzlichen Gewichte eingebaut habe. Zwar war meine Vorgängermaus, die Razer Lachesis, etwas schwerer (128 Gramm), aber irgendwie ist die G500 minimal schwerer zu bewegen - eventuell auch wegen der etwas breiteren Erscheinung.
Eine Beleuchtung kann die G500 im Gegensatz zur Lachesis nicht aufweisen, was mich persönlich jedoch nicht weiter stört.

Kabel:
Es ist lang genug, wahrscheinlich 1,8 oder 2 Meter und, was für mich persönlich absolut neu ist, mit einer Stoffschicht umwickelt, die wohl die Abnutzung des eigentlichen Kabels verringern soll. Die Idee gefällt mir, das sollten andere Hersteller auch übernehmen - zumal die Kosten für so eine Stoffummantelung bestimmt verschwindend gering sind.

Ergonomie:
Das ist ein Punkt, an dem sich doch noch ein wenig Kritik angesammelt hat. Zunächst mal gab es einen gewissen Umgewöhnungsfaktor beim Wechsel von der Lachesis zur G500, zum einen wegen der absolut unterschiedlichen Form und zum anderen wegen den zuvor beschriebenen Gewichtsdifferenzen. Sicherlich ist die Form der G500 auf Dauer deutlich entspannender für die Hände, da sie direkt auf Rechtshänder ausgerichtet ist (die Lachesis war für Links- und Rechtshänder geeignet), jedoch passt bei meiner eher mittelgroßen, wenn nicht gar kleinen Hand der Ringfinger nicht auf die Maus, und der kleine Randfinger schonmal gar nicht. Das mag in der Hitze des Gefechts nicht direkt störend sein, kann aber z.B. bei längeren Surf-Sessions stören.
Zudem finde ich das Material der Außenschalen mehr oder weniger misslungen, denn meine Hände schwitzen darauf nach etwa einer Stunde Nutzung relativ stark. Das ist mir noch nie mit einer anderen Maus passiert, jedenfalls nicht in solchem Umfang. Wenn ich alle halbe Stunde die Hand absetze, geht es wieder, aber ansonsten ist das Problem durchaus ein wenig nervig.
Die Oberfläche, auf der die Hand liegt, hat bei der G500 einen leicht 'verschmutzen' Look, den man auch von anderen Mäusen des Herstellers kennt, diese Oberfläche hat aber auch die ungewöhnliche Eigenschaft, sich nach wenigen Tagen auf den viel benutzten Stellen dunkel zu färben. Mal sehen, wie dunkel die Oberfläche nach einem Jahr Benutzung ist.
Die Tasten der G500 sind sehr reaktionsfreudig und perfekt positioniert. So habe ich z.B. bei meiner Lachesis so gut wie nie die dpi-Wechsel-Knöpfe benutzt, erst mit der G500 finden diese bei mir wieder Verwendung (z.B. dpi herabsenken, wenn ich auf große Entfernungen mit einem Scharfschützengewehr u.ä. hantiere), weil sie einfach sehr gut erreichbar sind. Bei den dpi-Wechsel-Tasten ist übrigens auch direkt ein Display angebracht, welches zeigt, auf welcher von den drei Stufen man gerade ist - sehr praktisch!
Das Mausrad ist praktischerweise umschaltbar zwischen extrem flüssigem und schnellem Lauf und sehr gut spürbarem, präzisem und etwas langsamerem Lauf. Das funktioniert komplett mechanisch mit einem kleinen Knopf in der Mitte und ist generell einfach eine sehr praktische Funktion.

Präzision:
Nun, hier kann ich leider nicht viel sagen. Mir ist die Maus präzise genug und auch die Geschwindigkeit ist absolut in Ordnung. Wenn ich mal was nicht treffe, ist also definitiv nicht die Maus schuld. ;-)
Die 5700 dpi sind mir übrigens zu hoch, ich spiele meistens mit 3000 und 1000 für langsame Bewegungen bzw. 5000 für sehr schnelle Bewegungen.

Fazit:
Ich kann die G500 jedem Spieler ans Herz legen. Sie mag ein wenig teuer sein und für den einen oder anderen kleine Tücken in der Ergonomie aufweisen, aber insgesamt ist sie extrem zuverlässig, präzise und macht auch außerhalb von Spielen eine gute Figur.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 27, 2013 1:12 PM MEST


Battlefield: Bad Company 2 (uncut)
Battlefield: Bad Company 2 (uncut)

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach einiger Einarbeitungszeit sehr motivierend., 20. Mai 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Die bisher 150 Stunden CoD6-Multiplayer gehen natürlich nicht spurlos an einem vorbei, irgendwann hat man eben alle Waffen ausprobiert und seine Lieblinge gefunden, die ersten 30er-Streaks hingekriegt und sogar mal ein paar Nukes abgesetzt. Und dann kommt der Wunsch nach etwas Neuem auf. Nicht Black Ops, das ist immer noch CoD 6 mit älteren Waffen und gleichem Schaden für alle. Auch nicht Medal of Honor, das hat einfach sein Ziel verfehlt.
Aber Bad Company 2, so kam es mir vor, könnte dieses Neue werden und deshalb war ich so frei und legte Steam die 30 Euro aufs Konto. Nach ein paar Stunden Download stürzte ich mich direkt auf den Multiplayer, den ich hier auch als erstes erläutern werde. Da ich vor BC2 die besagten 150 Stunden im CoD6-MP verbracht habe, werde ich die beiden Spiele in dieser Rezension naturgemäß mehrfach vergleichen.

Multiplayer:
/Anfänge/
BC2 wirft den Spieler sehr direkt ins Spiel, man muss den Server-Such-Button schön selber finden und kommt sich in den gerade mal vier Spieltypen mangels einer guten Erklärung zunächst sehr verloren vor. Man hat die Wahl zwischen vier Klassen; Assault (Sturmgewehre), Engineer (Maschinenpistolen), Medic (Maschinengewehre) und Recon (Scharfschützengewehre). Darüber hinaus werden später auch Waffen freigeschaltet, die alle Klassen nutzen dürfen, vor allem Schrotflinten und einige Sturmgewehre. Aber hier sind wir auch schon bei dem größten Kritikpunkt von BC2:
Nach 2,5 Stunden Spielzeit habe ich dann gerade mal den ersten Rang (Private I) erreicht und die ersten paar Waffen freigeschaltet, bei CoD 6 war ich nach dieser Zeit schon ungefähr Level 12.
Wenn man die Spielmechaniken noch nicht kennt, ist es für einen Anfänger sehr schwer, in dem allgemeinen Gedrängel und Gemetzel Fuß zu fassen. Gegner sehen einen immer früher als man denkt, man kennt die Waffen noch nicht und Magnum-Munition ist eh noch ein Dutzend Spielstunden weg.
Generell ist Bad Company 2 sehr taktisch. Wenn man dem Gegner nicht in den Rücken bzw. die Flanke fällt, hat man relativ wenig Chancen, denn bei einem frontalen Aufeinandertreffen stirbt man deutlich öfter.

/Teamplay/
Das ist eine sehr schwierige Kategorie. Ich hab leider keine Vergangenheit in Battlefield-Spielen, sodass ich hier nicht wirklich sagen kann, ob es besser oder schlechter geworden ist. Eines ist aber sicher: die Mitarbeit schwankt von Team zu Team, von Server zu Server. In 40% der Fälle hat man Glück und immer Medics und Ingenieure um sich, die einen wiederbeleben können bzw. die Fahrzeuge reparieren / andere Fahrzeuge zerstören.
In 60% der Fälle aber ist sowohl das eigene Team als auch das gegnerische voll mit Ingenieuren, Stürmern und Snipern, die allesamt mit Magnum-Ammo und Munitionserweiterung ihre Pins verdienen und ihren K/D aufbessern -- nie denkt auch nur einer einer von ihnen daran, den Mitspielern zu helfen oder wenigstens mal die Spielziele zu erfüllen.
Aber, wie gesagt, das ist absolute Glückssache; mal klappt es und man hat Runden mit fünfstelligen Punktzahlen und mal klappt es gar nicht und man geht mit einem 0,1er K/D entnervt aus dem Spiel.
Es gibt noch eine sehr praktische Funktion im Spiel, für so ziemlich alle Spieler: das Spotting. Sobald man einen Feind im Visier hat (wortwörtlich, denn er muss direkt im Fadenkreuz bzw. auf dem Korn sein, damit das Spiel ihn erkennt), egal, wie weit er weg ist, sollte man möglichst schnell die entsprechende Taste drücken (das war bei mir früher mal Q, glaube ich, im Moment ist es die linke Strg-Taste) -- damit hat man ihn als orangenes Pünktchen markiert, und jeder, der in seine Richtung schaut, weiß für bis zu 5 Sekunden exakt, wo er ist. Es ist quasi ein halber Wallhack, nur fairer. Richtig gut fühlt es sich dann an, wenn man einen Berg hochschaut, einen Sniper sieht, anvisiert, angeschossen wird, trotzdem noch die Spotting-Taste drückt, dann gleich mehrere Sniper erkannt werden und der Panzer hinter einem alle in einem Schuss vernichtet. Wenn dann noch der Medic hereilt, um einen zu heilen und der Ingenieur sich ans Reparieren macht und alle zusammen eine Flagge einnehmen, dann ist man in den guten Momenten von BC2, dann weiß man, wofür man sein Geld ausgegeben hat.
/Waffenbalance/
Die ist durchaus gelungen, so gut wie keine Waffe ist overpowered (im Gegensatz zu CoD6, man erinnere sich hierbei nur mal an die Akimbo G18, die Tar-21, die UMP45 oder auch die Granatenwerfer), nur der Unterschied zwischen Spielern mit und ohne Magnum-Ammo ist spürbar; beide machen aber deutlich weniger Schaden, als es in CoD 6 noch der Fall war. Sogar im Hardcore-Modus braucht man teilweise die dreifache Schussanzahl in einer Waffenkategorie, in der man in CoD 6 im HC One-Hit-Kills gelandet hätte.

BC2 teilt den Schaden sehr nüchtern nach Feuerrate ein. So töten die 1000-RPM-Monster PP2000 und MG3 ohne Headshots und Magnum-Muni einen Gegner in 9 bis 10 Schüssen, während man mit dem Schuss EINES Carl-Gustav-Raketenwerfers (Feuerrate selbst mit Nachladeabbruch ungefähr 10 RPM) bis zu 5 Gegner gleichzeitig aus den Latschen haut und nebenbei das halbe Gebäude zerstört.
Dasselbe trifft man auch bei Schrotflinten und Sniper-Gewehren an. Wählt man eine Bolt-Action-Waffe (als Sniper) oder eine Pump-Action-Waffe (als Schrotflinten-Läufer), dann macht man zwar einen sehr hohen Schaden und kann mit Headshots One-Hit-Kills verteilen, aber man muss eben nach jedem Schuss repetieren, was in beiden Waffenkategorien sehr oft absolut fatal endet. Wählt man nun aber eine halbautomatische Waffe, wird der Schaden sofort um zwei Drittel gesenkt. Ohne Ausnahmen.
Die Splittergranaten, die man aus so ziemlich jedem Shooter kennt, sind in BC2 extrem schwach. Selbst mit dem Verbesserte-Explosionen-Spec kriegt man oft nicht einmal ein paar Schadenspunkte, wenn man mitten in eine Gegnermenge wirft.
Blendgranaten kennt BC2 gar nicht erst, die beliebte Kombination Blend-Splitter-Rest töten ist damit passé.

/Killstreaks/
Die Killserien-Belohnungen aus CoD 6 (Luftschlag, Helikopter, etc.) gibt es in dieser Form nicht in BC2, sie werden von Fahrzeugen und stationären Geschütztürmen ausgeglichen, die immer mal wieder auf den Karten spawnen und rege Verwendung finden.
/Killcam/
Die Killcam ist nicht so hilfreich wie in CoD 6, man sieht nur die Position des Gegners aus der 3rd-Person-Ansicht, je nach Laune des Spiels auch mal den toten Körper seines Killers oder die Landschaft oder gar nichts. Nur auf kleineren Maps kann man in der Killcam erfolgreich die Position des Gegners bestimmen -- die Häuser sehen innen fast alle gleich aus, und deshalb muss man wenigstens ungefähr wissen wo der Schuss herkam, um die Teammitglieder alarmieren zu können. Außerdem muss man immer seeeeehr lange warten, um an die Reihe zu kommen, insgesamt über 10 Sekunden. Das löst CoD 6 besser. Dafür darf man noch vor dem Respawn jedes Mal an der Klasse rumschrauben, das hat CoD 6 nicht erlaubt.

/Specializations (Perks) /
Was CoD 6 - Veteranen als Perk bekannt ist, wird in BC2 Specialization genannt, also Spezialisierung. Schnellere Bewegung, mehr Granaten, mehr Durchschlagskraft bei Panzern, die bereits mehrmals erwähnte Magnum-Munition, all diese Möglichkeiten bekommt man, je weiter man sich mit der eigenen Klasse entwickelt. Ganz anders als in CoD 6 gehören aber auch die modernen Zielvorrichtungen wie Red Dot / Reflex, das 4x Scope (besser bekannt als ACOG, und zwar das alte Modell, das wir aus CoD 4 kennen) und ein 12x-Sniper-Visier zu den Specs und werden nicht bei jeder Waffe jeweils einzeln freigeschaltet.
Leider ist der zweite Spec-Slot voll mit wirklich praktischen und hilfreichen Specs (Magnum-Ammo, stärkere Explosionen, Körperschutz, etc.) und der erste hat so ziemlich nur Attribute, die man in den meisten Klassen schlicht und ergreifend nicht braucht. Hier wäre ein wenig Balance zwischen beiden Slots sehr angebracht.
/Sonstiges/
Die Maps sind bei BC2 teilweise so irrsinnig groß, dass man ohne Fahrzeuge nur noch als Sniper den Hauch einer Chance hat.Man hat in BC2 allerdings auch die Möglichkeit, solange wie man will, zu sprinten.
Hinlegen ist aus unerfindlichen Gründen nicht möglich, obwohl es sich zum Beispiel bei den Snipern und ihren ungenutzen Bipods auf den Snipergewehren mehr als anbieten würde, auch mal aus dem Gras heraus zu snipern.
Technik:
/Grafik/
Detailreich, matschige Texturen sind selten, Ruckler noch seltener. Leider sind die Farben aber relativ trist, kräftigere Töne wären teilweise sehr nett gewesen.
Die Schmerzanzeige ist typisch für aktuelle Shooter, ein blutiger Rahmen legt sich dann ums Bild. Dieser ist ziemlich dicht und bringt zusätzlich einen Taubheits-Effekt mit sich.
Was ich in CoD 6 seinerzeit immer wieder vermisst habe, ist eine zerstörbare Umgebung. Diese gibt es in Bad Company 2, sie ist ordentlich eingebaut und funktioniert meistens realistisch -- nur Großkaliber-Waffen wie Granatenwerfer, Snipergewehre, Granaten und diverse Fahrzeuge können Materialschäden anrichten. Dennoch sind auf vielen Karten Granatenwerfer, Raketenwerfer, Panzer und und Helikopter zugange, sodass man seine Deckung meistens recht schnell los ist.

/Klang/
Waffengeräusche sind seltenst zu hören, sie sind einfach nicht laut genug abgemischt (in CoD 6 hört man die meisten nicht-schallgedämpften Waffen auf der ganzen Karte).
Russen reden übrigens, genau wie in CoD 6, die ganze Zeit, wer hätte es gedacht, Russisch. Das mag realistisch sein, aber wenn man kein Russisch kann (ist bei mir nicht der Fall, Muttersprache..), geht ein wenig vom Verständnis flöten.
Das Messergeräusch (und generell auch die Animation) ist deutlich realistischer und, naja, befriedigender als noch in CoD 6.
Eine interessante Eigenschaft des BC2-Sounds ist noch, dass man beim Einschlag von Explosionskörpern oder auch dem Abfeuern diese (z.B. im Panzer) für eine gewisse Zeit 'im Spiel' taub wird. Es gibt dann also so ein hübsches, hohes Geräusch, und danach nur noch leisestes Rauschen. Und das teilweise minutenlang.
/Probleme/
Diese Kategorie ist die längste, da BC2 noch sehr verbuggt ist und an sehr vielen Stellen ausgebessert werden könnte:

Das Spotting ist ein absolut geniales System, welches ich in einer verbesserten Version auch sehr gerne in allen zukünftigen Multiplayer-Shootern sehen würde, denn in der Theorie vereinfacht es für Sniper, Fahrzeuge aber auch für simpelste Infanterie das Zielen. In der Praxis aber plagen unendlich viele Bugs das System! So kann man die entsprechende Taste teilweise zwanzig Mal drücken, bei einem Gegner, der nur z.B. 100 m weg ist, und dann ist man schon tot, weil er einen gesehen hat; manchmal drückt man sie auch nur einmal auf gut Glück wenn man in Büsche starrt, die 2 Kilometer weg sind und prompt werden drei Sniper gefunden. Auch Fahrzeuge können nicht immer markiert werden und vom Spotting Scope will ich gar nicht erst anfangen, das erfüllt einfach zu keiner Sekunde des Spiels seinen Zweck!
Als Medic rennt man zudem zu einem Kollegen, um ihn wiederzubeleben, sieht dann aber nur seine Waffe, sucht die ganze Stelle hektisch nach ihm ab, und wird dann abgeschossen. OBWOHL das Defibrillator-Symbol die ganze Zeit auf der Minimap zu sehen ist und man absolut freies Sichtfeld hat.

Ein paar Abstürze und Serverabbrüche hatte ich in der Spielzeit leider auch. Die Statistiken schienen dennoch intakt zu bleiben, eben bis zu dem Punkt, wo die Verbindung weg war.
Die Ladepausen bis zum eigentlichen Spiel sind sehr lang, es dauert teilweise über eine Minute, bis man auf einem Server ist.
Generell scheint das Spiel Verbindungsprobleme zu haben. Es passiert mir sehr oft, dass ich mit einer Einzelschuss-Waffe herumrenne und z.B. in einer engen Häuserschlucht auf einen Gegner treffe und abdrücke, während er auch abdrückt. Nun registriert das Spiel meinen Schuss aber nicht mehr, obwohl er definitiv ankommt (durch Ton und Bild bestätigt) und mein Gegenüber gnadenlos aus den Latschen gehauen hätte. Dasselbe gilt für sämtliche Waffen des Spiels, auch Pistolen, Schrotflinten, den Mörser, die Granaten, etc. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn es ein paar Mal in einer Woche vorkommen würde, aber leider gibt es Server, auf denen das teilweise ein ganzes Match lang so ist. Irgendwann disconnectet man dann entnervt und sucht sich einen anderen, natürlich, aber der K/D ist dann schon versaut.

Man hat kaum Einfluss auf die Teamwahl in BC2. Wenn man zum Beispiel unbedingt seine Naval-Warfare-Pins und den Bronze-Stern bei Wasser-Fahrzeugen machen will, bietet sich das Angreifer-Team auf Isla Inocentes an; man kommt aber eben schlicht und einfach nicht rein, weil der Server ausnahmslos immer meldet, im anderen Team befänden sich zu viele Spieler. Selbst wenn dort weniger sind als im eigenen.
Server lassen sich nur außerhalb des eigentlichen Spiels auf die Favoriten-Liste setzen, also macht man das entweder, wenn sich die Bezeichnung gut anhört (für mich als Oasis-Freak wäre das dann sowas wie '~Vir~ CQ 24/7 Oasis') oder wenn man den Server bereits kennt. Da es aber in so ziemlich anderen Spielen gang und gäbe ist, einen Server direkt im Spiel faven zu können, ist das auch ein unschönes Detail.

Da das Spiel eher in die Realismus-Richtung gehen will, gibt es bei fast allen Waffen viel oder wenig Bullet Drop. Das heißt schlicht und einfach, dass die Kugel, die da rausgefeuert wird, etwas tiefer ankommt, wenn man auf eine Distanz von mehr als 100 Metern schießt. Das mag sehr realistisch sein (auch wenn ich dann die doch eher niedrigen BD-Werte einiger Waffenkategorien anzweifeln würde..), aber wenn man dieses Problem vorher noch nie hatte, wird man es vor allem als Sniper schwer haben im Spiel.
Um beim Realismus zu bleiben: In CoD 6 genügt es selbst nach einem Beinschuss von einem Sniper (welcher dort bekanntlich bis zu 98 Schadenspunkte macht), 5-10 Sekunden zu warten und schon hat man wieder die Ausgangs-Gesundheit erreicht. BC2 macht das absolut anders, man rennt oft minutenlang mit einem dunkelroten Bildschirm über die Karten, da man ohne Medipack erst nach 6 Sekunden 3 Gesundheitspunkte pro Sekunde wiederherstellt.

Es gibt auch, zugegebenermaßen selten, nicht störende Bugs, z.B. die doppelte Vergabe von Pins und die falsche Anzeige der Todesursache.
Singleplayer:
Ich habe das erste BC nicht gespielt (mangels einer Konsole, denn nur auf denen erschien es), deshalb kann ich nicht sagen, ob BC2 eine bessere oder schlechtere Geschichte bietet. Jedenfalls kann man sehr gut einsteigen, die vier Protagonisten sind sehr menschlich dargestellt; die Spieldesigner hätten dem Spieler aber ruhig mehr Einarbeitungszeit in die Charaktere lassen können, da man kaum etwas über sie erfährt. Die Waffen sind größtenteils die selben wie im Multiplayer, machen allerdings teilweise mehr Schaden. Auch ein paar ältere Waffen sind dabei, z.B. für das erste Level, in dem man zu Zeiten des WWII (glaube ich zumindest, ist schon etwas länger her) spielt. Die Levels sind bis auf 'Sangre del Toro' sehr linear und werden nicht, wie man es aus CoD 6 noch kennt, mit einem technisch gut verpackten Enführungsfilmchen vorgestellt, sondern laden einen meist direkt in das Einsatzfahrzeug und einen kurzen Dialog, bevor es dann in die Action geht. Wie in den meisten aktuellen Shootern ist der Singleplayer-Part mehr oder weniger ein kleines Tutorial für den Multiplayer, das man möglichst auf hohen Schwierigkeitsgraden durchspielen sollte, um später nicht sofort den Kürzeren zu ziehen.

Fazit:
Wie in den meisten anderen MP-Titeln muss man hier zunächst die Spielmechanik verstehen, um erfolgreicher zu werden und dadurch auch mehr Spaß an BC2 zu haben. Sobald man dann seine Lieblingswaffen gefunden hat, kommt BC2 einem gar nicht mehr so schlimm vor. Auch wenn die vielen kleinen Bugs, die BC2 noch plagen, nerven, macht BC2 nach einer Weile Spaß und motiviert durch die Abzeichen und Pins, bis man dann die meisten bekommen hat und kaum noch Motivation hat, einfach nur ziellos weiterzutöten. Da das aber bei den meisten Multiplayer-Shootern so ist, werte ich BC2 selbstverständlich nicht ab.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2011 3:08 PM MEST


Call of Duty: Modern Warfare 2 (Deutsch)
Call of Duty: Modern Warfare 2 (Deutsch)
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Ein absolut würdiger Nachfolger., 20. Mai 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
'Five years ago, I lost 30.000 men in the blink of an eye -- And the world just fuckin' watched.'

Singleplayer:
o/ etwas wirre Handlung..+/..die aber in einem derart furiosen Finale gipfelt, dass es einem in den Augen feucht wird.
+/ immer noch bombastische Präsentation, perfektes Mittendrin-Gefühl..-/..welches aber mit den gewohnten, extrem linearen Schlauchlevels erkauft wird -- sieht man auch wunderbar, wenn man öfters im Veteran-Modus stirbt, weil ein KI-Gegner immer von irgendwo schräg hinten ankommt..
+/ absolut passender Soundtrack -- dezent, wenn unnötig; orchestral, wenn passend.
+/ minimal verbesserte Grafik (z.B. Licht)
+/ Special Ops - Modus fordernd, verlängert den Einzelspieler-Spaß ein wenig.
+/ Ladezeiten werden, wie schon im Vorgänger, stilvoll mit Einsatzinfos überbrückt.
+/ Wiedersehen mit bekannten Charakteren.
o/ Folgen-Pfeile fallen manchmal für einige Minuten aus.
o/ wieder gibt es Laptops einzusammeln, wieder bringen sie nicht den erhofften Wiederspiel-Motivationsschub (mir zumindest)
- KI-Gegner laufen oft mitten ins eigene Feuer.
- KI-Gegner werfen Granaten, machen sie aber nicht scharf, sodass man meist problemlos fliehen kann.
-/ sehr lustlose Synchronsprecher.
-/ selbe Massenvernichtungswaffe wie im Vorgänger.
-/ Patriotismus an jeder Ecke, in jeder Sekunde..+/..hilft aber, die Motive nachzuvollziehen.

Multiplayer:
+/ kürzere Matches, mehr Punkte pro Kill, zahlreiche waffenspezifische Herausforderungen, Mini-Herausforderungen (Rache, Teammitglied-Rache, Erholung von einem Deathstreak, Anhalten eines Killstreaks von einem Opponenten, Distanzschuss, etc.) sorgen für viel höhere Motivation als noch in COD4. In einer vollgepackten Spielstunde ist Level 10 problemlos möglich.
+/ neue, sinnvolle Perks, die sogar aufrüstbar sind.
+/ voreingestellte Klassen erlauben auch Spielern mit niedrigem Level, mächtige Waffen und Perks zu benutzen.
+/ Cheater (und Camper!) sind subjektiv seltener als in CoD4.
+/ modernisiertes UAV-System.
+/ neue, teilweise extrem spannende Spielvarianten.
+/ mehr Karten
+/ viele neue Waffen
o/ Matchmaking funktioniert nicht immer auf Anhieb.
o/ Prestige-Modus finde ich persönlich absolut unsinnig, ist aber wohl auch Geschmackssache, ob man 600 Stunden Spielzeit für ein hübscheres Abzeichen investieren möchte.
o/ AK-47 ist eigentlich keine Waffe für Götter, wird aber trotzdem erst bei Level 70 freigeschaltet.
-/ die russischen und nahöstlichen Stimmen klingen, als hätten IW-Mitarbeiter versucht, den jeweiligen Akzent zu imitieren.
-/ russische Kommentare (Granatenwurf, Airstrike, etc.) sind nie sinnvoll übersetzt.
-/ wie auch in CoD4 schwindet die Motivation etwa ab der Mitte der erreichbaren Levels.
-/ Kollegen geben manchmal unrealistische -- wahrscheinlich generierte -- Kommentare ab (Anfang eines Matches: Alle laden sofort nach, ohne dass auch nur ein Schuss gefallen wäre. oO)

Auch dieses CoD habe ich relativ lange gespielt -- rund 25 Stunden im Singleplayer und über 170 Stunden im Multiplayer. Und ich muss sagen, wenn ich CoD 4 nicht kennen würde, wäre CoD 6 einfach das absolut ultimative Spiel für mich gewesen, eine Offenbarung, eine Gottheit. Aber der Vorgänger war kaum schlechter, man kennt irgendwie schon die Effekte, viele von den Waffen und einige Charaktere. Natürlich, es gibt auch diesmal eine Story, die allerdings wieder kaum ins Detail geht und eine sehr dramatische Wendung im Endpart herzaubert, aber wegen ihr lohnt sich CoD 6 eigentlich kaum. Der Multiplayer ist es hier schon eher, der für Motivation und Spielspaß sorgt, und das sogar auf höherem Niveau als on CoD 4.


Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction (uncut)
Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction (uncut)

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schleich di!, 20. Mai 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Ein Parkhaus-Wächter steht in Feierabendstimmung in seinem Büro und redet mit einem Kollegen, auf einmal ertönt von draußen die Alarmanlage seines teuer bezahlten Sportflitzers. Er geht gelangweilt raus, kniet sich hin..und stirbt mit einer Kugel im Kopf. Sie kam aus dem Schatten.
Sein Gesprächspartner verlässt den Raum und macht sich auf in die eigentliche Tiefgarage, wo es schon weniger nach Friede, Freude, Eierkuchen aussieht: Überall Wachen. Doch auch hier wird einer nach dem anderen aus dem Schatten ermordet, Lichter werden zerschossen, mobile Kameras an Wände gepappt. Und wer war's? Sam Fisher, versteht sich. Draußen schoss er das Auto an, dann ging er durch den Schacht an der linken Seite und bediente sich sämtlicher Elemente seiner Trickkiste, um die rappelvolle Garage zu säubern. Klingt ein wenig eintönig, aber auch ein wenig spannend? Willkommen in Splinter Cell: Conviction.

Einige Jahre vor Conviction habe ich mir (nur sehr kurz) die Zeit mit diversen Vorgängern -- 1, 3, 4 -- versüßt und ich muss trotz aller Gegenaussagen ein ganz klares Statement abgeben: Man kann auch in SCC die guten alten Zeiten aufleben lassen, indem man nur mit Schalldämpfer-Pistole und Gadgets hantiert. Es ist sogar die spaßigste und herausforderndste Methode. Aber wer will, kann nun eben auch zum Rambo werden und mit einem eher kleinen MP/MG-Arsenal auf die Gegner losgehen. Geschmackssache.
Nun aber die bekannte Aufzählung im GamePro-Stil:
+/ phänomenale, ergreifende Präsentation (I used to work here), dadurch sehr intensives Gesamterlebnis..
-/..bringt aber nicht viel, denn die Geschichte ist weder sonderlich originell noch sehr spannend..
o/..verteilt ihre Missionen aber immerhin auf rund 10 Stunden Spielzeit.
+/ Sam ist sehr lebensnah dargestellt, Identifizierung fast sofort da.
+/ faire Speicherpunkte..
-..die aber sehr willkürlich verteilt sind.
+/ praktische, unauffällige Gadgets..
o/..die man aber irgendwie immer wieder vergisst.
+/ viele bis extrem viele Lösungswege, je nach Level.
+/ praktische Sicht-Warnungen.
+/ spaßiger Deniable Ops - Modus, für die Story-Durchhaber.
-/ KI lässt sich teilweise zu leicht hinters Licht führen.
-/ Kombination aus Schattenposition und schallgedämpfter Pistole (auch dank unendlich Munition) nahezu übermächtig, wenn man sie richtig einsetzt.
-/ nervige, nicht zerschießbare, Lichter in den letzten Missionen.
-/ Kameras fällt nicht auf, dass alles um sie herum dunkel ist.
-/ Speicherbugs beim Weißen Haus.
-/ Waffenbugs nach Weapon Stash (nur im Parkhaus?).
-/ Gegner halten zu viel aus (6 Pistolenschüsse, sogar direkt ins Herz).

Fazit:
SCC will eigentlich gar nicht mehr das alte SC sein. Es ist filmähnlich und filmreif; einfach zu verstehen, aber schwer zu perfektionieren; es macht trotz der einfachen Geschichte wirklich Spaß, die Taktik auszufeilen -- auch wenn einem diverse Bugs und Unschönheiten das Agenten-Leben vermiesen. So ist SCC durchaus für ein gut gefülltes Gaming-Wochenende geeignet, allzu viel Tiefgang oder Anspruch sollte man jedoch nicht erwarten.

gespielte Fassung: Englisch, (Uncut?)


Call of Duty 4 - Modern Warfare (DVD-ROM)
Call of Duty 4 - Modern Warfare (DVD-ROM)
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen ergrauter Multiplayer-König., 20. Mai 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Irgendwo in einem unbekannten Nahost-Städtchen. Es pfeifen Schüsse durch die zerbombten Häuser, Granaten fliegen durch die Luft. Und zwei Soldaten suchen gleichzeitig den Weg zum Mittelgang, auf die andere Seite, zu den Feinden -- sie sehen einander in 20 Metern Entfernung. Beide werfen sich sofort auf den Boden, feuern aus allen Rohren, beiden geht nahezu gleichzeitig die Munition aus. Soldat A versucht, noch schnell nachzuladen, Soldat B nimmt währenddessen Anlauf zu einem Sprung und zückt mitten in der Luft sein Messer, Soldat A wechselt in Sekundenbruchteilen zur Schrotflinte und lässt den Kopf von Soldat B in unangenehm viele Einzelteile explodieren. Klingt furios, spannend, aber auch frustrierend? Jo, da simmer schon mittendrin.

Wie es zum Kauf kam: Für einen runden Zehner auf einem Flohmarkt ergattert. Dürfte noch 2008 gewesen sein.

Einzelspieler:
+/ geniale Präsentation trägt zu einem guten Mittendrin-Gefühl bei.. -/..kann aber nicht das Moorhuhn-Feeling überdecken.
+/ durchaus interessante Story mit genügend Wendungen.
+/ immer noch absolut ansehnliche Grafik, die entsprechende Hardware vorausgesetzt..-/ ..aber keine zerbombbare Umgebung wie in BC/BC2.
+/ eindrucksvolle Soundkulisse, allerdings relativ lahme Waffensounds (BF:BC2 macht es hier besser).
o/ Einsammelbare Laptops (feindliche Aufklärungsdaten) motivieren nicht wirklich, die Extras sind nicht extrem hilfreich.
-/ manche Abschnitte muss man mehr oder weniger auswendig lernen, um durchkommen zu können.

Mehrspieler:
-/ Respawn geschieht manchmal in der Nähe eines Gegners oder sogar einer Gegnergruppe.
+/ alle Waffen gut ausbalanciert, jede hat ihr Einsatzgebiet (bis auf die Schrotflinten, die haben einfach eine viel zu geringe Reichweite und sind deswegen nur für Extremrusher geeignet).
+ Levelaufstiege mitsamt Waffenfreischaltung motivieren am Anfang ungemein, später (so ab Level 30) will man einfach nur noch wie alle auf L55.
+/ Search and Destroy mit einem guten Team spannend und punkteträchtig (50 pro Kill, 20 pro Assist); Hardcore-Deathmatches etwas schwer gegen Camper, ansonsten ebenfalls spaßig.
+/ Herausforderungen bringen schnelle Punkte für den Aufstieg.
+/ Killketten können mit Luftangriff und Hubschrauber verlängert werden.
+/ man muss vor so ziemlich jeder Positionierung gut nachdenken, wer einfach durch das Level läuft, überlebt nicht lange.
o/ nur scharfgemachte Granaten sind effektiv, das Timing ist aber kompliziert und während man wartet, ist man ein leichtes Ziel.
o/ Cheater sind kaum noch unterwegs, aber wenn sie doch mal auf dem Server sind, macht es schnell keinen Spaß mehr. Vor allem, wenn kein Admin da ist, um denjenigen zu kicken.
-/ Maschinengewehre sind fast schon übermächtig (auch wenn ihr Gewicht den jeweiligen Spieler langsam macht), aber wenigstens nutzt sie so gut wie keiner.
+/ immer noch absolut ansehnliche Grafik, die entsprechende Hardware vorausgesetzt..-/ ..aber keine zerbombbare Umgebung wie in BC/BC2.
-/ Martyrium und Eliminator sind zwar auf vielen Servern verboten und nicht jeder setzt eins oder beide ein, ABER WENN, kann das zu sehr unfairen Kills führen.

Fazit:
Den Singleplayer habe ich seinerzeit komplett durchgespielt und mehrere Missionen wiederholt (wegen den Laptops, die man einsammeln kann), womit ich auf etwa 8 Stunden Spielzeit kam, der Multiplayer-Part hat mich sogar ganze 24 Stunden (Level 36) ertragen müssen -- nein, nicht am Stück -- und vor allem dieser wurde nach einer Weile langweilig. Der Singleplayer hat den Nachteil, dass man die Effekte irgendwann kennt und nur noch Ziele abschießt, im Multiplayer hat man irgendwann alles gesehen, seine Lieblingswaffen und -Karten gefunden und die meisten Herausforderungen geschafft. Und dann ist das Spiel im Leerlauf. Gut, die wenigsten aktuellen Titel bieten über 30 Stunden Spielspaß, aber da auch COD4 durchaus seine kleinen -- oben aufgezählten -- Macken hat, vergebe ich nur 4 Sterne. Wären 4,5 möglich, würde ich sie ebenfalls noch gerne vergeben, aber dies ist hier leider nicht möglich.


Logitech V20 USB Notebook Lautsprecher
Logitech V20 USB Notebook Lautsprecher

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel besser als erwartet!, 9. August 2010
Eigentlich war das Überleben der V-20 auf meinem Arbeitstisch von vorneherein fast aussichtslos, denn mein Vater hatte einen Tag nach dem Bezahlvorgang noch zwei alte, graue Boxen im Keller gefunden, die mir bis zur Lieferung der V-20 eine ganz neue Dimension des Musikhörens am Notebook ermöglichten. Doch dann, eines Tages, klingelte der DHL-Bote. ;-)
Das Hardcase ist so robust, wie es die Vor-Rezensenten versprachen, die Boxen selber sehen neben den alten Giganten irgendwie mickrig aus..aber es ist doch das Innere, das zählt. Und so schloss ich die Teile mal an, mit dem Gedanken, einmal kurz Musik anmachen, und die Teile fahren ratzfatz zurück zum Shop, aber die Realität war dann doch anders. Nachdem die Startschwierigkeiten (wenn es bei euch rauscht und miesen Sound produziert, einfach mal aus- und wieder einstecken -- hilft!) erledigt waren, konnte ich einen guten, vollen und vor allem abolut klaren Sound -- ich bin leider keiner, der sich mit den Fachbegriffen wie Höhen und Tiefen auskennt und da eine professionelle Einschätzung abgeben kann, pardon -- genießen. Auch wenn der Bass hätte besser ausfallen können, der Sound ist meinem Empfinden nach insgesamt hervorragend, vor allem für diese Größe und Preisklasse.
Da sie so kompakt sind, fallen sie kaum neben meinem (farblich durchaus passenden) Notebook auf und sind im Zweifelsfalle extrem portabel.
Groß zu kritisieren gibt es eigentlich nicht viel. Zum einen lässt sich die Lautstärke nicht komplett herunterdrehen (!), bei 0/12 plärren sie immer noch wie die notebookinternen Lautsprecher auf 3/12. Da man aber per 3RVX (sehr schönes Programm zur Audiosteuerung, das ich bei der Suche nach der Behebung des Problems gefunden habe und absolut empfehlen kann) mit einem Einzeltasten- oder Mehrtasten-Shortcut (ich habe Einfg gewählt) den Sound sofort komplett ausstellen kann, ist das für mich im Alltagsgebrauch nicht mehr so unangenehm.
Zum anderen sind die Knöpfe oben auf dem rechten Lautsprecher sehr schlecht drückbar und relativ sinnlos, wenn man schon eine Tastatur mit entsprechenden Steuerungstasten besitzt (in meinem Fall eine G15).

Insgesamt kann ich die V-20 also definitiv empfehlen, vor allem den von schwachbrüstigen Notebook-Lautsprechern geplagten Menschen. ;-)


Butterfly Effect
Butterfly Effect
DVD ~ Amy Smart
Preis: EUR 4,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu perfekt., 1. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Butterfly Effect (DVD)
Ach herrje, schon die dritte kritische Rezension an diesem Morgen. Naja.
BE macht eines absolut richtig: Es wirft den Zuschauer mitten in die Geschehnisse, ohne auch nur ansatzweise anzumerken, um was es geht. Es ist auch besser so, denn trotz aller Hirnuntersuchungen, die im späteren Verlauf noch kommen, bleibt eine alte Grundidee -- Früheres zu ändern. Wer die "Der Dunkle Turm"-Reihe von Stephen King gelesen hat, weiß, dass das ungünstig ausgehen kann. Deshalb war es so ungefähr ab der Mitte nur noch interessant zu beobachten, wie die Idee umgesetzt wird. Das Ergebnis ist ernüchternd. Es gab kein einziges Mal Probleme (außer natürlich das Nasenbluten, aber das war nicht tödlich), Evan ist immer beim ersten Anlauf zurückgegangen (zu exakt der Sekunde, die er brauchte, wohlgemerkt!), hat schnell was geändert und wurde in die geänderte Neuzeit zurückkatapultiert, auf der IMDb-Seite von BE sieht man die Horden von Fehlern und am Ende wird nicht mal richtig aufgeklärt, was mit den beiden anderen Freunden passiert ist (oder?).
So bleibt am Ende nur der lehrreiche Gedanke, dass man in der Vergangenheit alles fidel umdrehen kann und nichts fürs Leben bleibt. Außer vielleicht die Erfahrung. Letztendlich übernimmt also weder Evan noch einer seiner Mitstreiter auch nur einen Hauch der Verantwortung, die er sollte, und damit erklärt sich der Film selbst für absurd. Schade drum, die Idee wäre ausbaufähig gewesen.
PS: Die englische Sprecherin / Schauspielerin von Evans Mutter hat eine schreckliche Stimme (also in der englischen Fassung).

Gesehene Fassung: Englisch, Originallänge.


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