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Rezensionen verfasst von
Ilka Cordes "myhnegon"
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Gilmore Girls, Bd. 1: Wie die Mutter, so die Tochter
Gilmore Girls, Bd. 1: Wie die Mutter, so die Tochter
von Amy Sherman-Palladino
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufregende Veränderungen, 26. August 2004
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Die Story
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Die 16-jährige Rory und ihre 32-jährige Mutter Lorelai wohnen in dem kleinen Örtchen Stars Hollow und neben einer starken Freundschaft verbindet sie nicht nur der gleiche Geschmack in so ziemlich allen Dingern sondern auch ihre Sucht nach Kaffee. Allerdings stehen gerade einige Veränderungen an, da Rory auf der teuren Privatschule Chilton angenommen wurde, die Lorelai trotz ihrer Arbeit als Managerin des örtlichen Gasthauses nur dank ihrer vermögenden Eltern Emily und Richard Gilmore bezahlen kann, was ihnen jeden Freitag ein Essen bei selbigen auf ihrem Anwesen in Hartford einbringt.
Ausgerechnet jetzt lernt Rory jedoch an ihrer alten Schule den ebenso charmanten wie gutaussehenden Dean kennen, welcher der erste Junge ist, für den sie sich überhaupt interessiert, weshalb sie gar nicht mehr unbedingt wechseln möchte und sich prompt mit ihrer Mutter streitet. Darüber hinaus hat sie auf ihrer neuen Schule keinen sehr guten Start, da sie prompt als Außenseiterin behandelt wird und überdies von einem Mädchen namens Paris als Konkurrenz angesehen wird, die mit allen Mitteln bekämpft werden muss. Nur gut, dass es noch ihre beste Freundin Lane und Lukes Café mit seinem hervorragenden Kaffee gibt...
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Meine Meinung
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Von der ersten Seite an hat es mir Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, da man sich regelrecht in die Serie hineinversetzt fühlt. So sieht man die Personen nicht nur regelrecht vor sich, sondern hat auch von der ersten Minute an ihre Stimmen im Ohr. Darüber hinaus ist das Buch absolut locker und leicht lesbar geschrieben, wobei ich zugeben muss, dass man die Serie mindestens einmal gesehen haben sollte, da die Äußerlichkeiten in den meisten Fällen bestenfalls kurz angesprochen werden, sodass man sich die Personen wesentlich besser vorstellen kann, wenn man sie schon mal gesehen hat. Dies gilt ganz besonders für die quirlige, schwarze Miss Patty, der ohnehin keine Beschreibung gerecht werden würde, und den stets etwas griesgrämigen und stets die Welt verbessern wollenden Ladenbesitzer und Bürgermeister von Star Hollow, welche in diesem Buch aber nur ganz kurz vorkommen. Immerhin wird hier schon klar, dass das Buch nur so vor ausgesprochen individuellen und dadurch überaus interessanten Charakteren wimmelt.
Mehr als einmal musste ich beim Lesen laut lachen, was mir etliche verwunderte Blicke, sowohl von meinen Kollegen wie auch von meinem Mann einbrachte, allerdings ist der überwiegend sehr trockene Humor auch einfach zu köstlich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass alle Charaktere irgendwie lustig sind, ob nun freiwillig oder nicht, sodass man sich über jedes neue Gesicht freuen kann. Da wäre zum Beispiel Lorelais Kollege Michel, der jedem kundtut wie wenig er ihn mag und das so kurz und unverblümt wie möglich (leider hat er in diesem Buch nur einen sehr kurzen Auftritt) oder der so hart wirkende Luke, der sich in Wahrheit ständig um jemanden sorgt. Auch die etwas trottelige, aber liebenswerte beste Freundin von Lorelai namens Sookie bringt einen ebenso wie die ältere Generation Gilmores mit ihrer etwas steifen, aber doch humorvollen Art mehr als einmal zum Schmunzeln.
Sehr gut geeignet ist das Buch vor allen Dingen für solche, die - wie ich - erst später in die Serie eingestiegen sind, da sie so noch einiges vom Anfang erfahren können und die einzelnen Charaktere auch einigermaßen gut vorgestellt bekommen. Darüber hinaus bekommt man auch gleich einen tieferen Einblick in Rorys Gefühlsleben, da das Buch praktischerweise von ihr erzählt wird, wobei besonders gut das ebenso erstaunliche wie erfreuliche Verhältnis zu ihrer Mutter deutlich wird. Allerdings wirkt Rory im direkten Vergleich zu ihrer Mutter erstaunlich brav, gerade für ein 16-jähriges Mädchen, was trotz der Umstände ihrer Lebenssituation (nämlich die Schwangerschaft ihrer Mutter im gleichen Alter) ein Gefühl von heiler Welt hervorruft, das ich als ausgesprochen angenehm empfinde. Außerdem wirkt Rory auch trotz ihrer ungewöhnlichen, fast braven Art keineswegs langweilig, sondern sogar irgendwie cool, was in der Serie genauso gut eingefangen wurde wie in diesem Buch.
Jedenfalls kann man durch die Erzählweise wunderbar die Gefühlsschwankungen der Hauptpersonen teilen, welche überwiegend durch Streitereien hervorgerufen werden, wobei man immer mit hofft, dass alles gut wird und obwohl man ja im Prinzip weiß, dass alles gut wird, fahren die eigenen Gefühle immer gemeinsam mit Rorys Achterbahn. So hofft man also nicht nur auf eine Versöhnung mit Lorelai sondern kriegt auch einen Mordsschreck als Richard Gilmore ins Krankenhaus muss. Auch sehr gut kann man die Schwärmerei für Dean nachvollziehen, zumal sich die Beziehung wunderbar langsam und gleichzeitig recht humorvoll entwickelt. Außerdem kann man sich wunderbar über Paris und den in Chilton recht beliebten Tristin ärgern, welche es offenbar ständig darauf abgesehen haben, Rory zu nerven, wobei man sich Tristins Motive nicht so sicher ist wie Rory und in diesem Punkt eher dazu tendiert, Deans Meinung zu teilen.


Hals über Kopf [VHS]
Hals über Kopf [VHS]
VHS

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wobei Frauen nicht alles weiche Knie bekommen..., 21. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Hals über Kopf [VHS] (Videokassette)
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Die Story
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Nachdem die Restauratorin Amanda ihren Freund in Flagantri mit einer anderen erwischt hat, zieht sie zur Untermiete bei einer Clique Modells ein, wo sie prompt den äußerst charmanten und gutaussehenden Nachbar Jim kennen lernt, bei dem sie erstmals weiche Knie bekommt. Da er direkt gegenüber wohnt, wird es der Frauenclique schnell zur Gewohnheit, ihn zu beobachten, wobei Amanda ihm aufgrund ihrer letzten Erfahrungen alles mögliche schlechte anzuhängen versucht, obwohl er offenbar so etwas wie ein Mr. Perfect ist. Kaum beginnt Amanda ebenso wie die Modells daran zu glauben, dass er der Richtige für sie sein könnte, muss sie sehen, wie er eine fremde Frau empfängt. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, sieht sie bald darauf Schatten hinter der Jalousie, die darauf schließen lassen, dass er die Frau mit einem Baseballschläger erschlägt. Daraufhin ruft sie die Polizei, die ihr jedoch kein Wort glaubt, zumal Jim eine plausible Erklärung liefert, doch Amanda glaubt ihm nicht und will auf eigene Faust ermitteln...
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Meine Meinung
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Schon der Beginn ist ziemlich lustig und eine gute Einstimmung auf den restlichen Film, was nicht zuletzt an der niedlichen Naivität liegt, die ebenso hübsche wie charmante Monica Potter perfekt verkörpert. Einen guten Kontrast dazu bildet ihre lesbische Freundin und Kollegin Lisa genau das Gegenteil, welche mindestens ebenso passend gecastet wurde, aber auch ansonsten ist die Besetzung wirklich sehr gelungen. Dies sage ich nicht zuletzt wegen des überaus süßen Freddie Prinze, der mal wieder mühelos in die ihm übertragene Rolle schlüpft, sondern auch wegen des mindestens ebenso niedlichen Hundes Hamlet. Noch cooler sind allerdings die ebenso abgefahrenen wie völlig unterschiedlichen Modells, bei denen vom Blondchen bis zur etwas hexenhaften Rothaarigen alles vertreten ist, wobei sie alle auf ihre Art vollkommen überzeugend wirken. Ebenso gut sind auch die Nebenrollen der alten Leute besetzt, die im Museum arbeiten.
Die größte Faszination übte auf mich allerdings die Wohnungsgemeinschaft aus, denn welche Frau wünscht sich nicht ein Leben mit Unmengen von Kleidern, reichen und begehrten Freundinnen, hinter der sie sich nicht verstecken braucht, und einer traumhaften Wohnung? Kurz gesagt sind die Kulissen zwar schon etwas übertrieben, aber doch passend und noch besser haben mir die vielen Kleider gefallen, von denen ich mir vermutlich kein einziges leisten könnte. Noch cooler ist es allerdings, dass Amanda zusammen mit diesen Modells Detektiv spielt, was eine Menge Raum für Späße lässt, was auch weidlich genutzt wird. Überhaupt werden hier so ziemlich alle Vorurteile gegen Modells ans Licht gezerrt und prompt ins Lächerliche gezogen, sodass man herzlich darüber lachen kann und gar nicht erst auf die Idee kommt, die armen, missverstandenen Modells in aller Welt zu bedauern oder gar zu verteidigen wollen.
Lustig ist auch, wie Amanda sich immer wieder zum Affen macht, wenn sie auf Jim trifft, aber leider ist diese Taktik auch ziemlich durchsichtig und droht irgendwann nervig zu werden, aber da haben die Macher glücklicherweise gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt. Das hat den Vorteil, dass man zunächst viel über die beiden schmunzeln und später die knisternde Romantik zwischen ihnen genießen kann. Außerdem wird einem auch ein kleiner Schock verpasst, als er sie erst abblitzen lässt, um dann doch wieder anzukommen. Hierzu kommt noch die spannende Komponente, auch wenn man von vornherein nicht wirklich glaubt, dass Jim die fremde Frau umgebracht hat, so bleibt doch die Frage, was dort passiert ist, da seine Aussagen nicht zu dem Gesehenen passen und die Frau offenbar spurlos verschwunden ist. Hierbei sind besonders Regie und Kameraführung zu loben, da alles sehr spannend und völlig fehlerfrei eingefangen wurde, weshalb nur noch spannender ist.
Überdies tauchen dann plötzlich noch ein paar Unbekannte mit nicht ganz klaren, aber offensichtlich nicht sehr guten Absichten ins Spiel, die neue Fragen aufwerfen. Obwohl ich dies von dem Film keinesfalls erwartet hätte, kann ich also sagen, dass er die ein oder andere unerwartete Wendung bereithält. Hierzu gehören auch die ebenso blöden wie dreisten Polizisten, bei denen einer hervorsticht, der einen wirklich ärgert, weshalb man es ihm umso mehr gilt, dass er am Ende auch noch das Maul gestopft bekommt. Dabei fällt mir ein, dass es an der Synchronisation nichts auszusetzen gibt, während die Musik zwar als durchaus modern, aber auch eher als unauffällig und somit uninteressant einzustufen ist. Bleibt mir zu sagen, dass der Film zwar im großen und ganzen eher leichte Unterhaltung bietet, aber dafür auch ziemlich lustig ist, wenn mir die Szene im Herrenklo doch etwas zu eklig war.


Lauter ehrbare Leichen
Lauter ehrbare Leichen
von Maggie Gibson
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen So ehrbar sind die Leichen gar nicht..., 13. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Lauter ehrbare Leichen (Taschenbuch)
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Die Story
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Direkt nachdem Grace de Rossa den Polizeidienst verlassen und mit einer ehemaligen Prostituierten sowie einem Ex-Geheimagenten eine Detektei gegründet hat, wird ihr prompt von ihrer ebenso reichen wie hohlen Schwester ihre erste Kundin namens Tessa geschickt. Diese verdächtigt ihren Mann Warren eine Affäre zu haben und bittet Grace, der Sache auf den Grund zu gehen. Da Grace jedoch nichts dergleichen feststellen kann, gibt sie die Beschattung und somit den Auftrag nach zwei Wochen wieder auf.
Kurz darauf wird jedoch erst Warren und dann ein mit ihm befreundeter Geschäftsmann ermordet und beide auf die gleiche Weise arrangiert aufgefunden, weshalb Tessa Grace direkt wieder engagiert. Dieser ist es wiederum schon aus beruflichem Stolz ein Bedürfnis, den Täter zu fassen, doch dies gestaltet sich schwieriger als erwartet, da sie nicht nur immer wieder ihrem Ex-Partner und dessen ungeliebten neuen Partner über den Weg läuft, sondern auch, weil Tessa offenbar mehr weiß als sie zugibt...
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Meine Meinung
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Die Erzählweise ist nicht gerade originell, aber immerhin leicht zu lesen, was man wohl auch über die Story sagen kann. Letztere plätschert ziemlich ruhig vor sich hin und vermochte es nicht wirklich, mich in ihren Bann zu ziehen, auch wenn sie wenigstens nicht so langweilig war, dass ich überhaupt keine Lust gehabt hätte weiterzulesen, zumal man sich dabei nicht sonderlich konzentrieren muss, aus Angst etwas wichtiges zu verpassen. Immerhin ist hier und da zumindest ein kleiner Spannungsbogen erkennbar, wenn dieser auch überwiegend darauf beruht, was Mrs. Peace wohl zu verheimlichen hat.
Sehr zu meinem Bedauern muss ich sagen, dass sich der Humor, der sich besonders im Titel des Buches zeigt, im Buch selber nur gelegentlich mal aufblinkt, nur um sich dann wieder zu verstecken. Nichtsdestotrotz ist das Buch hier und da durchaus für einen Lacher zu gebrauchen, da einiges geschrieben ist, wie man über die Dinge denken, aber was man normalerweise eher nicht aussprechen würde, was zuweilen ebenso verblüffend wie komisch ist. Auf diese Art wird immer mal wieder die Trägheit der Geschichte aufgelockert, in der Action während der Ermittlungen keine wirklich große Rolle spielt, da überwiegend verschiedene Zeugen vernommen werden. Nur zum Ende hin kommt kurzzeitig etwas wie Spannung auf, doch die ist so kurz und lieblos gehalten und der Abschluss kommt so abrupt, dass auch hier bestenfalls Mittelmaß herrscht.
Leider muss ich zugeben, dass ich einige Scherze nicht sofort verstanden habe, da die Autorin offenbar einen Hang zu Wortspielen hat, die mit sehr spezifischen Dingen zutun haben und die man daher meiner Meinung nach nicht zwangsläufig kennen braucht. Okay, Tolstoj sagte mir schon etwas, aber die offenbar irische Toilettenmarke, nach der einer der Charaktere sich benannte, war mir dann doch eher unbekannt. Dabei fällt mir ein, dass die meisten Charaktere ebenso durchschnittlich wie die Story und die Schreibweise sind, zumal sie offenbar überwiegend recht gut aussehen und überdies auch sehr selbstsicher und wohlhabend sind. Einzig Xin, die Sekretärin von Grace & Co., sticht aus diesem Schema fast komplett heraus, da sie nicht nur wie ein Punk rüberkommt, sondern sich auch noch für eine Ninja hält, was jedoch äußerst fragwürdig ist - allerdings mangelt es auch ihr nicht an Selbstvertrauen.
Ansonsten kann ich allerdings sagen, dass es der Autorin nicht gerade gelungen ist, die verschiedenen Charaktere so eindrucksvoll zu schildern, dass sie einem Gedächtnis bleiben. Das hatte zur Folge, dass ich ständig hätte zurückblättern müssen, um rauszufinden, wer nun wieder der und der ist, aber darauf habe ich weitestgehend verzichtet, da man auch ohne dies mühelos versteht, was sich abspielt. Verwirrt hat mich allerdings die Beziehung die sich zwischen Tessas Sohn Eoin und seinem Entführer Carl entspinnt und was für ein seltsames Verhalten Eoin auch ansonsten an den Tag legt, besonders gegenüber seiner Mutter. Bei ihm gewinnt man schnell den Eindruck, dass er kaum weniger durchgeknallt ist als sein Entführer, der wiederum schon so verrückt ist wie die sprichwörtliche Sch***hausratte, sodass man keinen von beiden wirklich bedauert. Dies liegt jedoch auch daran, dass die psychologischen Aspekte alles andere als ausgearbeitet sind, wenn sie denn überhaupt mal eingebracht wurden.


Charmed, Zauberhafte Schwestern, Bd. 9: Kampf gegen die Götter
Charmed, Zauberhafte Schwestern, Bd. 9: Kampf gegen die Götter
von Elizabeth Lenhard
  Gebundene Ausgabe

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Ausflug in die griechische Mythologie, 7. August 2004
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Die Story
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Während Phoebe in einem Kunstseminar den nahezu atemberaubenden Nikos kennenlernt, bekommt Prue die Chance für das Stadtmagazin 415 eine Idee für das nächste Cover einzubringen, was ihre Karriere als Fotografin ein großes Stück voranbringen würde, sollte ihres erwählt werden. Deshalb begibt sie sich prompt in die nächste Bibliothek, um sich aus diversen Bildbänden eine Anregung zu holen, wobei sie den Journalisten Mitchell kennenlernt. Dieser bringt sie dann auch prompt auf die Idee, als Motiv Figuren aus der römischen Götterwelt zu nehmen, was sie mit dem Hintergrund viktorianischer Baukunst vermischen will, was wohl nirgends besser geht als in Halliwell Manor.
Phoebe ist gleich ganz begeistert von dieser Idee, da sie darin eine Chance sieht, Nikos etwas besser kennen zu lernen und so erklärt sie sich bereit auf dem Campus die nötigen Models für Prue aufzutreiben, während Mitchell sich als Assistent für das Shooting anbietet. Alle sind sehr engagiert und Nikos bringt sogar eine Jahrhundertwendekamera mit, die dem Foto das nötige Flair verleihen soll, doch kaum betätigt Prue den Auslöser, sinken sämtliche Models ihrer Seelen beraubt zu Boden. Natürlich machen die Zauberhaften sich sofort auf, um dies rückgängig zu machen, nicht ahnend, dass Nikos ein Sohn Hades ist und Phoebe zu seiner Braut auserkoren hat...
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Meine Meinung
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Gut hat mir gefallen, dass die Hauptpersonen am Anfang kurz aber einprägsam beschrieben werden, sodass Fans der Serie sich nicht langweilen müssen, weil sie das alles schon kennen, während Nichtkenner ohne viel Umschweife ins Bild gesetzt werden. Dazu trägt vor allem die leichte und lustige, ja sogar irgendwie coole Schreibweise der Autorin bei, die sich recht gut an die Serienvorlage hält und man sich besonders als Fan gleich sehr gut zurechtfindet. Allerdings hat man manchmal das Gefühl, dass es sich bei der Autorin um einen Mann handelt, da immer mal wieder das gute Aussehen der drei Hexen hervorgehoben wird.
Bei diesen drei sticht vor allem ins Auge, dass das Buch irgendwo in der dritten Staffel, also relativ am Anfang der Serie spielen muss, da Prue noch lebt und Phoebe noch am College und solo sowie blond ist. Dies sind sehr interessante Rückblicke, wenn man die weitere Entwicklung der Geschehnisse betrachtet und es ist schön, dass Prue mal wieder dabei ist, auch wenn man sich eigentlich schon längst an Paige gewöhnt hat. Darüber hinaus ist Phoebe noch nicht so vom Schicksal (oder besser gesagt von Cole) gezeichnet, was ihr viel besser zu Gesicht steht, zumal ihre Männergeschichten offensichtlich einigen Raum für unerwartetes lassen. Nur Piper kommt deutlich zu kurz.
Nebenbei ist es dem Autor gelungen, unsere Zeit tadellos mit der griechischen Götterwelt zu verknüpfen, wobei man ganz unauffällig noch ein bisschen Wissen über letztere eingetrichtert bekommt. Die Unterwelt ist dabei so richtig schön finster dargestellt, was das Cover sehr schön unterstreicht, sodass sie einem nicht nur bedrohlich vorkommt, sondern einem regelrecht den Mut nimmt, obwohl zumindest ein Teil ihrer Bewohner es offensichtlich versteht zügellos zu feiern. Einen krassen Gegensatz hierzu bildet der Olymp, den ich mir allerdings immer völlig anders vorgestellt hatte, wozu ich sagen muss, dass die Autorin hier mit viel Fantasie einen sehr interessanten Ort beschrieben hat, der allerdings ruhig etwas ausführlicher hätte behandelt werden können. Jedenfalls startet Piper hier eine übermütige Aktion, die mich eher an Phoebe denken ließ.
Überraschend ist auch, dass ausgerechnet Prue wegen eines Mannes, von dem sie kaum etwas weiß, ihr Pflichtgefühl vergisst und so ihre Schwestern in große Gefahr bringt. Von Phoebe hingegen erwartet man regelrecht, dass sie sich wegen eines Mannes in Schwierigkeiten bringt, aber diese Situation ist wirklich etwas besonderes und mit sehr viel Liebe kreiert. So kommt es auch, dass man regelrecht mitfiebert, obwohl man natürlich aufgrund der Serie weiß, dass Phoebe keineswegs einen Teil ihrer Zeit im Hades verbringt. Der Autorin gelingt es nämlich, ein nahezu hoffnungsloses Bild zu zeichnen, in dem den Schwestern ihre Magie nicht wirklich viel nützt und in dem es außerdem um ein paar Unschuldige geht (auch wenn diese ebenso aufsässig wie nervig sind), von denen man eben nicht weiß, ob sie das Ganze heil überstehen.
Von Zeus' Hilfe hätte man sich wahrlich mehr versprochen, doch so bleibt wenigstens die Spannung erhalten. Allerdings bekommt man am Ende des Buches noch weit mehr der Einfachheit geboten, die man bei Zeus vermisst hat, da zumindest Piper und Prue immer in letzter Sekunde einen rettenden Einfall haben oder „rein zufällig" etwas passiert, dass die Situation entschärft. Es ist fast so, als wären der Autorin am Ende die guten Ideen ausgegangen, auch wenn es nur so vor sagenhaften Gestalten wimmelt, aber irgendwie wirkt zumindest ein Teil des Endes einfach so zusammengeschrieben und nicht so ausgereift wie die Begebenheiten am Anfang. Hätte man die durchaus guten Ideen weiter ausgeführt, hätte das Buch bestimmt gut doppelt so lang sein können, ohne dass es langweilig geworden wäre, womit es auch seinen stolzen Preis rechtfertigen würde, der ja aber für diese Bücher leider normal ist.


Last Samurai (2 DVDs)
Last Samurai (2 DVDs)
DVD ~ Timothy Spall
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 5,16

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbar traurige Geschichte, 1. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Last Samurai (2 DVDs) (DVD)
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Die Story
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Der amerikanische Captain Nathan Algren ist nach einem Massaker, an dem er mitwirken musst, dem Alkohol verfallen. Dennoch lässt er sich von einem ehemaligen Kollegen sowie seinem Vorgesetzten davon überzeugen, nach Japan zu gehen und dort eine Armee auszubilden, die gegen die Samurai antreten soll, welche angeblich eine Revolution anzetteln, um den Fortschritt des Landes zu behindern. Viel zu früh schickt sein Vorgesetzter ihn mit der kaum ausgebildeten Armee in den Krieg gegen die Samurai, weshalb sie eine böse Schlappe einstecken müssen und er in Gefangenschaft gerät. Obwohl der Anführer der Samurai namens Katsumoto nicht recht weiß, warum, ist er davon überzeugt, dass Nathan ihnen aus einem bestimmten Grund geschickt wurde. Deshalb bringt er ihn nicht nur bei seiner Schwester unter, sondern sucht auch das Gespräch mit ihm, zunächst nur um den Feind kennen zu lernen. Doch schon bald muss Nathan erkennen, dass er nicht mehr auf der Seite steht, von der er bezahlt wird und er weiß, dass ihm nun ein aussichtsloser Kampf bevorsteht....
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Meine Meinung
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Zum Film:
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Der Film beginnt schon ziemlich interessant mit Captain Algrens Werbeauftritt, bei dem der „Held" unter Alkoholeinfluss ziemlich außer Kontrolle gerät. Schon hier wird klar, wie hervorragend der Film besetzt ist, da Tom Cruise schon hier das nötige Maß an Schmerz und Hass rüberbringt und auch im weiteren Verlauf des Films die Verwandlung von Captain Algren sehr schön verdeutlicht. Da ich nicht gerade ein Cruise-Fan bin, hat mich diese Leistung schon ziemlich beeindruckt. Fast noch besser hat mir Allerdings Ken Watanabe gefallen, da er es schafft ebenso viel Stärke wie Gelassenheit ausstrahlt, was mich absolut fasziniert hat. Schon allein wegen ihm werde ich mir irgendwann die DVD zulegen.
Aber auch die anderen Rollen sind sehr schön besetzt, was schon durch Tom Cruise ehemaligen Kollegen erkennbar wird, da dieser sowohl humorig wie auch mutig dargestellt wird, was sehr gut passt. Ebenso positiv sind mir der perfekt unsichere Kaiser, die ebenso starke wie stolze Schwester Katsumotos, sein ebenso niedlicher wie lustiger und mutiger Bruder, Captain Algrens gewissenloser sowie durch und durch hassenswerter Vorgesetzter und die schleimigen japanischen Geschäftsleute sowie deren eiskalter Handlanger aufgefallen. Kurz: die Besetzung ist von der Hauptrolle bis in die kleinsten Nebenrollen absolut perfekt, was ich ausgesprochen bemerkenswert finde.
Ebenso wenig Fehler sind mir bei der Regie aufgefallen, aber dafür war ein klitzekleines technisches Detail nicht gerade perfekt: als nämlich der Samurai, der die Armee unterstützt hat, geköpft wird, ist ganz klar zu sehen, dass der abgeschlagene Kopf unecht ist, weil er nämlich die falsche Farbe hat. Dies ist mir allerdings nur recht, da ich gar nicht auf solche Metzelszenen stehe, von denen es in diesem Film ohnehin mehr als genug gibt. Immerhin ist an einigen Stellen geschickt etwas eingefügt worden (z.B. dass die Kamera über einen Baum schwenkt), sodass man nicht alles im Detail sehen muss. Wenn es mir zu blutig wurde, habe ich einfach meine Brille abgesetzt und mir das Ganze etwas verschwommen angesehen... :-)
Doch nicht nur bei dem Übergehen einiger zu übler Szenen sondern auch bei den Landschaftsaufnahmen hat die Kameraführung ganze Arbeit geleistet. Besonders Katsumotos Dorf in den Bergen hat mir sehr gut gefallen, da es tatsächlich etwas ruhiges und besonderes, um nicht zu sagen spirituelles ausstrahlt, wie Captain Algren so treffend bemerkt hat, wobei mir einfällt, dass ich es ziemlich klasse fand, dass man immer seine Tagebucheinträge in von ihm erzählter Form verfolgen konnte. Dies hat nämlich zur Folge, dass man sich richtig in ihn hineinversetzen kann und somit sein Leiden miterlebt. Außerdem kann man so auch seine langsame Verwandlung gut nachvollziehen, die sich aber auch in seinen Gesten und Blicken ausdrückt. Hierbei fällt mir ein, dass auch die Synchronisation keine Wünsche offen lässt.
Besonders faszinierend war nämlich auch, wie zwei so unterschiedliche Lebensweisen aufeinander prallen und dann langsam beginnen zu verschmelzen. So wäre es für mich undenkbar, einen Mann aufzunehmen, der meinen Mann getötet hat, aber Katsumotos Schwester tut es dennoch und das nur, weil ihr Bruder es so wollte. Gut hat mir auch gefallen, dass sie Nathan auf Entzug gesetzt und ihn somit vom Alkohol weggebracht hat, obwohl Katsumotos Sohn der Meinung war, dass man Nathan ruhig mit Alkohol versorgen sollte. Darüber hinaus haben mir die Gespräche zwischen Nathan und Katsumoto sehr gut gefallen, da sie nicht nur ungewöhnlich sondern teilweise auch recht lustig waren und noch verstärkter die Kluft zwischen den beiden Lebensweisen gezeigt haben. Fasziniert hat mich auch der unbrechbare Stolz und die ebenso starke Treue der Samurai.
Spannend war auch das Aufeinandertreffen von Samurais und Ninjas, da dies beide Gruppen sind, die jede für sich eine ganz eigene Faszination ausüben. Hierbei kamen besonders die hervorragend dargestellten Kampffähigkeiten beider Gruppen raus und man war sich nicht sicher, welche Gruppe letztlich stärker sein würde. Hierbei wurden vor allem die gelungenen Kulissen noch mal sehr schön eingefangen und auch die Kostüme haben nicht ihre Wirkung verfehlt, wobei diese besonders im Endkampf noch mal sehr schön zur Geltung kamen. Dabei fällt mir ein, dass zumindest das Ende dieses Kampfes durchaus vorhersehbar ist, aber man trotz besseren Wissens immer noch hofft, dass alles wieder gut wird. Ich muss zugeben, dass ich geheult habe wie ein Schlosshund und mir trotzdem einen Triumphschrei nicht verkneifen konnte, als eine bestimmte Person endlich ihr Ende fand.
Die Story an sich ist natürlich nicht zu 100% originell, aber durch die oben genannten Fakten wird jeder Moment dieses Films zu einem wahren Genuss. Selbst die zaghaft erblühende Liebesgeschichte hat einen wunderbaren Reiz, da alles sehr langsam und nicht über gewisse Grenzen hinausgeht, wodurch die letzte Szene des Films schon fast auf mehr hoffen lässt. Mit Katsumotos schöner Schwester, die sich im Freien wäscht, ist übrigens auch der aufreizenden Seite Genüge getan. Übrigens ist der ganze Film immer mit passender Musik unterlegt.
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Zu den DVDs:
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Als ich die DVDs aus der Hülle nahm, fiel mir erstmal auf, dass es nur eine Nummerierung in japanischen Schriftzeichen gibt, sodass man sich entweder die Bilder merken oder jedes Mal ausprobieren muss, welches die richtige DVD ist, was ausgesprochen unpraktisch ist. Des weiteren ist das Inlett nichts besonderes, was mich aber nicht weiter stört, da ich es generell nicht für sonderlich interessant halte. Die Menüs sind sehr schön übersichtlich, wenn auch fast etwas einfallslos gestaltet, aber dafür immerhin leicht zu bedienen. Erstaunt haben mich die vielen Untertitel, aber dafür gibt es dann ja auch extrem wenig an tatsächlicher Sprachauswahl, wobei der Regie-Kommentar ein klarer Pluspunkt ist, weil man viele Hintergrundinformationen erhält, die einem besonders deutlich die Größe des Unternehmens vor Augen führen.
Bei der Auswahlmöglichkeit „Sprachen" auf Disc 2 hatte ich zunächst die Hoffnung, dass man sich die Extras auch auf Deutsch ansehen kann, was ich als eine gute Errungenschaft erachtet hätte, aber leider sah ich mich dort getäuscht. Da man hieran jedoch schon gewohnt ist, störte mich dies nicht wirklich und so freute ich mich lieber über die große Untertitelauswahl, auch wenn sie mir nicht wirklich viel nützt. Beim Überfliegen der Extras dachte ich übrigens anfänglich, dass die Reaktion der japanischen Zuschauer besonders interessant sei, aber da mehr auf die Stars eingegangen wurde, sah ich mich hier ein wenig getäuscht und auch der Trailer ist nichts wirklich besonderes, auch wenn er einem immerhin einen ersten Eindruck vom Film vermittelt.
Besonders interessant fand ich es zu erfahren, was alles tatsächlich passiert ist und was frei erfunden war, zumal dieses Extra sehr professionell daher kommt mit seiner Hollywood-typischen Einleitung. Die zur Erklärung herangezogenen Bilder (sowohl aus dem Film wie auch aus anderen Quellen) und der Einsatz von Sachverständigen, haben einem einen tieferen Eindruck vermittelt, der zwar zumindest zum Teil etwas überraschend war und den Film auch ein bisschen in einem anderen Licht erscheinen lässt, ihm aber nichts von seiner eigentlichen Faszination und Tragik nimmt. Tom Cruise spricht übrigens mit so viel Begeisterung von seiner Rolle, dass man sich nicht mehr wundert, wie gut er sie gespielt hat, sondern sich eher fragt, inwieweit er sich auch im privaten Leben mit ihr identifiziert.
Ziemlich lustig war es übrigens, die Statisten in Alltagskleidung wie Soldaten marschieren zu sehen, was dem Film im Nachhinein einiges von seiner Härte nimmt. Darüber hinaus waren für mich als Frau die Kostüme ehrlich gesagt wesentlich interessanter als die Waffen, auch wenn beide erstaunlich vielfältig sind, was ich auch von den im Film beeindruckenden, aber in der Realität eher unscheinbaren Kulissen sagen kann. Zu den reichlich wenig entfallenen Szenen kann ich nur sagen, dass ich auf beide gut verzichten kann, da die eine sehr blutrünstig, wenn auch irgendwie beeindruckend ist und die andere den Film nur unnötig in die Länge ziehen würde. An Bild- und Tonqualität gibt, wie man bei einer so aktuellen Produktion wohl auch erwarten darf, nichts auszusetzen.


Daylight [VHS]
Daylight [VHS]
VHS
Wird angeboten von tinkerchrista
Preis: EUR 0,20

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie eine Katastrophe Menschen zusammenschweißt, 29. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Daylight [VHS] (Videokassette)
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Die Story
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Während am einen Ende der Stadt New York einige Laster mit Tonnen voll von verseuchtem Müll beladen werden, um diese illegal zu entsorgen, überfallen ein paar Gangster am anderen Ende einen Juwelier und fliehen mit einem gestohlenen Wagen. Ihre Fluchtroute führt sie genau in den Tunnel, in dem auch gerade die Laster unterwegs sind und es kommt prompt zu einem Unfall, bei dem eine riesige Explosionswelle nicht nur einige Menschenleben kostet, sondern auch der halbe Tunnel zerstört wird. Die Situation für die Überlebenden scheint vollkommen ausweglos zu sein, da alle Fluchtwege abgeschnitten sind und überdies die Luft knapp wird. Genau an diesem Punkt schaltet sich der ehemalige Sicherheitschef Kit Latura ein, welcher aufgrund eines Jahre zurückliegenden Skandals seinen Job verlor. Da er der einzige ist, der sich in die Höhle des Löwen traut, bedeutet er für die Menschen in dem eingestürzten Tunnel die letzte Chance zu überleben, auch wenn sich mehr als einer dagegen sträubt...
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Meine Meinung
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Gleich zu Beginn vermischen sich Musik und Kameraführung so perfekt, dass man regelrecht weiß, dass gleich etwas schreckliches passieren wird. Somit fiebert man dem entsprechenden Moment entgegen, während man gleichzeitig hofft, dass doch alles gut geht, obwohl man es natürlich besser weiß. Während man nach und nach die verschiedenen Hauptpersonen kennen lernt, fragt man sich also die ganze Zeit, wer bis zum Ende überlebt, da man dies ja nur bei einer Person im Prinzip von vornherein weiß. Jedenfalls versucht man, diese Personen nicht allzu sehr ins Herz zu schließen, obwohl all ihre Sorgen und Freuden einem verdeutlichen, dass man selbst sich in genau der selben Situation wiederfinden könnte. Gerade diese Alltäglichkeit macht das ganze Geschehen so schrecklich und faszinierend.
Obwohl alle Personen relativ schnelle hintereinander vorgestellt werden, ist es sowohl Kamera wie auch Regie gelungen, sie nicht nur so festzuhalten, dass sie einem im Gedächtnis bleiben, sondern es ist ihnen auch gelungen, die Übergänge nicht allzu ruppig wirken zu lassen. Um das Ganze noch weiter aufzulockern, sind überall kleine Scherze oder auch Streitereien eingebaut, die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die illegalen Aktionen, die zu der Katastrophe führen, alles andere als Lappalien sind. Besonders gut eingefangen ist hierbei auch die Verfolgungsjagd durch den Tunnel und die ebenso gigantische wie gutgemachte Feuerwelle, die aus dem daraus entstandenen Unfall resultiert. Schon hier leidet man mit den Opfern, obwohl man diese nicht mal kennen gelernt hat.
Ebenso wichtig wie Regie und Kameraführung sind natürlich die Schauspieler, wobei einem Sly mal wieder als strahlender Held erscheint, da er offenbar als einziger einen klaren Kopf bewahrt, was man ihm aber durchaus abnimmt, da er einfach wie für solche Rollen geschaffen ist. Auch die Nebenrollen sind überwiegend passend besetzt, wobei mich besonders überrascht hat, dass Viggo Mortensen in diesem Film für seine damalig doch eher geringe Bekanntheit eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt, in die er allerdings durchaus passt. Interessant ist weiter, dass auch Slys Sohn eine Rolle in diesem Film abbekam, die ich allerdings als eher unwichtig einstufen würde, zumal mich Amy Brenneman und der schwarze Polizist, dessen Name ich leider nicht kenne, weitaus eher überzeigen konnten, was wohl auch daran liegt, dass sie klare Sympathieträger sind.
Besonders interessant ist zu beobachten, wie manche Menschen über sich hinauswachsen, während andere zu wahren Weicheiern werden und wieder andere ihre schlechtesten Eigenschaften zeigen, wenn sie in eine solch ausweglose Situation geraten. Darüber hinaus wird die Spannung nicht nur durch die sowieso ständig drohende Gefahr gehalten, dass entweder der Tunnel komplett einstürzt oder die Luft ausgeht, sondern auch durch viele kleine Nebengeschichten wie nur gelegentlich funktionierenden Funkgeräte oder Laturas waghalsigen Alleingang. Darüber hinaus bleibt auch immer noch die Frage offen, wer diese Katastrophe überlebt und wer nicht, während man gedanklich schon aussortiert, auf wen man verzichten kann. Da hierbei jeder eine andere Auswahl treffen wird, wird es mindestens ein oder zwei Enttäuschung bzw. Überraschungen geben.
Trotz der Spannung und der guten Schauspieler muss ich sagen, dass es sich hierbei um einen Film handelt, den man sich bestenfalls alle Jahre ein paar Mal ansehen kann, da man sonst noch weiß, wer überlebt und wer nicht und somit ein nicht unwesentlicher Teil der Spannung flöten geht. Zwar sind die Effekte genauso gelungen wie die Synchronisation und die Musik, aber trotzdem würde ich nicht sagen, dass es ein absoluter Topfilm ist, da er - wie für Amerika üblich - doch etwas überdramatisiert wirkt. Dennoch würde ich sagen, dass man ihn durchaus mal gesehen haben sollte, wenn man spannende Actionfilme mag, die nicht allzu gehaltvoll sind, denn es handelt sich immerhin um überdurchschnittliches Popcornkino.


Der Glaspavillon
Der Glaspavillon
von Nicci French
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele höchst seltsame Familienverhältnisse, 26. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Glaspavillon (Taschenbuch)
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Die Story
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Jane Martello hat in ihrer Eigenschaft als Architektin einen Glaspavillon für den Garten ihrer (fast Ex-)Schwiegereltern geplant, damit bei zukünftigen Familientreffen keine Zimmerknappheit mehr auftritt. Beim Ausheben des Fundamentes stoßen sie jedoch auf menschliche Knochen und es ist sofort klar, dass es sich hierbei um Natalie Martello handeln muss, die vor 25 Jahren als 16-jährige scheinbar spurlos verschwand. Sehr schnell kommt heraus, dass sie zum Zeitpunkt ihres offensichtlich gewaltsamen Todes schwanger war. Während die Polizei also ihrer Arbeit nachgeht, wobei eigentlich keine große Aussicht auf Erfolg besteht, beginnt Jane, die damals Natalies beste Freundin war, auf eigene Faust Ermittlungen anzustellen. Doch schon bald stellt sich bei ihren Psychiater-Besuchen heraus, dass alle benötigten Informationen scheinbar in ihren verdrängten Erinnerungen zu finden sind...
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Meine Meinung
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Der Stil ist super leicht lesbar, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Geschichte in der Ich-Form von Jane Martello erzählt wird, was sie lebendiger lassen wird. Außerdem wird auch gleich zu Beginn mit dem Fund der Knochen eine gruselige und irgendwie seltsame Stimmung geschaffen. Allerdings haben mich die an fast jedem Kapitalanfang - und auch zwischendurch mal - fehlenden Gänsefüßchen gestört. Am Anfang wird man von einer wahren Flut von Personen erschlagen, da sich bei dem Familientreffen nicht nur die Kinder sondern auch deren Kinder sowie Ex-Frauen und wer weiß, wer noch alles, trifft. Ich muss zugeben, dass ich bis zum Schluss nicht alle Namen zuordnen konnte, um genau zu sein, wusste ich gerade mal die allerwichtigsten, da ich sowieso kein gutes Namensgedächtnis habe.
Immerhin sind die Personen im einzelnen recht gut, aber nicht ausschweifend beschrieben, wobei die meisten erstaunlicherweise recht unangenehm sind. Das gilt sogar streckenweise für Jane, da sie sich sehr leicht und recht häufig gehen lässt und auch mal einen Wutausbruch kriegt. Die einzig wirklich sympathischen Personen in diesem Buch sind Mutter Martello, die Polizistin und Janes neuer Freund, aber auch diese sind teilweise etwas seltsam. Nicht besonders gut kommen auch die Psychiater/innen weg, obwohl ich das Thema Therapie an sich sehr interessant finde und meine, dass man ruhig mal mehr auf die positiven Seiten eingehen könnte. Es ist jedenfalls sehr spannend, wie Jane sich langsam aber sicher der Szene in ihrem Gedächtnis nähert. Während dieser Zeit empfindet man die ganzen Zwischensequenzen, die eigentlich gar nichts mit der Hauptgeschichte zutun haben, als ausgesprochen störend, sodass die Spannung immer wieder flöten geht.
Wirklich spannend wird es dann auch erst, nachdem Jane die verschüttet geglaubte Erinnerung wiedergefunden hat, da diese nicht nur ungeheuerlich, sondern auch nicht 100%ig zuverlässig oder gar glaubwürdig ist. Man spürt recht deutlich ihre Verzweiflung, weil sie sich genötigt fühlt, etwas zu zerstören, dass ihr wichtig ist, dabei weiß sie noch nicht mal, wie sie es anpacken soll. Außerdem tauchen plötzlich lauter Unstimmigkeiten auf, die die Spannung noch weiter anheizen. Sehr erstaunlich fand ich, dass alle die Vergangenheit - insbesondere natürlich die ach so liebenswerte Natalie - in einem ziemlich rosaroten Licht sahen bzw. sehen wollten, wobei Natalie auf den Leser eher abschreckend, um nicht zu sagen, völlig unsympathisch wirkt, was durch ihre Ungeselligkeit und Unbarmherzigkeit anderen entsteht. Man fragt sich weiter die ganze Zeit, was nicht mit ihr stimmte, denn ein „normaler" Teenager würde sich nicht so seltsam benehmen.
Dem Kommentar des „Journal für die Frau", dass man nie auf den Täter kommt, kann ich nicht zustimmen, denn man wird zwar erst auf eine falsche Fährte gelockt, aber der Verdacht drängt sich einem schon irgendwann auf. Zwar wird dieser Verdacht nicht gerade zur Gewissheit, aber der Gedanke ist immerhin da. Gestört hat mich der Übergang von dem vorletzten auf das letzte Kapitel, da im einen Moment noch alles offen und im nächsten Moment schon alles erledigt ist, wobei nicht aufgeklärt wird, wie es dazu kam. Das macht den Eindruck, als hätte die Autoren keine Lust mehr gehabt weiterzuschreiben. Das Mindeste wäre jedoch gewesen, aus dem letzten Kapitel den Epilog zu machen und wenigstens eine kleine Erklärung einzubringen.


Charmed, Zauberhafte Schwestern, Bd. 39: Die Nacht des Schamanen
Charmed, Zauberhafte Schwestern, Bd. 39: Die Nacht des Schamanen
von Sergej Koenig
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn der Talkshowmoderator mit dem Schamanen..., 15. Juli 2004
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Die Story
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Bei ihrem Besuch bei einer alten Klassenkameradin lernt Paige den Pawnee-Schamanen Old Jim kennen, welcher gleich ihre Kraft erkennt und ihr von einer geheimen Höhle erzählt. Also macht Paige sich auf den Weg, um diese Höhle zu erkunden, wobei sie ein böses Urwesen weckt, welches einen recht lebhaften Appetit auf junge Frauen verspürt, allen voran Paige. Old Jim macht sich als artiger Jünger dieses Wesens, dass er für einen Gott hält, auch sogleich auf den Weg, um den Appetit seines Meisters zu stillen, welcher alsbald auch Piper und Phoebe mit einschließt.
Gleichzeitig soll Phoebe einen Bericht über Talkshows schreiben, wobei sie den ebenso schmierigen wie berechnenden Talkshowmaster „Midnight Joker" kennenlernt, der nicht nur die Talkshowszene beherrscht, sondern auch von einem immensen Ehrgeiz beseelt ist. Umso ungünstiger ist es da natürlich, dass er Phoebe beim Schweben gesehen hat und nun beginnt sie zu beschatten, während im ganzen Land unerklärliche Dinge geschehen und ständig neue Monster in Halliwell Manor einfallen, während Old Jim immer noch versucht, den Hunger des Urwesens zu stillen...
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Meine Meinung
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Der Stil des Prologs ist ziemlich hochtrabend und nicht gerade angenehm zu lesen, sodass man ziemlich froh ist, dass er nur knappe drei Seiten lang ist, auch wenn der Text letztendlich ziemlich beeindruckend ist. Zwar wird somit schon deutlich, was der Autor einem verdeutlichen will, aber man muss sich schon konzentrieren können, um diese Flut von gewaltigen Worten einzuordnen, wie ich feststellte, als ich es vor dem Schlafengehen las. Ansonsten ist der Stil (wie für diese Buchserie typisch) aber sehr leicht zu lesen, zumal die Bücher überwiegend auf Jugendliche zugeschnitten sind, weshalb beispielsweise die Sprache der Figuren denen in der Serie ähnelt und somit der Umgangssprache recht nahe kommt. Trotzdem ist auch während der Hauptgeschichte hier und da durchaus der Hang des Autors zu großen Worten kaum zu verkennen.
Davon mal abgesehen hat er offenbar eine Vorliebe für Witze, die teilweise sogar lustig, aber überwiegend doch eher flach und kindisch sowie alles andere als originell sind. Immerhin hat er die einzelnen Charaktere gut getroffen, wobei man auf jeden Fall Vorkenntnisse in Bezug auf die Serie haben sollte, da er es nicht für nötig hält, gewisse Dinge zu erklären, was zwar für Fans recht angenehm ist, weil ihnen so ständige Widerholungen erspart bleiben. Nichtkenner dürften allerdings nicht unbedingt verstehen, was Leo tut und meint, wenn er eine eingefrorene Paige mit den Händen bearbeitet und meint „ich glaube, ich habe sie", zumal der Autor sich erst nach über 150 Seiten kurz zu Leos heilenden Kräften äußert. Darüber hinaus werden die Fähigkeiten der Hexen erst angesprochen, wenn sie sie benutzen und dann keinesfalls erklärt.
Die beiden Hauptgeschichten könnten kaum unterschiedlicher sein und sind beide doch recht faszinierend, wobei mich der alte Indianer weit mehr in seinen Bann zog als der schleimige Talkshowmoderator. Jedenfalls fand ich es umso überraschender, wie sich diese beiden scheinbar so gegensätzlichen Geschichten plötzlich miteinander verbanden und ich muss sagen, dass mich sogleich die Hoffnung packte, dass der „Midnight Joker" auf diesem Wege nicht zu knapp sein Fett wegkriegen würde, was aber anders geschieht, als ich erwartet hätte. Dennoch vermochte mich das Buch nicht so sehr zu faszinierende, dass ich nun behaupten könnte, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, aber immerhin hat es mich auch nicht so sehr genervt, dass ich mich zum Weiterlesen zwingen musste, wobei mir übrigens die erstaunlich wenigen Tippfehler auffielen, die überwiegend aus fehlenden Anführungsstrichen bestehen. Einzig spannend war nebenbei erwähnt, welches Wort wohl das gesuchte Wort der Macht ist.
Am Anfang wird übrigens eine kleine Geschichte um Paige erwähnt, die mir nichts sagte und sich möglicherweise auf ein anderes Buch bezieht oder aber einfach nur Beiwerk für diese Geschichte ist, was allerdings etwas irritierte. Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass die Aufmachung wie immer relativ einfallslos ist, wobei der Hintergrund wenigstens gut gemacht und zur Geschichte passend ist, wofür allerdings Phoebe mit ihren kurzen Haaren erstaunlicherweise nicht besonders gut aussieht und hinter ihren beiden Schwestern etwas verblasst. Viel nerviger finde ich allerdings, dass die Umschläge der Schutzhülle diesmal als Werbeträger genutzt wurden.


Herr der Diebe
Herr der Diebe
von Cornelia Funke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Duft der großen Freiheit, 6. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Herr der Diebe (Gebundene Ausgabe)
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Die Story
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Nach dem Tod seiner Mutter wird der kleine Bo von seiner Tante Esther und seinem Onkel adoptiert, während sein Bruder Prosper ins Internat abgeschoben werden sollen, weshalb die beiden zusammen abhauen. Ihr erklärtes Ziel lautet Venedig, da ihre Mutter ihnen so viel wunderbares darüber erzählt hat, und tatsächlich schaffen sie es nicht nur dorthin zu kommen, sondern auch in der Bande des „Herrn der Diebe" namens Scipio aufgenommen zu werden, welcher sie neben verkaufbaren Diebesgut auch mit Kleidung und Decken versorgt. Soweit läuft also alles ganz gut, doch dann engagieren Esther und ihr Mann den Detektiv Victor Getz, um den verlorenen Bo aufzuspüren, was ihm auch erstaunlich gelingt. Darüber hinaus bekommen der Herr der Diebe und seine Bande von einem ziemlich mysteriösen Conte den Auftrag, einen ebenso ungewöhnlichen wie geheimnisumwitterten Gegenstand zu stehlen, was schwerere Folgen nach sich zieht, als auch nur einer von ihnen sich hätte träumen lassen...
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Meine Meinung
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Da es sich hierbei eigentlich um ein Buch für Kinder handelt, ist es sehr leicht verständlich geschrieben und obwohl die Sätze überwiegend recht kurz sind, was mich an anderen Büchern schon öfter gestört hat, lässt es sich sehr gut lesen und wirkt nicht etwa zusammengestückelt. Demnach gelingt es der Autorin mühelos den Leser in ihren Bann zu ziehen, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, weil man an jeder Stelle des Buches unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Ganz nebenbei schafft sie es Werte wie Freundschaft und Mut zu vermitteln und einem zu zeigen, dass man an sich glauben soll. Darüber hinaus wirft sie hier und da Kommentare ein, die besonders für Kinder lehrreich sind; so klärt Prosper Bo beispielweise darüber auf, dass die Bewohner Venedigs nicht „Venediger" sondern „Venezianer" heißen.
Natürlich ist Venedig an sich schon absolut faszinierend, wobei ich mich besonders gut in die Geschichte hineinversetzen konnte, weil ich schon mal da war und mich so nur an die Schauplätze erinnern brauchte. Allerdings muss ich sagen, dass es der Autorin auch ohnedies nicht schwer fällt, die Orte so zu beschreiben, dass sie ganz automatisch vor dem inneren Auge entstehen. Des weiteren tragen die vielen kleinen Bilder auch nicht unerheblich dazu bei, dass man sich besser in die Geschichte hineinversetzen kann. Diese Bilder sind zwar nur schwarz-weiße Zeichnungen, erfüllen aber dennoch ihren Zweck, einem die Umgebung und das magische dieser wunderbaren Stadt etwas anschaulicher zu machen. So lernt der Leser also zusätzlich und ganz nebenbei etwas über Venedig, zumal sich im hinteren Teil des Buches nicht nur eine Karte der Stadt sondern auch eine kleine Vokabellektion findet, welche beide zum besseren Verständnis des Gelesenen beitragen.
Davon mal ganz abgesehen sind besonders die Hauptfiguren sehr interessant und ziehen nicht nur Kinder in ihren Bann und man fühlt, wie bereits erwähnt, von der ersten Seite mit. Es gelingt der Autorin also, in einem immer die Gefühle zu wecken, die sie für angemessen hält, weshalb man Tante und Onkel vom ersten Augenblick an nicht sonderlich mag, während man den niedlichen, kleinen Bo sofort ins Herz schließt. Doch auch die übrigen Charaktere sind sehr interessant und einprägsam, was mit dem etwas trotteligen Detektiv Victor beginnt, der eine Vorliebe für Verkleidungen hat, und sich nicht nur über die Hauptfiguren sondern auch über alle Nebenpersonen erstreckt. So schließt man die liebenswerte Wespe ebenso schnell ins Herz wie den verfressenen Riccio, während man von Mosca anfänglich gar nicht so viel mitbekommt. Dafür sind der Herr der Diebe und der Conte ziemlich geheimnisvoll, während Barbarossa ein typische Händler und somit im ersten Moment nicht wirklich sympathisch ist, auch wenn sich dann zeigt, dass er Humor hat.
Darüber hinaus fragt man sich lange, wie ein Junge wie Scipio schon ein so guter Dieb sein kann, was sich später allerdings erklärt. Jedenfalls sorgen die Geschichten der einzelnen Kinder für zusätzliche Spannung, da sie nicht gleich verraten werden, sondern man immer nur Bruchstücke erfährt und so nicht weiß, ob man sie irgendwann ganz erfahren wird. Letzteres ist übrigens nicht bei allen der Fall, was aber sowieso irgendwann an Bedeutung verliert. Umso überraschender sind die vielen Wendungen, die die Geschichte nimmt, ganz zu schweigen von den teilweise magisch anmutenden Erklärungen, durch die das Buch nie langweilig sondern nur immer noch faszinierender wird. Hätte ich nicht ab und zu mal schlafen oder arbeiten müssen, hätte ich das Buch vermutlich gar nicht mehr aus der Hand gelegt, da es mit jeder Seite nur immer spannender wurde.
Der magische Teil ist übrigens sehr schön ausgearbeitet und wirft ein paar ungeahnte Probleme, aber auch Möglichkeiten auf, die auf erstaunlich einfache Weise gelöst werden. Das Ende kommt allerdings viel zu schnell und man ist richtig traurig, dass es nicht mehr weiter geht, weil man die Figuren so sehr ins Herz geschlossen hat. Dabei wurde aber das ein oder andere offen gelassen, sodass man sich auch nachdem man eigentlich schon ausgelesen hat, noch ein bisschen damit beschäftigen kann, was ich ziemlich gut finde. Etwas irritierend fand ich nur, dass im Waschzettel steht, dass niemand weiß, wer der „Herr der Diebe" ist und man ihn dann praktisch sofort zu sehen bekommt, womit seine Bande zumindest optisch sehr wohl weiß, wer er ist. Ansonsten ist die Aufmachung aber sehr passend und ich finde sogar den normalen Preis gerechtfertigt, da man für sein Geld wirklich etwas geboten kommt, wobei ich auch die sich in Grenzen haltenden Tippfehler erwähnen möchte.


Auf der Suche nach Atlantis
Auf der Suche nach Atlantis
von R. A. Montgomery
  Taschenbuch

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Finde Deinen eigenen Weg!, 30. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach Atlantis (Taschenbuch)
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Die Story
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Da man in diesem Buch selbst die Hauptperson ist, ist es in der Du-Form verfasst worden. In diesem Falle bist Du ein Tiefseeforscher, der mit dem Forschungsschiff Maray unterwegs ist, um Atlantis zu finden. Mit Hilfe der Unterwasserkapsel Seeker begibst Du Dich genau dort in die Tiefen des Meeres, wo Atlantis vermutet wird. Hier hast Du nun das erste Mal die Wahl, ob Du das vor Dir liegende Riff erkunden oder mit der Kapsel noch weiter hinabtauchen willst. Je nachdem, wie Du Dich entscheidest, musst Du auf der bei Deiner Wahl angegebenen Seite weiterlesen, nur um gleich das nächste Mal vor eine weitere Wahl gestellt zu werden. Atlantis entdeckst Du zwar in so ziemlich jedem Falle, aber es hängt von Deinen Entscheidungen ab, wie angenehm oder unangenehm und vor allen Dingen von welcher Dauer Dein Aufenthalt dort sein wird...
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Meine Meinung
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Das Thema Atlantis übt an und für sich schon einige Faszination aus, weshalb ich mich diesmal auch für dieses Buch entschieden habe. Zwar hatte ich Bedenken, dass es möglicherweise nicht so interessant wird, wie man bei diesem Thema erwartet, aber diese Befürchtungen wurden glücklicherweise recht schnell zerstreut, da der Autor mit viel Fantasie einige spannende Geschichten / Entscheidungspfade kreiert hat. Zwar gelangt man nicht in jedem Falle nach Atlantis, aber über die meisten Wege kommt man schon dorthin und selbst, wenn man es nicht erreicht, ist die Geschichte keineswegs langweilig. In den Fällen, da man Atlantis erreicht, bekommt man es überwiegend mit einer faszinierenden, gänzlich unbekannten Zivilisation zutun und man kann sogar entscheiden, ob man dort bleiben möchte oder nicht.
Erfreulich sind in diesem Zusammenhand besonders die vielen Entscheidungen (stattliche 49), die man treffen kann, im Verhältnis zu den Seiten (gerade mal 7), auf denen man einfach nur weiterblättert, wobei mich noch besonders erstaunt/erfreut hat, dass man auf manchen Seiten sogar drei (statt wie gewohnt nur zwei) Entscheidungsmöglichkeiten hat, was nahezu rekordverdächtig ist. Außerdem hat der Autor auch bei den Enden (erstaunliche 11) viel Kreativität walten lassen, wobei mir ziemlich gut gefiel, dass bei manchen Enden noch eine Zusatzoption gegeben ist, falls einem das Ende nicht gefällt. Das alles sind Dinge, die mir bisher bei noch keinem anderen Buch dieser Reihe untergekommen sind, weshalb ich dieses besonders empfehlenswert finde. Hervorheben möchte ich im Zusammenhang mit den Entscheidungen noch, dass die Seitenzahlen sehr schön groß und sichtbar am oberen Buchrand abgedruckt sind, sodass man die jeweils fragliche Seite immer sehr schnell findet.
Glücklicherweise sind die meisten Enden nicht sonderlich blutrünstig, weshalb sich das Buch für so ziemlich alle Altersstufen eignet. Selbst zum Vorlesen ist es sehr geeignet und das nicht nur, weil es mal etwas besonderes ist, das die Fantasie anregt, sondern auch wegen der vielen Bilder, die man dabei schön zeigen kann. Zwar sind diese Bilder „nur" schwarz-weiße Zeichnungen, aber sie untermauern die Geschichte sehr schön und sind vor allem zur Abwechslung mal überwiegend nicht geschlechtsbezogen (mit Ausnahme von zweien, die auf Jungs zugeschnitten sind). Bleibt mir zu sagen, dass die meisten Geschichten ziemlich spannend und die Texte nicht nur auf Kinder zugeschnitten, aber trotzdem leicht verständlich sind. Darüber hinaus ist die Aufmachung ebenso ansprechend wie zum Buch passend, sowie der Preis durchaus angemessen, da man sich eine ganze Weile mit dem Buch beschäftigen kann.


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