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Rezensionen verfasst von
Matthias Noe "matthias_noe"
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Tamron AF 70-200mm 2,8 Di SP Macro digitales Objektiv (77mm Filtergewinde) für Canon
Tamron AF 70-200mm 2,8 Di SP Macro digitales Objektiv (77mm Filtergewinde) für Canon
Preis: EUR 511,60

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Fotografen: Licht und Schatten, für DSLR-Filmer: GEHEIMTIPP!, 1. März 2013
Allgemein für alle Fotografen: Die optische Qualität dieses Objektivs hat mich in der Preisklasse (ich habe beim Händler für den neuen Artikel 500 € bezahlt!) zu Anfangs vom Hocker gehauen. Die bei Tele-Zooms generell etwas aufwendiger umzusetztende Fokusgenauigkeit kommt bei diesem Objektiv allerdings besonders schwer negativ zum Tragen, in jedem Fall bei dunkleren Lichtverhältnissen. Sportfotografen würde ich trotz der hohen Anfangsblende und wunderbaren Schärfe glühend von diesem Objektiv abraten: Wenn 'der eine Moment' eingefangen werden soll und der Autofokus nicht sitzt (was bei 2.8 essenziell ist), kommt schnell Frustration auf, GERADE weil die optischen Qualitäten hier so herausragend sind. Portraitfotografen dürften schon weitaus bessere Erfahrungen machen. Unter kontrollierten Bedingungen scheinen die Qualitäten dieses Glaskörpers viel stärker durch als 'im Feld', freilich aber erst nach kleinen Justierungen bzgl. Back-Fokus: ein Problem, dass bei diesem Objektiv häufiger aufgetaucht ist (auch bei mir), aber mit der Kamerasoftware der großen Hersteller recht leicht dauerhaft behoben werden kann.

Für DSLR-Filmer allerdings haben wir mit diesem Objektiv nun einen ganz saftigen Geheimtipp bei der Hand: Denn erwähnte Autofokus-Schwächen werden beim Filmen gänzlich obsolet. Da es zudem bereits schon bei Anfangsblende kaum vignettiert (Vignettierung ist bei komprimierten Videos wesentlich schwerer in der Postproduktion zu beheben) und der Tubus sich beim Schärfeziehen nicht bewegt, ist für Schärfezieheinrichtungen (Jargon: Follow Focus) bereits die Bühne bereitet. Fairerweise muss gesagt werden, dass bei Brennweiten ab 70mm eine Anfangsblende von 2.8 auch zum Problem beim Schärfeziehen wird und sinnigerweise sollten Einstellungen mit Bewegung zur oder weg von der Kamera ab einer Blende von 5.6-6.3 in Angriff genommen werden, wenn man dem armen Kameraassi überhaupt eine Chance geben will. Aber das sind schon wieder die Gesetze der Physik, die einem hier reinspielen und die kann man auch mit dem teuren Anschaffungspreis der Spitzenmodelle der Canon USM-Serie nicht bestechen. Ansonsten sind auch die Lens Flares um einiges schöner anzusehen als beim 28-70mm 2.8 von Tamron, wenngleich wirklich diskrete Blendenflecken nur mit einer Festbrennweite garantiert sind. Wer allerdings seinen Anfang als DSLR-Filmer macht und mit ca. 3000 € Startbudget wegkommen will, der schaffe sich eine 5D Mark II (momentan das größte Schnäppchen unter den DSLRs) sowie die beiden 2.8er von Tamron an (28-70mm sowie 70-200mm). Festbrennweiten sollten diesen zwar unbeidngt folgen, aber wenn man unter hektischen Bedingungen u.U. auf Zooms angewiesen ist und das visuelle Grundvokabular mit wenig Geld bereits anfänglich abdecken will, ist dieser Starterkit nur zu empfehlen.


Steven Spielberg: Seine Filme, sein Leben
Steven Spielberg: Seine Filme, sein Leben
von Richard Schickel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Großartige Fotos, wenig Neues und ein wenig Klitterung, 30. Dezember 2012
Wer an Spielberg und seinen Filme nicht erst seit gestern interessiert ist, der wird hier kaum Neues herausfinden. Ohne dass es seine Absicht gewesen wäre, erfährt man gleichwohl viel über einen Spielberg, dem an seinem Bild in der Öffentlichkeit viel liegt. Das soll kein Vorwurf an Spielberg sein sondern vielmehr an dieses Buch. Spielbergs Selbstkritik bleibt genauso an der Oberfläche wie die Kritik des Autoren an manchen seiner Filme. Dass sein Schaffen derart viele großartige und ikonenhafte Filme umfasst, umgibt ihn mit einer Aura, in der Kritik so zahm wird, dass sie kaum wirklich kritisch ist. Diesem Buch fehlt es spürbar an Distanz, was zwar einige interessante Bilder aus Spielbergs Jugend zu Tage fördert, eine seiner Regiearbeiten, die am "Twilight Zone"-Film aber völlig übergeht. Spielberg, der sich an den tragischen Geschehnissen um diesen Film keine Beteiligung vorwerfen muss, trägt bis heute schwer an dem, was damals passiert ist und dieser Moment seiner Karriere, der einen menschlichen Bruch weit größer als jede schlechte Kritik bedeutet haben muss, wird stillgeschwiegen. Dabei sind es derlei Momente, die abseits jeder Sensationslust tiefe Einblicke in die Persönlichkeit eines Menschen ermöglichen. Spielberg war lange der eigentliche Autor vieler seiner Biographien und dieses Buch gibt wie so viele andere seine persönlichen Ansichten über sich selbst und seine Filme mehr wieder, als dass es sich sich damit auseinandersetzt, gelegentlich bis an die Grenze des Erträglichen. So bleibt Spielbergs recht steile These, "Der Weiße Hai" sei auch ein Kommentar zu Vietnam gewesen, derart unverschämt im Raum stehen, dass man sich überwinden muss, weiterzublättern.
Damit ist dieses Buch noch lange nicht wertlos aber eher etwas für Gelegenheitsleser zum Thema Film. Wer aber substanziell wirklich Neues wissen will über die vermutlich erfolgreichste Person in der Geschichte des Mediums Film, stößt immer wieder an die unsichtbare Grenze, die sich ergibt aus kaum anderen Quellen als Zitaten von Spielberg selbst oder ihm wohlgesinnter Mitstreiter. Leichen im Keller muss man von seiner Biographie nicht erwarten, aber selbst mit etwas weniger Lack - wie zum Beispiel in Andrew Yules hervorragendem und äußerst lesenswertesn Buch "Steven Spielberg. Die Eroberung Hollywoods" - wäre er noch die herausragende Persönlichkeit für den Film, die er nunmal ist. Sein Name steht schließlich synonym für das Medium und das hat gute Gründe.


Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
DVD ~ Gert Fröbe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kann man bei einer solch simplen DVD-Veröffentlichung viel falsch machen?, 24. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (DVD)
Man kann. Diese DVD bietet im Grunde nur eins und zwar den Film. Fritz Langs dritten und schwächsten, aber immernoch sehr, sehr unterhlatsamen "Mabuse". Nur der Hauptfilm mit Kapiteln also. Das lässt sich auf der Hülle lesen und ist keineswegs ein Drama, denn dementsprechend günstig lässt sich die DVD mittlerweile erwerben. Jedoch, oh weh, selbst bei solch einer Präsentation kann man etwas falsch machen. Z.B. den Vorspann vergessen, eine sehr liebevolle Titelsequenz, die einen (wie jeder guter Vorspann) in die filmische Atmosphäre hineinzieht. Man merkt wohl erst hier, wie wichtig ein Vorspann für einen Film sein kann, und auch wenn er nicht wirklich zum Film (also zur Handlung) gehört: Das ist ein ganz schöner Lapsus, der dem Herausgeber FNM (Falcon neue Medien) da unterlaufen ist. Einer, der mir 3 Sterne Abzug wert ist, denn bei solch einer idiotensicheren DVD-Produktion immernoch etwas falsch zu machen, bedarf einer besonderer Würdigung. Was die zwei Punkte ausmacht ist vor Allem die außerordentlich gute Qualität der filmsichen Präsentation. Bild und Ton sind wirklich eindrucksvoll klar. Aber was bringt's, wenn ein Stückchen fehlt?


Krieg der Sterne - Das Imperium Schlägt Zurück (Star Wars - The Empire Strikes Back)
Krieg der Sterne - Das Imperium Schlägt Zurück (Star Wars - The Empire Strikes Back)
Preis: EUR 19,73

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charles Gerhardt bringt Williams zum Klingen..., 8. Juni 2008
Was "Star Wars" anbelangt, so haben Liebhaber der Filmmusiken das seltene Glück, dass diese nicht nur in ihrer Gänze auf Doppel-CDs zu haben sind (von RCA / Sony veröffentlicht) oder als "knackigeres" Album in der ANthology-Box, sondern auch von einem herausragenden Dirigenten wie Charles Gerhardt völlig jenseits des Franchises nochmal allesamt eingespielt wurden mit anderen AKzentuierungen und auf das konzertante Erlebnis zugeschnitten. Filmnähe ist da nicht immer zu erwarten (im Film weit auseinanderliegende Stücke werden wegen musikalischer Verwandschaft in eine Suite verwandelt), doch letztlich ist das reine Hörerlebnis gerade deshalb erfrischend anders, ohne die Originalmusik zu verleugnen.

In 40 Minuten dem "Empire"-Score von Williams gerecht zu werden, ist eine Kunst und Gerhardt dabei zuzuhören, ein Erlebnis. Somit richtet sich diese CD (die als LP damals sogar VOR dem Originalsoundtrack erschien) sowohl an diejenigen, die von "Star Wars"-Musik nicht genug bekommen können als auch an die, denen 2,5 Stunden Musik auf der offiziellen Doppel-CD zu viel des Guten sind. Sie ist sowohl ein sehr guter Einstieg als auch eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen Veröffentlichungen und dank ihrer kraftvollen Darbietuzng, dem zupackenden Dirigat, der inteligenten Umstrukturierung und dem satten Klang von einem sehr hohen Neuigkeitswert. Gerhardt bringt Williams auf eine Art zum Klingen, die Williams selbst gefallen haben muss. Also, kaufen eindeutig erlaubt!


Timeline
Timeline
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 67,89

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ehrenvoller Abgang, Mr. Goldsmith!, 5. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Timeline (Audio CD)
Im Jahre 2004 starb Jerry Goldsmith (*1929) nach einem 2-jährigen Krebsleiden und hinterließ dem (amerikanischen) Film ein überwältigendes Vermächtnis: Über 200 Filmmusiken hatte er bis dato geschrieben und der Filmmusik durch sein Schaffen und seinen prägnanten Personalstil ein neues Gesicht verliehen. Damit gilt er zum einen wohl als einer der ganz großen Vielschreiber des Genres (neben Max Steiner) und war zum anderen zweifellos einer seiner ganz großen Antriebsmotoren. Goldsmith war immer darauf bedacht, die Qualität seiner Werke und der Filmmusik selbst voranzutreiben und sein Formgefühl zu schärfen. Sogar in seinem Alterswerk kann selten von Stagnation die Rede sein und für eine spannende oder zumindest unterhaltsame Filmmusik war ein Goldsmith eigentlich immer zu haben.
Leider haben selbst die besten Filmkomponisten selten das Glück, dass ihre Arbeit bewusst wahrgenommen wird. Der Ottonormalverbraucher kommt mit ihr nur im Film in Berührung und selbst dann ist nicht sicher, ob er sie vom Gesamtwerk einigermaßen losgelöst in Erinnerung behält. Die recht ansehnliche Schar von Filmmusikhörern, die um Song-Alben einen großen Bogen macht und nach den ‚Scores', den klassischen Filmvertonungen sucht, hat ihm folglich einiges voraus. Zum einen ist sie um die Erfahrung reicher, dass Filmmusik nicht nur sanfte Streicher für die Liebesszene und quietschende Geigen und Blechcluster für die Mordszene bedeutet, sondern im besten Falle eine vom Film hervorragend loslösbare Kunstgattung ist, die in ihrem Kampf um Anerkennung schon einige Etappensiege verzeichnen kann. Ob es nun eine herausragende Persönlichkeit wie Erich Korngold („The Sea Hawk"), Max Steiner („King Kong"), Franz Waxman („Sunset Boulevard"), Miklos Rozsa („Ben Hur") oder in der heutigen Zeit ein John Williams („Star Wars" und zuletzt „Krieg der Welten") ist, ihnen allen verdankt die Filmmusik in Expertenkreisen ein mittlerweile kaum noch belächeltes Ansehen. In dieser Aufzählung findet Jerry Goldsmith einen gleichsam großen Platz, denn beeindruckend ist bei ihm nicht unbedingt die Quantität der Arbeiten (die allein ist schon bemerkenswert, kam es doch vor, dass er 5 Filmmusiken in einem Jahr schrieb), sondern vor Allem, dass selbst bei einem derartigen Zeitdruck fast ausnahmslos nicht nur gute sondern oft famose Filmmusiken wie am Fließband entstanden. Filmmusiken, die selbst den nüchternsten Menschen angesichts ihrer handwerklichen Virtuosität, ihres vorrausschauenden Gesamtkonzepts und schlicht ihrer z.T. mitreißenden Wucht in Schwärmen bringen konnten. Über die dramatische Wirkung in den Filmen sprach Henry Mancini in einer Laudatio auf Goldsmith das aus, was die meisten Filmmusikhörer längst wussten: „Jerry, you scare the hell out of us!". Beim Angsteinjagen sollte es nicht bleiben, Goldsmith wusste nämlich nicht nur, wie man Monstern wie dem „Alien" Schrecken verleiht. Er konnte mit seiner Musik die morbide Atmosphäre von „Chinatown", die skurrile Parallelwelt von „Planet der Affen", aber auch die irrsinnig komische Nachbarschaftshatz in „Meine teuflischen Nachbarn" ebenso auf die Spitze treiben, wie er actiongeladenen Streifen wie „Total Recall" fast spielerisch eine schier unbändige Energie injizieren konnte. Sein Können ließ sich nie auf Genres eingrenzen, er war Meister des Abenteuers („Die Mumie"), der Spannung („Hollow Man"), des Komischen („Gremlins"), des Makabren („The Travelling Executioner"), des Göttlichen („The Final Conflict"), des Teuflischen („The Omen"), des Übermenschlichen („Poltergeist") und des allzu Menschlichen („Basic Instinct"), womit er virtuos und im allerbesten Sinne auf mehreren Hochzeiten tanzte.

Mit der CD-Veröffentlichung zu „Timeline" hat das Label Varése Sarabande dieser wahrhaftigen Größe nun in zweierlei Hinsicht ein Denkmal gesetzt: Zum einen spricht es vor Allem für die immens große Stellung des Komponisten, dass eine Musik veröffentlicht wird, die den Film nie zu Gesicht bekam (eine nicht zu unterschätzende Ehrerbietung), zum anderen wird diese definitiv letzte Neuveröffentlichung einer Goldsmithfilmmusik mit einem recht ausführlichen Begleittext sowie im (Hybrid-)SACD-Format veröffentlicht.
Dennoch stellt sich die Frage, ob die Musik selber den Aufwand wert ist. Beim ersten Durchhören mag man daran noch zweifeln, alles klingt zwar wie eine weitere gelungene Variation des Goldsmithschen Action-/Abenteuerstils, doch zu Luftsprüngen verleitet das Ganze nicht. Dass Goldsmith sich in den Jahren zuvor mehr auf sein unleugbares Handwerk denn auf einfallsreiche Raffinesse verließ, ist den meisten Insidern ebenso geläufig und so begehen sie hier dem ersten Eindruck folgend den Fehler, die Musik von vorne rein zu unterschätzen. Sicher lassen sich viele Spannungs- und Actionschemata wiedererkennen und Querverweise zu anderen Filmmusiken problemlos ziehen, schließlich befinden wir uns hier im Alterswerk des Komponisten und das lässt sich nicht leugnen. Doch dahinter verbirgt sich eine der besten Actionpartituren der letzten Jahre, die es zu entdecken gilt. Der besonders raffinierte Kniff dabei ist, dass Goldsmith diese quasi aus einem Thema heraus aufbaut, dass er auf zig Unterthemen herunterbricht und somit - wenn man drauf achtet - in jedem Track (ob ausgespielt oder fragmentarisch) unterbringen konnte. Das merkt man zu Anfangs nicht und so ist diese kompositorische Praxis letztlich ganz und gar nicht ermüdend, es ist vielmehr spannend, sich auf die Suche nach diesen zahlreichen versteckten Details zu begeben. Das Thema lunzt quasi hinter jeder Ecke hervor, versteckt im rhythmischen Kontrapunkt, als unscheinbare Hintergrundausschmückung und auch als kraftvoll ausgespielte schillernde Fanfare. Das ist Goldsmiths Trumpfjoker bei „Timeline" und gepaart mit dem virtuosen Handwerk aus 50 Jahren Filmmusikkomponierens und einer zu der Zeit wieder aufsteigenden Formkurve des Komponisten ergibt sich daraus ein letztes kleines Highlight in Goldsmiths Karriere. Sicher ist hier kein zweiter „Hollow Man" im Sinne eines späten Fastmeisterwerks entstanden, die Routine überwiegt dafür doch zu sehr, aber man zeige mir einen Komponisten, der heutzutage eine derartig clevere Musik wie „Timeline" zustande bringt und der nicht John Williams heißt.
Fazit: Die vielerorts in den Himmel gehobenen Musiken eines Hans Zimmer oder Brian Tyler lassen uns fast vergessen, wie detailfreudig Filmmusik wirklich sein kann und ein letztes Mal belehrt uns einer der letzten Meister eines Besseren. Hinter aller vorhandenen Routine offenbart sich „Timeline" als ein aus dem heutigen MediaVentures-Einheitsbrei herausragendes Stück Filmmusik, das in der Albumpräsentation einmal mehr zeigt, dass 45 Minuten an guter Musik 60 Minuten flacher Filmvertonung à la „Batman Begins" klar vorzuziehen sind, oder schlicht, dass die Würze immer noch in der Kürze liegt.
Mit Goldsmith ist ein großer Könner gegangen, der seinen Schaffensbereich - die Filmmusik - verinnerlicht hatte wie kaum ein anderer und darin unzählige Male aufging. Deshalb sollte man nicht wie in einigen amerikanischen Filmmusikforen sein letztes veröffentlichtes Werk, den Score zu „Timeline", zum Meisterwerk hochstilisieren, sich aber auch nicht von ihm täuschen lassen. Auch im Alterswerk musste man bei Goldsmith hinter jeder Ecke einen wundervollen kompositorischen Gedanken vermuten und selbst in „Timeline" war der gesundheitlich angeschlagene Komponist noch nicht müde, diesen dem Hörer auch zu bieten. Eine kleine Entdeckungsreise und den Preis für diese CD ist das allemal Wert, man wird für seine Kühnheit beim Kauf wahrlich belohnt und erweist einem der ganz großen Filmkomponisten eine letzte Ehre.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2013 12:41 PM CET


Edward Scissorhands
Edward Scissorhands
Preis: EUR 5,99

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teils oberflächliche Schönheit aber auch gutes Handwerk..., 29. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Edward Scissorhands (Audio CD)
1990 war Danny Elfmans Musik bereits ein fester Bestandteil von Tim Burtons skurrilen Werken, hatte seither die ersten Gehversuche des Regisseurs in Spielfilmlänge - "Pee-wees irre Abenteuer", "Beetlejuice" und "Batman" - begleitet und einen Stil etabliert, der im Englischen gerne als quirky (schrullig) bezeichnet wird. Gemeint ist damit eine Mischung aus skurrilen Instrumentrationseinfällen, bewusst kitschigem Einsatz eines vornehmlich weiblichen Chores oder extrem hohen Streicherlagen. Angereichert wird dies noch durch zumeist von tiefen Streichern und Holzbläsern getragene, inbrünstige Gothic-Elemente oder die morbide anmutende Verwendung eher fröhlicher Musikformen, wie dem Scherzo oder dem Walzer, für an sich düstere Bilder (prominentes Beispiel: der 'Waltz to the Death' aus "Batman"). Auch dezent übernommene Elemente des Mickey Mousing finden sich wieder.
Diese musikalische Sprache passt erkennbar gut zu Burtons Filmen, doch wirklich interessant wird die Burton-Elfman-Kollaboration - die abgesehen von "Ed Wood" (Musik: Howard Shore) durchgehend bis heute Bestand hat - für den Film- und Filmmusikbegeisterten vor allem, weil man hier sowohl beim Regisseur als auch beim Komponisten eine fast schon synchrone Weiterentwicklung beobachten kann. Gerade im handwerklichen Bereich hat es Burton bis heute Film für Film zur Perfektion gebracht und Elfman hat von seinen ersten, stellenweise noch etwas unbeholfen wirkenden Frühwerken bis heute eine fast noch erstaunlichere Wandlung vollzogen. Eine Wandlung weg vom Avantgarde-Rocker bei der Band Oingo Boingo hin zu einer der mittlerweile einflussreichsten Figuren in der Filmmusikbranche, mit einem erstaunlichen Gefühl für Dramaturgie, tadellosen handwerklichen Fähigkeiten und scheinbar unbegrenzter Wandlungsfähigkeit. Und rückblickend stellt jede Zusammenarbeit mit Burton, von "Pee Wee..." bis "Planet of the Apes", immer einen weiteren Schritt nach vorne da. So auch "Edward Scissorhands", bei dem Elfman bereits viele schlechte Angewohnheiten aus seinem vorrausgehenden "Batman"-Score abstreifte. Doch mehr dazu an späterer Stelle.
Passend zu den Bildern erwartet den Hörer bei dem mittlerweile sehr günstig erhältlichen Soundtrackalbum aus dem Hause MCA (Universal) über einen 45 minütigen Scoreteil eine Mischung aus bereits erwähnten Gothic-Elementen, dem exzessiven Einsatz eines quasi omnipräsenten Frauenchors gepaart mit dezenten weihnachtlichen „Nussknacker"-Stillismen inklusive Xylophon und recht schrägen, aber durchaus passenden Kompositionseinfällen. Der Grundton der Musik, die auf dem Album in zwei Teile ('Edward Meets the World...' und '...Poor Edward') gegliedert ist, ist ein zutiefst wehmütiger, romantischer, was sich vor allem thematisch niederschlägt. Auf zwei Hauptthemen romantischer Prägung stößt der Hörer unmittelbar: Zum einen das in Track 1 in Walzerform vorgetragene, bittersüße Hauptthema für Edward ('Introduction - Titles'), das zwar recht einfach gehalten ist, über den gesamten Score hin aber die nötige Strahlkraft besitzt, um der Komposition Zusammenhalt zu verschaffen. Zum andern eine fast noch häufiger verwendete, wehmütige Signatur für Chor und Holzbläsersoli, die besonders bei sehr intimen Momenten Edwards angespielt wird ('Ice Dance'). Diese aus zwei teilweise einzeln angespielten motivischen Zellen bestehende Melodie ist ebenfalls sehr einfach gehalten, sorgt aber wegen ihrer Prägnanz und Klangschönheit gleichsam wie das Walzerthema für Kohärenz in einem Score, in dem durchaus unterschiedliche Stillismen aufeinandertreffen. Denn neben den romantischen Themen und lyrischen Stellen erklingen auch für Elfman typische, schrullige Stellen. Darunter fällt beispielsweise eine Rückblende im Film, in der sich Edward an eine besonders skurrile Erfindung seines Erschaffers erinnert, eine ausgeklügelte Keksfabrik. Das von vielerlei tiefen Holzbläsern und Holzschlagwerk bestimmte Stück ('The Cookie Factory') nimmt bereits den Grundduktus von Elfmans späterer Musik zur Burtonarbeit "Nightmare Before Christmas" vorweg - eine Art dezentes Mickey Mousing, dem Elfman hier eine besonders individuelle Note zu verleihen weiß. Dieses einfallsreich ausgestalte Stück bürgt sicher für einigen Hörspaß, wie auch das hinreißend gestaltete 'Edward the Barber', das die Szene untermalt, in der die Damen der Nachbarschaft in fast schon orgastischer Verzückung Edwards Fähigkeiten als Friseur entdecken. Dieses Stück entwickelt einen abwechslungsreichen Stilmix aus scherzohaftem Mickey Mousing und einer tänzerischen Haberna. Sicher ist dies eine der auch handwerklich gelungensten Stellen der Musik und weißt eine Perspektive Elfmans weit über das Jahr 1990 hinaus. Und auch dort, wo Elfman das Handwerk teilweise noch fehlte, unterhält er durch einen ausgesprochenen Einfallsreichtum, wie in dem humorvollen 'Ballet de Suburbia'.
Gerade der bei Batman auffällige Hang zur Flucht ins Grobe tritt hier schon weniger in den Vordergrund, bei Edward zeichnet sich bereits ein im Vergleich zur Fledermaus ausgefeilterer Stil ab. Es wird zwar immer noch viel mit äußeren Reizen gewerkelt - bei dem fast schon übermäßigen Einsatz des Frauen- bzw. Kinderchors tritt besonders nach mehrmaligem Hören rasch eine Übersättigung ein - doch auch Elfman bleibt keineswegs darin stecken. Da stellen nicht nur düstere Passagen wie 'Castle on the Hill', das stellenweise schon an "Sleepy Hollow" gemahnt, den Beweis an, sondern auch die Passagen des zweiten Teils der CD, '... Poor Edward'. Auch wenn hier ebenfalls nicht alles Gold ist, was einem der süßliche Frauenchor und das auffahrend dramatisierende Scoring servieren, so merkt man doch, dass Elfman mit wirklich turbulenten Stellen auch im Handlungszusammenhang wenn nicht unbedingt sparsam, dann doch bedächtiger umgeht. Ganz übel nehmen sollte man ihm aber auch schwelgerisch schöne Stücke wie das 'Grand Finale' keineswegs, denn trotz dieser teilweise noch vorhandenen Grobheit machen sie auch einen besonderen Charme der Elfman-Musik aus, einen Charme, den man heute zuweilen schon vermisst, wenngleich Elfman nun durch Einfallsreichtum auf einem viel höheren Level begeistern kann. Es ist also hier ein wenig das Dilemma, dass viele wunderbar anzuhörende Teile mit der Zeit etwas verblassen, während einige dauerhaft unterhaltsam sind und zeigen, dass sie handwerklich bereits sehr gut gemacht sind, wie etwa genannter 'Barber'-Track.
Bewertet man das Gebotene nun, droht die Gefahr, sich angesichts der wahrhaftig vorhandenen, teils aber etwas oberflächlichen Schönheit der Musik zu Wertungen hinreißen zu lassen, die allemal zu viel des Guten sind. Wird indes nur beurteilt, was substanziell wirklich da ist, kommt man auf keinen Fall auf 5 Sterne. "Edward" schwankt vielmehr stellenweise zwischen 3 und 4. Aber mit den bereits klar sichtbaren Perspektiven, die das Werk für seinen Komponisten aufzeigt, d.h. mit einigen handwerklich wirklich sehr gut gearbeiteten Stellen im Petto, schafft es die Musik, einer klaren Empfehlung gerecht zu werden und bekommt letztlich doch ganz „amtlich" ihre verdienten 4 Punkte.
Den anschließenden Tom Jones Song kann man übrigens als eine nette Beigabe bezeichnen, als viel mehr aber auch nicht. Ein schön klingender Bonus zumindest.


Aliens - Die Rückkehr (Special Edition, 2 DVDs) [Special Edition]
Aliens - Die Rückkehr (Special Edition, 2 DVDs) [Special Edition]
DVD ~ Sigourney Weaver
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 21,94

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ALIENS in optimaler Präsentation!, 10. November 2004
Ich habe mir sowohl diese DVD, als auch die DVD zu Ridley Scotts erstem Teil "Alien" zugelegt, den beiden besten Filmen der Reihe. Und trotz des damals noch recht hohen Einzelpreises hat sich das vollkommen gelohnt: Beide Filme sind in zwei Versionen auf der ersten Disc enthalten: bei Alien handelt es sich dabei um die Original-Kinoversion und den 2003er Directors Cut, bei Aliens um die Original-Kinoversion und die 40 Minuten längere, weitaus tiefgreifendere Special Edition aus den 90er Jahren, die bereits auf der ersten Einzel-DVD des Filmes zu sehen war.
Bild und klangtechnisch gibt es im Vergleich zu den diesbezüglich guten Vorgänger-DVDs kaum Unterschiede, der erste Teil profitiert von den dezenten neuen Foleyeffekten auf der Tonspur am stärksten, die den (in der dt. Synchronisation weit aus weniger) verhangenen Dialogton gut ausgleichen.
Störend ist beim Ton allein, dass er besonders beim Director's Cut von Teil 1 die neuen Szenen entlarvt. Zwar wurden ausschließlich (!!) die Originalsynchronstimmen verwendet, doch sowohl deren lustloses Spiel, als auch der viel zu klare Ton (letzteres ist leider unvermeidbar) machen die Ergänzungen ein wenig zu Fremdkörpern. Dies gilt bei Teil 2 allerdings nur in stark eingeschränkter Form, v.a. deswegen, weil dort zwar leider nicht immer die Originalsynchronstimmen zu hören sind, diese dafür aber durch ähnlich klingende u.v.a. lustvoller sprechende Stimmen ersetzt wurden.
Was die neuen Szenen angeht: Bei Alien zeigt sich, dass einige, z.B. die Eierszene mit Dallas am Ende, aus gutem Grund weggelassen wurden, weil sie den Fluss und in diesem konkreten Fall die gespenstische (weil dialoglose und nur von den fantastischen Soundeffekten Terry Rawlings' lebende) Atmosphäre des Finales unterbrechen. Die besten Ergänzungen sind die kleinen neu eingefügten Schnipsel, die in der Originalsprachfassung auch sehr hommogen mit dem Rest wirken. Doch letztendlich ziehe ich die Originalkinoversion dem Director's Cut von Alien vor, wenngleich dieser auch nicht uninteressant ist. Doch Ridley Scott war 1979 (wie er in der Einführung selber richtig bemerkt) sehr zufrieden mit dem Film und die Änderungen sind relativ unnötig gewesen. Sei es drum, die Originalversion findet sich schließlich auch auf der DVD und damit hat man schonmal den Vorteil, das man entscheiden kann, was besser gefällt, was nicht bei vielen DVDs der Fall ist.
Zum Bonusmaterial auf der jeweiligen DVD 2: Hier sind beide DVDs mustergültig und gehören zum besten auf dem gesamten deutschen Markt! Das liegt zum einen an der exorbitanten Länge des Gebotenen: Allein die Featurettes (die übersichtlich in Vorpruduktion, Produktion und Nachproduktion gegliedert sind) haben bei beiden DVDs jeweils eine Gesamtlänge von fast 3 Stunden, die ausführlichen Audiokommentare und erschöpfenden Design- und Bildergalerien nicht mitgezählt! Quantitativ ist der Raum des sinnvollen damit klar abgedeckt. Und qualitativ ebenso: Die MakingOf Features glänzen durch interessante Informationen, viele Hintergrundbilder, Aufnahmen vom Set oder Verpatzten (Spezialeffekt-)Szenen, lustige On- und OffSet-Geschichten und vor allem durch Objektivität. Das manch Beteiligter damals (oder heute noch) mit einem anderen im Klinsch lag (oder liegt) kommt ebenso wie Kritik an Produzenten, Regisseuren oder Cuttern offen zur Sprache!
Das sieht man nicht zuletzt bei den Specials zur Musik, die klugerweise mit denen zum Schnitt zusammengelegt wurden, weil ja sowohl die Musik zu Alien, als auch die zu Aliens an vielen Stellen der Schere zum Opfer fiel. Hier dürfen die Komponisten Jerry Goldsmith (Teil I) und James Horner (Teil II) ihrem berechtigten Frust freien Lauf lassen. Während Goldsmith sich dabei etwas diplomatischer gibt, prangert Horner in seinem Interview (,das ihn erfreulicherweise als nicht so unsympathisch zeigt, wie sonst oft) sowohl Regisseur James Cameron als auch Produzentin Gale Ann Hurd an. Hier wird ein ansatzweise ungetrübtes Bild vom harten Filmgeschäft Hollywoods erreicht, das ich so selten bei MakingOfs geboten bekam. Gleiches gilt für die restlichen Dokus ebenso. Durch die Vielzahl verpatzter Animatronik- und Miniaturszenen wird auch deutlich, wie mühselig die Erschaffung der Filme war, und das vor Allem viel harte Arbeit und ein guter (Ton-)Schnitt dafür sorgen, dass das Ergebnis so überzeugend gerät.
Dadurch unterscheiden sich die Bonus-Materialien ganz klar vom sogenannten "HypingOf", dieser schnell geschnittenen Speicherplatzverschwendung, die mehr mit (unnötiger) Werbung als mit Hintergrundinfos zu tun hat.
Alles in allem kann ich die DVDs jedem ans Herz legen, der nicht allzu zart besaitet ist. Sie präsentieren die tollen Filme in guter Qualität, mit beispielhaften Extras zu jedem Aspekt Produktion und in einem sehr schönen Design.
Fazit: Der Preis stimmt und die Filme werden optimal präsentiert. Alle Cineasten: Zugreifen!


The Day After Tomorrow
The Day After Tomorrow
Wird angeboten von Music-CD-Connect-recordStore_Germany
Preis: EUR 15,36

4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Exemplarisch für ein filmmusikalisch schwaches Jahr 2004, 10. November 2004
Rezension bezieht sich auf: The Day After Tomorrow (Audio CD)
Wenn sich ein Roland Emmerich mit The Day After Tomorrow des Ökothrillergenres annimmt, so ist klar, dass hier nicht gekleckert sondern geklotzt wird. Eine Riesenwelle über New York, Tornados über Los Angeles und eine neue Eiszeit, abstürzende Hubschrauber und panische Menschenmassen, die durch Manhattans Häuserschluchten rennen - Das sind die tricktechnisch wieder mal perfekten Zutaten. Also gewohnt grobe Emmerichunterhaltung, wie man sie kennt, wenngleich man dem Deutschen diesmal zu Gute halten muss, dass er eine vernünftige Aussage in seinem Film unterbringt und auch ein paar sehr nette, ironische und durchaus kritische Spiegelungen zum realen politischen Geschehen einbaut. Das kann jedoch nicht kaschieren, dass die Handlungsschemata und die optischen Konventionen des Katastrophenfilms (trotz CGI) nie durchbrochen werden und sich zu viele unrealistische Ploteinfälle hier ein Stelldichein geben.
Den Score zum Film schrieb der Österreicher Harald Kloser, der 1999 mit seiner Musik zu The Thirteenth Floor aufhorchen ließ. Doch an seine dortige Leistung kann Kloser mit The Day After Tomorrow nicht anknüpfen. Bei der Musik zum Weltuntergang fehlt ihm nicht nur die eigene Handschrift, er bedient sich zudem auch noch heftigst bei Hans Zimmer & Co. und in den Actiontracks auch mal bei Danny Elfmans Planet of the Apes. Neben einem schönen aber einfachen Hauptthema im Media Ventures Stil gibt es motivisch ansonsten nichts bemerkenswertes, mit dem diese eher melancholisch ruhige Musik punkten könnte. Vieles plätschert konzeptionslos vor sich hin und an den besseren Passagen wird man das Gefühl nicht los, alles schon einmal woanders und vor Allem besser gehört zu haben. Das Schlagwort Temp Tracks drängt sich auf und wird vielerorts zur traurigen Gewissheit.
Nein, Kloser hat hier nichts komponiert, dass den Erwerb der mit knapp 40 Minuten zu lang geratenen Varèse-CD wert wäre, auch wenn man sicher nicht von einer gänzlich miserablen Musik sprechen sollte, handwerklich ist Kloser dafür dann doch zu versiert, um gänzlich abzustürzen. Was bleibt sind 15 vielleicht 20 Minuten netter aber plagiierender Musik, ein für Varèse sehr gelungenes CD-Artwork und eine wie immer beispielhafte Tonqualität. Doch wer über 2 Punkte ernten will, der muss in der Tat mehr leisten können, Herr Kloser.
Fazit: Filmisch und musikalisch war einer der heißerwarteten Blockbuster des Jahres 2004 ein halbe Enttäuschung und ist exemplarisch für ein bis auf wenige Ausnahmen filmmusikalisch bisher erstaunlich schwaches Jahr 2004.


Alien - Director's Cut (Special Edition, 2 DVDs)
Alien - Director's Cut (Special Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Tom Skerritt
Wird angeboten von rezone
Preis: EUR 14,99

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ALIEN in optimaler Präsentation!, 5. Mai 2004
Ich habe mir sowohl diese DVD, als auch die DVD zu James Camerons Sequel "Aliens" zugelegt, den beiden besten Filmen der Reihe. Und trotz des recht hohen Einzelpreises hat sich das vollkommen gelohnt: Beide Filme sind in zwei Versionen auf der ersten Disc enthalten: bei Alien handelt es sich dabei um die Original-Kinoversion und den 2003er Directors Cut, bei Aliens um die Original-Kinoversion und die 40 Minuten längere, weitaus tiefgreifendere Special Edition aus den 90er Jahren, die bereits auf der ersten Einzel-DVD des Filmes zu sehen war.
Bild und klangtechnisch gibt es im Vergleich zu den diesbezüglich guten Vorgänger-DVDs kaum Unterschiede, der erste Teil profitiert von den dezenten neuen Foleyeffekten auf der Tonspur am stärksten, die den (in der dt. Synchronisation weit aus weniger) verhangenen Dialogton gut ausgleichen.
Störend ist beim Ton allein, dass er besonders beim Director's Cut von Teil 1 die neuen Szenen entlarvt. Zwar wurden ausschließlich (!!) die Originalsynchronstimmen verwendet, doch sowohl deren lustloses Spiel, als auch der viel zu klare Ton (letzteres ist leider unvermeidbar) machen die Ergänzungen ein wenig zu Fremdkörpern. Dies gilt bei Teil 2 allerdings nur in stark eingeschränkter Form, v.a. deswegen, weil dort zwar leider nicht immer die Originalsynchronstimmen zu hören sind, diese dafür aber durch ähnlich klingende u.v.a. lustvoller sprechende Stimmen ersetzt wurden.
Was die neuen Szenen angeht: Bei Alien zeigt sich, dass einige, z.B. die Eierszene mit Dallas am Ende, aus gutem Grund weggelassen wurden, weil sie den Fluss und in diesem konkreten Fall die gespenstische (weil dialoglose und nur von den fantastischen Soundeffekten Terry Rawlings' lebende) Atmosphäre des Finales unterbrechen. Die besten Ergänzungen sind die kleinen neu eingefügten Schnipsel, die in der Originalsprachfassung auch sehr hommogen mit dem Rest wirken. Doch letztendlich ziehe ich die Originalkinoversion dem Director's Cut von Alien vor, wenngleich dieser auch nicht uninteressant ist. Doch Ridley Scott war 1979 (wie er in der Einführung selber richtig bemerkt) sehr zufrieden mit dem Film und die Änderungen sind relativ unnötig gewesen. Sei es drum, die Originalversion findet sich schließlich auch auf der DVD und damit hat man schonmal den Vorteil, das man entscheiden kann, was besser gefällt, was nicht bei vielen DVDs der Fall ist.
Zum Bonusmaterial auf der jeweiligen DVD 2: Hier sind beide DVDs mustergültig und gehören zum besten auf dem gesamten deutschen Markt! Das liegt zum einen an der exorbitanten Länge des Gebotenen: Allein die Featurettes (die übersichtlich in Vorpruduktion, Produktion und Nachproduktion gegliedert sind) haben bei beiden DVDs jeweils eine Gesamtlänge von fast 3 Stunden, die ausführlichen Audiokommentare und erschöpfenden Design- und Bildergalerien nicht mitgezählt! Quantitativ ist der Raum des sinnvollen damit klar abgedeckt. Und qualitativ ebenso: Die MakingOf Features glänzen durch interessante Informationen, viele Hintergrundbilder, Aufnahmen vom Set oder Verpatzten (Spezialeffekt-)Szenen, lustige On- und OffSet-Geschichten und vor allem durch Objektivität. Das manch Beteiligter damals (oder heute noch) mit einem anderen im Klinsch lag (oder liegt) kommt ebenso wie Kritik an Produzenten, Regisseuren oder Cuttern offen zur Sprache!
Das sieht man nicht zuletzt bei den Specials zur Musik, die klugerweise mit denen zum Schnitt zusammengelegt wurden, weil ja sowohl die Musik zu Alien, als auch die zu Aliens an vielen Stellen der Schere zum Opfer fiel. Hier dürfen Horner und Goldsmith ihrem Frust freien Lauf lassen. Während Goldsmith sich dabei etwas diplomatischer gibt, prangert Horner in seinem Interview (,das ihn erfreulicherweise als nicht so unsympathisch zeigt, wie sonst oft) sowohl Regisseur James Cameron als auch Produzentin Gale Ann Hurd an. Hier wird ein ansatzweise ungetrübtes Bild vom harten Filmgeschäft Hollywoods erreicht, das ich so selten bei MakingOfs geboten bekam. Gleiches gilt für die restlichen Dokus ebenso. Durch die Vielzahl verpatzter Animatronik- und Miniaturszenen wird auch deutlich, wie mühselig die Erschaffung der Filme war, und das vor Allem viel harte Arbeit und ein guter (Ton-)Schnitt dafür sorgen, dass das Ergebnis so überzeugend gerät.
Dadurch unterscheiden sich die Bonus-Materialien ganz klar vom sogenannten "HypingOf", dieser schnell geschnittenen Speicherplatzverschwendung, die mehr mit (unnötiger) Werbung als mit Hintergrundinfos zu tun hat.
Alles in allem kann ich die DVDs jedem ans Herz legen, der nicht allzu zart besaitet ist. Sie präsentieren die tollen Filme in guter Qualität, mit beispielhaften Extras zu jedem Aspekt Produktion und in einem sehr schönen Design.
Fazit: Der hohe Preis lohnt sich. Wer sichs leisten kann: Zugreifen!


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