Profil für Hinrichingrid De Groot > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Hinrichingrid ...
Top-Rezensenten Rang: 3.232.032
Hilfreiche Bewertungen: 64

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Hinrichingrid De Groot "ellahinz"
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Wolfgang Amadeus Mozart: Eine Biographie
Wolfgang Amadeus Mozart: Eine Biographie
von Piero Melograni
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine ausgezeichnete Biografie, 28. Dezember 2005
Ich kann mich der Meinung meines Vor-Rezensenten eigentlich nur anschließen. Ich habe das Buch in wenigen Anläufen durchgelesen, immer bedauernd, dass es jetzt Zeit zum Schlafengehen war, oder weil ein anderer "Sachzwang" auftauchte. Trotz einiger stilistischer Ungehobeltheiten (die wahrscheinlich auf das Konto der Übersetzung gehen) und trotz einiger Druckfehler (z. B. bei Jahreszahlen) liest sich diese Biografie geradezu süffig. Dazu tragen sowohl die Kürze der Kapitel als auch der psychologisch geschickte Aufbau des Buches nicht unwesentlich bei. - Das Genie Mozart wird einem auf ganz unprätentiöse Weise nahegebracht; man beginnt zu ahnen, welch eine außerordentliche Künstlerpersönlichkeit der Welt mit ihm geschenkt war ( um es etwas pathetisch auszudrücken), und man kommt von dem Bild los, das Milos Forman mit seinem Film "Amadeus" gezeichnet hat. Dabei gerät Melograni zu keiner Zeit ins Schwärmen, er hält sich nüchtern an Dokumente, und wenn etwas nicht bewiesen werden kann, sagt er es. Das, was übrig bleibt, ist frisch und lebendig, wir haben ein "Aha!"-Erlebnis nach dem anderen, sowohl was die Menschen als auch was die Zeit angeht (man denke nur daran, wie Neugeborene und Säuglinge betrachtet und behandelt wurden, oder wie die Ärzte auch Schwerkranke mit Aderlässen oder Einläufen peinigten und eventuell ihr Ende beschleunigten), und wenn man am Ende das Buch - mit Bedauern - zumacht, bleibt ein Gefühl großer Dankbarkeit zurück.


Pnin, 6 Audio-CDs
Pnin, 6 Audio-CDs
von Vladimir Nabokov
  Audio CD

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kongenial übersetzt, kongenial gelesen, 30. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Pnin, 6 Audio-CDs (Audio CD)
Ich höre "Pnin" jetzt schon zum dritten Mal, und ich bin immer von neuem entzückt. Nabokov, einer der brillantesten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, hat mit Timofej Pnin eine Gestalt erschaffen, mit der man tiefes Mitgefühl hat, trotz, nein, vielleicht wegen all seiner Mängel. Ein Kauz, ein Gelehrter, ein Tollpatsch, ein Liebender, ein Weiser. Dieses gütige Herz, das sich in einer rauhen, ungeschmeidigen , da fremden, Sprache artikulieren muss, nimmt gefangen. Und wenn man lacht - und man lacht oft beim Zuhören -, dann mischt sich in die Komik des Beschriebenen das Vergnügen am Esprit des Autors. Pnin steht würdig neben all den anderen Gestalten unserer inneren Welt, die uns die großen Dichter erschaffen haben. - Ulrich Matthes läuft beim Vorlesen zu ganz großer Form auf. Woher kann er so gut Russisch?


Das Herz ist ein einsamer Jäger: Gekürzte Lesung
Das Herz ist ein einsamer Jäger: Gekürzte Lesung
von Carson McCullers
  Audio CD

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es gibt bessere Vorleser, 23. Juli 2005
Carson McCullers ist eine großartige Schriftstellerin. Ich freute mich, als ich ihren Roman "Das Herz ist ein einsamer Jäger" als Hörbuch kaufen konnte, und für 7 CDs war mir auch der Preis nicht zu hoch. Wie groß war meine Enttäuschung, als ich mir dann die CDs anzuhören begann! Elke Heidenreich ist im Moment "in", daher wohl wurde sie als Vorleserin ausgewählt. Ich möchte Heidenreichs Verdienste um die Literatur nicht schmälern, aber eine gute Vorleserin ist sie nicht. Banale Kriterien: das Einhalten von Pausen, die richtige (d.h. sinngemäße)Betonung eines Satzendes, richtige Aussprache mancher Wörter (z.B. sagt sie immer "schebbich", wo es in gutem Hochdeutsch "schäbig" heißt (über die Aussprache der Endung -ich oder -ig kann man sich streiten)) - das störte mich alles doch sehr, die ich Lesungen von z.B. Gert Westphal oder Ulrich Matthes kenne. Das Schlimmste jedoch ist, dass die Seele dieser Frau, Carson McCullers, durch diese Vorleserin nicht erfasst wird. Das Buch hat viel mehr Tiefe, als man zu hören bekommt. Das wird auch dadurch nicht aufgewogen, dass Heidenreich versucht, den Tonfall mancher Sprechender zu treffen. Das sind ja Äußerlichkeiten. Ich bin enttäuscht und hätte dies Hörbuch nicht gekauft, wenn ich vorher auf einer Hörprobe bestanden hätte. Schade um den Roman.


Sieben Wegbereiter: Schriftsteller des Zwanzigsten Jahrhunderts
Sieben Wegbereiter: Schriftsteller des Zwanzigsten Jahrhunderts
von Marcel Reich-Ranicki
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informativ, brillant geschrieben, spannend, 31. August 2002
Marcel Reich-Ranicki schreibt über sieben Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, die neue Wege gesucht und gefunden haben: Arthur Schnitzler, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Franz Kafka, Kurt Tucholsky und Bertolt Brecht. Es handelt sich um Aufsätze, Vorträge und Essays, die zwischen 1983 und 2001/2002 entstanden sind. Sie sind hinreißend gut geschrieben, und es ist ein Vergnügen, dem Autor auf seinen Gedankenwegen zu folgen, selbst wenn man mit seiner Beurteilung des jeweiligen Schriftstellers (er ist ein ausgesprochener "Thomas-Mann-Fan") nicht immer übereinstimmt.
Wenn man z. B. jedoch bisher, wie ich, eine Abneigung gegen Musils "Mann ohne Eigenschaften" hatte und die Schuld dafür bei sich selbst gesucht hat, etwa daß man sich für nicht genügend gebildet oder zu ungeduldig oder zu oberflächlich hielt, so ist man nach der Lektüre des jüngsten Essays des Bandes glänzend rehabilitiert.
Ich habe das Buch in zwei Anläufen durchgelesen!


Preussens Luise: Vom Entstehen und Vergehen einer Legende
Preussens Luise: Vom Entstehen und Vergehen einer Legende
von Günter de Bruyn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,00

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Frau ohne Gesicht, 28. Februar 2002
Wie de Bruyn ganz richtig feststellt, haben wir heute lebenden Deutschen überhaupt kein Verhältnis mehr zu jener preussischen Königin, die zu Lebzeiten und besonders nach ihrem Tode fast wie eine Heilige verehrt wurde. So ist es interessant zu lesen, daß auch zeitgenössische Künstler sie auf verschiedenste Weise darstellten, weil niemand ein "objektives" Bild von ihr hatte. Kein Abbild glich dem anderen. Einig sind sich die Zeitgenossen lediglich darin, daß sie "Ausstrahlung" besaß. De Bruyn häuft im ersten Teil seines Büchleins Bild auf Bild, sowohl optisch als auch verbal, wobei die zeitgenössische, hymnische Verehrung in uns heutigen, nüchternen Menschen so etwas wie Widerwillen erzeugt. Man hätte sich ein paar kurze Abstecher in die geschichtliche Wirklichkeit gewünscht, z.B. wie es denn in dem Treffen mit Napoleon eigentlich zugegangen ist. Oder sollte der durchschnittliche Leser mit den Tatsachen vertraut sein? Interessant ferner die Darstellung des Charakters des königlichen Gemahls, wie man überhaupt aus einigen Zügen des Buches eine Anmutung der damaligen Zeit in Preussen erfährt. Im Ganzen empfinde ich de Bruyns Büchlein als Entwurf, als Skizze, und er hätte ruhig etwas mehr Zeit und Arbeit am Detail investieren dürfen. Daher nur drei Punkte.


Seite: 1