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Beiträge von Ray
Top-Rezensenten Rang: 452
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Rezensionen verfasst von Ray "rayw260" (Rheinfelden)
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5.0 von 5 Sternen
Von Gewissensbissen zerfressen...., 29. März 2013
"Vor Einbruch der Nacht" entstand 1971 und fält somit in die kreativste Schaffensphase von Meisterregisseur Claude Chabrol. In dieser Zeit zwischen 1968 und 1971 entstanden mit "Die untreue Frau", "Der Riß", "Das Biest muß sterben", "Der Schlachter" oder "Zwei Freundinnen" einige seiner besten Filme. Das Drehbuch basiert auf den Roman "The Thin Line" von Edeard Ativahs aus dem Jahr 1951. Thema ist dabei die Schuld und die Sühne des Protagonisten Charles Masson (Michel Bouquet), der als erfolgreicher Pariser Werbefachmann, glücklicher Ehemann und Vater seine heimliche Geliebte Laura Telier (Anne Doulking) während des sadistisch-masochistischen Liebesspiels ermordet. Die Tote war zudem noch die Frau von Charles bestem Freund Francois Tellier (Francois Perrier). Der Mörder verlässt beinahe emotionslos den Tatort - ein von Laura gemietetes Appartment in der Innenstadt. Er ist aber trotzdem durch seine eigene Tat sehr traumatisiert und versucht sich in einem Lokal in der Nähe des Tatorts ein bisschen abzulenken. Dort trifft er rein zufällig auf Francois, der sich wundert, Charles in dieser Gegend von Paris anzutreffen. Dann kehrt Charles zu seiner Frau Helene (Stephane Audran) zurück und versucht weiterhin die bürgerliche Fassade aufrechtzuerhalten. Er ist damit völlig damit beschäftigt, weiterhin den Mustergatten, den perfekten Vater, aber auch für den Witwer und besten Freund da zu sein in der Not. Die Polizei jagt einen unbekannten Mörder, kein bisschen Verdacht fällt auf Charles. Doch Charles wird zunehmend von Gewissensnöten geplagt. Er kommt zu dem Schluss, dass er Laura und die sexuelle Macht, die sie über ihn hatte, gehasst hat und dass er für das Verbrechen bezahlen muss. So ist er beinahe erleichtert, dass eine Freundin von Laura, die das Appartment bereit stellte, in ihm einen der Besucher erkennt.... "Vor Einbruch der Nacht" lebt von der sehr guten Darstellung des Michel Bouquet, der seit den 60er Jahren aktiv ist, aber erst 2002 und 2006 den Cesar als bester Hauptdarsteller gewinnen konnte. Die Rolle des Charles Masson ist aber sicherlich eine seiner stärksten Leistungen. Der Film ist psychologisch raffiniert gestaltet - der Täter, der eigentlich darauf sinnt, dass seine Schuld aufgedeckt wird, muss erkennen, dass dieser Wunsch gar nicht so leicht realsierbar ist. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass sowohl die Ehefrau als auch der Freund, dem schliesslich die Frau genommen wurde, auf sein Geständnis völlig verständnisvoll reagieren. So muss Charles seine Bestrafung am Ende alleine bewerkstelligen. Wie so oft ist "Vor Einbruch der Nacht" wieder einmal einer von Chabrols so gekonnt inszenierten Bourgeousie-Thrillern, wo dunkles Verlangen herrscht, aber diese Geheimnisse und Obsessionen an der Oberfläche kaum zu sehen sind.
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Wie Raubkatzen
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| DVD ~ Alain Delon |
| Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH |
| Preis: EUR 14,99 |
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Doppelter Boden..., 29. März 2013
Der junge Franzose Marc (Alain Delon) sieht blendend aus und führt das Leben eines Playboys. Aber seine Zukunft sieht nicht allzu rosig aus, denn er hatte eine heiße Affäre mit der Frau eines brutalen New Yorker Mafiabosses. Der will ihn jetzt tot sehen und hetzt seine Männer auf den Flüchtigen. Marc hat sich wieder nach Frankreich abgesetzt. In einem Hotel an der Cote dŽAzur wird Marc von den Gangstern aber aufgespürt und gefangengenommen. Aber wieder gelingt ihm die Flucht, während eines Autounfalls. Er kann vorübergehend im nahegelegenen Nizza unterkommen. Dort versteckt er sich vorübergehend in einer Mission für die Armen. Sehr regelmässig taucht dort die reiche amerikanische Witwe Barbara (Lola Albright) und deren Cousine Melinda (Jane Fonda) dort auf, beide Frauen sind äusserst attraktiv und scheinen die Nächstenliebe ganz groß zu schreiben. Sie bringen für die Armen regelmässig Nahrung vorbei und scheinen selbstlose Samariterinnen zu sein. Mehr noch - sie biete dem attraktiven Marc eine Anstellung als Chauffeur an. Marc nimmt das Angebot dankend an und ist völlig überrascht vom Wohlstand seiner Gönnerinnen, denn die wohnen in einer riesigen Villa, die wie ein Schloß wirkt. Die dortige Atmosphäre wird allerdings von Tag zu Tag unheimlicher und mysteriöser. Was führen die zwei Frauen wirklich im Schild ? Sex und Crime liegt in der Luft.... Altmeister Rene Clement drehte Klassiker wie "Die Mauern von Malapaga", "Verbotene Spiele" (beide oscarprämiert) oder "Gervaise". Sein bester Film ist m.E. der 1960 entstandene Thriller "Nur die Sonne war Zeuge" - ebenfalls mit Alain Delon, der auch hier in "Wie Raubkatzen" eine gute Darstellerleistung bringt. "Wie Raubkatzen" ist ein gut gemachter Psychothriller mit mysteriösen Elementen und Protagonisten, die nicht so leicht durchschaubar sind. Diese Machart kennzeichnet auch eine spätere Arbeit von Clement aus dem Jahr 1969: "Der aus dem Regen kam" von Charles Bronson. Auch dort sind die Handlungen der Figuren schwer zu durchschauen, man weiß nur, dass sie irgendwann emotianaler verstrickter sind, als sie es gerne wären. Irgendwie bringt die Anziehungskraft die Motive durcheinander. So bleibt "Wie Raubkatzen" durchgehend interessant, am Ende gibts nen fiesen kleinen Plot zu verzeichnen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Charlie, der Mann am Klavier..., 29. März 2013
Chico Saroyan (Albert Remy) hat drei Brüder und ist ein kleiner Ganove, der sich immer mal wieder mit anderen Gaunern Ärger einhandelt. Jetzt hat zwei seiner Kumpane betrogen, da er deren Anteil kurzerhand mitgehen liess. Die beiden Gangster jagen hinter ihm her, Chico sucht wie schon so oft Schutz bei seinem Bruder Charlie Kohler (Charles Aznavour), der vom Können her völlig unterfordert, in einer Pariser Nachtbar Piano spielt. Eigentlich will Charlie mit den gefährlichen Dummheiten seines Bruders überhaupt nichts zu tun haben, aber Bruder ist nun mal Bruder und so deckt er den Verfolgten. Von seinem Boss, dem Barbesitzer Plyne (Serge Davri) erfährt er dann noch am selben Abend, dass die Kellnerin Lena (Marie Dubois) ein Auge auf ihn geworfen hat. Mit ihr tritt er dann am Feierabend den Heimweg durchs nächtliche Paris an, doch die Gangster lassen nicht locker und verfolgen Charlie und Lena. Den beiden gelingt es zwar die Gangster abzuschütteln, doch auch Charlies Annährerungsversuche misslingen. Er geht nach Hause, dort wartet sein kleiner Bruder Fido (Richard Kanayan) und auch die Hure Clarisse (Michele Mercier) auf ihn. Am anderen Morgen geht es aber weiter. Die Gangster haben es jetzt nicht nur auf Chico, sondern auch auf Charlie und den kleinen Fido abgesehen... Mit sehr ruhiger Hand erzählt Francois Truffaut seine Gangsterballade "Schießen sie auf den Pianisten", der auch durch seine Dialoge sehr locker und cool wirkt. Mich hat sogar die Unterhaltung, die die Gangster im Auto mit Charlie und Lena führen, irgendwie an manche Dialoge aus "Pulp Fiction" erinnert, die Konversation zwischen den Gangstern oder auch von Jägern und Gejagten läuft dort auch ähnlich unkonventionell ab. Hat Tarantino, der ja gerne bei Filmklassikern genial klaut auch etwa Truffauts Film als Inspirationsquelle ? Der späte Film Noir entstand 1960 und hat vor allem einiges an tragikomischen Elementen zu bieten, das Ende ist allerdings sehr bitter gehalten. "Schießen sie auf den Pianisten" wird auch geprägt durch die Kameraarbeit von Raoul Coutard (Z, Außer Atem, Weekend, Braut trug schwarz) und zeigt trotz der Leichtigkeit auch ein düsteres nächliches Paris.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Antoine Doinel, 12 Jahre alt...., 29. März 2013
Die bekannteste Filmfigur, die Francois Truffaut geschaffen hat, ist sicherlich sein Antoine Doinel, den er zwischen 1958 und 1978 immer wieder seinem Publikum zeigte. In "Sie küssten und sie schlugen ihn" ist Antoine (Jean Pierre Leaud) noch ein etwa 13jähriger Teenager, der noch die Schule besucht. 1962 erhielt der Zuschauer Einblick in Antoines junge Liebesjahre im Episodenfilm "Liebe mit Zwanzig", es folgten "Geraubte Küsse" (1968), "Tisch und Bett" (1970) und "Liebe auf der Flucht" (1978). Die Figur, jeweils vom gleichen Schauspieler dargestellt, hat starke autobiographische Züge. Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud) wächst in Paris in den frühen 50er Jahren auf. Er wird zu Hause missverstanden und von seiner Mutter (Claire Maurier) und dem Stiefvater (Albert Remy) wenig geliebt. Auch in der Schule ist er mit dem wenig empathischen Lehrer (Guy Decomble) konfrontiert, Antoine fällt immer wieder durch flegelhafte Streiche auf . Als Ausweg bleibt nur die kurzzeitige Flucht...sowohl von zu Hause als auch von der Schule. Als Entschuldigung für das unerlaubte Fernbleiben von der Schule gibt er an, dass seine Mutter gestorben wäre. Der Schwindel fliegt natürlich auf und zieht Ärger mit sich. Danach gibts wieder Spannungen, weil der Lehrer Antoines Aufsatz als Plagiat bezeichnet. Als der Junge auch noch die Schreibmaschine des Stiefvaters klaut, wird er von der Polizei festgenommen und verbringt die Nacht im Knast unter Kriminellen. Als letzten Ausweg sehen die Eltern darin, ihn in ein Heim abzuschieben. Dort flüchtet der Junge während eines Fußballspiels und rennt an die Küste des Meeres. Für einen Augenblick erlebt er Freiheit und Freude... "Sie küßten und sie schlugen ihn" heisst im Original "Les Quatre Cents Coups" (400 Streiche) und war Truffauts erster Langfilm und sicherlich auch einer seiner schönsten Filme. Das Thema des Films ist vor allem auch der Umgang von Erwachsenen mit problembehafteten Kindern. Seit dieser Zeit interessierte sich Truffaut für sinnvolle Pädagogik mit schwierigen Kindern. Er setzte sich auch öffentlich für die Rechte der Kinder ein. Immer wieder waren Kinder die Hauptfiguren seiner Filme wie bsp. in "Der Wolfsjunge" oder "Taschengeld". Der Film gehört mit Sicherheit zu den ganz großen Meisterwerken des französischen Kinos.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Die Jagd auf die Vampire der Südstaaten..., 26. März 2013
Timur Nuruachitowitsch Bekmambetow gelang mit seinem dritten Spielfilm "Wächter der Nacht" der Durchbruch. Der Fantasythriller basiert auf dem gleichnamigen Roman des russischen Bestsellerautors Sergei Lukianenko. Die Fortsetzung "Wächter des Tages" war zwar wesentlich schwächer, übertraf aber an der Kasse den Erfolg des ersten Teils. Der Film spielte allein in Russland über 30 Millionen Dollar ein und stellte damit einen neuen Rekord auf. 2008 folgte das US-Debüt "Wanted", der Comic Thriller mit Angelina Jolie spielte weltweit 341 Millionen Dollar ein. Es folgte mit "Abraham Lincoln Vampirjäger" mit einem weitaus weniger großen Erfolg, aber immerhin kam der etwas andere Vampirfilm auf ein weltweites Einspielergebnis von 109 Millionen Dollar. Der Film selbst hat Licht und Schatten. Die von vielen sehr begeistert aufgenommen ausufernden Actionszenen mit hohem Faktor der computeranimierten Tricks und Schauwerten, z.B. eine aufwändig-aufregende Actionsequenzen mit in Panik geratenen Wildpferden oder auch ein Zügüberfall inklusive brennender Brücke bieten hohe Schauwerte und effektive Visualisierung. Auf der Strecke bleibt aber gerade in diesen Szenen die Atmosphäre, denn eigenartigerweise ist der abgefahrene KostŽümgrusler immer dann gut, wenn er auch den old fashioned Touch ausspielen kann, so ist er in seinen gelungsten Momenten fast schon wie ein "Hammer Movie" anzusehen. 'Der Film erzählt vom Doppelleben des wohl bekanntesten amerikanischen Präsidenten...Abraham Lincoln (Benjamin Walker), der bereits als Kind im Jahr 1818 Bekanntschaft mit Vampiren macht, ohne zu wissen, dass es sich um diese Species handelt. Seine Eltern arbeiten auf der Plantage eines gewissen Jack Bart (Marton Csokas), der in der Nacht die Pulsadern von Abes Mutter mit einem Messer öffnet, während die schläft. Die Mutter stirbt, der kleine Junge, der die Bluttat beobachtet kann, sinnt auf Rache. Doch er muss erst erwachsen und Anwalt werden, ehe seine Stunde als Jäger gekommen ist. Nebenbei wird er dann auch noch zum amerkanischen Präsident und heiratet Mary Todd (Mary Elizabeth Winstead). Auf seinem persönlichen Rachefeldzug trifft er auf den Muttermörder, doch dieser entpuppt sich dann als echter Vampir - ein gewisser Henri Sturgess (Dominic Cooper) rettet Lincoln das Leben. Mit diesem entschliesst er sich auf üppige Vampirjagd zu gehen, denn besonders in den Südstaaten sind diese Blutsauger weit verbreitet. Damit der Norden nicht infiziert wird und alle Menschen frei sein können, findet dann auch der blutige Sezessionskrieg statt. Die Grenze zwischen Vampirjagd und Sklavenbefreiung wird dann immer weniger ersichtlich. Lincoln zur Seite stehen der Josuah Fry Speed (Jimmy Simpson), aus Sprienfield, Illionois und Abes farbiger Jugendfreund Will Johnson (Anthony Mackie). Der Rest ist Geschichte und eine Frage von Dreidimensionalität... Wie gesagt: Nur bedingt gelungen. Unterhaltsam ist der Film natürlich, auch temporeich. Eine gute Kameraarbeit von Caleb Deschanel (Passion Christie, Killer Joe, Willkommen Mr. Chance) ist zu loben. Der Film ist auch konsequent humorlos und zieht völlig ernsthaft und unbeirrt seine absurde Geschichtserzählung durch. Mir persönlich waren die CGI Tricks zuviel des Gutes.
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Looper
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| DVD ~ Bruce Willis |
| Wird angeboten von media-merlin |
| Preis: EUR 12,65 |
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Ich und Ich...., 26. März 2013
Sein Spielfilmdebüt "Brick" finanzierte derFilmemacher Rian Johnson mit 450.000 Dollar, die er sich von Freunden und seiner Familie leihen mußte. Den Studios erschien der Highschoolfilm mit deutlichen Film Noir Anleihen zu unkonventionell, doch die positive Resonanz für den fertigen Film gab ihm schliesslich Recht. Für den zur damaligen Zeit 24 jährige Hauptdarsteller Joseph Gordon Levitt war es auch der Sprung zur Karriere, bis heute gelten seine damaligen Darstellungen aus "Mysterious Skin" oder "Brick" zu seinen besten Arbeiten. "Looper" wurde von der Kritik gleich zu einem der besten Science-Fiction Filme der letzten Jahre hochgejubelt. Das mag zwar sein, aber man muss auch erkennen, dass gerade die Zukunftsfilme der letzten Dekade ja nun nicht gerade berauschend waren - von einigen Ausnahmen abgesehen - und nur schwerlich mit den ganz großen Klassikern des Genres "Alien", "Blade Runner", "Starship Troopers", "Fahrenheit 451" oder "2001" mithalten kann und auch kaum vergleichbar ist. "Looper" hat mich von der Machart gleich an Andrew Nicc ols "In Time" erinnert. Der ist ähnlich verzwickt, gefällt aber irgendwie mit der konstruierten Story, ist gut fotografiert, durchgehend cool fürs ganz junge Publikum zugeschnitten und macht viel Tempo. Ausserdem gibts reichlich Erinnerung an den "Terminator", am Ende gar mit etwas "Omen" Touch. Darüberhianus ist wieder Bruce Willis an Bord, der durch die Mitwirkung an "Twelve Monkeys" oder "Surrogates" langsam eine feste Größe im Science Fiction Fach darstellt. Sehr markant ist die Arbeit der Maskenbildner, denn die haben aus dem hübschen Gesicht von Joseph Gordon-Levitt einen ganz anderen Typ gemacht - und zwar musste dies sein, weil Levitt und Willis eine Person sind. Allerdings zu verschiedenen Zeiten. Levitt als der "Looper" und Auftragskiller Joe Simmons lebt im Jahr 2044, dreissig Jahre später im Jahr 2074 wird er dann von Bruce Willis gespielt. Die Off Stimme erklärt die technischen Errungenschaften dieser Zeit und da erkennt man schon den Unterschied zur Kinoversion von "Blade Runner", denn die drückte Stimmungen aus und erklärte nicht gar alles. Aber in der heutigen Zeit gilt der Kinobesucher wohl als denkfaul und so wird das ganze Szenario gleich erklärt, was m.E. eine Schwäche des Films darstellt. Es gibt allerdings auch Stärken, denn Spannung ist auf alle Fälle gegeben. Im Jahr 2044 befinden sich die Vereinigten Staaten in einem sozio-ökonomischen Zusammenbruch, Gewalt ist an der Tagesordnung und ein kleiner Teil der Bevölkerung hat durch eine Mutation schwache telekinetische Fähigkeiten erlangt. Der Junge Joe Simmons verdient seinen Lebensunterhalt als sogenannter "Looper" für ein ominöses Syndikat, die sich einer Zeitreise Technologie bedient, um unliebsame Personen ermorden zu lassen, die dem Regime, das in der Gegenwart arbeitet, in der Welt der Zukunft im Wege sind. Diese Opfer werden in die Vergangenheit bugsiert, wo sie gefesselt und mit einem Sack über dem Kopf dem Looper zur Ermordung überstellt werden. Die Looper sind aber auch verpflichtet, das eigene Ich (30 Jahre älter) zu entsorgen, als Lohn winkt ein dreissig Jahre andauerndes Leben in gutem Wohlstand. Und hier kommt dann die Problematik des jungen Simmons zum Tragen, der sein älteres Ich killen soll. Doch dieser entkommt und nun wird auch der junge Simmons vom Syndikat gejagt, weil er die Arbeit nicht ausgeführt hat. Er selbst hat nur noch eine Chance sein älteres Ich aufzuspüren. Die Spur führt ihn zu einer Farm, die bewohnt wird von einer Art Sarah Connor aus Terminator. Diese Sara (Emily Blunt) hat ein kleines Kind namens Cid (Pierce Gagnon), der eine Schlüsselfigur der Story sein könnte... Ingesamt überwiegen die positiven Anteile, auch wenn man bei einem Vertreter des heutigen Science Fiction Films gewisse Abstriche in der Dichte und Atmosphäre des Stoffes machen muss. Auch fehlt die mystische und unheimliche Komponente. Das spektulierte Zeitreisemotiv ist aber durchaus geeignet für eine Gedankenanregung. Ist etwa der Tyrannenmord legitim, wenn man ihn vorher verhindert könnte ? Und...wie ist er verhinderbar ? Ist das eigene "Ich" nicht auch stark an der Zukunfsgestaltung involviert ?
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5.0 von 5 Sternen
Die Ohrringe von Madame..., 17. März 2013
Madame de ..."ist eine französisch-Italienische Coproduktion aus dem Jahr 1953, Regie führte der deutsch-französische Filmregisseur Max Ophüls. Der Film ist eine Adaption der gleichnamigen Novelle von Louise de Vilmorin. Dabei ist die Kameratechnik äusserst dynamisch geprägt, es wirkt als wäre die Kamera immer genauso in Bewegung wie die Filmfiguren. Das Werk ist sowohl Kostümfilm, Liebesdrama als auch Gesellschaftsportrait einer vergangenen Epoche, die Zeit vor einem ganzen Jahrhundert wird wieder lebendig. Die Geschichte spielt in Wien und Hauptfiguren sind die Diamantohrringe von Madame Louise (Danielle Darrieux), die sie heimlich an ihren Juwelier verkauft, da sie dringend Geld braucht. Der Mann der verwöhnten Frau ist ein angesehener General names Andre (Charles Boyer), der davon nichts wissen darf, weil es sich bei dem Schmuckstück ja um sein damaliges Hochzeitsgeschenk an seine Frau handelt. Die beiden schlafen in getrennten Betten und Andre hat Affären. Louise versucht das Verschwinden der Ohrringe so zu verkaufen, als hätte sie diese in der Oper verloren. Da möglichst viele Bekannte aus der guten Gesellschaft von diesem Verlust erfahren, kommt auch gleich das Gerede dazu, dass die Klunker möglicherweise auch gestohlen wurden. Um nicht in die Affäre hineingezogen zu werden, gesteht der Juwelier dem General den Verkauf des Schmucks durch Louise. Dieser kauft die Ohrringe zurück und verschenkt sie seiner Geliebten, die nach Konstantinopel reist. Dort wandert der Schmuck in den Besitz von Baron Fabrizio Donati (Vittorio de Sica), einem Diplomaten. Dieser bemerkt die attraktive Louise am Bahnhof, die Begegnung bleibt nicht bei diesem einen interessierten Blick, der Ewigkeiten dauert. Das Schicksal will es, dass Louise und Fabrizio eine Affäre beginnen, damit geht der Besitz der Ohrringe als Geschenk an Louise zurück... "Madame de" ist eine sehr elegante Dreiecksgeschichte, die aus heutiger Sicht herrlich altmodisch wirkt. Dazu kommt eine extrem gute Bebilderung des absurden Theaters, das ganz oberflächlich fast wie eine Verwechslungskomödie anmutet, jedoch in der Tiefe spielt sich eine elementare Ernsthaftigkeit ab, die den Zuschauer durchaus für das morbide Aristokratenmilieu faszinieren lässt. Der Film, der den Untergang einer Epoche in eine neue Zeit zeigt, schildert auch den tragischen Untergang einer großen Liebe. Schauspielerisch überzeugen die drei Darsteller vor allem durch ihr nuancenreiches Spiel. Ein leider beinahe schon vergessener Filmklassiker, der den Filmklassiker-Fan sicherlich begeistern dürfte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Verhängnisvolle Pariser Affäre...., 16. März 2013
Pierre Lachenay (Jean Desailly) ist ein bekannter Schriftsteller und auch Herausgeber einer Literaturzeitschrift. Er verabschiedet sich von seiner attraktiven Frau Franca (Nelly Benedetti) und seiner kleinen Tochter Sabine (Sabine Haudepin), um nach Lissabon zu fliegen. Dort soll er einen Vortrag mit dem Titel "Balzac und das Geld" halten. Er wird bereits am Flughafen von der Presse erwartet, die Fotos von ihm machen. Unter anderem auch eines mit der Stewardess Nicole (Francoise Dorleac). Der Zufall oder auch das Schicksal will es, dass er die junge Frau im Hotel wieder trifft. Dort flirtet er mit ihr im Aufzug des Hotels, es kommt tatsächlich zum ersten Rendezvous mit sehr weitreichenden Folgen, denn es bleibt nicht bei einer schönen Nacht im Hotel. Nicole notiert ihre Telefonnummer auf einem Päckchen Streichhölzer. Da Pierre Feuer gefangen hat und die Ehe mit Franca viel zu sehr an Gewohnheit angenommen hat, trifft er sich wieder mit seiner heimlichen Flamme. Er organisiert nur um einige schöne Stunden mit Nicole zu sein, eine Reise nach Reims, wo er offiziell einen Film über André Gide vorstellen soll. Da alles heimlich stattfindet, wird das Glück von der Organisation der Filmvorführung gestört. Es bedeutet einen immensen Kraftakt ein paar Stunden Zärtlichkeit zu geniessen. Es macht aber auch sehr deutlich, wie sehr diese Leidenschaft vom Alltag abgekoppelt ist... Irgendwann wirkt die Liebesgeschichte in "Die süße Haut" fast wie ein Krimi, so dicht ist das Ganze inszeniert und tatsächlich passt der Schluß auch zu diesem Genre. Francois Truffaut schafft es sehr schnell seine Figuren markant zu inszenieren. Da wäre der überlegte und intellektuelle Verstandesmensch Pierre, der von der gefühlsbetonten Nicole ganz fasziniert sein wird. Allerdings ist es - und dies zeigt der Film eindrucksvoll - gar nicht so einfach, das alte vertraute Leben einzutauschen, sogar zu zerstören gegen die vage Vorstellung das ultimative Glück zu finden. Allerdings bleibt dies in Truffauts großartigem Film eine Illusion, die im schönsten Augenblick auch schon den Untergang aufzeigt. Die Musik von Georges Delerue unterstützt diese Geschichte wirkungsvoll, auch die Kameraarbeit von Raoul Coutard ist vom Feinsten. Truffaut inzeniert wie immer sehr locker, aber in "Die süße Haut" hat auch die Wehmut eine entscheidende Rolle.
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5.0 von 5 Sternen
Master and Servant..., 16. März 2013
Joseph Losey galt als Sympathisant der Kommunistischen Partei. Ein Fall für das Komitee für unamerikanische Umtriebe. Die Folge war Berufsverbot in den USA. so ging Losey ins Exil nach England. In Europa entstanden dann auch seine großen Film-Meisterwerke wie "Der Mittler", "Accident", "Monsieur Klein" und "Der Diener". Die Hanschrift von Losey ist auch eher europäisch geprägt und seine Filme lassen sich nicht gleich in eine Schublade stecken. Und diesen Vorzug hat auch das 1963 entstandene Kammerspiel "Der Diener" - einerseits eine tragikomische Gesellschaftssatire, andererseits auch durch seine Geheimnisse ein subtiler Psychoterror-Film. Dieser Diener heisst Hugo Barrett (Dirk Bogarde) und wird von dem wohlhabenden jungen Londoner Gentleman Tony (James Fox), der sich gerade in London ein schickes großes Haus gekauft hat, als dieser für alles zuständige Diener, der ihm alle Unannehmlichkeiten des Alltags vom Leibe halten und Mädchen für alles sein soll, eingestellt. Tatsächlich agiert Hugo äusserst professionell und fachmännisch, allerdings ist seine etwas aufdringliche und resolute Art bald für Tonys Verlobte Susan (Wendy Craig) ein Dorn im Auge. Sie misstraut dem Hausdiener immer mehr. Andererseits ist Tony aber von Hugos Hausmanagment äusserst begeistert. So ist es auch bald Tatsache, dass dieser Hugo Barrett auch eine gewisse Vera (Sarah Miles) ins Haus einschleust, weil die Arbeiten ja immer intensiver und aufwendiger werden. Er gibt die junge Frau als seine Schwester aus, aber ist sie das auch wirklich ? Warum macht sich der Diener im Haus immer unentbehrlicher und welche Macht übt er auf den Hausherren aus ? "Der Diener" entwickelt sich so immer mehr zum Herrn, der Herr sogar immer mehr zum Diener in seinen eigenen vier Wänden. Dabei spielen Spiegel eine große Rolle in der Handlung, was auch darauf schließen lässt, dass der eine zum Spiegelbild des anderen wird und entlarvt die Brüchigkeit der Persölichkeiten oder auch nicht. Losey behält am Ende ein Rest Geheimnis bei sich. So ist "Der Diener" im positiven Sinne auch am Ende nicht ganz zu entschlüsseln, man erkennt nur die Weiterführung eines bizarren oder auch chaotischen Planes, weiß aber nicht, welche Motivation und welche Ambition diesen vorantreibt. Hervorraged einmal mehr die grandiose Kameraarbeit von Douglas Slocombe, der dafür sorgt, dass die spröde Bebilderung haften bleibt. Der Film ist sehr dialoglastig und bietet reichlich Subtexte an, sowohl in der Art der persönlichen Beziehung und Abhängigkeit beider Männer zueinander, als auch als Abgesang auf die Klassengesellschaft. Ein guter Film, der leider zu Unrecht arg in Vergessenheit geraten ist.
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5.0 von 5 Sternen
Gier..., 16. März 2013
Mexiko 1925: Hier in Tampico hängen viele obdachlose Amerikaner herum, das Szenario im "Schatz der Sierra Madre" erinnert mich immer wieder auch an "Lohn der Angst" von Henri Georges Clouzot, der am Anfang seines Filmes ein ähnliches Stimmungsbild gestrandeter Existenzen in einem fremden Land aufzeichnet. Der Amerikaner Fred C. Dobbs (Humphrey Bogart) überlebt hier durch Betteleien, er hofft auf Arbeit, was gar nicht so unwahrscheinlich sein dürfte, denn der größte Olhafen der Welt verheißt Beschäftigung, da ein Bohrturm gebaut wird. Auf einer Parkbank lernt er den ebenfalls mittellosen Bettler und Landsmann Bob Curtin (Tim Holt) kennen. Gemeinsam lässt sich das Elend besser aushalten, vor allem keimt aber Hoffnung auf, da der Bauunternehmer Pat MacCormick (Barton MacLane) Taglöhner anheuert. Doch dieser spielt ein falsches Spiel und die beiden Männer müssen ihren Lohn mit den Fäusten erkämpfen. Im Obdachlosenheim lernen sie den alten Goldgräber Howard (Walter Huston) kennen. Dieser schwärmt unentwegt von einer mexikanischen Goldader, warnt aber gleichzeitig durch viel Erfahrung über die zerstörerischen Folgen der Goldgier. Mit dem Lohn und der Auszahlung eines Losgewinns bringen sich die beiden Männer bei dem sonderbaren Alten ins Spiel. Gemeinsam gehts nun zu Dritt zum Goldsuchen. Mit Packeseln, Werkzeugen und massig Proviant, aber auch mit Waffen, mache sie sich auf in das Gebiet, in dem die Goldader liegen soll. Doch diese einsame Gegend, wo lediglich Indios wohnen, wid auch von herziehenden Banditen beherrscht. Am Anfang ist noch alles harmonisch, auf diesem Gebirgszug der Sierra Madre, doch als die Männer tatsächlich Gold finden, bewahrheitet sich die Warnung von Howard... John Huston drehte "Der Schatz der Sierra Madre", diesen grandiosen Klassiker im Jahr 1948. Der Film wurde mit 3 Oscars belohnt, die allesamt in der Familie blieben: John Huston gewann zwei Trophäen als bester Regiesseur und auch als bester Drehbuchautor, sein Vater Walter wurde als bester Nebendarsteller völlig zu Recht geehrt. Der Film behandelt Themen wie Kameradschaft, Zusammenhalt, aber auch Gier und vor allem das große Scheitern. Die Szene, in dem der mühevoll gesammelte Goldstaub vom starken Nordwind wieder in alle Richtungen verstreut wird, weil die Banditen den Inhalt dieser vielen Säcke für Sand halten, ist bis heute unvergessen und eine der großen Szenen der Filmgeschichte. Ein nie alternder Klassiker.
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