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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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A History of Violence
A History of Violence
DVD ~ Viggo Mortensen
Wird angeboten von TKR-Medienvertrieb
Preis: EUR 8,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mann, der Joey Cusack war..., 15. September 2014
Rezension bezieht sich auf: A History of Violence (DVD)
Seit seinem Megaerfolg mit dem Schocker "Die Fliege" war David Cronenberg nie mehr so kommerziell wie hier in seinem 2005 entstandenen "A History of Violence", der von der Grundidee her sehr stark an den großen Noir Klassiker "Out of the Past" erinnert. Denn in beiden Fällen geht es um einen Mann, der beschlosssen hat, in einer fremden Stadt ganz neu anzufangen und alles Vergangene hinter sich zu lassen.

Tom Stall (Viggo Mortensen) führt in dem Städtchen Millbrook, Indiana ein zufriedenes Leben mit seiner Frau Edie (Maria Belo), einer Rechtsanwältin. Sie haben mit Jack (Asthon Holmes) und der kleinen Sarah (Heidi Hayes) zwei Kinder. Tom führt ein Imbiss in der Kleinstadt und ist überall beliebt. Lediglich Sohn Jack hat in der Highschool einige Probleme, da er von seinem Mitschüler Bobby (Kyle Schmid) gemobbt und gedisst wird. Es ist ein Tag wie jeder andere, aber in der Nähe treiben sich zwei Killer (Stephen McHattie und Greg Bryk) herum, die in einem Motel eine blutige Spur des Todes hinterlassen haben und mal kurz Rast machen im Imbiss des 3246 Seelen-Ortes. Als Tom sie darauf hinweist, dass der Imbiss bereits geschlossen hat und ihre Bestellung erst nicht entgegennimmt, bestehen die zwei Männer auf Kaffee und Kuchen. Tom versucht die Situation zu entschärfen und rät seiner Kellnerin, vorzeitig nach Hause zu gehen. Daraufhin bedrohen die Verbrecher die Kellnerin und ziehen eine Pistole. Tom handelt. In Notwehr schlägt er einem der Männer die gefüllten Kaffeekanne ins Gesicht, kommt so an dessen Pistole und erschießt beide, wird aber im Kampf noch am Fuß verletzt. Nun hat die Stadt einen Helden, er wird zur lokalen Berühmtheit und man berichtet über ihn in den Medien. Aber das Hoch dauert nicht lange an, denn bald taucht ein gewisser Tom Fogarty (Ed Harris) mit seinen Gefolgsleuten auf. Fogarty ist felsenfest davon überzeugt, dass Tom Stall in einem früheren Leben "Joey Cusack" war und den sucht er schon seit langem. Nur mit Nachdruck verlassen die Gangster die Stadt, doch sie kommen wieder. Eine Spirale der Gewalt öffnet sich...

Das Filmdrama mit Thrillerelementen basiert auf der gleichnamigen Graphic Novel von John Wagner und Vince Locke. Der Film hat einen starken Tarantino Touch und die amerikansiche Provinz ist hier ein Ort mit zwei Seiten. Neben der Idylle gibt es immer auch einen Abgrund der bestialischen Gewalt, die unter der Oberfläche brodelt. Der Beginn läuft auch in furiosen Bildern ab, wenn die beiden übermüdeten Killer ihr Zimmer in einem Motel verlassen. Sie wollen weiterfahren, aber sie brauchen noch Wasser. Also schickt der Ältere den Jüngeren noch einmal hinein, vorbei an der Rezeption, wo der Zuschauer das Blutbad erblickt, dass die beiden angerichtet haben. Ein klienes Mädchen, dass sich versteckt hat, macht die Tür auf. Erst da bekommt die Szenere mit den beiden Toten auf dem Boden die Aufmerksamkeit des Killers geschenkt, der dann sofort - ohne zu zögern - auf die letzte Augenzeugin den Revolver richtet und abdrückt. In diesem Moment gibts den Filmschnitt, der ein schreies Mädchen im Bett zeigt, dass von einem Alptraum wach wurde. Es ist die kleine Sarah Stall, die davon wach wird und wenig später durch ihren Papa in einen echten Alptraum hineingezogen wird.

Der Einbruch der Gewalt wirkt drastisch. Ein Mann, der seine unentdeckte Vergangenheit jahrelang mit sich herumschleppt und sich ein letztes Mal den Dämonen seiner Geschichte stellen mss. Fast schon ein klassisches Westernthema. Sehr gut ist die Dynamik innerhalb der Famlie dargestellt. Die Famile muss sich ihren Abgründen stellen. Und Tom macht sich auf seine letzte Reise in die Vergangenheit auf, dort wartet sein Bruder, von William Hurt gespielt, der seinen jüngeren Bruder abgrundtief hasst.

Der Film erhielt jeweils 2 Oscarnominierungen (Bestes Drehbuch, bester Nebendarsteller William Hurt) und 2 Golden Globe Nominierungen (Maria Bello, Bester Film).


In the Line of Fire - Die zweite Chance [Collector's Edition]
In the Line of Fire - Die zweite Chance [Collector's Edition]
DVD ~ Clint Eastwood
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Präsident in Gefahr..., 14. September 2014
Regisseur Wolfgang Petersen, der 1977 mit der Tatort Folge "Reifeprüfung" und dem damaligen Skandalfilm "Die Konsequenz" bekannt wurde, konnte nach seinem großen Welterfolg "Das Boot" ab 1985 auch in Hollywood drehen. Dabei entstanden sehr unterschiedliche Filme. Das US-Debüt absolvierte er mit "Enemy Mine" im Science Fiction Fach. Er errang aber lediglich einen Achtungserfolg, so dass er seine Regie-Aktivitäten ins Thriller Genre verlegte: "Tod im Spiegel", "In the Line of Fire", "Outbreak" und "Air Force One" liefen erfolgreich in den Kinos. Vielleicht ist sogar der 1993 realisierte "In the Line of Fire" sogar sein bester US-Film, denn immerhin veredeln Clint Eastwood und John Malkovich als interessante Gegenspieler diesen "Präsident soll ermordet werden" Thriller. Im Oscar Jahr 1994 erhielt er immerhin 3 Nominierungen für die beste Nebenrolle (Malkovich), für den besten Schnitt (Anne V. Coates) und fürs beste Drehbuch (Jeff Maguire).

Letzteres war wohl eher eine Überraschung - angesichts der etwas kruden Vergangenheitsbewältigung, die der Held des Films in diesem eher leisen Thriller mit seiner Beziehung zu JFK zu bewaltigen hat. Aber wie bereits erwähnt: Mit Darstellern wie Eastwood und Malkovich lässt es sich gut verkaufen, da beide ihre Figuren mit viel Glaubwürdigkeit darstellen.

Erzählt wird die Story des alternden Secret Service Agent Frank Horrigan (Clint Eastwood), der am 22. November 1963 als Personenschützer des Präsidenten John F. Kennedy seinen schwärzesten Tag erlebt. Dass er das Leben des Präsidenten damals nicht retten konnte, empfindet er auch heute noch als persönliches Versagen. Nach einigen Jahren Bekämpfung der Finanzkriminalität meldet er sich aber wieder zum Dienst beim Secret Service und hat mit dem jungen Al D'Andrea (Dylan McDermott) einen adäquaten Partner. Brenzlige, ja sogar lebensgefährliche Situationen wie etwa die Festnahme des Mafiosi Mendoza (Tobin Bell) lassen den jungen Familienvater aber an seinem Job zweifeln. So hat auch er wie sein älterer Partner Frank Horrigan seine Problematik mit dem Job. Bei Frank kommt noch erschwerend hinzu, dass er in seinem Alter für die Anforderungen des Secret Service nicht mehr mithalten kann. Besonders das anstrengende Laufen neben der Präsidenten-Limousine ist schwierig und überfordert ihn körperlich. Er wird vom Team belächelt, anfänglich gehört auch seine Kollegin Lilly Raines (Rene Russo) zu den Spöttern, doch sie werden sich im Laufe des Films näher kommen.
Sehr nahe kommt Frank auch dem Psychopathen Mitch Leary (John Malkovich), der sich bei Frank telefonisch meldet und sein geplantes Attentat an den Präsidenten mitteilt. Für viele im Team ist der Anrufer eher ein Spinner. Frank jedoch stuft Leary gleich als sehr gefährlich ein und will am Ball bleiben. Gut so, denn Leary mordet auch schon fleißig auf dem Weg in die unmittelbare Nähe des Präsidenten...

"In the Line of Fire" entpuppt sich als angenehmer Old School Thriller mit einem stark aufspielenden psychologischen Zweikampf zwischen dem "guten" Secret Service Agenten, den die Geister der Vergangenheit plagen und dem "bösen" Rachepsychopathen, der keinerlei Skrupel kennt. Für beide Darsteller bietet sich eine perfekte Besetzung der Rolle. Eastwood hat seine Freude daran als "Alter" den Jungen noch ein bisschen "Panache" zu zeigen. Malkovich mimt begeistert den Psycho und hat sogar die besten Szenen des Films. Insgesamt spannend und sehr solide. Ein bisschen stört vielleicht die konstruierte Vergangenheitsbewältigung, die der Film noch thematisiert, das hätte man vielleicht weglassen können.


Der Fluch der Mumie (Hammer-Edition)
Der Fluch der Mumie (Hammer-Edition)
DVD ~ André Morell

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Prem, der Beschützer..., 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Fluch der Mumie (Hammer-Edition) (DVD)
Nach dem klassischen und grandios fotografierten "Die Rache der Pharaonen" von 1959 (Regie: Terence Fisher) und seinem Nachfolger "Die Rache des Pharao" von 1964 (Regie: Michael Carreras) ist der 1967 realisierte "Der Fluch der Mumie" der dritte Film in Hammers "Mullbinden-Quartett". 1971 folgte noch "Das Grab der blutigen Mumie" (Regie: Seth Holt, Michael Carreras), der es allerdings nicht mehr in die deutschen Lichtspielhäuser schaffte und seine Erstaufführung hierzulande im Fernsehen erlebte.

"Der Fluch der Mumie" ist ein Film von John Gilling, der vor allem durch das Design der Mumie etwas aus dem Rahmen fällt. Man oriertierte sich dabei an den Austellungsstücken im berühmten "Raum 60" der ägyptischen Abteilung des britischen Museums. Es war der 7. Film von John Gilling für die Hammer Studios, seine bekanntesten dürften wohl "Nächte des Grauens" und "Das schwarze Reptil" sein. Die Morde, die die Mumie begeht, sind zwar phantasievoll gestaltet, doch reichlich harmlos und auch wenig gruselig. So liegt die Stärke des Films vor allem im optischen Bereich und Michael Ripper, der in insgesamt 34 Hammer Filmen mitspielte, ist hier in der Rolle des unterwürfigen Sekretärs Longbarrow zu sehen.

Im Film geht es um die Entdeckung des Grabes des Kindkönigs Kah-To Bey (Tootise Persaud), der sowohl seine Mutter (Toni Gilpin) als auch seinen Vater, den Pharao (Bruno Barnabe) durch das Komplett des Onkels verliert und mit seinem treuen Wächter Prem (Dickie Owen) in die Wüste flieht. Dort stirbt er auch, etwas später verliert auch Prem sein Leben. Während der mumifizierte Leichnam von Prem (Eddie Powell) bereits seit Jahren in einem Museum in Kairo zu bewundern ist, fehlte jedoch bisher jede Spur vom Körper des jungen Pharao. 1920 entdeckt die archäologische Expedition von Sir Basil Walden (Andre Morell) das wahre Grab. Es herrscht große Vorfreude - doch wie in jedem guten Mumienfilm werden die Expeditionsteilnehmer vor dem Öffnen der Grabkammer von einem Einheimischen (in unserem Fall von Hasmid, gespielt von Roger Delgado) gewarnt, weil das Öffnen des Grabs für den fremden Eindringling meist Tod und Verderben bedeutet. Und das geht dann auch schon an der Grabkammer los, indem Sir Basil von einer Schlage gebissen wird. In Gefahr sind nun der arrogante Stanley Preston (John Phillpps), dessen Sohn Paul (David Buck) sowie die Expeditionsmitglieder Claire de Sangre (Maggie Kimberley) oder Harry Newton (Tim Barrett). Als das Leichentuch verschwindet, auf dem magische Beschwörungsformeln stehen, passieren auch schon die ersten Morde. Inspektor Barrani (Richare Warner) hat es mit einem kniffligen Fall zu tun, denn auch die Mumie von Prem verschwindet aus dem Museum....

"Der Fluch der Mumie" war der letzte Hammerfilm, der in den Bray Studios hergestellt wurde. Spätere Filme wurden in den Elstree Studios oder in den Pinewood Studios gedreht. Optisch wie immer sehr hübsch gemacht und als nostalgischer Happen eine gute Wahl für einen gemütilichen Horrorfilmabend, bei dem auch jüngere Zuschauer zuschauen könnten.
Storytechnisch unterscheiden sich die vier Hammer Filme über Mumien nicht sehr stark voneinander, steht doch immer das Öffnen einer alten Grabkammer und die Erfüllung eines damit verbundenen Fluches im Mittelpunkt. Darüberhinaus ist auch die Figur des Stanley Preston interessant, der Geld und Macht inne hat, aber auch über Leichen geht und um dessen Ehe mit seiner Frau (Elzabeth Sellars) es eher schlecht steht, weil man sich nach 26 Jahren nicht mehr viel zu sagen hat.


München
München
DVD ~ Eric Bana
Preis: EUR 5,83

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Killerkommando übt Rache..., 11. September 2014
Rezension bezieht sich auf: München (DVD)
Am 5. September 1972 nahmen 8 bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September 11 Mitgliederr der israelischen Olympia-Mannschaft in deren Wohnquartier in München als Geiseln. Bei der gewaltsamen Aktion kamen bereits während des Angriffs zwei der Geiseln zu Tode. Diese Geiselnahme von München sorgte für weltweites Entsetzen und für eine Unterbrechung der friedlichen Sommerspiele. Die Geiselnehmer forderten zuerst die Freilassung von 232 Palästinänsern aus israelischen Gefängnissen sowie die Freilassung der deutschen RAF Terroristen Baader und Meinhof. Die israelischee Reglerungspräsidentin Golda Meir lehnte jegliche Zugeständnisse ab. Bei dem darauf folgenden schlecht geplanten und katastrophal gescheiterten Befreiungsversuch durch die deutschen Behörden auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck starben alle neun Geiseln, ausserdem ein deutscher Polizist und fünf der Terroristen. Dieses grauenhafte Ereignis ging als "Massaker von München" in die Geschichtsbücher ein und zählt auch heute noch zu einem dieser schwarzen Tage, die der Terrorismus verursachte.

Steven Spielbergs 2005 entstandener Film basiert auf dieser Geschichte, zeigt aber nur sehr wenig von der Geiselnahme selbst (am Anfang in einer kurzer Sequenz, danach immer wieder als kurz eingeflochtene Rückblenden, die beispielsweise auch die Hauptfigur im Traum heimsucht). Der Film "Munich" beginnt nach diesen Ereignissen, wo der Mossad seine Tätigkeit beginnt. Israel will Vergeltung und Rache für die brutal getöteten Landsleute und bildet eine Einheit, die im Auftrag der Regierung elf direkt und indirekt an den Anschlägen beteiligte "Feinde" in einer lang angelegten Undercover-Mission liquidieren soll.

Sein Film, der bei der Oscarverleihung 2006 fünf Nominierungen erhielt, vermischt sehr gelungen Fakten mit Erfundenem, lässt historische Personen mit fiktiven Charakteren interagieren. Spielberg selbst bezeichnet den Film auch richtigerweise als "fiktiv", aber beruft sich auf seine Freiheit als Künstler Geschichten zu erzählen.

Die Sondereinheit, die Spielberg im Film zeigt, entspricht daher zwar nicht genau der tatsächlichen, 1972 gebildeten und in dieser Mission tätigen Mossad Einheit "Caesarea", sondern weicht in einigen wichtigen Teilen sehr stark davon ab. Die Darstellung der Anschläge in Paris, Nikosia oder Beirut entsprechen aber dem tatsächlichen Ablauf. Spielberg präsentiert aber seinem Publikum, historisch belegt, eine Sondereinheit des Mossad, die mit der Liquidierung der Geiselnehmer und Hintermänner des Münchner Massaker beauftragt war.
Bei den Aktionen kamen auch viele Unschuldige ums Leben. Trotz der Fiktionalität für die Steven Spielberg sehr stark kritisiert wurde, basiert die Geschichte auf diesen Fakten.

Hauptfigur des packenden Politthrillers ist der junge Mossad-Agent Avner Kaufman (Eric Bana), der schon Leibwächter der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir (Lynn Cohen) war und die Last zu tragen hat, der Sohn eines israelischen Helden zu sein. Seine Frau Daphna (Ayelet Zurer) ist hochschwanger. Da macht ihm sein Vorgesetzter Ephraim (Geoffrey Rush) ein einmaliges Angebot. Er soll Chef eines von der israelischen Regierung unterstützten Undercover-Teams werden, dass gemäss der "Auge um Auge" Devise Vergeltung für München an den Verantwortlichen üben will. Mit dieser Todesliste im Gepäck muss Avner seine Frau verlassen und möglicherweise viele Monate im Undergrund verschwinden. Um politische Komplkationen zu vermeiden, darf die 11 Personen umfassende Todesliste nur in der westlichen Welt abgearbeitet werden. Zielpersonen, die sich jenseits des eisernen Vorhangs oder in den arabischen Staaten befinden, sind Tabu.

Allein auf sich und auf sein Team gestellt, ohne direkte Verbindung nach Israel und lediglich durch Schweizer Bankkonten finanziell abgesichert, soll er die Tötungen durchführen. Dazu stehen ihm vier Teammitglieder zur Verfügung, die genauso wenig Erfahrung mit dieser Tätigkeit haben wie er. Zum einen Steve (Daniel Craig), der Fahrer und ein ebenso entschlossener jüdischer Patriot, dann der Spielzeug- und Bombenbauer Robert (Matthieu Kassowitz) aus Belgien, und der eher stille und introvertierte Carl (Claran Hinds), der seinen Sohn im Kampf für Israel verloren hat. Hans (Hanns Zischler), ein Antiquitätenhändler und Dokumentenfälscher komplettiert die Gruppe. Über Avners Jugendfreunde kommen sie an den Informanten Louis (Mathieu Amalric) heran, der die entscheidenden Hinweise auf die Aufenthaltsorte der Gesuchten liefert.
Der Zuschauer folgt den Aktivitäten der 5köpfigen Gruppe, die von Spielberg als recht sympathische Menschen gezeigt werden. Andererseits sieht man sie auch als brutal agierendes Killerkommando.
Die erste Zielperson Abdel Wael Zwaiter wird in Rom erschossen. Es folgt das Bombenattentat auf den PLO Repräsentanten Hamshari. In dieser Sequenz zeigt Spielberg auch eindringlich wie leicht Unschuldige bei diesen Aktionen ums Leben kommen könnten. Möglicherweise dürften einige Kritiker den Film als tendenziös antisraelisch empfunden haben, denn das Killerkommando geht mit aller Härte vor und die Mission steht immer vor den Skrupeln.

Nominiert wurde der Film fünfmal: Als Bester Film, als Beste Regie für Spielberg, das beste adaptierte Drehbuch von Tony Kusher und Eric Roth. Ausserdem wurde die Filmmusik von John Williams vorgeschlagen sowie Michael Kahn für den Besten Schnitt. Leider ging der Film völlig leer aus, was eigentlich sehr schade ist.
Denn Spielbergs auf Tatsachen basierende Fiktion, nahe an der Wahrheit angelegt, ist bestes Politthriller Kino und erinnert daher auch an die großen Genrewerke, die fast alle in den 70ern oder frühen 80ern entstanden sind. Eric Bana spielt seine Rolle sehr glaubwürdig und er kann auch in den leisen Momenten den Zwiespalt der Figur sehr gut rüberbringen.
Die eindringlichste Szene ist neben der Bomben-Sequenz, bei dem Hamshari sein Leben lässt, die Racheszene, die die holländische Auftragsmörderin Jeanette (Marie Jose Crozee) durch das israelische Killerkommando erfährt. Es ist eine erschütterndsten und grausamsten Szene der gesamten Dekade. Möglich dadurch, weil im Laufe der Rachemission die Jäger auch zu Gejagten werden. Eine Variante, die Spielberg sehr gut herausgearbeitet hat und den Politthriller mit guter Suspence füttert.
Auch die Schlußszene hat Spielberg sehr bemerkenswert und erinerungswürdig gestaltet. Avner, der inzwischen in Brooklyn ein neues Leben versucht, bekommt Besuch von seinem Chef Ephraim (großartig gespielt von Geoffrey Rush), der immer noch bedingungslosen Gehorsam fordert.


Witching & Bitching
Witching & Bitching
DVD ~ Hugo Silva
Preis: EUR 5,97

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Hexen von Zugarramurdi..., 8. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Witching & Bitching (DVD)
Alex de la Iglesia stammt aus Bilbao und gilt zu Recht als Spaniens schrillster Regisseur. Auf sein Konto gehen skurrile Werke wie "El Dia de la Bestia" und "La Comuniadad". In letzterem Film spielt Carmen Maura, die durch die 80er Jahre Werke von Pedro Almodovar bekannt wurde, eine Maklerin die eine Menge Schotter in einer Wohnung findet. Der schwarzhumorige Thriller wurde mit großen Vorbildern von Polanski und Hitchcock verglichen. Es folgten "Ein ferpektes Verbrechen" und "The Oxford Murders".
Mit "Mad Circus" entstand 2010 sein bislang ambitioniertester Film um zwei sich bis in den Tod bekämpfende Clowns. Der Film, dessen Geschichte von 1937 bis weit in die 70er Jahre reicht, wird zu seinem Ende hin reichlich maßlos, was aber auch seinen einzigartigen Reiz ausmacht. Das Werk wurde mit den Filmen von Rodriquez und Tarantino verglichen. Die zum Finale hin immer stärkere Energie und überzeichnete Szenerie ist auch in seinem neuen Film "Witching & Bitching" Programm. Dadurch wird diese Horrorkomödie zu einem ultimativen Partyfilm, rein oberflächlich könnte man von einer sehr europäischen Variante des Klassikers "From Dusk til Dawn" sprechen. Im Original heißt der Streifen "Las Brujas de Zugarramurdi" und nimmt damit auch schon Bezug auf den Ort, in dem der Hauptpart des Films spielt.

Aufgrund der geschichtlichen Umstände wird der kleine Ort im westlichen Teil der Pyrenäen, oberhalb vom Baztan Tal und nahe der französischen Grenze als Hexendorf bezeichnet. Das Dorf wird dabei mit dem Prozess der Inquisitio in Verbindung gebracht, demzufolge im Mittelalter rund dreißig Anwohner des Ortes hingerichtet oder erbarmungslos bestraft wurden. Zum einen begünstigte die isolierte Lage im Norden Navarras die Theorien der Teufelanbetung und die Nutzung von Naturheilmitteln, die immer auch als Hexerei interpretiert wurden. Und hier in Iglesias Film leben dort auch Hexen. Die Oberhexen sind Oma Martitxu (Terele Pavez), Mutti Graciana Barrenetxea(Carmen Maura) und Töchterchen Eva (Carolina Bang). Aber natürlich brauchen sie für ein wahnwitziges Ritual, bei dem die Mutter aller Hexen (also Gott höchstpersönlich) zum Leben erweckt werden soll. Dazu brauchen sie aber ein paar männliche Touristentrottel und die kommen auch.
Aber zuerst muss Jose (Hugo Silva) ein von Silvia (Macarena Gomez) geschiedener Vater eine Bank ausrauben. Dies tut er nur, damit er weiterhin mit seinem geliebten Sohn Sergio (Gabriel Delgado) zusammen sein kann und auch mal mit ihm nach Disneyland Paris fahren kann, so wie er es als guter Vater auch versprochen hat. Kumpane ist Tony (Mario Casas), auf den ersten Blick ein Frauenheld, der aber Angst hat vor dem starken weiblichen Geschlecht. Beide haben etwas gemeinsam: Sie sind derzeit arbeitslos und was liegt als näher als die derzeit wirtschaftlichen Probleme damit zu lösen ein Ding zu drehen. So überfallen sie mit einigen Handlangern als Straßenkünstler getarnt einen Juwelier in Madrid. As Jesus, als Soldat, als Spongebob, als Minnie Mouse und als Unsichtbarer erbeuten sie dabei 25.000 Goldringe. Ausser Jesus, dem Soldaten und dem Kind, dass mitgemacht hat (der kleine Sergio) werden alle geschnappt, während die Flüchtenden in einem Taxi von Tony (Jaime Ordonez) in Richtung Norden unterwegs sind. Dicht auf ihren Fersen die beiden etwas tölpelhaft agierenden Bullen Pacheco (Secun de la Rosa) und Calvo (Ppon Nieto), die dem Wagen der aufgebrachten Mutter Silva folgen. Alle Wegen führen da natürlich ins Verderben, in das idyllische Hexenörtchen Zugaramurdi...

Iglesias startet mit dem Überfall richtig fulminant und die ersten Minuten begeistern durch volles Tempo. Danach wird es etwas ruhiger und die männlichen Figuren im Taxi werden besser vorgestellt. Als Zwischenstopp kommen sie kurz vor dem Hexenort an einem fiesen Gasthaus vorbei, dort ist nicht nur die Toilette schrecklich. Bis es mit voller Frauenpower dem schwachen Männergeschlecht an den Kragen geht. Carmen Maura hat sichtlich Spass an der Rolle als Oberhexe. Es ist aber vor allem der riesige Einfallsreichtum des Filmemachers, der diesen Film zu etwas ganz Speziellem macht. Die Detailfreude und die kleinen fiesen Widerhaken, die er in seinen Bildern setzt. Ein Woweffekt der ganz besonderen Art ist dabei die Gottheit, die erweckt wird. Eine ekligere Hexe hat man selten gesehen. Es kommt auch in dem Hexenszenario ab und zu eine Erinnerung an Nicholas Roegs "Hexen hexen" auf, der ebenfalls von einem üppigen Hexenbankett erzählt.

Natürlich ist dieser schrille Genremix nicht jedermanns Sache. Denn vor allem der Höhepunkt, der an eine Inquisition erinnert, wird so genüsslich zelebriert, dass er irgendwie dann doch zu überzogen in Richtung Trashgranate abdriftet. Dennoch ist das Feuerwerk der aberwitzigen Ideen, die Iglesias vorher bot, so stilvoll dargeboten, dass beste Unterhaltung bestehen bleibt. Der Film endet mit einem Augenzwinkern, rückblickend auf eine sehr temporeiche Achterbahnfahrt. Am Ende ist man sogar etwas an "Delicatessen" erinnert, aber auch die schrille "Adams Family" kommt in den Sinn. Kein Wunder bei diesen wilden Horror Cocktail, der da mit schrillen Ideen und sonderbaren Figuren geboten wurde.


The Borderlands
The Borderlands
DVD ~ Gordon Kennedy
Preis: EUR 11,49

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf heidnischem Grund...., 7. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Borderlands (DVD)
Auch wenn sich im Found Footage Genre alles irgendwie wiederholt, ich hab dennoch eine kleine Schwäche für diese Filme, die seit "Blair Witch Project" einen festen Platz im Bereich des Horrorfilms einnehmen. Dabei orientierten sich die "Blair Witch" Macher Daniel Myrick und Eduardo Sánchez sicherlich auch am umstrittenen "Cannibal Holocaust" von Ruggero Deodato. Es entstanden Filme wie "Rec", "Noroi" "Cloverfield", "District 9" oder "Paranormal Actifiy", die sicherlich zu den neuen Klassikern des Genres gezählt werden.
Interessant waren auch "The Bay", "Trollhunter", "Der letzte Exorzismus", "Chronicle" oder "Devils Pass", die alle ihre Momente hatten und stellenweise für guten Grusel sorgten. Von "The Borderlands", einem englischen Vertreter, habe ich gar nicht viel erwartet. Umso überraschter war ich, dass sich der Film von Elliot Goldner in seiner Gesamtheit ein kleines Meisterwerk zeigt mit dem richtigen Gespür für eine extrem beklemmende und unerklärliche Situation.

Im Grunde brauchte der Macher nicht viel und am Ende kommen doch so tolle Klassiker wie "The Wicker Man" oder "The Witches" aus den Hammer Productions in den Sinn. Die Handlung läuft recht karg ab. Es zeigt ein vom Vatikam beauftragtes Forscherteam, dass im nordenglischen Hinterland einen mysteriösen Vorfall in einer Kirchengemeinde untersuchen soll. In dieser besagten Kapelle kam es zu merkwürdigen Vorfällen. Nachdem bei einer Taufe eines Babys mysteriöse Dinge geschahen, entstendet die katholische Kirche eine Untersuchungskommission. Techniker Gray (Robin Hill) ist als erstes Teammitglied vor Ort und ihm obliegt die Aufgabe der Kamera und der Technik. Deacon (Gordon Kennedy) hat schon viele Erfahrung auf dem Gebiet der parnormalen Phänomene gemacht und bei seinem letzten Einsatz gabs Tote. Er trinkt mehr als er als Geistlicher dürfte und hat vor dieses angebliche Wunder als Humbug zu entlarven. So jedenfalls fällt sein erster Eindruck aus, den er von dem dortigen Geistlichen Vater Crellick (Luke Neal) hat. Tatsächlich wirkt der junge Priester auch reichlich sonderbar. Nur gut, dass mit dem Geistlichen Mark (Aidan McArdle) noch ein drittes Teammitglied auftaucht, der möglicherweise zu anderem Schluß kommt. Doch schnell sind sich Mark und Deacon einig, dass da nichts Göttliches in dieser Kirche passiert, sondern alles von Menschenhand manipuliert wurde. Verdächtig für die beiden erscheint der möglicherweise psychisch kranke Pfarrer, der die Vorfälle selbst inszeniert haben könnte. Um sicherzugehen, statten sie allerdings jeden Winkel der Kapelle mit modernster Überwachungstechnik aus und legen sich anschließend auf die Lauer. Lange müssen sie nicht warten, bis sie erkennen, dass in den Eingeweiden der Kirche tatsächlich das Böse erwacht und ein wahnsinniges Inferno ausbricht. Mit Vater Calvino (Patrick Godfrey) kommt ein vierter Mann aus Rom hinzu...

Der Regisseur zeigt uns eine Art englisches Nirgendwo, weit weg von der städtischen Zivilisation. In dieser Abgeschiedenheit, wo Eigenbrötler und Einheimische zuhause sind, kommt es in seinem leicht abseits gelegenen Gotteshaus zu seltsamen Zwischenfällen. Es hört sich so an, als käme aus den Wänden des Gotteshauses Babygeschrei. Das Ermittlerteam geht recht nüchtern mit ihrer Aufgabe um, aber Deacon ist es, der sich dann mit den eigenen Schlußfolgerungen nicht mehr zufrieden gibt und noch einmal zu recherchieren beginnt.

“Borderlands“ folgt eigentlich sehr stark dem “Blair Witch Project“-Raster, allerdings mit stark britischen Einschlag. Immer wieder wird die Arbeit des Teams durch sonderbare Ereignisse unterbrochen. Ein Schaf wird vor dem Haus des Teams verbrannt. Eine Gruppe Dorfjugendlicher imitiert das Meckern eines Ziegenbocks. Ist der Teufel kein Unbekannter in diesem abgelegenen Ort ? Ein altes Tagebuch erzählt von einem Waisenhaus und einer uralten Macht, dargestellt durch ein seltsames Symbol, die möglicherweise unter der Kirche haust. Am Ende wirds dann richtig unangenehm und klaustrophobisch. Nicht immer ist der Mensch gut beraten, den Dingen auf den Grund gehen zu wollen.

Die Geschichte fasziniert irgendwo und man bleibt gebannt dabei. Natürlich wartet man auf die Auflösung welche heidnische Mächte hier präsent sind. Die beiden ungleichen Partner Gray und Deacon sind gut getroffen in ihren Gegensätzen: Da ist der etwas vorlaute Gray, zwar unreligiös, aber irgendwie doch offen für Unerklärliches. Deacon hingegen ist zwar tief im christlichen Glauben verwurzelt, doch er ist auch ein Skeptiker, der hinter jedem Wunder Manipulation vermutet und damit meist recht behält. Seine Aggression ist schliesslich die Triebfeder den Dingen auf den Grund gehen zu wollen. Diese beiden treiben den Film voran, auch wenn dann mit den dunklen Einstellungen in der Kirche der echte Horror ganz langsam kommt und man immer mehr im Wohnzimmersessel zu frösteln beginnt.


Mississippi Burning
Mississippi Burning
DVD ~ Gene Hackman
Wird angeboten von guenstig-ist-gut
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auge um Auge, Zahn um Zahn..., 7. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
"Mississippi Burning" aus dem Jahr 1988 ist neben "12 Uhr Nachts" wahrscheinlich der beste Film des britischen Regisseurs Alan Parker, der zahlreiche weitere Erfolge vorzweisen hat: Fame, Angel Heart, The Commitments, Birdy, The Wall oder Die Asche meiner Mutter.
Der Film wurde inspiriert vom tatsächlichen Fall der Ermordung von drei Bürgerrechtlern James Earl Chaney, Michael Shwerner und Andrew Goodman durch Mitglieder des White Knights of the Ku Klux Klan in Neshoba Country am 21. Juni 1964. Schon 1975 wurde der Fall unter dem Titel "Attack on Terror: The FBI vs. the Ku Klus Klan" als zweiteiliges Dokudrama für die CBS verfilmt.

Alan Parkers Version wurde bei der Oscarverleihung mit 7 Nominierungen (Bester Film, Regisseur Alan Parker, Hauptdarsteller Gene Hackman, Nebendarstellerin Frances McDormand, Kameramann Peter Bisou, Bester Schnitt, Beste Tonmischung) honoriert, wovon aber nur eine Nominierung auch erfolgreich war: Peter Bisou wurde als bester Kameramann ausgezeichnet.
Die größeren Absahner des Jahres waren Rain Man mit 4 Auszeichnungen und Eine gefährliche Liebschaft mit 3 Auszeichnungen.

Dennoch ist Alan Parkers düstere Südstaaten Bestandsaufnahme aus den 60er Jahren ein Klassiker geworden und vor allem die oft kritisierte Filmfigur, der hartgesottene FBI Mann Rupert Anderson, gespielt von Gene Hackman, hat einige unvergessene Filmszenen. Wenn er die Rassisten mit den gleichen Mitteln angreift, wie diese ihre Feinde angehen, dann sahen einige Kritiker rot und bescheinigten dem Macher, dass er genau hier an die Rachegelüste appelliert und dass diese Dramaturgie dem Film die authentischen Kräfte raubt. In der vielleicht bekanntesten Szene des Films setzt Hackman, während FBI-Beamte grinsend und ihn abschirmend vor der Tür stehen, dem fiesen Südstaaten-Debuty, grossartig von Brad Dourif gespielt, das Messer im Rasiersalon an die Kehle und ritzt ihm ungerührt das Gesicht auf, bevor er ihn zusammenschlägt.
Der Zuschauer gefällt diese Dirty Harry Einlage natürlich (mir auch), aber der Kritiker ist näher bei dem besonnenen FBI Agenten Alan Ward (William Dafoe), der zwar etwas weltfremd und introvertiert wirkt, aber aus gutem Grund als Vorgesetzter von Anderson, gerade in diesem Fall der schweigenden und gelegentlich lynchen lassenden Mehrheit im Süden auch nur ein Argument gegen diese zähen Ermittlungen zu liefern. Parker setzt also auf die beiden Gegensätze der ermittelnden Hoover-Boys und vom Verstand her ist man eher beim besonnenen Anderson, das Gefühl gibt aber dem cholerischen Anderson den Zuschlag, der auch mal anpackt, wenn es Zeit wird dies zu tun. Im Übrigen ist es für mich neben Popeye Doyle (French Connection) und Little Bill Daggett (Erbarmungslos) die beste Rolle in Gene Hackmans Karriere.

1964 im US-Staat Mississippi. Drei junge Bürgerrechtler (zwei weiße und ein dunkelhäutiger Junge) werden nachts auf einer abgelegenen Straße von drei Fahrzeugen verfolgt und bedrängt. Als die jungen Männer bemerken, dass auch ein Polizeiauto dabei ist, halten sie an. Was sie lieber nicht getan hätten, sie werden als Judenbengel und Niggerfreund beschimpft und alle drei in den nachfolgenden Minuten erschossen. Die jungen Männer wollten sich für das Wahlrecht der Schwarzen einsetzen. Nachdem sie als vermisst gemeldet werden, werden die zwei besagten FBI Agenten zur Aufklärung des Falles ins ländliche Jessup County geschickt. Dort im Ort herrscht immer noch offener Rassismus. Die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Polizei unter der Leitung von Sheriff Stucky (Gailard Sartain) und auch des Bürgermeisters Tilman (R. Lee Ermey) erschweren natürlich die Ermittlungen vor Ort. Mögliche Zeugen werden eingeschüchtert, die Präsenz des FBI verstärkt sogar den Rassenkonflikt enorm. Anderson kommt der Frau (Frances McDormand) des Hilfsheriffs Pell (Brad Dourif) näher, die ihrem Mann, der immer mehr sicherer Verdächtiger wird, ein Alibi für die Tatzeit gegeben hat. Auch Frank Bailey (Michael Rooker) dürfte einer der Täter sein, möglicherweise hatten die ausführenden Mörder aber einen Auftragsgeber. Der Geschäftsmann Clayton Townley (Stephen Tobolowsky) jedenfalls macht keinen Hehl aus seiner rassistischen Gesinnung...

Alan Parkers Film prangert illegales Unrecht und verschwörerische Brutalität an, zeigt aber auch, dass er zu ihrer Bekämpfung die ähnlichen Methoden anwenden muss. Mag sein, dass dies die moralische Position des Films an sich schwächt. Man sieht am Ende beispielsweise...Vorsicht Spoiler.. ein Mitglied des Ku-Klux Klan, der durch ein fingiertes Schauspiel des FBI zu einem Geständnis genötigt wird. Dieser glaubt, dass seine Kumpane ihn als Verräter ausgemacht haben und als er schon am Strick (durch die verkleideten FBI Männer) baumelt und sich die Hosen vor Todesangst tatsächlich voll gemacht hat, bleibt ihm nur die Wahrheit als einzige Chance des Überlebens.

Gut, das ist eindeutig Folter und nicht tolerierbar, aber als Zuschauer ist man dennoch froh, dass die Ermittler im Zuge einer gerechten Sache diesen gefährlichen Mördern endlich das Handwerk legen konnten. Am Ende sind die 10 Jahre Haft für die Rädelsführer dennoch sehr milde. Vielleicht drückt man da aufgrund der ausgleichenden Gerechtigkeit die Augen bei den ominösen Ermittlungsmethoden von Rupert Anderson wohlwollend beide Augen zu. Trotz dieser Kontroverse ist "Mississippi Burning" ein großer Film der 80er Jahre.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 9, 2014 11:48 AM MEST


Der schmale Grat
Der schmale Grat
DVD ~ Sean Penn
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der ewige Kampf...., 6. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Der schmale Grat (DVD)
Es dauerte 20 Jahre bis sich der Kinopoet Terrence Malick wieder ins Filmgeschäft begab und nach "In der Glut des Südens" im Jahr 1998 mit dem Antikriegsfilm "Der schmale Grat" ein genauso bildstarkes und wuchtiges Werk schuf. Es sind auch die ungeheuerlich genialen Kamerapositionen von John Toll (Oscar für "Legenden der Leidenschaft" und "Braveheart), die gleich zu Beginn nicht nur beeindrucken sondern begeistern. Da sieht man ein Krokodil ins Wasser steigen und sofort sind wir auch in einer seltsam friedlichen und schönen Idylle. Eine melanesische Insel im Südpazifik, dorthin hat es die Privates Witt (Jim Caviezel) und Ash (Thomas Jane) verschlagen. Eine Ruhe vor dem Sturm, die sich die beiden Soldaten gönnten und sich von der Gruppe entfernten. Doch ein Patrouillenboot holt die beiden Gestrandeten wieder auf, Sergeant Welsh (Sean Penn), der vor allem Witt für dessen freien Geist bewundert, macht aber keine Meldung vom unerlaubten Entfernen der Gruppe. Denn Großes soll bevor stehen. In einem Gespräch zwischen dem Bataillonskommandeur Oberstleutnant Tall (Nick Nolte) und seinem Vorgesetzen dem Brigadegeneral Quintard (John Travolta) wird über die bevorstehende Invasion gesprochen.

Es ist August im Jahre 1942. Die Charllie Kompanie des ersten Bataillons des 27. Infanterieregiments der 25. US-Infanteriedivision landet auf der Solomonen-Insel Guadalcanal im Pazifischen Ozean. Ihr Auftrag lautet sich dort durch den Regenwald durchzukämpfen, um schliesslich die strategisch wichtige Insel den Feinden zu entreissen, die dort einen Luftwaffenstützpunkt auf den Bergen errichtet haben. Sehr schnell bemerkt der gläubige Kompanieführer Staros (Elias Koteas), dass der Befehl des Oberstleutnant Tall, diesen Grat frontal anzugreifen, eine Menge seiner ihm unterstellten Soldaten das Leben kosten wird. Er versucht sich gegen den Befehl zu stellen, als es sehr schnell sehr viele Opfer zu beklagen gibt. Die unblutigere Taktik, aber langfristig genauso erfolgreiche, von den Flanken aus anzugreifen wird von Tall aber nach einer Einschätzung der Lage vor Ort aber abgelehnt. Die Soldaten selbst versuchen alle sehr unterschiedlich mit der Extremsituation umzugehen. Private Jack Bell (Ben Chaplin) denkt an vergangene Tage mit seiner geliebten Frau Marty (Miranda Otto). Witt denkt über den Tod nach und fragt sich, ob er diesen genauso gelassen entgegen treten kann wie damals seine schwer kranke Mutter. Andere wie Sergeant Keck (Woody Harrelson), Second Lieutentant Whytie (Jaret Leto), Sergeant Storm (John C. Reilly), Sergeant McCron (John Savage), Private Beade (Nick Stahl), Private Doll (Dash Mihok) oder Corporal Five (Adrien Brody) versuchen einen Weg nach oben zu finden. Nach zahlreichen Verlusten kann der japanische Stützpunkt erobert werden. Viele Feinde werden von der C-Kompanie getötet. Tall unterrichtet Staros nach dem Sieg dass er ihn aufgrund seiner angeblich zu weichen Art in die USA versetzen lassen werde und Gaff (John Cusack) neuer Kompanieführer wird. Die Kampfhandlung auf der Insel gehen aber weiter. Witt meldet sich für eine gefährliche Patrouille im Regenwald, zu der auch Corporal Five und Private Cooms (Matt Doran) gehören. Als sie von den Japanern entdeckt werden, geht es wieder einmal um Leben und Tod...

Der Begriff "The Thin Red Line" geht auf den schottischen Widerstand der Highlander gegen eine riesengroße Übermacht zurück. Eine Off Stimme begleitet die einerseits so berauschenden Naturbilder, die aber durch die Kampfhandlungen auf Zerstörungskurs sind. Warum herrscht dieser Krieg im Herzen der Natur ? Warum bekriegt sich die Natur selbst, kämpft das Land gegen die See. Gibt es eine rechnende Kraft in der Natur ? Nicht nur eine Kraft, sondern zwei ?

So stellt Terrence Malick das Verhältnis von Natur und Mensch in den Fokus seiner Geschichte. Auffanllend die extrem meditative Erzählweise, die mich sehr begeistert hat. Immer wieder zeigt er Kontraste...inmitten einer Gefechtsszene beispielsweise zeigt die Kamera einen kleinen Vogel, der aus dem Nest gefallen ist. Oder es wird ein riesiges Krokodil gezeigt, dass von den Männern eingefangen wurde und sich auf dem Lastwagen befindet. Während einer Kampfszene, in der geschossen wird, schlängelt sich plötzlich ganz knapp neben einem Soldaten eine giftige Schlange durch das Gras. Diese Bilder hinterlassen einen bleibenden Eindruck von dessen was der Künstler ausdrücken will. In einer der besten Szenen sieht man die Soldaten zielgerichtet vor der Kampfhandlung den Weg durch den Dschungel in Richtung Berg laufen, es kommt ihnen ein Eingeborener entgegen, der wortlos an ihnen vorbeiläuft. Der krasse Gegensatz zu der Unterschiedlichkeit menschlicher Gesinnung kann kaum deutlicher gemacht werden. Die macht ihn noch besser als Spielbergs wuchtiges, zeitgleich erschienenes Filmwerk "Saving Private Ryan", der zwar auch die Fürchterlichkeit des Krieges einfängt, aber den Krieg letztendlich als diese Notwendigkeit beschreibt, damit Gut über Böse siegt.
Mit dieser Art von Heldentum setzt sich Malick nicht auseinander. Er wertet die Geschehnisse nicht übergeordnet geschichtlich ein, sondern zeigt die Momentaufnahme. Und diese ergibt ein eindringliches, erdrückendes Bild über den Lebenskampf im Allgemeinen. "Thin Red Line" ist für mich einer der besten Antikriegsfilme und kommt in meinem Genre-Ranking gleich nach "Apocalypse Now" und "The Deer Hunter". Gratulation an den Filmemacher, der hier wieder ein Filmmeisterwerk abgeliefert hat und auch philosophische und religiöse Inhalte mit einfliessen lässt. Im Grunde geht es um Leben und Tod, Gott, Glaube, Liebe und Existenz.
Zweifelsohne einer der fünf besten Filme der 90er Jahre.


Der Soldat James Ryan
Der Soldat James Ryan
DVD ~ Tom Hanks
Preis: EUR 5,83

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen D-Day und danach...., 6. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Soldat James Ryan (DVD)
Er ist nicht nur ein Kinomagier und ein großer Märchenerzähler des Kinos. In manchen Fällen war Steven Spielberg auch ein bemerkenswerter Aufarbeiter von Geschichte. Unvergessen seine Filme "München" oder "Lincoln" - vor allem sein größter künstlerischer Erfolg "Schindlers Liste", aber auch der Kriegsfilm "Der Soldat James Ryan" gedenkt in unvergessen Bildern an die Invasion in der Normanie im Zweiten Weltkrieg. Dieser sogenannte D-Day fand am 6. Juni 1944 statt und die Verluste waren enorm. Die Alliierten hatten seit dem D-Day etwa 53.700 Tote zu verzeichnen, von denen 32.807 der Gefallenen in Kriegsgräberstätten in der Normanie begraben sind. Es gab 200.000 deutsche Opfer und die Toten unter der französischen Zivilbevölkerung beliefen sich auf etwa 20.000 Menschen.

Mit Omaha Beach bezeichneten die Allierten einen französischen Küstenabschnitt in der Normandie bei Colleville sur Mer und Saint Laurent sur Mer, an dem die Landung des V. US-Korpüs im Rahmen der Operation Neptune stattfand. Die ersten sehr intensiven 27 Minuten des Films "Saving Private Ryan" zeigt schonungslos diese Invasion. Während auf allen anderen Stränden die Landung durch Artillerie- und Luftangriffe gut vorbereitet war und weitgehend ruhig verlief, kam es auf Omaha Beach beinahe zu einer Katastrophe für die Alliierten. Durch ungenauen Beschuss blieben die deutschen Befestigungen und Mannschaften weitgehend unversehrt und konnten heftiges Gegenfeuer leisten, dem die Infanteristen am Strand schutzlos ausgeliefert waren, so dass zahlreiche Boote voll Soldaten beim Ausstieg oder wenige Sekunden danach komplett niedergeschossen wurden. Vielen Menschen sterben im Kugelhagel einen blutigen Tod.

Unter den Opfern sind auch zwei Brüder der Familie Ryan. Ein dritter Bruder starb bereits eine Woche vorher in Neuguinea im Kampf gegen die Japaner. Da es noch einen vierten Bruder gibt, entscheidet der Generalstab den letzten verbliebenen Sohn James Francis Ryan nach Hause zu seiner Mutter zu schicken, um deren großes Leid zu lindern (eine der eindrücklichsten Szenen des Films ist die stumme Sequenz als ein Auto sich dem Farmhaus der Ryans nähert, die Mutter vom Fenster aus nach draussen schaut und dann die Tür öffnet. Schon ahnend die schimme Nachricht, bricht sie auf der Veranda zusammen, in dem Moment als die Boten aus dem Auto steigen). Doch auch dieser James Ryan befindet sich in der Normandie und scheint wohl in einer gefährlichen Lage, da er hinter den feindlichen Linien abspringen musste. Ein Team unter der Leitung von Army Ranger Captain John H. Miller (Tom Hanks) wird gebildet, dass den Auftrag erfüllen muss James Ryan zu finden und ihn aus der Hölle herauszuholen. Das Kader (Tom Sizemore, Edward Burns, Barry Pepper, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Adam Goldberg und Jeremy Davies) bricht auf und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise zum Grauen des Krieges...

Der Film beginnt damit, dass der alte amerikanische Kriegsveteran James Ryan mit seiner Familie den Soldatenfriedhof in Colleville sur Mer besucht und sich an die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs erinnert. Dabei wirft er für sich die Frage auf, ob er diese Sonderstellung auch verdient habe. "War ich ein guter Mensch ?" fragt er seine Frau, die ihm diese Frage natürlich auch bejaht. Ich glaube auch ohne diese ganz emotionalen Gefühlsausbrüche würde der Film sehr gut, wahrscheinlich sogar noch viel bessser, funktionieren. Denn das Szenario ist überaus erschütternd und wird von Janusz Kaminskis großartiger Kamera perfekt eingefangen. Es braucht da gar nicht diese Heldenmut-Sequenzen um nachhaltig Wirkung zu erzielen. Hier gefiel mir der Stil von Terrence Malick zeitgleich laufendem Meisterwerk "Der schmale Grat" besser.

Trotzdem darf auch "Saving Private Ryan" jetzt schon zu einem unvergessenen Klassiker gezählt werden. Es sind dann doch wieder neben der präzisen Position des Geschichtslehrers Spielberg auf sein Geschehen auch die menschlichen Gesten, die den Film packend machen. Die Sterbeszene des jungen Soldaten Irwing Wade bleibt dabei nachhaltig im Gedächtnis. Ebenso der Kampf der Gruppe in einer zerstörten französischen Stadt mit deutschen Scharfschützen. Schliesslich findet man in der Ortschaft Ramelle den Gesuchten, der will aber seine Einheit nicht verlassen. Die Gruppe beschließt die Brücke zu verteidigen, es wird aber eine Reise in den Tod. Am Ende fordert der sterbende Miller James Ryan auf etwas ganz besonderes aus seinem Leben zu machen und dass er die Aktion, die so viele Menschenleben forderte, wert war. Hier in dieser Szene regiert leider wieder das übliche Hollywood Muster, dass dem wichtigen Antikriegsfilm etwas die Kraft raubt.
Zwischen 4 und 5 Sternen.


Sophie Scholl - Die letzten Tage
Sophie Scholl - Die letzten Tage
DVD ~ Julia Jentsch
Preis: EUR 4,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom deutschen Widerstand..., 6. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sophie Scholl - Die letzten Tage (DVD)
Am 18. Februar 1943 legten die Geschwister Scholl die Flugblätter der Weißen Rose im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität München aus. Sie erreichten gegen 10.45 Uhr den Haupteingang. Sie trugen einen rotbraunen Koffer und eine Aktentasche, beide gefüllt mit dem sechsten Flugblatt und einer kleinen Menge des fünften. Die Geschwister Scholl legten vor den noch geschlossenen Hörsälen und in den Gängen die Flugblätter stoßweise aus. Als sie schon am rückwärtigen Ausgang Amalienstraße waren, kehrten sie um und liefen in den ersten Stock, wo sie nochmals Flugblätter ablegten. Dann rannten sie in den zweiten Stock, wo Sophie den Rest der Flugblätter über die Brüstung in den Lichthof warf. Dabei wurden die beiden vom Hörsaaldiener Jakob Schmid entdeckt und von diesem (und anderen) so lange festgehalten, bis die Gestapo eintraf.

Während des zweiten Weltkriegs entstand an der Uni München die Widerstandsgruppe Weiße Rose um die Geschwister Sophie (Julia Jentsch) und Hans Scholl (Fabian Hinrichs). In der Münchner Gestapo Zentrale am Wittelsbacher Palais in der Brienner Straße wurde Sophie Scholl durch den Kriminalobersekretär Robert Mohr (Alexander Held) vom 18. bis 20. Februar 1943 verhört. Der Film "Sophie Scholl - Die letzten Tage" ist ein 2005 entstandener deutscher Film des Regisseurs Marc Rothemund, der sich vor allem auf die Vernehmungsprotokolle der Gestapo bezieht. Hauptpart des Films ist das kammerspielartige Aufeinandertreffen von Sophie mit dem Gestapo-Ermittler Mohr. Dabei gelingt den Darstelern Jentsch und Held ein packender Dialog, der stellenweise an "Der Totmacher" erinnert. In diesem Film von Romuald Karmakar spielt Götz George den Serienmörder Fritz Haarmann, der mit seinem Psychologen Dr. Ernst Schultze (Jprgen Hentsch) über seine Morde spricht. Diese Dialoge für die Filmdarsteller wurden den Verhörprotokollen der Vernehmung entnommen, bei "Sophie Scholl" war dies ähnlich.

Nach anfänglichem Abstreiten gibt Sophie im weiteren Verlauf der Verhöre zu, dass sie gemeinsam mit ihrem Bruder, der bereits geständig war, die Flugblätter verfasst und verbreitet zu haben. Sie weigert sich hartnäckig Namen von Komplizen zu nennen. Neben ihrem Bruder Hans wird auch Christoph Probst (Florian Stetter) des Hochverrats, der Wehrkraftzersetzung und wegen landesverräterischer Feindbegünstigung angeklagt. Im Schauprozess vor dem Volksgerichtshof vor dem Vorsitzenden Roland Freisler (Andre Hennicke) wird die Anklage bestätigt und alle drei Angeklagten werden zum Tode verurteilt. Als Sophie erfährt, dass das Urteil noch am selben Tag vollstreckt werden soll, hat sie Mühe ihre Haltung zu bewahren. Es folgt der letzte Besuch der Eltern, die den Kindern versichern, dass sie stolz auf diese sind. Sophie verspricht ihrer Mutter, dass sie sich im Himmel wiedersehen werden, als der Gefängnispfarrer kommt und sie den Segen Gottes erhält. Anschließend wird sie nochmals in eine Zelle geführt, in der auch Hans und Christoph Probst auf die Vollstreckung ihres Urteils warten. Schließlich wird Sophie von den Henkern zur Guillotine geführt und enthauptet...

Ein atmsophärisch unglaublich dichter Film, der durch seine Authentizität zu einem erschütternden Zeitdokument wird. Der Film wurde sogar 2006 für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert, musste sich aber vom südafrikanischen Beitrag "Tsotsi" geschlagen geben. Großartige Kameraarbeit von Martin Langer, der immer ganz nahe bei den Figuren bleibt und in deren Gesichter blickt.


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