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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Edgar Wallace - Der Fluch der gelben Schlange
Edgar Wallace - Der Fluch der gelben Schlange
DVD ~ Joachim Fuchsberger
Wird angeboten von music_fun
Preis: EUR 32,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mein Bruder, der böse Chinese..., 14. November 2014
Edgar Wallace Filme waren meistens sehr spannend, aber sie waren nie sonderlich realistisch. Die Storys waren so abgefahren und übertrieben, dass man sie fast für unglaublich hielt. Was gabs da nicht alles in dem nebenverhangenen London: Blinde Pfarrerschurken, Mädchenhändlerringe, Mönche mit Peitschen, Maskierte Frösche, Ertränkungen im Taufbecken, bucklige Monster, gelbe Narzissen auf den Todesopfern, durchgeknallte Rasiermessermörder, Harpunen als Mordwaffen....aber die Story in dem 13. Edgar Wallace Film der Nachkriegszeit mit dem Namen "Der Fluch der gelben Schlange" toppt dies alles. Denn hier geht es darum, dass "Der Bund der freudigen Hände" die Weltherrschaft erringen will. Wer ist das ? Das sind ca. 1-2 Millionen Chinesen, die gemeinsam mit ihrem Führer Fing-Su (Pinkas Braun) von London aus mit kruder Ideologie, beruhend auf einem chinesischen Orakel, das Reich in der Mitte regieren will. Und das sind immerhin dann 600 Millionen Menschen (Stand: 1963) und die darf man dann schon als "Gelbe Gefahr" wahrnehmen. Zum Glück gibt es aber den guten Halbbruder Clifford Lynn (Joachim Fuchsberger), der die Machenschaften seines durchgeknallten Blutsverwandten durchkreuzen wird. Eines Nachts brechen Unbekannte in Joe Brays (Fritz Tillmann) ein. Der reiche Brite, der in Hongkong lebt ist in dem Besitz der gelben Schlange und die braucht sein missratener Sohn Fing-Su, denn ohne dieses Relikt kann die Weltherrschaft nicht erfolgreich angetreten werden. Kurz darauf reist Clifford Lynn nach London, um sich dort mit Brays Vetter Stephan Narth (Werner Peters) zu treffen. Dieser braucht dringend Geld um die Pleite abzuwenden und erhofft sich seine finanzielle Rettung durch Cliffords Heirat mit seiner Tochter Mabel (Doris Kirchner). Da diese sich weigert, geht der bittere Kelch der Zwangs- und Zwecksvermählung an die Pflegetochter Joan (Brigitte Grothum) über, die allerdings bei der Sichtung von Blacky Fuchsberger gar nicht mal mehr so abgeneigt ist - trotz unrasiertem Erscheinen beim ersten Treffen. Fing Su hat dann plötzlich auch noch Heiratsabsichten - zum dumm, dass auch er ausgerechnet Joan auserkoren hat. Jetzt kämpfen die ungleichen Stiefbrüder nicht nur um die gelbe Schlange, sondern auch noch um die Frau...für Spass sorgt einmal mehr Eddie Arent als Cliffords Freund Samuel Carter, der mit großer Leidenschaft Antiquitäten - vornehmlich alte chinesische Vasen sammelt - und immer wieder völlig unbeholfen mittendrin im gefährlichen Geschehen wandelt. In einer alten Fabrikhalle an der Themse zelebriert dann Pinkas Braun in einem Goebbels ähnlichen Stil seine rassistischen Hasstiraden und dem glorreichen Kampf der Chinesen gegen die Untermenschen. Im Grunde ein groteskes Szenario, dass Franz Josef Gottliebs Film da anbietet und schon damals Gegenstand der Kritik war. Für die einen wars albern, für die anderen sogar ein mit rassistischen Untertönen gespicktes Machwerk...Dennoch wollten sich 2 Millionen Kinozuschauer den Edgar Wallace Reißer nicht entgehen lassen. Man muss natürlich ein Faible für ganz widersinnige Geschichten haben - aber dann ist "Der Fluch der gelben Schlange" ein äusserst amüsanter Kino-Krimispass aus einer Zeit, als die Krimis noch wegen der besseren Atmosphäre noch in "schwarz-weiß" sein mussten. Daumen hoch..trotz aller Kuriosität.


Wartezimmer zum Jenseits
Wartezimmer zum Jenseits
DVD ~ Hildegard Knef
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Schildkröte...., 14. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Wartezimmer zum Jenseits (DVD)
Im Fahrwasser der extrem erfolgreichen Edgar Wallace Filmreihe der 60er Jahre, gab es einen ganzen Haufen ähnlich gestrickter Krimis aus deutschen Landen. Mit "Wartezimmer zum Jenseits" saß sogar Alfred Vohrer, der beste Edgar Wallace Director, auf dem Regiesessel. Produzent Horst Wendlandt setzte hier auf den Roman von James Hadley Chase "Zahle oder stirb".
Bereits das Intro mit einem vernebelten Blick auf Londons Straßen ist sehr gut gelungen. Erzählt wird die Geschichte von einem groß geplanten Gangstercoup. Die Bande hat vor vermögende Männer zu erpressen. Diese bekommen von "Der Schildkröte" einen Brief, indem sie aufgefordert werden eine bestimmte Summe zu bezahlen, wenn ihnen ihr Leben lieb ist. Als erstes Opfer wurde Sir Cyrus Bradley (Hans Paetsch) ausgewählt - eigentlich ein Mann, der bekannt dafür ist, dass ihn solche Drohungen nicht im Geringsten beindrucken. Immerhin hat seine Frau Lady Helen (Adelheid Seeck) den Neffen Donald Micklem (Götz George) von der Erpressung durch dieses ominöse Syndikat informiert - der junge Student soll ein Auge drauf haben, dass nichts passiert, wenn der Onkel nicht bezahlt. Er und sein Freund Harry Mason (Hans Clarin) sind bei der Geldübergabe dabei - die Gangster wissen nicht, dass der Bote nur Zeitungspapier erhalten hat. Ist denen auch ganz egal, denn die haben damit gerechnet, dass Bradley nicht zahlt und sein Ableben gehört zum Plan als Abschreckung für alle weiteren zu erpressenden Gentlemen mit dickem Geldbeutel. So wird Bradley von dem Messerwerfer Shapiro (Klaus Kinski) gemeuchelt. Auch die attraktive Laura Lorelli (Hildegard Knef) gehört zum den fiesen Schildkröten und ist die Freundin des Gangsterbosses Alconi (Richard Münch), der in Triest in einer opulenten Villa wohnt. Dorthin führt natürlich auch die Spur der beiden Studenten, die den Tod von Donalds Onkel aufklären wollen und die Gangster schnappen wollen. Entgegen dem Rat von Inspektor Dikes (Heinz Drache) ermitteln sie im sonnigen Italien auf eigene Faust und geraten in große Gefahr...
Sehr nah bewegt der Film in dem typischen Wallace-Stil seiner Zeit, nähert sich aber ein bisschen dem Melodram, denn es gibt unter den Gangstern einige tragische Figuren. Die Handlung fängt dabei im nebenverhangenen London an, dass von Kameramann Bruno Mondi trist und trostlos eingefangen wurde. Das Italien erscheint dabei in hellem Licht und der unendlich schwermütige und traurige Blick von Hildegard Knef wird hier noch schneller enttarnt. Sie strebt nach Veränderung und hat genug von ihrem luxuriösen Gefängnis, dass ihr der von Macht besessene Gangster bisher bot. Ein gutaussehender Student, der hier rumschnüffelt, scheint die richtige Medizin für eine bessere Zukunft zu sein. Wer die Wallace Film liebt, der wird auch von "Wartezimmer zum Jenseits" angetan sein, der Film bietet 90 Minuten beste nostalgische Krimiunterhaltung und zeigt auch einmal mehr das Können von Alfred Vohrer, der vor allem mit dem großartigen "Die toten Augen von London" einen der ganz besten deutschen Kriminalfilme drehte.


Auge um Auge - Out of the Furnace
Auge um Auge - Out of the Furnace
DVD ~ Christian Bale
Preis: EUR 13,23

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der vermisste Bruder...., 9. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auge um Auge - Out of the Furnace (DVD)
Sie leben in Mobile homes, schauen Bigfoot Monstertruck-Rennen und Wrestling Kämpfe in der Glotze, rauchen oder saufen und verschleudern das wenige Geld, das sie haben im McDonalds. Die Rede ist vom "White Trash (Weißer Abschaum) wie die Mitglieder der weißen Unterschied in den USA verächtlich genannt werden. Auf dem Land nennt man sie auch "Rednecks" oder "Hillbillies" - also Hinterwäldler und spätestens seit dem Welterfolg von John Boormans "Deliverance" sind sie öfters Gast im Kinofilm. Man könnte sogar sagen, dass sie seit einiger Zeit extreme Hochkonjunktur als Leinwandfiguren haben. Diese Typen, die sich nicht um gängige Gesetze scheren, wie man in den Südstaatenfilmen "Weißer Terror" oder "Mississippi Burning" bereits eindrucksvoll gesehen hat. Als fiese Monster eignen sie sich gut für den Horrrorfilm, so setzte ihnen Rob Zombie ein eindrucksvolles blutiges Filmdenkmal mit "The Devils Reject". Auch auch völlig durchgeknallte Familien konnten sie schon punkten...bestes Beispiel dafür ist William Friedkins leider viel zu unterschlagener "Killer Joe" oder die Boxerfamilie Ward aus "The Fighter". Als Kids ohne Skrupel mit viel Aggressionspotential zeichnete sie Larry Clark sehr treffend im "Ken Park" oder in "Bully". Seit einigen Jahren werden die Dramen um diese Unterschied regelmässig oscarnominiert: Eine glä nzend aufgelegte Mellissa Leo in "Frozen River" oder everybodys Darling Jennifer Lawrence in "Winters Bone"....ob an der Grenze zu Kanada oder in den Ozarks in Missouri. Die Not ist immer groß...es herrscht Inzucht, Gewalt und Mißbrauch vor.
In der jüngsten Zeit ist neben "Joe" vor allem der Rachethriller "Auge um Auge" ein erwähnenswertes Beispiel seiner Gattung. Regisseur Scott Cooper ist bekannt durch "Crazy Heart" - der Film, der Jeff Bridges nach gefühlten 50 Oscar-Nominierungen endlich den großen Triumph bescherte.
Der düstere Film spielt in Nord Braddock im Allegheny County in Pennsylvania. Diese Gemeinde ist stolz darauf sich "Geburtsort des Stahls" nennen zu dürfen. Die Volkszählung von 2010 kam auf 4.857 Einwohner. Ein enormer Rückgang gegenüber den 30er Jahren, als man noch 16.782 Menschen zählte. Der Grund ist der allmähliche Niedergang der Stahlindustrie in dieser Gegend.
Russell Baze (Christian Bale) ist einer dieser Arbeiter des Stahlwerks, er hat immerhin einen Job - ganz im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Rodney (Casey Affleck), der bisher im Irak stationiert war, weil er fürs Vaterland kämpfen wollte und nun keinen Fuß mehr fassen kann. Der Vater ist schwerkrank und bettlägerig, aber immerhin funktioniert Russels Beziehung zu der dunkelhäutigen Lena Taylor (Zoe Saldana) , das Paar wohnt zusammen. Mit seinem Onkel Red (Sam Shepard) geht Russell manchmal in den Wald, um Wild zu jagen. Eines Nachts verursacht der betrunkene Russell nach einer Kneipentour einen folgenschweren Verkehrsunfall mit Todesofpern. Er wird dafür verknackt. Als er die Strafe abgesessen hat, findet er zwar schnell wieder Arbeit im Stahlwerk - seine Freundin verlor er allerdings an den Polizisten Chief Wesley Barnes (Forest Whitaker). Und sein Bruder verdient das Geld mit illegalen Straßenboxkämpfen. Indem er den zwielichtigen, aber auch einflussreichen Buchmachers John Petty (Willem Dafoe) drängt, organisert dieser einen sehr lukrativen Kampf in einem abgelegenen Dorf in Appalachen. Dort oben hat der gewaltätige und drogensüchtige Harlan de Groat (Woody Harrelson) das Sagen. Es wird zwischen Petty und de Groat vereinbart, dass Rodney den Kampf verlieren soll, was dieser trotz anfänglicher Schwierigkeiten auch tut. Nach dem Kampf fordertaber DeGroat ungeachtet der getroffenen Vereinbarung Geld von John. Dieser weigert sich, auf der Heimfahrt wird der Wagen von Petty von DE Groat und seinen Männern aufgehalten. Rodney kehrt nicht heim. Dort oben in den Bergen ist ein Menschenleben nicht viel wert. Und Russell hat nur noch wenig Hoffnung, dass sein Bruder lebt. Aber er will Gewissheit und Rache...
Christian Bale spielt sehr stark auf. Dabei herrscht in dem Film sehr oft das Drama vor dem Thriller vor. Die Rache ist auch kein lockeres, cooles Geschäft, sondern eine hart erarbeitete Drecksarbeit, die viel Mut und Risiko erfordert. Das gesamte Ensemble des Films liefert gute Leistungen ab. Die etwas langsame Erzählweise macht der Film mit seiner dichten Atmosphäre wieder wett. Und Woody Harrelson darf natürlich vergnüglich einen sehr effektiven Bösewicht spielen, der keinerlei Gnade verdient. Der Showdown zwischen den beiden Kontrahenten wirkt dann aber nicht befreiend - man hat zwar seine Rache, aber es bleibt die Verzweiflung. Tristesse durchzieht den ganzen Film - wer sich darauf einlassen kann, der wird von diesem etwas anderen Rachefilm vielleicht sogar begeistert sein. "Auge um Auge" ist nie übertrieben aufgesetzt, wie manch ein anderer Film aus dem "White Trash" Genre. Die Figuren bleiben immer glaubwürdig. Dabei schimmert auch sehr oft der Existenzkampf durch, auch Männerrituale werden in die düstere Handlung mit einbezogen.


Joe - Die Rache ist sein
Joe - Die Rache ist sein
DVD ~ Nicolas Cage
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Verliererstraße...., 9. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Joe - Die Rache ist sein (DVD)
"Joe" ist ein 2013er Film von David Gordon Green und gleichzeitig ein Beitrag aus dem Genre "White Trash". Dabei hat auch Nicholas Cage endlich auch mal wieder eine Rolle bekommen, die zu den bessseren seiner Karriere zählen dürfte. Immerhin hat der Actor, der mit "Leaving Las Vegas", "Birdy", "Im Körper des Feindes", "Bringing out the Dead","Spiel auf Zeit", "Lord of War" oder "8MM" überzeugen konnte auch schon etliche Gurken in seiner Filmographie auszuweisen.
Die Rolle des undurchsichtigen Helden Joe scheint ihm aber auf den Leib geschnitten zu sein. Dabei ist die Figur nicht unbedingt ein Sympathieträger - er war im Knast und lässt seinen treuen, geliebten Hund (natürlich ein extrem bissiger Kampfhund, wenn es sein muss) gegen andere Hunde auf Leben und Tod kämpfen. Joe neigt auch extrem zu Aggressionen - mit dem Gauner Willie (Bonnie Gene Blevins) hat er ständig Zoff. Die beiden Männer tragen ihren Kampf auch schon mal mit der Knarre aus. Immerhin steht Joe ein bisschen unter dem Schutz des Bullen Earle (AJ Wilson McPhaul), der etwas drauf schaut, dass Joe keine Dummheiten mehr macht.
Ort der Handlung ist eine Zivilisation am Rande der Zivilisation. Joe leitet eine Gruppe Männer, die im Wald schwache Bäume vergiften, um Platz für kräftigere Tannen zu machen.
Eines Tages treffen die Arbeiter im Wald den 15jährigen Gary (Tye Sheridan), der Arbeit sucht. Der Junge stellt sich willig an und so gibt ihm Joe einen Job in seinem Team. Auch Gary ist ein Aussenseiter der Gesellschaft. Er ist den Aggressionen von Wade (Gary Poulter) ausgesetzt, seinem versoffenen und gewalttätigen Vaters. So wie die Bäume, die sie vergiften, empfinden sich auch diese Männer. Nicht gut genug für irgendwas. Warum sich nun Joe diesem Jungen annimmt, wird nicht erklärt. Vielleicht gefällt dem Einzelgänger, der sich Liebe bei den Prostituierten im Ort holt, die Rolle des Vaters. Vielleicht gibts da auch Parallelen zu seinem eigenen Lebenslauf, auch wenn er einmal beiläufig erwähnt, dass dieser Junge so total anders wäre als er. Auf Empfehlung von Gary nimmt er auch Wade in sein Team auf, doch der Alte ist aufsässig und arbeitsscheu. Die Kündigung für beide erfolgt noch am selben Abend.
Doch die Wege zwischen Mann und Jungen kreuzen sich wieder. Je mehr Joe in die Verhältnisse dieser fremden Familie involviert wird, desto näher bewegt er sich auf seinen eigenen Abgrund zu. Jedes Zeichen von Aggression könnte ihn zurück ins Gefängnis katapultieren. Ein Ort, an den sich Joe unterbewusst zurückzusehnen scheint...
David Gordon Greens neuer Film spielt im Süden der USA im Milieu einer öden, heruntergekommenen Kleinstadt: In den Straßen sieht man gebrochene Persönlichkeiten, vom Leben und der Armut gezeichnet, die sich durch den trüben Alltag schleppen. Statt Solidarität herrscht Aggressivität und Ignoranz vor. Die schmuddeligen Häuser sind von scharfen Hunden bewacht, man vertraut hier besser niemandem. Der Film wirkt bei seinem Thema sehr oft überzeichnet und setzt auf teilweise drastische Szenen. In einer Sequenz als Joe zum Abreagieren ins Bordell fährt und vom bissigen Hund der Ladys an der Haustür feindselig angebellt wird, reagiert er nur noch als kranker, dissozialer Schurke. Wenn er dann in den Wagen steigt und seinen eigenen Hund mitbringt für den Kampf, während er im ersten Stock eine Nummer schiebt und das Gebell der kämpfenden Hunde unten zu hören ist, hat er zumindest meine ganzen Sympathien verscherzt. In solchen Momenten wirkt der Film sehr unangenehm, aber er macht es sich auch nicht leicht mit solchen abschreckenden grotesken Szenarien. Er hat den Mut zur Hässlichkeit. Der Laiendarsteller Gary Poulter wurde im September 2013 - also nach den Dreharbeiten - tot in seinem seichten Gewässer aufgefunden. Er war auch im echten Leben ein Obdachloser und litt an sehr starkem Alkoholismus. Vermutlich ist deshalb seine Performance so realistisch. Lobenswert neben Cage auch der junge Tye Sheridan, der nach "Tree of Life" und "Mud" seine dritte großartige Darstellerleistung absolvierte.
Gewalt und Unglück dominieren das Filmdrama, es scheint aus den tristen Verhältnissen kein Entkommen zu geben. Joe ist kein Film
über den Amerikanischen Traum, sondern über eine verarmte Region im Süden, deren Einwohner bis auf die Knochen bewaffnet, mit bloßen Händen ein Reh häuten können und zudem im Nu gewaltbereit sind. Trotz Spannung daher sehr oft plakativ und nicht klischeefrei .


Dario Argentos Dracula
Dario Argentos Dracula
DVD ~ Asia Argento
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Schrecken der Walpurgismacht...., 9. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Dario Argentos Dracula (DVD)
Er ist einer der ganz Großen des europäischen Kinos: Dario Argento, der mit seinen Meisterwerken, "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "Deep Red", "Suspiria", "Tenebrae", "Inferno", "Die neunschwänzige Katze", "Phenomena", "Opera", "Stendhal Syndrom" oder "Aura" Filmgeschichte schrieb.
Unüberschaubare Räume, grelle Farben, schwarze Lederhandschuhe und blitzende Rasierklingen - der italienische Regisseur war immer an einer filmischen Anatomie der Angst interessiert. Mit seinem ausgefeilten Inszenierungsstil setzte er Akzente im italienischen Giallo Thriller und auch im Genre des Gothic-Horror, zu dem er nun mit seiner Variante der allseits bekannten "Dracula" Geschichte zurückgekehrt ist.
Die meisten seiner Werke wurden zu Kultfillmen - sehr bedauerlich, dass seine Filme in Deutschland eher mit einer tragischen Zensurgeschichte in Verbindung stehen - nur wenige seiner bizarren und faszinierenden Thriller sind offiziell ungeschnitten erhältlich. Viele davon stehen nach wie vor auf dem Index.
Seine neueren Filmen sind zwar insgesamt immer sehr solide...die Enttäuschung seiner Fans ist aber chronisch sehr hoch, da man von einem Meister auch Meisterwerke erwartet und das waren Filme wie "The Card Player", "Do you like Hitchcock", "Giallo", "Sleepless", "Phantom der Oper" oder "Mother of Tears" natürlich nicht.
Auch "Dracula 3D" lässt sich leicht kritisieren, denn selten hat man im 2014er Kino mehr Trash gesehen. Argento schwelgt genüsslich in trivalen Gefilden und bereichert den klassischen Vampirstoff noch zusätzlich mit seinem beliebtem Tiermotiv. So ist der Blutsauger nicht nur Vampir und Wolf - sondern auch Eule, Riesenheuschrecke und eine ganze Armee von Fliegen.
Leider ist der von mir anonsten geschätzte Thomas Kretschmann, der bereits in "Stendhal Syndrom" als fieser Serienkiller überzeugte, kein optimaler Nosferatu. Stellenweise empfand ich ihn sogar als krasse Fehlbesetzung - aber gut, es gibt auch andere Vampirfilme, die keinen optimalen Obervampir haben, wenn ich da beispielsweise an den großartigen Hammer-Klassiker "Dracula und seine Bräute" denke. Obwohl David Peel als Obervampir Baron Meinster blass bleibt, ist der Film ein Juwel.
Dies kann man von "Dracula 3D" nicht ganz behaupten, aber er ist weit besser als seine schlechte Kritiken es vermuten lassen.
Der Film spielt während einer Walpurgismacht in dem Dorf Passburg, am Fuße der Karpaten. Die junge Tanja (Miriam Giovanelli) trifft sich in der Nachts heimlich mit dem verheirateten Milos (Christian Burruano) in einer Scheune. Nach dem hemmungslosen Sex läuft sie alleine ins Dorf. Das wird ihr jedoch zum Verhängnis, denn Graf Dracula (Thomas Kretschman) jagt sie in der Gestalt eines Vogels und saugt ihr das Blut aus. Auf Empfehlung von Lucy Kisslinger (Asia Argento) bekommt der junge Bibliothekar Jonathan Harker (Unax Ugalde) eine Anstellung im Schloß. Der soll die mehr als 400 Jahre alte Bibliothek des Grafen verwalten und ordnen. Seine hübsche Verlobte Mina Harker (Marta Gastini) reist einen Tag später an. Sie trifft aber ihren Verlobten nicht an, der im Schloß viel zu viel Arbeit hat. Zumindest sagt man so...im Wirklichkeit befindet sich der junge Mann schon in größter Gefahr, denn Tanja (inzwischen Vampirbraut) und auch der Graf wollen sein Blut. Im Dorf ereignen sich auch seltsame Dinge. Die Mutter von Tanja verschwindet plötzlich und auch Lucy sieht am anderen Tag leichenblass aus...
Auf der Plussseite des Vampirtrashies steht die Kameraarbeit von Luciano Tovoli, dazu gute Kostüme und eine gelungene Art und Set Decoration, da waren kompetente Leute am Wer,. die mit ihrer Arbeit immer dezent im Hintergrund der knalligen Vampirsaga bleiben, aber dennoch optisch überzeugende Akzente setzen. Auch begleitet den Film ein naiver Charme, der heute selten geworden ist. Man hat stellenweise das Gefühl der Geist der alten Hammerfilme wäre auferstanden und hätte sich mit dem Mario Bava Klassiker "Die Stunde, wenn Dracula kommt" gekreuzt. Ich jedenfalls habe ich gut unterhalten, denn der Film schafft es immerhin, obwohl die Geschichte ja sattsam bekannt ist, mich bei guter Laune zu halten. Vielleicht hätte man mit einem besser passenden Vampirfürsten noch überzeugender sein können...aber auf der anderen Seite ist es natürlich schwer mit solchen heiligen Kühen wie Max Schreck, Bela Lugosi oder Christopher Lee wirklich konkurrieren zu können. Sie sind unvergessen.


13 Sins
13 Sins
DVD ~ Mark Webber
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Multi-Millionenspiel...., 9. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 13 Sins (DVD)
Wollen wir ein Spiel spielen ? Nein, keine Angst...die "13 Sins", die in Daniel Stamms neuem gleichnamigen Film der Protagonist verüben muss sind nicht von "Jigsaw" ausgedacht. Aber wer steckt dann hinter diesem Gewinnspiel, dass den Mitspieler nach 13 Runden zum Multimillionär macht ? Der Streifen ist ein Remake des thailändischen Films "13 Beloved" und erinnert sehr stark an David Finchers "The Game" und vor allem an von Richard Kelly. Dort wird einer Familie von einem Frank Langella, der eines Tages an der Haustür klingelt, ein Spiel empfohlen, bei dem man per Knopfdruck auf eine Holzbox 1 Million Dollar gewinnen kann. Wenn man dies tut, wird aber ein Mensch sein Leben lassen müssen. Die "13 Sins" sind noch etwas perfider, denn die Mutproben steigern sich von Mal zu Mal. Und beginnen tut alles damit, dass ein unbekannter Anrufer auf dem Handy den sanftmütigen Verkäufer Elliot Brindle (Mark Webber) das Angebot unterbreiten für 1000 Dollar eine Fliege, die sich im Wagen befindet, mit einer Zeitung ins Jenseits zu befördern. Fragen über Fragen: Wer ruft mich an ? Und warum weiß der Anrufer, dass in meinem Wagen eine Fliege ist ? Ich werde beobachtet !. Ein Kontoabruf zeigt aber den gutgeschriebenen Betrag von 1.000 Dollar auf dem Konto. Und das kann Brindle gut gebrauchen - denn er hat soeben seinen Job verloren, hat eine schwangere Freundin (Rutina Wesley), einen geistig behinderten Bruder (Devon Graye) und einen pflegebedürftigen, rassistischen Vater (Tom Bower), die alle versorgt werden wollen. Die nächste Herausforderung - Sin Nummer 2 - ist dann die tote Fliege zu essen. Ok - überwinden wir uns mal: Immerhin gibts ca. 3.500 Dollar für diese Mutprobe. Als Zuschauer stellt man sich hier schon die Frage, was für Steigerungen uns noch bei den verbleibenden 11 Runden erwartet. Es geht weiter mit "Kind zum Weinen bringen" oder "Weihnachtsgrippe der Kirche abfackeln". Der Weg zum Multimillionär ist kein leichter. Vor allem kommt man leichter mit dem Gesetz in Konflikt als man denkt. Brandstifter, Kinderschreck, Leichenschänder und Vandale...die Palette ist vielfältig...
der Film zeigt eindringlich die Veränderung eines sehr sanften Mannes zu einem aggressiven, skrupellosen Machtmenschen. Dabei stellt sich nach der 11. Übung, die mehrere Todesopfer fordert, bei Brindle doch wieder das Gewissen ein. Doch die Umkehr ist nicht einfach, denn er wird von Ron Perlman gejagt, der hier einen Bullen spielt und ausserdem darf sich der Zuschauer noch an einigen Überraschungsplots erfreuen, wenn beim Spiel das "Kleingedruckte" zum Tragen kommt. Alles in allem ist dem deutschstämmigen Regisseur nach seinem 2010 entstandenen "Der letzte Exorzismus" ein weiterer solider und kurzweiliger Genrebeitrag gelungen. Derzeit plant der Hamburger ein Hollywood Remake des französischen Torture Thrillers "Martyrs".


Frankenstein Junior
Frankenstein Junior
DVD ~ Gene Wilder
Wird angeboten von cvcler
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Frankenstein in mir...., 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Frankenstein Junior (DVD)
Für mich ist "Frankenstein Junior" (Original: Young Frankenstein) aus dem Jahr 1974 der beste Film von Mel Brooks, der ja vorwiegend Parodien auf kommerziell erfolgreiche Filme machte. Sein erfolgreichster Kinohit war allerdings der zwei Jahr vorher entstandene "Der wilde, wilde Westen" - ein Streifen, wo der Wilde Westen genüsslich durch den Kakao gezogen wird. Gut gelungen finde ich auch "Höhenkoller" (eine Hitchcock Hommage) und "To be or not be" (sein Remake des geniale Ernst Lubitsch Klassikers). In "Frankenstein Junior" nimmt er liebevoll die alten Frankenstein Klassiker der Universal Studios aufs Korn und wartet mit tollen Filmfiguren auf: Eine Frau Blücher (Cloris Leachman) beispielsweise bringt Pferde zum Wiehern. Wer dann Polizeiinspektor Hans Wilhelm Friedrich Kemp noch nicht kennen sollte - die Performance von Kenneth Mars bleibt unvergessen. Als einsamer Mönch und Eremit im Wald ist sogar der große Gene Hackman zu sehen und auch Marty Feldman als buckliger Igor schaffte mit diesem Film seine leider viel zu kurze Karriere als kassenträchtiger Filmstar. In wunderschönen Schwarz-Weiß Bildern lässt Mel Brooks die Welt von Frankenstein wieder auferstehen und der Detailreichtum dieses Comedy-Klassikers ist hoch. Erzählt wird die Geschichte von Dr. Frederic Fronkenstien (Gene Wilder), einem Nachkommen des berühmt-berüchtigten Doktor Frankenstein, der einstmal in Transsilvanien totes Gewebe zum Leben erweckte. Mit den zweifelhaften Experimenten seines Großvaters will der Dozent auch keinesfalls in Verbindung gebracht werden. Doch er bekommt die Nachricht, dass er ins Land seiner Vorfahren - nach Transsilvanien - reisen soll, um das Vermächtnis als Erbe zu erhalten. Er verabschiedet sich am Bahnhof von seiner Verlobten Elisabeth (Madeline Kahn) und reist ins besagte Schluß nach Siebenbürgen, wo er am Bahnhof von Igor (Marty Feldman) und im Schloß selbst von Frau Blücher (Cloris Leachman) empfangen wird. Schnell findet er eine blonde Assistentin namens Inga (Teri Garr) und auch die Aufzeichnungen des Großvaters "Wie ich tat es" - danach erwacht das Frankenstein-Gen in ihm und er ist bereit den Körper eines Gehängten (Peter Boyle) zum Leben zu erwecken. In einer Gewitternacht trotzt er den Gesetzen und kann die Leiche zum Leben erwecken. Das Geschöpf hat aber einen abnormen, bösen Kern...und so wandert es durch den Wald, das ihm zum Mönch führt und später auch zu dem kleinen Mädchen, dass wir natürlich auch aus dem Originalfilm mit Boris Karloff bestens kennen - Mel Brooks wandelt die Szenen aber sehr gelungen ab und statt Grusel gibt es jede Menge Spass und eine wunderschöne, liebevoll gestaltete Hommage an diese alten Horrorschinken der klassischen Schule. Das Total Magazine währlte die Komödie auch auf Platz 28 der besten 50 Comedy Movies aller Zeiten. Auch das American Film Institute sieht das ähnlich: Platz 13 in der Liste der 100 witzigsten amerikanischen Filme.


Wer
Wer
DVD ~ A.J. Cook
Preis: EUR 11,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Böser Wolf...., 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Wer (DVD)
Es gibt eine ganze Reihe sehr guter Werwolf-Filme: In jüngerer Zeit imponierten mir Neil Marshalls "Dog Soldiers", aber auch der erste Teil von "Ginger Snaps" und "Underworld" konnte sich noch sehen lassen. In den 80ern entstanden mit "The Howling", "Wolfen" und "American Werwolf" vielleicht die drei besten Vertreter des Genres überhaupt. In den 60ern fürchteten sich die Leute vom "Fluch von Siniestro" aus der Hammerschmiede, auch der 1941 entstandene Universal Klassiker "Der Wolfsmensch" zählt zur Elite seiner Gattung. Mit "Wer - Das Biest in Dir" schickt Regisseur William Brent Bell (Stay Alive, The Devil Inside) eine leicht "Found Footage" angehauchte Variante ins Rennen und fungiert sogar ein bisschen als Gegenstück zu den soften Varianten wie sie dem Kinozuschauer mit der "Twilight" Reihe oder "Blood and Chocolate" angeboten wurde. Der Film beginnt mit der Einspielung der Nachrichten-News. Es wird von einem bestialischen Mord in einem kleinen französischen Dorf berichtet. Die amerikanische Familie Porter (Stephanie Lemelin, Oakley Pendergast, Brian Johnson) wird während ihres Campingurlaubs von einem behaarten Monster angegriffen. Dabei sterben Vater und Sohn, die grauenvoll abgeschlachtet und gefressen werden. Die Mutter überlebt schwerverletzt und kann auf der Intensivstation noch befragt werden, bevor auch sie an den Folgen der Attacke stirbt. Er ermittelnde Kripobeamten Klaus Pistor (Sebastian Roche) kann auch schnell mit der Festnahme des geistig zurückgebliebenen und kranken Rumänen Talan Gwynek (Brian Scott O'Connor) einen Verdächtigen präsentieren. Der Mann Leidet an einer seltenen Erbkrankheit, ist hochgewachsen und hat einen starken, abnormen Haarwuchs. Dabei weisen die Opfer Bisswunden auf und große Teile ihrer Körper wurden abgerissen. Da dies unmöglich ein Mensch getan haben kann, holt Talans Pflichtverteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) ihren früheren Partner, den Tierexperten Gavin Flemying (Simon Quarterman) ins Team,zu dem auch Eric Sarin (Vic Sahay) gehört. Die drei wollen die Unschuld des Mandanten beweisen. Dann kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall im Krankenhaus...Seit dem Siegeszug von "Blair Witch Project" hat der Found Footage Film seinen festen Platz im Horrorfach und daher schien es wohl unvermeidlich zu sein, dass auch irgendwann der Werwolfstoff mit der Wackelkamera-Optik eingefangen wird. Aber keine Angst: Es gibt keinen Protagonisten, der die ganze Zeit munter filmt und selbst in tödlicher Gefahr die Kamera nicht aus der Hand gibt. Regisseur William Brent Bell kokettiert lediglich mit diesem Stil, ohne ihn total konsequenz durchzuziehen. In die Geschichte werden aber im wieder die Daily News eingeflochten, die im TV über die Ereignisse in der französischen Provinz berichtet. Dabei ist auch die Optik nie auf Hochglanz getrimmt - die Szenen im Krankenhaus, auf dem Polizeirevier oder in dem Haus der Gwyneks wirken eher karg und der Kamerastil von Alejandro Martinez verstärken den Eindruck einer Doku. Der Mix funktioniert und nimmt den Zuseher gefangen, wenn auch anfangs eher ungewöhnlich für einen ausgewiesenen Horrorfilm. Denn bis über die Mitte des Streifens hinaus wähnt man sich eher in einem Krimi. Der Film ist unterhaltsam und hat auch gute Momente, auch wenn er gegen Ende mit einem Zweikampf etwas übertrieben gesteigert wird. Den Status ein großer Klassiker des Genres zu werden wird er wahrscheinlich nicht erreichen. Aber "Wer" weiß das schon...
Zwischen 3 und 4 Sternen.


Beneath - Abstieg in die Finsternis
Beneath - Abstieg in die Finsternis
DVD ~ Jeff Fahey
Preis: EUR 12,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen In der Tiefe..., 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beneath - Abstieg in die Finsternis (DVD)
Ben Ketais Film "Beneath" führt den Zuschauer nach ganz weit unten in die Dunkelheit unter der Erde. Es ist zwar nicht diese unheimliche Höhle aus dem großartigen Neu-Klassiker "The Descent", sondern ein altes Bergwerk und somit lässt "Blutiger Valentinstag" grüßen. Dunkle Höhlen, Kellerräume und unterirdische Tunnel sind ein beliebtes Setting im Horror-Film: Dunkelheit und labyrinthartige Gänge sorgen für Orientierungslosigkeit und Panik der Protagonisten. So wird die klaustrophobische Enge oft zum tödlichen Gefängnis.
In diesem Dunkel kann man natürlich guten Grusel erzeugen, aber nicht alle Bergwerk-Horrorfilme sind gut - ein schlechtes Beispiel war beispielsweise die niederländische "Schlachtnacht". Darüberhinaus gibt es eher mittelmässige Streifen wie "Hunger" von Steven Hentges. Im interessanten Science Fiction Beitrag "Eden Log" von Franck Vestiel erlebten wir die Geschichte von Tolbiac, der halbnackt und schlammverkrustet in einer düsteren, unterirdischen Höhle aufwacht. Ohne zu wissen, wo er ist und wie er hierher gekommen ist. Keiner kommt aber an "The Descent" heran, auch wenn in "Beneath" doch einige Parallelen auftauchen.
Erzählt wird die Geschichte der jungen Uni-Absolventin Sam (Kelly Noonan), die ihren Vater Georg (Jeff Fahey) an seinem letzten Arbeitstag im Bergwerk zu begleiten. Sie will sich endlich einen Eindruck davon verschaffen, welche Arbeit er und seine Kumpels als gestandende Bergmänner dort tagtäglich leisten. Die Kumpels sind aber skeptisch - eine Frau im Stollen soll Unglück bringen, wie sie sagen. Und tatsächlich stürzt dann unten trotz aller hoher Sicherheitsvorkehrungen ein Stollen ien und die kleine Truppe sitze in einer extra dazu geschaffenen Notunterkunft fest. Diese soll auf keinen Fall verlassen werden denn draussen in den Tunnels treten giftige Gase aus. Der Sauerstoff ist natürlich auch nicht im Überfluss vorhanden - es müsste aber reichen, denn die Rettung soll in den nächsten 72 Stunden erfolgen. Also durchaus nicht angenehm, aber ganz einfach: Die Verschütteten müssen bloß ausharren und warten bis die Retter eintreffen. Dann hören sie in der Ferne Schreie und Sam hat plötzlich erschreckende Visionen. Der verletzte Bergarbeiter, der mit ihr in der Notunterkunft sitzt, hat für einige Sekunden ein zombiehaftes Aussehen. Ist das nun Realität oder spielen bereits die Sinne etwas verrückt da unten ? Bald haben die Menschen dort unten das Gefühl, dass sie nicht alleine sind und sie agieren auch zunehmend feindlicher untereinander....
Beneath" lässt es einige Zeit offen, ob hier übernatürliche Mächte am Werk sind oder ob der Sauerstoffmangel bei den Figuren Halluzinationen mit fatalen Folgen auslöst. Der Film ist recht unterhaltsam gestaltet und hat sogar vor allem in der Anfangszeit gute Momente und reichlich beklemmende Spannung. Leider wird es dann auf dem Höhepunkt des Films etwas überzogener und unglaubwürdiger, so dass die Spannungsschraube irgendwann darunter leidet. Ein Film vom Kaliber eines "Descent" ist "Beneath" nicht - in seiner Sparte reicht es aber zum guten Durchschnitt. In seinem besten Momenten bedient sich der Film recht effektiv bei den menschlichen Urängsten - der Film pendelt zwischen Paranoia Thriller und Geisterhorror hin- und her. Dieses nicht Festlegen wollen auf ein Motiv raubt dem Film vielleicht die erhoffte markante Note.


Ed Wood [Special Edition]
Ed Wood [Special Edition]
DVD ~ Johnny Depp
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das verkannte Genie...., 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Ed Wood [Special Edition] (DVD)
Tim Burtons 1994 realiserter schwarz-weiß Film "Ed Wood" ist sicherlich einer der besten Bio-Pics aller zeiten. Darin wird die Geschichte des schlechtesten Regisseurs aller Zeiten erzählt...zumindest hatte Edward D. Wood (1924 bis 1978) diesen zweifelhaften Ruf. In Burtons Film wird nicht das ganze Leben des Regisseurs gezeigt, der als Alkoholiker mit 54 Jahren an einem Herzinfarkt starb, sondern die Geschichte beschränkt sich auf die aktive Zeit als Regisseur.
Ed (Johnny Depp) träumte wie viele in dieser Zeit von einer großen Karriere in Hollywood - doch es fehlte an finanziellen Mitteln und reichen Gönnern. Vielleicht auch an Talent, aber er kompensierte dies mit einer großen Menge an Herzblut. Sein Metier war der Trashfilm, für Doppelvorstellungen gedacht, doch die Hollywoodstudios brauchten keinen Ed Wood. Er und seine Filmcrew, zu dem auch seine Freundin Dolores Fuller (Sarah Jessica Parker) gehört, hoffen auf den großen Durchbruch. Licht ins Dunkel kommt aber erst als Ed den großen, aber inzwischen beinahe schon vergessenen Bela Lugosi (Martin Landau) kennenlernt. Der hat auch schon bessere Zeiten erlebt, ist pleite und morphiumsüchtig, aber gierig auf eine neue Rolle. Durch dessen Zugkraft kann er "Glen or Glenda" realisieren - ein Film über einen Transvestiten. Dieser Film hat autobiographische Züge, denn Ed liebt es Frauenkleider zu tragen - er bevorzugt vor allem Angora-Pullis und Angora Unterwäsche und behauptet von sich selbst im zweiten Weltkrieg unter seiner Uniform stets BHs und Spitzenhöschen getragen zu haben. Daher lässt es sich der Filmemacher auch nicht nehmen in seinem Film die Hauptrolle zu spielen. Ed vergleicht sich immer wieder mit Orson Welles (Vincent D'Onofrio). Der Film floppt natürlich und für die nächsten Projekte wie "Bride of the Monster" oder "Plan 9 from Outer Space" lässt sich noch schwerer Geld auftreiben. Immerhin gelingt es ihm von einer Baptistengemeinde und von einem Fleischgroßhändler etwas Geld zu bekommen. Mit Kathy O'Hara (Patricia Arquette) bekommt Dolores Konkurrenz, es kommt zum Bruch mit seiner langjährigen Freundin. Aber immerhin kann er die TV-Horroransagerin Vampira (Maila Nurmi), den TV-Hellseher Criswell (Jeffrey Jones) und den abgehalfterten Catcher Tor Johnson (George Steele) einbauen. Beim Dreh seines legendärem "Plan 9", der als schlechtester Film aller Zeiten gilt, wähnt sich der unabhängige Filmemacher auf dem Höhepunkt seiner Karriere...
diese Geschichte über das Filmemachen hat Tim Burton sehr liebevoll inszeniert, zu keiner Zeit stellt er seine Figur bloß - sondern er zeigt seine Haupfigur als einen der Verrückten eines vergangenen Hollywoods, ein Mann, der Filmemachen als große Leidenschaft ansah. Ihm war es auch schnuppe, ob die Szenen Fehler hatten - er liess sie nur ganz selten wiederholen. Auch von Schnitten machte er wenig Gebrauch. Deshalb finden sich in seinen Filmen, die heute Kultstatus besitzen, immer wieder extrem auffällige Filmfehler wie beispielsweise wackelnde Kulissenwände oder Jump Cuts. Seine Spezialeffekte waren einfach und billig - so musste auch der schon von Krankheit schwer gezeichnete Bela Lugosi in einer Szene mit einer Plastikkrake im Wasser kämpfen. "Ed Wood" ist witzig und bietet 121 Minuten beste Unterhaltung. Auch wenn er etwas aus dem Rahmen in Burtons Filmographie fällt, ist er doch ein typischer "Burton" Film und die individuelle Handschrift des modernen Hollywood-Märchenerzählers schimmert immer durch. Nach meinem Empfinden ist diese aberwitzige Tragikomödie sogar Burtons bester Film überhaupt.


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