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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Into the Woods
Into the Woods
DVD ~ Meryl Streep
Preis: EUR 10,97

3.0 von 5 Sternen Im musiikalischen und moralischen Märchenwald Hollywoods..., 19. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Into the Woods (DVD)
Wenn man die Filme "Die fantastische Welt von Oz" von Sam Raimi mit dem Filmmusical "Les Miserables" von Tom Hooper kreuzt und noch ein bisschen vom Fantasy-Spektakel "Jack and the Giants" von Bryan Singer hinzufügt, dann hat man den Geist von Rob Marshalls Fantasy Musical bestens erfasst. Am Ende ein Film, der genauso wie Terry Gilliams "Brothers Grimm" die klassische Märchenwelt der deutschen Sprachwissenschaftler und Volkskundler Jakob und Wilhelm Grimm reichlich kommerziell verwässert - dazu der sehr typische Musicalsound von Stephen Sondheim, dem Preisträger eines Academy Award (für den Filmsong "sooner or later" aus Dick Tracy) , mehrerer TonyAwards, mehrerer GrammyAwards, des Pulitzerpreises und der Freiheitsmedaille des Präsidenten. 1975 wurde sein bekanntester Song "Send in the clowns" mit dem begehrten Grammy zum Song des Jahres gewählt.

"Into the Woods" ist ein prächtig bebildertes Film-Musical der alten Schule, inszeniert von Rob Marshall, dessen Film "Chicago" schon zu höchsten Oscar-Ehren kam und auch der Nachfolgefilm "Die Geisha" war bei der Academy beliebt und erhielt drei Preise fürs beste Szenenbild, beste Kamera und bestes Kostümdesign. Es folgte "Nine" und der Blockbuster "Pirates of the Carribean - Fremde Gezeiten". Man kann "Into the Woods" auch als Huldigung an die längst vergangene Epoche der großen Film-Musicals ansehen, ein bisschen weht der große Geist von "Wizard of Oz" oder "Brigadoon" mit. Der Film basiert auf einigen bekannten Märchen und er hat es sich zum Ziel gemacht das Rotkäppchen, Rapunzel, Aschenbrödel und Jacks magische Bohnen als Einheit zusammenzufügen. Um was geht es:Ein Bäcker (James Corden) und seine Frau (Emily Blunt) wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Dieser Wunsch wird allerdings durch einen alten Fluch der Hexe (Meryl Streep) aus der Nachbarschaft blociert. Doch die böse Alte bietet dem Bäcker und seiner Frau aber an, den Fluch aufzuheben, unter der Bedingung, dass das Pärchen ihr vier Dinge bringt: eine Kuh so weiß wie Milch, einen Umhang so rot wie Blut, Haare so gelb wie Mais und Schuhe aus reinem Gold. Also nichts wie in den Wald, wo die Märchen zu finden sind: Denn dort läuft auch schon der junge Träumer Hans (Daniel Huttlestone) mit seiner geliebten Kuh, die er auf Geheiß seiner strengen Mutter (Tracey Ullmann) verkaufen soll. Nicht weit weg spaziert auch schon das Rotkäppchen (Lila Crawford) zum Haus ihrer Großmutter. Unterwegs begegnet sie aber dem bösen Wolf (Johnny Depp), der Johnny Depp verblüffend ähnlich sieht. Auch die arme Aschenputtel (Anna Kendrick) lebt nicht weit entfernt. Natürlich ist sie mit ihren goldenen Schuhen auf der Flucht vor einem Prinzen (Chris Pine) und wird bei jeder Gelegenheit von ihrer Stiefmutter (Christine Baranski) und deren beiden leiblichen Töchter (Tammy Blanchard/Lucy Punch) gemobbt. Auf der Lichtung des Waldes lebt in einem Turm die junge Rapunzel (MacKenzie Mauzy) , die für ihre Mom (Hexe Meryl Streep) das Haar herunterlässt...aber neuerdings auch für einen blonden Prinzen (Billy Magnussen), der sich als jüngerer Bruder von Aschenbrödels Prinz herausstellt....
Interessanterweise ist der erste Teil des Films ausgelassen, unterhaltsam, kurz und knackig und eigentlich wären die Macher gut gefahren den Film nach 90 Minuten zu beenden. Denn die sich noch dranhängenden 30 Restminuten sind dann bemühter in Richtung Moralstück unterwegs und trüben den heiteren Grundtenor des Films doch zusätzlich. Durch die Rache der Riesenfrau hat die Frau des Bäckers eine Affäre mit dem Prinzen, die sich daraufhin aus Schuldgefühlen heraus suizidiert - die Mutter von Hans muss sterben, weil sie sich für ihen Jungen einsetzt und alle Akteure beschuldigen sich gegenseitig für die Tragödie, die sich nun aufzeigt, verantworlich zu sein. Die Moral von der Geschicht: Jeder verändert sich und man rauft sich in anderen Konstellationen wieder zusammen. Der Kreis schließt sich durch die Erzählung des Bäckers, der seinem Kind ein Märchen erzählt, dass mit dem Worten "Es war einmal..."beginnt.

In Erinnerung bleibt ein üppiges, grandioses Produktionsdesign und die schwungvolle, ideenreiche Inszenierung. Trotz der ambivalenten Botschaft, die sich auf dem Höhepunkt der Schnitzeljagd im Wald einstellt, mangelt es dem Film dann doch an echter Substanz. Das ist zwar alles nett anzusehen, aber es hat kaum ein packendes Element. Ein bisschen suhlt sich der Film an der Machart der alten Vorbilder, die zu großen Klassikern der Filmgeschichte wurden. Ob "Into the Woods" in einigen Jahren einen ähnlichen Stellenwert im Genre aufweisen kann, wird sich aber erst noch zeigen.


Die verlorene Ehre der Katharina Blum / Edition Deutscher Film
Die verlorene Ehre der Katharina Blum / Edition Deutscher Film
DVD ~ Angela Winkler
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutschland im Frühling 1974..., 19. Juli 2015
Bundesrepublik Deutschland im Februar des Jahres 1975: Es ist auch die Zeit des Kampfes des Staates gegen die linksextremistische terroristische Vereinigung der Roten Armee Frakton. Und es ist auch Karnveval in Köln. Auf irgendeinem Ball in der Stadt feiert auch Katharina Blum (Angela Winkler), Hausangestellte beim Anwalt Dr. Blorna (Heinz Bennent) den jungen Ludwig Götten (Jürgen Prochnow) kennen. Es ist große Sympathie auf den ersten Blick da und so nimmt die junge Frau ihre Zufallsbekanntschaft mit in die Wohnung. Die beiden verbringen die Nacht zusammen. Am anderen Morgen ist er wieder weg und als Katharina gerade ihr Frühstück zu sich nehmen will, stürmt die Polizei mit einer Spezialeinheit in die Wohnung.

Götten wurde bereits am Abend vorher von der Polizei observiert - es gibt Verdachtsmomente, dass er zu den RAF-Terroristen gehören könnte. Kommissar Beizmenne (Mario Adorf) ist ausser sich vor Wut, weil ihnen der Verdächtige überraschend entkommen ist. Durch dessen Flucht fokussiert sich die weitere polizeitliche Ermittlung aber auf die unschuldige und bislang unbescholtene junge Frau. Sie wird verdächtigt, dass sie eine Komplizenschaft mit Götten eingegangen ist. Die Wahrheit, die ganz einfach ist, interessiert die Ermittler nicht sonderlich. Es ist tasächlich so, dass sich zwei Menschen, die sich vorher nicht kannten, getroffen haben und gemeinsam die Nacht verbrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Mit ihrer vorläufigen Festnahme setzt sich aber sofort ein sehr zerstörerischer Prozess in Gang. Zwar wird sie von der Polizei wieder freigelassen, aber vorher wird die Boulevardpresse - auch die populäre "Die Zeitung" - mit Informationen über eine mutmaßliche Mittäterin versorgt. Für "Die Zeitung" arbeitet der skrupellose Werner Tötges (Dieter Laser). Dieser verdreht die Tatsachen und macht aus dem geflüchteten Verdächtigen einen Mörder und Bankräuber. Im Laufe der Ermittlung stellt sich aber heraus, dass der Gesuchte lediglich einen Safe der Bundeswehr ausgeplündert und zusätzlich noch Waffen gestohlen hat. Aus Katharina macht der Zeitungsmann eine langjährige Mittäterin, sie wird als "Flittchen" bezeichnet, die seit Jahren regen Herrenbesuch in ihrer Wohnung hat. Aussagen von Katharinas Bekannten werden negativ verfälscht und als Höhepunkt der Verleumdung wird der Tod von Katharinas Mutter noch so aufgebauscht, dass die Frau wegen dem Kummer an der missratenen Tochter starb.
Infolge dieser Hetzkampagne wird Katharina Blum mit beleidigenden, hasserfüllten und obszönen Anrufen und Zuschriften bombadiert. Die Frau, die noch vor einigen Tagen gesellschaftlich voll integriert war, wird zu einer verachteten Außenseiterin - dank der Zeitung auch mit einem bundesweiten Bekanntheitsgrad. Am Ende wird Götten verhaftet und Katharina verabredet sich mit Tötges unter dem Vorwand ihm ein Interview zu geben. Als er mit ihr eine Nummer schieben will, erschießt sie ihn.

Bei der Grabrede des getöteten Journalisten bezeichnet der Chef des Verlags, der "Die Zeitung" veröffentlicht, die Tat der Frau als Angriff auf die Pressefreiheit, dem man noch viel stärker entgegentreten müsse... Der Film von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta endet mit dem Satz "Ähnlichkeiten mit gewissen journalistischen Praktiken sind weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich. Eine ähnliche Passage stellt auch Heinrich Böll in seiner 1974 erschienen Erzählung seinem Buch voran.
Wie das literarische Vorbild von Böll prangert auch die Verfilmung die menschenverachtende und verbrecherischen Machenschaften des Sensationsjournalismus an. Der Film entstand 1975 und ist auch heute noch mit seiner Wut mitreissend und aktuell. Auch wenn das "Gut" und "Böse" Schema von Schlöndorff und von Trotta etwas undifferenziert dargeboten wird: Polizei und Journalisten sind die bösen verurteilswürdigen Teufel, auf der Gegenseite eine Art Engel in der Gestalt der Katharina Blum.
Dennoch wirkt der Film emotional sehr stark und als kritische Studie über die Pressefreiheit und der Willkür und der Macht der Medien ist er immer noch überaus beklemmend. Für mich ganz sicherlich einer der wichtigsten deutschen Filme der 70er Jahre. Der große Billy Wilder lobte "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" sogar als den besten deutschen Film seit Fritz Langs "M - eine Stadt sucht einen Mörder".


Das Leben der Anderen
Das Leben der Anderen
DVD ~ Martina Gedeck
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Staatsdiener für die innere Sicherheit..., 19. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Es gibt wohl kaum einen deutschen Film, der mehr Preise einsammeln konnte als Florian Henckel von Dommersmarks "Das Leben der Anderen", das Abhör-Vergangenheitsbewältigungsdrama über den Staatssicherheitsapparat der DDR. Angefangen mit dem deutschen Filmpreis 2006 in den Kategorien "Bester Spielfilm", Männliche Hauptrolle Ulrich Mühe, männliche Nebenrolle Ulrich Tukur, Beste Regie, bestes Drehbuch, beste Kamera und bestes Szenenbild setzte sich der Triumphzug international fort. Es konnten drei der begehrten europäischen Filmpreise gewonnen werden (bester Film, Hauptdarsteller, Drehbuch), obendrauf gabs auch noch den Oscar, den Cesar und den BAFTA Award als bester fremdsprachiger Film. Lediglich der Golden Globe Sieg blieb dem Film versagt, dort hatte Clint Eastwoods "Sends of Iwo Jima" die Nase interessanterweise vorn, obwohl dieser Antikriegsfilm aus Japanischer Sicht eine US-Produktion war.

Kaum ein anderer deutscher Film wurde aber auch in seiner Heimat so kritisiert wie "Das Leben der Anderen". Es fand eine Diskussion darüber statt, ob es wirklich sein darf, dass der Stasi-Hauptmamn Gerd Wiesler ((Kürzel HGW XX/7) die Seiten wechselt und am Ende viel zu positiv dargestellt wird - ein Schlag in das Gesicht der vielen tausend Opfer durch diesen brutalen Sicherheitsapparat des Arbeiter- und Bauernstaats.
Diese Diskussion ist wohl so ähnlich wie die Debatte darüber, ob man in einem Film auch "gute" Nazis darstellen darf - am ehesten entstammt diese Streitfrage aber dem Wunsch eines deutschen Publikums mit Sehnsucht nach dem üblichen Gut und Böse Schema und streng vorgegebenem Rollenverhalten. Realistische Zwischentöne im menschlichen Verhalten werden daher eher als irritierend angesehen, so auch das Verhalten des bösen Abhörspezialisten, der plötzlich aus ganz anderen Motivationen heraus, seine eigene Aufgabe sabotiert.

Ich finde aber nicht, dass der Mann - aufgrund einiger guten Seiten - so gut weg kommt, als dass er das Leid der Opfer ad absurdum führt. Ganz im Gegenteil, denn seine Rolle ist so tragisch angelegt, dass man von einer zerstörten Existenz reden kann, wenn man die Szene betrachtet, wo er nach der Wende von einem Auto heraus von Theaterschriftsteller Georg Dreymann (Sebastian Koch) beobachtet wird, wie er einsam und verlassen die Straße entlang läuft. Er blieb wie auch schon in der DDR ein einsamer Mensch, der sich nur über das "leben der Anderen" zu definieren weiß.
Er hat auch solange großen Spass an seiner Arbeit als Spitzel, bis er von einer größeren Emotion gepackt wird...der Stasi Hauptmann verliebt sich in die Schauspielerin Christa Maria Sieland (Martina Gedeck) und aus diesem Gefühl heraus agiert er plötzlich aus ganz egoistischen Beweggründen ganz anders, als er entdeckt, dass Dreyman mittels einer Schreibmaschine DDR-kritische Artikel für den westdeutschen Spiegel kauft und diese mit Kurieren in den Westen geschmuggelt werden. Er will die Frau retten, vielleicht in einer Illusion für sich selbst und am besten sieht man diese Erkenntnis in einer Szene, wo er seinen Schwarm in einer kleinen Kneipe um die Ecke trifft, sie dort anspricht und sie offen als große Schauspielerin anhimmelt, während im Hintergrund der größte Schlager der DDR "Wie ein Stern" von Frank Schöbel läuft.

Ein Song von einer überlebensgroßen Machart, passend zur Gefühlslage des vorherigen eiskalten und brutal agierende Rationalisten, der in einer der ersten Szenen als Dozent seine fiesen Mehoden zur Wahrheitsfindung gegen Regimegegner vor den Schülern anpreist. Sein Vorgesetzer Anton Grubitz (Ulrich Tukur) hält große Stücke auf seinen perfekt funktionierenden Mitarbeiter. Dadurch wird er auch mit dem Ausspionieren des Theaterschriftstellers Georg Dreyman beauftragt, er soll auf Wunsch des Kulturministers Bruno Hempf (Thomas Thiene) belastendes Material gegen Dreyman finden. Dieser ist zwar als labiler Lebemann bekannt, aber er hat eine weiße Weste und es gab bislang nicht den kleinsten Grund an seiner Regimetreue zu zweifeln.
Wiesler verwanzt nun mit einem Trupp der Stasi die Wohnung, in der Dreyman und seine Lebensgefährtin Christa Maria leben, und richtet auf dem Dachboden des Hauses eine Abhörstation ein. Der Einzelgänger Wiesler hegt aber immer mehr eine gewisse Faszination für das Leben des Mannes, den er zu beobachten hat. Dieser ist künsterisch kreativ, hat eine attraktive Geliebte und ist in seinem Metier äusserst erfolgreich. Alles Eigenschaften, die der farblose Voyeur niemals haben wird. Doch im Laufe der tragische wie dramatischen Geschichte wird er auch über sich selbst hinauswachsen. Ein gelunngener Spagat vom Bösen zum Guten zu überzuwechseln, die Akton bleibt geheim und nur sein wütender Chef weiß, dass Wiesler erfolgreich einen Staatsfeind gerettet hat. Er kann es aber nicht beweisen, weil er weiß, dass der kluge und besonnene Wiesler alle Beweise gekonnt vernichtet hat. Erst durch Zufall und durch die Unterlagen, die die Gauck-Behörde archiviert hat, kommt der inzwischen im Westen erfolgreiche Dreyman daninter, dass er lange Opfer der Abhör-Stasi war und dass er unter seinen Feinden einen Schutzengel hatte.
Lediglich die Widmung und der Dank an HGWXX/7 in seinem neuen Buch "Die Sonate vom Guten Menschen" mag vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein., aber es unterstreicht noch einmal das Thema des Regisseurs, der bewusst eine Versöhnung zwischen Opfern und Tätern im Auge hatte. Für mich hat der Film vor allem mit Hauptdarsteller Ulirch Mühe und Nebendarsteller Ulrich Tukur zwei großartige Darstellerleistungen aufzuweisen, in seinen besten Momenten ist "Das Leben der Anderen" nahe dran an den Abhörthriller "Der Dialog" von Francis Ford Coppola heranzukommen - das gelingt in diesen Momenten, in denen die Einsamkeit und Verlorenheit des Progagonisten nur allzu deutlich wird.


Hitlerjunge Salomon
Hitlerjunge Salomon
DVD ~ Marco Hofschneider
Preis: EUR 8,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Europa, Europa..., 19. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hitlerjunge Salomon (DVD)
Bei der Oscarverleihung 1992 hat sich Deutschland vielleicht zum zweiten Mal um den Sieg in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" gebracht. Bereits 1983 wäre mit Wolfgang Petersens U-Boot Film "Das Boot" sicherlich der effektiivere Vorschlag gewesen. Doch die German Films Service + Marketing GmbH entschied sich für "Fitzcarraldo". 9 Jahre später standen die Zeichen wieder auf Sieg: Agnieszka Hollands verfilmte mit "Hitlerjunge Salomon" (internationaler Titel: Europa, Europa) das Schicksal von Salomon Perel, der 1925 in Peine als Sohn polnischer Juden geboren wurde und durch die Wirrungen des Krieges flüchten muss und auf seiner Odyssee zum Hitlerjungen wird. Der Film wurde in den USA hochgelobt und wurde bereits einige Monate vor der anstehenden Oscarverleihung vom National Board of Review Award ausgezeichnet, am 18. Januar 1992 konnte der Film den Golden Globe als bester ausländischer Film entgegennehmen.

Doch für das Jahr 1992 wurde von deutscher Seite gar kein Vorschlag eingereicht, weil man keinen geeigneten Film zur Hand hatte. "Hitlerjunge Salomon" kam nicht in Frage, weil er dem Auswahlgremium zu seicht erschien. Welch eine Fehleinschätzung. Kritikerpapst Roger Ebert bezeichnete dann auch prompt die Nomininierung des Films in der kategorie "Bestes adaptiertes Drehbuch" als deutliche Zurechtweisung von seiten der US-Filmacademy in Richtung deutsches Oscarkomitee, die einen möglichen Sieg verschlafen haben.

Selten gab es so deutlich unterschiedliche Diskrepanzen bei der Kritik eines Films, International wurde "Hitlerjunge Salomon" fast ausschließlich positiv besprochen, die deutsche Kritik ging nicht sonderlich gut mit der Verfilmung der Autobiografie Perels um, viele Kritiker bemängelten die schwache Inszenierung und auch schauspielerisch fand man den Film sehr schwach.
Das Publikum möchte aber den Film schon immer und aus heutiger Sicht kann man diese Nörgelei immer noch nicht verstehen. Vielleicht lag es an der etwas eigenwilligen Geschichte selbst, sie erzählte nicht unbedingt von einer Tragödie mit klar verteilten Rollen im Gut und Böse Schema, sondern zeigt einen Jungen, der in Not zum phantasievollen Überlebenskünstler wider Willen wird.

Gerade diese verschiedenen Rollen, die Sally Perel (Marco Hofschneider) zwischen den Pogromen bis zum Ende des 2. Weltkrieges spielen muss machen die Geschichte ja zu etwas ganz Besonderem, es gilt sich so anzupassen, dass man den Wahnsinn überleben kann...die gute Schauspielerleistung des jungen Marco Hofschneider wirkt sehr authentisch und glaubwürdig, man kann sich sofort mit ihm und mit seinen Nöten identifizieren.
Zunächst wächst der junge Sally seher behütet in guten Verhältnissen mit seinen Eltern (Klaus Abramowsky, Michele Gleizer) und den Geschwistern Isaak (Rene Hofschneider), David (Piotr Kozlowski) und Bertha (Martha Sendrovicz) auf. Doch 1933 ist die Familie schon üblen Diskriminierungen ausgesetzt, so dass die Familie beschließt von Peine nach Lodz zu ziehen. Sally geht nur ungern nach Polen. Auch in der neuen Heimat stehen die Zeichen wieder auf Flucht, denn die deutsche Armee marschiert am 1. September 1939 in Polen ein und somit ist die Sicherheit, die der Vater anstrebte, vorbei. Er schickt die beiden Söhne Sally und Isaak in Richtung Russland, dort so hofft er sind die besten Aussichten. Es kommt aber sehr schnell zu einer Trennung der brüder und Sally landet in einem Waisenhaus in Grodno. Der Junge lernt nicht nur die russische Sprache, er kann sich auf für die Ideologie begeistern. Immerhin hat er noch brieflichen Kontakt mit seinen Lieben in Lodz, das jetzt von den deutschen Besatzern in "Litzmannstadt" umbenannt wurde. Die Familie lebt in einen Ghetto. Bei dem Angriff der Deutschen auf Russland, muss Sally wieder flüchten. Er wird mit einer Gruppe anderer Flüchtlinge von der deutschen Armee aufgegriffen. Sally gibt sich aus Angst als Volksdeutscher aus und behauptet Josef Peters zu heißen. Er hilft den deutschen Soldaten als Übersetzer und wird bald als "Jupp" von allen sehr gemocht. Ein Hauptmann nimmt sich dem Waisenjungen an, den er angibt zu sein und so kommt es irgendwann zur Aufnahme an eine Adolf Hitler Schule. Dort freundet er sich mit dem Hitlerjungen Gerd (Ashley Wanninger) an und verliebt sich in die hübsche Leni (Julie Delpi). Und immer steht läuft die fürchterliche Angst der Entdeckung mit. So verzichtet er auch darauf mit Leni zu schlafen, da die Beschneidung zu seiner Aufdeckung als Jude führt...

Es ist vor allem die Geschichte die so fasziniert, man kann gar nicht glauben, dass dies sich tatsächlich so zugetragen hat. Doch es ist eine Geschichte, die tatsächlich so stattgefunden hat. Salomon Perel war für eine gewisse Zeit dieser "Hitlerjunge Salomon". Ausser seinen beiden Brüdern überlebte keiner der Familie Perel den Holocaust. Nach dem Ende des Krieges emigrierte der Autor nach Israel, weil er sich in Deutschland nicht mehr willkommen fühlte. Er brauchte 40 Jahre, um das Erlebte zu verarbeiten, bevor er sich schließlich dazu entschloss seine Odyssee im 2. Weltkrieg aufzuschreiben. Diese Erlebnisse erschienen dann erstmalig 1990 als Buch, dass dann auch ziemlich schnell von Agnieszka Holand verfilmt wurde. Sally Perel feierte in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag und lebt in Israel.


MADAME DUBARRY [Masters of Cinema] (1919) [Blu-ray] [UK Import]
MADAME DUBARRY [Masters of Cinema] (1919) [Blu-ray] [UK Import]
DVD ~ Pola Negri
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 19,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Mätresse des Königs...., 14. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der weltberühmte deutsche Regisseur Ernst Lubitsch hat sich vor allem durch seine eleganten Komödien unsterblich gemacht, seine größten Erfolge feierte in den USA nach seiner Emigration in den 20er Jahren. Die Theater-Groteske "Sein oder Nichtsein" oder die Screwball-Comedy "Ärger im Paradies" zählen zu den ganz großen Filmklassikern. In der Stummfilmzeit brillierte er aber eher im Fach des Historienfilms. Er war zu dieser Zeit ein Meister der grandios angelegten Massenzenen und der kunstvoll und überlebensgroß angelegten Arrangements, sei es zur Zeit vor der französischen Revolution in "Madame Dubarry" (1919) oder am englischen Hof in der Zeit Heinrich VIIi mit "Anna Boleyn" (1920). .

Da stört es dann auch nicht groß, dass für "Madame Dubarry" die Handlung sehr stark komprimiert wurde und es fast so erscheint, als wäre nach dem Tod von Ludwig XV im Jahr 1774 auch sogleich die Hinrichtung seiner Mätresse Marie Jeanne Becu vollzogen worden - in Wirklichkeit lagen zwischen dem Tod des Königs und dem Gang zur Guillotine 19 Jahre. Diese werden im Film als Höhepunkt und Schlußakklord in etwa 20 Minuten vollzogen. Der Gang zum Henker ist auch der dramatischste Part des opulenten Stummfilms, den die Murnau Stiftung in einer exzellenten Restaurierung darbietet.
Erzählt wird die tragische lebensgeschichte des Pariser Lehrmädchens Jeanne (Pola Negri), die den Studenten Armand (Harry Liedke) liebt, aber während die Kutsche des Königs (Emil Jannnings) vorbeireitet den spanischer Gesandten Don Diego (Magnus Stifter) auf sich aufmerksam macht. Und nicht nur ihn...auch der Graf Jean Dubarry (Eduard von Winterstein) findet das Mädchen äusserst attraktiv. Als sie für diesen beim Herzog von Choisol (Reinhold Schünzel) wegen einer Geldsumme vorsprechen soll, macht sie auch den Monarchen auf sich aufmerksam. Sie wird die Geliebte von Ludwig XV, dieser verleiht ihr einen Adelstitel, indem er dafür sorgt, dass Graf Dubarrys Bruder Guillaume (Karl Platen) die schöne Frau ehelicht. Nun ist "Die Dubarry" die mächtigste Frau von Frankreich, was aber sehr viele Feinde auf sie aufmerksam macht. Immer wieder wird sie auch Opfer von fiesen Intrigen am Hof des Königs. Auch ihre ehemaliger Geliebter wendet sich angewidert von ihr ab. Als der König an den Pocken stirbt, ist die große Zeit der Mätresse vorbei. Sie wird in Schimpf und Schande vom Hof gejagt. Nachdem das hungernde französische Volk die Bastille stürmt, erinnert sich der Mob wieder an die verhasste Frau. Ein Revolutionsgericht unter dem Vorsitz von Armand fällt das Todesurteil. Nun muss Jeanne unterm Fallbeil sterben...

Der Film von Lubitsch hat nun bald 100 Jahre auf dem Buckel und wurde im revolutionäreen Nachkriegsdeutschland mit einem riesigen Pomp in Szene gesetzt. Der Film machte aus Emil Jannings und Pola Negri die ersten Weltstars des deutschen Kinos. In der zeitgenössischen Kritik waren sogar die Franzosen von diesem deutschen Film äusserst entzückt, sie hätten dies den Sauerkraut-Mampfern gar nicht zugetraut. Toll gelungen ist die perfekte Balance zwischen Massenszenen des historischen Paris und den Close ups seiner Protagonisten, die dem Ganzen einen intimen Charme verleiht. In manchen Szenen dominiert dann ein kammerspielähnliches Sujet. Dies ist vor allem in dem selten offen ausgetragenen Machtkampf zwischen der Dubarry und dem Herzog von Choiseul zu spüren, die Feindschaft wird adlig gesittet ausgetragen.
Die Doppel DVD von Eureka hat englische Untertitel, die Schrifttafeln sind in französischer und deutscher Sprache. Das Bild ist wunderbar restauriert worden mit einer sehr gelungenen Begleitmusik.


23 - Nichts ist so wie es scheint
23 - Nichts ist so wie es scheint
DVD ~ August Diehl
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 10,97

4.0 von 5 Sternen Der 23. Mai...ein schöner Tag zum Sterben...., 14. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 23 - Nichts ist so wie es scheint (DVD)
"23 - Nichts ist so wie es scheint" ist vielleicht der bislang beste Film von Hans-Christian Schmidt (Nach fünf im Urwald, Crazy, Requieum) und beschäftigt sich mit der Frühzeit der Computer-Hacker, die lange zurück liegt. In den 80ern, als die Friedensbewegung ihren großen Höhepunkt hatte. Es war die Zeit von Tschernobyl, die Zeit der Anti-Atomkraft Demonstrationen - unter anderem auch hier in Deutschland vor dem Kernkraftwerk Brokdorf und es war noch Kalter Krieg. In dieser Zeit ist Karl Koch (August Diehl) gerade mal 19 Jahre alt und hat seinen Platz im Leben noch lange nicht gefunden. Der junge Mann war auch bekannt unter seinem Hacker-Pseudonym Hagbard Celine und sollte das Ende dieses schillernden Jarhzehnt nicht mehr erleben.

Seine Leiche wurde am 1. Juni 1989 in eiinem Wald bei Ohof im Landkreis Gifthorn aufgefunden, nachdem er bereits eine Woche vorher - ab dem 23. Mai - vermisst wurde. Die Todesursache wurde offiziell mit Selbstverbrennung angegeben, aber die wahren Umstände seines Todes wurden nie vollständig aufgeklärt. Es war aber offensichtlich, dass Karl Koch unter einer ermotionalen Vereinsamung litt, sich sehr stark und beinahe schon paranoid auf das Thema der Geheimbünde und Illuminaten einliess und vor allem dauerhaft und exzesssiv Drogen konsumierte. Dies führte einige Monate vor seinem Tod zu gravierenden psychischen Problemene und hatte einige Klinikaufenthalte zur Folge. Dennoch hält sich bis heute in Hackerkreisen hartnäckig das Gerücht, dass Mord nicht auszuschließen sei...sei es aus politischen Motiven, es gab nämlich auch Verwicklungen ins Kriminelle Milieu.

Die Geschichte taucht hinein in die Welt von Karl Koch, der seine Umgebung immer wieder als sehr bedrohlich wahrnimmt und dabei taucht immer wieder die Zahl "23" auf. . Nach dem Tod seines Vaters (Hanns Zischler) erbt er etwas Geld und mit diesem Geld kauft er sich unter anderem einen Atari ST. Mit dem Schüler David (Fabian Busch) lernt er nciht nur einen Gleichgesinnten, sondern auch einen guten Freund kennen. Den beiden gelignt es, das damals erst entstehende globale Datennetz mit einem Commodore PC und einem Akustikkoppler auszutricksen. Dies macht sie für die Spionage interessant, der KGB ist niimmt Kontakt mit den beiden Youngsters auf. Und mit Pepe (Dieter Landuris) und Lupp (Jan Gregor Kremp) wird das sonderbare Quartett bald komolettiert. Während die Vier Infos an die Russen verkaufen und gut leben können, steigt auch der Drogenkonsum und auch die Paranoia der Geheimbünde verstärkt sich als Thema wieder bei Karl. Er ist immer mehr überzeugt, dass sie immer noch die Weltherrschaft anstreben...

dabei schafft es Hand Christian Schmid nahezu perfekt ein permanentes Gefühl der Paranoia zu erzeugen, der Zuschauer erlebt die Geschichte mit einem mulmigen Gefühl und die unsichtbare Bedrohung ist allgegenwärtig - allerdings niemals greifbar. Denn immer wenn man Nahrung für eine Verschwörung vorfindet, wird sie im nächsten Moment wieder durch den Eindruck eines Trugschlusses wieder entkräftigt. Drogen oder Psyche...der Zuschauer erlebt sich bald genauso bodenlos wie der Protagonist, der in seiner Labilität gefangen scheint und psychisch immer mehr in eine Verarmung abdriftet - die Umgebung hat keine Energie und kein Motiv ihn aufzufangen. August Diehl hat hier eine sehr großartige Rolle bekommen, die ihm den Filmpreis einbrachte. Ansonsten erinnert das Szenario etwas an John Schlesingers leider etwas unterbewerteten "Der Falke und der Schneemann". Interessant gewählt auch der Soundtrack mit so unterschiedlichen Songs wie "Love ist a drug"von Roxy Music, "Child in Time" von Deep Purple, "Rauch Haus Song" von Ton Steine Scherben oder "Halt dich an deiner Liebe fest" von Freundeskreis.


Die Blechtrommel
Die Blechtrommel
DVD ~ David Bennent
Preis: EUR 6,99

5.0 von 5 Sternen Protest und Verweigerung..., 13. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Blechtrommel (DVD)
Oscar Matzerath (David Bennent) wird im Jahr 1924 in Danzig geboren. Seine Mutter Agnes (Angela Winkler) wurde auf dem Kartoffelfeld gezeugt, weil ein gesuchter Brandstifter (Roland Teubner) sich erfolgreich vor der Polizei unter den vier Röcken der kaschubischen Bäuerin Anna (Tina Engel) verstecken konnte. Als alte Frau (Berta Drews) wird sie am Schluß des Films sagen, dass die Kaschuben immer den Kopf hinhalten müssen, damit andere draufhauen können, nur halb Polen, nur halb Deutsche - eben nichts Richtiges seien sie, die Kaschuben. Schon als kleines Kind ist der kleine Oscar von der Welt der Erwachsenen äusserst irritiert. Es ist auch nicht mal klar, ob jetzt Jan Bronski (Daniel Olbyrchski), der polnische Cousin der Mutter, oder der einfältige Kolonialwarenhändler Alfred Matzerath (Mario Adorf) der Vater von Oscar ist.

Schon bei der Geburt schrie Oscar wie am Spieß und wollte eigentlich lieber wieder zurück in die Wärme des Bauches seiner Mutter, doch das war nicht mehr möglich. Die Mutter verspricht ihm, dass er an seinem 3. Geburtstag eine Blechtrommel erhalten soll - die Aussicht auf dieses Geschenk versöhnt ihn etwas mit der verstörenden Welt, in die er da hineingeboren wurde. Doch er beschliesst an diesem 3. Geburtstag - nachdem er die Blechtrommel geschenkt bekam - sein Wachstum einzustellen. Dies gelingt ihm mit einem Sturz auf der Kellertreppe in die Tiefe. Sein Protest gegen die Welt der Erwachsenen war somit erfolgreich. Fortan artikuliert er eine starke Protesthaltung mit dieser blechernen Kindertrommel, wenn die alte kaputt ist, dann kriegt er im Laden des jüdischen Spielwarenhändlers Sigismund Markus (Charles Aznavour) eine Neue. Wenn man ihm die Trommel wegnehmen will, dann kann sich Oscar durch ganz schrille Schreie wehren, die Glas zersplittern lassen.
Bei einem Zirkusbesuch im Jahr 1936 freundet sich der zwölf Jahre alte und noch immer 94 Zentimeter große Oskar mit dem 53jährigen Liliputaner Bebra (Fritz Hakl) an. Dieser will Oskar für seine Truppe gewinnen, doch Oskar zieht es vor, in Danzig zu bleiben.

Mit dem Siegeszug des Dritten Reiches wird auch Danzig zum Pulverfass und es weht in der Stadt der Geruch der Vernichtung. Oscar trifft auf die Korridor-Nazis und ihren Führer Loebsack (Ernst Jacobi), der sich auf den Aufmarsch seiner Parteigenossen freut, zu denen auch irgendwann Oscars mutmaßlicher Vater Alfred gehört. Mit Hilfe seiner geliebten Trommel verwandelt den Parteiaufmarsch aber zu einer harmonischen Tanzveranstaltung, es wird nicht der letzte Protest sein, den der kleinwüchsige Protagonist mit der Trommel und den Schreien formuliert. Er wird älter und immer mehr zum Aussenseiter. Am Ende - an der Beerdigung von Alfred - entscheidet sich Oscar wieder zu wachsen...

Der Roman "Die Blechtrommel" von Günter Grass wurde im Jahr 1959 veröffentlicht und sehr viele Regisseure wollten die Geschichte fürs Kino verfilmen. Doch erst Volker Schlöndorff bekam vom Autor den Zuschlag. Es war vielleicht die Begeisterung die Grass für den Schlöndorff Film "Der junge Törless" empfand, er bewunderte dessen Adaption des Musil Romans. Daher arbeitete der Autor auch am Drehbuch mit. Es ist aber vor allem auch die verstörende Bildsprache, angelegt zwischen Realismus und Surrealismus, dem der Film seinen großen Erfolg verdankt. Drehbuchautor Jean-Claude Carriere verfasste vor dieser Arbeit zahlreiche Skripts für den großen Bunuel. "Belle de Jour", "Die Milchstraße", "Der diskrete Charme der Bourgeiousie", "Das Gespenst der Freiheit" oder "Dieses obskure Objekt der Begierde" gehen auf sein Konto.
Immer wieder schockt ode verwirrt der Film: Der Liliputaner Zirkus im Nachtleben von Paris, ein abgeschnittener Pferdekopf, aus dem Aale hervorquellen, eine Nazi-Kundgebung, die mit einem Walzer (An der schönen blauen Donau) endet, der Sex mit dem Hausmädchen (Katharina Thalbach), die später den Witwer Alfred heiratet und ein Kind bekommt, dass auch von Oscar sein könnte.

Schlöndorffs Blick auf das kleinbürgerliche Milieu fällt sehr kritisch aus, er entlarvt diese Umgebung als extrem fruchtbarer Nährboden für die NS-Diktatur. "Die Blechtrommel" wurde ein riesiger internationaler Erfolg und endlich konnte der deutsche Film auch bei der begehrten Oscar-Vergabe triumphieren. Schlöndorffs Film über Protest und Verweigerung wurde mit dem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet. Aus heutiger Sicht ist "Die Blechtommel" immer noch ein Meisterwerk des Erzählkinos, ein reichhaltiger Bilderbogen der jüngsten deutschen Geschichte, voll mit schwarzem Humor, Groteske und Perversion. Die pessimistische Familiensaga wird erst im letzten Moment von einem kleinen Hoffnungschimmer durchbrochen. Allerdings sind die Bezüge zum Heute und Hier schwer zu finden. Die Geschichte wirkt merkwürdig zeitfern und als Zuschauer habe ich das Gefühl, dass ich eine längst vergangene Welt und Zeit besucht habe. Der Zug, der am Ende zu neuen Ufern aufbricht, führt irgendwie wieder ans Licht aus einem seltsamen Traum.


Nosferatu - Phantom der Nacht
Nosferatu - Phantom der Nacht
DVD ~ Klaus Kinski
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 6,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Sterben und vom ewigen Leben..., 12. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nosferatu - Phantom der Nacht (DVD)
Meistens scheitern Remakes von großen, ja überlebensgroßen Filmen auf ganzer Linie. Und im Grunde war es ja auch ein Heranwagen an die heilige Kuh als Werner Herzog sich Ende der 70er Jahre dazu entschied eine Neuauflage des großartigen Murnau Klassikers "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" aus dem Jahr 1922 zu drehen. Doch die Zeit war günstig. Gegen Ende der 70er Jahre hatte der neue Deutsche Film einen seiner größten Höhepunkte zu verzeichnen - grandiose Filme wie "Die Ehe der Maria Braun" oder "Die Blechtommel" sahnten auch international ab und gaben den deutschen Film einen neuen exzellenten Weltruf. Auch Herzogs gothische Horrorpoesie "Nosferatu" darf hier dazu gezählt werden und dieses formidale Trio komplettieren, diese Trias war zu ihrer Zeit das große ultimative Aushängeschild des deutschen Films.

Natürlich ist Murnaus Film unerreicht, das wußte Werner Herzog auch. Er hat es allerdings meiner Meinung nach sehr geschickt vermieden eine farbige Kopie des Klassikers zu fabrizieren, auch wenn weite Teile seiner Version als Hommage erkennbar sind. Es sind ähnlich pessimistische Bilder zu verzeichnen - doch Herzogs düstere Bilde rüber Pest, Fäulnis und dem allgegenwärtigen Sterben rufen sogar ein bisschen Apokalypse hervor. Sein Szenario wirkt am Ende verstörend, atmosphärisch, unglaublich schön und ebenso grauenerregend.

An der Geschichte wurde nicht viel verändert: Sie spielt in Wismar des 19. Jahrhunderts. Dort lebt der junge aufstrebende Häusermakler Jonathan Harker (Bruno Ganz) mit seiner sehr sensiblen, beinahe zerbrechlichen Gattin Lucy (Isabelle Adjani), die ihm das Teuerste auf der Welt ist. Daher verlässt er sie nur sehr ungern und bricht eine Reise nach Transilvanien an, mit der ihn sein Vorgesetzter Renfield (Roland Topor) beauftragt. Der Ritt mit dem Pferd soll 4 Wochen dauern, im Osten Europas wartet dann in einem Schloß ein gewisser Graf Dracula (Klaus Kinski), der vorhat in Wismar ein Haus zu kaufen. Die Reise soll sich auch für Harker lukrativ lohnen, er könnte seiner Lucy ein viel größeres Haus kaufen. So macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Am Borgo Pass angekommen, warnen ihn die Zigeuner vor der Weiterreise in die sogenannte Schattenwelt, in die Welt des Untoten - des Nosferatu. Doch Harker nimmt die Warnung nicht ernst. Zu Fuß erreicht er das verfallene Schloß, wird Gast des Grafen, der sich als als gequälte Seele zu erkennen gibt. Nichtsdestotrotz wird Harker in den Nächten vom depressiven Blutsauger immer wieder in den Hals gebissen. Der Graf schließt den Häuservertrag ab und eines Nachts sieht Harker, dass der Vampir mit einigen Särgen das Schloß verlässt. Er merkt, dass nun seine Lucy, vielleicht sogar ganz Wismar in großer Gefahr steckt. Er muss ein Weg aus dem Schloß finden, aber der Graf reist auf dem Seeweg und der dürfte nicht ganz so lange dauern. Harker kommt einige Zeit sehr verändert in Wismar an, er erkennt nicht mal seine geliebte Lucy. Auch Graf Dracula ist bereits vor Ort, in seinem Gepäck eine Riesenanzahl von Ratten, die die Pest und somit den Tod in die Stadt bringen...

Zwar ist Max Schreck viel erschreckender anzusehen als Klaus Kinski. Aber Kinskis Interpretation war so gut, dass er auch - völlig zu Recht - den deutschen Filmpreis zuerkannt bekam. Er ist dabei weniger der böse Killer, sondern ein Wesen, dass nur seinen Instinkten folgt und unsagbar einsam einer verlorenen Welt und einer verlorenen Liebe hinterhertrauert. Keine würde ihn - den Jäger - verstehen, nur die heulenden Wölfe, diese Kinder der Nacht, wie der traurige Vampir sie liebevoll nennt.
So ist die Gestaltung der Dracula Rolle in Herzogs Film ziemlich einzigartig - denn hier bemitleidet der Zuschauer ein Wesen, dass von Einsamkeit und Isolation geplagt ist und unter der Bürde dieser Unsterblichkeit extrem leidet. Dieses Leid deutet sich schon im Vorspann des Films an, wo Herzogs großartiger Kameramann Jörg Schmidt-Reitwein das Geschehen auf die Nahaufnahmen von verfallenen Gesichtern mumifizierter Leichen legt - einige davon haben vor Angst den Mund weit aufgerissen, bei den anderen zieren Reste von einer Haarpracht das wächserne Fleisch. Es sieht alles nach Entmenschlichung aus, die Zeit löscht alles unerbittlich aus.

Das Überleben aber ist genauso Alptraum, ein Kreis, aus dem es kein Entkommen gibt. Die wunderschönen, morbiden Bilder sind schaurig untermalt von Wagners "Rheingold", ergänzt werden diese klassischen Themen durch die Gruppe Popol Vuh, die die gotische Machart von Herzogs zweitbestem Film nach "Aguirre" zusätzlich unterstreicht.
Die Ankunft des Grafen in der Hansestadt wird zum Symbol für den großflächigen Tod einer Gesellschaft. Der Totentanz dauert bis zum Hahnenschrei und besiegt das Böse durch ein Opfer. Doch genauso wie in meinem Lieblingsfilm, Polanskis Tanz der Vampire, ist das Böse schon wieder geboren und verbreitet sich nun weiter in die Welt. Ein sehr starker und sinnicher Film mit betörenden Bildern des Untergangs, der sich täglich vollzieht.


Wild Tales - Jeder dreht mal durch!
Wild Tales - Jeder dreht mal durch!
DVD ~ Ricardo Darín
Wird angeboten von media-merlin
Preis: EUR 9,85

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und täglich grüßt der Wahnsinn..., 12. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wild Tales - Jeder dreht mal durch! (DVD)
der argentinische Episodenfilm "Wild Tales" wurde 2014 von Damian Szifron inszeniert und war im eigenen Land ein Riesenerfolg. Kein Kinostreifen hatte in Argentinien mehr Zuschauer, auch die Kritik war entzückt und so ging er ins Oscar-Rennen, wo er am Ende zu den glüclichen 5 nominierten Filme in der Kategorie "Bester Auslandsfilm" gehörte. "Wild Tales" musste sich aber vom polnischen Beitrag "Ida" geschlagen geben. Nichtsdestotrotz war auch die internationale Wertschätzung bei den Cineasten nicht mehr aufzuhalten.

Alle 6 Episoden laufen unter dem großen Thema "Gewalt und Vergeltung" und auch der deutsche Zusatztitel "Jeder dreht mal durch" zeigt das schwarzhumorige Programm der Handlungen auf. Bei Episode 1 wirds sogar besonders aktuell und umso makabrer - in Großbritannien löste dieses Intro sogar heftige Kontroversen aus. Kein Wunder, denn man wird in "Pasternak" eindrücklich an den Absturz des GermanWings Flug 9525 erinnert. Hauptfiguren sind die Fluggäste Isabel (Maria Marull) und Salgado (Dario Grandinetti). Epsiode 2 "Die Ratten" führt den Zuschauer in einen menschenleeren Schnellimbiss. Dort unterhält sich die junge Kellnerin (Julieta Zilberberg) mit der Köchin (Rita Cortese) als plötzlich ein Gast (Cesar Bordon) auftaucht und mit dem hat die junge Frau noch ein Hühchen zu rupfen...Episode 3 "Der Stärkste" konfrontiert uns mit dem unerbittlichen Gesetz der Straße. Aus einem Streit zwischen zwei Autofahrern (Leonardo Sparaglia und Walter Donado) wird ein Kampf auf Leben und Tod. Episode 4 ist dem Bömbchen (Ricardo Darin) gewidmet, einem Sprengmeister mit Namen Simon Fisher. Auf ihn passt die berühmte HB Zigarettenwerbung mit dem "Halt mein Freund, wer wird denn gleich in die Luft gehen". "Der Vorschlag" nennt sich die Episode 5, die uns in die Luxusvilla des Multimillionärs Mauricio (Oscar Martinez) führt, dessen verwöhnter Sprößling eine Fahrerflucht begangen hat, bei der eine junge Mutter und ihr Kind getötet wurde. Doch Gefängnis würde sein junges, reiches Leben ruinieren - was liegt da näher als den Gärtner Jukio mit einer halben Million dazu zu bewegen, dass er die Tat zugibt. Unterstützt wird Maurico von seinem Freund und Anwalt (Osmar Nunez). Den Abschluß des Epsidenreigens bildet die Hochzeit von Ariel (Diego Gentile) und Romina (Erica Rivas), die durch Eifersucht völlig aus dem Ruder läuft...

gleichzeitig ist dieser Abschluß vielleicht sogar die stärkste Sequenz unter all den anderen starken Geschichten, die Damian Szifron dem Zuschauer vorstellt. Der Film ist mit seinen 122 Minuten viel zu kurz, zumindest fühlt man dies so, wenn der Abspann kommt Produziert wurde von Pedro Almodovar in Zusammenarbeit mit seinem Bruder Agustin. Das Gesamtwerk mit großem Soundtrack (u.a. Bobby Womack) ist überaus homogen und die chronologische Reihenfolge der Geschichte auch irgendwie gut durchdacht. Denn auf zwei eher radikale Horrorgeschichten mit durchgedrehten Piloten und Rattengift folgen der ultimative Nervenkrieg auf der Straße, der zeigt, dass Horror und Alltag dicht beieinander liegen und folgerichtig in die moderne Zeit des heutigen Menschen einmündet - zwei sehr zynische Gesellschaftssatiren gehen auf Burokratie und gesellschaftliche Rangfolgen ein. Am Ende dann die große Liebesgeschichte, die vor der endgültigen Erfüllung erst mal alles zerstören muss, was zerstört werden kann - nur dann stellt sich vielleicht ein HappyEnd ein und der Zuschauer kann mit viel Sarkasmus, aber auch ein bissel Hoffnung aus dem Kinosessel aussteigen.


Die weiße Hölle vom Piz Palü - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1929
Die weiße Hölle vom Piz Palü - Zweitausendeins Edition Deutscher Film 1/1929
DVD ~ Leni Riefenstahl
Wird angeboten von Zweitausendeins
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bleicher Berg, 10. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Berninagruppe ist die höchste Berggruppe der Ostalpen, ihr höchster Gipfel ist der Piz Berinan mit einer Höhe von 4.049 Metern. Der Piz Palü mit seinen 3.900 Metern gehört zu dieser Gruppe und befindet sich im Grenzgebiet zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und der italienischen Provinz Sondrio in der Lombardei. Dort in den Schneegebieten des Berninamassivs fanden von Januar bis Juni 1929 die Dreharbieten zu einem der bekanntesten Bergfilme statt. Für "Die weiße Hölle vom Piz Palü" übernahm Arnold Fanck die Außenaufnahmen in den Bergen, Georg Wilhelm Pabst übernahm die Innendrehs und beriet Bergfilmer Fanck bei Fragen der Dramaturgie. Die Naturaufnahmen der Berge mit den vielen Gletschern, Schneestürmen und gefährlichen Lawinen gelangen so gut, dass auch die Fachleute keinen Zweifel an der Echtheit der Aufnahmen hatten, die von Fancks bewährtem Kamerateam Sepp Allgeier, Richard Angst und hans Schneeberger realisiert wurden.

Der Film fängt tragisch an. Bei einer Besteigung des Piz Palü mit dem erfahrenen Bergsteiger Christian (Otto Spring) hat Dr. Johannes Kraft (Gustav Diessl) durch ein Bergunglück seine geliebte Frau Maria (Mitzi Götzel) verloren, sie wird von einer Sekunde auf die andere von einer Lawine in die Tiefe gerissen. Obwohl der Führer schell ins Tal eilt um Hilfe zu holen und Johannes selbst noch versucht der Verschollenen, die in einer tiefen Gletscherspalte liegt, zu helfen, bleibt alles erfolglos. Seither plagen ihn Schuldgefühle, weil möglicherweise auch seine Leichtsinnigkeit zu Marias Tod geführt hat und seither besteigt er den gefährlichen Berg an jedem Jahrestag ihres Todes. Von den Einheimischen wird er inzwischen der "Geist des Berges" genannt. An diesem Jahrestag ist er aber nicht allein in der Berghütte "Diavolezza". Das frisch vermählte Paar Hans Brandt (Ernst Petersen) und Maria Maioni (Leni Riefenstahl) sind dort in der Idylle zum ersten Mal allein. Kunstflieger Ernst Udet, der mit ihnen befreundet ist, wirft ihnen vom Flieger aus eine Flasche Sekt zum Feiern mit dem Fallschirm herunter, die beiden machen es sich in der Hütte gemütilich. Dann geht die Tür auf und vor Ihnen steht der schweigsame Dr. Kraft. Der will - ebenso wie das junge Paar - den Piz Palü besteigen.
Am nächsten Tag begibt sich die Beiden gemeinsam mit Krafft auf den Weg zur Nordwand des Berges. Eine Gruppe von bergunerfahrenen Studenten folgt ihnen, doch werden sie von einer Lawine in die Tiefe gerissen. Keiner der jungen Männer überlebt. Und auch für das Trio wird es gefährlich. Da Hans eine gewisse Zuneigung zwischen Maria und dem stillen geheimnisvollen Begleiter spürt, will er beweisen, dass er ein Mann ist und setzt mit diesem Verhalten den Wendepunkt in der Reise. Er stürzt ab, kann aber von Krafft gerettet werden. Dieser hat aber bei der Aktion ein Bein gebrochen. Es folgen Stürme, Steinschlag und Lawinen. Durch die Verletzung der beiden Männer ist der Abstieg unmöglich, es bleibt ihnen nur das Warten auf Hilfe....

mit seiner Laufzeit von 139 Minuten ist der Film in drei Abschnitte aufgeteilt. Die erste davon zeigt unbefangene Menschen in der Hütte, es herrscht eine gute und hoffnungsvolle Stimmung vor. Die Ausgelassenheit wird unterbrochen durch das Auftauchen eines gebrochenen Mannes, der dann Teil 2 einleitet und dieser Part ist auch der spannendste des Films. Man ist mittendrin, sieht die Gruppe der fünf mutigen Studenten scheitern und sieht deren Entsetzen im Gesicht - die letzten Sekunden ihres Lebens laufen ab. Viele Bilder wirken einerseits faszinierend, aber auch sehr gut herausgearbeitet ist die Übermacht einer menschenfeindlichen Umgebung, die viel mächtiger ist als der kleine Mensch, der hier sportliche und mentale Höchstleistungen vollbringen will. Dem Berg wird im dritten Teil des Films - das Warten auf einem kleinen Felsvorsprung - eine seltsame geheimnisvolle Macht zugeschrieben.

Der Film wurde bei seiner Aufführung am 11. Otkober 1929 extrem gefeiert und in den ersten vier Wochen nach seiner Premiere zählte er alleine in Berlin im UFA-Palast über 100.000 begeisterte Zuschauer. Auch auf internationaler Ebene wurde dieser große Erfolg fortgesetzt. 1935 wurde eine Tonfassung des Films hergestellt, diese stark gekürzte Fassung wurde sogar noch in den 60er Jahren im Fernsehen gezeigt. Bis 1996 war die Originalfassung verschollen. Diese enthält die vormals entfernten Szenen mit Kurt Gerron.


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