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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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J.M. Simmel: Der Stoff, aus dem die Träume sind
J.M. Simmel: Der Stoff, aus dem die Träume sind
DVD ~ Herbert Fleischmann
Preis: EUR 12,27

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwei Reporter auf gefährlicher Spur..., 18. Januar 2015
Alfred Vohrer ist ein deutscher Regisseur, den es noch zu entdecken gilt. Durch Horst Wendland, den Produktionschef der Rialto Film gelang ihm mit den Edgar Wallace Streifen der Durchbruch, sein "Die toten Augen von London" ist mit Sicherheit auch einer der besten deutschen Filme der 60er Jahre. Selbst Quentin Tarantino schätzt seine Arbeiten und hat ihn sogar schon einmal als eine Art deutschen Alfred Hitchcock bezeichnet. In den 70er Jahren hatte Vohrer erneut mit einer Filmserie großen Erfolg. Es lag damals im Trend die Romane von Johannes Mario Simmel zu verfilmen und so realsierte Vohrer für die Münchner Roxy Film unter Luggi Waldleitner 1971 "Und Jimmy ging zum Regenbogen", der ein riesiger Erfolg an der Kasse wurde und die Goldene Leinwand für mehr als 3 Millionen Kinozuschauer erhielt. Es folgte "Liebe ist nur ein Wort", "Der Stoff, aus dem die Träume sind", "Alle Menschen werden Brüder" und "Gott schützt die Liebenden". Das Drehbuch zu "Der Stoff, aus dem die Träume sind", der nur knapp die verlangte 3 Millionen Zuschauer Hürde für eine Goldene Kamera verfehlte schrieb Manfred Purzer. Zahlreiche gute Schauspieler wie Hannelore Elsner, Arno Assmann, Paul Edwin Roth, Klaus Schwarzkopf, Malte Thorsten, Charles Regnier, Rainer Basedow, Arthur Brauss verpflichtet werden. Die Hauptrolle bekam der Nachwuchsstar Paul Neuhaus. Die stärksten Darbietungen gehen aber auf das Konto von Herbert Fleischmann, der den humpelden Fotografen Bernie Engelhard, Kompagnon von Journalist Walter Roland, der von Neuhaus gespielt wird und von Edith Heerdegen als schizophrene Pflegerin Luise Gottschalk, die in einem Flüchtlingslager arbeitet und von den Geistern der Vergangenheit, der Gegenwart und sogar der Zukunft besucht wird. Allein die Szene, als sie den toten kleinen Karle auf ihren Armen wegträgt, ist von einer erhabenen Größe gekennzeichnet. Als Musikuntermalung komponierte Peter Thomas einen zeitgemäßen Sound der 70er Jahre.
Zur Handlung: Journalist Walter Roland und sein Fotograf Bertie recherchieren derzeit auf der Suche nach einer brisanten Story, die den Ausgangspunkt bei zwei jungen Überläufern aus der CSSR hat. Dabei wollte sein Chefredakteur Herford (Arno Assmann) eher eine Story über den "Mann total" - wir sind in einer Zeit kurz nach den 68ern. Der Prager Frühling der kurz zuvor blutig zerschlagen wurde und die sexuelle Befreiung durch eine freie Sexualität. Dies sind Themen für die "Blitz", die Zeitung, bei der Walter Roland seine Brötchen verdient. Als einer der beiden Flüchtlinge erschossen wird, versuchen Waler und Bertie, etwas über die Hintergründe der Tat herauszufinden. Sehr schnell ist es offensichtlich, dass der Tod des kleinen Karle irgendwie auch im Zusammenhang mit der jungen Irina (Hannelore Elsner) steht, die sich ebenfalls in diesem Flüchtlingsjager aufhält. Sie floh in den Westen, um ihrem Geliebten Jan Bilka (Rick Parse) zu folgen, von dem sie ein Kind erwartet. Er soll sich in Hamburg aufhalten, doch das Telefongespräch wird von ihm selbst unterbrochen. Warum ? Roland und Engelhardt bleiben dran und fahren gemeinsam mit der jungen Frau nach Hamburg. Dort werden ihre Ermittlungen immer rigoroser behindert. Es gibt sogar Zeugen, die plötzlich tot sind. Kein Wunder: Bilka hat Kentniss von den mitteleuropäischen Aufmarschplänen des Warschauer Paktes und zwei dazugehörige Mikrofilme. Die Journalisten geraten dabei immer mehr zwischen die Fronten von KGB, CIA und dem deutschen Verfassungsschutz.
Alfred Vohrer setzte auch hier auf seiner langjährigen Crew mit Assistentin Eva Ebner, Drehbuchautor Manfred Purzer und Kameramann Charly Steinberger. Dabei erwies sich vor allem Edith Heerdegen als hellseherische Luise als Herzstück des Films. Ihre Szenen geben der Geschichte eine sehr seltsame Note, sie bildet sozusagen ein etwas irrealer, aber in der Tiefe nicht zu unteschätzender Gegenpart zu dem modernen Abenteuer zweier Journalisten, die an eine sehr brisante und vor allem lebensgefährliche Geschichte andockten.
Auch Arno Assmanns Performance als berechnender und Bibelverse zitierender Verlagsleiter Herford bietet eine kleine Galavorstellung. Diese Kleinigkeiten sind es, die den Film in einigen Phasen veredeln können und die Story offeriert interessante Querverbindungen einer Liebesgeschichte zur internationalen Spionage, zur deutschen Vergangenheit, zu einer schweren psychiatrischen Erkrankungen und zur zeitgenössischen Presse, die hier in den 70ern genauso voyeuristisch auftritt wie Heute.
Vohrer inszenierte mit der nötigen Ruhe, die die vielschichtige Geschichte auch braucht. Dabei bleibt es aber die gesamte Laufzeit von 142 Minunten interessant und spannend.
Sämtliche Ebenen werden durch die Regie eindringlich beleuchtet, die Rückblenden sind packend erzählt und äußerst glaubhaft gefilmt, die Ensembleleistung ist gut – die Verzahnung und Kettenreaktionen der einzelnen Ereignisse und Personen darzustellen, gelingt Vohrer unglaublich dicht und atmosphärisch. Szenenwechsel und Handlungssprünge sind präzise gesetzt. Lediglich der Einsatz von Standbildern, um von einer Szene in die andere zu wechseln, irritierte mich ein bisschen. Ich finde diese Hilfe hätte der Zuschauer nicht gebraucht, um sich noch in den verschiedenen Handlungsabläufen zurechtzufinden. Ich hatte sogar beim ersten Standbild den Eindruck, dass meine DVD im Player hängt. Ansonsten ist Vohrer aber ein endeckenswerter deutscher Thriller gelungen, der seinen guten Ruf als Deutschlands großer Genrefilmer nur bestätigt.


Hercules
Hercules
DVD ~ Dwayne Johnson
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gott oder Söldner ?, 18. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Hercules (DVD)
Ist er nun dieser legendäre Halbgott oder vielleicht doch nur ein sehr starker Söldner, der in der Antike mit seiner bunt gemischten Truppe Kämpfe bestreitet ? Diese Frage lässt Regisseur Brad Ratner in seinem 2014 inszenierten Sandalenfilm offen bwz. er lässt seine Akteure mit den beiden Möglichkeiten spielen und darum gelingt ihm das Einspielen einer gewissen ironischen Note. Jedenfalls wandert er mit dem Speerschwingenden Propheten Amphiaraos (Ian McShane), dem Messer werfenden Meisterdieb Autlycus (Rufus Sewell), dem wilden Krieger Tydeus (Aksel Hennie), der Amazone Atalanta (Ingrid Bolso Berdal), und seinem jungen Neffen Iolaos (Reece Ritchie) durch die Lande. Iolas selbst tritt nicht nur als Erzähler auf, sondern er ist es auch, der die Heldentaten seines Onkels immer wieder öffentlich macht. Man sagt Hercules wäre der Sohn des Zeus, den er mit der sterblichen Alkmene gezeugt hat - sehr zum Ärger von Hera, die ihn nun verflucht hat und ihm 12 fast unlösbare Aufgabe mit auf den Weg gab. In diesem Zusammenhang kämpfte er mit einem riesigen Löwen und mit anderen riesigen Tiermonstern. Das Schicksal schlug in der Vergangenheit auch gnadenlos zu. Hercules (Dwayne Johnson) stand in den Diensten des Königs Eurystheus (Joseph Fiennes), dem der Halbgott durch seinen vielen Siege und durch seine Beliebtheit beim Volk so gefährlich wurde, dass er Megara (Irina Shayk), die Frau des Helden und deren gemeinsame Kinder von einer dreiköpfigen Wolfsbestie töten liess. Seit diesem Verrat flüchtet er sich mit seiner genauso kriegsgeschädigten Truppe von Schlacht zu Schlacht und lässt sich gut bezahlen. Der größte Fan des vermeintlichen Halbgotts ist ein kleiner Junge, der Sohn der Königin Ergenia (Rebecca Ferguson). Er bewundert Hercules wie ein Comic-Hero. Der Vater von Ergenia ist kein geringerer als Cotys (John Hurt), der thrakische König. der im Lauf der Handlung neuer Auftraggeber der Söldnergrupe wird. Es soll Hercules Aufgabe sein sein Heer zur schlagkräftigsten Armee der Welt auszubilden. Noch erkennt Hercules nicht, wie skrupellos Cotys tatsächlich ist...Brat Ratners Version der Hercules-Geschichte basiert auf einem Comic von Steve Moore und wartet mit einer recht interessanten Prämisse auf. Die prahlerische Erzählung des Neffen fungiert als dramaturgisch geschickte Doppelstrategie. .Einerseits vermitteln seine Erzählungen das klassische Bild des unbezwingbaren Halbgottes, könnten aber ebenso gut bewusste Übertreibungen sein, die vor allem ein Ziel verfolgen: den Gegner zu verunsichern und damit entscheidend zu schwächen.
Im Vergleich kürzlich erschienen Gurkenfilm "Pompeii" von Paul W.S. Anderson, dem man die ganze Zeit anmerkt, dass er Ambitionen hat in die Fußstapfen von Ridley Scotts "Gladiator" zu treten, es aber in keiner Szene annähernd schafft, ist "Hercules" fast schon ein Meisterwerk. Die Story des Films ist von angenehmer Gradlinigkeit und trotz einer Menge digitaler Effekte inszenierte Ratner die zahlreichen Kampfszenen mit einer starken Betonung der Körperlichkeit. Auch die Figuren haben etwas angenehm Klassisches, die Schulung der wehrlosen Bauern erinnert sogar ein bisschen an "Die sieben Samurai". Der Film hat B-Movie Charme, ist aber toll fotografiert (Dante Spinotti) und sehr spannend inszeniert. Für mich eine gelungene Wiederbelebung des Sandalenfilms.


Fahrstuhl zum Schafott - Arthaus Collection Französisches Kino
Fahrstuhl zum Schafott - Arthaus Collection Französisches Kino
DVD ~ Maurice Ronet
Wird angeboten von Filmnoir
Preis: EUR 8,70

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der verhängnisvolle Fehler im Plan...., 13. Januar 2015
"Fahrstuhl zum Schafott" ist der legendäre Erstling von Louis Malle und für mich ein lupenreiner Film Noir. Das Motiv der Femme Fatale, die mit ihrem verbrecherischen Liebhaber den Ehemann um die Ecke bringen will, verweist auf den Klassiker "Frau ohne Gewissen" von Billy Wilder oder auf "Ossessione" von Luchino Visconti. Dabei wird der Zuschauer von Anfang an zum Voyeur, denn er wird Zeuge bei der Planung und Durchführung eines ruchlosen Verbrechens. Am Ende ist es wieder einmal ein kleines, fast übersehbares Detail oder ein kleiner Fehler, der den perfekten Masterplan zum Scheitern bringt.
Der einstige Fremdenlegionär Julien Tavernier (Maurice Ronet) und die mit dem schwerreichen Unternehmer Simon Carala (Jean Wall) verheiratete Florence (Jeanne Moreau) sind heimlich ein Paar. Um ganz frei zu sein, haben sie den Plan entwickelt den lästigen Gatten zu beseitigen. Alles soll wie ein Unfall aussehen.
Tavernier tötet den unliebsamen Ehemann in seinem Büro mit dessen eigener Pistole und tarnt den Mord als Suizid. Als er auf der Straße bereits sein Cabriolet gestartet hat, bemerkt er, dass er etwas wichtiges vergessen hat. Das Seil, mit dem er zum Stockwerk seines Chefs gelangte, hängt noch verräterisch am Geländer der Hausfassade. Er eilt nochmals zurück. Auf dem Weg nach oben bleibt er jedoch im Fahrstuhl stecken, weil für die Nacht der Strom abgestellt wird. So ein Pech...während er mühevoll versucht, sich zu befreien, sucht ihn die wartende Florence in den Straßen von Paris, nachdem sie sein Auto hat vorbei fahren sehen. Dies wurde nämlich von Louis (Georges Poulouly), dem jungen Gangsterfreund des Blumenmädchens Verönique (Yori Bertin) einfach "ausgeliehen". Die beiden Liebenden machen eine Spritztour mit dem geklauten Wagen. Auf der Autofahrt machen sie ein Wettrennen mit dem Deutschen Horst Bencker (Ivan Petrovich) und Frau (Elsa Andersen), der einen Mercedes 300 SL fährt. In einem Motel steigen beiden Paare ab, auch dort kommt es zu einem folgenreichen Zwischenfall...
"Fahrstuhl zum Schafott" ist ein Vorläufer der Nouvelle Vague. Er machte Jeanne Moreau zum Star und brachte dem jungen Louis Malle den Durchbruch als Regisseur. Die Verbindung zu den USA und zur schwarzen Serie bleibt stets gewahrt. Vor allem Miles Davis mit seinem prägenden Soundtrack setzte atmosphärische Akzente und so erlebt der Zuschauer die Metropole als kalten, aber pulsierenden Ort. Erwähenswert auch die Kameraarbeit von Henri Decae, der dem Film einen unvergleichlichen, sehr individuellen Stil verpasst. In einer Nebenrolle als Kommissar ist sogar Lino Ventura zu sehen. Die Story, die in genau kalkulierten Bildern abläuft, ist extrem doppelbödig und sehr oft wird der Zuschauer zum Komplizen der agierenden Paare. Da wäre einmal das Mörderpaar, bei denen der Mann plötzlich am Ende in die Zwickmühle gerät zwei Morde gleichzeitig verübt zu haben. Eine Entlastung in dem einen Fall wäre dann aber gleichzeitig die ultimative Belastung im zweiten Fall. Darüberhinaus sind auch die beiden Jugendlichen gut für die Geschichte. Sie erleben durch den Diebstahl ihren eigenen Handlungstrang, der sich am Ende mit dem anderen verbindet und beide Paare werden von Louis Malle perfekt schicksalshaft miteinander verbunden. Ein toller Film, der gerade durch die unaufdringliche Machart eine besondere Stimmung entfaltet.


Arthaus Retrospektive 1948 - Fallen Idol - Kleines Herz in Not
Arthaus Retrospektive 1948 - Fallen Idol - Kleines Herz in Not
DVD ~ Sir Ralph Richardson
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefährliche Lügen, Gefährliche Wahrheiten..., 13. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Kleines Herz in Not" ist ein 1948 gedrehter Krimi mit Film Noir Anteilen von Carol Reed. Der englische Meisterregisseur drehte diesen Film zwischen seinen beiden großen Meisterwerken "Ausgestoßen" und "Der dritte Mann". Man sollte sich auch nicht von dem etwas komischen deutschen Titel irritieren lassen, denn auch in "The Fallen Idol" (so der Originaltitel) zeigt sich Carol Reed als extremer Meister der Bildsprache, der vom Expressionismus der zwanziger Jahre so deutlich beeinflusst wurde wie sein amerikanischer Kollege Orson Welles.
Schauplatz ist die französische Botschaft in London. Der französische Botschafter (Gerard Heinz) ist ein vielbeschäftigter Mann. Vor allem muse er oft verreisen. So ist der kleine Philippe (Bobby Henrey) oft allein, denn auch die Mutter war lange Zeit schwer krank und musste sich in einem Krankenhaus im Ausland erholen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Junge vor allem immer mehr einen freundschaftlichen Bezug zum Butler der Botschaft aufgebaut hat. Tatsächlich kümmert sich Mr. Baines (Ralph Richardson) auch rührend um den kleinen Jungen, der gerne mit seiner Schlange Maggie spielt, die der Kleine in einem Mauerspalt seines Balkons versteckt hat. Denn Mrs. Baines (Sonia Dresdel), die verbohrte böse Gattin des Butlers, duldet keine Tiere in ihrem Reich. Zwischen Erziehung und Schikane muss der Junge vieles erdulden. Er bemerkt auch, dass Mr. und Mrs. Baines oft streiten. Tatsächlich ist es mit der Ehe schlecht bestellt.
Als er durchs Fenster sieht, wie Baines zu einem Spaziergang in Richtung Park aufbricht, entwischt er über die Feuerleiter und folgt ihm. Doch in dem Pub, den Baines gewöhnlich ansteuert, ist er nicht anzutreffen und auch sonst findet er seinen erwachsenen Freund nirgends. Erst nach langem Suchen wird er auf dem Rückweg fündig, denn am Tisch eines kleinen Cafés sitzt Baines mit der jungen Julie (Michèle Morgan), einer aus Frankreich stammenden Angestellten der Botschaft. Die beiden sind nicht gerade erfreut, als der Junge auftaucht und Baines gibt die Frau als seine Nichte aus. Als die Frau von Baines überraschend verreisen muss, taucht Julie auch in der Botschaft auf. Baines nutzte die Gelegenheit und möchte dass seine Geliebte bei ihm übernachtet. So sind an diesem Wochenende nur das Liebespaar und der kleine Junge in der Botschaft. Doch leider sind sie nicht lange zu Dritt...
und diese Konstellation führt zu einem Unglück, dass im Laufe der Handlung und vor allem durch die Ermittlungen von Scotland Yard in einem Mordfall ausarten könnte. Schuld daran hat dabei der Kleine Junge, der mit seinem Aussagen zwar seinen Freund schützen will, ihn aber ohne zu wollen zu einem verdächtigten Mörder werden lässt. Dabei spielt Ralph Richardson den Butler hervorragend, weil es ihm gelingt die Figur großartig mit Leben zu füllen. Seine Figur ist einerseits herzensgut nd andererseits aber auch sehr willensschwach, labil bis feige. Der Film bleibt bis zum Schluß interessant und spannend - am Ende gibts dann noch einen Schluß mit einer guten Portion schwarzem Humor und man ist froh, dass Scotland Yard zu diesem zeitpunkt schon die Nase voll hat von dem kleinen Jungen und seinen Aussagen. Ein tolles Ende zum Schmunzeln und ein super Klassiker von Carol Reed.


Der unbekannte Geliebte
Der unbekannte Geliebte
DVD ~ Katharine Hepburn

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Brüder..., 13. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Der unbekannte Geliebte (DVD)
Vincente Minellys erfolgreichste Filme waren "Ein Amerikaner in Paris", "Gigi", "Stadt der Illusionen" oder "Vater der Braut". Sein vielleicht bester Film dürfte das 1958 realisierte Verliererepos "Verdammt sind sie alle" sein. Im Krimigenre war er nur selten tätig. Obwohl sein 1946 gedrehter Film "Der unbekannte Geliebte" (Original: Undercurrent), ein Mischung aus Film Noir, Psychothriller und Melodram äusserst erfolgreich im Kino lief. Der Film ist aber weitestgehend in Vergessenheit geraten - trotz seiner attraktiven Stars Katherine Hepburn, Robert Taylor und Robert Mitchum am Anfang seiner Karriere. Kritiker warfen dem Kassenerfolg vor, dass er in jeder Rolle eigentlich fehlbesetzt wäre. Ich komme da zu einem anderen Urteil, denn über weite Teile ist der Film sehr spannend und bietet mit dieser fatalen Dreierkonstellation eine sehr interessante Geschichte.
Der Chemiprofessor Dink Hamilton (Edmund Gwenn) hat eine Erfindung gemacht, an der der schwerreiche Industrielle Alan Garroway (Robert Taylor) starkes Interesse hat. Der Fabrikant will die Erfindung kaufen und reist zu diesem Zweck zu Hamilton. Der lebt gemeinsam mit seiner erwachsenen Tochter Ann (Katherine Hepburn) auf dem Land. Die Haushälterin (Marjorie Main) hatte schon Befürchtungen, dass Ann einmal als alte Jungfer endet, denn sie liess bis jetzt jeden Verehrer eiskalt abblitzen. Doch bei dem weltgewandten und attraktiven Gentleman Garroway springt der Funke der Liebe über und da die Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhen, wird schnell geheiratet. Damit verbunden ist ein Umzug nach Washington. Ann lernt die Bekannten ihres neuen Gatten kennen und hat Mühe sich mit ihrer einfachen Art den Gepflogenheiten der High Society anzupassen. Flitterwochen sind perfekt und auch die erste Zeit ist extrem harmonisch. Sie erfährt aber, dass Alan noch einen Bruder namens Michael (Robert Mitchum) hat, der seit einiger Zeit verschwunden ist. Die beiden Brüder haben sich vor einigen Jahren so extrem zerstritten, dass jeder Kontakt abbrach. Alan behauptet, dass Michael durch diverse Unterschlagungen die Firma beinahe in den Ruin gestürzt hätte. Da Ann bald bemerkt, dass sie mehr Licht ins Dunkel dieser Geschichte bringen muss, stellt sie einige Nachforschungen an. Von ihrem Mann erfährt sie nichts, er vermeidet dieses Thema in besten Falle. Manchmal scheint er eine riesige Aggression aufzubauen, wenn er nur den Namen seines Bruders hört. Anns Misstrauen wächst. Als Alan Garroway Anns Nachforschungen bemerkt, zeigt er sich gegenüber Ann von einer anderen Seite…
Dabei bezieht der Film einen Großteil seiner Stärke aus der Bruderkonstellation, bei dem der Zuschauer auch erstmal im Dunkel tappt und nur langsam nimmt die Figur von Alan und auch von Michael Gestalt an. Minelly hat die Figuren der Brüder aber so angelegt, dass sie ambivalent bis zum Schluß bleiben und erst der dramatische Showdown bei einem Ausritt zeigt das ganze Ausmaß der bösen Anteile von der Persönlichkeit Alans zum Tragen. Dabei bleibt er dennoch bis zum Schluß ein Liebender, was zunehmend tragisch gedeutet werden kann. Möglicherweise wäre eine etwas sensiblere Darstellerin besser gewesen in der Rolle der Ann - aber ich finde die burschikose Katherine Hepburn macht ihre Sache in ihrem einzigen Film Noir gut. Robert Taylor ist aber großartig als Ehemann mit zwei Gesichtern. Wer "Rebecca" oder "Das Haus der Lady Alquist" gut findet, der kann sich hier auf einen eher unbekannten verwandten Film freuen.


Gehetzt[NON-US FORMAT, PAL]
Gehetzt[NON-US FORMAT, PAL]
DVD ~ Fonda
Preis: EUR 11,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine neue Chance..., 13. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Gehetzt[NON-US FORMAT, PAL] (DVD)
"Gehetzt" aus dem Jahr 1937 war nach "Blinde Wut" der zweite Film von Fritz Lang nach seiner Emmigration nach Amerika. In beiden Filmen spielte Sylvia Sidney die weibliche Hauptrolle. In "Gehetzt" (Originaltitel: You only live once) spielt sie die Sekretärin Joan Graham (Sylvia Sidney), die für den Verteidiger bei Strafprozessen Stephen Whitney (Barton MacLane) arbeitet. Ihr Chef ist ein bisschen verliebt in sie, aber ihr Herz schlägt für Eddie Taylor (Henry Fonda). Gegen Whitneys Rat und gegen den ihrer Schwester Bonnie (Jean Dixon) gibt sie den Kleinkriminellen, der wieder mal ein paar Monate im Gefängnis sitzt, nicht auf. Whitney gelingt es jedoch, Taylor auf Bewährung frei zu kriegen. Natürlich heiratet er Joan und nimmt mit viel bürgerlichen Ambitionen einen Job als Lastwagenfahrer an, den er aber durch eigenes Ungeschick sehr schnell wieder verliert. Zu gleichen Zeit findet ein schwerer Bankraub mit 7 Todesopfern statt, der im Laufe der Geschichte Eddie Taylor zur Last gelegt wird. Der Verdächtige flieht zuerst - was ihn noch verdächtiger macht , aber Joan bringt es fertig ihn überzeugen, sich der Polizei zu stellen. Aufgrund von Indizienbeweisen und der Voreingenommenheit der Jury wird Taylor dennoch zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Kurz vor seiner Hinrichtung werden die wahren Täter ermittelt, woraufhin Taylor in letzter Sekunde begnadigt wird. Doch vor der Mitteilung nimmt das Schicksal bereits seinen katastrophalen Verlauf. Eddie versucht mit Hilfe einer eingeschmuggelten Waffe aus der Haftanstalt auszubrechen. Dabei tötet er versehentlich den Gefängnispfarrer (William Gargan), der ihm die gute Nachricht der Begnadigung mitteilen wollte, aber dem er angesichts der Situation keinen Glauben schenkt. Er flieht und sucht seine hochschwangere Frau auf....
Fritz Lang setzte sich damit erneut mit dem Rechtssystem und den Lebensumständen in seiner Wahlheimat USA auseinander, wohin er nach Machtübernahme der Nationalsozialisten via Frankreich ausgewandert war. Nach der Flucht wandelt sich der Film in eine frühe Version des Bonnie-and-Clyde-Themas mit zwei Liebenden auf der Flucht - ähnliche Bilder wählte auch Raoul Walsh vier Jahre später in seinem brillianten "Entscheidung in der Sierra". Bei Fritz Lang bleibt jedoch das Sozialdrama bis zum Schluß gegenwärtig. Für die Bilderwelt seiner tragischen Geschichte um einen Verlierer, der von Flucht zu Flucht schliddert, greift Lang gekonnt auf die Mittel des Expressionismus’ zurück, bringt ein schattenreiches Schwarzweiß sowie markante Close-ups und bemerkenswerte Kameraeinstellungen. Ein gut gemachter Vorläufer des Film Noir Genre, das ab 1940 seinen Siegeszug antrat. Hatte der Meisterregisseur in seinem ersten US-Film "Fury" gezeigt, wie brave Bürger einen Unschuldigen lynchen wollen, so zeigt er in "Gehetzt" wie die Gesellschaft einem Gestrauchelten immer wieder die Resozialisierung verweigert.


Das Narrenschiff
Das Narrenschiff
DVD ~ Vivien Leigh
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Menschen auf dem Schiff..., 13. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Narrenschiff (DVD)
Der leider bereits im Alter von 38 Jahren verstorbene kleinwüchsige Darsteller Michael Dunn spielt in Stanley Kramers "Das Narrenschiff" den Passagier Karl Glocken, der die Geschichte als Erzähler zum Laufen bringt. Der Roman von Katherine Anne Porter war prädestiniert dafür in Hollywood als Ensemblefilm mit Starbesetzung ins Oscar-Rennen zu gehen. Der Film folgt daher der beliebten Erzählstruktur von früheren Filmen wie "Menschen im Hotel" oder "Getrennt von Tisch und Bett" - Regisseur Stanley Kramer hatte auch schon Vorerfahrung mit solchen Filmen, sein eigener Film "Das Urteil von Nürnberg" gilt sogar als einer der besten Filme dieser Art, in dem die Schicksale verschiedenster Charaktere auf einem begrenzten Raum erzählt werden. In dem vier Jahre später anlaufenden "Narrenschiff" verfolgt der Zuschauer diese Menschen auf einem Passagierschiff, das 1933 von Mexiko über Spanien nach Deutschland fährt.
8 Oscarnominierungen waren der Lohn, zwei Siege waren zu verzeichnen: Bestes Szenebild Schwarz Weiß und beste Kamera. Nominiert war ausserdem Oscar Werner als bester Darsteller, Michael Dunn als bester Nebendarsteller, Simone Signoret als beste Darstellerin, ausserdem gabs Nominierungen in den Kategorien Bestes Kostümdesign, Bester Film und bestes adaptiertes Drehbuch. "Das Narrenschiff" war eine weitere erfolgreiche Arbeit des Gespanns Stanley Kramer und Abby Mann, der schon für "Das Urteil von Nürnberg" das Drehbuch schrieb. Ausserdem ist es meines Wissens der einzige Ausflug des großen deutschen Volksschauspielers Heinz Rühmann in einer US-Produktion.
Er spielt den jüdischen Kaufmann Julius Löwenthal, der bereits gewisse Schikanen an Bord in Kauf nehmen muss. Er muss am Einzeltisch essen und hat keinen Platz am begehrten Kapitänstisch. Den in der Heimat aufkeimenden Nationalsozialismus unterschätzt er, er nimmt ihn nicht so ganz ernst - auch nicht den Nazi Siegfried Rieber (Jose Ferrer), der nicht nur der blonden Lizzi (Christiane Schmidtmer) schöne Augen macht, sondern ganz unverhohlen übles Gedankengut zur Rassenfrage zum Besten gibt. Kapitän Thiele (Charles Corvin) macht dabei gute Miene zum bösen Spiel, aber auch er kann sich kaum vorstellen, dass diese kruden Ansichten bald politisch relevant sein könnten. Er macht sich aber Sorgen um den herzkranken Schiffsarzt Dr. Wilhelm Schumann (Oscar Werner), der auf dem Schiff eine tablettenabhängige Comtessa (Simone Signoret) kennenlernt. Ausserdem befindet sich unter den Reisenden eine alternde amerikanische Lady (Vivien Leigh), die ihre Einsamkeit wahrnimmt und auf der Suche nach Zärtlichkeit auf Männerfang geht. Allerdings ist ihr die rohe und brutale Art des Mitreisenden Bill Tenny (Lee Marvin) nicht besonders angenehm, sie sucht doch was romantischeres. Tenny selbst läuft einer Flamencotänzerin hinterher. Ein schweizer Ehepaar (Stanley Adams, Lilia Skala) haben ihren Hund, den reizenden Boxer Bebe (Bebe) dabei, der sogar im Laufe der Handlung von bösen Kindern von Bord geworfen wird, aber von einem Tierfreund gerettet wird. Dieser verliert aber bei der Rettungsaktion sein Leben. Tragisch, wie auch andere Begebenheiten und gestritten wird auch heftig (George Segal, Elisabeth Ashley). Am Ende kommt das Schiff an seinem Bestimmungsort Bremerhaven an, der Erzähler wagt ein sarkastisches Resümee...
"Das Narrenschiff" ist sicherlich eines der Meisterwerke von Stanley Kramer (Flucht in Ketten, Rat mal wer zum Essen kommt, ..und nicht als ein Fremder). Der Filmemacher hat in seinem besten Arbeiten (Das Urteil von Nürnberg, Wer den Wind sät, Das letzte Ufer) immer wieder kontroverse Themen mit aufgenommen und hatte vor allem durch eine publikumswirksame Machart damit an der Kasse großen Erfolg. Die besten Parts im Film haben sicherlich Signoret und Werner (Romanze) und Leigh und Marvin (handgreiflicher Schlagabtausch).


Abenteuer in Panama - Across the Pacific
Abenteuer in Panama - Across the Pacific
DVD ~ Humphrey Bogart
Wird angeboten von Dreamlands
Preis: EUR 10,79

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Vorabend von Pearl Harbor..., 13. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Pirma, nun ist "Abenteuer in Panama" doch noch als deutschsprachige DVD erschienen. Aber Vorsicht: Das Menü ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn die verschiedenen Optionen erscheinen, dann fängt der Film schon automatisch an zu laufen und beim Drücken auf "Filmstart" war ich auch schon bei Minute 12 angelangt. Aber keine Angst: Mit ein bisschen Naviation auf der Fernbedienung kann man den Film mit gutem Film genießen. Es gibt allerdings keine englischen und deutschen Untertitel. Letzteres ist deshalb auch erwähnenswert, weil im Film selbst zwei kleine Szenen in englischer Originalsprache laufen, die man aber nicht untertiteln kann. Aber es handelt sich dabei lediglich insgesamt um ca. 1 Minuten Filmmaterial. Auf den Film selbst hab ich schon lange gewartet - wenn ich eine Top 20 erstellt hätte mit den meistvermissten Klassiker, die noch nicht auf DVD erschienen sind, dann wäre dieser Film von John Huston aus dem Jahr 1942 dabei gewesen. Da Huston in den Krieg musste, beendete sein Regiekollege Vincent Sherman (Im Solde des Satans, Das Leben der Mrs. Skeffington) den Spionagethriller mit seinem großartigen Hauptdarsteller Humphrey Bogart. Natürlich ist der Film lange nicht so gut wie Hustons große Meisterwerke der 40er "Die Spur des Falken", "Key Largo" oder "Der Schatz der Sierra Madre". Aber dennoch ist "Abenteuer in Panama" vor allem durch den Schlagabtausch zwischen Bogart und Mary Astor sehr unterhaltsam, sehr amüsant und bleibt auch trotz gewisser Absurditäten in der Story bis zum Ende spannend. Bogart und Astor veredeln den Krimi mit einer ganzen Menge grossartigen Screwball-Szenen, die auch heute noch zum Schmunzeln einladen. Captain Rick Leland (Humphrey Bogart) von der Küstenartillerie, eigentlich ein angesehener tapferer Soldat, scheint völlig aus der Bahn geworfen zu sein, als er sich kurz vor Kriegsausbruch zwischen den USA und Japan auf einem japanischen Frachter einschifft. Er wurde kurz zuvor wegen Diebstahls unehrenhaft aus der Armee geworfen. Er findet in der Folge dieses Vergehens auch bei der kanadischen Armee, die sonst gerne freiwillige Soldaten aufnimmt, Um gegen die Japaner kämpfen zu können, will er sich den Chinesen unter Chiang Kai-Shek anschließen. Der Weg des Frachters Genoa Maru führt in Richtung Panamakanal und soll die Passagiere nach China bringen. Am Bord befindet sich auch die hübsche Kanadierin Alberta Marlow (Mary Astor), die ihm auf Anhieb gut gefällt. Imponierend ist auch der Soziologe Dr. Lorenz (Sydney Greenstreet), der ein ausgeprägtes Faible für Japan und die Japaner zu haben scheint. Nach einem Zwischenstopp in New York kann Leland Lorenz das Leben retten, der beinahe einem Attentat zum Opfer gefallen wäre. Neu an Bord ist der japanisch-stämmige Amerikaner Joe Totsuiko (Victor sen Yung), der ebenfalls reichlich undurchsichtig ist. Bald wird imemr klarer, dass am Vorabend des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor Sabotage angesagt ist. Es gibt einen perfiden Plan, dem Schleusen des lebenswichtigen Panamakanals zu bombadieren...Fans von Humphrey Bogart wird sicherlich sehr schnell klar sein, dass der Held nur zum Schein unehrenhaft aus der US-Armee entlassen wurde. Natürlich ist es eine Geheime Mission, die er hier absolvieren muss - denn er kennt sich mit der Küstenverteidigung sehr gut aus. Sydney Greenstreet hat wieder eine markante Rolle, wie bereits in "Spur des Falken" - so sind die drei Hauptdarsteller die gleichen wie im Megaklassiker "Die Spur des Falken". Lediglich Peter Lorre fehlt, dafür gibts aber Kam Tong als netten Diener auf dem Schiff und Viktor Sen Yung als undurchsichtigen Fahrgast. "Abenteuer in Panama“ gehört zur ersten Welle der Propagandafilme, die einer geschockten Nation den Rücken stärken und den Feind klar vor Augen führen sollten.


Ein Alibi zerbricht (Filmjuwelen)
Ein Alibi zerbricht (Filmjuwelen)
DVD ~ Ruth Leuwerik
Preis: EUR 13,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fremder Mann..., 13. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Ein Alibi zerbricht (Filmjuwelen) (DVD)
Das waren noch Zeiten, damals 1963 - mehr als 14.000 Verkehrstote zählte man auf Deutschlands Straßen . Kein Wunder: Es war damals noch erlaubt vor oder während der Fahrt einige Einheiten Bier, Wein oder Schnaps zu sich zu nehmen. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs war ein Autolenker erst fahruntauglich, wenn er 1,5 Promille Blutalkohol hatte. Aber in Alfred Vohrers stilvollem Krimi "Ein Alibi zerbricht" hat Trucker Martin Siebeck (Michael Janisch) das Pech, dass er nachts auf der Autobahn im Nebel einen Mann überrollt und tötet. Er behauptet, dass zwei Männer den Toten auf die Fahrbahn warfen, aber keiner will ihm diese Geschichte abkaufen. Sein Begleiter kann sich nicht dazu äussern, weil er sich kurz vorher schlafen legte. Siebeck wandert erst mal in den Knast und die Existenz seiner Familie steht nun auf der Kippe - als Pflichtverteidigerin muss die engagierte Dr. Maria Rohn (Ruth Leuwerik) mit dem Fall beauftraft. Nach dem Gespräch mit dem Mandanten hat sie aber das Gefühl, dass Siebeck die Wahrheit sagt. An der Stelle, wo sich der Unfall ereignete, ist auch eine Autobahnbrücke - es könnte also durchaus sein, dass da diese ominösen zwei Männer mit einer Leiche nur darauf warteten, bis ein Auto dort vorbeifuhr und die Täter alles so aussehen lassen konnten, als wäre ein Unfall passiert. Da der Tote extrem entstellt ist und niemand vermisst wird, stellt die Identität der Leiche ein weiteres Problem dar. Marias dominanter Gatte Günther (Peter van Eyck) wird auch immer mehr verärgert wegen dem extremen Ehrgeiz seiner Ehefrau, die noch dazu auch über ein bisschen kriminalistisches Gespür verfügt. Schon bald gelingt es ihr die Mordvariante zu beweisen, ihr Mandant kommt frei. Nur kann Maria nicht mehr vom Fall lassen und sie ermittelt auf eigene Faust. Sehr zum Leidwesen ihres Ehemanns und auch dessen Geschäftspartner Dr. Hartleben (Charles Regnier) und Leopold Wasneck (Sieghard Rupp) sowie Frau Wasneck (Hannelore Elsner) können nicht verstehen, dass Maria weiter nach dem Mörder sucht, was ja eigentlich die Aufgabe von Kriminalkommissar Seifert (Fritz Schmiedel) wäre...
"Ein Alibi zerbricht" ist ein Film von Alfred Vohrer, der von Quentin Tarantino, einem seiner Bewunderer, als Deutschlands Hitchcock gesehen wurde. Seine erfolgreichsten Arbeiten hatte der 1914 in Stuttgart geborene und 1986 in München verstorbene Regisseur mit seinen Edgar Wallace Filmen. Sein 1961 entstandener"Die toten Augen von London" gilt sowieso als die beste Edgar Wallace Verfilmung überhaupt. Aber auch "Der Hexer", "Gasthaus an der Themse" oder "Das indische Tuch" sind Highlights der Serie. Später war dann noch mit einigen Simmel-Verfilmungen erfolgreich. Einer davon - "Alle Menschen werden Brüder" erhielt sogar 1973 das begehrte Filmband in Gold. Mit "Ein Alibi zerbricht" gelang ihm ein straff inszenierter kleiner Suspence Krimi, der seinen Reiz vor allem in der Konstellation zwischen der Anwältin und ihrem Ehemann ausübt. Der Mann wird zunehmend suspekt und die Heldin selbst könnte dabei immer mehr in Gefahr geraten. So erinnert das Szenario ein bisschen an die "Mitternachtsspitzen", wo Doris Day möglicherweise ihrem Ehemann Rex Harrisson viel zu sehr vertraut. Der Film wurde in schwarz-weiß gedreht und punktet auch mit seiner guten Atmosphäre. Die beste Rolle hat vielleicht Peter van Eyck erwischt, der den dominanten und nicht sehr sympathischen Ehemann von Maria spielen durfte. Ruth Leuwerik dagegen hat den dramatischen Part und einen zusätzlichen Reiz vermittelt die Frage, was höher wiegt: Ewige Liebe und Treue, die man geschworen hat oder aber Recht und Gerechtigkeit.
Alfred Vohrer inszenierte nach Herbert Reineckers Stoff ein düsteres Kammerspiel, das zunehmend enger, unangenehmer und dunkler wird. Geht die Frau am Anfang enthusiastisch und voller Tatendrang ihrer Arbeit nach, fürchtet sie sehr bald das Ergebnis ihrer Ermittlungen umso mehr, je näher sie ihrem Ziel kommt. Dennoch kann sie nicht anders, sie ist an einem Punkt angelangt, wo sie die Wahrheit finden will. Und dies ist der Weg zu einem bitteren Ende.


Das alte, finstere Haus
Das alte, finstere Haus
DVD ~ Boris Karloff
Preis: EUR 10,25

5.0 von 5 Sternen Das Haus des Grauens...., 13. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das alte, finstere Haus (DVD)
James Whale gilt als Vater des klassischen Horrorfilms. Er drehte für die Universal in den frühen 30er Jahren die Meisterwerke "Frankenstein", "Frankensteins Braut" und "Der Unsichtbare".
Nach dem großen Erfolg von "Frankenstein" beharrte das Filmstudio darauf, Whale mit weiteren Stoffen für Horrorfilme zu betrauen. So inszenierte Whale 1932 den Horrorfilm "Das Haus des Grauens" nach einem Roman von John Boynton Priestley. Hier spielt erneut Boris Karloff einer der tragenden Rollen - diesmal als bestialischer Diener, der eine Gruppe von Reisenden in einem walisischen Landhaus in Angst und Schrecken versetzt. Das Publikum, dass daher einen herkömmlichen Horrorfilm mit dem Star erwartete, wure aber mit einem Beitrag überrascht, der sich nirgends so recht einordnen liess.
Alles fängt in einer dunklen und regnerischen Nacht an. Margaret (Gloria Stuart) und Philip Waverton (Raymond Massey) sind mit ihrem Freund Roger Penderel (Melvyn Douglas) mit dem Auto unterwegs - auf dem Weg nach Shrewsbury. In den Bergen von Wales werden sie aber von einem Sturm und einem schnell einsetzenden sintflutartigem Regen überrascht. Als die Straße weggespült wird, suchen sie Zuflucht in ein altes einsames Haus. Das Anwesen wird von der Familie Femm bewohnt. Während Horace Femm (Ernest Thesiger) die Gäste höflich begrüsst, wirkt seine Schwester Rebecca (Eva Moore) nicht nur fanatisch-religiös, sondern abweisend. Am liebsten würde sie die Eindringlinge hinauswerfen, doch der Sturm lässt dies nicht zu. Sie warnt aber die drei Besucher vor dem aggressiven Butler Morgan (Boris Karloff), der stumm ist und mit Alkohol recht gefährlich werden soll. Sie erfahren auch von einem 102 jährigen Vater (Elspeth Dudgeon), der im ersten Stock im Bett liegen soll und einem weiteren Familienmitglied namens Saul (Brember Wills), der aufgrund seiner Unberechenbarkeit eingeschlossen ist und ein wahres geisteskrankes Monster sein soll.
Im Verlauf des Abends kommen zwei weitere Zufluchtsuchende hinzu, der primitive Millionär Sir William Porterhouse (Charles Laughton) und die Bühnentänzerin Gladys DuCane (Lilian Bond). Bis zur Morgendämmerung müssen sie sich nun wohl oder übel mit ihren seltsamen Gastgebern auseinandersetzen, dies führt im Laufe der Nacht zu einigen Gesprächen, vielen Irritationen, einer beginnenden Beziehungskiste und vielen gruseligen Momenten...
dabei ist der Film vollgepackt mit den üblichen Gruselrequisiten, die James Whale wirkungsvoll im Lauf der Handlung zur Geltung bringt. Präsentiert werden daher dunkle Korridore, huschende Schatten, vom Wind aufgestoßene Fenster oder dunkle Geheimnisse hinter verschlossenen Türen. Es ist ein Film über abnormale und geisteskranke Verhaltensweisen, die sich bei der Familie Femm im "Haus des Grauens" häufen. Es ist vielleicht sogar der erste Film über eine vollkommen dysfunktionalen Horrorfamlie - ab den 70er Jahren traten sie im Kinofilm ja vermehrt auf und erfreuen sich noch heute im Horrorgenre einer großen Beliebtheit.


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