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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Eine auswärtige Affäre
Eine auswärtige Affäre
DVD ~ Jean Arthur
Preis: EUR 8,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In den Ruinen von Berlin...., 16. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Eine auswärtige Affäre (DVD)
In der 40er Jahren war Billy Wilder noch nicht der unangefochtene Meister der Filmkomödie. Seine Erfolge hatte er vor allem in Dramen wie "Das verlorene Wochenende" sowie "Reporter des Satans" und düsteren Filmen der schwarzen Serie wie "Boulevard der Dämmerung" oder "Frau ohne Gewissen". Erst mit dem 1954 entstanden leichten Liebesfilm "Sabrina" läutete er seine große Zeit im Genre der Komödie ein und es gelangen ihm Welterfolge wie "Das verflixte 7. Jahr", "Manche mögens heiß", "Das Appartment", "Eins, zwei, drei", "Das Mädchen Irma La Douce" oder "Küß mich, Dummkopf". Einem Genre, dem er auch in seinen Alterswerken treu geblieben ist.

Es lohnt sich aber auch ein Blick auf seine frühen humorvollen Filme: 1941 entstand "Das Mädchen und der Major" und "Eine auswärtige Affäre" mit Superstar Marlene Dietrich drehte er 1948 im zerbombten und geteilten Berlin. Dieser Film ist sozusagen ein naher Verwandter seines 1961 enstandenen Meisterwerks "Eins, zwei, drei" mit James Cagney - auch hier macht sich Wilder über fast alles lustig. Allerdings ist dieser 40er Jahre Klassiker nicht ganz so zynisch und fies wie sein zweiter Berlin Film. In "Eine auswärtige Affäre" fehlt auch die menschliche Wärme nicht und trotz der humorvollen Struktur sind auch die düsteren Inhalte und Verweise sehr schnell zu erkennen. Es ist die Zeit nach dem Krieg. Die Menschen in Berlin sind arm, sie hungern und der Schwarzmarkt blüht.

Zu dieser Zeit wird eine US-Delegation, der auch die republikanische Kongressabgeordnete Phoebe Frost (Jean Arthur) angehört, ins kriegszerstörte Berlin geflogen, um dort die Moral der stationierten amerikanischen Truppen zu überprüfen. Denn in der Heimat ist man sehr besorgt, dass die Boys die Entnazifizierung vor allem und am liebsten bei blonden Fräuleins durchführen. Bei der Ankunft am Flughafen lernt die zugeknöpfte Miss Frost den smarten Captain John Pringle (John Lund), dem sie ein Präsent (einen Kuchen von einer Bekannten) aus Iowa mitbringt. Colonel Rufus J. Plummer (Millard Mitchell) organisiert auch gleich eine Rundfahrt durch das noch weitgehen zerstörte belrin. Bewusst vermeidet er dabei die kritischen Punkte wie Nachtlokale oder Schwarzmärkten. Der sittenstrengen und aufmerksamen Frau entgeht aber dennoch nichts und auf der Fahrt macht sie einige erschreckende Beobachtungen, die auf moralische Entgleisungen schließen lassen könnten. Alles schreibt sie in ihr Notizbuch. Als sie auf zwei zudringliche Soldaten trifft, gibt sie sich als "Fräulein" aus und lässt sich von den beiden Unholden in den Nachtclub "Lorelei" führen. Dort feiert die Sängerin Erika von Schlütow (Marlene Dietrich) große Erfolge mit ihren Liedern "The Ruins of Berlin", "Black Market" und "Illusions". Die beiden Soldaten erzählen, dass die attraktive Künstlerin mit vielen Nazigrößen per Du war, aber nicht ermittelt wird, weil wohl ein einflussreicher Soldat der US-Armee seine schützende Halt über sie hält. Das Drehbuch von Charles Brackett und Richard L. Breen sieht natürlich vor, dass der Liebhaber der deutschen Femme Fatale kein Geringerer als John Pringle ist. Und dieser merkt sehr schnell, dass Phoebe Frost ihm auf die Schliche kommen könnte. Grund genug die zugeknöpfte Moralistin anzuflirten. Mit Erfolg. Phoebe taut auf, verliebt sich den Soldaten und auch Pringle entwickelt eine Zuneigung...

Diese Konstellation führt zu einigen Verwicklungen, die sehr leicht und locker von Billy Wilder präsentiert werden. Mit dem Auftauchen des Naziverbrechers Hans Otto Birgel (Peter von Zerneck) wird es am Ende nochmal richtig gefährlich. Überhaupt hat Billy Wilder sehr viele wichtige Themen aus dem Nachkriegsdeutschland, als alles noch in Trümmern lag, sehr treffend beschrieben. Dadurch funktioniert der Film nicht nur als tolle Komödie, in der es viel zu schmunzeln gibt, sondern auch als atmosphärisches Zeitdokument. Nicht zu vergessen die schöne Liebesgeschichte, die zu vielen Mißverständnissen führt, aber am Schluß sich ein Happyend andeutet. Marlene Dietrich ist klasse inszeniert und bringt ein großartiges Cabaret-Flair mit den Liedern von Friedrich Hollaender. Sie passt perfekt in diese Dreiecksgeschichte. Der Film wurde leider nie deutsch synchronisiert, obwohl "Eine auswärtige Affäre" sicherlich zu den ganz großen Wilder Movies gezählt werden muss. Tragische Situationen, mit gutem Zynismus und vor allem grandioser Balance zwischen Moral und Unmoral.


Bravados
Bravados
DVD ~ Gregory Peck

4.0 von 5 Sternen Die Mörder müssen hängen..., 16. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bravados (DVD)
Gregory Peck muss einer der bevorzugten Schauspielern des Hollywood-Regisseurs Henry King (1886-1982) gewesen sein. Mit ihm drehte der Filmemacher Klassiker wie "Schnee am Kilimandscharo", "Die Krone des Lebens" oder "Der Kommandeur". Auch zwei Western entstanden in dieser Zusammenarbeit und sowohl "Scharfschütze Jimmy Ringo" als auch der 1958 gedrehte "Bravados" kann man zur Kategorie der klassischen Edelwestern zählen.

King drehte bereits in den Anfängen der Stummfilmzeit und schuf in jeder Dekade bekannte Klassiker wie "Jesse James, Mann ohne Gesetz" (30er), "Das Lied von Bernadette" (40er) oder "Alle Herrlichkeit auf Erden" (50er Jahre). Für "Das Lied von Bernadette" erhielt er eine seiner beiden Oscarnominierungen und "Alle Herrlichkeit auf Erden" war vielleicht sein kassenträchtigster Erfolg. Der Film belegte Platz 1 in den Kinojahrescharts des Jahres 1955.

In "Bravados" geht es um ein sehr beliebtes und immer wiederkehrendes Thema des Westerns: Die Rache. Und von diesem Motiv wird auch der Rancher Jim Douglas (Gregory Peck) getrieben, der bereits im Vorspann durch die Nacht reitet und man erkennt sofort, dass er eine Mission zu erfüllen hat. Und diese Mission ist sehr persönlich. Sie führt ihn in die Kleinstadt Rio Arriba, wo vier Banditen am anderen Morgen gehängt werden sollen. Daher sieht man es auch nicht gerne, wenn gerade zu diesem Zeitpunkt Fremde in die Stadt reiten, denn man fürchtet, dass Komplizen das Quartett befreien könnten. Sheriff Eloy Sanchez (Herbert Rudley) und Deputy Primo (Ben Scott) sind daher sehr vorsichtig beim Bewachen der Gefangenen Alfonso Parral (Lee van Cleef), Zachary Bill (Stephen Boyd), Ed Taylor (Albert Salmi) und Lujan (Henry Silva), die nun im Gefängnis auf ihre Hinrichtung am anderen Morgen um 6 Uhr warten. In der Stadt trifft Douglas auf Josefa Velarde (Joan Collins), die vor vielen Jahren seine Jugendliebe war. Und Josefa vertraut Douglas an, dass er diese vier Halunken deshalb verfolgt hat, weil sie seine Ranch niederbrannten und seine geliebte Frau vergewaltigt und getötet hatten. Zurück blieb seine kleine Tochter (Maria Garcia Fletcher), die während der Abwesenheit des Vaters von Nachbarn aufgenommen wurde. In einer Nebenhandlung tauchen auch andere Städter auf. Gus Steinmetz (George Voscovez). seine Tochter Emma (Kathleen Gallant) und ihr Verlobter (Barry Coe). Und auch der Henker (Joe DeRita) trifft ein. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen und die Mörder können ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Doch während des Gottesdienstes geschieht unglaubliches...

Und dies ist dann der Auftakt für ein gnadenlose Jagd ohne Erbarmen und damit wird auch Gregory Peck zum erbitterten Racheengel, den nicht mal das Flehen der Mörder umstimmen kann diese in Selbstjustiz zu töten. Obwohl die Banditen - jeder für sich - schwören sie hätten mit dem Tod seiner Frau nichts zu tun. Am Ende steht eine neue Erkenntnis. Die Aussenaufnahmen entstanden in Mexico und begeistern durch die perfekte Ausnutzung des Cinemacope-Formats. Kein Wunder, denn Art Director war Lyle R. Wheeler, ein fünfach Oscarnominierter seiner Zunft. Auch Ausstatter Walter M. Scott brachte es auf 6 Oscarnominierungen und die Kostüme von Charles LeMaire waren dreimal AcademyAward-verdächtig. Natürlich machte auch Kameramann Leon Shamroy ( Der König und ich, South Pacific, Porgy and Bess) wieder einen exzellenten Job. Er arbeitete oft mit Henry King zusammen und bekam in seiner aktiven Laufbahn sogar viermal den Oscar (Der Seeräuber, Wilson - beide von King, Todsünde und Cleopatra).


Der Wolfsmensch [Special Edition] [2 DVDs]
Der Wolfsmensch [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Claude Rains
Preis: EUR 8,49

4.0 von 5 Sternen Die Verwandlung in den bösen Wolf..., 16. April 2016
Es ist noch nicht lange her, da bekam der 1941 entstandene Werwolfklassiker eine Neuverfilmung mit Benicio del Toro und Anthony Hopkins. Dabei wurden vor allem die tollen Bilder, die Ausstattung und der Maskenbildner hochgelobt - der Film selbst bekam unterschiedliche Kritiken. Aber zurück zum Original. Der Film von George Waggner, der nach einem Drehbuch von Curt Siodmak verfilmt wrurde, war nicht der erste Horrorfilm, der effektvolle Tierverwandlungen zum Thema hatte, er war noch nicht mal der erste Horrorfilm des Kinos. Aber er war irgendwie wegweisend - zum einen zog er durch seinen immensen Erfolge viele Fortsetzungen nach sich. So begleitete der Zuschauer weiterhin das Schicksal des vom Werwolf gebissenen Larry Talbot, gespielt von Lon Chaney jr, der damit selbst zum Wolfsmensch wurde. Dabei spielt der Film mit archaischen Ängsten, die man aus der Kindheit kennt. Die Angst vor dem bösen Wolf, den man aus dem Märchen "Rotkäppchen" kennt - damals war man natürlich in Sachen Effekte noch nicht so weit wie heute. Das Monster, das wir in "Der Wolfsmensch" zu sehen bekommen wirkt daher aus heutiger Sicht fast ein bisschen unfreiwillig komisch - aber dennoch schafft es diese Kreatur an unser Mitgefühl zu appellieren.

Der Klassiker der Universal Studios spielt in einem zeitgenössischen Europa. Allerdings wirkt einiges wie wenn die Geschichte in den schweizer Bergen spielen könnte, dabei sind wir mitten im nebligen England. Erst in den Nachtszenen wird dies sichtbarer. Der wabernde Nebel erzeugt wohligen Grusel, dort in diesem Wäldchen, mit den verästelten Bäumen spielt sich die Verwandlung und der Untergang dieses Wolfmenschen ab. Aber vorerst beginnt die Geschichte mit dem Auszug aus dem Lexikon, dort wird der Begriff "Lykantrophie" erklärt. In der nächsten Szene fährt der Heimkehrer Larry Talbot (Lon Chaney jr. ) im Auto in seine Heimat zurück - auf das Anwesen seiner Familie. Dort, wo sein Vater Sir John Talbot (Claude Rains), ein Großgrundbesitzer lebt. Der ältere Sohn ist bei einem Jagdunfall tödlcih verunglückt - nun liegen alle Hoffnungen des Vaters auf dem Zweitgeborenen, der das Familienerbe antreten soll. Doch Talbot sieht sich als Fremder - immerhin lernt er gleich am Tag der Ankunft die hübsche Gwen Conliffe (Evelyn Ankers), die im Antiquitätenladen ihres Vaters (J. M. Kerrigan) arbeitet. Dort flirtet er mit der jungen Frau und kauft sich einen Spazierstock mit einem Silbernen Knauf - ein Wolf ist darauf abgebildet. Er verabredet sich mit der Frau, die dies zwar ablehnt, aber dann doch am vereinbarten Treffpunkt am Abend auf ihn wartet. Sie hat aber ihre Freundin Jenny (Fay Helms) mit dabei. Im Wald treffen sie auf Zigeuner, sie wollen sich von der alten Maleva (Maria Ouspenskaia) wahrsagen lassen und dort begegnen sie auch Bela (Bela Lugosi), einem weiterem Zigeuner, der dort mit seiner Kutsche lagert. Keiner ahnt, dass Werwölfe auch ohne Vollmond aktiv sein können. Auslöser der kommenden Verwandlung ist das Erblühen der Wolfsblume...

Tatsächlich ist der Vollmond nicht ein einziges Mal zu sehen. Aber dennoch legte der Klassiker den Grundstein für viele beliebte Werwolf-Mythen: Der Biss des Wolf infiziert das Opfer und macht ihn auch zur Kreatur. Das Pentagramm ist das Zeichen des Werfwolfs und diesen kann man nur mit 'Silber töten. Insgesamt muss man sagen, dass der Film nicht besonders gut gealtert ist. Es gibt eine zu lange und wenig interessante Exposition, bevor es richtig los geht und im Hauptteil gibt es noch einige Logiklöcher obendrauf. Auch Lon Chaney jr. ist für mich eine Fehlbesetzung für das Opfer, das macht- und schuldlos in diese ausweglose Situation gerät.
Zwischen 3 und 4 Sternen.


Bonjour Tristesse
Bonjour Tristesse
DVD ~ Deborah Kerr
Wird angeboten von ruckzuckversand
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geschah im Sommer...., 14. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bonjour Tristesse (DVD)
Paris, Mitte der 50er Jahre...Dolce Vita und ein pulsierendes Leben in der französischen Metropole. Die 17jährige Cecile (Jean Seberg) sieht hinreißend aus und hat jede Menge Verehrer. Sie lebt dort mit ihrem Vater Raymond (David Niven), ein vermögender Playboy und Lebemann, der zwar bereits in die Jahre gekommen ist, aber sich auch über seine vielen Affären und Eroberungen definiert. Diese schwarz-weiß Bilder bekommen zunehmend einen Hauch von Melancholie. Vater und Tochter scheinen ein unzertrennliches Gespann zu sein, beide ähnlich darin, dass Leben in vollen Zügen zu genießen. Immer etwas unstet und getrieben, sämtliche Aktionen laufen darauf hinaus keine Party auszulassen und den Moment absolut auszukosten. Sie bestärken sich gegenseitig darin, sagen wie glücklich sie doch sind - doch der triste Schatten, der die beiden begleitet ist sichtbar.

In einer Bar streiten sich zwei Verehrer von Cecile. Im Hintergrund singt Juliette Greco den Song "Bonjour Tristesse" und meint "The street I walk is sadness, My house has no adress - The letters that I write me begin "Bonjour Tristesse"...während sie auf der Tanzfläche in den Armen des Partners versinkt, denkt das junge Mädchen an die unbeschwerte Zeit des Urlaubs zurück. Ein Urlaub, der so schön und unbeschwert begann und dann in einer Katastrophe und schlußendlich in Depression endete.
Ab hier wird das Bild in Otto Premingers Meisterwerk "Bonjour Tristesse" nach dem gleichnamigen Romanwelterfolg von Francoise Sagan farbig. Eine weiße Villa ist zu sehen, die auf einer Anhöhe liegt. Darunter Klippen und ein Weg, der zum Strand führt. Gelber Sand, tiefblaues Meer und eine brennende Sonne, die die junge Elsa Mackenbourg (Mylene Demongeot) gerade zu spüren bekam. Sie hat einen massiven Sonnenbrand und ihre Haut schält sich. Elsa ist die neue Flamme von Raymond, der ständig seine Frauenbekanntschaften wechselt und sein leichtes und sorgloses Leben als Casanova und Partylöwe in vollen Zügen auslebt. Vom gleichen Schlag ist auch die Erzählerin Cecile, die ihren Vater sehr liebt und es ihm nachtut. Müßgigang 24 Stunden am Tag. Alle drei sind hier vor dieser traumhaften Kulisse und Cecile, der verwöhnte Backfisch mit wenig Sinn für Verantwortung, ist gerade durch die Prüfung gerasselt. Kein Problem, denn im Moment hat sie vor allem Augen für den attraktiven Jurastudenten Philippe (Geoffrey Horne), der aber nicht so viel von ihren frivolen Ansichten über das Leben hält. Doch auch er fühlt sich zu dem hübschen Mädchen hingezogen.

Obwohl mit Elsa liiert, hat der Vater bald eine Überraschung parat. Die beste Freundin der verstorbenen Mutter hat er eingeladen. Anne Larsen (Deborah Kerr) ist Ceciles Patentante und eine bekannte und erfolgreiche Modedesignern. Doch diese hat nicht damit gerechnet, dass Raymond seine derzeitige Geliebte in der Villa beherbergt. Als sie dies bei der Ankunft von Cecile erfährt, will sie wieder wütend und traurig abreisen. Doch sie entscheidet sich spontan um. Und Raymond scheint zunehmend Gefallen an Anne zu finden, die bodenständig und verlässlich ist und bürgerliche Werte vermittelt. Dies gefällt sowohl Vater als auch der Tochter und Anne scheint sich eine Beziehung mit Raymond vorstellen zu können. Aber für Affären ist Anne nicht zu haben. Dann geschieht das Unglaubliche: Der Frauenheld hat sich anscheinend in Anne verliebt und beide planen ihre Heirat. Mit dieser neuen Situation mischt sich Anne auch vermehrt in Ceciles Belange ein. Sie will, dass das Mädchen die Urlaubszeit auch fürs Lernen nützt, denn sie soll die Prüfung im Oktober nachholen. Damit macht sie Cecile zu ihrer erklärten Feindin. Heimlich schmiedet das Mädchen einen fiesen Plan die zukünftige Frau des Vaters wieder loszuwerden...

Und damit beginnt das Verhängnis, dass dann so stark in das Leben der Protagonisten greift, dass sie sich nicht mehr davon erholen können. Otto Preminger hat mit Filmen wie "Laura", "Anatomie eines Mordes", "Der Mann mit dem goldenen Arm" oder "Carmen Jones" große Filmklassiker geschaffen. Auch der etwas in Vergessenheit geratene Cinemascope Streifen "Bonjour Tristesse" darf zu seinen besten Meisterwerken gezählt werden. Er hat aus dem Roman von Francoise Sagan eine düstere Geschichte gemacht, die in der glühenden Sonne spielt. Vor allem die Vertreter der Nouvelle Vague wie Jacques Rivette, Francois Truffaut oder Jean-Luc Godard feierten diesen 1958 entstanden Film über das kalte Ambiente von Oberflächlichkeit, Luxus und Langeweile. Die Bilder sind edel, opulent und immer wieder großartig fotografiert (Kamera: Georges Perinal). Otto Premingers Angriff richtet sich gegen ein selbstverliebtes,sattes und vermögendes Bürgertum.Die Langeweile wird mit Liebesaffären bekämpft und dennoch sind Einsamkeit und Sinnlosigkeit allgegenwärtig.Die Folgen dieser Dekadenz sind denn auch vernichtend. Jean Seberg wurde mit diesem Film bekannt und war kurze Zeit später in Melvilles "Außer Atem" zu sehen, der sie endgültig zum Weltstar machte. David Niven passt optimal als Lebemann, der den Frust verdrängt und Deborah Kerr liefert als Anne eine oscarreife Vorstellung, die insgesamt 6 Mal für den Oscar als beste Schauspielerin nominiert wurde. Auch im Jahr 1959 - allerdings nicht für Premingers Film, sondern in "Der Seemann und die Nonne" von John Huston. Gewonnen hat sie ihn aber erst 1994 in der Form eines Ehrenoscars für ihr Lebenswerk.
Der Film wurde bei seinem Erscheinen als jugendgefährdet eingestuft und wurde von der FSK erst mit 18 Jahren freigegeben. Dies wurde bis heute nicht verändert.


Im Herzen der See
Im Herzen der See
DVD ~ Chris Hemsworth
Preis: EUR 9,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jäger und Gejagte..., 14. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Herzen der See (DVD)
Wer kennt ihn nicht ? Den berühmten Roman "Moby Dick" von Herman Melville, den Herman Melville im Jahr 1851 veröffentlichte und die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes Pequod beschreibt, dessen Kapitän Ahab einen unstillbaren Hass auf einen weißen Pottwal hat, der Moby Dick genannt wird. Dieser riesige Meeresbewohner hat Ahab vor Jahren ein Bein abgerissen, seitdem kennt er nur ein Ziel: Den Wal zu töten. In seinem Roman stellte der Schriftsteller auch die Welt des Walfangs im 18. und 19. Jahrhundert sehr detail- und wahrheitsgetreu dar.

Die berühmteste Verfilmung wurde im Jahr 1954 durch John Huston realisiert mit einem hervorragenden Gregory Peck in der Rolle des Ahab.
Inspiriert wurde Melville nicht nur durch seine eigenen Erlebnisse auf dem Walfänger Acushnet im Jahr 1841, sondern auch unter anderem durch die damals sehr bekannt gewordene und äusserst tragische Geschichte des Walfangschiffs Essex aus Nantucket, die sich im Jahr Jahr 1820 ereignete. Durch die Rammstöße eines riesigen Pottwals wurde das Walfangschiff am 20. November 1820 auf hoher See versenkt. Es gab damals nur wenige Überlebende.

Vorsicht Spoiler: Der Film beginnt im Jahr 1850 mit dem Besuch von Herman Melville (Ben Wishaw) be Thomas Nickerson (Brendan Gleeson), der mit seiner Frau (Michelle Fairley) ein Wirtshaus betreibt, das finanziell dringend eine Unterstützung bräuchte. Und Nickerson ist inzwischen der letzte Überlebende der letzten Reise des Walfängers Essex und könnte dem Autor eine Menge erzählen und ihn für seinen zukünftigen Roman merklich inspirieren. Doch anfänglich weigert sich Nickerson über die Ereignisse zu sprechen, die er als Schiffsjunge (Tom Holland) auf hoher See erlebte. Erst das bestimmte Drängen seiner Frau macht es möglich, dass der sichtlich immer noch von diesen längst vergangenen Ereignissen traumatisierte Mann zu erzählen beginnt. Eigentlich sollte der versierte See- und Steuermann Owen Chase (Chris Hemsworth) bei der nächsten Fahrt, die die Walffanggesellschaft in Nantucket wegen dem begehrten Walöl organisiert, das Amt des Kapitäns begleiten. Doch obwohl mündlich versprochen, zieht man ihm den noch völlig unerfahrenen George Pollard (Benjamim Walker) vor, der aus einer angesehen Familie stammt, die seit Generationen Schiffskapitäne waren. Diese Konstellation verspricht Konflikt und Zündstoff. Denn Chase soll Pollard die größtmögliche Unterstützung geben, dafür sorgen, dass die Mannschaft dem noch unerfahrenen Mann den höchsten Respekt zollt und muss aber zudem dessen Befehle befolgen. Und gleich seine erste Entscheidung bringt das Schiff und Besatzung durch einen Sturm in ernste Gefahr. Das Schiff hat einen beträchtlichen Schaden erlitten und Pollard will ohne Fang im Richtung Heimat umkehren. Chase kann ihn aber überreden, dass sie den Streit um Kompetenzen beilegen und weiter nach Walen jagen. Tatsächlich kommt der erste Erfolg zustande, der alle Männer an Bord positiv stimmt. So auch Chases besten Freund Matthew Joy (Cillian Murphy) und auch Pollards junger Cousin Henry Coffin (Frank Dillane). In Chase findet auch der junge Thomas Nickerson einen Mann, der ihn fördert und das raue Handwerk des Walfangs beibringt.
Nach diesem Anfangserfolg vergehen aber 3 Monate ohne Fang...eine echte Flaute. Im Atlantik ist nichts zu holen, so segelt die Essex in Richtung pazifischer Ozean. In Atacames, Ecuador bekommen sie den Tipp - aber auch die Warnung - das 200 Meilen westwärts riesige Jagdgründe sein sollen. Unzähle Wale, aber auch ein echtes Ungeheuer. Ein weißer Wal, der erst vor kurzem ein Schiff zerstört hat, wo 6 Seeleute den Tod fanden. Alle Warnung schlagen die Männer der Essex in den Wind und als sie das Jagdgebiet erreichen starten sie ihre Walfangboote. Und tatsächlich taucht dann ein massiver Albino Pottwal auf...

Die Geschichte hat sich tatsächlich so ereignet und ist eine der tragischsten Geschichten der Seefahrt dieser Tage. Regisseur Ron Howard hat sich aber einige Freiheit herausgenommen. So sprach Melville nicht mit dem Schiffsjungen von einst, sondern kannte die Geschichte bereits aus dem Erfahrungsbericht von Obermaat Owen Chase, der die Ereignisse bereits im Jahr 1821 im Buch "Der Untergang der Essex" (Original: Narrative of the Most Extraordinary und Disstressing Shipwreck of the Whale Ship Essex" niederschrieb. Ein Mitglied der Besatzung hat Melville daher nie getroffen. Allerdings begegnete er dem Sohn von Owen Chase. Ron Howard hat diese Geschichte mit modernen CGI Effekten inszeniert, aber die Erzählweise seines Films ist klassisch und orientiert sich auch am Aufbau und Spannungsbogen des legendären John Huston Klassikers. Der Zuschaer fühlt sich streckenweise wie dabei und schon die erste Jagd auf die imposanten Tiere zeigt die Gier und den Jäger im Menschen, obwohl dieser alles damit rechtfertigt die Krone der Schöpfung zu sein, der "das Ungeheuer" jagt. Sehr klassisch und schön herausgestellt ist die Präsenz des riesigen Kontrahenten, der die Menschen lehrt wer Herr des Meeres ist. In einer Szene leistet sich Ron Howard sogar einen Moment den weißen Wal so darzustellen, als würde er die Gesinnung der Menschen erkennen und durch den sichtlichen Rückzug des Feindes Gnade walten lassen. Das mag zwar für manche kitschig und unglaubwürdig erscheinen, mir hat das als Tierfreund sehr gut gefallen und ich fand diesen Moment erhaben. Insgesamt machen auch die Darsteller einen guten Job, Tom Holland ist bereits durch seine gute Leistung aus dem Tsunami-Film "The Impossible" ein zwar noch sehr junges, aber durchaus schon bekanntes Kinogesicht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2016 7:41 PM MEST


Über den Dächern von Nizza
Über den Dächern von Nizza
DVD ~ Cary Grant
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Juwelen und Katzen...., 12. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Über den Dächern von Nizza (DVD)
Kameramann Robert Burks gehörte in den Jahren 1951 bis 1964 zu den engsten Mitarbeitern von Alfred Hitchcock. Er fotografierte die Hitchcock-Klassiker "Der Fremde im Zug", "Bei Anruf Mord", "Das Fenster zum Hof", "Immer Ärger mit Harry", "Vertigo", "Der unsichtbare Dritte" oder "Die Vögel". Für seine Arbeit zu der 1955 entstandenen Thriller-Romanze "Über den Dächern von Nizza" erhielt er dann auch gerechterweise einen Oscar, nachdem er für "Fremder im Zug" und "Das Fenster zum Hof" bereits nominiert war. Zweifelsohne gehört der Film, der vor dem traumhaften Hintergrund der französischen Riviera entstand, zu den schönsten Farbfilmen der 50er Jahre.

Ausserdem kreierte der Meister der Spannung mit diesem leichtfüßigen Abenteuer ein neues Subgenre, dass dann "kultivierte Thriller-Romanze" hieß und auch andere Filmemacher zu Nachfolgern animierte. Stanley Donen schuf sogar zwei ähnliche Filme mit "Charade" und "Arabesque". Schon die ersten Bilder vor der sommerlichen Cote-d'Azur Kulisse sehen grandios aus. Dort in einer wunderschönen Villa in einem kleinen Dörfchen hat sich John Robie (Cary Grant) zur Ruhe gesetzt. Einst trieb er vor dem 2. Weltkrieg in seiner wunderschönen Wahlheimat sein Unwesen als versierter Juwelendieb. Man nannte ihn "Die Katze", aber während des Krieges wurde er zu einem der Helden der Resistance. Nun wird aber seine Ruhe empfindlich gestört, da ein Dieb sein Unwesen treibt und reiche Touristinnen um ihre wertvollen Juwelen bringt. Auffällig dabei ist, dass der Dieb Robies alte Methode zu kopieren scheint. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Polizei Robie selbst verdächtigt und ihm einen Besuch abstattet. Bei diesem Treffen kann Robie in einer wilden Autojagd entkommen und seinen alten Komplizen Bertani (Charles Vanel) aufsuchen, der ebenfalls ein bürgerliches Leben führte und ein Restaurant führt. Ausserdem hat Bertani allen seinen ehemaligen Partnern in seinem Unternehmen einen Job besorgt, so arbeitet auch Robies Kompagnon Foussard (Jean Martinelli) als Kellner. Mit dessen Tochter Danielle (Brigitte Auber) gelingt Robie ein weiteres Mal der Polizei zu entkommen. Die 17jährige Danielle schwämt von Robie, glaubt aber auch, dass er seinem alten Laster wieder nachgeht. Dies findet sie prickelnd und bietet sich als gleich als Komplizin an, als sie Robie mit einem Motorboot in Sicherheit bringt. Bertani gab ihm den Tipp, sich an den Versicherungsagenten Hughson (John Williams) zu wenden, der auch froh wäre, wenn der wahre Dieb gefasst werden würde. Robies Plan - den Täter auf frischer Tat zu ertappen - hört sich da nicht ganz unlogisch an. Aber dafür muss Hughson ihm eine Liste mit besonders reichen Touristen zukommen lassen, die viel Schmuck haben.

Da die US-Millionärin Mrs. Stevens (Jessie Royce Landis) und ihre Tochte Frances (Grace Kelly) besonders reich sind und im Besitz von besonders wertvollen Juwelen sind, geht Robie davon aus, dass die beiden die nächsten potentiellen Opfer seines Kopierers sein könnten. Grund genug, deren Bekanntschaft zu machen. Dabei erweist sich besonders die Anfangs extrem unterkühlte Tochter Frances als kleines neurotisches Biest. Sie findet sehr schnell heraus, dass der neue Bekannte nicht der schwerreiche Holzmillionär Burns aus Oregon ist, wie er sich vorstellte, sondern niemand anders als der legendäre John Robie, die Katze. Doch da sie das falsche Spiel prickelnd finden, macht sie eine Zeitlang mit. Erst bei einer wilden Autofahrt zu der am höchsten gelegen Küstensstraße Grande Corniche, wo die beiden picknicken wollen, stellt sie Robie zur Rede...

Ein herrlicher Film, bei dem Hitchcock gar nicht mal sonderlich bemüht ist den Spannungsbogen voranzutreiben. Trotzdem funktioniert "Über den Dächern von Nizza" bestens. Es liegt einerseits an der edlen Machart des Films und auch an den Darstellerleistungen. Auch stimmt die Chemie zwischen Grant und Kelly und man ist als Zuschauer immer wieder überrascht wohin die potentiellen Lovestory nun läuft. Zuerst wirkt Grace Kelly ungeheuer kühl, ja fast kalt und abweisend und dann gibt sie dem verdutzten Cary Grant vor ihrem Hotelzimmer einen leidenschaftlichen Kuß. Später weiß man, dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt die Identität des vormaligen Fassadenkletterers bereits erkannt hat. So wird die Frau selbst zur Katze, die mit John Robie ein interessantes Katz und Mausspiel beginnt. Sehr abwechslungsreich auch die andere Frau, die Robie unverholen ihr Begehren mitteilt. Die junge Französin Danille ist ein völlig anderer Typ wie Frances. In einer der besten Szenen des Films begegnen sich die beiden Konkurrentin im Wasser. Auf einem Floß im Meer liefern sie sich einen eifersüchtigen Schlagabtausch - der Mann, um den es geht, kann nur noch tatenlos mitanhören, wie sich die beiden Grazien angiften. Ebenfalls gut gewählt sind die Figuren der Millionärin Mutter, gespielt von Jessie Royce Landis, die dann einige Jahre später in "Der unsichtbare Dritte" Grants Mom spielte - obwohl sie nur 8 Jahre älter als Grant war und die des Versicherungsvertreters, der von John Williams gespielt wird. Williams bleibt unvergessen als Kommissar in "Bei Anruf Mord" und dem ähnlich konzipierten "Mitternachtsspitzen" von David Miller.


Der große McGinty
Der große McGinty
DVD ~ Brian Donlevy
Preis: EUR 16,49

4.0 von 5 Sternen Vom Aufstieg und Fall...., 12. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Der große McGinty (DVD)
Preston Sturges große Zeit in Hollywood dauerte leider nur 4 Jahre und in diesen Jahren drehte er Klassiker wie "Palm Beach Story", "Die Falschspielerin" oder "Sullivans Reisen". Er wurde von manchem als Zyniker bezeichnet oder auch der Naivität bezichtigt. Er wurde als Rebell verehrt oder als Opportunist verdammt, galt vielfach als Moralist oder als einer der ersten Satiriker des US-Kinos. Vielfach kam auch die Einordnung als "Anti Frank Capra" ins Spiel. In allen seinen Filmen vereinte er Altes mit Neuem, Helles mit Dunklem, Schnelles mit Langsamen, er kombinierte Slapstick und Wortwitz in seinen Dramen, die dann auch den Anstrich einer Farce bekamen.

Sturges war europäisch beeinflusst, da er einen Großteil seiner Kinheit in Frankreich, Deutschland und der Schweiz verlebte. Als Allrounder saß er nicht nur auf dem Regiestuhl, sondern verfasste auch die Drehbücher seiner werke selbst. Bereits sein Debüt war ein Riesenerfolg. Er verkaufte das Script zu "Der große Mr. Ginty" für 10 Dollar an die Paramount. Einzige Bedingung: Er wollte Regie führen und man war mit diesem Deal einverstanden. Der Film kostete nicht viel und wurde von der Kritik so stark gelobt, dass Sturges gleich einen Academy Award für das beste Originaldrehbuch in der Oscarnacht mit heimnehmen durfte.

Im Film selbst geht es um den amerikanischen Traum. Vom schnellen Aufstieg und vom schnellen Fall. Der Tellerwäscher, der zum Millionär wird. Dan McGinty (Brian Donlevy) ist zwar kein Tellerwäscher, aber ein Obdachloser, ein Vagabund, der durch seine Cleverness einem Parteichef (Akim Tamiroff) auffällt. Dieser gibt ihm einen Job und danach scheint der Aufstieg rasant und unaufhaltsam zu sein. Aber vorher lernen wir diesen McGinty in einer Kneipe als Barkeeper kennen. Dort will sich der junge Bankassierer Thompson (Louis Jean Heyd) das Leben nehmen, weil er seinen Arbeitgeber betrogen hat. In letzter Sekunde kann McGinty den Schuß verhindert und erzählt ihm und seiner weiblichen Begleitung die Geschichte, die ihm passiert ist. Vom Obdachlosen zum Gouverneur in 1,2,3. Einen Moment der Ehrlichkeit brachte ihn dann zum Fall und nun ist er wieder unten. Aber vor längerer Zeit konnte er bei dem Parteichef, einem mächtigen Gangster Eindruck schinden, weil er 37 Stimmen zur Wiederwahl des Bürgermeisterkandidaten Tilinghast (Arthur Hoyt) beigesteuert hatte, indem er mit dem Namen von gerade erst verstorbenen Leuten mehrmals wählen ging. Der Parteichef findet Gefallen an McGinty, der so gar keinen Respekt vor seinen Mitmenschen aufweist und auch sehr schlagkräftig und schlagfertig agiert, wenn es sein muss. Bald wird er Stadtrat. Doch für die Politik und das gute Ansehen muss eine Ehefrau her. Die findet er bei seiner Sekretärin Chaterine (Muriel Angelus), die zwei Kinder und einen drolligen Hund hat. Zuerst ist es eine reine Zweckverbindung, doch beide verlieben sich irgendwann. So wird aus dem kleinen Gangster McGinty ein anständiger und ehrenwerter Familienvater. Bald macht der Parteichef ihn zum Gouverneur. Mit dieser Macht im Rücken versucht nun McGinty sich wirklich wichtigen politischen Themen anzunehmen und Kinderarbeit und Armut will er bekämpfen. Doch er hat nicht mit der Gegenwehr seiner Parteifreunde gerechnet, die weiterhin geldgierig und korrupt agieren. Schließlich stolpert er über die Taten der Vergangenheit...

"Der große McGinty" ist mit seiner Laufzeit von 80 Minuten knackig kurz, aber sehr unterhaltsam. Er bietet auch einen schonungslosen Blick in den Geist der korrupten Politik und bleibt deshalb aktuell. Der satirische Spaß ist mit guten Dialogen ausgestattet. So argumentiert McGinty bei den Geschäftsleuten, die kein Schmiergeld an den Boss zahlen wollen mit den Worten "Sie müssen jemand bezahlen, damit du vor der menschlichen Habgier anderer, die noch kommen werden, geschützt bist. In manchen Fällen hört sich das so plausibel an, dass die Menschen dann auch ihren Beitrag zahlen. Sturges bietet dem Zuschauer eine Farce an, die einen zähen und geschäftstüchtigen Penner beim Aufstieg zuzusehen. Im Grunde ein sehr ernsten, ja fast schon düsteres Thema, aus dem man gut einen Film Noir hätte machen können....Sturges hat aber diese Geschichte gegen die Erwartungen gebürstet und macht aus diesem Stoff eine vergnügliche und temporeiche Achterbahnfahrt mit allem was das Leben so zu bieten hat.


Berüchtigt - Notorious
Berüchtigt - Notorious
DVD ~ Ingrid Bergman
Wird angeboten von Filmexpress
Preis: EUR 8,00

5.0 von 5 Sternen Ehefrau des Naziverschwörers...., 10. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Berüchtigt - Notorious (DVD)
"Berüchtigt" aus dem Jahr 1946 heißt im Original den Titel "Notorious" und ist Hitchcocks Nachfolgefilm zu "Ich kämpfe um Dich" (Spellbound) - beide mit Ingrid Bergman in der weiblichen Hauptrolle. Für sie hat er wahrscheinlich zwei der stärksten Frauenfiguren seiner Filme geschaffen und sowohl ihre Dr. Constance Peterson (Spellbound) als auch Alicia Huberman (Notorious) gehören mit zu ihren ganz starken und unvergessenen Filmrollen. Sie stehen auf einer Stufe mit ihren Leistungen in "Casablanca" oder "Das Haus der Lady Alquist". Kameramann dieses starken Spionage-Thrillers mit dazugehöriger Lovestory war der deutsche Ted Tetzlaff.

Die deutschen Zuschauer bekamen bei der Uraufführung des Films im Jahr 1951 einen komplett verfälschten Inhalt serviert. Der Filmtitel damals lautete noch "Weißes Gift" und aus der Nazibande, die sich in Südamerika aufhält, wurden Gangster, die mit Uran und Rauschgift handelten. Aus dem deutschen Alexander Sebastian, gespielt von Claude Rains, wurde ein Aldro Sebastini und Alicia Hubermann hieß Elisa Sombrapal. Man wollte wohl in diesen Jahren den Deutschen nicht einen Hauch der unrühmlichen Vergangenheit zumuten. Erst 1969 nahm das ZDF eine Korrektur dieser Fehler vor und als Geburtstagsgeschenk für Hitchcock bekam der Film die längst überfällige Neusynchronisation. Doch auch in dieser Version fehlt ein Dialog aus dem Original, der die Drahtzieher dieser Nazibande benennt: Der Verweis auf die I.G. Farben wurde weggelassen und der Film für einige Sekunden gekürzt. Trotz allem ist "Berüchtigt" nicht nur ein großer Publikumserfolg geworden, sondern zählt zurecht zu den besten Hitchcock-Filmen. Auch wenn er vielleicht am Anfang etwas Mühe hat in die Gänge zu kommen. Dort wird die Begegnung zwischen Cary Grant und Ingrid Bergman geschildert - in seinem Hauptteil "Brasilien" bekommt der Film nach und nach eine immer dichtere Spannung bis zum erlösenden und konsequenten Schlußpunkt.

Der US-Geheimdienstler T. R. Devlin (Cary Grant) wird auf die deutschstämmige Alicia Huberman (Ingrid Bergman) angesetzt. Deren Vater war ein Nazi, in den USA lebend, und wurde erst vor kurzem wegen Landesverrat zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Vor dieser Verurteilung wurde der Mann und auch die Tochter abgehört. Daher weiß der Geheimdienst, dass Alicia die Nazimachenschaften ihres Vaters streng verurteilte. Durch diese patriotische Haltung wird Alicia zum Wunschobjekt für die Spionage. Denn als Deutsche könnte sie leicht Zutritt zu einer Gruppe von Exilnazis in Brasilien bekommen. Der Auftrag von Devlin lautet die etwas leichtlebige junge Frau für den Geheimdienst zu rekrutieren. Doch Alicia verliebt sich in den Mann, der sie aus ihrem unsteten Leben holt und auch Devlin hat Gefühle für die Frau, versucht diese jedoch zu unterdrücken, da er weiß, dass dies alles Probleme mit sich bringen kann. Bald wartet auch ein konkreter Auftrag auf Alicia. Sie soll das Vertrauen von Alexander Sebastian (Claude Rains) gewinnen, der als Chef der Bande gilt und als wohlhabender Junggeselle bei seiner dominanten Mutter (Leopoldine Konstantin)in einer großen Villa lebt. Mit inkompetenten Kameraden verfahren die Nazis konsequent mörderisch. Ein Fehler von Emil Hupka (Eberhard Krumschmidt) endet mit dessen Ableben. Tatsächlich kommt es zu einem Treffen zwischen Alicia und Alexander, die sich von früher kennen. Alexander verliebt sich in die schöne Alicia und bittet auch bald um ihre Hand. Immer wieder hofft Alicia, dass Devlin sie abhalten würde immer mehr für ihre patriotische Pflicht und für den Spionageauftrag zu opfern. Doch dieser kneift und lässt sie entscheiden. Qualen entstehen und bald treibt Alicia ihre Mission ins Extrem und heiratet den beinahe väterlichen Faschisten. Doch durch ein Mißgeschick im Weinkeller findet Alexander bald heraus, dass er mit einer amerikanischen Spionin verheiratet ist..

In "Berüchtigt" präsentiert Hitchock ein ähnlich unsterbliche Lovestory wie Michael Curtiz in "Casablanca". Es geht dabei um Liebe und Verrat, um Stolz und verleugnete Gefühle. Dieser erste romantische Part wird bald durch einen dunklen Film Noir Teil bereichert, denn als Sebastian und seine Mutter herausfinden, wen da in ihrer Villa wohnt, setzen sie alles daran Alicia zu vergiften. Dies ist die einzige Möglichkeit, um nicht als Verräter von der eigenen Nazibande bestraft zu werden. Fast gelingt der Plan, denn Devlin denkt beim letzten Treffen, dass Alicia wieder mal getrunken hat und erkennt nicht, dass sie da schon sehr krank ist. Beim Paar Grant und Bergman stimmt die Chemie perfekt und auch die Bösen sind klasse. Der Nazimann und seine Liebe zur dominanten Mutter - ein psychologisches Glanzlicht, toll besetzt und von Rains und Konstantin grandios gespielt. Unvergessen die klasse Szene vom Schlüsselklau, dann zur Party, in den Weinkeller und zurück an den Schlüsselbund, wo er zur Erkenntniss führt. Genauso brillant die Schlußszene. Ein großartiger Film. Für Truffaut war es sogar Hitchcocks Bester.


Der Mann, der zuviel wusste
Der Mann, der zuviel wusste
DVD ~ Leslie Banks
Preis: EUR 15,91

4.0 von 5 Sternen Spionage und Kidnapper...., 10. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der zuviel wusste (DVD)
22 Jahre später drehte Alfred Hitchock ein Remake seines britischen Frühwerks "Der Mann, der zuviel wusste". Diese Neuverfilmung wurde einer seiner bekanntesten Filme, nicht zuletzt auch wegen Doris Days Welthit "Que sera, sera", der nicht nur einen Oscar als bester Filmsong erhielt sondern dramaturgisch perfekt in die Handlung eingebettet wurde. Schauplatz des Remakes war Marokko - schillernd und farbenprächtig vom Meister der Suspence eingefangen. Das Original aus dem Jahr 1934 ist da wesentlich düsterer in allen Belangen. Der Schlußakkord in der Royal Albert Hall bleibt zwar sehr ähnlich, aber die Schießerei vor und in der Kirche erinnert schon sehr an Fritz Langs Szenario in "Dr. Mabuse" und darüberhinaus hat Hitchcock gerade in dieser Sequenz einige surreale Momente eingebaut. Auch wurde die Handlung von Marocco in die schöne, aber kalte Winterlandschaft der Schweiz verlagert.

Dort machen Bob und Jill Lawrence (Leslie Banks und Edna Best) gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Betty (Nova Pilbeam) Skiurlaub in der Schweiz. Sie freunden sich mit dem Skispringer Louis Bernard (Pierre Fresney) an und Jill, die gut mit dem Gewehr umgehen kann, nimmt dabei an einem Wettbewerb im Tontaubenschießen teil. Gerne hätte sie den etwas arroganten Favoriten Ramon (Frank Vosper) besiegt, aber im entscheidenden Moment wird sie durch Bettys Plappern abgelenkt. So bleibt ihr nur dem Sieger zu gratulieren. Unter den Zuschauern befindet sich auch ein sehr auffälliger Mann (Peter Lorre), dem die Lawrences schon mehrmals begegnet sind. Am Abend steht Tanz auf dem Programm. Jills Tanzpartner Louis wird durch eine Fensterscheibe hindurch erschossen. Im letzten Moment bittet er Jill, in seinem Zimmer den Rasierpinsel zu suchen, indem wohl eine wichtige Nachricht an die Botschaft stecken soll. Bob schleicht in das Zimmer, während unten die Leute völlig schockiert und traumatisiert das Geschehen verfolgen. Er findet schließlich die Nachricht und steckt sie kurz vor dem Auftauchen der Polizei ein. Er hat vor in dem folgenden Verhör die Sachlage aufzuklären, doch kurz zuvor bekommt er ein Telegramm zugestellt mit der Information, dass Betty entführt wurde und nur dann am Leben bleibt, wenn er über diese Nachricht schweigt. In London werden die Eheleute auf eigene Faust zu Detektiven und suchen nach ihrer Tochter....

Die Suche endet in einer alten Kapelle. Dort feiert eine seltsame Sekte einen mehr als dubiosen Gottesdienst und dort findet Bob auch zwei alte Bekannte aus der Schweiz wieder. Perfekt ist natürlich wieder die Szene, in der das Attentat in der Royal Albert Hall stattfinden soll. Der Beckenschlag an einer bestimmten Stelle der Musik soll den tödlichen Schuß, den der Scharfschütze aus dem Hinterhalt dort ausführt, übertönen. Eigentlich genau der Stoff aus dem die Hitchock-Klassiker sind. Der Film wurde eine enormer Erfolg. Dabei sind wieder einmal ganz normale Durchschnittsmenschen die Helden der Geschichte, weil sie - ohne dass sie es wollen - in höchste Gefahr geraten und sich in alptraumhaften Situationen wiederfinden und diese auch bestehen müssen. So war dies bei Roger Thornhill (Der unsichtbare Dritte), bei Richard Hannay (Die 39 Stufen), bei Charlie Newton (Schatten des Zweifels), bei Guy Haines (Der Fremde im Zug) oder L.B.Jeffries (Das Fenster zum Hof). Die Voraussetzungen immer sehr ähnlich, aber immer wieder an Spannung kaum zu überbieten.


Die Erbin
Die Erbin
DVD ~ Olivia de Havilland
Wird angeboten von blaulicht52
Preis: EUR 19,75

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Washington Square..., 10. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Erbin (DVD)
Henry James Roman "Die Erbin vom Washington Square" erschien 1881 erstmals in Buchform und wurde bereits zweimal verfilmt. Die letzte Verfilmung war im Jahr 1997 durch Agnieszka Holland mit einer grandiosen Jennifer Jason Leigh, die aber nicht verhindern konnte, dass dem Film an der Kasse kein sonderlicher Erfolg beschieden war. Da war die frühe Verfilmung des Jahres 1949 weitaus erfolgreicher. Insgesamt 8 Oscarnominierungen (Bester Film, Beste Regie, Nebendarsteller Ralph Richardson, Beste Kamera, Beste Filmmusik, Bestes Szenenbild, Beste Kostüme und beste Hauptdarstellerin) konnten errungen werden und vier davon führten auch zum Sieg. Die Kostüme von Edith Head und Gile Steele, Aaron Coplands Musik, die Ausstattung und natürlich die wunderbare Olivia de Havilland in ihrer tragischen Rolle als Catherine Porter.

Olivia de Havilland wurde am 1. Juli 1916 geboren und wie bei Kirk Douglas (geboren am 9. Dezember 1916) steht in diesem Jahr der 100. Geburtstag bevor.
Regie führte der im Jahr 1902 in Mülhausen, Elsass (damals deutsches Kaiserreich) geborene Filmemacher. Wyler war in vielfältigen Genres tätig und hat insgesamt 12 Mal eine Nominierung als bester Regisseur erhalten. Dreimal konnte er ihn gewinnen. Im Jahr 1943 für "Mrs. Miniver", 1947 für "Die besten Jahre unseres Lebens" und 1960 für seinen berühmten Monumentalfilm "Ben Hur". In seiner Filmografie finden sich hervorragende Klassiker wie "Sackgasse", "Jezebel", "Wuthering Heights", "Geheimnis von Malampur", "Die kleinen Füchse", "Polizeirevier 21", "Weites Land" oder "Ein Herz und eine Krone". Auch "Die Erbin" gehört zu den großen Highlights seines Schaffens. Getragen wird der Film natürlich von der überragenden Darstellerleistung von Olivia de Havilland und ihren Co-Stars Ralph Richardson, Montgomery Clift und der Nebendarstellerin Miriam Hopkins, die alle eine ausgezeichnete Leistung erbringen.
Wyler hielt sich vor allem an das Theaterstück "The Heiress" von Ruth und Augustus Goetz gehalten, die den Roman von Henry James für die Bühne leicht veränderten.

Dies kommt der Figur der Catherine aber nur zugute - denn dadurch wird auch ihr Hass spürbar. Vor allem bei der Szene, in der sie sich weigert an das Totenbett des Vaters zu kommen, der nach ihr gerufen hat und in der Schlußszene, wo sie sich raffiniert an ihrem Liebhaber rächen wird. So verändert sich Catherine (Olivia de Havilland), das einzige Kind des angesehen Dr. Sloper (Ralph Richardson). Die Mutter starb kurz nach Catherines Geburt am Wochenbett. Sie soll sehr schön gewesen sein, wie der Vater immer wieder erzählt. Nicht so ein unscheinbares Mauerblümchen wie Catherine. Auch dies ist immer wieder ein Thema, dass der Vater anbringt. Die junge Frau ist wenig selbstsicher, in Gesellschaft sehr schüchtern und manchmal auch recht unbeholfen, simpel und nicht mit den raffinierten Attributen einer Dame ausgestattet. Dafür aber gutherzig und ehrlich und sie kann gut sticken. Das alles enttäuscht aber die Erwartungen ihres Vaters. Denn Dr. Austin Sloper, Anfang Fünfzig, ist in seinem Beruf äusserst erfolgreich und reich. Gegenüber Catherine ist er oft ironisch, manchmal auch abwertend, ohne dass es ihm wirklich bewusst ist. Der intelligente und sehr von sich überzeugte Mann wird von Catherine auch manchmal wegen seiner dominanten Art gefürchtet. Doch sie liebt den Vater. Das tut der Vater schon auch, doch unterbewusst wirft die Tochter immer den Gedanken an den Verlust seiner wunderschönen Frau auf, ein Schuldvorwurf steht immer latent im Raum. Slopers Schwester Lavinia Penniman (Miriam Hopkins) ist Witwe und kinderlos geblieben. Sie hat romantische Vorstellungen und nimmt sich Catherine an. Sie ist überzeugt, dass Catherine Unterstützung braucht andere junge Menschen kennenzulernen. Ein paar Anstupser in diese Richtung, auf Gesellschaftsbälle gehen und vor allem sich nich absondern.

Tatsächlich lernt Catherine auf einem dieser Bälle den jungen, gutaussehenden Morris Townsend (Montgomery Clift) kennen, der irgendwie Gefallen an ihr findet. Er hat eine kleine Erbschaft gemacht, das ganze Geld aber für eine ausgedehnte Reise durch Europa durchgebracht und lebt jetzt bei seiner Schwester Mrs. Almond (Betty Linley). Der junge Mann will auf jeden Fall Catherine wiedersehen und scheint verliebt in sie zu sein. Tatsächlich erwidert die junge Frau nach ein paar Tagen des Zögerns seine Gefühle Aber für den strengen Vater ist Morris ein Mitgiftjäger, der es auf das beträchtliche Vermögen von Catherine abgesehen hat. Sie ist durch das Erbe der Mutter reich und wird nach dem Tod des Vaters auch dessen noch viel größeres Vermögen besitzen. Der Vater will die Einwilligung nicht geben. Doch Catherine ist inzwischen so verliebt, dass sie sich gegen den Wunsch des Vaters stellen würde. Eine vom Vater vorgeschlagene Europareise von einem halben Jahr akzeptieren die beiden aber. Dort findet Catherine auch heraus, dass der Vater sie nicht wirklich lieben kann. Doch es wird noch dramatischer bei der Heimkehr...

Neben den grandiosen Darstellerleistungen zeichnet sich der Film auch durch seine unvergesslichen und berühmten langen Einstellungen aus, Wylers minutiöse Behrrschung von Licht, Kameratechnik und Licht. Durch das Erkennen Catherine, dass der Vater sie auch als peinliche Last betrachtet, verändert sie sich von einer extrem linkischen Frau zu einer verbitterten reichen Dame, die auf Rache sinnt und ihr Gefühl von Liebe inzwischen in Hass umgewandelt wurde. Sehr schön zu erkennen in den zwei Szenen, in denen sie jeweils die Treppen des Herrenhauses hinaufsteigt. Einmal als Sitzengelassene und das zweite Mal im bitteren Triumph, während ihr zurückgekehrter Verehrer verzweifelt an die Tür hämmert. Hervorragend auch, dass neben großartigen Dialogen nicht immer alles gesagt wird. Vieles an wahrem Gefühl bleibt im Dunkel. Klar ist, dass Morris ein Glücksritter ist - aber die Geschichte lässt offen, ob er wirklich nur ein reiner Mitgiftjäger war oder aber ob er doch für Catherine eine Zuneigung empfand. Man wird er nie erfahren. Ein schöner Film.


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