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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Ein Brief an drei Frauen
Ein Brief an drei Frauen
DVD ~ Jeanne Crain

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Addie Ross...., 7. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Ein Brief an drei Frauen (DVD)
Joseph L. Mankiewicz war der jüngste Sohn des in Berlin geborenen deutsch-jüdischen Auswanderers Frank Mankiewic, der in Pennsylvania eine deutschsprachige Zeitung herausbrachte. Sein Sohn begann seine Filmkarriere gegen Ende der Stummfilmära als Übersetzer von Zwischentitel von UFA-Filmen, die auch für den amerikanischen Kinomarkt interessant schienen. Sein Weg führte dann zu Paramount Pictures, dann zu Metro Goldwyn Mayer und schließlich landete er bei der Twentieh Century Fox. Er bekam seine erste Regie weil Ernst Lubitsch krank wurde, der das Gothic-Drama "Weißer Oleander" inszenieren sollte.

1950 und 1951 gelang ihm das Kunstück in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Regieoscar zu gewinnen. Seinen ersten gabs für "Ein Brief an drei Frauen", den zweiten für den Welterfolg "Alles über Eva". Ein Kunststück, das vor ihm nur John Ford und jetzt im Jahr 2016 als drittem Regisseur ind er langn Oscarhistory, dem Mexikaner Alejandro Gonzalez Innaritu gelang.
In seiner Filmographie befinden sich Klassiker wie "Die barfüßige Gräfin", "Guys and Dolls" und der Monumentalfilm "Cleopatra", der sich zuerst als finanzielles Fiasko und dann einige Zeit später als retabler Blockbuster erwies. Sicherlich ist "Alles über Eva" sein allgemein anerkanntes Meisterwerk, aber für mich hat er mindestens zwei gleichwertige großartige Filme gemacht. Einmal den aussergewöhnlichen "Plötzlich im letzten Sommer" und den leider etwas in Vergessenheit geratenen Oscarpreisträger "Ein Brief an drei Frauen", der meistens als Komödie beschrieben wird. Was dem Film allerdings nicht ganz gerecht wird. Ich denke, wenn man den Film als vergnügliche wie auch tragisches Gesellschaftsdrama beschreibt, dann kommt man der Sache schon etwas näher.

Der Film spielt gegen Ende der 40er Jahre in einer amerikanischen Kleinstadt und wir lernen drei gute Freundinnen kennen: Deborah Bishop (Jeanne Crain) kommt aus einer einfachen Farmerfamilie und lernte beim Militär ihren jetzigen Mann Brad (Jeffrey Lynn) kennen, der in seinem Job sehr gut verdient, allerdings seine leicht hysterische und oft unsichere Frau alleine zuhause lässt. Rita Phipps (Ann Sothern) ist da schon viel extrovertierter, sie arbeitet beim Rundfunk der Manleighs (Florence Bates, Hobard Cavanaugh) und verdient viel mehr Geld als ihr Mann George (Kirk Douglas), der aber in seinem Beruf als Lehrer ein riesiges Engagement aufweist. Beide kennen sich seit der Kindheit und es war klar, dass sie irgendwann ein Paar werden. Lora Mae (Linda Darnell) wirkt zunächst etwas kühl und berechnend, sie kommt aus der Unterschicht und aus ärmlichen Verhältnissen, hat aber ihren reichen Chef Porter Hollingsway (Paul Douglas) so lange zappelt lassen, bis dieser sie geheiratet hat. Alle drei Frauen treffen sich am Morgen eines warmen Maitages und begleiten eine Schulklasse auf einer Bootsfahrt mit anschließendem Picknick. Doch bevor das Schiff ablegt, bekommen sie noch einen Brief ihrer besten Freundin Addie Ross (Offstimme im Original von Celeste Holm gesprochen) zugestellt, dort teilt die begehrte Frau den drei Freundinnen mit, dass sie die Stadt für immer verlassen hat - aber sie musste auf jeden Fall etwas als Erinnerung an diese tolle Zeit mitnehmen. Und zwar einen der Männer der drei Ausflüglerinnen....

In drei Rückblenden erhält dann der Zuschauer jeweils Einblick in die Situation und Ehegeschichte aller drei Frauen. Und jede fragt sich, welche von Ihnen verlassen wurde. Der Zuschauer ahnt bald, dass alle drei möglicherweise Grund zur Sorge hätten. Doch die Aufklärung findet erst gegen Schluß statt. Mankiwiczs Inszenierung ist federleicht, allerdings mit viel guter Melancholie durchtränkt und interessanterweise ist der Film keine Spur gealtert. Die Geschichten könnten auch in der Gegenwart spielen, allerdings hätten es heute die drei Frauen leichter herauszufinden, welcher Mann die Koffer gepackt hat. Ein Anruf per Handy genügt. Wir sind aber Ende der 40er Jahre und so müssen die drei Ladys wohl oder übel den ganzen Tag warten, bis sie den Göttergatten am Abend treffen...oder eben nicht. Den Kunstgriff die Geschichte im Off von der besagten Addie sprechen zu lassen und die so den ganzen Film dominiert ist gut gelungen und sehr gewagt. Denn die Frau, um die sich das Problem dreht ist nie richtig zu sehen. Nur einmal sieht man ihren Rücken, sie rauchend und vor ihr steht Brad, der sich anregend mit ihr zu unterhalten scheint. Ob Billy Wilder sich in "Sunset Boulevard", der ein Jahr später realisiert wurde, sich davon inspirieren ließ. Schließlich setzte der noch einen drauf, indem er die Geschichte von Norma Desmonds Obessionen von dem Toten Joe Gillis erzählen lässt, der in der ersten Szene leblos im Swimming Pool der Diva liegt ?

Es ist nicht die Freundschaft der Frauen, die gebrochen wird, sondern ihr privates Gefühl der Sicherheit. Dies ist hervorragend herausgearbeitet, der Schluß - es zerbricht ein Weinglas und man hört noch einmal im Off die stimme von Addie - ist ein bisschen mehrdeutig konzipiert. So keimt der Verdacht auf, die beste Freundin, die die Stadt verlassen hat, hätte da den drei Frauen noch eine kleine Lektion mit auf den Weg gegeben. Das Ensemble ist toll, am besten gefallen mir Linda Darnell und ihr spröder Ehemann, der von Paul Douglas gespielt wird. Ein echter Klassiker-Geheimtipp. In einer Nebenrolle ist die großartige Thelma Ritter zu sehen.


La strada
La strada
DVD ~ Giulietta Masina
Wird angeboten von RAPIDisc
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte von Zampano und Gelsomina..., 6. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: La strada (DVD)
Auch wenn es schon vor "La Strada" einige wichtige Roadmovies wie etwa Frank Capras "Es geschah in einer Nacht" oder John Fords "Früchte des Zorns" gab, gilt der italienische Neorealismus-Klassiker aus dem Jahr 1954 irgendwie als die Mutter dieses Genres, das dann etwa zehn Jahre später weltweit zum Siegeszug in den Kinos antrat und bis heute nichts von seiner Beliebtheit beim Publikum eingebüst hat. Der Film erhielt 1957 den Oscar als bester ausländischer Film, es war auch das erste Jahr mit fünf Nominierten. Die Jahre vorher wurde der Sieger intern bestimmt und ausgewählt.

Großartig nach wie vor sind die beiden Hauptdarsteller Giulietta Masina als Gelsomina und Anthony Quinn als Zampano. Die Masina hat man aufgrund ihres tragikomischen Spiels mit Charlie Chaplin, Harry Langon oder Stan Laurel verglichen. Auch Ähnlichkeiten mit den großen Pantominen Jean-Louis Barrault oder Marcel Marceau wurden bemerkt. Sie war eine Schauspielerin, die die aussergewöhnliche Gabe besas, das Erstaunen, die Ängste, die ausgelassene Freunde und die komischen Verdüsterungen eines Clowns spontan auszudrücken. Dies hat ihr Ehemann Fellini von ihr gesagt, der schon lange vorher einen Film plante, der auf seine Gattin perfekt zugeschnitten war. Ihr absolut ebenbürtig ist Anthony Quinn als Zampano, der sich wie schwerer und finsterer Schatten auf das unbeschwerte Gemüt des naiven, introveritierten und reichlich sonderbaren Mädchens legt.

Auf Jahrmärkten tritt der Schausteller Zampano (Anthony Quinn) auf. Die Heimat dieses ruhelosen Mannes ist die Straße, immer unterwegs von Ort zu Ort mit einem seltsamen Gefährt - halb Motorrad, halb Wohnwagen. Jetzt ist seine Partnerin Rosa gestorben und daher macht er Rast bei deren Mutter (Anna Primula), einer armen Witwe, die noch weitere jüngere Töchter hat und in größter Armut lebt. Das klobige Mannsbild mit verschlissenen Hosen und einem von mottenzerfressenen Pullover, Lederjacke und struppigem Haar mit Wollmütze kauft bei der armen Frau für 10.000 Lire die zweitälteste Tochter Gelsomina (Giulietta Masina). Das Mädchen wirkt arm im Geiste und hat ein allzu kindliches Gemüt, aber auch ein lachendes Herz. Nur ungern trennt sie sich von ihrer Familie, andererseits macht es ihr auch Spass von dem großen Zampano als Künstlerin ausgebildet zu werden. Anfangs ist Zampano geduldig, doch da Gelsomina etwas schwerer begreift und sich nicht an die vorgegebenen Texte hält, die sie aufsagen soll, kommt auch schon mal die Rute zum Einsatz. Die beiden bereisen gemeinsam die kleineren Städte. Gelsomina sagt als Clown den großen Maestro Zampano an, der sie inzwischen auch zu seiner Geliebten gemacht hat und dann vollzieht der starke Mann seine berüchtigte Kettensprengernummer. Immer wieder schleppt er fremde Frauen ab, lässt Gelsomina links liegen. Ein Fluchtversuch scheitert, da Zampano sie wieder einfängt.

Als sie beim Circus von Signor Giraffa (Aldo Silvani) anfangen, freundet sich Gelsomina mit dem Seilkünstler Matto (Richard Basehart) an, den Zampano von früher kennt. Matto bringt ihr auch das Trompetenspiel bei. Rasend vor Eifersucht kommt es beinahe zu einer Messerstecherei. Ein weiteres Engagement im Zirkus ist daraufhin weder für Matto noch für Zampano unmöglich. Gelsomina hat sich mit ihrem Schicksal nicht nur abgefunden, sie empfindet auch eine starke Zuneigung zu Zampano. Aber die wird nicht so erwidert wie gewünscht, auch sämtliche Versuche mit diesem groben Klotz ernsthaft ins Gespräch zu kommen, scheitern. Schicksalhaft ist dann die nächste Begegnung der beiden Männer auf der Landstraße, wo Matto eine Reifenpanne hat. Es kommt zur Schlägerei. Zampano erschlägt unbeabsichtigt seinen Kontrahenten und verschwindet. Gelsomina wird mit diesem Erlebnis nicht mehr fertig. Sie scheint wahnsinnig zu werden. Mit ihrem Zustand kann er noch weniger umgehen und er lässt sie schlafend an einem Rastplatz zurück. Jahre später und immer noch auf Wanderschaft erfährt er in einem beiläufigen Gespräch, dass Gelsomina gestorben ist. Er betrinkt sich sinnlos, sucht Streit und geht ans Meer, wo ihn am Strand zum ersten Mal ein Gefühl von Einsamkeit überfällt. Er weint über den Verlust...

"la Strada" ist ein sehr schillernden Film des Genres "Neorealismus", was Fellini ja zwangsläufig Kritik einbrachte, da die Vieldeutigkeit und Verschwommenheit der Geschichte dem Anliegen und den Vorgaben fast schon widersprechen. Dennoch ist dieser traurige und poetische Film eine Sternstunde des italienischen Films geworden, neben "Satyricon" und "Die Nächte der Cabiria" mein Fellini Favorit. Es ist die wehmütige Geschichte einer Liebe, bei dem der grobe Mann erst zu spät erkennt, was er verloren hat. Gezeigt wird kein Bilderbuch-Italien für die vielen Menschen, die Italien in diesem Jahrzehnt als Ferienland entdecken. Es sind hässliche, halbfertige und fast schon abgerissene Wohnbetonklötze, die Fellini zeigt. Die Gaukler mit ihren schrägen Nummern, auch Zampano und Gelsomina haben ein fürchterlich schlechtes und völlig unkomischen Komiksketch einstudiert, sind Lichtblicke für die Menschen, die neben häßlichen Industrieanlagen wohnen. Auch der spätere Fellini mit viel Gespür für ambivalente Momente deutet sich mit der Kirchweih Szene schon an. Ein Film, der die Kraft des Gefühls beschwört und auch heute noch immer noch sehr bewegt. Die deutsche Synchronisation mit dem übertrieben italienischen Akzent wirkt heute etwas seltsam. Zum Glück ist auf der DVD auch die italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln vorhanden.


Sabotage - Alfred Hitchcock
Sabotage - Alfred Hitchcock
DVD ~ Sylvia Sidney
Wird angeboten von PWT Medien
Preis: EUR 5,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Terror in London...., 6. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sabotage - Alfred Hitchcock (DVD)
Alfred Hitchocks "Sabotage" entstand 1936 und gehört zu seiner englischen Phase, bevor er ab 1940 nach Hollywood ging und dem dort nach einem gewaltigen Flop "Riffpiraten" mit "Rebecca" gleich ein Volltreffer und Oscargewinner gelang. Aber bereits unter seinen englischen Thrillern aus dem 30er Jahren waren echte Meisterwerke. Unvergessen sind "Die 39 Stufen" (1935) und "Eine Dame verschwindet" (1938). Gut gelungen sind auch "Jung und unschuldig" oder "Geheimagent". Nicht zu vergessen sein 1936 entstandener "Sabotage", der auf dem Roman "Geheimagent" von Joseph Conrad basiert, aber vom Namen her umgeändert werden musste, weil Hitchocks Vorgängerfilm auch den Namen "Geheimagent" trug.

Im Grunde ist ein kleiner Junge im Alter von 10 Jahren der Star des Films, denn seine dramatische Szene bleibt unvergessen und ging in die Filmgeschichte ein. Stevie (Desmond Tester), so heißt der aufgeweckte, aber doch etwas melancholisch wirkende Junge, der irgendwie Beschützerinstinkte weckt. Er wächst bei seiner älteren Schwester Sylvia (Sylvia Sidney) auf, die mit dem gütigen und wesentlich älteren Carl Verloc (Oscar Homolka) verheiratet ist. Man merkt sofort, dass Sylvia den Kinobetreiber nicht aus Liebe geheiratet hat, wohl eher waren es wirtschaftliche Erwägungen und immerhin sorgt er auch für ihren kleinen Bruder. Der Film beginnt im abendlichen London, die Leute wollen ins Kino Bijou, einen Film ansehen. Bezahlt haben einige schon für ihr Ticket, doch dann gibts ein Blackout. Alles ist Dunkel. Kurz zuvor sah man eine grell leuchtende Glühbirne immer wieder flackern, dann ein Bild von London mit all seinen Lichtern bei Nacht. Nun ist der Strom weg. Stromausfall. Die Arbeiter im Elektrizitätswerk finden schnell heraus was passiert ist. Es war ein Sabotageakt.

Gleich danach zeigt das nächste Bild einen Mann im Dunkel, der sich heimlich nach Hause schleicht. Es ist Verloc. Hinter seiner gütigen und gutbürgerlichen Fassade steckt ein Saboteur. Dabei ist er weniger an dem Terror interessiert wie seine Auftraggeber, die durch böse Aktionen die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen wollen. Verloc geht es ums Geld. Doch der Stromausfall führt lediglich dazu, dass es an der Kinokasse zu einer erregten Diskussion zwischen Sylvia und den zahlenden Kunden kommt, die ihr Geld zurück wollen. Immerhin bekommt sie Unterstützung von Ted Spencer (John Loder), der neuerdings am Gemüsestand in der Nachbarschaft arbeitet. Währenddessen hat sich ihr Mann schon ins Bett gelegt und tut so als ob er geschlafen hätte. Er sagt seiner Frau, dass sie den Kunden das Geld erstatten soll, denn er hätte bald viel Geld zu erwarten. Doch er verschätzt sich. Der Auftraggeber gibt ihm keine Entlohnung für die getätigte Sabotage, da sie bei den Menschen wie ein Lachnummer wirkte. Doch Verloc bekommt eine weitere Chance. Er soll sich mit einem Bombenbastler treffen und Sprengstoff abholen und die soll dann an einem belebten Samstag mitten in der Innenstadt explodieren. Eine Tragödie bahnt sich an...

Tragödie deshalb, weil der kleine Stevie durch einen blöden Zufall zum Transporteur der Bombe wird, ohne es zu wissen. Sie soll um 1 Uhr 45 hochgehen, der Junge wird von Verloc beauftragt das Gefahrengut - als Filmmaterial getarnt - bis 1 Uhr 30 am Zielort abzugeben. Doch der Junge trödelt und wird auch noch ein paarmal in der Stadt aufgehalten. Irgendwann ist er tot, zerissen von einer Bombe, wo der doch noch einige Sekunden vorher in der Straßenbahn neben einer alten Dame saß und mit deren kleinem Hund spielte. Es ist einer der ganz wenigen Thriller aus dieser Zeit, in denen ein Kind ums Leben kommt. Und dieser Schock bestimmt dann nach einer Stunde diesen spannenden Film, denn aus dieser Tragödie entwickelt sich die tödliche Dynamik fort.


Schweigende Lippen / Johnny Belinda
Schweigende Lippen / Johnny Belinda
DVD ~ Lew Ayres
Wird angeboten von ruckzuckversand
Preis: EUR 15,99

4.0 von 5 Sternen Das taubstumme Mädchen..., 6. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schweigende Lippen / Johnny Belinda (DVD)
Mit "Die Wendeltreppe" von Robert Siodmak landete die RKO einen Riesenhit. Großen Anteil daran hatte die taubstumme Filmfigur Helen, gespielt von Dorothy McGuire, die vor einem irren Mörder Angst haben muss. Daher wollte Erfolgsproduzent Jerry Wald den Studioboss Jack Warner überzeugen, die Filmrechte an dem Theaterstück "Johnny Belinda" zu erwerben, denn auch hier war die Hauptfigur ein taubstummes Mädchen. Warner war zunächst skeptisch und konnte sich nicht vorstellen, dass es Zuschauer gibt, die einen Film sehen wollen, in dem die Hauptdarstellerin kein einziges Wort sagt. Er ließ sich dann aber vom guten kassenerfolg des Siodmaks Thrillers endlich überzeugen. Um sich auf die Rolle vorzubereiten, lernten Jane Wyman und Lew Eyres die Taubstummensprache und die Hauptdarstellerin verbrachte sogar ganze Tage mit Wachs in Ohren, um ein Gefühl für dieses Handikap zu beommen. Die Dreharbeiten fanden in Fort Bragg, ein Kleinstadt in Kalifornien statt und danach lag der fertige Film noch ein Jahr im Archiv, ehe sich Warner entschide den Film in den Verleih zu geben. Wie unrecht er doch mit der Figur der Taubstummen hatte...Jane Wyman erhielt einen Oscar für die beste Hauptrolle als Taubstumme und es sollte nicht die letzte in der Oscar-History sein. Marlee Matlin bekam 1987 den Preis als Gehörlose in "Gottes vergessene Kinder" und als Stumme triumphierte Holly Hunter mit "Das Piano" im Jahr 1993. Insgesamt konnte "Johnny Belinda" (deutscher Titel: Schweigende Lippen) 12 Oscarnominierungen im Jahr 1949 erreichen.

Die brutale Geschichte ist angesiedelt auf der Insle Cap Breton in Neuschottland an der Ostküste Kanadas. Irgendwann am Ende des 19. Jahrhunderts. Mit Dr. Richardson (Lew Ayres) kommt ein neuer Arzt auf die Insel, die Bewohner sind aber allem Neuen erstmal skeptisch bis misstrauisch gesinnt. Aber der Arzt hat auch Zuspruch und ist als Junggeselle für einige Frauen nicht uninteressant. So wird er von seiner Sekretärin Stella (Jan Sterling) regelrecht angehimmelt, aber er bemerkt die Schwärmerei überhaupt nicht. Als er eines Abend auf Bitten der Farmerin Aggie McDonald (Agnes Moorhead) sich eine kranke Kuh ansehen soll, wird er zum erfolgreichen Geburtshelfer des Tiers und lernt dabei die Halbwaise Belinda (Jane Wyman) kennen, die weder sprechen noch hören kann. Ihr Vater Black McDonald (Charles Bickford) hat früh seine Frau verloren und kümmert sich vor allem seine Schwester Aggie um das Mädchen. Durch ihr Gebrechen gilt das Mädchen bei der unwissenden Bevölkerung als extrem dumm und man behandelt die junge Frau mit ihrer Behinderung wie eine Idiotin. Erst der Arzt kann durch sein Wissen den Vater davon überzeugen, dass man durchaus mit einem taubstummen Menschen kommunizieren kann. Er lernt ihr schreiben und lernt ihr die Taubstummen- und Gebärdensprache. Eines Tages wird Belinda vom Fischer Locky McCormick (Stephen McNally) vergewaltigt. Locky hat auch in der Zwischenzeit erfolgreich um die hand von Stella angehalten, die leider immer mehr bemerken musste, dass ihre heimliche Liebe keine Notiz von ihr nimmt. Die frevelhafte Tat bleibt unbemerkt, doch bei einer Untersuchung, die von Dr. Richardson angeregt wird, weil dieser mehr Klarheit über mögliche Fähigkeiten haben möchte, kommt heraus, dass Belinda schwanger ist. Der ganze Ort geht nun davon aus, dass der Arzt Vater des Kindes ist und bald wird er und auch die Familie McDonald geächtet...

"Schweigende Lippen" ist ein gut gemachtes Melodram von Jean Negulesco, der ursprünglich aus Rumänien stammte und in Hollywood Klassiker wie "Als Salontiroler", "Die Maske des Dimitrios", "Humoresque", "Wie angelt man sich einen Millionär", Drei Münzen im Brunnen" oder "Daddy Langbein" inszenierte. Wobei "Schweigende Lippen" der an der Kasse erfolgreichste blieb. Er hatte sogar die meisten Kinozuschauer des Jahres und spielte fast 10 Millionen Dollar in den USA ein. An der spannenden Machart gibt es kaum was auszusetzen. Ein gutes Melodram, das vor allem durch das gute Spiel der Darsteller lebt. Dabei überzeugt die damals schon 29 Jährige Jane Wyman als junge Belinda und strahlt vor allem in den Close ups viel Wärme aus. Lew Ayres bleibt vielleicht etwas blass, aber dennoch wars für ihn ein zweiter Riesenerfolg nach "Im Westen nichts Neues" und einer Zeit der Arbeitslosigkeit als Schauspieler, weil man ihn als bekennenden Kriegsdienstverweigerer nicht engagierte. Erst als bekannt wurde, dass er als Sanitäter für die US Army Medical Corps in Neuguinea und auf den Philippinen gearbeitet hatte, war er wieder rehabilitiert.

Sehr gut auch Agnes Moorehead, Jan Sterling und Charles Bickford, der sich in einer der besten Szenen des Films einen Kampf auf Leben und Tod mit dem Übeltäter Stephen McNally liefert. Er kommt dabei ums Leben und dieses Verbrechen soll nie aufgedeckt werden und er wird als vermeintliches Unfallopfer begraben. Kameramann Ted McCord, der auch für die Bilder in "Der Schatz am Sierra Madre" verantwortlich war, erhielt natürlich auch eine der 12 Oscar-Nominees. Es sollte nicht seine letzte sein...auch für "Meine Lieder, Meine Träume" wurde er für den Oscar vorgschlagen.


Crimson Peak
Crimson Peak
DVD ~ Mia Wasikowska
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die blutrote Spitze...., 6. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Crimson Peak (DVD)
Bei "Crimson Peak", dem neuen Film von Mexicos Starregisseur Guillermo del Toro, fällt die Ähnlichkeit mit einigen seiner früheren Filme sofort auf. Wie bereits in dem grandiosen "The Devils Backbone" und in seinem Publikumserfolg "Pans Labyrinth" zeigt er eine Geschichte, die von Geistern oder einer anderen Welt erzählt, in der einer oder gar mehrere der Figuren eintauchen können. "The Devils Backbone" präsentierte einen Geist eines Jungen, der dem kleinen Carlos ein Unglück prophezeit. In "Pans Labyrinth" entdeckt das kleine Mädchen Ophelia eine anderen phantastische Welt, in den Feen und ein Pan vorkommt.

Auch die kleine Edith (Sofia Wels) aus "Crimson Peak" hat nach dem Tod ihrer Mutter bereits Geistererscheinungen. Ihre Mutter (gespielt von Doug Jones, der auch den Geist der Lady Sharp mimt) erscheint als böses, furchterregendes Wesen, dass das kleine Mädchen mit den Worten "Hüte dich vor Crimson Peak" warnt. Weder als Kind noch als junge hübsche Frau (Mia Wasikowska) kann sich Edith aber einen Reim auf diese Warnung machen, obwohl sie den Geist ihrer Mutter noch einmal mit der selben Warnung wahrnahm. Die Geisterwelt hat sie aber nie wieder losgelassen und sie schreibt gerne Geistergeschichten. Ihr Vater Carter Cushing (Jim Beaver) ist Bauunternehmer und lebt mit seiner Tochter in Buffalo. Insgeheim schwärmt der junge Arzt Dr. Alan McMichael (Charlie Hunnam) für Edith, doch sie bleibt introvertiert und eher verschlossen. Als der schottische Adelige Thomas Sharpe (Tom Hiddleston) bei ihrem Vater auftaucht und mit einer neuen Erfindung einen finanziellen Sponsor sucht, erhält er von diesem eine extreme Abfuhr - jedoch kann er Edith mit seiner charmanten Art schnell um den Finger wickeln.

Sie verliebt sich in den geheimnisvollen Mann, der immer in Begleitung seiner älteren Schwester Lucille (Jessica Chastain) auftaucht. Cushing ist misstrauisch und beauftragt ein Detektivbüro, der sich die Sharpes mal genauer ansehen soll und tatsächlich findet sich in den Nachforschungen Dinge, die eine Heirat unmöglich machen. Er sagt seiner Tochter aber nichts davon und einigt sich mit den Geschwistern auf einen finanziellen Deal, wenn sie schnell verschwinden. Am anderen Tag ist der Vater tot - ein Unfall soll es sein, doch der Zuschauer weiß mehr - und Edith flüchtet in die Arme von Thomas, heiratet ihn und folgt ihm in ein heruntergekommenes Schloß namens Allerdale Hall in den Highlands Nordenglands. Es ist der Stammsitz der Familie und dort lebt auch Lucille. Sehr schnell wird das Anwesen zum Alptraum, denn das Herrenhaus, das auf einem Tonvorkommen erbaut wurde, beherbergt Geister....

und auch optisch wirkt es wie ein Blutschloß, denn in dem Gebäude, dass immer weiter einsinkt, quillt zeitweise eine rote Masse aus den Wänden und Böden, man muss den Eindruck bekommen, dass das Haus "blutet". So sind wir schon bei der großen Stärke von "Crimson Peak" - optisch ist das ein totaler Genuss und selten hat der Zuschauer ein überzeugenderers Setting, eine bessere Ausstattung gesehen als hier in diesem "Gothic Horror" Film. Optisch passt das alles perfekt - dieses Herrenhaus, das Motiv mit den Schmetterlingen und den Schädlingen. Es geht dabei um die Liebe, einerseits hell und ein anderes Mal dunkel. Beide sind im Streit miteinander, dabei ist Mia Wasikowska wie immer überzeugend, aber Jessica Chastain hat den interessanteren Part. Wenn "Primson Peak" dennoch - trotz aller Vorzüge, einer guten Spannung - nicht ganz die Qualität seiner Meisterwerke erreicht, dann ist es deshalb, weil sich del Toro hier nie so ganz entscheiden kann zwischen GothicThriller, Lovestory und Geistergeschichte. Letzere hat im Hauptteil des Films nur noch die Funktion von Gruselschauwerten, die zwar schön anzusehen sind, einen wohligen Grusel erzeugen - aber für die Geschichte letztlich kaum von Belang ist. Orientert hat sich del Toro an den 60s Spukhausklassikern wie "Bis das Blut gefriert" von Robert Wise oder "Schloß des Schreckens" von Jack Clayton, aber das waren eher richtige Geistergeschichten. Optisch ist "Crimson Peak" aber viel näher an den toll fotografierten und erlesen ausgestattetten Klassiker der Hammerstudios. Insgesamt also grandios und opulent dargeboten, aber inhaltlich vielleicht einen Ticken zu überfrachtet.


Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse
Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie-Apokalypse
DVD ~ Tye Sheridan
Preis: EUR 10,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Pfadfinder der Herzen..., 3. April 2016
Der Regisseur von "Scouts vs. Zombies - Handbuch zur Zombie Apocalypse" heißt Christopher B. London und ist der Sohn des leider viel zu früh verstorbenen Fernehstars Michael Landon (Die kleine Farm, Bonanza). Dabei ist diese Horrorkomödie nicht seine erste Arbeit beim Film, er verfasste bereits die Drehbücher für "Disturbia" sowie für "Paranormal Actifity 2 - 4" und inszenierte "Paranormal Actifity - Die Gezeichneten". Mit seinem Zombiesplatter-Fun gelang ihm ein vergnüglicher Partystreifen, der filmischen Verwandten wie dem kanadischen "Tucker and Dale vs. Evil" ebenbürtig ist und sich mit diesem als Double Feature förmlich aufdrängt.
Natürlich ist die Idee nicht neu Zombies ins Komödienfach zu verlegen. Da gabs schon "Fido" von Andrew Currie oder "Warm Bodies" von Jonathan Levine. Beide Filme hatten einen Untoten als Helden der Geschichte, doch Christopher B. Landon ging andere Wege und machte drei Pfadfinder zu den Helden seiner Geschichte.

Vorsicht SPOILER: Es sind dies die Aussenseiter Ben (Tye Sheridan), Carter Grant (Logan Miller) und Augie (Joel Morgan), die einzigen High-School Studenten, die Mitglied der Pfadfindergruppe sind. Immer wieder versuchen die drei mit der tatkräftigen Unterstützung ihres Scout-Leaders Rogers (David Koechner) neue Jungs als begeisterte Mitglieder zu rekrutieren und immer wieder misslingen diese Versuche. Es ist richtig uncool geworden ein Pfadfinder zu sein. Das macht sich auch im realen Leben bemerkbar, die Girls scheinen sich auch eher für die smarten Typen wie Jeff (Patrick Schwarzenegger) zu interessieren, die normaleren Hobbies wie Football oder Partys nachgehen. Schade, denn gerade Ben ist schon länger heimlich in Kendall (Halston Sage) verschossen, aber sie scheint einfach unerreicht zu sein. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie Carters ältere Schwester ist. Und seit kurzem mit Jeff rumhängt. Um ganz normal auch bei den Mädels landen zu können, tragen sich Ben und Carter mit dem Gedanken die Scouts zu verlassen. Doch sie hatten bislang noch nie den Mut gehabt, ihrem besten Freund Augie dies zu sagen. Aber vielleicht ist an diesem Abend die richtige Gelegenheit dazu, denn Augie bekommt ein neues Abzeichen und die drei werden gemeinsam mit Führer Rogers draussen im Wald zelten und dort übernachten. Rogers selbst scheint ein komischer Kauz zu sein, der eine besondere Liebe für Dolly Pardon hegt. Was allerdings dramaturgisch keine Rolle spielt, aber später in einer Szene, die in seinem Haus spielt, niemanden überraschen soll. Vor dieser Nacht überfahren Ben und Carter einen Hirsch und treffen dadurch auf Jeff, der in seinem Schlitten mit Kendall und Chloe (Niki Koss) an der Unfallstelle vorbeikommt. Sie bekommen immerhin eine Einladung von Jeff zu der angesagten Party, die heute stattfinden soll. Da ist es dann auch nicht weiter relevant, dass das Tier, das noch vor einigen Minuten tot auf der Straße lag, urplötzlich verschwunden scheint.

In einer ersten Szene des Films bekommt der Zuschauer mehr Wissen als die Protagonisten zugespielt. Aus einem Labor bricht ein Untoter aus und beißt sich durch die Kleinstadt. Alle von ihm gebissenen werden zu Zombies und beißen selbst....somit ideales Futter für den Horrorfilm, da die sich daraus resultierenden Aktionen einer sicheren Struktur folgen. Diese erste Szene hat zwar einige witzige Elemente, im Grunde ist sie aber die doofste Szene des ganzen Films. Also keine Sorge: In dem Moment, wenn unsere drei Helden auftauchen, wird der Film gut von dem Trio bis zum Schluß getragen und man kann sich - neben einigen sehr ekligen, derben, blutigen und zotigen Szenen - an einer sympathischen Geschichte erfreuen, die die drei Aussenseiter zu Helden werden lässt, die mal schnell die Welt in ihrer Stadt retten müssen. Dies läuft sehr witzig und sehr charmant ab. Tye Sheridan nach seinen ernsten Rollen in "Tree of Life", "Mud" und "Joe" ganz ungewohnt im Fach des Humors. Und dies tut er ausserordentlich gut, denn er ist die feste und ernsthafte Größe im kuriosen Trio, das mit dem völlig durchgeknallten Carter, gespielt von Logan Miller und dem dicken Augie, der von Joel Morgan verkörpert wird, komplettiert wird. Gemeinsam sind sie stark und so lautet auch die Botschaft des Films über diese gemeinsame Stärke der Freundschaft, die vorher durch eine Prüfung gehen musste. Die Jungs sind dabei alles andere als Verlierer, denn sie packen an und bewaffenen sich mit feinster Ausrüstung für den Kampf gegen die Zombies und sie haben nicht vor Gefangene zu machen. Also auf zum Zerplatzen der Köpfe...unterstützt werden sie dabei von einer Striptänzerin---äh Cocktail Mixerin Denise (Sarah Dumont), die auch nicht lange fackelt, sondern lieber gleich losballert und ganz nebenbei dem unsicheren Ben die Unsicherheiten beim anderen Geschlecht wegküsst.

Auch an guten Effekten - handmade Style - wird nicht gespart: So werden nicht nur Menschen zu übel aussehenden Zombies und singen Britney Spears Songs, sondern Hirsche mutieren zu fiesen Angreifern, ganz zu schweigen von den vielen Katzen der Nachbarin Mrs. Fielder, gespielt von Oscarpreisträgerin Cloris Leachman, die am 30. April 2016 ihren 90sten Geburtstag feiert.


Fahrraddiebe (2 DVDs)
Fahrraddiebe (2 DVDs)
DVD ~ Vittorio de Sica

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Odyssee von Vater und Sohn...., 1. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fahrraddiebe (2 DVDs) (DVD)
Vittorio de Sica drehte sein Meisterwerk "Fahrraddiebe" (Original: Ladri di Bicilette) im Nachkriegsjahr 1948 mit Laien auf den Straßen von Rom. Man wird sehr wehmütig, wenn man diesen großartigen Klassiker ansieht, denn solche Filme werden heute leider nicht mehr gedreht.
Dabei ist es eine denkbar einfache Geschichte, die sich auf zwei Ebenen abspielt. Einerseits entstand aufgrund der Fülle von Schauplätzen und Situationen ein überzeugendes und atmosphärisch dichtes Panorama italienischer Wirklichkeit aus jeden Tagen. Die Armut und die hohe Arbeitslosigkeit sind allgegenwärtig.

Da wird dem Zuschauer einmal ein Einblick in eine riesige Lagerhalle geboten, in der sich bis zur Decke Tausende von kleinen, zusammengeschnürten Bündeln auf Eisenregalen stapeln. Der Mitarbeiter klettern ohne Hilfe einer Leiter auf diesen Regalen herum, um die neue gebrauchte Ware dort zu lagern. Ein sehr eindringliches Bild in diesem Pfandhaus, denn die hungernden Menschen geben dort ihre letzten Habseligkeiten ab, damit sie was auf dem Teller haben. Ein trauriges Bild. Für den armen Arbeiter kann ein geringfügiges Mißgeschick gleich zur Existenzfrage werden. Man wird bestohlen und in der Verzweiflung wird man selbst zum Dieb...der Kreis schließt sich ein armer Teufel wird von einem anderen armen Teufel beklaut. Die zweite Ebene ist das Verhältnis der beiden Hauptfiguren Vater und Sohn, die Beziehung leidet aber im Laufe der Handlung unter der zunehmenden Verzweiflung des Vaters. Am Ende wird der kleine Junge die dramatische Situation seines Vaters mit ganzer Wucht begreifen.

Um seine Familie durchzubringen, hat Antonio Ricci (Lamberto Maggiorani) sein Fahrrad im Pfandhaus abgegeben. Die Arbeitslosgkeit zwang den gelernten Maurer zu diesem Schritt. Doch nun hat er die Chance als Plakatkleber für die Stadt einen sicheren und guten Arbeitsplatz zu bekommen. Die einzige Voraussetzung ist, dass er ein Fahrrad hat. Denn er muss in der ganzen Stadt Plakate aufhängen und das geht zu Fuß sehr schlecht. Mit dem letzten Besitz, der Bettwäsche, lösen er und seine Frau Maria (Lianella Carell) wird das wichtige Gefährt wieder ausgelöst. Stolz fährt Antonio am ersten Arbeitstag los, er setzt seinen 7jährgen Sohn Bruno (Enzo Staiola) an der Tankstelle ab, wo der sich ein paar Lire verdienen kann. Nun beginnt das Plakate-Ankleben. Das Filmposter "Gilda" mit dem Portrait der Leinwandgöttin Rita Hayworth muss nun ohne Falten an die Wände geklebt werden. Doch bereits nach einer Stunde wird ihm sein Rad, die Existenzgrundlage, von einem Dieb (Vittorio Antonucci) gestohlen. Der junge Dieb kann entkommen, denn möglicherweise arbeitet er zusammen mit einer ganzen Band von routinierten Fahrraddieben.

Nun folgt am anderen Tag eine durch absurde Hoffnung angetriebene Odysee durch das Rom der Trödelmärkte an der Porta Portese. Mit dabei seine Freunde und der kleine Bruno. Doch so einfach ist es nicht ein gestohlenes Fahrrad wieder zu beschaffen. Was folgt ist eine Suche in der Vorstadt mit all ihren Trattoiren und Tavernen. Die Hektik der Stadt ist spürbar, ebenso die Verzweiflung von Sohn und Vater, die an verschiedenen Schauplätzen wie Kirchen, Laientheatern, Bordellen oder Fußballstadien vorbeikommen. Als er den Dieb tatsächlich stellen kann, fehlt ihm aber der Beweis. In seiner Verzweiflung schickt er Bruno heim und versucht selbst ein Rad zu stehlen. Er wird aber auf frischer Tat gefasst und gestellt. Bruno, der sich noch in der Nähe seines Papas aufhielt, wird am Ende zur Schlüsselfigur der Geschichte. Er sieht wie fremde Leute seinen Vater beschimpfen...

Und wird am Ende zum Helden der Geschichte, denn seine Tränen sorgen dafür, dass der Bestohlene von einer Anzeige absieht. Die letzte Enstellung zeigt Vater und Sohn in eine ungewisse Zukunft laufen. Bruno fasst den Vater an der Hand. Ein extrem schöner und auch trauriger Film. Es gibt nur wenige Filme, die eine so hohe emotionale Nachwirkung entfalten wie "Fahrraddiebe" - ein Meisterwerk ohne Frage. Der Film zwar zuerst nicht der große Kassenerfolg im Heimatland, aber gewann zunehmend durch seine Wertschätzung bei der internationalen Kritik mehr und mehr Beliebheit, was ihn dann auch langsam aber sicher doch noch zu einem langfristigen Publikumserfolg machten. Das großartige Werk gewann den Oscar als bester ausländischer Film und konnte sogar bei der ersten Umfrage der rennomierten Filmzeitschrift "Sight & Sound" im Jahr 1952 den ersten Platz als bester Film aller Zeiten belegen. In der aktuellen Umfrage im Jahr 2012 war er auch unter den besten 10 Filmen zu finden. Ein Urteil, dass ganz und gar verdient ist. "Fahrraddiebe" ist für mich noch vor "Der Leopard" und "La Strada" der besten italienische Film aller Zeiten, sicherlich einer der Filme für die Insel, wenn man nur eine Handvoll der Besten mitnehmen darf.


Die Erde bebt [VHS]
Die Erde bebt [VHS]
VHS

5.0 von 5 Sternen Die Fischer von Aci Trezza...., 1. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Die Erde bebt [VHS] (Videokassette)
Ursprünglich hatte Luchino Visconti eine kritische Trilogie über die Probleme der sizilianischen Schwefelarbeiter, der Fischer und der Bauern geplant. Doch gedreht wurde nur "Die Erde bebt" - ein realistisches Epos über die Fischer, das in einem kleinen Fischer dorf entstand und wo die Akteure sich und ihre Probleme vor der Kamera selbst spielen konnten. Doch der große Meisterregisseur beobachtete die Laiendarsteller nicht einfach , sondern er führte sie sorgsam. Die Kamera von Aldo Graziati setzt den Zuschauer unmittelbar ins Geschehen, raffinierte Bildkompositionen machten diesen Film - ebenso wie sein vielgerühmtes Regiedebüt "Ossessione" - zu einem Klassiker des Neorealismus.

Man kann darin auch Viscontis, der aus einem bedeutenden Adelsgeschlecht entstammte, große Sympathie für den Kommunismus erkennen. Ort der Handlung ist das kleine Fischerdorf Aci Trezza an der Ostküste von Sizilien, Italien. Der älteste Sohn Ntoni (Antonio Arcidiacono) ist erst vor kurzem aus dem Krieg heimgekehrt und ist nun das Oberhaupt seiner Familie, da der Vater von der See nicht mehr nach Hause kam und der Großvater langsam zu alt dafür ist. Unterstützt wird er von seinen jüngeren Brüdern und Schwestern, allen voran dem zweitältesten Sohn Cola (Giuseppe Arcidiacono). Ntoni ist der erste der sich gegen die Händler, die die armen Fischer schon seit Generationen ausbeuten, auflehnen will. Doch nicht jeder im Dorf will ihm folgen. Die Leute haben Angst vor Neuerungen und sind froh, dass sie mit dem geringen Lohn für ihren Fischfang immerhin überleben können, ein Dach über dem Kopf haben und nicht hungern müssen. Eines Tages kann Ntoni den Großvater dazu überreden, dass er die Verhandlungen mit den Händern führen darf - es kommt aber zu einer aggressiven Eskalation, aus Wut und Ärger wirft Ntoni die Wagen der Händler ins Wasser. Dies führt zur Verhaftung. Da die Händler die Fischer aber brauchen, kommen die rebellischen Fischer bald wieder auf freien Fuß. Die Familie wird ihrer Macht bewusst - die Händler brauchen die Fischer und als er vergeblich versucht Mitstreiter unter den anderen Fischern zu finden, um den Fang selbst in Catania zu verkaufen, nimmt er sein Schicksal selbst in die Hand. Eine Hypothek auf das Haus wird aufgenommen und er kauft sich ein Boot, mit dem er auf eigene Rechnung fischen kann. Der Anfang ist vielversprechend. Die Valastros werden beneidet, denn plötzlich scheint sich langsam aber sicher der Wohlstand einzustellen. Doch die Freude währt nicht lange. Ein Sturm zerstört das Boot. Damit beginnt der Abstieg. Die anderen Dorfbewohner lassen sie fallen, die Händler triumphieren und das Haus wird verpfändet. Bittere Zeiten brechen an, Cola verlässt die Insel um sein Glück anderswo zu machen, Ntoni muss wieder auf einm Boot der Händler Arbeit suchen...

Der Film dauert gut 2 1/2 Stunden, wird aber nie langweilig. durch die Spontaneität der unverbrauchten Darsteller wird interessanterweise immer wieder eine irritierende Spannung erzeugt. Die dokumentarische Reportage ist sehr dicht an der Wahrheit, man hat den Eindruck, dass hier alles real ist - nichts macht den Anschein einer gewissen Verfälschung für das Kinopublikum. Ein Kassenhit wurde "Dei Erde bebt" leider nicht, aber dafür einer der bemerkenswertesten Klassiker des italienischen Kinos der 40er Jahre. Manche Szenen bleiben im Gedächtnis haften, etwas die Frauen am Strand, die voller Angst aufs Meer hinausschauen, denn das Boot mit den Männern ist noch nicht heim gekommen.


Charlie Chaplin - Moderne Zeiten
Charlie Chaplin - Moderne Zeiten
DVD ~ Paulette Goddard
Preis: EUR 8,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tramp und das Mädchen..., 1. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Charlie Chaplin - Moderne Zeiten (DVD)
Maschinen sind für das Wohl der Menschen da, sie sollen Erleichterungen bringen...doch in Charlie Chaplins 1936 gedrehtem Meisterwerk "Modern Times" ist der Blick auf die moderne Technik alles andere als positiv. In den ersten Szenen wird der Arbeiter Charlie (Charles Chaplin) zum Opfer der Monotonie am Fließband. Er muss in jeder Sekunde funktionieren, jede Sekunde, die er nicht aufpasst wird als Fehler registriert und bringt das ganze Laufwerk der Firma in Gefahr. Nicht mal ne kleine Rauchpause wird ihm gegönnt. Der Chef des Stahlkonzerns (Allan Garcia) ist wie ein "Big Brother" unterwegs und sieht alles, was er über seine Monitore alle Arbeiter beobachten kann. Ein naher Verwandter zu Joh Fredersen aus Fritz Langs Film "Metropolis", der einige Jahre vorher entstand.

Eine riesige Maschine, die Charlie erfasst, zeigt eindrucksvoll die Bedrohung des neuen Menschen. Und spätestens mit dem Ausprobieren einer neuartigen "Frühstücksmaschine", die einige Wissenschaftler dem mächtigen Firmenchef vorstellen und wo Charlie als Versuchskaninchen fungieren muss, stirbt der Optimismus für eine positive Zukunft der Menschheit. Diese Szene mit dieser ominösen Essensmaschine, die Charlie bald an den Rand des Wahnsinns bringt ist eine der besten des Films. Das Lachen bleibt im Halse stecken. Im Vorspann dreht sich ein Sekundenzeiger über eine bildfüllende Uhr. Es erscheint dann das Bild einer Schafherde, in deren Mitte läuft ein schwarzes Schaf. Dann folgt das nächste Bild, Chaplin zeigt eine Masse von Arbeiter, die aus dem Schacht einer U-Bahn in die Fabrik eilen. Darunter auch der Antiheld, aber seine Tage in der "Electro Steel Corporation" sind gezählt, denn die Akkordarbeit macht ihn wahnsinnig und als er durchdreht wird er Patient einer Psychiatrie.

Bei seiner Entlassung wird er für den Rädelsführer von demonstrierenden Arbeitern, also Kommunisten, gehalten und kommt in den Knast. Doch dort kann er mit einer heroischen Tat (aufgrund von unfreiwilligem Schnupfen von Kokain) eine frühzeitige Entlassung erwirken. Eigentlich hat es ihm aber im Gefängnis gut gefallen. Draussen lernt er ein junges Mädchen (Paulette Godard) kennen, die ihren Vater verloren hat und um den Jugendamt zu entrinnen gefohen ist und seitdem als Landstreicherin gesucht wird. Die beiden beschließen zusammenzubleiben, doch es gibt wieder ganz viele Widrigkeiten. Am Ende wird er Kellner und Sänger in einem billigen Cafe, wo die Angebete bereits ein Engagement als Tanzmaus bekommen hat. Doch die Vergangenheit holt die beiden ein. Die Polizei will sie dem Jugendamt übergeben, wieder bleibt nur die Flucht. Das letzte Bild ist eine Filmszene für die Ewigkeit, beide laufen auf einer Landstraße in eine ungewisse Zukunft...

Chaplin war ja bekanntlich kein Freund des Tonfims. Er meinte, dass der Ton die älteste Kunst der Welt, die Kunst der Pantomine, zerstören konnte, die sich in der Filmkunst (notgedrungen) etabliert hat. Er sprach von der unerhörten Schönheit des Schweigens und gab dem Tonfilm kein Jahr, dann wäre diese neue Richtung völlig erledigt. Das war naürlich eine extreme Fehleinschätzung, nichtsdestotrotz hielt er auch lange am Stummfilm fest. So galt "Moderne Zeiten" als der letzte Stummfilm. Es gibt aber auch Sequenzen mit Ton. So hört man den Firmenboss schimpfen, Charlie selbst singt einen Song in "Kauderwelsch" und in einer sehr komischen Szene hört man das Grummeln und Gurren von Charlies Magen, der neben einer Pfarrersfrau sitzt, die schockiert ist von den Körpergeräuschen - aber dann auch von dem gleichen Magengrummeln befallen wird. "Moderne Zeiten" ist ein Film über den Kampf des Menschen gegen die Maschine und auch dem Kampf zwischen dem Einzelnen gegen Staatsmacht und dem gängigen Ordnungssystem. Die Weltwirtschaftskrise ist ständig präsent. Dennoch ist Chaplins Werk durchgehend ein positiver Film. Immer wieder gelingt es dem geschundenen und gestrauchelten Helden als Stehaufmännchen aus dem Fiasko aufzustehen. Sicherlich war auch Paulette Goddard ein Glücksgriff und gleichzeitig auch Inspiration für den Filmemacher. Sie vermittelte ihm etwas von einem Straßenjungen, das er gerne auf die Leinwand bringen wollte.


Bloodnight
Bloodnight
DVD ~ Elizabeth Cox
Preis: EUR 7,29

1.0 von 5 Sternen Geschnitten und ab in die Tonne...., 30. März 2016
Rezension bezieht sich auf: Bloodnight (DVD)
Scott Spiegel, der bereits am Drehbuch von Sam Raimis "Evil Dead 2" beteiligt war, gab mit dem Kultslasher "Bloodnight" (Originaltitel: Intruder) seinen Einstand als Regisseur. Es ist vielleicht bis dato sein bester Film, auch "From Dusk til Dawn 2" oder "Hostel 3" gehen auf sein Konto.
Zum Kult wurde er sicher nicht aufgrund seiner Handlung, aber die Fans fanden Gefallen an den originellen wie brutalen Slasherszenen. So sind auch die Cameo-Auftritte von Sam und Ted Raimi durchträngt mit Blut. Vorher werden aber die Köpfe von Fleischsägen in der Mitte zerteilt oder auf Fleischerhaken aufgespiest. Am Ende kommt auch noch "Evil Dead" Hero Bruce Campbell zu seinem 30 Sekunden Auftrtt als Officer, der denkt er habe die Serienkiller verhaftet.

Der Film braucht eigentlich sehr lange, bis es mal richtig zur Sache geht. Und alles spielt sich in oder auch vor einem örtlichen Supermarkt ab, der gerade schließt. Aber es gibt Ärger mit Craig Peterson (David Byrnes) dem Exfreund von Kassiererin Jennifer (Elizabeth Cox), der frisch aus dem Knast kommt und schon wieder mit Stalken anfängt. Sie bekommt aber Hilfe von ihrer Kollegin Linda (Renee Estevez), ihren Bossen Danny (Eugene Glazer) und Bill (Dan Hicks) sowie den jungen Kollegen Randy (Sam Raimi), Dave (Billy Marti), Bub (Burr Steers), Tim (Craig Stark) und Joe (Ted Raimi). Doch Craig kann sich befreien und verschwindet in der Nacht. Heute soll Sonderschicht gemacht werden und die Preise alle um die Hälfte reduziert ausgezeichnet werden. Den Grund erfährt das Team von Danny und Bill, die beschlossen haben den Laden zu verkaufen. So ist das nun die letzte Nacht und die letzte Schicht. Und dies meint auch ein Serienkiller, der sich mit dem Messer Zutritt ins Gebäude verschafft hat und im Dunkel der Lagerhallen auf seine Opfer wartet. Ist es etwa der als gewalttätig beschriebene Craig ? Und schon hat der Mörder auch zum ersten Mal zugeschlagen...

Mit einem relativ schmalen Budget wurde der Film 1989 realisiert und er war in Deutschland lange Jahre auf dem Index. Kein Wunder: Die Gore und Splatterszenen sind eklig und auch manchmal mit schwarzem Humor verfeinert. Die eine oder andere interessante Kameraeinstellung vertreibt die leicht langweilige Zeit bis dann mal etwas passiert. Sehr nett gemachte Kameraperspektiven wie etwa das Hochschauen vom Boden eines Papierkorbes aus, hoch zum Darsteller, der gerade den Müll entsorgen soll. Oder eine andere Einstellung zeigt den Supermarkt aus der Sicht des Einkaufswagens. Am Ende setzt Scott Spiegel noch einen bösen Überraschungseffekt dazu. Der Killer ist sehr irre und toll gemacht ist die Szene, in der er das Final Girl Jennifer über die Kaufhausregale aus verfolgt mit seinen irrsinnigen Augen und seiner wahnsinnigen Lache. Dennoch: Immer mal wieder bemerkt man, wie plump der Film doch eigentlich ist.

Ungeschnitten käme der Film auf akzeptable 3 Sterne, geschnitten gehört er nicht in den Warenkorb, sondern in die Tonne.


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