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Rezensionen verfasst von
Ray "rayw260" (Rheinfelden)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Die große Illusion - SZ-Cinemathek 94
Die große Illusion - SZ-Cinemathek 94
DVD ~ Jean Renoir
Wird angeboten von livres-et-dvds
Preis: EUR 16,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Überwinden der Grenze...., 15. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die große Illusion - SZ-Cinemathek 94 (DVD)
Erster Weltkrieg an der Westfront: Bei einem Aufklärungsflug werden der französische Jagdflieger Maréchal (Jean Gabin) und der hohe Stabsoffizier de Boeldieu (Pierre Fresnay) von dem deutschen Jagdflieger Major von Rauffenstein (Erich von Strohheim) abgeschossen und geraten in Kriegsgefangenschaft. Trotz allem herrscht gegenseitiger Respekt unter den "Feinden" und bevor die Franzosen ins Kriegsgefangenenlager abtransportiert werden, wird noch gemeinsam gegessen. De Boeldieu und auch Rauffenstein entstammen dem Adel und aufgrund der Klassenzugehörigkeit ist zu erkennen, dass sie sich wünschen, sie hätten sich unter anderen, friedlichen Umständen kennengelernt. Im Lager selbst machen die Gefangenen das Beste aus ihrer Lage - unter den wachsamen Augen der teilweise höflichen Wärter, beginnen die Franzosen einen Tunnel zu graben, der sie in die Freiheit bringen soll. Unter den Gefangenen ist auch der vermögende Jude Rosenthal (Marcel Dalio), der die Gruppe mit köstlichen Konserven seiner Verwandten versorgt, die Pakete werden auch zugestellt, da die Deutschen so auch die teure Verpflegung für Gefangene sparen. Die Männer üben mit dem Schauspieler Cartier (Julien Carette) auch eine Gesangsstil im Boulevard- und Burleskestil ein. Während dieser Aufführung trifft die Nachricht eintrifft, dass das hart umkämpfte Fort Douaumont wieder in französischer Hand ist. Vor lauter Begeisterung stimmt Marechal die Marseillaise an und landet dafür im Bunker. Derweil graben seine Kameraden weiter und in der Nacht soll es losgehen. Marcheal kommt sogar an diesem besagten Tag aus der Einzelhaft. Doch dann werden die Männer überraschend verlegt. Damit gibts auch ein Wiedersehen mit von Rauffenstein, der nach vielen schweren Verwundungen nun der Kommandant eines sicher geltenden Gefangenenlagers geworden ist. Die Gemeinschaft der beiden aus dem Adel stammenden Männer intensiviert sich. Um die Flucht von Marcheal und Rosenthal zu ermöglichen, fingiert Boeldieu selbst einen Ausbruchsversuch und ermöglicht den beiden Kameraden einen Vorsprung. Bei einer deutschen Bäuerin (Dita Parlo) finden die beiden vorübergehend Unterschlupf...
Das Filmdebüt von Jean Renoir, dem Meister des poetischen Realismus, entstand 1937 zu einer Zeit extremer wirtschaftlicher und politischer Turbulenzen in Europa. Noch lange nicht waren die Wunden des 1. Weltkriegs verheilt und das Drohen neuer Konflikte war spürbar. Rein oberflächlich gesehen ist sein Kriegsfilm, der im eigenen Genre sehr stark aus dem Rahmen fällt, ein pazifizistisches Plädoyer gegen die Flut nationalistischen Eifers und faschistischer Politik dieser Zeit. Vielmehr kritisiert der Film auch die Konstrukte, mit denen vorhandene Unterschiede zementiert werden können und die allesamt vom Menschen selbst gebaut werden. Renoir gelingt es die Menschen vernünftig zu zeichnen - es gibt keinen Hass. Aber allen ist klar, dass sie verschiedenen Herren dienen, die den Kampf befehlen. Also inmitten des Wahnsinns eines mörderischen Krieges sind die Menschen tagtäglich zu friedlichen Handlungen bereit. Auch wenn sie einen Tunnel graben. Renoir sieht in seinem Film weniger eine Schranke wegen der Rasse, dem Volk oder ethnischen Zugehörigkeiten. Vielmehr sieht er ein Problem darin, dass die Klassen untereinander vielmehr getrennt sind. So verstehen sich die Aristokraten untereinander gut (Rauffenstein und Boeldieu). Auch zwischen Marcheal und der deutschen Bäuerin existiert sehr schnell keine Fremdheit mehr. Der historisch wertvolle Film ist brilliant in seiner Objektivität. Er wurde zu seiner Zeit sowohl in Frankreich selbst als auch im benachbarten Ausland (Deutschland, Italien) geschnitten oder gar verboten. Seltsam das Gegenspiel von Militärismus und Pazifismus. Das Miteinander der beiden Aristokraten basiert beispielsweise auf Tugenden wie Ehre, Ordnung und gegenseitigem Respekt, die aus der Mode kommen - wie sie es in einem Gespräch untereinander formulieren und erkennen, dass ihre Zeit wohl abgelaufen ist. Somit sind die Deutungen, was eine große Illusion ist, vielschichtiger. Renoir könnte zwar die Illusion als eine Art Wunsch oder Zukunftsvision gemeint haben, dass nicht nur die Nationen, sondern auch die gesellschaftlichen Klassen sich irgendwann miteinander versöhnen. Im Bezug auf seine Entstehungszeit war es aber wohl eher auch schon ein resignierendes Element, dass man nicht aufhalten konnte. Der Weltfrieden war bald wieder in Gefahr. Das Darstellertrio Jean Gabin, Pierre Fresnay und der deutsche Erich von Strohheim spielen ihre Figuren grandios und mit viel Würde. Man empfindet Trauer darüber, warum es gelingt den Menschen immer wieder für den Krieg zu konditionieren. "Die große Illusion" zeigt eindrücksvoll, dass das Miteinander nicht verloren ist. Ein sehr schöner und wichtiger Klassiker der europäischen Filmgeschicht und einer der besten Filme der 30er Jahre. .


Das Cabinet des Dr. Caligari - inkl. 20-seitigem Booklet [Deluxe Edition]
Das Cabinet des Dr. Caligari - inkl. 20-seitigem Booklet [Deluxe Edition]
DVD ~ Conrad Veidt
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Mutter aller Horrorfilme in überwältigender Restauration..., 14. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der junge Francis (Friedrich Feher) sitzt mit einem anderen Mann auf einer Parkbank. Als er eine Frau (Lill Dagover) vorbeigehen sieht, erklärt er "Das war meine Braut und was ich erlebt habe, ist noch viel seltsamer als allws, was Ihnen begegnet ist, ich werde es Ihnen erzählen". In dieser Rückblende tut sich vor dem Auge des Zuschauers der Vorhang auf in die norddeutsche Kleinstadt mit dem Namen Holstenwall. Dort ist gerade Jahrmarkt und man sieht das Treiben im Städtchen verzerrt durch schräge Linien, schiefen Hausfassaden und Wände, geneigte Ebenen, unklare Wege oder schräg hängende Laternen. Dort lebt Francis und wird von seinem besten Freund Alain (Hans Heinrich von Twardowski) überredet sich ins Vergnüngen zu stürzen. Auf dem Jahrmarkt selbst gehört auch Dr. Caligari (Werner Krauss) zu den Schaustellern und Akteuren. Vom städtischen Beamten, der ihn sehr hochmütig und mit Verachtung behandelt hat, bekam er die Genehmigung, dass er sein Medium Cesare (Conrad Veidt), einen Somnambulen, präsentieren darf. Dieses zombieartige Wesen verbringt sein Leben in einem todesähnlichen Schlaf und kann nur durch die hypnotische Beeinflussung seines Meisters Caligari zum Leben erwachen. Das Publikum nähert sich neugierig. Noch während der Jahrmarkt im Gange ist, wird der Beamte, der die Genehmigung ausstellte, tot aufgefunden. Ein grässlicher Mord in der Kleinstadt, doch Francis und Alain befinden sich im Zuschauerraum und sehen die Erweckung des geheimnisvollen Mediums. Der Doktor gibt bekannt, dass Cesare in der Lage ist sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft zu sehen. Alain stellt ihm die Frage "Wie lange lebe ich noch ?", worauf das Medium "Bis zum Morgengrauen" antwortet. Ein Schock im ersten Moment, doch die beiden jungen Männer glauben der Wahrsagerei natürlich nicht und treffen auf dem Heimweg die hübsche Jane (Lil Dagover), in die sich beide Männer verlieben. Sie bemerken es und beschliessen, dass Jane entscheiden soll, wer ihr Herz erobern kann, Freunde wollen sie in jedem Fall bleiben. Dann ist Nacht. Am Morgen ist Alain tatsächlich tot. Wieder mit einem Messer, der zweite Mord innert weniger Stunden. Francis verdächtigt Caligari und beobachtet ihn. Dieser wacht neben einem sargähnlichen Kasten, in dem Cesare liegt. Dann geschieht ein dritter Mordversuch, der in letzter Sekunde von der Polizei vereitelt wird. War der Verdacht unbegründet ? Jedenfalls sitzt der vermeintliche Mörder im Gefängnis, aber dennoch wird Jane von Cesare in ihrem Bett angegriffen...
Am Ende einer wilden Verfolgungsjagd flieht Caligari in ein Irrenhaus. Francis scheint am Ziel seiner Ermittlungen im Fall Caligari angelangt zu sein: Es stellt mit Zeugen fest, dass Caligari mit dem Direktor identisch ist. Mit Hilfe hypnotischer Beeinflussung wollte der wahnsinnige Wissenschaftler die totale Manipulierbarkeit von Somnambulen nachweisen. Es bleibt allerdings ungeklärt, wie aus dem Diretor Caligari werden konnte, der im 18. Jahrhundert in Italien lebte und mit seinem Medium die Dörfer bereiste. Auch damals gabs immer wieder Morde, die in diesem Umfeld verübt wurden. Als Francis seine Erzählung beendet hat, geht er in das Anstaltsgebäude. Er begegnet dort Cesare, dem Direktor, auch seiner Braut Jane. Der Direktor sieht nun nicht mehr verrückt aus, sondern macht einen ganz normalen Eindruck. Francis selbst gehört zu den Insassen des Irrenhaus und unterliegt den dort geltenden Gesetzen der Realität. Der Direktor erklärt seinen Helfern, dass Franics ihn für diesen verstorbenen Caligari hält, dass er ihn aber nun, wo er die Krankheit kenne, den Mann heilen kann...,
Das hervorstechendste Merkmal dieses bahnbrechenden, expressionistischen Stummfilms aus dem Jahr 1920 ist weder die Geschichte noch die Thematik, sondern der Dekor. Ob aus ökonomischen oder künstlerischen Beweggründen, es war jedenfalls ein gewaltiger Schritt von den üblich naturalistischen Bauten zu dieser völligen Künstlichkeit der Welt des Doktor Caligari. Die Ausstatter Hermann Warm, Walter Reimann und Walter Röhrig waren Mitglieder der Berliner "Sturm" Gruppe und machten aus der finanziellen Not der Decla Filmgesellschaft eine innovative Tugend. Sie erstellten statt aufwendiger Kulissen aus Pappe, Leinwand und Sperrholz eine unnaturalistische Alptraumvision. Dadurch, daß alles irreal, gestaucht, kubistisch, schief, eben anders erscheint, akzeptiert man als Zuschauer selbst einen Jahrmarkt, der eigentlich nur aus einem Leierkastenmann, einem Treppengeländer, einigen angedeuteten Zelten, zwei stilisierten Karussells, diversen durchs Bild strömenden Statisten und einem gemalten Hintergrund besteht. Zur Amtsstube im Rathaus führen kafkaeske, endlos erscheinende Korridore. Autoritäten sitzen auf absurd hohen Stühlen, Schatten auf Wänden und Gesichtern sidnd aufgemalt. Besonders das fingerdicke Makeup von Conrad Veidt wirkt enorm geisterhaft.
"Das Cabinet des Dr. Caligari" ist ein Film von Robert Wiene aus dem Jahr 1919 und wurde bei seiner Uraufführung 1920 zum riesigen Kinoerfolg. Als Sensation galt, dass nun die Kunst Einzug in das noch neue Medium Film gehalten hatte. Aus diesen Grunde wurde der deutsche Film der Weimarer Republik weltberühmt und drohte Hollywood den Rang abzulaufen. Es enstanden weitere Meisterwerke wie "Der Golem" (1920, Carl Boese, Paul Wegener), "Nosferatu" (1922, F.W.Murnau) oder "Metropolis" (1927, Fritz Lang). Auch Jahrzehnte später ist der Einfluss dieses Kino-Frühwerks in der Filmgeschichte noch zu spüren - er ist so etwas wie der Archetyp des Psychothrillers, der tief in die Abgründe der Seele blickt und auch lange nicht alle seine Geheimnisse preisgibt. Sogar Martin Scorseses "Shutter Island" dürfte sehr stark von diesem Meisterwerk inspiriert worden sein.
Der Expressionismus selb ist eine den Anfang des 20. Jahrhunderts prägende Kunstrichtung. Durch die Vereinfachung der Formen und den Einsatz von kräftiger, kontrastreicher Farbgebung war es eine Gegenbewegung zum Realismus, Naturalismus und Impressionismus. Im Grunde eine Kunst des gesteigerten Ausdrucks. Die Erben dieser Filme können in den beiden Genres Film Noir und Horrorfilm angesehen werden. Am Ende erscheint die Handlung unwirklich, da sie sich scheinbar als Hirngespinst eines Insassen einer Nervenheilanstalt entpuppt. Doch diese Erklärung steht auf brüchigem Boden, da es offensichtlich ist, dass hier auch Autoritäten attackiert werden und die Figuren des Films Mühe haben mit der eigenen Identität. "Wer bin ich ? " steht allgegenwärtig im Raum und auch die bange Frage, wer das Gegenüber ist.
Siegfried Kracauer zog 1947 in seinem einflussreichen Buch "Von Caligari zu Hitler" eine interessante sozialpsychologische Parallele zwischen dem Filmstoff und dem aufkommenden Nationalsozialismus. So sieht er in Caligari eine der vielen Tyrannen-Figuren des Weimarer Republik. Die dem Drehbuch von Janowitz und Mayer durch Regisseur Robert Wiene hinzugefügte Rahmenhandlung interpretierte Kracauer als einen Akt politischer Verdrängung, da er die angebliche Intention des Films in sein Gegenteil verkehrt habe. Mit der Umkehrung der Rolle des Wahnsinnigen und des Gesunden sei die Autorität in Form Dr. Caligaris wieder bekräftigt worden. Für den Autor selbst, der die Allmacht der Staatsgewalt anprangern wollte, war Calgari das Symbol einer schrankenlosen Macht - die durch Militärdienstpflicht und Kriegserklärungen über Leben und Tod von Untertanen bestimmen können. Cesare dagegen das Bild des zum willenlosen Werkzeug abgerichtete kleinen Mannes und Francis fungiert als Vertreter der Vernunft und würde zumindest in eine positive Zukunft deuten, wenn da nicht Wienes fieser Widerhaken am Ende wäre, der Rätsel aufgibt.
Auf Grundlage des im Filmarchiv des Bundesarchivs erhaltenen Kameranegativs hat die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung eine digital restaurierte Fassung des Films in einer hochauflösenden 4 K-Version geschaffen. Die digitale Bildrestaurierung führte die in Bologna ansässige L'Immagine Ritrovata - Film Restoration & Conservation in den Jahren 2012 und 2013 aus, der Film erstrahlt somit jetzt in einem großartigem Glanz, wie es ihm auch gebührt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2014 12:54 PM MEST


Geraubte Küsse
Geraubte Küsse
DVD ~ Jean-Pierre Léaud
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Antoine wird langsam erwachsen..., 14. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Geraubte Küsse (DVD)
Die Filmfigur "Antoine Doinel" trat erstmalig im Jugenddrama "Sie küssten und sie schlugen ihn" im Jahr 1958 auf und ist eine Erfindung des Regisseurs Francois Truffaut. Er entschied sich im Laufe seines Filmschaffens diese Figur immer mal wieder auftauchen zu lassen. 1962 in den Episodenfilm "Liebe mit Zwanzig", danach folgten 1968 "Geraubte Küsse", zwei Jahre später ist Antoine sogar Ehemann in "Tisch und Bett". 1978 endet der "Antoine Doinel Zyklus" mit "Liebe auf der Flucht". Dabei weißt die sympathische, aber etwas labile Figur auch autobiographische Züge des Regisseur auf, Antoine war offensichtlich sein Alter Ego. Leider verstarb der Regisseur, der für seine Poesie in den Filmen bekannt wurde, viel zu früh 1984 an einem Gehirntumor.
Während in "Sie küßten und sie schlugen ihn" Antoine als Jügendlicher kriminelle und dissoziale Tendenzen aufweist, mit der Polizei Ärger bekommt und in einem Heim für Schwererziehbare landet, sieht es 10 Jahre später in "Geraubte Küsse" schon etwas positiver aus. Der junge Mann hat 3 Jahre freiwillig das Militär hinter sich, nun wird aber seinem Antrag auf Entlassung zugestimmt. Doch ohne Führungszeugnis - was man ihm verweigert - scheint die Aussicht auf dem Arbeitsmarkt auch nicht so rosig. Aber Antoine hat Glück, denn die Eltern (Daniel Ceccaldi/Claire Duhamel) seiner Freundin Christine (Claude Jade) haben Beziehungen und so bekommt der junge Mann sogleich einen Job als Nachtportier. Dort wird er von einem Detektiv (Harry-Max) ausgebootet, der mit seinem Klienten, einem gehörnten Ehemann durch Antoines Zutun das Zimmer betreten kann, indem die Frau gerade Ehebruch begeht. Er verliert den Job. Doch der nächste Arbeitgeber wartet: In der Detektei von Monsieur Blady (Andre Falcon) findet man Verwendung für ihn. Für Observationen scheint er zwar wenig geeingnet, aber seine Ermittlungen werden vom Boss gelobt. So muss er einem Zauberkünstler (Jacques Delord) nachstellen, der von seinem ehemaligen Mieter gesucht wird und der Schuhhändler Georges Tabard (Michael Lonsdale) will herausfinden, warum ihn keiner mag - weder Ehefrau Fabienne (Delphine Seyring) noch seine vielen weiblichen Angestellten, die ihn nicht nur hinter seinem Rücken "Dinosaurier" nennen, sondern auch offen Widerreden geben. So wird Antoine als neuer Versandchef in dessen Geschäft eingeschleust, um Informantion in dieser Sache zu sammeln. Doch er wirft ein Auge auf die Frau des Chefs...und sucht als Aussenseiter den Platz in der Gesellschaft, denn er lehnt sie nicht ab. Aber festlegen auf bestimmte Rollen und Vorgaben will er sich auch nicht. So experimentiert der junge Mann auch im Berufsleben - und darin erinnert er mich auch an mich als ich 25 war. Und das macht die Figur auch so authentisch und sympathisch - man fiebert in der leichten, sehr französischen Komödie immer mit ihm mit. Aber Antoine meistert die Situationen auch immer - wenn auch nicht immer konventionell. Der Filmtitel stammt vom Chanson "Que-rest-it-il.de nos amours" von Charles Trenet, dass am Anfang des Films zu hören ist und somit als Erkennungsmelodie dient. Der Film zeigt Antoine als entlassener Soldat, als Nachtportier, als Detektiv und zuletzt als Fernsehtechniker. In dieser Funktion gibts dann auch den notwendigen Impuls in der Freundschaft zu Christine - bei den beiden liefs nicht rund, sie trennten sich und am Ende frühstücken sie endlich gemeinsam und werden im Park von einem Mann angesprochen, der behauptet für Christine die große Liebe zu empfinden.
"Geraubte Küsse" entstand 1968 - also nach den Meisterwerken "Fahrenheit 451" und "Die Braut trug schwarz". Aber auch dieser leichte, poetische Filmhappen funktioniert prächtig - zum Lohn gabs auch eine Oscarnominierung im Jahr 1969 in der Kategorie "Bester ausländischer Film". Truffaut zog aber gegen Sergej Bondartschuks Version von Tolstois "Krieg und Frieden" den Kürzeren. Fünf Jahre später gelang ihm aber mit "Die amerikanische Nacht" dieser Triumph


Weisser Terror
Weisser Terror
DVD ~ William Shatner
Preis: EUR 11,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Agitator...., 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Weisser Terror (DVD)
Von Roger Cormans "Weißer Terror", der war mir bislang unbekannt war, bin ich auf Anhieb begeistert und ich habe den Eindruck jetzt endlich einen wichtigen US-Filmklassiker neu für mich entdeckt zu haben. Der Film über Rassismus im ländlichen Süden der USA entstand 1962 und hat eine Sonderstellung im Werk von Corman, dem Meister des B-Pictures. Cormans bekanntesten Filme sind die stilvollen Edgar Allen Poe Verfilmungen wie "Die Verfluchten", "Grab der Lygeia", "Lebendig begraben", "Pendel des Todes", "Folterkammer des Hexenjägers", "Der Rabe" oder "Satanas".
Der Film spielt in den frühen 60er Jahren, als das Gesetz der Vereingten Staaten endlich den Grundsatz "Separate but equal" kippte, der zwar "getrennt, aber gleich" suggerierte, in Wahrheit aber ein unrühmliches Kapitel der US-Südstaaten im alltäglichen Rassismus darstellte.
Diesem Grundsatz zufolge wurden für weiße und schwarze Amerikaner in vielen Bereichen des Lebens vergleichbare Einrichtungen oder Dienstleistungen zur Verfügung gestellt, die jedoch hinsichtlich ihrer Nutzung strikt nach der Hautfarbe getrennt waren, was als Ausprägung einer Politik der Segretation gilt. Die Bürgerrechtsbewegungen der 50er und 60er hatten dann zur Folge, dass die Rassentrennung in öffentlichen Schulen in allen Bundesstaaten 1954 als verfassungswidrig erklärt wurde. Offiziell war er abgeschafft, aber die Umsetzung - vor allem in den durch die Geschichte der Sklavenhaltung noch stark geprägtem Süden - war schwierig und lösten Gewaltwellen und vor allem "Weißer Terrror" aus.
In Cormans Film kommt eine Fremder (William Shatner) mit dem Bus in die kleine fiktive Stadt im Süden von Caxton. Er gibt vor, dass er sich beruflich um "Soziale Intergration" kümmert und interviewt sehr unauffällig die Leute in dieser Kleinstadt, was sie davon halten, dass am morgigen Tag erstmalig 10 Dunkelhäutige die Schule der Weißen betreten und dort unterrichtet werden. Zu diesen mutigen Vorreitern gehört der junge, begabte Joey Greene (Charles Barnes), dessen Eltern mit Angst diesen Tag entgegensehen. Man weiß ja nicht, wie die Weißen auf dieses neu Gesetz reagieren. Und die sind in der Mehrheit auch negativ eingestellt und befürworten nach wie vor die Rassentrennung - nicht nur in der Highschool. Der Fremde, der Adam Cramer heißt, weiß mit Raffinesse einflussreiche Stadtväter wie Verne Shipman (Robert Emhardt) für seine niederen Zwecke zu gewinnen, denn er ist in die Stadt gekommen und reichlich Stimmung gegen die Schwarzen zu machen. In einer manipulationen und demagogischen Rede vor der Town Hall der Stadt heizt er den Mob auf, indem er auch noch behauptet, dass Kommunisten und Juden in Washington die Rassengesetze aufheben wollen und die Politik beeinflussen. Im Taumel des Hasses, der sich breit macht, werden beinahe noch schwarze Pasanten gelyncht. Tom McDaniel, er Chefredakteur der Zeitung (Frank Maxwell) stellt sich gegen den Mob, wird aber sehr schnell ebenfalls vom zornigen Mob zum Feind erklärt. Während es sich immer mehr aufheizt, bandelt Cramer mit McDaniels Tochter Ella (Beverly Bunsford) an und verführt die Frau (Jeanne Cooper) seines Zimmernachbarn Sam Griffin (Leo Gordon)...
und dieser hat dann sogar die beste Szene im Film, als er den charismatischen Seelenverkäufer zur Rede stellt, ihn mit seinen Lügen als Feigling völlig durchschaut und ihm so sein wahres Gesicht widerspiegelt. In diesem einen Moment ist der "Eindringling" gedemütigt, doch er macht weiter und es ist am Ende wieder dem Handelsvertreter Griffin zu verdanken, dass die Dynamik in der Stadt sich nicht ganz zur Katastrophe wendet. Cormans Film ist grandios aufgebaut, die Schwarz-Weiß Kamera von Taylor Byars setzt uns mitten ins Geschehen und man kann die Entwicklung in diesem kleinen Kaff kaum fassen - aber genauso wie hier gezeigt funktionieren solche Agitationen. Er muss nur rhetorisch gut sein - die Drecksarbeit erledigt dann der kleine Mann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 16, 2014 3:57 PM MEST


Herrscherin der Wüste[NON-US FORMAT, PAL]
Herrscherin der Wüste[NON-US FORMAT, PAL]
DVD ~ Ursula Andress
Preis: EUR 19,01

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Königin Ursula, 2000 Jahre alt..., 13. Oktober 2014
"Sie" ist ein Roman des Briten Sir Henry Rider Haggard und wurde 1887 erstmalig unter dem Titel "She - A History of Adventure" veröffentlicht. Das Buch verkaufte sich 83 Millionen mal, wurde in 44 Sprachen übersetzt und zählt somit zu den meistverkauften Romanen aller Zeiten. Immer wieder wurde der Abenteuerstoff verfilmt - die bekanntesten dürften wohl die 1935er Verfilmung "Herrscherin einer versunkenen Welt" mit Helen Gahagan und die britische Hammerproduktion "She - Herrscherin der Wüste" aus dem Jahr 1965 mit Ursula Andress in der Titelrolle sein. Wie gewohnt geht Hammer entwaffend naiv mit dem Stoff um und es wurde vieles von der Vorlage erst gar nicht verwendet. Aber dafür gibts eben Bond Girl Ursula Andress und die überstrahlt alles mit ihrer blendenden Schönheit.
Drei Männer des britischen Empire sind im Jahr 1918 in Palästina hängengeblieben. Das Geld von Major Ludwig Horace Holly (Peter Cushing) ist aufgebraucht, so muss schon dessen Butler Job (Bernard Cribbins) die anfallenden Spesen bezahlen. Holly hat auch noch den jungen Leo Vincey (John Richardson) dabei, um den er sich kümmert, weil dessen Vater und Hollys bester Freund gestorben ist. Dort in einer Spelunke wirft Leo ein Auge auf das Mädchen Ustane (Rosenda Monteros), die an einem der Nebentische ihn auch eingehend beobachtet. Die beiden jungen Leute lernen sich kennen, beschliessen das Lokal zu verlassen, um etwas alleine zu sein. Doch das scheinbar so reizvolle Rendezvous entpuppt sich als Hinterhalt. Während eines Kusses bekommt Leo von hinten einen Schlag auf den Kopf und erwacht kurze Zeit später in einem edlen Haus, wo er auf die schöne Ayesha (Ursula Andress) trifft. Diese verspricht ihm ewige Liebe und ewiges Leben, wenn sich der junge Mann eine strapaziöse Reise in eine noch nicht erforschte Region von Nord-Ost-Afrika begibt, um die verlorene Stadt Kuma zu finden. Als Pfand bekommt er einen Ring und eine Landkarte, dann verschwindet die geheimnisvolle Schöne.
Natürlich kann jetzt keine Macht der Welt den verliebten Leo mehr aufhalten, die Reise zu machen. Seine beiden Begleiter schließen sich ihm natürlich an. Was sie natürlich nicht wissen, ist der wahre Grund der Expedition. Die unsterbliche Ayesha glaubt in Leo die Reinkarnation ihres früheren Geliebten Kallikrates, ein hoher ägyptischer Priester, erkannt zu haben. Um immer mit ihm vereint zu sein braucht es natürlich ein Ritual, aber zuerst mal muss der beschwerliche Weg gemeistert werden...
"She" fällt genauso wie der ein Jahr später entstandene "1 Million Jahre vor unserer Zeit" etwas aus dem üblichen Hammerschema. Aber in beiden Fällen ging die Rechnung an der Kinokasse auf - möglich machten es die beiden Hauptdarstellerinnen Ursula Andress und Raquel Welch - beide waren zu ihrer Zeit echte Filmschönheiten. Darüberhinaus gehts wie in jedem Hammer auch in "She" sehr farbenprächtig zu. Tolle Szenen in der brennenden Wüste gibts natürlich auch. Rein oberflächlich mag man den Film vielleicht als Abenteuerfilm betrachten, aber ich zähle ihn eher zu den Mysteryfilmen und das Hauptthema "Unsterblichkeit" einer 2000 Jahre alten Herrscherin mutet dann doch schon beinahe wieder Horrormässig an. Ganz nebenbei muss sich der junge Leo auch noch zwischen der wahren Liebe (Ustane) und dem leidenschaftlichen Begehren (Ayesha) entscheiden. Keine leichte Aufgabe für den jungen Mann, der von beiden Frauen heiß begehrt wird. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Peter Cushing - neben Christopher Lee der populärste Hammerdarsteller, wie immer mit einer sicheren Präsenz und gutem Spiel.


Snowpiercer
Snowpiercer
DVD ~ Chris Evans
Preis: EUR 12,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perpetuum mobile..., 13. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
"Snowpiercer" heißt das US-Debüt des südkoreanischen Meisterregisseurs Bong Joon Ho, der mit Topfilmen wie "Memories of a Murder", "The Host" und "Mother" gemeinsam mit Park Chan Wook (Oldboy, I'm a Cyborg, Lady Vengeance, Stoker), Kim Je-Woon (Tales of two Sisters, I saw the Devil, The Last Stand) und Na Hong- jin (Yellow Sea, The Chaser) zu den ganz großen Filmemacher seiner Heimat zählt. Und auch sein internationales Debüt ist - abgesehen von ein paar kleinen Schwächen - ein echter Hammerfilm und zählt für mich auf alle Fälle zu den besten Filmen des Jahres. Der Film spielt in einer postapokalyptischen Zukunft, in der völlige Eiszeit herrscht und in der ein überlanger Zug seit nunmehr 17 Jahren rund um den Planeten reist und durch ein Perpetuum mobile angetrieben wird. Im Zug selbst herrscht ein Zweiklassensystem - wie damals in der guten alten Zeit als die Erde noch bewohnbar war - und die Unterschicht lebt im Zugende zusammengepfercht und unter erbärmlichen Bedinungen. Zu essen gibts von der herrschenden Klasse, die die vorderen Abteile bewohnt und ein Leben in Luxus führt. Immerhin bekommen die Armen, um sich nicht selbst aufzufressen, überriechende, dunkle Proteinscheiben, wo kein Mensch weiß, woraus die Nahrung hergestellt wird. Nachdem zum wiederholten Male Kinder von der herrschenden Klasse entführt worden sind und erneut einer der Unterdrückten durch eine drakonische Bestrafung einen Arm verliert, organisiert der rebellische Curtis (Chris Evans) und sein jüngerer Freund Edgar (Jamie Bell) mit der Unterstützung des alten Gilliam (John Hurt) einen Aufstand. Den Unterdrückten gelingt es sich durch die einzelnen Zugabteilungen immer mehr nach vorne zu arbeiten, trotz vielen bewaffneter Wachen, die die Reichen schützen. Es gelingt ihnen sogar den drogensüchtigen Namoong (Song Kang-Ho) und dessen Tochter Yona (Ko Ah-seong) aus dem Tiefschlaf im Gefängnis zu befreien. Der Mann hatte - bevor er beim Erbauer und Chef des Zuges, Wilford (Ed Harris) in Ungnagde fiel - die Aufgabe die Schließmechanismen der Zugtüren zu konstruieren. Darüberhinaus können die Rebellen auch noch Mason (Tilda Swinton), eine enge Vertraute von Wilson als Geisel nehmen. Gute Voraussetzungen also bis ganz nach vorne durchkämpfen zu können. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg und das Gleichgewicht im Zug ist ein ganz wichtiger Faktor in diesem Konflikt...der Eisbär am Ende mag zwar als Hoffnungsschimmer für ein Überleben im Schnee dienen, doch angesichts der drastischen Darstellung menschlicher Konflikte über Starke und Schwache, die auf der Zugfahrt eindrücklich gespiegelt wurden, muss man schon eher Mitleid mit dem imposanten weißen Tier haben, denn möglicherweise wird der Jäger, der in dieser Umgebung überleben konnte nun durch die Bestie Mensch wieder selbst zu Gejagten. Bong Jon-Ho hat aber gut daran getan keinen einzigen seiner Filmfiguren besonders sympathisch rüberkommen zu lassen. Selbst Anführer Curtis offenbart am Ende seine sehr dunkle Seite, die das Böse in jedem Menschen repräsentiert. Grandios sind die Szenenbilder im Zug selbst, auch die Kamera von Hong Kyung-pyo ist im Weltklasse-Niveau angesiedelt. Auf dem Höhepunkt der Reise wird der Kampf von einer etwas surreal anmutenden Szene in einer Schule unterbrochen, dazu werden auch noch Eier verteilt. Solche Sequenzen zeigen den großen Ideenreichtum des Südkoreaners. Im übrigen liebe ich ja Zugfilme über alles...angefangen von dem genialen Frühhitchcock "The Lady Vanishes" bis hin zu fast vergessenen Werken wie "Liebe nach Fahrplan", zu 70er Klassikern wie "Nevada Pass" oder "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" bis hin zu neueren Filmen wie "Transiberian", "Verschwörung im Berlin-Express", "Midnight Meat Train" oder "Wer mich liebt, nimmt den Zug".


Kristy - Lauf um dein Leben
Kristy - Lauf um dein Leben
DVD ~ Haley Bennett
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fiese Killer auf dem Campus..., 13. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kristy - Lauf um dein Leben (DVD)
Der englische Regisseur Olly Blackburn ist den Freunden des Horrorgenres bekannt durch seinen 2008 entstandenen "Donkey Punch", ausserdem schrieb er das Drehbuch zu "Vinyan", dem unterschätzten Film des Belgiers Fabrice du Wels. Blackburns neuer Horrorfilm kann sich auch bestens sehen lassen - wer "The Purge", "You're next", "The Strangers", "Funny Games" oder "F-London Highschool Massaker" gut fand, der findet sicherlich Gefallen an diesem Highschool Schocker. Mir hat die Machart des Films auch sehr imponiert, irgendwie fühlte ich mich an den Inszenierungsstil von Altmeister John Carpenter erinnert.Es ist der Vortag von Thanksgiving und die Highschool schließt für einige Tage ihre Pforten. Beinahe alle Schüler werden den Feiertag im Kreise ihrer Familie verbringen. Lediglich Justine (Haley Bennett) und ihre Freundin Nicole (Erika Ash) werden den Campus nicht verlassen, was aber auch nicht so schlecht ist, denn immerhin wird man in einer leeren Uni nicht gestört und kann die Zeit zum intensiven Lernen nutzen. Eigentlich hätte Justine gerne ihren neuen Freund Aaron (Lukas Till) überredet, dass er ebenfalls da bleibt, doch dessen Familie besteht auf den Besuch. Dummerweise torpediert Nicole kurzfristig die zweisamen Plänen und lässt Justine alleine mit dem Wachpersonal und dem Hausmeister Scott (James Ransone) zurück. Sie leiht Justine aber immerhin ihr schickes Auto für die Feiertage aus. Allein vertreibt sich die junge Frau nun die Zeit im Schwimmbad, in der Bibliothek - aber auch alle anderen Einrichtungen hat sie nun für sich allein.Bei einer nächtlichen Ausfahrt in den Drugstore beginnt dann allerdings das Unheil. Denn im Laden trifft sie auf ein Mädchen (Ashley Green), das sich seltsam verhält und das tief in seinen Kapuzenpulli getaucht, scheinbar nur darauf gewartet hat, dass jemand wie Justine ihr über den Weg läuft um irgendwie Streit anzuzetteln. Zumindest wirkt die Fremde sehr aggressiv. Von der verbalen Einschüchterung geht es nahtlos über in eine Verfolgung mit dem Auto inklusiver Nötigung. Die fremde Frau hat noch drei Begleiter mit Maske als Verstärkung. Justine kann der ersten Attacke zwar entkommen, aber die Verfolger sind auch schon auf dem Weg zum leergefegten Campus...Olly Blackburn macht aus dieser Ausgangslage einen spannenden Thriller über Jäger und Gejagte. Erst am Schluß lässt er den Zuschauer am "Warum" und "Wieso" teilhaben. Vorher kann man nur ein äusserst beängstigendes Szenario verfolgen, dass sehr gut und sogar etwas unterhkühlt in Szene gesetzt wurde. "Kristy" ist ein gut gelungener Home Invasion Horror Thriller, der das genreübliche Setting eines terrorisierten Hauses weiterfasst, indem er den Schauplatz auf einen kompletten Campus verlagert. Das ist zwar alles nichts Neues, aber vermag doch sehr zu fesseln. Ebenfalls gut gelungen der Kontrast zwischen den Gegenspielerinnen. die von Haley Bennett und Ashley Greene verkörpert werden. Einen Slasher darf man aber nicht erwarten, da das Szenario in "Kristy" irgendwie möglich wäre (auch die Auflösung) und im Laufe des Films sich die Rollen zwischen Jäger und Gejagten auch mal verschieben könnten.


Bubba Ho-Tep (Special Edition, 2 DVDs)
Bubba Ho-Tep (Special Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Bruce Campbell
Wird angeboten von Movie-Star
Preis: EUR 11,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen JFK und Elvis im Altersheim...., 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Bubba Ho-Tep (Special Edition, 2 DVDs) (DVD)
Der in Libyen geborene amerikanische Regisseur Don Coscarelli ist vor allem bekannt durch seinen legendären Horrorfilm "Phantasm" aus dem Jahr 1979, der ihn selbst zu einigen Fortsetzungen inspirierte. 1982 drehte er ausserdem den Barbarenfilm "Beastmaster" mit Erfolg, wie auch hier die Fortsetzungen beweisen.
Inzwischen lässt er sich immer ein paar Jahre Zeit für einen neuen Film. Sein neuestes Werk "John dies at the end" ist trotz der eher verhaltenen Kritiken für mich ein kleiner Volltreffer und auch die 2002 entstandene Low Budged Horrorkomödie "Bubba Ho-Tep" mit dem "Tanz der Teufel" Kultstar Bruce Campbell kann sich sehen lassen. Natürlcih strotzt ein guter Coscarelli Film immer ein bisschen vor Verrücktheiten. Hier lässt er seine betagten Helden im Altersheim gegen eine sehr mächtige Mumie kämpfen. Denn derjenige, der hier sein Unwesen treibt, ist eine Art Verwandter des allseits bekannten Imhotep, bestens bekannt aus einigen Mumienfilmen. Aber der Reihe nach: Im Shady Rest Altersheim, irgendwo im Osten von Texas, lebt der inzwischen alte Sebastian Haff (Bruce Campbell), der in seiner Glanzzeit ein sehr populärer Elvis Imitator war. Doch ein schwerer Unfall (er flog die Bühne runter) machte seiner Tingel-Tangel Karriere ein Ende. Ab diesem Zeitpunkt ging es nur noch trostlos. Haff behauptet aber steif und fest, dass er der "echte" King sein muss und erwähnt in diesem Zusammenhang und zur Beweisuntermauerung ein vor vielen, vielen Jahren stattgefundenes Treffen mit dem King, der ihn in seinem Proberaum aufsuchte. Elvis wollte ein ruhiges Leben führen und eine andere Identität annehmen, aus diesem Grund tauschte man einfach und statt dem echten King starb Haff im Jahr 1977. Beweisen lässt sich natürlich nix, denn eine Propan Gas Explosion zerstörte die einzigen Unterlagen, die den Wahrheitsgehalt dieser unglaublichen Geschichte beweisen konnten. Durch die Hüftverletzung ist er in der Verrichtung der alltäglichen Tätigkeiten stark eingeschränkt und ist auf die Hilfe einer Pflegerin (Ella Joyce) angewiesen. Mit den gleichen Themen wie Alter, Gebrechlichkeit, Verlust der Würde oder Impotenz haben aber auch andere Heiminsassen zu kämpfen. Sogar Präsident John F. Kennedy (Ossie Davis), der hier auf Befehl von Lyndon Johnson hier verweilt und ein dunkle Hautfarbe hat. Es geht also prominent zu. Und was kann dann wirklich schon passieren, wenn sich der King und Mr. President zusammentun um diesen altägyptischen Killer namens Bubba Ho Tep (Bob Ivy) zu besiegen, der inzwischen reihenweise alte Leute meuchelt...das klingt alles ziemlich abgefahren und schräg und das ist es auch. Aber Coscarelli beweist ein gutes Händchen für solchen schrägen Humor. Die Geschichte selbst basiert auf der gleichnamigen Geschichte von Joe R. Lansdale. Das nur geringe Budget von 1 Million merkt man dem Film nicht an, da er durchweg auf Originaliät und guten Trash setzt. Zum Lohn gabs sowohl für den Film selbst als auch für Darsteller Bruce Campbell und für Regisseur Coscarelli die Bram Stoker Award. Insgesamt ein kurzweiliger Film für das Mitternachtskino mit hohem Spassfaktor.


Resident Evil: Retribution
Resident Evil: Retribution
DVD ~ Milla Jovovich
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Weg ist das Ziel..., 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Resident Evil: Retribution (DVD)
Der erste Resident Evil Film aus dem Jahr 2002 war für eine Videospiel-Verfilmung überaschend gut gelungen und einige Kritiker sahen in der Kinoversion des Zombieshooters nicht nur einen spannenden Horrorschocker, sondern auch ein Film, der dem Genre auch neue Impulse hinzufügen konnte. Der von Paul W. S. Anderson inszenierte Film wurde in Deutschland produziert und zog aufgrund seines Erfolgs bis heute vier Fortsetzungen nach sich: "Resident Evil- Apocalpyse" im Jahr 2004, "Resident Evil Extinction" drei Jahre später, die Anderson mit produzierte, aber nicht selbst inszenierte. Er saßa aber beim bislang erfolgreichsten Teil "Resident Evil-Afterlife" und nun auch bei "Resident Evil: Retribution" auf dem Regiestuhl. Für 2016 ist sogar ein weiterer, letzter Teil geplant. Im Grunde ist "Retribution" ein merkwürdiger Film, der gar keine so richtige Handlung aufweisen kann. Bestens gelungen ist aber die Optik des Film, der sich meines Erachtens sehr stark am asiatischen Kino orientiert und die Heldin Milla Jovovich einerseits erotisch in Szene setzt und andererseits für alle Akteure, die im Film mitspielen, einige Themenparks des Grauens präsentiert, die von A nach B nach C nach D bis § durchschritten werden müssen . Der Film beginnt aber fulminant mit einem Angriff auf das Frachtschiff, das Alice (Milla Jovovich) in Afterlife gerettet hat. Nach einem schweren Treffer landet Alice im Wasser und wacht anscheinend wohl behütet, in einem Haus auf, in dem sie ihren Mann und ihre gehörlose Tochter umsorgt. Die Ruhe wird allerdings bald durch Zombies gestört, die in das Haus eindringen und ihren Mann infizieren. Alice kann mit ihrer Tochter Becky gerade so nach draußen fliehen, aber ganz Raccoon City ist bereits in Zombiehand. Sie kann zwar ihre Tochter retten, wird aber von ihrem Mann getötet. Wacht aber wieder auf in einem super Setting - halb nack - doch die Optik täuscht. Die weiß-rote Umgebung ist ein Hochsicherheitstrakt von Umbella. Dort wird sie von Jill (Sienna Guillory) befragt. Als Strafe fürs nicht Antworten gibts Folter durch schrille Töne. Einige Zeit später fällt für kurze Zeit das Sicherheitssystem aus und alle Gefängnistüren öffnen sich. Diese Gelegenheit lässt sich Alice natürlich nicht entgehen und flieht ins Freie - in den Großstadtdschungel von Tokio. Dort bricht wieder der Zombievirus aus und wieder steht als Rettung nur die Umbrellaanlage zur Verfügung. Von Ada Wong (Li Bingbing) erfährt sie, dass sie sich momentan auf einem ehemaligen sowjetischen U-Boot Bunker befindet, der als Testzentrum umgebaut wurde. Und Tokio war nur eine Nachbildung. Macht aber nichts, denn ab jetzt wird gegen die Feinde, die in großer Überzahl auftreten, hart gekämpft...Milla Jovovich erhielt eine Nominierung für die Goldene Himbeere 2013 für die Leistung in diesem Film. Dabei fing 2003 alles so hoffnungsvoll und positiv an: Der erste Teil erhielt eine wohlverdiente Saturn-Award Nominierung für den besten Horrorfilm und Hauptdarstellerin Milla wurde als beste Darstellerin vorgeschlagen. Man könnte jetzt meinen, dass da Welten dazwischen liegen. Dem ist aber nicht so. Milla spielt nur weiter konsequent ihre Rolle als Kampfamazone Alice und die Fans der Reihe sind weiterhin zufrieden. Und der Erfolg ist noch nicht zu Ende. Auch "Retribution" durfte sich über 222 Millionen Dollar Einspielergebnis freuen. Sehr offensichtlich ist die Diskrepanz zwischen schwachem Inhalt (Story) und starker Form (vor allem Optik und Ausstattung).


Paranormal Activity: Die Gezeichneten
Paranormal Activity: Die Gezeichneten
DVD ~ Molly Ephraim
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen The Story continues..., 13. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Paranormal Activity: Die Gezeichneten (DVD)
Im Grunde ist es ja immer dasselbe was da seit mehreren Folgen in der Reihe "Paranormal Actifiy" passiert. Begonnen hatte ja alles mit Oren Pelis Low Budget Erstling, bei der er nicht nur die Regie übernahm, sondern das Drehbuch schrieb und einen Teil der Produktion übernahm. Er wurde wie alle anderen Teile im Found Footage Format gedreht. Der Horrorfilm, der von dem jungen Paar Katie und Micah handelte, die von einer dämonischen und bösen Präsenz heimgesucht werden, feierte großen Erfolg an der Kinokasse und ist mit 193 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis einer der erfolgreichsten Horrorfilme der Filmgeschichte, auch die Nachfolger spielten gute Kohle ein. Auch diieser Ableger namens "Paranormal Actifity - Die Gezeichneten" (Original: The Marked Ones), der zwar nicht der offizielle Teil 5 ist - aber wie der Spin Off "Tokyo Nights" große Bezüge zur Serie hat, immerhin gute 90 Millionen. Ich muss gestehen, dass ich eine kleine Schwäche für die Serie habe und schon neugierig bin wie es weitergeht. Auch gut, dass immer wieder Bezüge zum ersten Teil und den ersten Protagonisten hergestelt werden. In diesem Ableger geht es um den jungen Jesse (Andrew Jacobs) der erfährt, dass eine ältere Dame, die unter ihm wohnte, ermordet wrude. Nachdem die Polizei und die Sanitäter den Tatort verlassen haben, betritt die neugierige Nase gemeinsam mit seinen Freunden die Wohnung der Verstorbenen. Die Jugendlichen bemerken sehr schnell, dass das leben der Dame offenbar sehr interessant und aussergewöhnlich war: In der Wohnung selbst befinden sich nämlich okkulte Gegenstände in sehr hoher Anzahl und dann finden sie auch noch ominöse Videocassetten. Jesse traut seinen Augen kaum, als er sogar ein Foto von sich in dieser Wohnung entdeckt. In der anschliessenden Nacht hat er Albträume und wacht am anderen Morgen mit einer bisswunde auf. Er kann sich aber keine Erklärung aus diesen Geschehnissen machen. Seine Verwandten und Freunden dürfen sich jedenfalls in der Folgezeit ziemlich Sorgen um den Teenager machen, denn er verändert sich und alles scheint auf einen tödlichen Abgrund zuzusteuern. Vielleicht kann ja Ai Rey (Molly Ephraim) helfen, de bereits eigenen Erfahrung im Umgang mit bösen Dämonen gemacht hat...ansonsten gibts nicht viel Neues unter der Sonne. Alles läuft generalstabsmässig nach dem üblichen, erfolgserprobten Schema F ab und vielleicht gibt es am Ende ja doch ein Wiedersehen mit Bekannten. Jedenfalls ist man als Fan der Serie recht zufrieden und darf sich weiter gruseln. Dem kleinen süßen Hund passiert auch nichts, er wird überleben - was man aber nicht von allen anderen behaupten kann - dies ein Hinweis für alle Tierfreunde, die Sorgen haben, da er mal kurzzeitig - per CGI Trick an der Decke des Zimmers strampelt. Also liebe Paranormal Fans, auf ein Neues...
Zwischen 3 und 4 Sternen.


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