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Rezensionen verfasst von
Christer Leidolph "CL" (Hamburg)

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Cokin P121L Verlauffilter grau2 medium
Cokin P121L Verlauffilter grau2 medium
Preis: EUR 24,00

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für Einsteiger okay, für Profis Müll, 27. Januar 2012
Cokin bietet grundsätzlich viel Spaß für recht wenig Geld.
Fürs erste probieren und kennenlernen ist die Qualität schon ganz in Ordnung.
Zusammen mit dem Filterhalter und dem Objektivring ist man gut gerüstet für ambitionierte Vorhaben in der Landschaftsfotografie und muss nicht allzu tief in die Tasche greifen.

Aber je öfter man Cokin-Filter nutzt, umso ärgerlicher wird der Spaß jedoch.

Wer Wert auf tolle Bildqualität und absolute Farbneutralität legt, verzweifelt rasch.
Je nach Lichteinfall kann sich die Himmelsfarbe schon mal rötlich oder lila färben. Traumhaft!
Besonders unangenehm wird es bei zusätzlicher Nutzung starker Graufilter. Wer also graue Himmel mit Violett aufpeppen möchte, kann seiner Kreativität freien Lauf lassen ;)
Im Ernst - das lässt sich selbst mit sorgfältiger Bildbearbeitung selten wieder verlustfrei neutralisieren.
Und Fotografen, die solches Instrumentarium zum fotografieren benutzen, erwarten nunmal gute Qualität!

Ganz ärgerlich ist leider auch die Kratzanfälligkeit. Man sollte wirklich vorsichtig damit umgehen, denn je mehr Kratzer auf dem Filter sind, umso unbrauchbarer wird das geschossene Foto!
Doch selbst größte Vorsicht hilft oft nicht - man muss auch bedenken, mit welcher Art Tuch man Feuchtigkeit und Staub entfernt - wie bei Kunststoffgläsern von Brillen.

Der passende Cokin-Filterhalter wird bei Fotos mit Weitwinkelobjektiven mit Brennweiten bis 12mm an den Rändern sichtbar, hier hilft nur auf 13 - 14 mm "zoomen" oder es einfach lassen.
Den Filter ohne Halter vor das Objektiv zu halten ist zwar eine Lösung, aber wer will das schon und vor allem produziert man so nach und anch wiederum Kratzer (und natürlich auch verwackelte Bilder).

Das sind Gründe, die keinen zum Kauf animieren werden - leider ist Cokin hierzulande fast konkurrenzlos! Das Pendant Hightech Filters bietet dieselbe Qualität zum fast selben günstigen Kurs. Kann man sich also schenken.

Bleiben die hochwertigen Lee-Filtersysteme, welche hierzulande nur in absoluten Spezialläden zu bekommen sind - wenn Sie überhaupt lieferbar sind!
Diese scheinen den hohen Anschaffungswert (ca. das 4 - 5fache von Cokin-Filtern) jedoch Wert zu sein.
Manch einer mag sich denken, warum soviel Kohle in Filter investieren.

Wenn man sich innerhalb eines Jahres den dritten Cokin-Filter bestellt hat, fragt man diese Frage nicht mehr.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 25, 2013 10:39 PM CET


Rush - Time Machine/Live in Cleveland 2011 [Blu-ray]
Rush - Time Machine/Live in Cleveland 2011 [Blu-ray]
DVD ~ Rush
Preis: EUR 22,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vertane Chance, 17. Januar 2012
Rush hatten was den Sound ihrer Veröffentlichungen der letzten Dekade anbelangt - Live wie Studio - nicht immer den richtigen Ton gefunden und insbesondere mit Loudness-War-Attacken und Kompression zu kämpfen.

Wenn meine Ohren nicht völlig im Eimer sind, setzt sich die Tradition auf Time Machine nahtlos fort.
Ein Sahnehäubchen von Konzert wird verhobelt durch unnötig beengten, komprimierten Klang. Man ist stets versucht, die möglichen Einstellungen am Verstärker zu bemühen, was aber nichts daran ändern kann. Auch nicht, dass es in besonders bassigen Musikteilen nicht nur besonders komprimiert und MP3-mäßig sondern auch noch schön verzerrt rüberkommt. Grrrr.
Das kannte ich schon von der Snakes & Arrows-Live-DVD. Fällt sowas sonst keinem auf? Das hat mit glasklarem, dynamischen Livesound wirklich nichts zu tun. Das Laustärkegewicht der einzelnen Instrumente ist dabei auffallend ungleich. Bass und Gitarre duellieren um den Platz auf dem Siegerpodest. Allerdings seh ich da Geddy weiter vorn - sein Bass war noch nie so präsent in früheren Liveaufnahmen. Teilweise ist das schon atemberaubend, wie trocken das dröhnt. Eventuell schon manchmal zuviel des Guten... Allein sein Solo in Leave that thing alone, völlig ohne sinnfreies Gepose, pumpt knackig wie nie aus den Boxen!

Neil hat zumeist das Nachsehen und man wünscht sich, das alles, was er da in den fast 3 Stunden auf wundersame Weise mit seinen Trommelstöcken bearbeitet auch endlich richtig fett aus den Lautsprechern ertönen würde - ohne Weichzeichner und Abdämpfung. Besonders die Snare ist zu lasch - wieder mal. Peart veröffentlicht regelmäßig Drum-Lessons auf DVD, dort klingt sein Set wirklich fantastisch, räumlich und dynamisch, wesentlich besser als hier. Oder erinnert sich jemand an die "Different Stages" Live-CD ? So klingt Schlagzeug!

Noch mehr kritisches? Ja. Geddys Gesang.
Ohne Bild als reine Audio-CD würde Time Machine meinen Player wohl sehr selten sehen. Erkältung hin oder her - es ist schon manchmal lästig wie lang und schief Geddy Lee manche Töne zu singen versucht. Nicht nur die hohen Passagen nerven, es misslingt selbst Caravan. Dieses Konzert kann man so eigentlich nicht veröffentlichen. Rush, die Beste und perfekteste Liveband seit Pink Floyd. Es ist einfach nicht mehr angenehm - und Geddys Stimme war noch nie angenehm, aber wer sie liebt, liebt sie auf ewig. Aber nicht hier.
Für die HD-Fetischisten unter den Kuckern: Es grieselt und körnt öfters, und porentiefreines Hi-Definition isses auch nicht. Okay, ganz gut, aber das wäre auch besser gegangen. Da wurde man reichlich verwöhnt von der R30 und der Snakes & Arrows - BluRay. Und die Publikumsgeräusche lassen erneut mitunter an Fake denken, wenngleich die Halle dieses mal aber auch optisch tobt.

Und trotzdem ist die Show unglaublich. Allein die Optik der Bühne im vollendeten Steampunk-Design geriet zum Hingucker.
Bei der Kamerführung achteten die Kameraleute wieder auf neue sehr sehenswerte Blickwinkel. Toll!
Moving Pictures komplett, was will man mehr? Im Publikum lufttrommelnde Kinder, ausflippende Männer, tanzende, glitzerbekleidete Blondinen (Hallo??). On top garniert mit äußerst amüsierenden Filmchen, wie immer von Geddy, Alex und Neil selbst gespielt.

Ist das nun eine Kaufempfehlung? Wer Abzüge beim HD-Bild und beim Ton machen kann, der wird nicht meckern. Nicht, wenn er Rush-Fan ist. Wenn es aus dem Repertoire der Band aber nur eine DVD sein soll, dann Gewiss nicht diese, sondern R30!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 22, 2013 7:16 AM CET


Born Again (2cd Deluxe Edition)
Born Again (2cd Deluxe Edition)
Preis: EUR 16,99

43 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deluxe-Edition 2011, 25. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Born Again (2cd Deluxe Edition) (Audio CD)
Kein Mensch würde über dieses sagenumwobene Album reden, wenn es einfach nur irgendein Album von Black Sabbath oder einer anderen Band wäre. Doch es ist ist Rückkehr von Bill Ward am Schlagzeug, der Abgang von Ronnie James Dio und natürlich insbesondere der Einstieg von Ian Gillan, vormals und nur ein Jahr später wieder erneut Frontmann bei Deep Purple.
Die Gillan-Ära bei Sabbath dauerte nur lächerliche 9 Monate.

Über die Musik ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Man kann dazu stehen, wie man will, aber dieses Album gehört gehört, wenn man etwas mit Musik aus dem Hartwurstsektor anfangen kann! Denn selten hat eine Platte so polarisiert wie diese.

Das Cover ist hässlich, jedoch legendär. Ein Kunstwerk für sich. Die Musik hatte sich gewandelt im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Platten mit Dio, sodass musikalische Vergleiche fast Blödsinn sind. ZERO THE HERO und insbesondere DISTURBING THE PRIEST zeigten eine ziemlich abgefahrene Seite bei Sabbath - dämonisch, verstörend und geheimnisvoll. DISTURBING ist denn auch irgendwie DER Song des Albums. Gillan keift, lacht und schreit sich ekstatisch durch diesen mit teuflisch bösen Riffs angetriebenen Song. Manches weitere Liedgut ist nicht mehr als Durchschnittsware, als Highlight kann aber durchaus noch das Titelstück gelten.
Was dem ganzen dann noch die Krone aufsetzt, ist dieser entsetzlich schlechte Sound. Man fragt sich, wieviel Mühe es gekostet hat, um dem LP-Cover auch ein entsprechendes Klangbild folgen zu lassen. Die aktuelle Ausgabe von 2011 enthält ein komplett neues Remaster, welches leider genauso schlecht klingt, wie alle anderen Pressungen dieses Albums. Vielleicht sollte es ja auch Stilmittel sein, zumindest passt es ins Gesamtbild der Scheibe. Kratzige Mitten, dumpfe, scheppernde Höhen und der mumpfige Bass bilden einen perfekt undifferenzierten Soundbrei. Hier würde wahrscheinlich nur ein richtiger Remix helfen, was jedoch der Aufnahme seinen Charme rauben könnte. Insgesamt hat das Klangbild etwas an Kraft gewonnen, was aber unerheblich bleibt. Schöner wird es dadurch nicht.
Die Soli scheinen lauter im Mix, und rufen aufgrund ihrer schrillen Mittenlastigkeit bei hoher Lautstärke Ohrenweh hervor. Producer Andy Pearce berichtete vom übermäßig hohen Kompressionsfaktor des Masterbandes. Da kann denn auch der beste Tontechniker wenig ausrichten. So bleibt "Born again" das allseits bekannte scheußlich klingende Monster.

Zur Bonus-Disk:

Fans erwarteten die beiden längst bekannten Bonusstücke THE FALLEN und die endlos lange Version von STONEHENGE. Beide sind absolut verzichtbar, aber sie gehören nunmal dazu. FALLEN ist ein wenig Rock'n Roll, aber deutlich belangloser als der Rest des Albums. An einigen wenigen Stellen scheint das Masterband beschädigt gewesen zu sein, man kann marginale Aussetzer hören. STONEHENGE dauert hier knapp fünf Minuten, in denen ausser langatmigem mystischen Keyboardgewaber nichts weiter passiert was der kürzeren Albumfassung vorzuziehen wäre. Bonus für Fans eben.
Anstatt die rohen Albumdemos auf die Bonus-CD zu packen (welche auch klanglich keinen erheblichen Mehrwert hätten) entschied man sich für die BBC-Aufnahme eines Konzertes von 1983. Gute Wahl!

Soundtechnisch gut abgemischt, kann man erhören welche spezielle Besetzung und Erfahrung Black Sabbath damals waren. Gillans spitze Schreie passen hervorragend zur dämonischen Setlist, die bis auf HEAVEN & HELL lediglich aus Songs der Ozzy-Zeit bestand, gespickt mit neuen Songs von Born Again. Erst später auf der Tour 1984 wurde mit NEON KNIGHTS der lediglich zweite Song der Dio-Ära ins Programm aufgenommen!

Leider fehlen einige Highlights der Show, insbesondere DISTURBING THE PRIEST, besagtes HEAVEN & HELL (welches als Ende von PARANOID zumindest angesungen bzw. angekreischt wird) oder auch CHILDREN OF THE GRAVE. Ian Gillan hatte es damals tatsächlich fertig gebracht, Tony Iommi SMOKE ON THE WATER spielen zu lassen...auch davon kann man sich hier überzeugen. Das Publikum ist sehr präsent im Mix, was die Stimmung gut transportiert. So kurz der Mitschnitt auch ist - er darf nicht fehlen und könnte für unwissende ein Aha-Erlebnis werden - vor allem für jene, dmit Dio nie warm geworden sind oder sich nie vostellen konnten, wie Mr. Gillan Sabbath-Songs intoniert.

Die Verpackung:

Früher ummantelte die Deluxe-Editionen eine Bandarole, welche man abstreifen konnte. Diese wurde nun bei den neuesten Ausgaben ersetzt durch eine Stickerbandarole. Wer überlegt ob besser durchschneiden oder doch entfernen: Der Sticker geht restfrei runter und beschädigt die Papphülle zum Glück nicht. Trotzdem vorsichtig machen! Das doppelseitig aufklappbare Digipak enthält mehrere Bandfotos, informativer und schöner gestaltet sich dann das Booklet selbst.

Wer sich für ein (aussergewöhnliches) Gesamtkunstwerk des frühen Heavy Metal interessiert, erhält hier eine faire Ausgabe des Albums zum fairen Preis.

Wohl bekomms!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2015 7:20 PM MEST


Dedicated to Chaos (Special Edition Digipak inkl. 4 Bonustracks)
Dedicated to Chaos (Special Edition Digipak inkl. 4 Bonustracks)
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 9,09

72 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen "LuvnU is hard to do", 24. Juni 2011
1986: Rage for Order.
2011: Dedicated to Chaos.

Ein Schelm, wer da eine Verbindung sieht.

Dedicated to Chaos ist ein ganz erstaunliches Album geworden. Eines, das ich gar nicht wahrhaben will.

Rückblickend wünsche ich mir, 1998 hätte die Band nach DeGarmos Ausstieg verkündet:
Das war's halt. Machen wir jetzt was neues draus.

Die Entwicklung, die Queensryche vor allem in den letzten Jahren genommen hat, ist absurd. Inzwischen sind wir schon beim Parodiestadl angekommen. Glaubwürdigkeit dahin, Geoff Tates Ego platzt dagegen vor Dominanz.
Die öffentliche Distanzierung zur Metalszene nutzten Geoff Tate und seine Gefolgschaft stets aufs Neue, um ihren verbliebenen Anhängern neue Stilrichtungen verkaufen zu wollen. Nicht, das alles schlecht wäre, nun wirklich nicht, es ging wieder bergauf, aber DAS hier ist schon lustig, Leute.

Ich finde es ein wenig unfair, die heutige Band mit jedem neuen Album immer noch für ihre einstigen Großtaten büßen zu lassen. Leider reduzieren viele die Band noch immer lediglich auf Operation:Mindcrime und Empire, dabei waren ihre größten Werke doch auch oben genanntes Rage for Order mit seinem unbändigem Experimentierwahn und das düster-sperrige Promised Land, an dem so mancher Fan noch heute zu kauen hat. Queensryche hat es seinen Fans nie leicht machen wollen, den Trends nie hinterhergeschielt.

Natürlich wurde vieles anders nach Chris Ausstieg, und nicht alles besser als 1997 auf seinem Abschiedsalbum Hear in the now frontier.

Aber: Jede dieser Scheiben bot immer noch richtig guten Stoff! MURDERER? oder THE HANDS, TRIBE ,THE ART OF LIFE,
RIGHT SIDE OF MY MIND, AT 30.000 FEET, REMEMBER ME - nur um einige zu nennen.

Momente dieser Güte sucht man auf DTC leider vergebens. Daran ändert auch ein kurzes Aufbäumen in der Mitte des Albums nichts.

Zwar erschliessen sich selbst die trägsten Nummern irgendwann, aber man muss schon eine gewaltige Portion Geduld und Lust aufwänden, um so Liedchen wie BROKEN, THE LIE, WOT WE DO oder HIGHER spannend zu finden!
Und dabei hatten sie uns mit American Soldier soviel Hoffnung gegeben...

GET STARTED als Anheizer ist da noch ein angenehmer Rutsch hinein in diese neue Queensryche "Wunderwaffe".
Wir bekommen melodischen, austauschbaren Ami-Rock serviert.

HOT SPOT JUNKIE rockt deftiger nach vorn, in "bester" Hear in the now frontier-Manier und einem der raren von Michael Wilton gespielten Soli auf Dedicated to Chaos.

GOT IT BAD hab ich auch nach zig Durchläufen noch nicht verdaut. Einfach unglaublich. Das ist kaum zu ertragen. Als offener Hörer fallen einem orientalische Keyboardsounds mit dazu angerockten Funkrhythmen grundsätzlich wohl nicht unbedingt negativ auf, aber wenn Queensryche auf dem Etikett steht, sollte auch irgendwas daran erinnern. Egal welche schlechte Popscheibe zuletzt veröffentlicht wurde, dieser Song wäre auf keinem Album gut aufgehoben. Das ist einfach peinlich.
Jede Hausfrau mit funktionierendem Bügeleisen wird an AROUND THE WORLD helle Freude haben, die neue Käuferschicht wartet schon. Im Ernst, es ist ein netter, direkter Posong mit deutlichem U2-Appeal, gefällig arrangiert.

Schwer zu fassen ist HIGHER, das unglücklich konstruiert wurde und unmelodiös seinem Ende entgegenschwurbelt.
Deutlich straighter lässt sich RETAIL THERAPY an. Ähnliche Songs fanden sich auf Hear in the now frontier und American Soldier.
DRIVE beginnt modern und lässt hoffen, geht aber nicht so gut weiter, sondern stolpert ein wenig orientierungslos durch die Laustsprecher. Da wäre melodisch weitaus mehr drin gewesen. Trotzdem ein kleiner Trostpreis fürs versuchen.
Hat die Band nicht 2 Gitarristen? - die gehören wohl inzwischen nicht mehr zum Standardinventar der Band. Michael Wilton wird schon wissen, weshalb er an den Aufnahmen nur marginal teilgenommen hat.

Einige Gitarrensoli sind dilettant, ohne Phrasierung, emotionslos und stümperhaft runtergeschrubbt. Wenn ich Geoff Tates Saxophonspiel spannender finde als die Leistungen an der Gitarre, spricht das Bände.
Kann ich mir aussuchen, ob es Kelly Gray oder doch Parker Lundgren zu verantworten hat?

Erst dann folgt dann nun endlich der erste Song, der einen daran erinnert, welcher Band wir eigentlich die ganze Zeit zuhören: AT THE EDGE.
Wären nicht ständig unnötige Unterbrechungen integriert und der Gesangsteil melodischer und flüssiger arrangiert, und nicht mit rapartigen Stilmitteln verunstaltet, könnte der Song sogar als Ganzes zünden. Das zu erwartende Gitarrensolo wurde durch ein Saxophon ersetzt - das ist der echte Queensryche-Moment mit Gänsehaut-Effekt! Großer Spaß!

Ich rieb mir die Hände und dachte, Anlaufphase vorbei, jetzt geht's los. Bei 16 Tracks wäre das grade noch okay...

Doch das war es schon mit der Herrlichkeit.

Durch den Rest der Scheibe schleppte ich mich irgendwie hindurch, ohne das die große Erleuchtung kam.
Viele Durchläufe folgten. Ernüchterung blieb.
Es dominieren uninspirierte Keyboardballaden und einfallsloses Geschrammel. Immer wenn Songs interessant beginnen, werden sie im Laufe der Spielzeit nur irgendwie über die Runden gebracht. Moderne Grooves wie in Drive werden zuwenig ausgenutzt oder nicht konsequent entwickelt.
Einzig HARD TIMES überzeugte mit lässigem Bassgroove und fragiler Instrumentierung. Ein nachdenkliches Stück Musik.
I TAKE YOU bietet einen halbwegs funktionierenden Rocksong mit eingestreuten Hip-Hop-Vocals. An BIG NOIZE könnte man auch noch einige Freude finden, sofern es nicht sttört, das man beim Liedaufbau geschlampt hat. Jedes mal wenn es losgeht, setzt der Fluss aus. Als angekündigter Epic untauglich, atmosphärisch aber gelungen.

Gesanglich ist auch nicht mehr wahnsinnig viel los.
Man erinnere sich, früher hiess es: Das Niveau singt. Hammerstimme mit 4 Oktaven. Heute heisst es, das Niveau sinkt, und zwar stetig.
Dafür öfter mal was neues - Geoff Tate rappt, keucht, meckert und flüstert sich (wie Barry White) durch seine Texte, die einen teilweise beschämen.

Und bitte Leute, was sollen wir Fans mit Stücken wie WOT WE DO anfangen? Das ist nicht böse gemeint, aber ist das wirklich Euer ernst? Wir sind mit Eurer abenteuerlichen Gitarrenmusik aufgewachsen, ihr habt in der Metalszene Maßstäbe gesetzt, Innovationen herbeigeführt - und nun präsentiert ihr uns soften Hip-Hop!? GOT IT BAD war Euch wohl noch nicht genug...

Tja, schaut man sich die Songtitel an, könnte der Eindruck entstehen, sie wüssten was sie uns antun:

Wir durchleben HARD TIMES, fühlen uns BROKEN, erleben BIG NOIZE um nichts, wissen um THE LIE die diese Band inzwischen ist.
Ja, LUVNU (IS SO HARD TO DO).

Allein die Schreibweise mancher Titel ist so lachhaft wie das Album selber.
Inzwischen ist der Punkt erreicht, das man mangelndes Songwriting nicht mehr durch fortwährende stilistische Mutation rechtfertigen kann. Queensryche haben musikalisch nicht nur ihr Stammpublikum aus den Augen verloren, sondern haben musikalisch auch nichts mehr zu sagen. Mehr noch, sie berauben sich jeglicher übrig gebliebener Seriosität.

Das Songwriting wurde erneut größtenteils outsourced. (an Randy Gane, Kelly Gray, Jason Slater etc) Es ist bezeichnend, wenn der beste Song des Albums von Scott Rockenfield stammt!

Ich sag Euch, wem diese Scheibe Spaß machen kann: All denen, die auch an Geoffs Soloalbum gefallen fanden. D2C schlägt zu 100% in dieselbe Kerbe, mehr noch, es ist wie die direkte Fortsetzung dessen.

Angenehme, moderne, rhythmische Musik, stilistisch vielfältig, nicht immer melodiös, oft austauschbar, handwerklich toll umgesetzt und dabei stets um Relevanz bemüht. Was dem Album fehlt, ist der Überraschungsmoment, der geniale Einfall, die unerhörte Melodie. Und die Glaubwürdigkeit.

Wer das beherzigt, wird DTC sicherlich mögen.
This is not Metal. Not even Rock. Who cares. Es it Pop. Aber leider kein sonderlich einfallsreicher.

Man kann wirklich gespannt sein, wie die Fans auf Dedicated to Chaos reagieren werden.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2013 12:12 PM MEST


American Soldier
American Soldier
Preis: EUR 22,99

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wo soll man nur anfangen?, 6. April 2009
Rezension bezieht sich auf: American Soldier (Audio CD)
Hachja, immer dasselbe mt den Jungs aus Seattle...

Jedes mal wenn Queensryche eine neue Scheibe vorlegen, wird auf Ihnen herumgehackt...jedenfalls seit 1997 ist das so.
Und dieses mal ist es wieder nicht anders. Doch woran liegts?

Irgendwie wird man das Gefühl einfach nicht los, das Queensryche nur noch dazu da ist, um irgendwie Geld zu verdienen, je länger man sich mit den Hintergründen der Band auseinandersetzt.
Seit 2003 gehen sie jedes Jahr mehrere Monate auf Tour, aus welchem Grund auch immer, Geoff verprellt sein Organ auf diese Weise und präsentiert sich mal in guter, mal in mäßiger Form. Ich erwarte gar nicht mehr, das er mit 50 noch so singt wie mit 25, aber was Bruce Dickinson mit 50 locker schafft, könnte und müsste einer wie Geoff Tate auch packen!

Mir gefällt eigentlich alles was die Jungs herausbringen, das liegt vor allem daran das ich nicht nur Metal höre.
Ich esse zwar nicht alles was man mir vorsetzt, aber ich find doch erstaunlich vieles davon appetitlich!
Selbst die Q2K ist ne gute Platte, wenn man denn nicht unbedingt den falschen bandnamen draufgeklebt hätte. Denn das Album hört sich nicht nach QR an. Aber die ist frisch, kann man prima im Auto hören und Tate singt wirklich atemberaubend intensiv!
Aber leider wirkt doch der ein oder andere Song leicht unfertig, genau wie auf Tribe, die noch mehr Ausarbeitung hätte vertragen können. Einen Mega-Song konnte ich auf beiden Platten aber nicht finden.
Die gefakte und arg konstruierte Fortsetzung zur O:M, die in Wahrheit wirklich NIE geplant war (man kann ja 18 Jahre später was andres behaupten, wer erinnert sich schon, was gestern war...), find ich auch immer noch hörenswert, und geht fast schon wieder in die reine Metalecke, präsentiert aber auch echt spannende Songs! Hostage, Rearrange you sowie Murderer sind ganz feine Momente der späten Queensryche-Historie, die man auf jeden Fall kennen sollte. Allerdings braucht man ein Album auch nicht unbedingt Mindcrime 2 zu benennen, es sei denn mal will unbedingt noch mal abkassieren...Es ist immer so ein Für und wieder und hat einen falen Beigeschmack...oder sagen wir es so: künstliche Lebensverlängerung einer längst toten Band??

3 Jahre danach haben wir : American Soldier.

Zumindest muss man den Jungs attestieren, das sie engagiert und inspiriert bei den Aufnahmen gewesen sind. Es wird keine Klassiker und Livegranaten von dem Album geben, im Gros kann es sich mehr als hören lassen, letztlich aber haben Queensryche nur das gemacht, was man von Ihnen erwarten würde: Ein Album aufgenommen, das wieder nach der Band Queensryche klingt.
Meist klappt das ganz gut, mal geht das auch daneben. AS nimmt sich nicht viel von dem was QR nach deGarmos Ausstieg bisher musizierten. Sehr ami-mäßig, fette Gitarren, leichter New-Rock- oder Alternative-Einschlag mit Melodie.
Handwerklich gibts nix zu mäkeln, aber AS kann dennoch nur auf halber Strecke wirklich überzeugen. Das liegt vor allem an den wenig abwechslungsreichen Arrangements, es klingt vieles gleichförmig, wenig dynamisch und vor allem laut. Liegt nicht nur unbedingt an der Musik, sondern auch am Klang, da wurde wieder das Maximum an Kompression mit dem Minimum an Dynamik verbunden. Dämliche Modeerscheinung, wer soll denn da mit Freude noch die Musik lauter drehen wollen?
Doch an manchen Stellen bekommt man schon wegen des Gesangs allein Gänsehaut, an anderen nerven vor allem die Samples der Soldaten, die nicht immer songdienlich eingestreut werden. Bis so mancher Song aus dem Quark kommt, Unafraid z.B., kann man schon ungeduldig werden.
Ob ich nun 3 oder 4 Sternchen vergebe ist fast egal. Ich würde wohl 4 geben, ein normaler Heavy-Fan eher drei. Weil das alles nicht neu oder gar aufregend ist, aber immerhin recht unterhaltend...
Schön ist American Soldier immer dann, wenns mal ruhiger wird, sphärischer, wie in den Teilen, wo Tate auch mal Saxofon spielt, da erinnert es gar entfernt an selige Promised Land-Zeiten, oder da wo Wilton seine Soli spielt und kleine Melodien im Hintergrund bringt.
At 30.000 Feet ist mein Favorit, das hört sich bisschen nach alten QR an. Ein Hit ausserdem: The Killer! Nicht schlecht und mitsingbar sind If I were King und Unafraid, stimmungsvoll noch Middle of hell. Der Beginn von Man Down! ist stark, der Song hat Potential, aber einen umständlichen Refrain, würde als Single nicht zünden. Ansonsten pendelt das Album zwischen Q2K und Promised Land. Und damit schon hat das Album 80% seiner potentiellen Interessenten verloren...leider...öffnet mal Eure Ohren!

Das hört sich für viele sicher wie eine Drohung an, wer aber dennoch auf gut gemachten Hardrock steht, der wird mit AS wirklich gut bedient!

Nach langem hin und her bin ich aber der Meinung, das Geoff seine schlechteste Gesangsleistung hier abgeliefert hat. Zwar singt er jeden Titel mit Leidenschaft, mit Hingabe und guter Intonation, aber wer Geoff Tate kennt und weiss was und wie er 2005 noch live gesungen hat, der wird zwar nicht erschrecken, aber auch nicht begeistert sein. Es sind immer die Kleinigkeiten, die nicht mehr stimmen. Und trotzdem singt er weitaus besser und hat einfach die geilere Stimme als 90% aller anderen männlichen Sänger des Planeten. Wie schon auf MC2 wurde seine Stimme in den Refrains teilweise zigfach aufeinander-gestapelt, da steht er wohl total drauf.
Das große Plus ist Michael Wilton: Er spielte alle Gitarrentracks selbst ein, Mike Stone ist Geschichte. Ganz ehrlich: Sein Sound auf der Mindrime II war doch auch ärgerlich krächzend!

Kommen wir mal zu den Songwritern...Will Wilton keine Songs mehr schreiben oder darf er nicht? Kein Track von ihm, stattdessen wieder fast alles von Tate und Jason Slater. Zudem sind 2 Songs vom Ableger Slave to the System dabei...naja, ist schon seltsam. Wilton hat in den 80ern schöne Sachen abgeliefert...

Vom Sound her kann man, mal vom Loudness War abgesehen, sehr zufrieden sein. Knackig, kraftvoll mit viel Schmackes und differenziert ist das Klangbild. Wie Middle of hell live allerdings reproduziert wird, ohne das allzuviel aus dem Laptop kommt, würd mich mal interessieren...

Das letzte mal, das Queensryche wirklich Queensryche sein durfte war 2003 zur Tribe, da kam ein leichtes, unauffälliges und wunderbar relaxtes Album bei raus, bei dem alle 4 Mitglieder + DeGarmo komponieren durften. Das war auch QRs größter kommerzieller Flop (wobei...)...seitdem hält Geoff die Zügel in der Hand und lenkt das Schiff...

aber wohin?


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