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"wernerdrger"

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Chefs und andere Idioten. Wie man im Job überlebt ... ohne seinen Boss zu ermorden
Chefs und andere Idioten. Wie man im Job überlebt ... ohne seinen Boss zu ermorden
von John Hoover
  Broschiert

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Humorvoll, aber nicht unbedingt Ratgeber, 1. Februar 2006
Die Situation, von der John Hoover ausgeht, dürfte vielen seiner Leser vertraut sein: Man hat einen Chef, der vorsichtig gesagt schwierig, weniger vorsichtig gesagt ein "I-Chef", also ein Idiot ist. Doch während es im "zivilen" Leben die Möglichkeiten gibt, um Idioten einen Bogen zu machen, ist man ihnen am Arbeitsplatz ausgesetzt, ja sogar auf ihre Gunst angewiesen. Wie kann man mit einem solchen Chef umgehen, ohne dabei wahnsinnig zu werden? Wie erträgt man seine Launen, seine Fehler, seine Ausbrüche?
John Hoover rät mit viel Humor dazu, einen schwierigen Chef eher auf die leichte Schulter und nicht tragisch zu nehmen. Mit einem "12-Punkte-Programm" zeigt er Wege, wie man einen "I-Chef" ertragen kann. Der Humor ist die Stärke und die Schwäche des Buches zugleich: Ironische und ernst gemeinte Vorschläge fließen ineinander, was wohl typisch für amerikanische Bücher über Chefs ist (siehe die Dilbert-Bücher). Der Leser sollte das Buch eher als humorvolle Lektüre denn als Ratgeber betrachten.
Das deutsche Gegenstück zu Hoover, das auch konkrete Hilfestellung bietet, heißt "Der Feind in meinem Büro" und stammt von M. Wehrle. Dieses Buch zeigt verblüffende Wege, wie man einen schwierigen Chef zum Partner machen kann. Und es zeigt auch den besten Weg, wie sich "I-Chefs" aus der Welt schaffen lassen: indem die Mitarbeiter ihre Vorgesetzten selbst wählen dürfen. Kein Witz, einige deutsche Firmen praktizieren dieses Modell mit großem Erfolg.


Innere Kündigung: Wenn der Job zur Fassade wird
Innere Kündigung: Wenn der Job zur Fassade wird
von Ralf D. Brinkmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,95

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannendes Thema, etwas trocken geschrieben, 14. Dezember 2005
Wie kommt es, dass so viele Arbeitnehmer keine Lust mehr auf ihre Arbeit haben? Die Autoren zitieren Umfragen, aus denen hervorgeht, dass die große Mehrheit der deutschen Mitarbeiter "innerlich gekündigt" hat. Nun suchen die Autoren nach den Gründen für den Frust, stoßen dabei natürlich auf schlechte Vorgesetzte, auf hohe Ansprüche der heutigen Arbeitnehmer, die durch langweilige Tätigkeiten nicht mehr befriedigt werden. Es entsteht das groteske Bild von Menschen, die zwar die meiste Zeit ihres Lebens am Arbeitsplatz verbringen, aber in Wirklichkeit, also mit ihren Herzen, gar nicht dort sind.
Das Thema ist aktueller denn je, schließlich lesen wir jeden Tag in der Zeitung, dass wieder mal ein gut florierendes Unternehmen aus Profitgier ein paar tausend Arbeitnehmer auf die Straße gesetzt hat. Wenn Mitarbeiter so behandelt werden - ist der Frust dann nicht nur eine Gegenreaktion? Die Schwäche des Buches liegt darin, dass es das Thema ziemlich steif und wissenschaftlich angeht, was das Lesen nicht gerade erleichtert. Dennoch ein Buch, von dem nicht nur Personalfachleute, sondern auch frustrierte Mitarbeiter profitieren können. Wer versteht, wie Frust entsteht, kann ihn besser bekämpfen.
Als Ergänzungslektüre für psychologisch Interessierte empfehle ich "Kränkung am Arbeitsplatz", ein interessantes Buch über Mobbing, die seelischen Folgen und den Umgang damit. Allen Arbeitnehmern, die mit ihrem Chef auf Kriegsfuß stehen, sei das aktuelle Buch "Der Feind in meinem Büro" ans Herz gelegt - der Autor, ein Ex-Chef, zeigt nicht nur, wie es zu Konflikten und zur inneren Kündigung kommt, sondern auch, wie man dem Teufelskreis entfliehen kann.


Kränkung am Arbeitsplatz: Strategien gegen Missachtung, Gerede und Mobbing
Kränkung am Arbeitsplatz: Strategien gegen Missachtung, Gerede und Mobbing
von Bärbel Wardetzki
  Taschenbuch

23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflaster auf die Wunde, 14. Dezember 2005
Dieses Buch ist wertvoll, weil er zweierlei zeigt. Erstens: Mobbing ist eine Leistungsbremse. Wer zum Opfer wird, verliert sein Selbstvertrauen und seine Lust an der Arbeit. Eine Firma, in der gemobbt wird, ist dem Untergang geweiht. Diese Lektion sollten sich einige Chefs hinter die Ohren schreiben.
Zweitens macht die Autorin deutlich: Mobbing kann zwar wie ein Gewitter über einen hereinbrechen, aber dennoch muss man nicht schutzlos im Hagel der Verleumdungen und Demütigungen stehen. Es werden Strategien gezeigt, was man tun kann, um erst gar nicht in die Opfer-Rolle zu geraten. Gleichzeitig bietet das Buch Erste-Hilfe-Möglichkeiten an, falls es doch passiert ist. Und es gibt auch Tipps, ab welchem Zeitpunkt man sich professionelle Hilfe holen sollte.
Als Ergänzungslektüre empfehle ich "Der Feind in meinem Büro", ein Buch, das auf erhellende Weise darstellt, wie sich kleine Irrtümer oft zum großen Krach am Arbeitsplatz hochschaukeln.


Wie wirklich ist die Wirklichkeit?: Wahn, Täuschung, Verstehen
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?: Wahn, Täuschung, Verstehen
von Paul Watzlawick
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

34 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Buch - wirklich!, 27. Oktober 2005
Was soll wirklich sein, wenn nicht die Wirklichkeit? So fragt man sich als Leser, sobald man den Titel hört. Aber bei der Lektüre stellt sich die lieb gewonnene Wirklichkeit immer mehr als das Produkt der eigenen Gedanken heraus: Wirklich ist, was wirkt. Wahr ist, was wir wahr nehmen. Wir sehen die ganze Welt im Spiegel unserer eigenen Subjektivität.
Darum kann ein und derselbe Sachverhalt von zwei Menschen völlig unterschiedlich bewertet werden. Ist Spinat nun eine Delikatesse – oder ist er ungenießbar? Steht einer früh auf, wenn er morgens um 7.00 Uhr aus dem Bett kommt, oder ist das schon spät? Dieses Spiel setzt der Autor Paul Watzlawick fort, indem er die Unterschiede zwischen den Kulturkreisen beleuchtet. Ein amüsantes Beispiel ist die "Distanzzone" zwischen zwei fremden Menschen. Wir als Europäer halten eine Armlänge für angemessen. Dagegen rücken sich zwei fremde Südamerikaner viel dichter auf die Pelle. Die Folge: Wenn sich die angehörige zweier solcher Nationen begegnen, empfindet der eine seinen Gesprächspartner als distanziert (und rückt näher), während der andere sich wiederum bedrängt fühlt (und rückwärts geht). Das kann zur Abstürzen in der Kommunikation und sogar von der Terrasse führen ...
Durch solche amüsanten Beispiele zeigt uns der Psychologe Watzlawick die ganze Welt als ein einziges Gebäude unserer Gedanken, was für den Leser eine höchst vorteilhafte Folge hat: Um die Welt zu verändern, muss er keine Steine versetzen – nur ein paar Gedanken in seinem eigenen Kopf!
Als Ergänzungslektüre empfehle ich die "Anleitung zum Umglücklichsein" vom selben Autor - ebenfalls ein köstliches und kostbares Buch.
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Vertrauen führt: Worauf es im Unternehmen wirklich ankommt
Vertrauen führt: Worauf es im Unternehmen wirklich ankommt
von Reinhard K. Sprenger
  Gebundene Ausgabe

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Minus in der Klammer, 27. Oktober 2005
Ein Gedanke aus diesem Buch fasziniert mich besonders: Wenn eine Führungskraft kein Vertrauen bei ihren Mitarbeitern genießt, steht vor jedem Satz, den sie spricht, ein Minus in der Klammer. Mitarbeiter hören nicht zuerst auf die Sachbotschaft, sie stellen sich vorher die Frage: Kann ich dem Vorgesetzten trauen? Mangelndes Vertrauen führt zu der grotesken Situation, dass sogar eine positive Handlung negativ bewertet wird. Wenn eine Führungskraft zum Beispiel mit dem Mitarbeiter seine Arbeit durchgeht, ist das bei einem Vertrauensverhältnis ein Signal der Wertschätzung und Unterstützung – während es bei mangelndem Vertrauen als Schnüffelei und Misstrauen empfunden wird.
Reinhard K. Sprenger legt überzeugend dar: Vertrauen ist der einzige Boden, auf dem eine produktive Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern wachsen kann. Dabei ist dieser Weg gar nicht so leicht zu beschreiten. Gründe fürs Misstrauen finden sich immer leichter als solche fürs Vertrauen, denn über Vertrauen spricht man vor allem dann, wenn es schon fehlt. Unsere Firmen fördern diese "Verdachtskultur". Ob Arbeitszeit oder Arbeitsstand, ob Spesenabrechnung oder Internetnutzung: Man schaut den Mitarbeitern auf die Finger.
Das fatale: Wer auf "Nummer sicher" geht (ein Begriff aus dem Strafvollzug, wie Sprenger anmerkt), wer seine Mitarbeiter wie Unmündige behandelt, der macht sie auch dazu. Das ist der Grund, warum misstrauische Führungskräfte schon nach kürzester Zeit von Mitarbeitern umgeben sind, die sich nicht mehr vertrauenswürdig verhalten. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wer seinen Mitarbeitern vertraut, wer sich ihnen gegenüber verletzbar macht, wer immer wieder offen bekennt, dass er sie für seinen eigenen Erfolg braucht - der bekommt ein Team, das hinter ihm steht. In guten wie in schlechten Zeiten..
Der einzige Gedanke, den ich aus meiner Führungspraxis nicht sofort unterschreiben kann, ist die Idee des "Sofortvertrauens". Nach meiner Erfahrung braucht es eine gewisse Zeit, um eine solche Basis zu den Mitarbeitern aufzubauen. Aber vielleicht hat es pädagogische Gründe, dass R.K. Sprenger diesen Gedanken propagiert: So macht er auch Führungskräften Mut, denen der konventionelle Weg zum Vertrauen zu steinig erschiene.
Ein Buch, das jede Führungskraft lesen sollte – und das übrigens auch, wie ich aus meiner Zeit in London weiß, im englischen Sprachraum viele begeisterte Leser gefunden hat.


BeWerben ist Werben: Die ultimativen Tipps & Tricks zu BeWerbung, Stellensuche und Selbstmanagement
BeWerben ist Werben: Die ultimativen Tipps & Tricks zu BeWerbung, Stellensuche und Selbstmanagement
von Christoph Kühnhanss
  Gebundene Ausgabe

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auffallen statt durchfallen, 26. Oktober 2005
Die meisten Bewerbungsbücher sagen viel darüber, was man tun muss, um nicht gegen Konventionen zu verstoßen. Aber wie es einem gelingt, aus der Masse zu ragen, darüber sagen sie wenig. Dabei führen Standardbewerbungen in den meisten Fällen zu Standardabsagen. Genau hier setzt dieses Werk an. Wie kann man auffallen statt durchfallen? Mit welchen Tricks und Kniffen aus der Werbung gelingt es, das eigene Profil ins rechte Licht zu rücken, die Lücken im Lebenslauf zu schließen, der Chemie im Vorstellungsgespräch auf die Sprünge zu helfen? Wie kann man, ohne direkt zu lügen, auch aus unangenehmen Wahrheit das beste machen?
Die Tipps sind kurz und knackig formuliert, der Autor gibt keine Standardrezepte vor, sondern regt die eigene Phantasie an. Die Parallelen zwischen Produkt und Eigenwerbung sind verblüffend. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, auch wenn die Tipps manchmal etwas gewagt sind (das Foto würde ich bei einer Bewerbung im deutschsprachigen Raum dann doch nicht weglassen). Aber gerade dieser Bruch mit den Konventionen, zu dem angeregt wird, macht den Reiz des Buches aus.
Wer allerdings nach einem kleinen 1 x 1 der Bewerbung sucht, etwa nach konventionellen Textvorschlägen, die er nur zu übernehmen braucht, oder nach Antworten im Vorstellungsgespräch, wie sie der Personalchef schon hundert Mal gehört hat: Der sollte besser zu einem drögen Standardratgeber greifen. Dieses Buch wendet sich an den fortgeschrittenen Bewerber, der Wert auf das gewisse Etwas legt.


Das deutsche Führungsproblem: Kompendium der Arbeitsfreude in Staat und Wirtschaft
Das deutsche Führungsproblem: Kompendium der Arbeitsfreude in Staat und Wirtschaft
von Olaf Baale
  Taschenbuch

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viele Beispiele, wenig Argumente, 26. Oktober 2005
Dieses Buch liest sich, als wäre es der erste Band eines Werkes, dessen eigentlicher Inhalt noch folgen muss. Zwar werden mir zahlreiche Beispiele von Firmen serviert, die mit Hilfe von Total Quality Management (TQM) durchstarten, so der japanische Autohersteller Toyota, eine dänische Arbeitsvermittlung oder eine Schule in Bayern. Aber die entscheidenden Frage bleibt offen: Warum sollte gerade TQM, ein uraltes Modell, die deutschen Unternehmen aus der Krise führen? Warum sind so viele Firmen, die es eingeführt haben, damit offenbar trotz aller Vorzüge gescheitert?
Kann es wirklich eine einzige Lösung für das komplexe deutsche Führungsproblem geben? Oder brauchen wir zunächst einmal, wie Fredmund Malik es in "Führen, leisten, leben" fordert, eine bessere Ausbildung für Manager? Wenn ich bei anderen Autoren lese, wie es um die Qualitäten von deutschen Führungskräften bestellt ist, bei Reinhard K. Sprenger über die manipulative Motivation ("Mythos Motivation"), bei Martin Wehrle über die Tatsache, dass jeder zweite Mitarbeiter seinen Chef hasst ("Der Feind in meinem Büro"): Dann kommen mir doch Zweifel, ob allein eine andere Organisationsform aus dem Boden unserer Motivationswüste die wunderbaren Pflanzen der Produktivität und der Arbeitsfreude sprießen lässt.
Allerdings muss man den Autoren anrechnen, dass sie viele Beispiele gesammelt haben und mit ihrer Unterstützung für TQM und Empowerment nicht an der falschen Front kämpfen. Ein zweiter Band, der den Beispielen die Argumentation nachschiebt, wäre in diesem Fall eine gute Idee.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2009 5:20 PM CET


Zeitmanagement mit Microsoft Office Outlook, m. DVD
Zeitmanagement mit Microsoft Office Outlook, m. DVD

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Ratgeber, aber viel Werbung, 24. Oktober 2005
Die Arbeit mit dem Computer kann jedes persönliche Zeitmanagement über den Haufen werfen. Wer unterliegt nicht der Versuchung, beim Eingangsgeräusch einer neuen Mail wie ein Pawlowscher Hund durch Anklicken zu reagieren? Doch ein Programm wie Outlook bietet auch Chancen, wie man seine Termine und täglichen Arbeitspläne besser koordinieren kann.
Wie das geht, macht dieser systematische Ratgeber deutlich. Der flotte Schreibstil und die gedankliche Klarheit weisen eindeutig auf die Handschrift von Professor Lothar Seiwert hin, dem führenden Zeitmanagement-Experten, der sich für dieses Buch mit Computer-Experten zusammengetan hat. Deshalb stimmen sowohl die schreiberische als auch die fachliche Qualität. Eine echte Hilfe für den (Arbeits-)Alltag.
Das Buch wird zusammen mit einer DVD geliefert, deren Länge (drei Stunden!) allerdings übertrieben ist. Was mich ein wenig stört, ist die Fixierung auf das Programm Outlook und die ständige Erwähnung des Sponsors Microsoft. Warum kommen eigentlich keine anderen E-Mail-Programm vor?
Allerdings muss ich zugeben: Der Preis für Buch inklusive DVD ist - vielleicht dank Sponsor? - mehr als fair.


Die Reformlüge: 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren
Die Reformlüge: 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren
von Albrecht Müller
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erfrischende Gedanken!, 24. Oktober 2005
Alles redet von Reformstau, von Sparmaßnahmen, vom großen Umbau des Sozialsystems. Die große Koalition in Berlin steht in den Startlöchern, um Rentenerhöhungen zu streichen, die Mehrwertsteuer zu erhöhen und staatliche Lasten auf private Schultern umzuschichten. In dieser Zeit tut es gut, das Buch von Albrecht Müller zu lesen. Als Volksökonom (und einst enger Mitarbeiter der Kanzler Brandt und Schmidt) macht er deutlich, dass die öffentliche Debatte nicht vom wirtschaftlichen Sachverstand gesteuert wird, sondern von Interessenvertretern des Kapitals (Unternehmen, Versicherungen), von fachfremden Nachplapperern (Journalisten, Politikern) und von Wirtschaftsautoren, die alles durch die negative Brille sehen (wollen).
Der Kern des Buches ist ein einfacher, dennoch aber erfrischender Gedanke: Der Staat kann seine Schuldenlast nur dann abtragen, wenn der Motor der Binnennachfrage wieder anspringt und die Steuereinnahmen steigen. Wir brauchen also mehr Arbeitsplätze, mehr Produktivität und vor allem mehr Menschen, die Geld ausgeben wollen und können. Aber wie soll das gehen in Zeiten, da an allen Ecken und Enden gekürzt wird, da Arbeitsplätze auf der Kippe stehen und die Menschen verunsichert sind? Beim Sparen beißt sich, volkswirtschaftlich betrachtet, die Katze in den Schwanz. So wurde der Wirtschaftsboom nach der Wiedervereinigung abgewürgt. So hat Hans Eichel durch seine Sparpolitik den Bundeshaushalt nicht etwa saniert, sondern ruiniert.
Albrecht Müller empfiehlt: Statt die Mängel unseres Standortes zu beklagen, sollten wir seine Vorzüge loben. Statt weiter Ausgaben zu kürzen, sollte der Staat zusätzliches Geld ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Statt die kleinen Steuerzahler zu schröpfen, sollten Staat und Unternehmen dafür sorgen, dass sie zusätzliches Geld zum Konsum zur Verfügung haben. Für jeden Euro, der zusätzlich ausgegeben wird, kämen vielleicht zwei oder drei zurück. Diese Rezepte, meist auf J. Keynes bezogen, haben schon in den 70er Jahren funktioniert. Heute könnten sie genauso greifen, sagt Müller.
Ein Buch, das für jeden unverzichtbar ist, der in der Reformdebatte ein gewichtiges Wörtchen mitreden und manches gängige Vorurteil entlarven will.


Tapferkeit vor dem Chef. So behaupten Sie sich im Berufsleben
Tapferkeit vor dem Chef. So behaupten Sie sich im Berufsleben
von Claudia Harss
  Broschiert

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Raus aus der Opferrolle!, 24. Oktober 2005
Die Autorinnen wählen einen witzigen Einstieg: Sie erzählen die Geschichte eines Arbeitstages in zwei Versionen. In der ersten, die dem Leser nicht unbekannt vorkommen dürfte, tritt der Hauptdarsteller als Feigling auf. Überall in der Firma bekommt er eins auf die Mütze, ohne sich richtig zu wehren, vor allem von seinem Chef. In der zweiten Version dagegen sagt er, was er denkt. Er ist schlagfertig und nicht nur frustriert, ist Agierender und nicht nur Opfer.
Diese Eröffnung sagt viel über die Intention dieses Ratgebers aus: Der Leser lernt, seine Opferrolle abzustreifen und seinem Chef auf einer Augenhöhe zu begegnen. Ein Tapferkeits-Test zu Anfang des Buches ermöglicht es, die eigenen Defizite zu registrieren und den Lernbedarf zu definieren. Vor diesem Hintergrund lehrt das Buch die Grundzüge einer gelungenen Kommunikation, auch im Umgang mit schwierigen Chefs. Dabei werden die psychologischen Grundlagen, so Transaktionsanalyse und aktives Zuhören, in gut lesbarem Stil vermittelt.
Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es empfehlen. Einen Stern Abzug gibt es für einen Mangel in der Konzeption: Der Ratgeber wendet sich kapitelweise speziell an Chef, um auch ihre Tapferkeit zu schulen. Die Bosse - zu denen ich auch gehöre - können das ebenfalls gebrauchen, keine Frage! Aber es passt nicht zum Titel und zur sonstigen Ausrichtung des Buches.


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