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Rezensionen verfasst von
Esther Koch

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In Liebe verzeihen
In Liebe verzeihen
von Ulrike Jansen
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

5.0 von 5 Sternen Es sind nicht die Dinge, die uns unglücklich machen ..., 19. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: In Liebe verzeihen (Taschenbuch)
235 Seiten, die ich nicht in einem Rutsch lesen konnte, zu schlimm, zu emotional, zu negativ-ereignisreich ist das Leben, das Ulrike Jansen in diesem Buch schildert. Ihr eigenes Leben! Keine Fiktion, sondern brutale Realität. Und sicher kein Einzelfall.

Ein großes Dankeschön an die Autorin, dass sie (nicht nur) mich an ihrem (bisherigen) Lebensweg hat teilhaben lassen und dabei trotz allem eine solch positive Botschaft übermittelt. Dazu gehört - meiner Ansicht nach - eine große Portion Mut, sich zu öffnen einerseits, andererseits aber bereits der Wille, sich nicht von Bitterkeit und Unversöhnlichkeit bestimmen und lenken zu lassen.
Das ist ihr gelungen. Sie liebt und verzeiht. Sie hat nicht vergessen! Aber zur Ruhe gelegt!

Es gelingt der Autorin nicht nur ständig, für sich selber dem Leben Positives abzugewinnen. Sie hat sogar noch Energie und Kraft übrig, um anderen Menschen in schlimmen Zeiten zur Seite zu stehen, etwa als Sterbebegleiterin.

Die Botschaft des Buches: Trotz allen Steinen, die einem das Universum in den Weg schmeißt, muss man selbst nicht bitter und lieblos werden, auch wenn das die Botschaft des Lebens zu sein scheint.
Und in Frau Jansens Fall waren es wirklich viele, große, scharfkantige Steine. Sie hat sie erklommen, umschifft, gesprengt.
Und wenn man nun mit ihr zusammen zurückblickt, sieht man auf dem hinter ihr liegenden Schuttfeld Blumen blühen. Viele, farbintensive Blumen mit spitzen Dornen. Blumen, die von bunten Schmetterlingen umschwirrt werden. Und viele der Steine, über die Ulrike Jansen schreiten musste, sind zwar immer noch Steine, haben aber nun eine runde, weiche Herzform. Weil sie es so wollte!

Und ich würde das auch gerne können.

Danke für die Inspiration, dass ich mein Leben nicht als ewiges Opfer "fristen" muss, liebe Ulrike Jansen! Schön, dass es Dich gibt!

"Es sind nicht die Dinge, die uns unglücklich machen, es ist unsere Sicht der Dinge." - Epiktet

wachstumsschmerzen: gedichte
wachstumsschmerzen: gedichte
von Judith Faller
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seelenspiegel, 27. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich wünschte, ich könnte eine Rezension schreiben, die diesem Lyrikband, so wie ich ihn erfahren habe, gerecht werden könnte.
Die Autorin schüttet eine Seele vor dem Leser aus. Ihre eigene Seele? Unsere Seele?
Wir finden uns selbst wieder in den Worten und Welten dieser 100 Gedichte; in diesen Worten, die malen, berühren, Finger in Wunden legen.

Gedichte muss man nicht immer interpretieren, man kann sie auch einfach nur lesen und auf sich wirken lassen. Und Frau Fallers Gedichte wirken!
Wir spüren den Schmerz, die Freude, die Angst. Wir sehen die Bilder der geschaffenen Welten. Wir hören die Schreie des Entsetzens, als seien wir selbst dabei, darin. Wir riechen die Blumen und das Blut.
Wir sind darin in diesen Welten, denn es sind auch unsere Welten, unsere Schmerzen, unser Wachstum.

Ich kann gar nicht sagen, in wie vielen von Judith Fallers Gedichten ich mich wiedererkannt habe. Sie versteht es, in unbeschreiblich intensiver Weise Gefühle in lyrischer Form über das Medium der Schrift hinüberzubringen zum Leser. Es geht dabei nichts verloren von der Emotion, dem Schmerz und der Liebe, der Lust und der Trauer.
Und wo ich mich nicht direkt selbst wiederfand, empfand ich doch Mit-Leid und Mit-Freude. Judith Fallers Lyrik lässt gar nichts anderes zu. Sie lässt nicht kalt. Sie packt den Leser und reißt ihn mit, reißt ihn hinein.

Die Themen in Frau Fallers Gedichten sind schön und furchtbar, positiv und hoffnungslos, optimistisch und angsteinflößend. Genauso wie das Leben selbst, in welches hineinzuwachsen wohl jedem Einzelnen auch das eine oder andere Mal Schmerzen bereitet.

Wer Worte nicht nur lesen, sondern auch einmal fühlen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

Ich konnte es nur in Etappen lesen, weil ich unter den geballten Emotionen auf diesen Seiten immer wieder innehalten musste. Es war eine Erfahrung für die ich Judith Faller danken möchte.

Die Traumvektor Tetralogie - Gesamtausgabe
Die Traumvektor Tetralogie - Gesamtausgabe
Preis: EUR 9,49

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Diese Suppe ist der Anfang und das Ende“, 3. Oktober 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Damit ist nicht (nur) die evolutionäre Ursuppe gemeint, sondern eine ganz banale Gemüsesuppe, die wie Arthur Dent's Tasse Tee bei Douglas Adams, immer wieder eine Rolle spielt in dieser bildgewaltigen Geschichte.
Und ich bin überzeugt, auch Adams hätte hier seinen Spaß gehabt, alleine schon mit der Art und Weise, wie der erste (aber nicht letzte) Held (oder Antiheld?) dieses Romans in die Geschehnisse hinein (oder heraus?) geschleudert wird.
Man sieht, es werden unzählige Fragen im Laufe der Ereignisse aufgeworfen. Und man muss sich lange gedulden, bis man eine Antwort erahnen kann. Aber die Zeit dazwischen ist äußerst unterhaltsam.
Und was ist schon Zeit? "Zeit ist der Abschnitt zwischen den einzelnen, voneinander unterscheidbaren Zuständen eines Universums." Schon mal auf diese Weise darüber nachgedacht? Vielleicht könnte man Zeit, außer in Minuten und Stunden, in unterschiedlichen Entropiestufen seiner Schreibtischoberfläche messen? Nach der Lektüre dieses Romans scheint das gar nicht mehr so unwahrscheinlich, selbst wenn man eine gelegentliche Senkung der Schreibtischoberflächenentropie durch Export von Dokumenten in die Umgebung miteinbezieht …
Zum Roman: Er war sehr angenehm zu lesen - wie auch nicht, sonst würde man möglicherweise keine 700+ Seiten (eBook) durchhalten. Einige Passagen waren höchstens ihres Inhalts wegen nicht "angenehm", aber Horror muss sein, wo Horror hingehört.
Jeamy Lees Universum passt prima in die Universen meiner eigenen wildesten Träume als Fan von Star Trek, Douglas Adams, Star Wars, Perry Rhodan, Stargate und Roddenberry's Andromeda. Jeder, der sich dort wohl fühlt, wird auch etwas mit diesem Roman anfangen können.
Es handelt sich um sehr anspruchsvollen Lesestoff. Ganz speziell der letzte Teil, „Interferenz“, in dem der Autor einem die Physik nur so um die Ohren haut. Das war genau mein Ding! Und ich bin nur Hobbyphysikerin!
Aber das Fehlen eines Physikstudiums ist gar kein Problem, denn der Autor versteht es, die potentielle Unwissenheits-Panik des Lesers durch ein ausführliches und hilfreiches Fußnotenkompendium zu puffern und aufzufangen. Das setzt natürlich beim Leser auch noch ein wenig Bereitschaft voraus, sich weiter in die wissenschaftlichen Themen hineinzulesen, so sie noch nicht zum persönlichen Wissensschatz gehören, um in den Genuss eines möglichst weiten Verständnisses der Thematik zu kommen.
Aber ich schätze, wer sich nach den Leseproben und den aufschlussreichen Informationen auf der ebenfalls sehr empfehlenswerten Homepage des Autors auf diesen Roman einlässt, der weiß, was er tut und ist dankbar, vielleicht sogar noch ein wenig mehr dazuzulernen. Ich war es jedenfalls.
Mich hatte beim „Erstkontakt“ mit dem Roman schon der Titel in Kombination mit den Fraktal-Titelbildern (bei den Einzelausgaben sind es jedes Mal andere) neugierig gemacht. Die Kurzbeschreibung bei Amazon hat mir auch gefallen, und die Leseproben haben mich vollends überzeugt.
Es war einfach so ein Fall von "das MUSS ich jetzt haben", dieses unbestimmte Gefühl, ich würde etwas verpassen, wenn ich das jetzt nicht lese.
Und so war es dann auch.
Die Auflösung sorgt noch einmal für ihr Gegenteil, nämlich zusätzliche Knoten im Hirn. Sie regt zum Nachdenken an. Was wäre denn, wenn wirklich ...? Dann hätte man die Antwort auf eine der großen Fragen nach dem Leben, dem Universum und überhaupt allem, welche da lautet: "Macht es, kosmisch betrachtet, wirklich was aus, wenn ich NICHT aufstehe und arbeiten gehe?" Die wäre in Jeamy Lees Universum nicht 42, sondern um einiges fantastischer und komplexer.
Das Lesen war ein Abenteuer, und es wirkt immer noch nach.

Migräne ist ein doofer Kopfmann - Vom Leben mit dem Gewitter im Kopf
Migräne ist ein doofer Kopfmann - Vom Leben mit dem Gewitter im Kopf
Preis: EUR 0,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verständnis für ein chronisches Leiden, 15. Februar 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Wir sind uns eigentlich recht ähnlich, Frau Wendt und ich. Zwei Kinder, die Chauffeurdienste benötigen und gefüttert und unterhalten werden wollen. Ein Ehemann, der für das "nur um sich selbst kümmern Müssen" regelmäßig von uns beneidet wird. Ein Haushalt, der sich nicht von selbst schmeisst. Ein Ex-Job ... Nur "fehlt" mir die Migräne.

Beim Lesen von Kirsten Wendts Erzählung vergeht mir dann doch das Jammern über meine eigenen Alltagszipperlein. Dank der anschaulichen und nachfühlbaren Schilderungen kann ich mir annähernd ausmalen, wie gut es mir doch eigentlich geht. Meistens zumindest.

Kirsten Wendts Werk sollte aber nicht nur als anschaulicher und trotz des dargestellten Leidens durchaus unterhaltsamer Einblick in ein Leben und in den durch eine chronische Krankheit aufs Äußerste beeinträchtigten Alltag gelesen werden. Zwischen den Zeilen ist es auch eine eindringliche Bitte um Verständnis oder wenigstens darum, doch zumindest ernst genommen zu werden.

Die wohlwollenden Ratschläge der Umwelt (und damit ist nicht die direkte Umwelt, die Familie, gemeint, sondern die nur sehr marginal von der Krankheit mit-betroffene Umwelt!) sind nett gemeint, aber nicht wirklich hilfreich. Die Betroffenen können sich nicht "zusammenreissen". Sie sind nicht medikamentensüchtig. Sie sind nicht einfach nur gestresst. Sie haben - herzlichen Dank - schon sämtliche schul- und alternativmedizinischen Spezialisten besucht. Sie sind nicht hysterisch. Sie treiben auch nicht zu wenig Sport. Sie sind krank und haben nur den Wunsch, dieses eine Leben, das sie haben, halbwegs normal leben zu können.
Und zu allem Überfluss ist ihnen auch noch schmerzlich bewusst, wie belastend die Situation nicht nur für sie selber ist, sondern auch für ihre Familienangehörige. Und dieses Wissen macht es ihnen nicht gerade einfacher.

Ich empfehle Kirsten Wendts "Kopfmann" nicht nur Migräne-Betroffenen und deren Umfeld. Denn ein solcher Appell an das Verständnis der Mitmenschen sollte sich nicht auf das Thema Migräne beschränken, sondern zum Beispiel auch im Bereich Depressionen gehört werden. Auch hier sind die Betroffenen den gleichen eben erwähnten Ratschlägen und Vorwürfen ausgesetzt und leiden - zusätzlich - unter fehlendem Verständnis der Nicht-Betroffenen!

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