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5.0 von 5 Sternen
Auch Kinder kennen Liebe, und nicht nur die Liebe innerhalb der Familie., 22. Juli 2009
Ben liebt Anna
Ein Roman für Kinder. Ausgezeichnet mit dem Zürcher Kinderbuchpreis 'La vache qui lit' 1980 und nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis.
Auch Kinder kennen Liebe, und nicht nur die Liebe innerhalb der Familie. So ist es auch mit Ben. Er liebt Anna, das Aussiedlermädchen, das neu in die Klasse kommt. Und auch Anna hat Ben eine Weile sehr lieb gehabt. Das ist schön, aber auch schwer: Da gibt es Aufregung und Gekränkt sein und Eifersucht, Streit mit Freunden und immer wieder die Angst, ausgelacht zu werden.
Am Ende der Geschichte zieht Anna, das Polenmädchen, mit ihren Eltern fort, Ben bleibt in seinem Alltag zurück.
Der Autor Peter Härtling versteht es, mit einer scheinbar simplen Geschichte seine Leserinnen und Leser ins Reich der Literatur zu entführen. Dass schon zehnjährige Kinder einander sehr lieb haben können, so lieb, dass es sehr schön ist und sehr wehtut, glauben nur wenige Erwachsene. Lebendig und konkret, zugleich sehr feinfühlig und überzeugend, beschreibt H. die allmähliche Entwicklung einer solchen mit vielen unverständlichen Schwankungen belastete Beziehung zwischen Ben und dem Aussiedlermädchen Anna. Eine wunderschöne, alltägliche, doch für die beiden einmalige Liebesgeschichte.
H. versucht hier jenen Bereich der schwer fassbaren Emotionen, der zwischenmenschlichen Schwingungen, des Vertraut seins und Vertrauens zu beschreiben, ohne den Kindern mit platten Floskeln zu kommen. Dies gelingt ihm durch einfache und genaue Sätze sowie einer präzisen Sprache und Ausdrucksweise.