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Rezensionen verfasst von
Dennis Vihar
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Queens of the Stone Age
Queens of the Stone Age
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 9,89

3 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Lo-Fi-Version von Hard Rock. Kyuss scheinen begraben, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Queens of the Stone Age (Audio CD)
Durchaus keine Neuauflage von Kyuss, rein gar nichts Gewohntes.

Ganz im Gegenteil: Ex-Kyuss Mitglied Josh Homme geht neue Wege in der Musik. Er vereint harten Rocksound mit viel Melodie und seinen harten, aber weniger kryptischen Lyrics. Während immer noch einiges an Wüstensand aus den Lautsprechern prescht, schwingen die soften Vocals oben mit. Man hört kein Geschrei oder irgendetwas aus der Rock & Roll-Antike. Die Band präsentiert nahezu eine Lo-Fi-Version von Hard Rock - eine interessante Mischung, die einiges an Airplay einsackte. Ob nun "Regular John" oder der extreme Ton- und Stimmumfang von "Avon" und das rauchig-bluesige "Walkin' on the Sidewalks". Queens of the Stone Age bieten eine neue und mehr als angenehme Seite des Heavy Metal, die mal nicht testosteron- und schwanzgesteuert ist.

Wir danken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 8, 2015 3:55 PM MEST


Lullabies to Paralyze
Lullabies to Paralyze
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 13,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gespentisch und großartig. Ein Reißer für die späten Abendstunden, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Lullabies to Paralyze (Audio CD)
Noch vor Beginn der Aufnahmen zu Queens of the Stone Ages viertem Album, Lullabies to Paralyze, kickte Sänger, Gitarrist und Bandchef Josh Homme Bassist Nick Oliveri aus ungeklärten Gründen aus der Band. Da Homme und Oliveri schon seit 1990 und der Gründung von Kyuss Weggefährten gewesen waren, könnte diese Trennung allerlei Mitleid erregen. Wären QOTSA eine normale Band. Aber das sind sie nicht wirklich. Und die eigentlichen Regeln einer 'normalen' Band gelten da schon lange nicht. Während ihrer gesamten gemeinsamen Geschichte, seit der Gründung von Kyuss bis hin zu QOTSA und deren letztem Album, Songs for the Deaf, waren die Lineups der Bands so beständig wie Treibsand. Auch betreffend ihrer Nebenprojekte. Die rotierenden Lineups, geheuerte und gefeuerte Musiker, waren stets Teil der Bandphilosophie, sodass sie auch den Verlust von richtigen Bandmitgliedern standhalten konnten. Auch der Verlust von Oliveri sollte so verkraftet werden - sogar nachdem er Kyuss 1994 verließ und die Band ohne ihn weitermachte war das kein Problem. Die Wahrheit ist, dass der führende Kopf hinter QOTSA immer Josh Homme gewesen ist - er ist nunmal die eigentliche Konstante bei Kyuss und QOTSA, der Mann der fast die gleichen Visionen bei seinem Nebenprojekt die Desert Sessions verwirklicht hat. Und auf Lullabies to Paralyze gibt er seiner fixen musikalischen Idee wieder mehr und mehr nach. Sogar Hardcorefans werden sich anstrengen müssen, das Fehlen von Oliveri überhaupt zu bemerken.

Sicherlich gibt es einige Unterschiede zu den vorherigen Werken. Es ist meistens spürbar, dass Lullabies to Paralyze den Touch des manischen Metal-Schnörkel vermissen lässt. Der egozentrische Humor und die zahlreichen Gimmicks wie Songs for the Deafs Radio-DJ am Anfang sind komplett Fehlanzeige. Aber trotzdem hört sich alles wie eine beruhigende Weiterentwicklung des straffen Sounds vom Vorgänger an. Richtige Crossover-Poptöne kommen mit "Burn the Witch" und "No One Knows" durch; Songs ohne QOTSAs fuzzy Gitarren, ohne den heftigen Psychelida-Hard-Rock-Touch - ersetzt durch einen unwiderstehlichen melodischen Filter der der Musik eine wahrhaftige Sexiness verleiht. All das war der Band bis dahin so fremd wie all die unwiderstehlichen Pop-Hooks. Homme hat eine Überraschung mit einem solch derartigen Ausmaß rausgehauen, dass man befürchten könnte, dass deren Rock nun Geschichte ist. Quatsch! - Anstatt mit diesen Überraschungen abzuhauen, vereint er diese neuen Elemente mit dem breiten Art Rock von R und dem dunklen, Zeichen setzenden Metal von Kyuss.

Das Resultat ist ein perfekt dunkler, filmischer Reißer für die späten Nachtstunden.

Einer der Gründe, warum die Band immer als die Band wahrer Musiker angesehen wurde, ist die Tatsache, dass sie so unglaublich gut mit Stimmungen ungehen und spielen können. Nein, eher zaubern. Darin sind sie Meister. Egal, ob sie in einem sechsminütigen Epos die Spannung halten und immer weiter ausreizen, oder ob sie die Spannung bis aufs Äußerste in gerade mal zwei Minuten hochkurbeln. Und die Palette der wirren Gitarren, gespentischen Melodien und minor-key Melodien scheint unendlich. Zwar ist Lullabies wohl kaum ein Konzeptalbum, dennoch drehen und wirbeln die Songs wie in einem gespentischen Zirkel, beginnend mit der von Mark Lanegan gesungenen Opener-Salve "This Lullaby". Mit jedem Track wird das Album größer und gruseliger. Alles entlädt sich im gespentischen Meisterwerk "Someone's in the Wolf". Diese verführerische Präsentation ist der Schlüssel des Erfolgs. Das ist kein oberflächlicher Nihilismus, nein, vielmehr das tiefe innerliche Bedürfnis diesen sexy-schaurigen Fantasien zu erliegen. Und man bemerke und halte fest - diese Verführung ist rein musikalisch! Spezifische Lyrics machen da kaum was aus, vielmehr ist es die Tatsache, dass sich Hommes Stimme mit der Band vermischt, so nahtlos und schön, und dass alle Instrumente eine untrennbare Einheit bilden. Dies schafft eine elastische, hypnotische Kraft die schier endlos viele Versionen eines einfachen Sounds zu kreieren vermag.

Einfach gesagt, es gibt keine andere Rockband 2005, der man so gut und begeistert zuhören kann wie QOTSA. Andere rocken vielleicht härter oder nehmen mehr Risiken auf sich, aber keiner kann den Thron erklimmen, den die Queens einnehmen. Sie sind so gut und natürlich auf Lullabies, dass man den Verlust von Oliveri schnell vergessen kann - was wiederum ein Pluspunkt für Homme ist und seinen Trimph bemerkenswerter macht. Er ist nicht nur die treibende Kraft von QOTSA, sondern auch der Macher eines süchtig machenden Albums, das die Zuhörer dazu bewegt, sich in dessen Stimmungen fallen zu lassen.


R
R
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neuer Hard Rock im neuen Millenium, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: R (Audio CD)
Das zweite Queens of the Stone Age Album, R (wie in der US-amerikanischen Filmbewertung; der Titel wurde noch in allerletzter Sekunde vor der Veröffentlichung geändert . . . eigentlich sollte das Album II heißen), macht schon mit seinem Opener klar, was die Band unter Stoner Rock versteht. Die Lyrics von "Feel Good Hit of the Summer" bestehen nur aus einer einzigen Zeile die immer und immer wieder wiederholt wird - Josh Homme listet eine Droge nach der anderen auf (inklusive dem Alk versteht sich). Ein Gag, der gegen Ende des Songs ziemlich ermüdend wirkt, und seine Wiederholung in "In the Fade" sicherlich nicht gebraucht hätte. Erfreulicherweise macht der Rest alles wett. R ist reifer, größer und wirkt im Ganzen abgestimmter als seine ganzen Vorgänger. Bedingt durch all seine warmen, krausen Gitarren, die ätherischen Harmoniebögen, Vibraphone, Hörner und sogar durch das ungeöhnliche Steel-Drum. Das mag zwar den Hörer befremden, der eine knackigere Gitarrenattacke erwartet hätte, aber auch wenn R nicht wirklick aggressiv ist, ist es immer noch heftiger als der Garage Rock und Punk Rock, den das Album an manch einer Stelle andeutet. Es hat immer noch den hochgelobten Desert Rock-Sound von Kyuss, ist aber insgesamt ausgewogener und relaxter. Mark Langegan und Barrett Martin von den Screaming Trees mischen bei einigen Tracks mit, und deren Psychedelic-Sound, in seinen ruhigeren und wärmeren Momenten - ist unüberhörbar. Wahrlich kein schlechter Vergleich zu der Band selbst, den QOTSA anstellen. Dieser Ringkampf lässt die fehlende Aggression wiederkehren. Nun gut, mancher Kyuss wird entäuscht sein von der fehlenden Härte. Aber Rs musikalischer Marsch sollte in Richtung von QOTSAs Sound gehen. Rs sollte keine Kyuss-Platte unter neuem Pseudonym werden. Hommes Experimentierfreudigkeit öffnet den musikalischen Horizont zu softeren, weiteren Dimensionen. Neuer Hard Rock im neuen Millenium.


Songs For The Deaf
Songs For The Deaf
Preis: EUR 4,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dem wahren Rock so nah!, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Songs For The Deaf (Audio CD)
Es gibt tatsächlich einige Leute, die Dir Glauben machen wollten, dass Queens of the Stone Ages drittes Album, Songs for the Deaf, die Rückkehr des echten Rocks sei - ein knochenbrechendes Werk voll grenzenloser Fantasie, das Fundament einer neuen, einzigartigen Rockära. Sowie Niravanas Nevermind knapp eine Dekade vorher.
Diese Leute sind zufälligerweise die gleichen, die die White Stripes oder Strokes rezensierten. Sie behaupteten schon damals, dass diese Bands nichts weiter als hype seien. Und gleichzeitig gaben sich diese Kritiker der schamlosen und atemlosen Übertreibung hin, wann immer sie ein einziges Wort über QOTSA sprachen, dass Songs for the Deaf das beste Rockalben seit einem Jahrzehnt sei. Die offenen Mäuler blieben starr. Jemand, der Tracks von Songs for the Deaf vor dessen Veröffentlichung gehört hatte, war der Meinung, dass es sich hierbei um die beste Rockplatte seit langem handelt, zumindest seit dem Vorgänger R. Damit wurde die Messlatte unerreichbar hoch gehangen.
Zu allerest - all diese Stimmen sind nicht akzetabel. Die Musik ist nicht wirklich so ungewöhnlich oder gigantisch und einzigartig wie meist hochgepriesen (einiges, was an Cream erinnert und mit Garage Rock, Prog-Metal, Album Rock und Punk angereichert ist, macht einen weder zu Borbetomagus, noch macht es einen "einfallsreich"). Aber gerade weil die Band so engstirnig ist, so zufrieden mit sich selbst und ihrem Sound, und einen Scheiß darauf gibt, was die Zuhörer denken, sind sie so groß und stark. Das hat einen großen EInfluss die Produktion, die insgesamt wie ein schief-gegangener Witz klingt. Die Instrumente sind planiert und so dermaßen komprimiert, als wenn das Album aus einem billigen Ford-Autoradio tönt. Das könnte das Erfolgsrezept sein - der Longplayer beginnt mit Radio-Geschnatter, mit allerlei Spaßkillern eines gefakten Radio-DJs. Aber Songs beschließt letztenendes insgesamt sich in der Gesamtheit gleich und weniger abwechlungsreich anzuhören, da jede Gitarre den gleichen fleischigen, mid-range-, und keinen Diskant-Sound hat. Und Dave Grohl (aka der härteste und powervollste Drummer im ganzen Universum) geht die Luft aus - in den Hintergrund gedrückt, nie so richtig laut, ohne der Musik die Muskeln zu geben, die sie doch eigentlich braucht. So gesehen, wirkt es ermüdend dieser Platte zuzuhören. Zuviel in der gleichen Tonfrequenz, alles trifft das Ohr ohne Ohrsausen und Blut zu hinterlassen, keine einzigen Song-Blasen am Ohr. Nur ein taubes Gefühl mit dem Verlangen, eine gewisse Gestalt und einen Aufbau auf dem Album zu finden.
Sobald man diese musikalische Erfahrung gemacht hat, wird man kaum noch sagen, dass The Strokes Is This It? einfach nur hype sei - ganz im Gegenteil, Is This It? ist musikalische Ästhetik pur und zwingt den Sound von QOTSAs Songs in die Kniee. Aber Songs for the Deaf ist trotzdem eine Bereicherung, gerade wegen der gewollten Diskussion um das Album.
Die Band ist einfach gut. Sie besteht aus herausragenden Musikern: Angefangen beim Ausnahmedrummer Dave Grohl, Gastsänger Mark Lanegan bis hin zu Gitarrist Dean Ween. Zudem sind sie hervorragende Songwriter. Ob sie nun komplizierte Rifforgien in harten Rockern unterbringen oder Rückgriffe auf Nuggets darstellen. All dies vermisst man schwerlich bei den meisten Rockbands von heute, ob beim Indie Rock oder beim faden Alt-Metal. Verwunderlich, warum so viele Fans guter alter Rockmusik darauf abfahren und sich vom heutigem Dreck und dessen Fehlern blenden lassen. Und trotzdem sind QOTSA eine Art Protest- und Ausnahmeband für Musiker und all diejeningen, die bis hierhin zuviel schlechte Musik gehört haben. Warum sonst sollten der größte Drummer und Gitarrist des 1990er Alt-Rock (Dave Grohl und Dean Ween natürlich) bestrebt sein, diesem Kollektiv beizuwohnen? - Nun, sie wollten mit den wunderbar talentierten Josh Homme und Nick Oliveri zusammenspielen, zwei Musiker die den Willen und Geschmack zum qualtitativ hochwertigen Jammen teilen. Und heraus kommt mehr als interessante Musik und ein Album, dass, eben wegen seiner Fehler, eines der besten Rockalben des Jahres 2002 ist.
Aber, um den Einstieg dieses Textes nochmal aufzugreifen, die Analogie funktioniert nunmal folgendermaßen - QOTSA sind King Crimson und die White Stripes sind die Rolling Stones. Wer besser ist, ist eine Frage des guten alten Geschmacks. Aber welche der Bands, Deiner Meinung nach, spielt für eine größere Zuhörerschaft und ist dem wahren Rock näher?


Slint (Ep)
Slint (Ep)
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitlose Schönheit, 8. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Slint (Ep) (Audio CD)
Slint ist das letzte Album in der kurzen, aber bedeutenden Karriere von Slint. Das Album wurde anfangs nur auf Vinyl veröffentlicht, später dann auch auf CD. Der Longplayer beinhaltet eine andere Version von Tweezs "Rhoda", und den bis dato unveröffentlichten Song "Glenn". Das Album ist eine 20-minütige Flut von gespentischen Melodien und beißendem Krach. Slint ist vollkommen instrumental und beweist das Talent und den Ehrgeiz dieser Band. Ohne Lyrics erreicht das Album einen Stellenwert, den die Vorgänger nicht erreichen konnten. Vielleicht gerade wegen der Lyrics und des Gesangs. Obwohl das Album stilistisch gesehen in die gleiche Sparte passt wie seine Vorgänger, ist es wieder ein Volltreffer. Und vielleicht ist es das beste Slint-Album. Gleichzeitig vermisst man aber Brian McMahans Gesang ein wenig.

Traurigerweise aber ist es das letzte Album der Band - kurze Zeit später gaben die Mitglieder ihre Trennung bekannt. Viele andere, neue Bands folgten dem Stil und Werk von Slint, konnten sie aber nie erreichen. Das Album ist ein Muss für alle Interessierten der Post Rock-Ära.


Tweez
Tweez
Preis: EUR 10,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bizarrste Math-Rock-Scheibe der 1980er. Die Größe von Spiderland kündigt sich an, 8. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Tweez (Audio CD)
Tweez ist ein gutes, wenn auch teilweise bizarr-krankes Album. Oft wechseln die Bass-Rhythmen in einem Song mehrmals und völlig unerwartet. Die Gitarren sind hart und mehr als rau, aber nie wirklich schnell. Und anstatt zu singen, wird mehr gesprochen, Dialoge geführt, Sound-Effekte eingefügt.

Man merkt, warum Slint die Begründer des Math-Rock sind und gleichzeitig wohl auch die Urväter des Indie-Rock. Die bis heute unerreichte Größe von Spiderland kündigt sich an.


Spiderland
Spiderland
Preis: EUR 10,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achterbahn der Emotionen, 8. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Spiderland (Audio CD)
Fragt man heute nach den Begründern des eigentlichen Indie-Rocks, dann fallen viele Namen. Viele verschiedene. Aber einer sollte immer fallen, und das zu Recht: Slint. Spiderland ist immer noch eine der wesentlichen Referenzen in Sachen kalter und gleichzeitig gefühlsgeladener Indie-Rock in der Post-Rock-Arena. Auch noch heute.

Unerfahrene und eher neue Anhänger der American-Underground-Szene werden auch, ohne lange hinhören zu müssen, in der Lage sein, das schier überwältigende Element des Experimentellen herauszuhören. Nun ja, wie kann man das auch überhören, wenn die Riffs wie Fragmente zusammengesetzt scheinen und man während eines Tracks immer wieder von den vielen stilistischen Wechseln überrascht wird? Und gleichzeitig ist dies alles mehr als melodiös und von einer einzigartigen Kraft zusammengehalten, sodass man sich wie in einer anderen Rockwelt wiederzufinden scheint. Dieses Motiv des leise-/laut-Rocks wurde von vielen weiteren Bands aufgegriffen - von Lou Barlow bis hin zu Mogwai.

Die emotionale Ladung des Albums hat sich zu hundert Prozent vom üblichen Prog-Rock und dessen Kitsch-Fehltritten wegbewegt, was der Band wiederum viele Anhänger beschert hat. Und man braucht kein Großmeister zu sein, um zu wissen, was mit "Slint-Dynamics" gemeint ist. Mit am interessanten ist wohl diese Dynamik in den sich immer weiter aufkochenden, knochigen Tracks wie "Nosferatu Man" - es wird immer schneller, harte Gitarren prechschen auf einmal los, dazu die weinerliche Gesangsstimme, wieder Ruhe . . . so vampirisch und unheimlich, als wenn man in einem Märchenwald ausgeetzt worden ist. "Good Morning Captain", eine murrende Ode an "The Rime of the Ancient Mariner", ist einer dieser Songs, die den Anfang vom Ende der Band signalisieren. Denn wo wollen die Jungs noch hin?

Die Aufnahmen sind emotional tief, traumatisch und ein Beweis der These, dass Bandmitglieder immer ein Stück weit institutionalisiert sein müssen während der Aufnahmen. Brian McMahan "spricht" und "schreit" sich seinen Weg durch das Album, in einem augenscheinlich nicht zu überhörenden Kontrast zu dem, was der Rest der Band an Intensität bietet. Seine Stimme ist zu schwach, um mit den harten Riffs und Drums mithalten zu können. Dies ist für den Einen eine Schwäche, weil Brian unengagiert und saftlos erscheint. Für den Anderen macht das mit die Stärke aus.

Wie auch immer, Spiderland ist bis heute eine der besten Referenzen in Sachen Indie und Experimental Rock. Eben wegen seiner vielen Kontraste und Gegensätze.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2010 9:52 PM CET


Unplugged
Unplugged
Preis: EUR 5,99

3 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht mehr und nicht weniger als ein offizielles Bootleg, 7. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Unplugged (Audio CD)
Von Ende 1993 bis zu den Aufnahmen von MTV Unplugged im Frühling 1996 haben Alice in Chains kein einziges Konzert gespielt. Sie haben noch nicht einmal den Release ihres dritten Albums durch eine Tour supported. Es gibt verschiedene Gründe ihrer stringenten Abstinenz - hauptsächlich abhängig vom Gesundheitszustand einiger Bandmitglieder - aber dieser Mangel an Auftritten ließ das Konzert als Außergewöhnlichkeit erscheinen. Während des Konzerts spielte die Band einen bunten Querschnitt der drei Alben und der zwei EPs, inklusive einiger nachdenklicheren Bearbeitungen von härteren Songs wie "Would?", "Got Me Wrong" und "No Excuses". Das ganze Album hindurch wirken Alice in Chains sattelfest und professionell - wenn man allein dieses Konzert betrachtet, kann man kaum glauben, dass die Band drei Jahre lang nicht zusammengespielt hat - aber gleichzeitig bietet Unplugged nichts Neues, was die Alben nicht selbst schon hätten. Die akustischen Versionen der harten Tracks wirken wie ein kleines Novum, wobei der Rest sich nur wie eine akustische Neuauflage anhört, ohne jegliche Energie. Wieder einmal ein Unplugged-Album das mehr die hartgesottenen Fans anspricht. Im Endeffekt ein nettes Unterhaltungswerk das unterm Strich nicht mehr als ein offizielles Bootleg ist.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2009 7:26 AM MEST


Alice in Chains
Alice in Chains
Preis: EUR 5,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alice in Chains wurden erwachsen, 7. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Alice in Chains (Audio CD)
Die zerstörerischen Gerüchte um das Ableben der Band, beruhend auf der Heroinsucht von Layne Staley, wurden durch die bemerkenswerte Leistung auf Alice in Chains ganz schnell zerschlagen. Das Album ist das am besten produzierte der Band und zweifelsohne das erwachsenste Werk der Combo aus Seattle. Alice in Chains baut weniger auf Heavy-Metal-Riffs als auf Melodie und texturisch variierende Bearbeitungen. Eigentlich ein krasser Kontrast zu all den vorherigen Alben. Außerdem wurden die akustischen Stärken Alice in Chains aus den EPs wie Jar of Flies nicht mehr übergangen und in den Heavy-Metal-Sound integriert ("Heaven Beside You"). Zwar handeln die AiC-Lyrics immer noch von den alten Themen wie Verzweiflung, Trauer, Einsamkeit und Drogensucht, sind aber erwachsener und nicht mehr so nackt und miserabel wie sonst. Nein, die Lyrics sind diesmal getränkt von stärker werdender, wachsender Qualität, Schwierigkeit und Festigkeit - was man auf den vorherigen Alben wiederum vermisste. All diese Stärken spiegeln sich auf den Highlights des Albums "Grind", "Brush Away", "Over Now" und "Heaven Beside You" wider. Es scheint als wären sie einen Deal, ja nahezu einen Tausch, eingegangen - ihre kompromisslose Art gegen eine nahezu perfekte Produktion.

Und trotzdem vermag man ein wenig enttäuscht von der Platte zu sein, auch wenn es so viele positive Dinge gibt. Die Scheibe hätte durchaus besser werden können. Es gibt Momente, in denen die Songs ohne Kraft und überproduziert wirken, sodass sie wohl kaum unvergesslich bleiben. Momente, in denen die Band nicht ungebunden und mehr abgelenkt wirkt. Das wiederum kann den Trotz von Songs wie "Grind" ("you'd be well advised/not to plan my funeral 'fore the body dies") mehr wie eine Verleugnung wirken lassen; gerade als die dunkle Seite von Alice in Chains aufzuhellen schien, waren die internen Probleme der Bands zu heftig und schier unüberwindbar. So wurde Alice in Chains das letzte aufgenommene Studioalbum der Band, das die Öffentlichkeit jemals zu Gesicht bekommen würde.


Facelift
Facelift
Preis: EUR 7,49

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit Facelift wurde Grunge gesellschaftsfähig, 7. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Facelift (Audio CD)
Im sommerlichen August 1990, knapp ein Jahr vor Nivanas Nevermind, mit der Veröffentlichung von Alice in Chains Debüt Facelift, geriet die gedeihene Underground-Szene Seattles fast gar nicht in den Blickplunkt der Musiköffentlichkeit - mal abgesehen davon, dass Soundgardens Major-Debüt Louder Than Love, das im gleichen Jahr veröffentlicht wurde, eine Grammy-Nominierung einheimste.

Das änderte sich schlagartig, als MTV wie aus dem Nichts Alice in Chains Video "Man in the Box" abspielte. Damit verschaffte der Sender der Band den entscheidenden Karriereschub, welcher die Spitze gegen Ende des Jahres 1991 erreichen sollte. Obwohl ihre größten Einflüsse - Black Sabbath und die Stooges - feste Größen im Seattler Underground waren, waren Alice in Chains die definitiv härtesten Metaller der Grunge-Bands. Das machte die Anziehungskraft der Band aus. Und begründete auch den Erfolg außerhalb der Seattle-Szene. Der immer gleich dunkle, Unheil verkündende, leidvolle und brütende Sound der Combo wurde von vielen weiteren Bands aufgegriffen und weiterentwickelt. Immer mehr Anhänger mochten diesen unverwechselbar hart-melodischen Sound. Weder hedonistisch noch technisch wirklich gereift, waren Alice in Chains Tracks meistens schleppend träge, bedrückend missgelaunt aber mit einer unwiderstehlich delikaten Prise an Melodie gewürzt. Dies zog sich mit der dreckigen Instrumentenattacke so durch, dass diese Art des Hardrocks schwer zugänglich erscheint. Und obwohl einige Passagen in einen schwülstigen Bombast abdriften (besonders die zweite Hälfte) und die Texte mitunter mehr als unreif sind, ist der Gesamteindruck ein frischer, aufregender und powervoller. Alice in Chains würden weitaus bessere Alben in den nächsten Jahren herausbringen. Aber Facelift war ein Grundstein dafür, den Grunge gesellschaftsfähig zu machen und ihn auch zu etablieren. Ein mehr als wichtiges Album für jeden Anhänger des Alternative Rock, Heavy Metal und Grunge. Und mit seinem Platin-Erfolg waren Alice in Chains die erste kommerziell erfolgreiche Band des Seattle-Undergrounds.


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