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Rezensionen verfasst von
Nane Kendel (Braunschweig)

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Wonderland 2014
Wonderland 2014
Preis: EUR 27,12

4.0 von 5 Sternen Sa Dingding vs. Conrank, 25. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Wonderland 2014 (Audio CD)
Sa Dingding hat mit ihrem ersten Album "Alive" für viel Aufsehen gesorgt, weil sie traditionelle Elemente aus verscheidenen Kulturen mit modernen Elektroklängen gemischt hat. Ihr zweites Album "Harmony" wurde dann von Marius DeVries produziert, hatte dadurch etwas mehr europäische Elemente und wurde - etwas zu Unrecht - als zu kommerziell abgestempelt. "The Coming Ones" wurde dann in zwei völlig verschiedenen Fassungen veröffentlicht, als CD in Deutschland leider überhaupt nicht. Die chinesische Fassung, die zunächst erschien, ging stilistisch wieder etwas in Richtung ihres Debüts, auch wenn eine Klavierballade und ein Popsong dabei waren, die nicht mehr viel vom interessanten Crossover hatten. Die "internationale" Fassung, in Deutschland immerhin als Download veröffentlicht, kam dann sehr viel reduzierter daher und wurde von Ross Cullum neu produziert.

"Wonderland" wurde nun zunächst nur in China veröffentlicht. Es bietet 9 Remixe (5 aus "Harmony", 4 aus "The Coming Ones") des chinesischen DJs Conrank, die chinesische Fassung des Goldfrapp-Songs "Thea" sowie den Song "Peacock", der nur auf der internationalen Version von "The Coming Ones" enthalten war.
Die Remixe sind wahrhaftig nicht schlecht, sie erhalten die Grundstruktur der Originale und verändern an der Gesangslinie im Grunde fast gar nichts. Die Musik lässt sich wohl am ehesten als Trip Hop beschreiben, das passt wirklich gut zu Sa Dingdings Stimme, hat aber nun wirklich gar nichts mehr mit dem Stilmix des Debütalbums zu tun, dessen sollte man sich bewusst sein. Interessant wäre es sicher auch gewesen, ein paar weitere Produzenten für Remixproduktionen heranzuziehen.
Mitten zwischen den Remixen ist dann zunächst das sehr ruhige, aber auch sehr schöne "Peacock" eingestreut, gefolgt vom Goldfrapp-Song "Thea", das sich wirklich gut einfügt. Sa Dingding hat hier den Backing Track ohne Veränderung von Goldfrapp übernommen, allein durch ihre Stimme erhält der Song einen fremdartigen Anstrich.

Insgesamt ist dieses Album wirklich gut und interessant. Wer aber traditionelle chinesische Instrumente erwartet, wird sicher enttäuscht sein. Wer gut gemachten Trip Hop mit der fantastischen Stimme von Sa Dingding erwartet, wird völlig zufrieden sein. Etwas interessanter dürfte das nächste Album dieser Künstlerin aber dennoch gerne ausfallen.


Gefühl On The Rocks
Gefühl On The Rocks
Preis: EUR 10,99

3.0 von 5 Sternen Endlich ein neues Album von Lou!, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Gefühl On The Rocks (Audio CD)
"Gefühl on the Rocks" ist Lous viertes Soloalbum - und ihr Gesamtwerk könnte heterogener nicht sein. "For You" aus dem Jahr 2003 wurde von Ralph Siegel produziert und enthielt einige potenzielle Eurovisionslieder: Hymnen, Partysongs, Balladen, alle sehr unterhaltsam produziert, leider aber oft mit etwas plumpen Beats, von denen sich Ralph Siegel bis heute nicht ganz lösen konnte. 2004 folgte ein perfekt produziertes deutschsprachiges Album, "Ich will leben", bei dem alles stimmte - nur beworben wurde es kaum, die Promo-Singles waren auch nicht die radiotauglichsten. Danach dauerte es ganze 5 Jahre, bis 2009 schließlich eine Promo-Single mit dem Titel "Im Labyrinth der Liebe" auftauchte und bei einer Radiosendung auch "Dein Bild in meinem Portmonnaie" und "Heut Nacht oder nie" vorgestellt wurden. Eine offizielle Veröffentlichung gab es nicht, stattdessen erfüllte sich Lou den Herzenswunsch, alte Schlager aufzunehmen, die 2011 als Album "Blaue Nacht" veröffentlicht wurden. So sehr man ihr den Spaß beim Singen auch anhört, billigste Keyboardbeats vermiesten den Hörgenuss bei fast allen Liedern. Mit dem aufs Wesentliche reduzierten "Schau mich bitte nicht so an" (La vie en rose) enthielt aber auch dieses Album ein Highlight ihrer Karriere.
Schließlich wurde im Jahr 2013 dann doch noch einmal "Im Labyrinth der Liebe" als Single veröffentlicht - und erfreulicherweise wurde die Version von 2009 völlig neu produziert und klang sehr angenehm. Auch die neue Version von "Heut Nacht oder nie" (der erste von Lou komplett selbstgeschriebene Titel!) wurde im Vergleich zu der 2012 im ARD vorgestellten Version völlig überarbeitet und als zweite Single veröffentlicht. Hört man sich nun das ganze Album an, so gewinnt man den Eindruck von einem gelungenen Schlageralbum, das wirklich liebevoll produziert wurde. Ein paar Schwächen weist es dann aber doch auf, so sind zum Beispiel die Strophen von "Lüg mich nicht an" viel stärker als der Refrain und "So ein Mann" wird dem Original der unvergessenen Margot Werner nicht gerecht.
Schön sind dagegen das starke "Gefühl on the Rocks", das niedliche "Alles Geld dieser Welt" und das swingende "Greif nicht nach den Sternen". Auch "Dankeschön" aus dem Album "Ich will leben" klingt in seiner neuen Version keinesfalls schlechter als das Original.
Bis hierhin sieht es eigentlich nach 4 Sternen aus, allerdings muss ich einen Stern dafür abziehen, dass die CD kein Booklet hat, sondern lediglich ein wenig informatives einseitiges Inlay und dass sie mit 10 Liedern und weniger als 33 Minuten Spielzeit deutlich zu kurz ist. Trotzdem finde ich, dass Lou auf dem richtigen Weg ist und wünsche ihr, dass sie ein weiteres Album aufnimmt, bei dem sie vielleicht noch mehr Lieder selbst schreibt. Bei dem günstigen Preis auf jeden Fall eine Kaufempfehlung von mir!


Take Me to the Land of Hell
Take Me to the Land of Hell
Wird angeboten von Kuhlmann
Preis: EUR 16,95

5.0 von 5 Sternen Bad Singer... with no regrets!, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Take Me to the Land of Hell (Audio CD)
Ich gebe zu, ich mag Yoko Ono und ihre Musik. Ich kann ihren experimentellen Schrei-Gebilden wie "Mind Train", ihren anrührenden, wenn auch etwas schräg gesungenen Balladen wie "Mrs. Lennon", ihren jazzigeren Nummern wie "Goodbye Sadness" und "Will you touch me", aber auch ihren fast schon trashigen Popsongs auf "Starpeace" etwas abgewinnen.
Seit 1995 und dem Album "Rising" mischt ihr Sohn mit - und, das muss man zugeben, die Qualität ihrer Musik hängt immer zu einem Großteil von ihren Mitmusikern ab. Ein Talent zum Songschreiben kann man ihr nicht absprechen (wie fantastisch "I love you Earth" oder "Toyboat" eigentlich sind, bemerkt man vielleicht erst, wenn Antony von Antony & the Johnsons sie veredelt) - aber ich wage zu bezweifeln, dass ihre Musik bestehen könnte, wenn Yoko sie allein am Klavier vortragen würde.

Dieses Album ist nun das interessanteste, abwechslungsreichste und dennoch irgendwie homogenste Album ihrer Karriere. Dass ihr das mit 80 Jahren gelingt ist erstaunlich, hört man der Platte aber überhaupt nicht an. "Moonbeams" ist eine Klangcollage mit Elektroelementen, in der sie ordentlich schreit und stöhnt, auf "Cheshire Cat" mischt Lenny Kravitz mit, ein typischer, lyrischer Yoko-Rocksong. Dann aber wird es großartig: Tune-Yards versehen "Tabetai" mit einer markanten Basslinie, einem Haufen Percussion, der von dezent bis bombastisch reicht und pusten in Glasflaschen. Dass das Lied in seiner Gesangslinie eigentlich über kaum Melodie verfügt, fällt dabei eigentlich gar nicht auf. Es ist der eindringlichste Song des Albums.

"Bad Dancer" knüpft ein bisschen an die Ono-Songs an, die in den letzten Jahren immer wieder die Nr. 1 der US-Club-Charts erreichen konnten. Auf dem Schlaflied "Little Boy Blue" kehren Tune-Yards zurück und machen ihn mit ähnlichen Mitteln zum zweiten Highlight auf dem Album. "There's no Goodbye between us" ist ein älterer Song, eine Demoversion tauchte in den Neunzigern auf. Sean Lennon macht ihn zu einem zeitgemäßen Popsong. Schlagzeuger und DJ Questlove gibt dem Avantgarde-Gedicht "7th Floor" einen coolen Touch und macht ihn eigentlich erst zu Musik. Für mich das dritte Highlight, dem man jedoch mehr Zeit geben muss, um sich zu entfalten.

Der nächste Popsong heißt "New York Noodle Town", hier klingt Yokos Stimme angenehm wie selten, fast könnte man von Radiotauglichkeit sprechen. Ein nächstes Highlight ist die Klavierballade "Take me to the land of hell" - Sean Lennons Klavierspiel verschmilzt mit Cello und dezenten weiteren Klangelementen, eine enorme Steigerung zum Ende. Hätte Antony Hegarty den Song gesungen, wäre er von Kritikern vielleicht zum Song des Jahres gekürt worden, Yokos Stimme geht dagegen vielen nicht so angenehm ins Ohr. Die zweite Klavierballade "Watching the Dawn" ist melodisch nicht ganz so stark und lebt vom bezaubernden Streicherarrangement. "Leaving Tim" führt auf einmal zurück zu swingenden Songs wie "Yes, I'm your angel" oder "Will you touch me", sehr niedlich, hätte vielleicht etwas mehr Bass vertragen können.
Schließlich folgt mit "Shine, Shine" der rockigste Song, eine Schrei-Stöhn-Gedichtfragment-Collage. Das hat etwas Cooles, ist aber insgesamt kein ganz würdiger Abschluss für dieses großartige Album.

Vergleiche zu John Lennon, den Beatles oder gar Paul McCartney erscheinen mir unnötig, einzuordnen ist diese Platte vielleicht irgendwo zwischen Björk, Nina Hagen und Toyah, deren jüngste Werke sie jedoch allesamt um Längen schlägt. Ich hoffe sehr auf eine weitere Platte mit der Unterstützung von Tune-Yards, Questlove und Sean Lennon.


Vauxhall and I(20th Anniversary Definitive Master)
Vauxhall and I(20th Anniversary Definitive Master)
Preis: EUR 12,99

2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 20th Anniversary Edition, 5. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Rezension bezieht sich auf die 20th Anniversary Definitive Master Ausgabe.

Morrissey entdecke ich so nach und nach, mit den "Greatest Hits" ging es los, danach folgten erst die Spätwerke und nun allmählich die Alben aus den 90er Jahren, die es ja alle in mindestens zwei Fassungen gibt.
"Vauxhall and I" wird zurecht als eines von Morrisseys besten Alben angesehen. Ich denke, man muss seine Stimme und den typischen Rocksound mögen, dann sollte einem dieses Album dank sehr guter Melodien gut gefallen.

Von der gerade veröffentlichten 20th Aniversary Definitve Master war ich bereits leicht geschockt, als ich das Album aus dem Briefumschlag nahm: ein völlig verpixeltes Front-Cover und auf der Rückseite nur die Tracklist des Albums, nicht aber von der Bonus-CD vermerkt. Nun gut, wird im Booklet stehen, oder?
Nein, ein Booklet gibt es hier nicht. Sowohl die Tracklist der Live-CD als auch die Songwriting-Credits beider CDs befinden sich... nun ja... auf der CD, also auf dem Label. Das Innere des Digipacks, das beim Auf-den-Tisch-Liegen stets im 45°-Winkel geöffnet bleibt und sich auch nicht so recht ins CD-Regal einfügen möchte, zeigt lediglich einen auf Bahnschienen liegenden Morrissey.

Ich denke, dass es wohl ein Einzelfall ist, aber die zweite CD war bereits beim ersten Herausnehmen mit einem langen Kratzer versehen. An sich ist das Digipack immerhin nach außen geöffnet, sodass solche Kratzer eigentlich vermeidbar wären.
Sehr schade, ich denke, ich werde die CD wohl zurückschicken.

Kaufempfehlung (und deswegen die gnädigen 2 Sterne) nur an Leute, denen es ausschließlich um die Musik geht und aus irgendwelchen Gründen trotzdem nicht gerne auf Downloads zurückgreifen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 1, 2014 10:09 PM MEST


Sensibilita (Sensibility)
Sensibilita (Sensibility)
Preis: EUR 18,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Valentina Monettas zweite CD - ein richtiges Album, 6. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Sensibilita (Sensibility) (Audio CD)
War die CD "Crisalide" noch ein ziemlich wild zusammengewürfeltes Mixtape mit großartigen Songs ihrer Jazz-EP, soundtechnisch nicht ganz perfekten Liveaufnahmen und zahllosen Fassungen ihrer Grand Prix Titel aus dem Jahr 2012 und 2013, bekommen wir hier nun ein richtiges Album von Valentina Monetta aus San Marino.

Einige Youtube-Videos und einige Lieder ihrer letzten CD belegen es: Valentina ist eine ausgezeichnete Jazzsängerin, ihre Eigenkompositionen haben es nicht nötig, sich an Popstrukturen zu halten, je freier Valentina singen darf, umso ausdrucksstärker und faszinierender ist ihre Stimme. Ralph Siegel hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Valentina von gemütlichen Jazzkellern auf die große Bühne zu bringen. 2012 ging das mit einer misslungenen Facebook-Parodie noch sehr nach hinten los, 2013 verpasste sie das Finale mit einem dramatischen Chanson nur knapp. 2014 konnte sie sich mit der wirklich schönen, unaufdringlichen Ballade "Maybe" nun endlich im Finale platzieren. Hört man dieses Album, so gewinnt man den Eindruck, dass hier wahrscheinlich der bestmögliche Kompromiss aus Ralph Siegels vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäßen Pop-Perfektionismus und Valentinas künstlerischen Anspruch für den Grand Prix ausgewählt wurde.

Dieses Album beginnt mit fünf Stücken aus Ralph Siegels Feder - erfreulicherweise ohne störende Discobeats, er hat sich offenbar bemüht, sich Valentinas Können anzupassen. So richtiger Jazz ist dabei natürlich nicht entstanden. "Sensibilità" ist ähnlich nett wie "Maybe", ab und an geht es dann aber doch arg in Richtung Schlager. Man merkt deutlich, dass mit dem Reggae "Il Vento" Valentinas selbstproduzierter Teil beginnt. Das ist aufregend (Blaskapelle bei "Non mi vergogno più", Big Band bei "Hotel") und beeindruckend (ein entspanntes Samba-Duett, ein eingängiger, softer Reggae und die mitreißende Latin Jazz Nummer "Molto di Più"), aber zugegebenermaßen Grand Prix-untauglich... oder nicht? Ich gebe zu, ich hätte mich gefreut, wenn man sich getraut hätte, Valentina auf der großen Bühne in Kopenhagen Jazz singen zu lassen, ohne Choreographie, ohne Vorgaben und strikte Regeln, die ihre Stimme bremsen.

Egal, Valentina hat es ins Finale geschafft und ihre Musik findet sicher viele neue Hörer, die auf diesem Album mitunter große Kunst vorfinden - und Siegels Nummern tun hier auch überhaupt nicht weh.
Unter den Bonustracks ist das Duett "Se" mit Sarah Jane Ghiotti besonders hervorzuheben. Grundsätzlich ist es schön, dass der Platz auf der CD mit 74 Minuten sehr gut genutzt wird.
Ich hoffe, dass man von Valentina Monetta auch nach ihren 3 Grand Prix-Teilnahmen noch mehr hören wird, vielleicht endlich auch ein reines Jazz-Album.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2014 6:39 PM MEST


Eurovision Song Contest - Copenhagen 2014
Eurovision Song Contest - Copenhagen 2014
Preis: EUR 14,99

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fast wie jedes Jahr..., 11. April 2014
Den Eurovision Song Contest Sampler zu bewerten, ist kein ganz leichtes Unterfangen. Bildet man den Querschnitt aus der Qualität der einzelnen Lieder? Unfug! Wie jedes Jahr ist viel Mist dabei, viel Mittelmaß und ein paar Goldstücke, für die man dann an einem gewissen Samstagabend die Daumen drückt und vielleicht sogar anruft.
Auffällig dieses Jahr:
+ erstmals ist ein Bonustrack dabei, von Vorjahressiegerin Emmelie de Forest, diesmal selbst mitverfasst und kaum schwächer als ihr Siegertitel aus dem letzten Jahr
- das Cover ist leider potthässlich. Sicher Geschmackssache, aber der Schmetterling letztes Jahr war doch hübscher, oder?
- ein wirklicher Kritikpunkt: die Songs wurden für den Sampler leider nicht gemastert, das heißt es gibt massive Lautstärkeunterschiede, die es einem schwer machen, das Album in eins durchzuhören, ohne immer wieder am Lautstärkeregler zu drehen.
Meiner persönlichen Ansicht nacht hat Deutschland einen tollen Song mit einem nichtssagenden Text (aber achtet da überhaupt jemand drauf?) und von meinen zwei persönlichen "Goldstücken" Armenien und Niederlande hat wohl nur Aram MP3 eine realistische Chance mit einer einmaligen Ballade ohne die gewöhnliche Strophe-Refrain-Struktur und mit Dubstep-Elementen ab der zweiten Hälfte. The Common Linnets haben einen Song, der sich bei mehrmaligem Hören fantastisch entwickelt - ich wünsche ihnen, dass man ihren Song wenigstens zweimal hören kann, im Halbfinale und im Finale.
Ansonsten - oberes Mittelmaß: UK, Norwegen
ganz interessant: Österreich, Georgien (zumindest streckenweise), Lettland
Totalausfälle: zum Glück eher wenige, meiner Meinung nach nur Polen und Griechenland
Meine Kaufempfehlung geht an alle Eurovisionsfans, die sich gerne einstimmen oder intensiv vorbereiten möchten. Meiner Meinung nach ersetzten Youtube-Videos, die man sich inzwischen ja schon lange vor Erscheinen des Samplers angucken kann, diese Sammlung nicht. Gelegenheitshörer sollten erst nach dem Grand Prix ihre Favoriten runterladen, wirklich bahnbrechend ist die Qualität der Lieder auch dieses Jahr nicht.


Die Ultimative Best of (Deluxe Edition)
Die Ultimative Best of (Deluxe Edition)
Preis: EUR 19,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas durchwachsene "Ultimative Best Of", 26. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich schreibe diese Rezension als jemand, für den Michelle ein Kindheitsidol ist und sich darauf freut, sie bald bei ihrer Tournee aus der ersten Reihe zu erleben. Ich finde es auch grundsätzlich völlig gerechtfertigt, trotz zahlreicher inoffizieller Zusammenstellungen einmal eine labelübergreifende Best Of herauszubringen - nur die Umsetzung finde ich nicht ganz gelungen.

Da wäre zunächst einmal die Titelauswahl. Es ist mir ein Rätsel, woran man sich orientiert hat. Alle Singles auf 2 CDs unterzubringen war sicherlich nicht mehr möglich, aber selbst Lieder, die es in die Charts geschafft haben ("Silbermond und Sternenfeuer", "Kopfüber in die Nacht", "Vielleicht nur einmal im Leben") fehlen hier. Auch, dass Michelle persönlich bei der Auswahl mitgeredet hat, ist eher unwahrscheinlich - persönliche Lieblingslieder wie das von Pe Werner geschriebene "Himmelweit" fehlen hier ebenfalls. Überhaupt ist von den Alben seit 2005 (mit Ausnahme von "Glas") jeweils nur ein Song enthalten.
Unangenehm fällt auch die Aneinanderreihung der Titel auf. Michelles Sound hängt doch sehr von ihren Produzenten ab, die sie in ihrer Karriere öfters wechselte. So schön ihr selbstgeschriebener Titel "Ich schicke dir jetzt einen Engel" auch ist - zwischen den modernen Discobeats von "Paris" und "Große Liebe" wirkt er doch etwas altbacken. Schlimmer ist es jedoch noch mit den Titeln aus ihren ersten beiden Alben aus den frühen Neunzigern. So toll die Lieder für sich betrachtet auch sind ("Erste Sehnsucht", "Dornröschen ist aufgewacht") - die Produktionen klingen einfach nicht mehr zeitgemäß, das fällt vor Songs wie "Der beste Moment" besonders auf.
Besser wäre auf jeden Fall eine chronologische Reihenfolge gewesen, eine Art "Zeitreise" durch Michelles Karriere. Auch Herbert Grönemeyer hat dieses Problem auf seinem Best Of Album gut gelöst: eine CD mit älteren, eine mit neueren Songs. Ebenso hätte Michelle vor ihrem Album "Rouge" sehr gut einen Schnitt machen können.

7 neue Songs bietet dieses Best Of Album. Und auch hier bin ich nicht völlig überzeugt. "Paris" hätte AnNa R. von Rosenstolz womöglich lachend abgelehnt - ihr ehemaliger Bandkollege Peter Plate gab seine Komposition nun Michelle, die daraus immerhin das Beste macht. Eine nette Geste ihrer Plattenfirma, den Titel als erste Michelle-Single-CD seit 9 Jahren herauszugeben - dass er die Charts erreicht, kann ich mir nicht vorstellen. Es ist leider kein Hit. Die meisten anderen neuen Titel, mitgeschrieben von Nino de Angelo, klingen eher nach Füllmaterial - nicht unbedingt misslungen, aber auch nicht herausragend. Nur "Puls" vom bisher unbekannten Autorenteam Manuela Reiniger und Patrizio Finito überzeugt mit starker Melodie, gelungenem Text und modernen Beats.
Rein äußerlich missfällt mir das Cover etwas - auf den ersten Blick wirkt es dann doch wieder wie eine inoffizielle Zusammenstellung und im Booklet findet man wesentlich interessantere Fotos. Dafür fehlen im Booklet sowohl Texte als auch Angaben zu den Autoren und Jahreszahlen der älteren Songs. Das dürfte nicht sein! Den Megamix kann man für einen kleinen Aufpreis mitnehmen - mein Fall ist er nicht, aber immerhin bekommt man das Album dann im Digipack.

Insgesamt zeigt dieses Album, wie abhängig Michelle von ihren Autoren und Produzenten ist. Ihre Stimme ist einmalig, aber leider - so meine These - ist sie zu faul, von einer Schlagersängerin zu einer richtigen Künstlerin aufzusteigen. Mit "Ich schicke dir jetzt einen Engel" hat sie eins ihrer besten Lieder selbstgeschrieben, auf dem Album "Leben" war sie auch öfters am Songwriting beteiligt und zuletzt schrieb sie 2010 den Text zu "Sternenkind". Ein Talkshow-Auftritt ist mir besonders in Erinnerung - dort sang sie "Wach geküsst", begleitet von einem Streichquartett, wie der Moderator hervorzuheben versuchte, doch Michelle wollte möglichst schnell auf die Bühne. Ihr Auftritt war perfekt, aber nicht nur wegen ihres Gesangs, sondern auch wegen der schönen Komposition, des schönen Klavierspiels und vor allem wegen des Streichquartetts. Solange Michelle ihren Gesang für das Wichtigste hält, ist es wohl Glückssache, ob sie es nochmal ganz nach oben schafft.
Ich würde mich über ein selbstgeschriebenes Album freuen, mit einem Produzenten, der Michelle auch bei den Arrangements mitentscheiden lässt. Bis dahin dient diese Best Of als ordentliche Übersicht über ihre bisherige Diskografie.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 8, 2014 11:56 AM MEST


Ein leichtes Schwert
Ein leichtes Schwert
Preis: EUR 7,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traurigkeit und Windeln - Unangepasst, lyrisch und ergreifend, 10. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ein leichtes Schwert (MP3-Download)
Eigentlich habe ich die "schwere Box" bestellt - aber da ich gerade für einige Wochen im Ausland bin, muss ich erstmal mit dem Albumdownload vorliebnehmen. Ich habe mir viel Zeit genommen, das Album anzuhören - es lief vorm Schlafengehen, beim Zähneputzen, beim Mittagessen und in allen anderen denkbaren Situationen. Einige Lieder habe ich nun schon zigmal gehört, andere erst einmal. Normalerweise höre ich Alben in eins durch, dieses hier muss man sich mit der Zeit erschließen!

Da wären zunächst einmal die Texte, die - wie man es von den Helden gewohnt ist - mit viel Wortwitz gespickt sind und kleine, alltägliche Themen wirklich interessant erscheinen lassen. Als Nichtsnutz macht sie "nichts, was etwas nutzt, wobei man schwitzt oder lang sitzt" und Pechmarie ist ebenso wie Judith Mutter geworden und wird nun überredet, trotzdem mal wieder tanzen zu gehen. Ab und zu wünscht man sich ein Songbuch (das liegt sicher schon in Deutschland, beim Download ist es leider nicht dabei), denn manchmal versteht man nicht ganz genau, was sie singt.

Musikalisch ist das Album etwas experimenteller und rauer als man es von "Wir sind Helden" kennt. Fürs Radio ist hier fast nichts dabei, für einen aufmerksamen Zuhörer gibt es aber immer wieder viel zu entdecken. Langweilige Popmusik ist das auf jeden Fall nicht. Sie macht einfach, was ihr gefällt - man hat nie das Gefühl, dass sie vermeidet, allzu sehr nach "Wir sind Helden" zu klingen oder andersrum möglichst nah an diesem Sound zu bleiben. Es ist ein unangepasstes Album, aber trotzdem bietet es mit "Hasenherz" und "Jetzt erst recht" Lieder, die sehr schnell hängenbleiben.

Hervorzuheben sind noch "Opossum" (schwer zu beschreiben, sollte man gehört haben!) und - nach der etwas langweiligen Gitarrenballade "Havarie" - der großartige Schlusssong "John Irving", der irgendwann legendär werden sollte. Ein bisschen erinnert mich der Song an Jane Birkins "Ex Fan des Sixties".

Das Album gefällt mir sehr, weil es nicht versucht, zu gefallen. Am besten vorher reinhören und wen der erste Eindruck nicht abschreckt, der wird das Album mit der Zeit immer mehr in sein Herz schließen. Jetzt höre ich noch "John Irving", bevor ich dann langsam einkaufen fahre...


Da Geht Noch Was
Da Geht Noch Was
Preis: EUR 17,98

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Da geht noch mehr!, 6. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Da Geht Noch Was (Audio CD)
Isabel Varell präsentiert nun schon ihr drittes Album mit eigenen Texten.
Bereits das Album "Alles Ansichtssache" von 2009 wurde von Willy Klüter produziert und enthielt mit "In der Rue Lamarck", "Nur mit meinen Fehlern", "Ich würd so gern noch etwas bleiben" und dem Radiohit "Nie mehr (Wieder)" tolle Songs, leider aber auch viele Durschnittsschlager, die das Album nicht sehr einheitlich erschienen ließen.
2011 erschien dann "Alles neu", das von Stefan Zauner (Münchener Freiheit) produziert wurde. Das Album wirkte wie "aus einem Guss", hatte seinen ganz eigenen Stil und war mit 3 Nr. 1-Hits auch in den Airplaycharts sehr erfolgreich.
Als bekannt wurde, dass die Musik für das neue Album nun wieder von Willy Klüter stammt, hatte ich zunächst befürchtet, dass Lieder wie "Ich lieb dich mehr als Spaghetti Bolognese", "Nachts" oder "Ich werd den Teufel tun" auch aus dieser CD wieder ein Schlageralbum machen würden. Zum Glück wirkt "Da geht noch was" trotz Stilmix dann aber doch relativ homogen, vom Durchschnittsschlager à la Fischer oder Berg ist nichts zu hören und die gerade die selbstgeschriebenen Texte sind sehr gelungen.

Der erste Song "Da geht noch was" ist originell und swingt locker vor sich hin. Nach einem Ausflug auf den "türkischen Markt" folgt ein Song, den Isabel Varell für ihre Freundin Jenny Jürgens geschrieben hat. Ihr Zitat, sie habe "ein Puzzle in den Himmel geworfen" hat Isabel zu einem tollen Song verarbeitet. Der Sprechgesang im ansonsten gelungenen "Good Bye Johnny" wirkt nicht so gekonnt wie die ruhige und doch starke Klavierballade "Er und ich". Gesanglich ist dies auf jeden Fall das Glanzstück des Albums.
Etwas fehl am Platz wirkt das Duett mit Birgit Schrowange. Musikalisch swingt das zwar schön, aber stimmlich überzeugt Schrowange nicht. Muss sie ja auch nicht, den Spaß hört man den beiden Freundinnen wirklich an, nur hätte ich dieses "Spaßduett" (Zitat Isabel!) lieber als Bonustrack auf dem Album gehabt.
Mit der Vorab-Single "Alla Bella Vita" geht es kurz nach Italien - Frankreich hatte sie vier Jahre zuvor allerdings musikalisch und textlich schöner beschrieben. "Pater Benjamin" ist für mich das schönste Lied auf dem Album. Isabel versucht textlich nicht zu belehren oder ihre Einstellung zur Kirche als die "einzig wahre" darzustellen. Sie beschreibt einfach nur ihre Begegnung mit einem Priester und die Gedanken, die ihr dabei durch den Kopf gehen. Auch das Arrangement stimmt, die gregorianischen Anklänge am Ende sind gerade noch dezent genug.
Zum Abschluss gibt es Isabel Varell Unplugged. Wenn ihre Stimme in "Ich suche Kitsch" zur Akustikgitarre und leiser Percussion von der "heilen Welt" singt, wünscht man sich ein ganzes Album in diesem Stil. Es ist schade, dass im deutschen Schlager (und in der modernen Popmusik generell) in der Regel ein Produzent alle Instrumente spielt. Isabel, ihre Stimme und ihre Texte würden es verdienen, sie einmal mit einer kleinen Akustikband und einem echten Streicherensemble zu begleiten.

So plastisch wie Fischer, Berg und Co klingt das neue Album aber zum Glück nicht. Es sind nur wenige Kritikpunkte, die mich auch bei diesem Album wieder davon abhalten, fünf Sterne zu vergeben - diesmal aber noch knapper als beim letzten Album.
Ich hoffe, dass Isabel Varell weiterhin Lieder schreibt und singt. Vergleichbare Künstler würden mir in diesem Genre nicht einfallen. Zum Schluss noch ein kleines Lob für das schöne Weihnachtslied am Ende.
Isabel, "da geht noch mehr", da hast du recht, aber nicht "viel, viel mehr". Ein tolles Album!


Crisalide
Crisalide
Preis: EUR 22,31

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen La Storia di Valentina Monetta - eine Titelzusammenstellung, 11. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Crisalide (Audio CD)
Valentina Monetta ist eine sehr gute Sängerin und dank Ralph Siegel mehrfache Song Contest-Teilnehmerin. Der Hauptmangel an ihrem Debütalbum ist, dass es streng genommen kein Album ist, sondern eine Titelzusammenstellung.
Einen roten Faden findet man leider nicht, auch wenn einige Titel wirklich fantastisch sind.

Den Anfang machen 5 Titel aus Valentinas EP "Il mio gioco preferito", die 2011 als Download veröffentlicht wurde. Fast alle diese konsequent jazzigen Titel verdienen 4-5 Sterne. Leider fehlen die Titel "Damni un Segno" und "Se Parlerà". Wenn man sich schon dafür entscheidet, eine CD aus älteren Aufnahmen zusammenzustellen, wäre es doch eine gute Gelegenheit gewesen, die ganze EP einmal auf CD zu veröffentlichen.
Es folgt eine Live-Aufnahme des Standards "My Funny Valentine" - musikalisch gelungen, leider aber mit mittelmäßiger Aufnahmequalität.
Das gilt auch für die folgende Live-Fassung des ESC-Songs von 2012, "The Social Netbook Song". Die Version zeigt, was aus diesem Siegel-Titel, der gerechterweise vernichtende Kritiken erhielt, herauszuholen ist.

Diese Live-Aufnahme leitet nun den Siegel-Part der CD ein. Die Dance-Version des "Facebook"-Songs klingt wie eine billige Disco-Produktion - Valentinas Stimme fügt sich überhaupt nicht ein. Auch "I'll follow the sunshine" klingt billig produziert, was sehr schade ist, weil es sich hier um einen wirklich guten Song handelt. Ähnlich verhält es sich mit "Crisalide" - ein schöner Song, der immer billiger klingt, je dramatischer sich der Song aufbaut (Schlagzeug und E-Gitarren machen in der zweiten Hälfte des Songs einiges kaputt) und schließlich wiederum mit einem furchtbaren Eurodance-Beat endet.
Daran schließt sich unmittelbar der Dance Mix von "Crisalide" an - eine wahre Verunstaltung eines Songs, der zu Ralph Siegels besten der letzten Jahrzehnte gehört.
Ein absolutes Highlight ist dann der letzte Song des "offiziellen" Teils des Albums: die Jazz-Version von "Crisalide". Valentina scheint sich unglaublich wohlzufühlen, ihre Stimme glänzt auf einem Nu Jazz-Arrangement. Die Dramatik der Original-Version fehlt hier, was ihn auf den ersten Blick Grand Prix-ungeeignet macht. Ich hätte mich gefreut, wäre man tatsächlich so mutig gewesen, diese Version ins Rennen zu schicken.

Die Bonustracks sind weitgehend Ramsch - allein "You'll be flying" zeigt, dass "Crisalide" als Jazz-Version auch auf Englisch funktioniert und wundervoll klingt.

Mit der Sterne-Bewertung habe ich mich schwer getan. Ich habe mich aus Sympathie zu der Sängerin und aus Verliebtheit in die Jazz-Version von "Crisalide" dafür entschieden, die Durchschnittsbewertung der Titel 1-12 zu verwenden und keinen Stern dafür abzuziehen, dass dies nur eine Titelzusammenstellung ist.
Für die Zukunft wünsche ich mir ein konsequentes Jazz-Album, gerne auch mit Songs von Ralph Siegel, wenn deren Produktion der Sängerin gerecht wird.

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