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Rezensionen verfasst von
Bernd Wenserski "berndwenserski"
(REAL NAME)   

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Long Night Moon
Long Night Moon
Preis: EUR 8,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tales from the North!, 21. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Long Night Moon (MP3-Download)
Reckless Kelly zählen unter den Texas-based-musicians zu den Top-Anwärtern auf die Nachfolge der Eli Young Band für den landesweiten Karrieredurchbruch. Mit der Veröffentlichung des neuen Albums "Long night moon" wird dieser Durchbruch voraussichtlich erst mal vertagt werden. Dies liegt in erster Linie daran, dass die "Kellys" in Ermangelung eines "Eisbrecher-Hits" a la "Crazy girl" einen tiefgründigen Schritt zu ihren Ursprüngen als Indie-Folk-Band aus dem amerikanischen Nordwesten getan haben. Nach dem eher geschmeidigen Vorgängeralbum "Good luck and true love" haben die Jungs um die Brüder Willy und Cody Braun ihre musikalischen Wurzeln offengelegt und vor dem geistig-musikalischen Auge die grandiosen Landschaften Idahos und Oregons entstehen lassen. Bereits der Opener und Titelsong beeindruckt mit einer schon fast mystischen Ruhe und Melodieführung, die sich am Schluss wiederholend mit dem Song "Idaho" zu einer elegischen Hommage verbindet. Weitere Momente zum Innehalten bieten die Folkballade "Irish Goodbye" und "Didn't mean to break your heart". Selbst die aktuelle Radiosingle "The last goodbye" trägt trotz ihrer gefälligen Songstruktur eine grundlegende Melancholie in sich. Als Gegenpol gibt es Songs wie das an Steve Earle angelehnte "Real cool hand" oder die geradlinige Country-Rock-Nummer "Every step of the way", mit dem die Wünsche des Livepublikums sicher zufrieden gestellt werden dürften. Highlight dieser kreativen Songsammlung ist das rhythmisch-dramaturgisch perfekt inszenierte "I can't stand it", in dem der edgy baritone von Willy Braun gewinnbringend zur Geltung kommt. Ein leichter, radiotypischer Funsong a la "She likes money" findet sich hingegen nicht. Dennoch ist "Long night moon" aufgrund seiner behutsamen stilistischen Inszenierung sicher ein Album, mit dem man unter dem Strich neue Anhänger hinzugewinnen kann ohne das Stammpublikum nur ansatzweise zu enttäuschen.

Fazit: "Long night moon" hinterlässt tiefe Spuren in der musikalischen Seele des geneigten Zuhörers und läuft deutlich gegen den Trend der geschliffenen, leicht konsumierbaren Genreproduktionen. Vordergründige Chartambitionen entstehen allenfalls beiläufig, geht es doch darum, die inneren Werte des americana-geprägten Bandcharakters zu offenbaren. Wer jedoch die tiefgründige, authentische und elegische Grundnote einmal zugelassen hat, wird sich einem gewissem Suchtfaktor kaum mehr entziehen können.

Wertung: 4 Sterne
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2013 9:14 PM MEST


Overnight Success
Overnight Success
Preis: EUR 19,72

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen High-Level-Country from Texas!, 11. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Overnight Success (Audio CD)
Der hagere Schlaks mit der Strubbelfrisur und dem Kinnbärtchen wirkt eher wie der klassische Antistar. Dabei gelten die Liveauftritte von Zane Williams, bei denen überraschte Zuschauer regelmäßig zu Bühnenstars auserkoren werden, innerhalb der Szene als legendär, ganz zu schweigen von seinen hochgelobten und viel dekorierten Fähigkeiten als Singer-Songwriter. Davon überzeugen darf man sich auf dem neuesten Album "Overnight success", das in 11 Tracks aus eigener Feder das Herz wahrer Countryfans höher schlagen lässt. Schon der Titeltrack spiegelt die humoristische Natur des Mannes aus McKinney wieder, hat es doch viele Jahre gebraucht, um zumindest im Lonestar State einen angemessenen Bekanntheitsgrad zu erlangen. So überzeugt der Radiohit "Overnight success" als perfekter Opener mit einem überragenden Groove und einer für jeden "hard-workin` musician" nachvollziehbaren Message. Die Leadsingle "Sure felt like goodbye" ist ein pathetischer Lovesong, wie man ihn kaum besser schreiben kann, gefolgt von der introvertierten, schaurig-schönen Ballade "On a good day". Spätestens bei Song Nr. 4 "When you've got a woman" wird deutlich, dass wir es hier mit ehrlichem, unverfälschtem High Level Country zu tun haben, der keineswegs exklusiv auf den texanischen Musikmarkt zugeschnitten ist. Die Honkytonknummer "Damned" dürfte auch hierzulande Freunde von Truck Stop & Co. erfreuen, während das reduzierte "The simple things" offenlegt, dass Countrylife nicht nur aus biergeschwängerten Tailgateparties besteht. Auf "Hands of a working man" zeigt Zane Williams eine neue Facette, in der er Countryrock mit einer Hip-Hop-Attitude verbindet, die man auch auf einem Colt-Ford-Album vermuten könnte. Ein besonderes Highlight gibt es dann zum Schluss. "While I was away" ist ein tearjerker par excellence, der jedem Familienvater die wirklich wichtigen Dinge des Lebens vor Augen führt.

Fazit: "Overnight success" ist ein hochauthentischer Geniestreich eines Künstlers, dessen Veröffentlichungen hierzulande kaum beachtet geschweige denn gewürdigt werden. Dabei gibt es kaum einen besseren Beleg dafür, wie variabel und unterhaltsam Country sein kann, ohne dabei in die Niederungen des Pop-Business abzutauchen. Der sympathische und hochtalentierte Understatement-Hero Zane Williams hat es definitiv geschafft, die perfekte Werbebotschaft für seinen Heimatstaat an alle Countryfreunde und solche die es werden wollen abzugeben.

Wertung: 5 Sterne
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 23, 2013 10:47 AM MEST


Crickets
Crickets
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 18,23

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausflug in die Neuzeit!, 9. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Crickets (Audio CD)
Der Wechsel der Plattenfirma zieht bei vielen Künstlern eine langgehegte Stiländerung nach sich. Nachdem die Karriere von Joe Nichols bei Show Dog Records zuletzt etwas ins Stocken geraten war, blieb die Frage offen, ob der Wechsel zu Red Bow Records (Sublevel von Broken Bow) den erwarteten musikalischen Befreiungsschlag nach sich zieht. Der Titel "Crickets" verheißt zunächst eine gewisse naturverbundene Bodenständigkeit, die jedoch nach dem grillenzirpenden Intro postwendend ins Gegenteil verkehrt wird. Schon der Opener "Just let me fall in love with you" deutet an, dass der charismatische Barde aus Arkansas von dem kommerziellen Kuchen, der gegenwärtig in großzügigen Stücken über das Country Radio verteilt wird, seinen Anteil abhaben möchte.
So hören wir zu Beginn perfekt inszenierten Modern Country in glattem radiofreundlichen Design mit catchy hooks und den genreüblichen Freizeitthemen. Mit Unterstützung namhafter Szeneprofis wie Brett Beavers, Jason Sellers, Eric Paslay und Ashley Gorley wird diese Masche bis zum 4.Song "Yeah" konsequent weiter verfolgt, wobei letzterer aufgrund seines hymnischen Chorus die größten Hitpotenziale haben dürfte. Danach heisst es erstmal durchatmen und Joe Nichols tritt den Beweis an, dass er in Sachen Stimmcharisma niemanden in der Branche zu fürchten hat. "Billy Grahams Bible" ist eine wohltuend-reduzierte Countryballade, gefolgt von dem großartigen, lieblich-zarten "Better than beautiful". Danach nimmt "Crickets" mit "Gotta love it" wieder Fahrt auf, das in der Hookline stilistisch an Easton Corbin erinnert. Die Leadsingle "Sunny and 75" ist ein Smash-Hit und mit seiner grandiosen 80er Pop-Rock-Attitude so etwas wie die Benchmark für alle weitere Singleauskoppelungen. Wer an den Kern dieses Songs heran möchte, dem sei die großartige Akustiksession aus den Blackbird Studios empfohlen. Um auch die letzten Facetten des Modern-Countrygenres abzudecken, lässt Joe Nichols nun folgend seine Rowdyseele in "Y'ant to" und "Hee Haw" durchaus gekonnt aufblitzen. Ob hingegen das Quotensauflied "Open up a can" wirklich sein musste, wird letztlich das Livepublikum entscheiden.
Nach diesen fulminanten, kommerziell-motivierten Darbietungen kommt zum Ende schon fast entschuldigend dann doch der Traditionalist zum Vorschein. "Old school country song" ist sicher kein zweites "Brokenheartsville" aber ein Statement, dass die Wurzeln des bodenständigen Countryguys offenlegt. Nach dem soliden Haggard-Cover "Footlights" wird das Album mit dem Titelsong "Crickets" geschlossen, in dem Bewusstsein, unter Verzicht auf musikalische Experimente einen großen Schritt in Richtung Radiopräsenz getan zu haben.

Fazit: Auf 16 Songs leistet Joe Nichols seinen Beitrag zur Neuausrichtung als moderner Countrysänger. Stimmlich bleibt er auf "Crickets" traditionsbezogen und markant wie gewohnt, wenngleich dies durch die Upbeatdominanz des New-Country-Style hier und da überlagert wird. Das Album ist insgesamt ein wohlkalkulierter Schachzug, frei von soundspielerischen Risiken und sollte Joe Nichols zurück in den Szenefokus befördern. Unter dem Meer radiotauglicher Tracks dürften "Hard to be cool", "Yeah" und "Smile on mine" beste Aussichten auf künftige Top-10-Platzierungen haben.

Wertung: 3 1/2 Sterne


We Are Tonight
We Are Tonight
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mr.Feelgood!, 7. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: We Are Tonight (Audio CD)
In dem schwelenden Richtungsstreit rund um die Frage "Wieviel Pop verträgt Country?", hat ein weiterer Hochkaräter der Szene mit seinem neuesten Album Stellung bezogen. Billy Currington, als Feelgood-Guy mit einer naturgegebenen, relaxten Smoothness behaftet, hat sich mit "We are tonight" eindeutig auf die Seite der Traditionsbewahrer geschlagen. Auch wenn diese Linientreue gegenüber den zeitgleich erschienenen Alben von Chris Young und Justin Moore mit geringeren Verkaufszahlen quittiert wurde, überzeugt das Vorliegende durch hohe Authentizität, unaufgeregt-reduzierte Arrangements und ein hohes Maß an "good vibrations".
Der Opener und Smash-Hit "Hey girl" schlägt da ein bisschen aus der Art und lässt mit den branchenüblichen Anzüglichkeiten die Rowdy- und Machismoseele hochleben. Bereits bei dem wohltuend-reduzierten "Wingman" und dem mit einer leichten George-Strait-Attitude behafteten "One way ticket" wird der Traditionsfaden konsequent aufgenommen und mit einem Summer-Revival-Feeling gekonnt in Verbindung gebracht. Nach der Ballade "23 degrees and South", die einem Kenny Chesney auf den Leib geschneidert scheint und stimmlich eindrucksvoll umgesetzt wird, folgt mit "We are tonight" das einzig echte Zugeständnis an die Mainstreamredakteure der Radiostationen. Hier werden vom pulsierenden Upbeat bis zum wuchtigen Backgroundchor die Belange der Partyfraktion - zugegebenermaßen sehr gelungen - bedient. Nach dem augenzwinkernden Willie-Nelson Duett "Hard to be a hippie" folgen die vielleicht stärksten Momente des kurzweiligen aber eindeutig zu kurzen 10teiligen Machwerks. "Closer tonight" ist durchweg outstanding und reicht an frühere Karrierehighlights wie "Must be doin` something right" oder "People are crazy" heran. Auch das ebenfalls aus der Feder Shane McAnallys stammende "Another day without you" oder das originelle Jack-Johnson-Cover "Banana pancakes" bringen den Feelgood-Habit perfekt zum Vorschein. Mit dem abschließenden Earcatcher "Hallelujah" verfestigt sich der Eindruck, dass Billy Currington mit seinen nunmehr 40 Lenzen noch nie besser geklungen hat.

Fazit: Billy Currington hat mit "We are tonight" dem Mainstreamdruck standgehalten und mit Hilfe eines gewieften Produzententrios seine Linie im Sinne der Tradition überzeugend fortgeführt. Dabei scheut er sich keineswegs, die bei einigen Kollegen mittlerweile als uncool verpönte Steelguitar einzusetzen, um neben den vorhandenen Pop -und Soul-anleihen seine Position als Countryguy zu untermauern. Das Album kommt insgesamt ohne jegliches Füllmaterial aus und verstärkt den Wunsch, den ausklingenden Sommer noch mal neu zu starten. Einziges Manko: 38 Minuten Spielzeit sind angesichts der vortrefflichen Darbietung entschieden zu kurz. Daher:

4 1/2 Sterne.


Off the Beaten Path [Deluxe]
Off the Beaten Path [Deluxe]
Preis: EUR 21,68

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf dem Erfolgspfad!, 2. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Off the Beaten Path [Deluxe] (Audio CD)
Mit einem Twang, der in der Szene einzigartig ist und 100ige Wiedererkennung garantiert, hat sich Justin Moore unter der Vielzahl aufstrebender Countrytalente eine Ausnahmestellung erarbeitet. Nach 3 Nr. 1 Hits aus den ersten beiden Alben durfte man den Neuling "Off the beaten path" mit Spannung und Vorfreude erwarten. Dabei konnte die infektiöse Leadsingle "Point at you", eine der Sommerhymnen der US-Radiostationen, als idealer Vorbote und Werbeplattform verstanden werden.
In vertrauter Zusammenarbeit mit seinem Standardproduzenten Jeremy Stover präsentiert sich Justin Moore auf den 16 Songs (inkl. 5 Bonus-Tracks der DeLuxe Version) als versierter Stadionrocker, mit balladesken Ausflügen im Rahmen eines ausgefeilten auf die New-Country-Generation ausgerichteten Gesamtkonzeptes. Es dominieren die hinlänglich bekannten Kernthemen der Blue-Collar-Fraktion von smalltowns, tailgates und dirt roads ohne inhaltlichen Tiefgang allerdings mit der ein oder anderen musikalischen Raffinesse. Letztere fehlen mit Ausnahme des einprägsamen "Wheels" auf den 5 DeLuxe-Extras nahezu völlig, geht es doch letztlich darum, Trinkgewohnheiten und Partystimmungen zu zelebrieren (Tiefpunkt: Der Song namens "Beer" ist für Justin Moore deutlich unter Wert und sollte bestenfalls auf einem Springbreak-Album Platz finden). Ansonsten ist dem "kleinen Cowboy aus Arkansas" mit seinem ureigenen Stil eine hinreichende Zahl an Highlights gelungen. Aus der Countryrockecke fallen der earcatching Opener "Old back in the new school", der hiphop-angelehnte Titeltrack sowie das Charlie Daniels-Duett "For some ol' redneck reason" positiv auf, während der Song mit dem vielsagenden Titel "Country radio" eher wie ein Überbleibsel aus dem Materialfundus des aktuellen Luke Bryan-Albums wirkt. Dass Justin Moore ein hinreißender Balladensänger ist, beweist er auf Songs wie "One dirt road", dem an Kenny Chesneys "I'm a small town" angelehnten und leidenschaftlich interpretierten "This kind of town" sowie dem wildromantischen "Old habits". Diese Zusammenarbeit mit der großartigen Songveredlerin Miranda Lambert kann als eines der harmonischsten Countryduette des Jahres bezeichnet werden. Ein weiterer Fanfavorit dürfte das textlich wie musikalisch originelle "I'd want it to be yours" werden, das jedem wahren Country Redneck ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Fazit: Justin Moore bietet seinen Fans auf "Off the beaten path" ein Überangebot an gefälligem Songmaterial, das ihn (noch vor einem Chris Young) an die Spitze der Albumcharts katapultiert hat. Entgegen der Titelbotschaft verlässt er die ausgetretenen Pfade nur selten, bleibt klar zu erkennen und im Wesentlichen auf der Linie der Vorgängeralben. Es fällt schwer, den kleinen Mann mit dem übergroßen Hut aufgrund seines "twangy charmes" nicht zu mögen, so dass man ihm die vereinzelten Plattitüden gerne verzeiht.

Wertung: 4 Sterne


More Than I Can Handle
More Than I Can Handle
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 48,05

4.0 von 5 Sternen Erdiger Country aus Missouri!, 18. September 2013
Rezension bezieht sich auf: More Than I Can Handle (Audio CD)
"Wenn ich unsere Musik beschreiben müsste", sage einfach nur it's country." So die simple wie zutreffende Aussage von John D.Hale bezüglich seines aktuellen Albums "More than I can handle". Dabei hat es der Bandleader aus Jackson/Missouri geschafft, sich mit einer ganz eigenen Stilmischung aus Americana, Southern Rock und klassischen Countryelementen in der lokalpatriotischen, texanischen Red Dirt Szene zu etablieren. So findet sich auf den 10 vorliegenden Tracks eine äußerst abwechslungsreiche, bodenständig-ehrliche Interpretation von Alltagsthemen, die das Countryimage facettenreich bedienen, ohne dabei irgendeinen Anflug von charttechnischer Effekthascherei zu benutzen. Bereits der Opener und Titelsong startet mit einem prägnanten Riff und erweist sich als Paradebeispiel kreativen und blitzsauberen Songwritings. "Sin for sin" erinnert an alte Colt Seavers-Zeiten, bei dem man den "unknown stuntman" an seinem geistigen Auge vorbeifahren sieht. Beim hitverdächtigen "Back to you" ist der Einfluss von Reckless Kelly zu spüren, während "Hearts like us" als lieblich-originelle Hillbilly-Schmonzette daherkommt. Auch "Harold Wilson" ist durch seine starken Textpassagen und gefühlvolle Harmonikabegleitung ein besonderer Song, so dass bereits nach dem 5.Track das facettenreiche Red Dirt Genre hinlänglich repräsentiert ist. Die hohe Qualität kann auch im weiteren Verlauf gehalten werden, bei dem "Desperate people" - ein Song für lange Highwayfahrten, bei dem man gerne mal eine Ausfahrt später nimmt - nochmals heraussticht.

Fazit: Die John D.Hale Band liefert ein hochgradig authentisches Album ab, an dem echte Countryfans ihre Freude haben werden. Hales erdige Stimme mit dem Outlawflavour wirkt als Wohlfühlfaktor, der More than I can handle" mit jedem Hören weiter reifen lässt.

Wertung: 4 1/2 Sterne


Bring You Back
Bring You Back
Preis: EUR 9,89

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Brettharte Stimme, geschmeidige Produktion!, 10. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Bring You Back (MP3-Download)
Mit jedem Newcomer wächst die Hoffnung, das Erbe von Cash, Waylon, Strait & Co. vor einem weiteren Abgleiten in die charttaugliche Countrypopszene zu bewahren. Brett Eldredge, aus dem countryuntypischen Illinois stammend, verfügt über einen charmanten und für einen 27jährigen überreifen Bariton, der ihn aus dem Meer der Gleichförmigen schnell herausragen lässt. Mit diesem Potenzial und einem mehr als passablen Aussehen wäre eine Karriere in den Bereichen Jazz, Pop oder Soul ebenfalls denkbar gewesen. Vielleicht war der Start im Countrybusiness durch die driving distance von knapp 300 Meilen bis Music City einfach nur "naheliegend".

Von einer überstürzten Karriereplanung konnte dennoch keine Rede sein. Bis zum Erscheinen des vorliegenden Albums brauchte es geschlagene 3 Jahre, nachdem die für ein Debut äußerst tiefgründige Single "Raymond" immerhin Rang 23 der Countrycharts erreichte. Auch der rhythmische Nachfolger "Don't ya" startete eher verhalten und benötigte geschlagene 10 Monate um die erste Nummer 1 des talentierten Newcomers zu begründen. Die weiteren Tracks beinhalten durch die geschmeidigen Hände von Szeneprofis wie Luke Laird, Byron Gallimore und Ross Copperman kommerziell veredelte Songthemen, an denen der Interpret bis auf eine Ausnahme mit beteiligt war. Im Ergebnis ist es dann doch wieder der gewohnte New Country radiotauglicher Prägung, der in der jüngsten Vergangenheit von Southern Heroes wie Tom Petty oder Alan Jackson ins Kreuzfeuer genommen wurde. Dennoch wäre Pauschalkritik fehl am Platze, da die zum Teil eingängigen Melodien durch die Kantigkeit in Eldredges Stimme eine wohltuende Prägnanz erfahren. Songs wie das relaxte "On and on" oder das catchy "Gotta get there" gehen sofort ins Ohr und sind Zeugnisse einer qualitätsorientierten, behutsamen Aufbauarbeit des Rising Stars aus Illinois. "Beat of the music" könnte die Erfolgsspur von "Don't ya" im Country Radio fortführen, während "Signs" wohltuend traditionsnah daherkommt. Lediglich in den langgezogenen Tönen (auffällig bei der Ballade "Waited too long") lässt die Stimmkraft Eldredges die mitunter notwendige Dosierung etwas vermissen.

Fazit: "Bring you back" ist ein gelungenes Debut, mit dem Brett Eldredge den Einstieg in die Countryszene gefunden hat. Auch wenn die melodiösen Ecken und Kanten von dem findigen Produzententeam weggeschliffen wurden und die Countrytradition einen erneuten Dämpfer erhalten hat, bleibt immer noch eine charakteristische Stimmfarbe, die einen für künftige Erfolge hilfreichen Wiedererkennungseffekt sicherstellt.

Wertung: 3 Sterne


Crash My Party
Crash My Party
Preis: EUR 6,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vom Countryguy zu Mainstreamstar!, 5. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Crash My Party (Audio CD)
Der sprunghafte Erfolg von Luke Bryan ist eines der großen Phänomene der boomenden New-Country-Bewegung. Nachdem er sich mit dem Doppelplatinalbum "Tailgates & Tanlines" bereits in die Gilde der Chartabräumer und Awardträger einreihen konnte, zündet der Nachfolger "Crash my party" die nächste Raketenstufe, die ihn vom Start weg an die Spitze der Billboard 200 Charts katapultierte. Nach dem Auftaktrekord von mehr als 500.000 verkauften Einheiten ist die Platindekoration binnen Monatsfrist beschlossene Sache - "the sky is the limit" für den Sonnyboy aus dem Süden Georgias.
Für diesen Erfolg hat Luke Bryan an 2 Images gleichzeitig gearbeitet: Zum einen ist er einer der smartesten Themenperformer der Szene, der das Phantasiezentrum der vornehmlich weiblichen Fans zu 100% anspricht. Darüber hinaus hat er sich durch seine "Spring Break"-Serie als Partysänger der Redneckfraktion einen Ruf erworben. Dies beschert dem Mann mit dem schneeweissen good-guy-smile eine Fanbase, die innerhalb der Countryszene ihresgleichen sucht. Gleichzeitig muss man attestieren, dass seine Countrywurzeln als regenspendender Erntehelfer von Einst kaum noch zu erahnen sind. Nachdem auf "Tailgates" mit "Harvest time" und "Muckalee Creek Water" noch 2 Quotensongs mit Countrythemenbezug vertreten waren, geht dieser auf "Crash my party" nahezu völlig unter. Es geht inhaltlich fast ausnahmslos um Liebe, Bier und sonstige Feierabendaktivitäten, während musikalisch der baselinegeprägte Upbeat dominiert. Ohne auf die Einzeltitel einzugehen, könnte man die 13 teilige Songabfolge als (schmackhaft zubereiteten) Einheitsbrei bezeichnen, der auch nach mehrmaligem Aufwärmen genügend Restsüsse für einen leckeren Verzehr bietet. Er macht satt, belastet nicht und bietet hier und da interessante Geschmacksnuancen.
Um dem Erfolgsgeheimnis auf die Spur zu kommen, lohnt dennoch ein Blick in die clever produzierte Titelabfolge. Die Folgesingle "That's my kind of night" ist ein Smashhit und repräsentiert die Kernelemente des New Country 2013. Den kruden Machismolyrics ("Girl hand me another beer"), stehen stampfende Upbeats und eine hiphop-angelehnte Phrasierung mit Banjobegleitung gegenüber. Nach dem beliebig-glatten "Beer in the headlights" folgt die Leadsingle "Crash my party", in der sich Luke Bryan vor allem textlich als unwiderstehlicher Charmingboy präsentiert. Das hymnische "Roller coaster" kann als sicherer Charttip und daher mögliche Folgesingle angesehen werden, während "We run this town" aus der Feder von Dallas Davidson und Kelley Lovelace stilistisch auf einen Kenny Chesney zugeschnitten scheint. Einen Problemsong gibt es natürlich auch. Nach "You don't know Jack" auf dem Vorgängeralbum, erfüllt "Drink a beer" diese Rolle mehr oder weniger überzeugend. "I see you" fällt durch zupackende Riffs auf und sollte bei einem Stadionpublikum bestens ankommen. Nach dem besinnlichen "Goodbye girl" aus der Feder von Shane McAnally folgen einige Belanglosigkeiten, zu denen die textlich profanen "Play it again" und "Out like that" zählen. Die Ausnahme bildet "Blood brothers", in der ohne Blick auf kommerzielle Facetten eine verhaltene Cowboyromantik erzeugt wird.

Fazit: Unter dem Strich ist "Crash my party" ein risikoloser, berechnender Schachzug, in dem Luke Bryan mit Unterstützung der besten Songwriter des Genres die Erfolgsmasche von "Tailgates & Tanlines" auf die Spitze getrieben hat. Dabei ist der Sänger und Performer, der nach eigenem Bekunden keine Cowboyhüte mag, auf dem besten Wege, auch die letzten Countryzelte abzubrechen und zum Mainstreamstar zu generieren. Aufgrund des rekordverdächtigen Verkaufserfolges, des Charmes der Leadsingle "Crash my party", der earcatching hookline von "Roller coaster" und des wohltuend-introvertierten "Blood brothers" bleiben als Gesamtwertung immerhin

3 Sterne.


Dirt Road Driveway
Dirt Road Driveway
Wird angeboten von skyvo-direct
Preis: EUR 19,38

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Texas-Country vom Allerfeinsten!, 29. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Dirt Road Driveway (Audio CD)
Die pulsierende texanische Musikszene bringt immer wieder Künstler hervor, die sich den martialischen Klischees von staubigen Byways, trinkenden Countryguys und nationalem Pathos mit ausgewiesener Sensibilität und der nötigen Portion Selbstironie nähern. Seit mittlerweile 15 Jahren bereichert der immer noch jungenhaft wirkende Granger Smith die lokale Red-Dirt-Szenerie und nun ist mit seinem mittlerweile 9 Studioalbum "Dirt Road Driveway" an der Spitze angekommen. Der fast schüchtern wirkende Selfmademan aus der Nähe von Austin hat nach vereinzelten Singlehits wie "Sleeping on the interstate" oder "Don't listen to the radio" in dem vorliegenden Werk die Brücke zwischen Originalität und Kommerzialität durchgängig geschlossen und damit eines der Top-Alben des Jahres 2013 abgeliefert. Bereits die Vorabsingle "We do it in a field" konnte zu Jahresbeginn die TOP 10 der regionalen Radiocharts erreichen, gefolgt von dem infektiösen Ohrwurm "Silverado bench seat", der zugleich Smiths erste Nr.1-Platzierung bedeutet. Neben den beiden Uptemponummern, die eher auf die Partyfraktion abzielen, überzeugt "Dirt Road Driveway" vor allem bei den leiseren Tönen. Songs wie "Come", "I am the midnight" oder das ebensfalls hitverdächtige "Stick around" legen die verletzliche Seite der rauhen Redneckseele offen und machen das Album zu einem schwachpunktfreien, wohl ausbalancierten Hörgenuss. Am Ende gibt es noch ein besonderes Schmankerl. Der geneigte Hörer wird kurz vor Schluss gewaltsam aus der Komfortzone gerissen, wenn Granger Smith sein Alter Ego Earl Dibbles Jr. aus dem Sack lässt. Diese Kunstfigur ist ein Hardcoreredneck, der mit Overall und schmierigem Feinripp samt Bierdose und Flinte durch die countryside marschiert, den local beauties nachstellt und mit seinen Kumpels wilde 4x4 mud races veranstaltet. In "The Country Boy Song" und "Country Boy Love" wird die Klischeewelt aufs Schärfste persifliert und in musikalisch derbe Riffs eingebettet. Damit beweist Granger Smith den Humor und kritischen Feinsinn, der manchen Mitstreitern in der Szene häufig abgesprochen wird.

Fazit: "Dirt Road Driveway" ist ein Highlight, da es alle gängigen Facetten des Genres in hoher Qualität darbietet. Durch die ausgefeilte Produktion im eigenen Tonstudio setzt Granger Smith die notwendigen Akzente, die ihm auch außerhalb der Countryfangemeinde neue Zuhörer bescheren dürften.

Volle 5 Sterne


Dustin Lynch
Dustin Lynch
Preis: EUR 20,58

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starkes Debut für Dustin Lynch!, 23. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Dustin Lynch (Audio CD)
Dustin Lynch bringt alles mit, was einen modernen Countrystar 2013 ausmacht. Smartes Aussehen mit traditionellem Cowboyflavour und einem Organ, das einem stimmlich gereiften Endsechziger gut zu Gesicht stehen würde. Man darf jetzt schon festhalten, dass der 28jährige aus Tullahoma gemeinsam mit Chris Young als charismatischster Balladensänger der neuen Countrygeneration bezeichnet werden kann. Dies wird auf der Vorabsingle "Cowboys and angels" besonders deutlich, in der Dustin Lynch eine wildromantische Lovestory auf Gänsehautniveau zelebriert. Auch im Uptempobereich steht er seinen Mann, präsentiert die üblichen Machothemen ("She cranks my tractor", "Rock you sweet") überzeugend und verirrt sich nur selten in zu kommerziellen Ausflügen ("Dancing in the headlights"). Dustin Lynch hat mit seinem Debutalbum den Fuß in der Tür, ohne den ganz großen Durchbruch a la Hunter Hayes oder Florida Georgia Line geschafft zu haben. Nun hängt es vom nächsten Album ab, ob er wie ein Easton Corbin oder Josh Turner seiner traditionellen Linie treu bleiben kann oder zugunsten der Verkaufszahlen den Stetson ablegt und in Richtung Gute-Laune-Party-Sänger tendiert.

Wertung: 3 1/2 Sterne


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