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Berlinoise "Berlinoise"
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Nacht im Hafen - Moontide- Fritz Lang- Jean Gabin - EU Import - englische Tonspur
Nacht im Hafen - Moontide- Fritz Lang- Jean Gabin - EU Import - englische Tonspur
DVD ~ Ida Lupino Jean gabin

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jean Gabins Hollywood-Debut: poetisch und atmosphärisch, 22. Mai 2013
Eine Information gleich vorab, daß Amazon Fritz Lang als Regisseur des Filmes "Moontide" nach dem gleichnamigen Roman von Willard Robertson angibt, ist nicht ganz richtig und somit etwas irreführend.
Zwar hatte sich Jean Gabin 1941 für seinen ersten Hollywoodfilm (es sollte auch nur noch ein weiterer folgen, bevor er nach Frankreich zurückging) ausdrücklich Lang, dessen Arbeit er kannte und schätzte, als Regisseur gewünscht, aber dieser warf die Arbeit an "Moontide" bereits nach einer Woche wegen Differenzen mit Gabin hin und überließ die Regie Archie Mayo, der auch als einziger Regisseur im Vorspann genannt wird.

Der Film erzählt die poetische Liebesgeschichte um den Hafenarbeiter Bobo (Gabin) und das Mädchen Anna (Ida Lupino), das er eines Tages bei einem Selbstmordversuch vor dem Ertrinken rettet.
Über beide erfahren wir nicht viel, weder, warum es den Franzosen Bobo ausgerechnet nach Kalifornien verschlagen hat, noch, warum Anna ihrem Leben ein Ende setzen wollte.
Familie scheinen beide nicht zu haben und es bedarf keiner romantischen Verwicklungen und keiner großen Worte, damit sich zwischen den beiden schnell eine Liebesgeschichte entspinnt.
Da Anna offenbar keinen anderen Ort hat, wo sie hingehen kann, bleibt sie halt bei ihrem Lebensretter, der in einer Hütte am Hafen für einen Asiaten Köderfische verkauft.
Bobo, der bislang offenbar zufrieden mit seinem unsteten Zigeunerleben und diversen unverbindlichen Affären war, findet erstaunlich schnell Gefallen an einer Frau, die ganz selbstverständlich seine Hütte auf Vordermann bringt, Frühstück zubereitet und bei der Arbeit mit anpackt und so wird schnell die Hochzeit geplant.
Aber das kleine Glück wird von außen bedroht, Bobos Kollege Tiny (Thomas Mitchell) versucht, die Beziehung zwischen den beiden Liebenden zu hintertreiben und dann gibt es da noch einen toten Seemann, den der als ausgesprochen jähzornig bekannte Bobo möglicherweise im Vollrausch umgebracht haben könnte, ohne sich daran zu erinnern...

Mit "Moontide" erzählt Mayo eine bis in die Nebenrollen hervorragend besetzte, in stimmungsvollen Schwarzweiß-Bildern fotografierte und oftmals wirklich sehr berührende Liebesgeschichte "kleiner Leute", die in einem seltsam irreal wirkenden Mikrokosmos rund um die von Bobo bewohnte Hütte spielt, was der Geschichte einen beinahe schon etwas märchenhaften Anstrich gibt.
Genau so, wie Bobos und Annas Vorgeschichte und Herkunft keine Rolle spielen (sehr schön verdeutlicht auch durch die fehlenden Nachnamen), so spielen auch andere Menschen größtenteils nur die Rollen von Besuchern.
Neben dem verschlagenen Tiny gibt es da noch Bobos Freund Nutsy, einen weisen Hobbyphilosophen (Claude Rains, hinter seiner ungewohnten Maske mit Brille kaum zu erkennen) und einen wohlhabenden Arzt, um dessen Boot sich Bobo einige Male kümmert.
Für eine Art "Deliriumsszene" wurden die Bilder von keinem geringeren als Salvador Dalí erstellt, es gibt eine für 1941/42 überraschend deutliche Andeutung eventueller homoerotischer Neigungen Tinys, wenn dieser Nutsy in einer etwas eigentümlichen Duschszene mehrfach mit einem Handtuch schlägt und da die Romanvorlage Robertsons wohl nur wenigen Zuschauern bekannt sein dürfte, ist auch die hollywoodtypische Änderung des im Roman deutlich düstereren Endes kein nennenswerter Kritikpunkt.
Dennoch fehlte mir für das fünfte Sternchen hier der letzte Wow-Effekt, was zu einem nicht unerheblichen Teil mit daran liegen dürfte, daß mich die Geschichte teilweise doch sehr an Marcel Carnés nur vier Jahre zuvor entstandenen Klassiker "Hafen im Nebel" ("Quai des brumes"), ebenfalls mit Jean Gabin in einer ganz ähnlichen Rolle, aber mit einer noch ungleich stärkeren Bildsprache, schöneren Kameraarbeit und einem dramatischeren und somit konsequenteren Schluss erinnert hat.
Dennoch hat auch "Moontide" seine ganz eigenen wunderbaren Momente, Ida Lupino als ebenso verletzliche wie starke Frau steht Michèle Morgan in "Quai des brumes" in nichts nach und die Szene, in der Bobo zur finalen Abrechnung auf seinen Widersacher stößt, hat schon Gänsehautpotential.

Fazit: Ein wunderschöner Film für Gabin- und/oder Lupino-Fans, Romantiker und Freunde stimmungsvoller Liebesgeschichten - wenn da eben nur nicht der sich aufdrängende Vergleich mit Carnés noch etwas schönerem "Quai des brumes" wäre.
Wer diesen nicht kennt, darf sich hier noch gerne ein fünftes Sternchen dazudenken.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2013 9:07 PM MEST


Der Menschen Hörigkeit / Of Human Bondage (EU Import) - (Englische Tonspur) (Keine Deutsche Sprache)
Der Menschen Hörigkeit / Of Human Bondage (EU Import) - (Englische Tonspur) (Keine Deutsche Sprache)
DVD ~ Kim Novak
Wird angeboten von Besten-Preise
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Jagd nach dem unerreichbaren Stern..., 16. Mai 2013
... so könnte man die Geschichte Philip Careys beschreiben, des Hauptprotagonisten aus William Somerset Maughams Roman "Of Human Bondage" bzw "Der Menschen Hörigkeit", dessen bereits dritte Verfilmung der hier rezensierte Film von 1964 ist.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts studiert der junge Philip (Laurence Harvey) in Paris Malerei.
Da sein Talent für eine Karriere als Maler aber nicht ausreichend ist, geht er zurück in seine Heimatstadt London, um ein Medizinstudium zu beginnen - und begegnet dort alsbald seinem Schicksal und Verhängnis in Form der nicht unattraktiven, aber ebenso gewöhnlichen wie berechnenden Kellnerin Mildred (Kim Novak).
Mildreds Bereitschaft, einige Male mit ihm auszugehen, missdeutet Philip als Interesse und ist Mildred schon bald hoffnungslos verfallen, nicht wahrhaben wollend, daß Mildred sich von jedem interessierten Mann ausführen lässt und dabei nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist.
Jegliche Warnung von Freunden und Bekannten schlägt Philip in den Wind und verstrickt sich immer tiefer in seine selbstzerstörerische Hörigkeit Mildred gegenüber, die ihn betrügt, beschimpft, ausnimmt und ob seiner Behinderung (Philip wurde mit einem Klumpfuß geboren) verspottet.
In seiner blinden Vernarrtheit vernachlässigt Philip nicht nur sein Studium, sondern gibt auch leichtfertig all sein Geld für Mildred aus.
Als dieses verbraucht ist, verlässt ihn Mildred und Philip braucht lange, um darüber halbwegs hinwegzukommen.
Doch nachdem Mildred weiter und weiter abrutscht und bald niemanden mehr findet, der sie aushält, ist Philip immer und immer wieder zur Stelle, um ihr zu helfen...

Die Geschichte ist eine psychologisch fesselnde Studie nicht nur über "Der Menschen Hörigkeit", sondern auch darüber, wie wir oftmals ebenso verbissen wie verzweifelt um etwas kämpfen, was unserer Anstrengungen bei nüchterner Betrachtung gar nicht wert ist und uns im schlimmsten Fall gar zu zerstören vermag.
Maughams Geschichte Philip Careys mit seinem ebenso unermüdlichen wie hoffnungslosen Kampf um Mildred und ihre Liebe, die diese gar nicht zu geben imstande ist, erinnert damit ebenso an Cervantes' Don Quixote auf der Suche nach dem unerreichbaren Stern und der nur in seiner Fantasie existenten Dulcinea wie auch an F Scott Fitzgeralds "Großen Gatsby" im Kampf um seine Jugendliebe Daisy.

Der Film "Of Human Bondage" war 1964 ein ziemlicher Flop und musste viel Kritikerschelte einstecken.
Insbesondere wurden damals die Hauptdarsteller Laurence Harvey und Kim Novak als fehlbesetzt kritisiert, was allerdings auch mit daran liegen dürfte, daß die recht erfolgreiche 1934er Verfilmung des Romanes mit Bette Davis, für die er einer ihrer ersten großen Erfolge war, und Leslie Howard ("Vom Winde verweht") sowohl den Kritikern als auch dem Publikum noch gut in Erinnerung war.

Um die rund 800 Romanseiten Maughams zu knapp 100 Filmminuten zu verarbeiten, ließen sich massive Kürzungen natürlich nicht vermeiden.
Dabei wurde (wie auch schon in der Verfilmung mit Bette Davis) ebenso pragmatisch wie zweckmäßig vorgegangen, von Maughams rund 25 Jahre umspannendem Entwicklungsroman wurde Philips gesamte Kindheit und Jugend sowie ein größerer Teil am Ende des Romanes weggelassen und der Film konzentriert sich nahezu vollständig auf die Beziehung zwischen Philip und Mildred.
Der Film stellt somit eine in sich geschlossene Erzählung dar, der man, auch wenn man den Roman gelesen hat, keine allzu großen inhaltlichen Lücken ankreiden muss.

Die psychologische Verstrickung in eine Abhängigkeit und Vernarrtheit gegenüber einem Menschen, der diese gar nicht verdient hat, wird von Laurence Harvey ebenso überzeugend wie berührend dargestellt und fassungslos betrachten wir als Zuschauer, wie sich der gebildete, intelligente und trotz seiner kleinen körperlichen Behinderung durchaus attraktive Philip immer weiter nicht nur von Mildred erniedrigen lässt, sondern sich durch sein geradezu unterwürfiges Verhalten ihr gegenüber auch selbst erniedrigt.

Etwas schwieriger ist die Beurteilung von Kim Novaks Darstellung der Mildred.
Zwar ist Mildred nun mal von der Rolle her gewöhnlich, ordinär, berechnend und vulgär, aber Kim Novaks doch teilweise extreme Überzeichnung dieser Eigenschaften, die noch dazu durch ihre Kostüme, Frisuren und das Make-Up unterstrichen werden, führt bei mir als Zuschauer dazu, daß mir die Vernarrtheit Philips in diese billige Schlampe (pardon, aber anders kann man das wirklich nicht ausdrücken) zumindest am Anfang, als er noch halbwegs Herr seiner Sinne und ihr noch nicht vollkommen verfallen ist, nicht wirklich nachvollziehbar erscheint.
Nun mag man mir entgegenhalten, daß es ja gerade Inhalt dieser Geschichte ist, daß man nicht unbedingt denjenigen liebt, der diese Liebe auch verdient hat, sondern auch jemandem verfallen kann, der dieser Gefühle nicht wert ist, aber hier wird für mich der Unterschied zwischen einem Roman und einem Film teilweise recht schmerzhaft deutlich:
Als ich diese Geschichte im Roman gelesen habe, war mir zwar bewusst, was für ein Mensch Mildred ist, aber auch, daß Philip in ihr etwas ganz anderes sieht bzw sehen will.
Im Film jedoch sieht der Zuschauer dasselbe Bild, welches auch Philip sieht und kann dessen Vernarrtheit in Mildred deshalb nur ungleich schwieriger nachvollziehen.
Die Darstellung der Mildred hätte ich mir daher doch etwas subtiler gewünscht.
Sehr gut ist Kim Novak jedoch zumindest in der Szene, in der sie erkennen muss, daß sie ihre Macht über Philip verloren hat und ihn genauso wenig mehr verführen wie verletzen kann -
dieses Schwanken zwischen einem letzten Aufbieten ihren früher so erfolgreichen Verführungskünste und der ungläubigen Erkenntnis, daß diese ihre Wirkung verloren haben und sie bei Philip mit all ihrer Missachtung einen entscheidenden Schritt zu weit gegangen ist, wird von ihr toll gespielt und tröstet über die eine oder andere kleinere Schwäche ihrer sonstigen Darstellung hinweg.

Die 1934er Verfilmung des Stoffes mit Bette Davis und Leslie Howard bediente sich da übrigens eines einfachen, aber äußerst wirkungsvollen urfilmischen Mittels und zeigte einige Traumsequenzen Philips, in denen Mildred sich ihm gegenüber milder und liebenswerter verhält als in der Realität, wodurch seine beginnende Liebe zu Mildred für den Zuschauer nachvollziehbarer wirkt als in der hier besprochenen Verfilmung.

Abgesehen von Kim Novaks für mich zum Teil etwas überzeichneter Darstellung der Mildred sehe ich jedoch keine nennenswerten Kritikpunkte, die das grandiose Scheitern des Filmes rechtfertigen könnten.
Die Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt, insbesondere mit Siobhan McKenna als Philips lebenserfahrene Freundin und Ratgeberin Nora, Kostüme und Ausstattung sind stilsicher und aufwendig und die Musik von Ron Goodwin ist wunderschön, ohne zu aufdringlich zu sein.
Sehr schön gestaltet auch der Titelvorspann, der das streicherlastige Hauptthema von Goodwins Musik mit wunderschönen Kamerafahrten um diverse Skulpturen Auguste Rodins verbindet, was sehr schön zur Geschichte um den kunstbegeisterten Philip passt.

Etwas irritierend mag für uns moderne Zuschauer die extreme Schwarz-Weiß-Zeichnung der beiden Hauptprotagonisten sein:
Auf der einen Seite der grundgute Philip, der selbst, nachdem er Mildreds Wesen endlich erkannt hat, ihr immer und immer wieder zu Hilfe eilt und auf der anderen Seite die abgrundtief "schlechte" Mildred, die selbst ihrem Kind gegenüber keine Zuneigung zeigt und deren Charakter nicht mal ansatzweise zu erklären oder zu hinterfragen versucht wird.
Dies kann man dem Film jedoch nicht vorwerfen, da die Figuren von Maugham auch im Roman bereits genau so angelegt wurden.

Für mich ist "Of Human Bondage" ein trotz kleinerer Schwächen psychologisch fesselnder und zumindest von Laurence Harvey und Siobhan McKenna hervorragend gespielter Film, der Maughams Romanvorlage zwar gezwungenermaßen deutlich kürzt, aber den dargestellten Teil sehr stilsicher und atmosphärisch sowie bis auf eine kleine Änderung am Ende recht werkgetreu umsetzt.

Bei der Bewertung komme ich, genau wie bei der 1934er Version mit Bette Davis und Leslie Howard, auf gute vier Sternchen, wenngleich ich bei beiden Versionen recht unterschiedliche Stärken und Schwächen sehe:
Als Philip habe ich Laurence Harvey als sehr viel besser, überzeugender und berührender empfunden als Leslie Howard;
als Mildred jedoch gefiel mir Bette Davis besser als Kim Novak.
Die schönen Traumsequenzen aus der alten Verfilmung (die ähnlich übrigens auch in der Romanvorlage vorkommen) fehlen hier leider, dafür werden die drei sehr unterschiedlichen Beziehungen Philips zu den drei Damen, die in seinem Leben eine entscheidende Rolle spielen, in der hier rezensierten 1964er Version wunderschön und passend auf sehr unterschiedliche filmische Art dargestellt:
Goodwins wunderschöne Musik und ein wenig Weichzeichner bei den Szenen mit Mildred im Gegensatz zu schärferen Konturen und mehr Tiefenschärfe bei den Szenen mit Nora beziehungsweise Sally - eine ebenso interessante wie passende filmische Darstellung der sehr unterschiedlichen Charaktere der drei Damen und ihrer Beziehungen zum Hauptprotagonisten Philip.

Für mich eine trotz Kim Novaks nicht gerade subtiler Darstellung eines Flittchens und einer kleinen, aber nicht unbedeutenden Änderung von Maughams Vorlage gegen Ende (die genau so allerdings auch schon in der 1934er Version vorgenommen wurde) eine absolut sehenswerte Literaturverfilmung nicht nur für Fans der beiden Hauptdarsteller.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 17, 2013 4:50 PM MEST


Philips HD7828/50 Senseo Viva Café (1450 W, 1.2 L Fassungsvermögen für 8 Tassen, Kalkindikator, Abschaltautomatik), silber
Philips HD7828/50 Senseo Viva Café (1450 W, 1.2 L Fassungsvermögen für 8 Tassen, Kalkindikator, Abschaltautomatik), silber
Preis: EUR 93,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen meine dritte Senseo verrichtet ihren Dienst, aber bei steigendem Preis wirkt leider jedes Modell "billiger" als der Vorgänger, 13. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Nachdem meine erste Senseo-Maschine mehrere Jahre lang gute Dienste geleistet hatte und mich zur überzeugten Padmaschinenbenutzerin gemacht hatte, war ich mit meiner zweiten Senseo Philips HD 7812/50 Kaffeepadmaschine Senseo silber metallic leider gar nicht mehr zufrieden:
Von Anfang an wurde der Kaffee nicht richtig heiß und nach monatelangen Problemen gab das Gerät trotz guter Pflege und nicht übermäßigen Gebrauchs noch während der Garantiezeit den Geist auf.
Dies kann natürlich passieren, aber leider war auch der Kontakt mit Philips problematisch, die Maschine musste eingeschickt werden und kam ohne Unterlagen und Originalverpackung und nur notdürftig repariert zurück, gab nach kürzester Zeit wiederum den Geist auf (immer noch während der Garantiezeit) und ein Austausch wurde von Philips verweigert.
Unsere nächste Kaffeepadmaschine sollte daher eigentlich keine Philips mehr sein, aber nachdem mir das hier rezensierte Modell als Testgerät angeboten wurde, beschloss ich, der Senseo noch einmal ein Chance zu geben.

Das Gerät ist im Vergleich zu meinem oben genannten Vorgängermodell etwas "steiler" und somit höher.
Daß die Senseo von Modell zu Modell teurer wird, wäre ich (in vernünftigem Rahmen) eventuell noch hinzunehmen bereit, wenn die Qualität und Verarbeitung, wenn schon nicht besser würden, so doch zumindest gleich blieben.
Leider jedoch wirkt dieses Modell gegenüber meinem Vorgängergerät, welches schon bei weitem nicht mehr so wertig wirkte wie die "Ur-Senseo", nochmals deutlich klappriger, "billiger" und lieblos zusammengeschustert.
Während der Korpus der Maschine vom Material her noch in etwa dem Vorgänger entspricht, ist der höhenverstellbare Ausguss (eine Neuerung gegenüber dem Vorgänger, wenngleich bei diesem auch ohne Höhenverstellung problemlos auch große Kaffeepötte unter den Ausguss passten) extrem leicht, wackelig und aus einem sehr "billig" wirkenden, silbrigen Kunststoff, so daß ich befürchte, hier bei regelmäßigem Gebrauch über kurz oder lang etwas abzubrechen.
Auch das Gitter, auf dem die Tassen stehen, wirkt leicht wackelig und klapprig und ist auch nicht ganz passformgenau, das wirkte beim Vorgänger alles deutlich solider und genauer verarbeitet.
Der Maschinendeckel in hellem Grau passt leider nicht zum übrigen, etwas dunkleren metallicartigen Gehäuse, der leicht bläuliche Wassertank mit einer Art Tropfendesign, der durch die kleine Öffnung übrigens recht hakelig zu säubern ist, ist gewöhnungsbedürftig und zu allem Überfluss hat man für das schwarz-silbrig-graue Gerät ein weißes Kabel verwendet.
Zwar erwarte ich von einer Kaffeemaschine kein Luxusdesign, aber halbwegs stimmig sollte die Materialzusammenstellung bei einem Gerät, welches man ja in der Regel auf der Arbeitsfläche stehen lässt und nicht nach jedem Gebrauch wegräumt, schon sein, zumal die Senseo ja nicht gerade günstig ist.
Schön anzusehen ist diese Senseo bis auf die altvertraute originelle Form also ganz und gar nicht.

Da sie schließlich ja aber auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, sondern in erster Linie leckeren Kaffee zubereiten soll, nun also zum Praxistest:
An der Bedienung hat Philips nichts nennenswertes verändert, das Gerät einmal durchspülen und los geht's.
Wie gewohnt gibt es auch hier wieder zwei unterschiedliche Padhalter für ein oder zwei Pads.
Neu ist die Möglichkeit, zwischen zwei Wassermengen zu wählen, um entweder einen kleinen starken oder einen "normalen" Kaffee zuzubereiten.
Welche Pads einem am besten schmecken, muss natürlich jeder für sich selber herausfinden.
Altvertrautes Senseo-Problem, welches mir schon bei meinem vorherigen Modell aufgefallen war, ist, daß der Kaffee nicht allzu heiß wird.
Wer seinen Kaffee schwarz trinkt, dürfte damit kein allzu großes Problem haben, weil der Kaffee halt sofort trinkbar ist, aber wer wie ich seinen Kaffee mit Milch trinkt, muss sich an einen etwas weniger heißen Kaffee als üblich gewöhnen.

Fazit: Auch diese Senseo verrichtet ihren Dienst und liefert schnell leckeren Kaffee.
Für Familien, in denen sehr viel Kaffee getrunken wird, dürfte das Padsystem auf Dauer recht teuer werden, aber für kleine Haushalte, in denen zwar gerne, aber nicht übermäßig viel Kaffee getrunken wird, bin ich nach wie vor überzeugter Fan der praktischen Padmaschinen.
Ein Sternchen ziehe ich wegen der nicht ganz überzeugenden Kaffeetemperatur ab und ein weiteres für die leichte, etwas klapprig und "billig" wirkende Optik und die abenteuerliche Material- und Farbzusammenstellung.
Vor allem das weiße Kabel geht gar nicht, ich dachte zuerst, ich hätte einen Rückläufer mit ausgetauschtem Ersatzkabel erwischt, bis ich hier in weiteren Rezensionen auf denselben Kritikpunkt gestoßen bin.

Wenn sich auch mit diesem Modell vorzeitige Probleme ergeben sollten, werde ich dies hier nachtragen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2013 11:15 AM MEST


Marware SportGrip für Kindle Touch, schwarz
Marware SportGrip für Kindle Touch, schwarz
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gut, aber nur zusammen mit einer Displayschutzfolie ein kompletter Schutz für den Kindle, 13. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Als Alternative zu den üblichen, buchhüllenartigen Kindlehüllen und -taschen habe ich nun auch dieses Marware SportGrip für den Kindle Touch getestet.
Der Kindle wird einfach in die Silikonhülle eingelegt und hinten und an den Rändern sicher von ihr umschlossen, wobei die Anschlüsse frei zugänglich bleiben.
Das Silikonmaterial ist angenehm griffig und verhindert zusätzlich ein Rutschen des Kindle auf Tischen oder anderen glatten Unterlagen.
Im Vergleich zu den üblichen "Buchhüllen" spart man einiges an Gewicht und Volumen;
dafür bleibt das Display vollkommen ungeschützt, so daß die hier rezensierte Hülle am besten noch mit einer Displayschutzfolie kombiniert werden sollte.
Einen ordentlichen Basisschutz zu einem derzeit erfreulich niedrigen Preis bietet das "SportGrip" auf jeden Fall, aber ob einem das ausreicht oder man doch eine komplette Rundum-Hülle bevorzugt, muss jeder für sich selber entscheiden.
Wenn man seinen Kindle nicht nur zu Hause nutzt, sondern unbesorgt in die Handtasche stecken können möchte, ist eine komplette Hülle definitiv deutlich sicherer, aber wer seinen Kindle überwiegend zu Hause nutzt, nicht ständig mit sich herumträgt und wirklich nur einen günstigen, griffigen Basisschutz sucht, ist mit diesem "SportGrip" gut beraten.

Aussie Colour Mate Shampoo, 300 ml
Aussie Colour Mate Shampoo, 300 ml
Preis: EUR 5,95

4.0 von 5 Sternen Silikon oder nicht Silikon, das ist hier die Frage..., 7. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Als vor einigen Jahrzehnten Silikone Einzug in die Shampooflaschen hielten, war bei vielen Damen die Begeisterung groß:
Auf einmal waren die Haare direkt nach dem Waschen ohne weiteren Pflegeaufwand mit Spülungen, Conditionern oder Kuren wunderbar weich, leicht kämmbar, gänzend und seidig.
Bald wurden aber erste kritische Stimmen laut, die meinten, die Haare würden durch die ständige Behandlung mit Silikonen "überpflegt", fielen schnell in sich zusammen und würden zu vorzeitigem Fetten und Strähnigwerden neigen.
Ich als Trägerin langer Haare, welche noch dazu zum Verkletten neigen, habe silikonhaltige Shampoos dennoch immer geschätzt, weil man sich halt die zwingende Spülung nach jeder Haarwäsche spart.
In letzter Zeit jedoch hat sich der Effekt des schnellen Nachfettens und In-sich-Zusammenfallens meiner noch dazu deutlich dünner und weniger gewordenen Haare massiv verstärkt und da ich meine Haare seit einiger Zeit auch regelmäßig, wenngleich in meiner natürlichen Haarfarbe, färbe, um die ersten grauen Haare abzudecken, war es an der Zeit, nach Jahren endlich mal wieder ein anderes Shampoo auszuprobieren.
Die Aussie Shampoos sind alle silikonfrei, lediglich die dazugehörigen Spülungen und Kuren enthalten geringe Mengen Silikons, was dort aber weniger unerwünschte Nebeneffekte hat, da man diese Produkte ja nicht auf die Kopfhaut, sondern nur auf die Längen und Spitzen aufträgt.
Das "Colour Mate Shampoo", für welches ich mich entschieden habe, soll außerdem besonders geeignet für gefärbtes Haar sein.
Es kommt in einer schlichten 300 ml-Flasche mit praktischem Klickverschluss, der sich auch mit einer Hand und nassen Fingern problemlos öffnen und wieder verschließen lässt und duftet wunderbar zart und natürlich nach Pfirsich, wobei der Duft auch nach dem Ausspülen und Trocknen der Haare noch eine ganze Weile erhalten bleibt - schön!
Das Shampoo ist recht dickflüssig, beinahe schon cremeartig, lässt sich mit etwas Wasser aber wunderbar aufschäumen und ist somit mindestens genau so ergiebig wie dünnflüssigere Shampoos.
Schon bei der ersten Anwendung war ich begeistert von der Reinigungswirkung des Shampoos:
Zum ersten Mal nach jahrelangem ausschließlichen Gebrauch silikonhaltigen Shampoos kamen mir meine Haare wirklich quietschsauber und von sämtlichen Pflegerückständen befreit vor.
Sie kamen mir auch gleich viel griffiger und "stabiler" vor - klasse!
Leider jedoch geht diese Griffigkeit damit einher, daß zumindest meine langen Haare wieder etwas mehr zum Verkletten neigen und ohne zusätzliche Spülung nicht so schön leicht kämmbar sind wie bei der Verwendung meines gewohnten silikonhaltigen Shampoos.
Was den versprochenen Farbglanz angeht, so hält das Aussie-Shampoo bei mir, was es verspricht, die Farbe sieht nach dem Waschen nicht stumpf oder ausgewaschen aus.
Ob die Coloration durch die Verwendung des Aussie-Shampoos tatsächlich auch länger hält, kann ich bislang allerdings nicht beurteilen;
sollte ich da auf Dauer entsprechende Beobachtungen machen können, werde ich dies hier nachtragen.

Mein persönliches Fazit sieht so aus:
Das ideale Shampoo, welches die Haare gleichzeitig rückstandslos sauber und schön griffig macht und bei dem man dennoch auf eine Spülung nach jeder Haarwäsche verzichten kann, weil das Haar ganz automatisch leicht kämmbar ist und nicht verklettet, habe ich weiterhin nicht gefunden.
Ich werde das Aussie Colour Mate Shampoo daher im Wechsel mit einem silikonhaltigen Shampoo weiterverwenden und vergebe insgesamt vier Sternchen.
Damen mit kürzerem oder nicht zum Verkletten neigendem Haar, die sich ferner nicht von dem recht hohen Preis abschrecken lassen, können das wunderbar duftende und reinigende Aussie-Shampoo aber bestimmt auch für die tägliche Anwendung benutzen und dürfen sich das fünfte Sternchen gerne dazudenken.

Philips GC9222/02 Perfect Care Dampfbügelstation mit Optimal Temp Technologie (5.5 Bar, 2.400 Watt, 300 g/min Dampfstoß, 1.5 L Wassertank)
Philips GC9222/02 Perfect Care Dampfbügelstation mit Optimal Temp Technologie (5.5 Bar, 2.400 Watt, 300 g/min Dampfstoß, 1.5 L Wassertank)
Preis: EUR 219,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen macht wirklich alles platt ;-), 6. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Die hier rezensierte Philips Dampfbügelstation löst bei mir ein schon recht altersschwaches "normales" Bügeleisen ohne Dampf ab; allerdings habe ich zwischendurch auch schon gelegentlich Dampfbügeleisen benutzt, so daß mir die Technik nicht ganz neu ist.

Eine Information gleich vorab, das Gerät ist in natura noch deutlich größer, als die Abbildung vermuten lässt (benötigte Stellfläche ca 40 x 25 cm, Höhe ca 28 cm), die Unterbringung sollte also vor Entscheidung für das Gerät bedacht werden!
Es empfiehlt sich auch, das Bügelbrett beim Bügeln so zu plazieren, daß man die Basisstation daneben abstellen kann, weil sie sonst doch sehr viel Platz auf dem Bügelbrett wegnimmt und etwas leichtere, nicht allzu standfeste Bügelbretter auch durch ihr beeindruckendes Gewicht allzu stark belasten könnte.

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach, Wassertank befüllen, einschalten, zwei Minuten warten und los geht's.
Zu beachten ist, daß das Gerät zwar mit normalem Leitungswasser befüllt werden kann, laut Bedienungsanweisung bei hartem Wasser aber doch eine Mischung aus 50% Leitungswasser und 50% destilliertem Wasser verwendet werden soll, um die Lebensdauer des Gerätes zu verlängern und die Abstände zwischen den nötigen Entkalkungen nicht zu verkürzen.
Die Betriebsgeräusche des Gerätes habe ich bei der ersten Benutzung als unerwartet laut empfunden, aber mir wurde bestätigt, daß diese Geräusche normal sind und solange man nicht die Angewohnheit hat, beim Bügeln fernzusehen, ist die Betriebslautstärke absolut akzeptabel.
Wer Wert auf ein flüsterleises Gerät legt, für den bietet Philips auch noch folgende, allerdings nochmal etwas teurere, "Flüstervariante" an:
Philips GC9540/02 PerfectCare Silence Dampfbügelstation mit Optimal TEMP Technologie / herausnehmbarer Wassertank / 6 bar / Dampfstoß bis zu 290 g / ECO-Modus / weiß-champagner.

Nun zum eigentlich wichtigsten Punkt, nämlich der Handhabung und dem Bügelergebnis:
Beides kann ich einfach nur als absolut untadelig bezeichnen;
das im Verhältnis zur wuchtigen Basisstation recht handliche und vor allem vorne sehr schmale eigentliche Bügeleisen ist wendig, nicht zu schwer und gleitet mühelos über jeden Stoff.
Der mit beachtlichen 5,5 bar ausgestoßene Dampf dringt dabei sogar durch schwere Stoffe wie zum Beispiel Jeans, so daß man meistens nur einmal über jede Stelle bügeln muss und das Bügeln somit merklich schneller von der Hand geht als mit einfacheren Bügeleisen.
Bei dünnen Stoffen wie zum Beispiel leichten Shirts reicht es oftmals sogar, sie nur von einer Seite zu bügeln, weil Dampf und Glättungseffekt dann sogar durch zwei Gewebeschichten gehen.

Dampfbügelneulinge wie ich müssen sich allerdings darauf einstellen, daß es schon einige Stücke Bügelwäsche zur Übung benötigt, bis man ein Gefühl dafür bekommt, wie viel und wie oft man "dampfen" sollte und ob man besser mit Dauerdampf oder einzelnen Dampfstößen zurechtkommt, um die trockene Wäsche nicht wieder zu sehr zu befeuchten, aber keine Angst, nach wenigen Stücken hat man den Bogen heraus.
Wenn man in den energiesparenden "Eco-Modus" schaltet, wird automatisch weniger Dampf ausgestoßen, was ein übermäßiges Befeuchten der Wäsche übrigens schon ganz von selber verhindert.
Sehr praktisch ist, daß keine Temperatureinstellung erforderlich ist, man kann tatsächlich Bettwäsche und empfindliche Stoffe durcheinander bügeln und erzielt dabei überall gleich gute Ergebnisse.

Traumhaft einfach auch die Entkalkung:
Ihre Notwendigkeit wird bei Bedarf angezeigt und es muss dann einfach nur ein Ventil geöffnet werden, um verschmutztes Wasser mitsamt den darin befindlichen Kalkpartikeln auszugießen - einfacher geht es wirklich nicht.
Zur Reinigung der Bügelsohle und der Dampfaustrittsdüsen reicht es, das Gerät gelegentlich mit destilliertem Wasser auf einem Tuch "durchzupusten".

Der Preis für dieses Gerät ist natürlich nicht ohne, so daß die Anschaffung schon gründlich überlegt sein will, aber wer Wert auf ein gutes und vor allem bemerkenswert schnelles Bügelergebnis legt, der bekommt hier wirklich ein tolles und absolut empfehlenswertes Gerät.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2013 9:45 PM MEST


Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman
Der Schrecken verliert sich vor Ort: Roman
von Monika Held
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen leider kann ich mich der allgemeinen Begeisterung nicht anschließen..., 3. Mai 2013
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
..., denn ich muss gestehen, daß ich mit Monika Helds so hochgepriesenem Roman "Der Schrecken verliert sich vor Ort" trotz des wichtigen, bewegenden und offenbar gut recherchierten Inhalts leider nicht wirklich warm geworden bin.

In den knapp 70 Jahren seit Kriegsende sind so viele Bücher, Filme und sonstige Aufarbeitungen zur Kriegs- und KZ-Thematik erschienen, daß ich so manches Mal das Gefühl habe, eigentlich genug zu diesen Themen gelesen zu haben und nur noch dann zugreife, wenn ein Buch mir entweder warm empfohlen wurde oder einen ungewöhnlichen, etwas aus dem üblichen Einerlei herausragenden Ansatz verspricht.

Letzteres war bei "Der Schrecken verliert sich vor Ort" der Fall, denn der Roman erzählt die nicht immer einfache Liebesgeschichte zwischen dem Auschwitz-Überlebenden Heiner und seiner Frau Lena, die sich bei den Auschwitz-Prozessen in Frankfurt, wo Heiner als Zeuge auftrat und Lena, die zu Kriegszeiten noch ein Kind war, als Dolmetscherin arbeitete, kennenlernten.
Der gezeichnete Mann und die etwas jüngere, lebenslustige Frau lassen sich trotz aller Gegensätze auf diese Liebe unter den Schatten der Vergangenheit ein und wie diese Vergangenheit auch das gegenwärtige Leben des Paares beeinflusst und auf beiden Seiten so manches Mal für Verständnisschwierigkeiten sorgt, das beschreibt die Autorin Monika Held anhand oftmals sehr schöner und berührender Szenen, zum Beispiel, wenn Heiner das Album mit den Hochzeitsfotos ganz selbstverständlich neben seine Auschwitzalben mit Fotos und Zeichnungen aus der Zeit stellt und Lena, unangenehm berührt, meint, sie wolle ihr Hochzeitsalbum nicht "dort" stehen haben, wo es "zu einer weiteren Auschwitz-Episode" in Heiners Leben würde.
Szenen wie diese, die die Schwierigkeiten der Beziehung des Paares nicht mit vielen Worten beschreiben, sondern anhand solcher kleiner alltäglicher Szenen greifbar machen, haben mich sehr berührt, aber dennoch gab es auch so einiges an diesem Buch, was mich nicht wirklich überzeugen konnte.
Da ist zum einen der eigentümliche Umgang der Autorin mit direkter Rede;
diese wird ohne Anführungszeichen direkt in den Text eingeschoben, was ich erstens als stilistisch ausgesprochen holperig und unelegant und außerdem auch teilweise als etwas sperrig zu lesen empfunden habe.
Auch scheint die Autorin eine Vorliebe für recht seltsame Metaphern zu haben, einmal wird beispielsweise gesprochen "als hätte unter dem Wagen eine Maus gequietscht", wobei ich gar nicht mal diese etwas eigentümlichen Sprachbilder als solche kritisieren möchte, sondern vielmehr, daß sie für mich häufig einfach nicht in den jeweiligen inhaltlichen Zusammenhang passten.
Auch mit Ideen wie einer Jesuserscheinung in einem Hirschgeweih (!) muss man sich als Leser anfreunden können, was mir nicht immer ganz leicht gefallen ist.

Mein größter Kritikpunkt an diesem Roman jedoch ist der, daß ich mit dem Hauptprotagonisten Heiner leider nicht wirklich warm geworden bin.
Ein Auschwitzüberlebender, der nicht vergessen KANN und dessen gesamtes Leben und dessen Ehe noch Jahre und Jahrzehnte nach Kriegsende von seinen schrecklichen Erlebnissen überschattet werden, das hätte mich wahrscheinlich gefesselt und bewegt, aber Heiner ist vielmehr ein Mann, der nicht vergessen oder zumindest mit der Vergangenheit abschließen WILL und auch seinen Mitmenschen offenbar keinen einzigen Augenblick zuzugestehen gewillt ist, in dem man einmal nicht an die Schrecken der Vergangenheit denkt.
Dabei legt der Hauptprotagonist teilweise eine Arroganz sämtlichen "Nichtopfern" gegenüber an den Tag, die mich so manches Mal ein wenig unangenehm berührt hat.
Mit dieser Einstellung kann ich mich weder persönlich anfreunden noch hat sie mich hier als Leser überzeugt, denn statt hier ein liebendes und vor allem ebenbürtiges Paar gegen die Schatten der Vergangenheit ankämpfen zu sehen, sieht man einen ganz bewusst und konsequent in seiner Vergangenheit steckengebliebenen Mann, der seine jüngere Frau immer und immer wieder mit den teilweise schon etwas oberlehrerhaft anmutenden Worten "Schau, Lena..." wie ein Kind bei der Hand nimmt, um ihr die Schrecken von Auschwitz begreiflich zu machen.
Die Geschichte nicht zu vergessen oder besser noch begreifen zu wollen, ist natürlich wichtig und wie die Autorin diese Schrecken mit ungeschönter Sachlichkeit schildert, ist durchaus aufrüttelnd und bewegend, aber daß für mehr als das pausenlose Wühlen, ja geradezu Sich-Suhlen in der Vergangenheit in der Ehe von Heiner und Lena und somit auch in dem Roman überhaupt kein Platz ist, das fand ich doch ein wenig bedauerlich.

Wie immer gilt aber natürlich auch hier, daß Rezensionen letztendlich nichts weiter als recht subjektive Meinungsäußerungen sind, also schauen sie am besten auch einmal in die Leseprobe und einige der sehr viel positiveren Rezensionen, machen Sie sich selber ein Bild und geben Sie dem Roman dann eventuell selber eine Chance.

Mademoiselle Populaire
Mademoiselle Populaire
DVD ~ Deborah Francois
Preis: EUR 22,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Zeig's ihnen, Schätzchen!" oder Die schnellste Maus an der Maschine, 25. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Mademoiselle Populaire (DVD)
Ein Film über eine Sekretärin, die in den 50er Jahren zur schnellsten Maschineschreiberin nicht nur ihrer kleinen Heimatstadt in der Normandie wird - kann einen das heute noch hinter dem Ofen hervorlocken?
Nach dem Genuss des zauberhaften Retro-Filmes "Mademoiselle Populaire" steht meine Antwort fest: Ja!

Bereits der quietschbunte Titelvorspann ganz im Stil der 50er Jahre überzeugt mit einer ungemein detailverliebten Akribie, mit der der gesamte Film gestaltet und ausgestattet wurde.
Hier stimmt wirklich jeder wippende Pferdeschwanz, jedes Petticoat-Kleid und jedes historische Auto, welches die Straßen der Originalschauplätze entlang fährt.

Die Geschichte ließe sich knapp mit den Worten "Sekretärin angelt sich ihren Chef" zusammenfassen, hat dabei aber jede Menge an Charme, Esprit, originellen Regieeinfällen und witzigen Dialogen zu bieten.
1958 will die junge Rose (Déborah François) weder im Krämerladen ihres Vaters in einem kleinen Kaff in der Normandie versauern noch die beste Partie des Ortes ehelichen, sondern träumt vom damals ausgesprochen modernen und angesagten Traumjob Sekretärin.
Also macht sie sich auf nach Lisieux, eine ebenfalls recht überschaubare Provinzstadt, aber für Rose bereits "nicht schlecht für den Anfang", was ihre Träume von der großen weiten Welt betrifft.
Die charmante, aber etwas tolpatschige junge Frau ohne jegliches Organisationstalent, die zielsicher von einem Fettnäpfchen ins nächste schlittert, ist zwar alles andere als der Prototyp der perfekten Sekretärin und Vorzimmerdame, erweckt durch ihre Begabung, schneller als jede andere in die Schreibmaschinentasten zu hauen, aber das Interesse des jungen Versicherungsagenten Louis (Romain Duris).
Der ehemalige Hobby-Athlet will seine ansonsten eher mäßig begabte Neuerwerbung zu einem Maschine-Schnellschreib-Wettbewerb schicken und übernimmt auch selber das Training der jungen Dame mit den flinken Fingern...

Daß Rose auf ihrem Weg zum Popstar an der Schreibmaschine, der sogar ein neues Schreibmaschinenmodell in rosa und einen "Sekretärinnen-Cha-Cha-Cha" inspiriert, ihrem "Trainer" näher kommt, ist bei dem Genre natürlich nicht überraschend.
Was aber überraschend ist, ist das sprühende Feuerwerk an witzigen Ideen, mit denen "Mademoiselle Populaire" begeistert.
Da werden zur Erlernung des 10-Finger-Systems Schreibmaschinentasten und Fingernägel in unterschiedlichen Farben lackiert, dutzende von Maschinen klappern bei diversen Wettbewerben im Takt der schmissigen Musik und teilweise wird die 50er Jahre-Idylle mit unerwarteten kleinen Pointen zielsicher ironisiert und ins Verhältnis zur Gegenwart gestellt, zum Beispiel, wenn der dauerrauchende Louis von seiner erfrischend unperfekten Vorzimmerperle gebeten wird, doch zumindest in ihrem Vorzimmer weniger zu rauchen und mit einer gewissen Selbstgefälligkeit feststellt, da müsse schon ein Gesetz kommen, um ihm das Rauchen zu verbieten...
Zum Piepen auch, auf wie witzige Art hier das Maschineschreiben als Hochleistungssport dargestellt wird:
Der Film greift konsequent immer wieder Elemente eines typischen Sportlerfilmes auf;
da wird zur Verbesserung der allgemeinen Fitness unter Aufsicht gejoggt, es gibt Hand- und Nackenmassagen sowie Ermahnungen bezüglich einer korrekten Sitzhaltung und bei den Wettbewerben fühlte ich mich teilweise an klassische Boxerfilme erinnert, wenn die Damen zwischen den Runden von ihren Trainern versorgt und sowohl körperlich als auch mental aufgebaut werden.

Auch sämtliche Figuren sind treffend gezeichnet, sei es die etwas tolpatschige, aber ganz und gar nicht dumme Rose, ihr ebenso attraktiver wie ein wenig selbstgefälliger Chef Louis, dessen ehemalige Flamme Marie (Bérénice Béjo, "Dissonances", "The Artist") und ihr amerikanischer Ehemann, der sich noch immer als "Befreier" Frankreichs sieht und nicht zuletzt Roses diverse Konkurrentinnen um die Krone der schnellsten Tippse weltweit:
Da gibt es die sehr elegante Pariser Meisterin, die US-amerikanische Meisterin mit Glitzerbrille, die gefühlvolle Deutsche und das koreanische Wunderkind - köstlich, wie hier auf charmante, nie diffamierende Art diverse Vorurteile mit einem Augenzwinkern bedient werden!
Dazu gibt es noch mehrere durchaus lehrreiche Erkenntnisse zur Geschichte der Schreibmaschine, von der Entwicklung der französischen Azerty-Tastatur, die zur Vermeidung von Typenverhedderungen die am häufigsten benutzten Buchstaben möglichst weit voneinander entfernt anordnete, bis zu den ersten Typenkugelmodellen.

Sie merken schon, ich war begeistert - und alle anderen Filmfreunde, die bei einem in den 50er Jahren spielenden Film nicht unbedingt eine zeitkritische Auseinandersetzung verlangen, sondern einfach Lust haben, sich auf eine ebenso fröhliche wie quietschbunte Zeitreise in die Ära von Doris Day und Rock Hudson mitnehmen zu lassen, dürften hier ebenfalls voll auf ihre Kosten kommen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 3, 2013 1:27 PM MEST


Une estonienne à paris [FR Import]
Une estonienne à paris [FR Import]
DVD ~ Jeanne Moreau
Wird angeboten von CULTURE EMPIRE
Preis: EUR 35,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen zwei wunderbare Hauptdarstellerinnen retten ein teilweise etwas schwächelndes Drehbuch, 25. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Une estonienne à paris [FR Import] (DVD)
Jeanne Moreau, Nouvelle-Vague-Ikone, Filmstar seit mehr als einem halben Jahrhundert und inzwischen immerhin 85 Jahre alt, soll auf die Frage, wann sie sie sich zur Ruhe zu setzen gedenke, einmal gesagt haben, sie werde erst dann aufhören, wenn sie tot wäre.
Bislang hat sie erfreulicherweise Wort gehalten und ist nun in Ilmar Raags "Eine Dame in Paris" nach vielen prägnanten Nebenrollen mal wieder in einer Hauptrolle zu sehen, die ihr noch dazu auf den Leib geschrieben zu sein scheint.

Dabei geht es zunächst gar nicht mal um die von ihr gespielte Frida, eine bereits seit Kriegsende in Paris lebende Estin, sondern um die Altenpflegerin Anne (Laine Mägi), die in ihrer Heimat Estland jahrelang ihre schwerkranke Mutter gepflegt hat und nach deren Tod nach Paris geht, um dort eine Pflegestelle bei der herrschsüchtigen Frida anzutreten.
Die schwierige alte Dame, die seit langem nicht mehr ihre Nobelwohnung im Herzen von Paris verlassen hat und nur noch in der Erinnerung an ihr bewegtes Leben mit einem reichen Ehemann und zahlreichen Liebhabern lebt, tut alles, um die unerwünschte Landsmännin loszuwerden, aber auf inständiges Bitten von Stéphane (Patrick Pineau), der Anne eingestellt hat und sich zu deren Verwunderung nicht als Fridas Sohn, sondern als ein ehemaliger Liebhaber Fridas entpuppt, erträgt Anne sämtliche Boshaftigkeiten und Demütigungen Fridas mit stoischer Ruhe und erringt mit ihrer stillen Beharrlichkeit ganz allmählich die Sympathie ihrer extrovertierten Arbeitgeberin...

Der estnische Regisseur und Drehbuchautor Ilmar Raag erzählt mit "Eine Dame in Paris" die Geschichte seiner eigenen Mutter, die genau wie Anne in relativ späten Jahren von Estland nach Paris ging.
Herausgekommen ist ein rein inhaltlich nicht unbedingt aufregendes, weil doch in mancher Hinsicht recht vorhersehbares Kammerspiel, welches jedoch durch seine beiden wunderbaren Hauptdarstellerinnen und den ebenfalls ausgesprochen charismatischen Patrick Pineau, der auf sehr berührende Art den deutlich jüngeren ehemaligen Liebhaber Fridas spielt, der trotz der vielen seit der Trennung des ehemaligen Liebespaares vergangenen Jahre als einziger den Kontakt zu der zum Despotismus neigenden Frida hält, ein lohnenswertes Filmerlebnis für alle Fans von Jeanne Moreau und auch für alle anderen Freunde französischer Filme ist.
Jeanne Moreau glänzt dabei als vielschichtige Frau zwischen oft schon nahezu bösartigem Despotismus, Lebensüberdrüss und einer Flucht in ihre eigene schillernde Vergangenheit, in der sie sich nicht nur in der estnischen Gemeinde von Paris nicht nur Freunde gemacht hat.
Mit ihrem offenbar nie gelifteten, noch immer wunderbar ausdrucksvollen Gesicht berührt und überzeugt die Diva hier wieder einmal auf ganzer Linie und zeigt auf eine angenehm unverkrampfte Weise, daß selbst das Thema Erotik mit 80 Jahren nicht unbedingt völlig tabu sein muss - wunderbar!

Ihre Partnerin Laine Mägi, bei uns eher unbekannt, in ihrer estnischen Heimat jedoch ein gefeierter Theaterstar, steht ihrer berühmten Kollegin in puncto Ausdrucksfähigkeit dabei in nichts nach.
Schon in den ersten, noch in Estland spielenden Filmszenen sehen wir eine nur auf den ersten Blick etwas verhuscht wirkende Mittfünfzigerin, die jedoch mit einer unerwartet Stärke und Unerschrockenheit überrascht:
Bereits in der ersten Szene liest sie einen ihr körperlich deutlich überlegenen Betrunkenen von der Straße auf und bewahrt ihn so vor dem Zugriff der Polizei und auch nach ihrer Ankunft in Paris macht sie eine Wandlung durch, die sich nicht nur in ihrer zunehmend selbstbewussteren Haltung Frida gegenüber zeigt, sondern auch filmisch wunderbar subtil, aber dennoch unübersehbar umgesetzt wird:
Ihre Röcke werden kürzer, die Schuhe höher, die Hochsteckfrisuren schicker und schließlich erweckt Anne sogar das nicht nur berufliche Interesse Stéphanes, was der immer noch zur Eifersucht neigenden Frida natürlich nicht verborgen bleibt...

Inhaltlich wäre bei "Eine Dame in Paris" zweifellos "mehr" drin gewesen, zwar erwarte ich bei einem Kammerspiel keine "Action" und brauche auch nicht unbedingt hochdramatische Verwicklungen und Enthüllungen, aber hier blieb doch vieles sehr im Unklaren, worüber ich doch gerne mehr erfahren hätte.
So bleibt Fridas ehemalige Rolle innerhalb der estnischen Gemeinde im Paris der Nachkriegszeit, bevor sie sich dort durch ihren freizügigen Lebensstil unbeliebt machte, leider sehr im Dunkeln und auch die natürlich vorhersehbare Annäherung der beiden so unterschiedlichen Hauptprotagonistinnen kommt etwas abrupt daher;
hier wäre eine etwas langsamere und ausführlicher geschilderte Entwicklung oder eine deutlichere Initialzündung, die zum recht übergangslos erfolgenden Umschwung in der Beziehung der beiden Frauen führt, wünschenswert gewesen.

Ohne Jeanne Moreau und Laine Mägi wäre der Film daher wahrscheinlich nicht besonders einprägsam und selbt so könnte man ein wenig zwischen drei und vier Sternchen schwanken, aber aufgrund der wunderbaren Besetzung, einiger schöner Bilder des nächtlichen Paris bei Annes einsamen Spaziergängen durch die Stadt der Liebe und des Lichts und eines sparsamen, aber sorgfältig ausgewählten Soundtracks runde ich gerne auf vier Sternchen auf.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2013 2:29 AM MEST


Sherlock Holmes - Eine Studie in Angst: 1
Sherlock Holmes - Eine Studie in Angst: 1
von David Gray
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,97

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen überraschend gelungene Wiederauferstehung des berühmten Ermittlers aus der Baker Street, 18. April 2013
Nachdem Sherlock Holmes einige Zeit lang ein wenig in Vergessenheit geraten war und Arthur Conan Doyles Romane und Geschichten um den wahrscheinlich berühmtesten Detektiv der Welt nur von einigen Literaturklassiker-Liebhabern gelesen wurden, erleben der etwas exzentrische Analytiker Holmes und sein bodenständiger Freund Dr Watson seit einigen Jahren eine kleine Renaissance, wohl auch aufgrund einiger neuerer Filme um das legendäre Ermittlerduo.
Auf diesen Zug ist nun auch der Autor David Gray aufgesprungen und legt mit "Eine Studie in Angst" die erste von drei geplanten neuen Holmes-Geschichten vor.
Offen gestanden war ich gleich in zweierlei Hinsicht skeptisch;
erstens befürchtete ich, es könne sich um eine derart modernisierte und freihändige Adaption handeln, daß man Doyles Figuren gar nicht wiedererkennen würde und außerdem bin ich zumindest dann kein Fan der im Moment ja so weit verbreiteten Trilogien oder Serien, wenn die einzelnen Bände alleine praktisch unlesbar sind.
Dennoch konnte ich einem angebotenen Rezensionsexemplar aus Neugier nicht widerstehen - danke dafür! - und wurde sehr positiv überrascht.

Zunächst die für "Serien-Skeptiker" immer wichtige Information, das Buch erzählt eine komplett in sich abgeschlossene Geschichte und ist somit problemlos auch alleine lesbar.
Eingebettet wird die von Dr Watson aufgezeichnete Geschichte in eine kleine Rahmenhandlung, ein Stilmittel, welches man bereits aus einigen von Doyles Holmes-Geschichten kennt und wodurch man sich als "alter" Holmes-Fan sogleich heimisch in der Geschichte fühlt, zumal auch altvertraute Nebenfiguren wie Holmes' Bruder Mycroft und Inspektor Lestrade auftauchen.

Der eigentlich Kriminalfall erzählt die Geschichte von Sir Archibald Pennyworth, in dessen Haus die Mörderin zu spuken scheint, die früher auf dem Grundstück lebte.
Die Geschichte ist spannend, kurzweilig und trifft verblüffend genau den Ton und die Atmosphäre der alten Holmes-Geschichten, ohne daß der Stil dabei allzu bemüht wirkt - klasse!

Was mich ein wenig gestört hat und wo ich Verbesserungsbedarf sehe, ist die hartnäckig fehlerhafte Kommasetzung, die mich in meinem Lesefluss teilweise doch etwas gestört hat.

Dennoch war ich mehr als positiv überrascht von dieser Wiederbelebung des Ermittlers aus der Baker Street, gebe gerne eine Empfehlung ab und freue mich auf weitere Geschichten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 19, 2013 12:01 PM MEST


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