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Rezensionen verfasst von
Laruku

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Starters: Roman (Starters-Enders 1)
Starters: Roman (Starters-Enders 1)
von Lissa Price
  Gebundene Ausgabe

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verschenktes Potential, 19. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Callies Welt ist düster.
Nach einem Biokrieg sind alle Menschen zwischen 20 bis ca.70 ausgelöscht. Es gibt also nur noch sehr junge (Starters) und alte (Enders) Menschen. Durch moderne Medizin können die Menschen locker 150 -200 Jahre alt werden. Diese Generation ist auch die Führende, denn Enders können weiterhin arbeiten und ihre Berufe ausüben. Das Interesse an den Starters ist daher gering, insbesonders an denen, die kein Familienteil vorweisen können, welches in die Klasse der Enders gehört.
Callie ist in solch einer Situation. Sie ist gezwungen, mit ihrem siebenjährigen Bruder Taylor auf der Strasse zu leben und sich das nötige Essen aus Mülltonnen zu klauen, dabei ständig die Angst im Nacken, geschnappt zu werden und in einem der unzähligen Heimen untergebracht zu werden, wo die Zwangsarbeit auf sie wartet. Doch dann offenbart sich ihr eine Chance bei Prime Destinations unter Vertrag zu kommen. Sie muss dafür nur folgendes tun: Für drei Sitzungen schlüpft ein Ender in ihre Haut und übernimmt ihren Körper um wieder den Glanz der Jugend zu erleben. In der dritten Sitzung geschieht jedoch das unmögliche, Callie wacht frühzeitig in ihrem Körper auf, die Stimme der Ender in ihrem Kopf, die eigentlich noch in ihrem Körper sein soll. Und diese macht ihr mit angsterfüllter Stimme klar, dass sie auf keinen Fall zurück zu ihrem Arbeitgeber gehen darf, denn dort würde sie der sichere Tod erwarten.

Auf der Suche nach einer weiteren Dystopie bin ich unweigerlich auf dieses Buch gestoßen und war ganz gespannt auf die Welt, die ich mir wirklich grauenerregend vorgestellt habe. Aber hier fängt meine Kritik an diesem Buch auch schon an: Mal abgesehen von den ersten paar Seiten erlebt man kaum etwas von den grauenvollen Auswirkungen des Krieges. Man wird erst einmal in Callies Straßenleben eingeführt, welches von Hunger und Dreck geprägt ist. Man erfährt, wir schwer sie es hat zu überleben. Doch sobald sie in ihrem gemieteten Körper erwacht ist die Welt eine ganz andere. Die Enders, die man hier kennen lernt. sind alle reich und können mit ihrem Geld gerade so um sich werfen. Die Welt ist bunt und Callie stehen alle Türen offen. Die Probleme drehen sich ab diesem Punkt nur noch um Prime Destinations, nicht mehr um die Fehler dieser zukünftigen Welt. Sehr schade, denn irgendwie macht das doch den Charme einer Dystopie aus.
Traurig ist dabei, dass man soviel Potential vorgesetzt bekommt, das dann aber einfach nicht genutzt wird. Ich kann ja verstehen, dass Callie bei ihrem Leben auf der Straße nicht viel von der politischen Situation erfährt, dennoch kann ich über diverse Mängel nicht hinwegsehen. Man erfährt zum Beispiel, dass Amerika aus Angst vor der Krankheit komplett von dem Rest der Welt abgeschottet ist (Mexiko hat sogar eine Mauer entlang der ganzen Grenze aufgebaut). Wie aber schafft es dann Amerika, den Luxus der Enders aufrecht zu erhalten? Die heutige Welt lebt doch von Import und Export (und das ist auch im geliebten Amerika so). Dazu fällt kein Wort. Oder ein ganz entscheidender Punkt: In wenigen Sätzen kriegt man erzählt, dass der Impfstoff gegen die Sporenkrankheit, den wegen hoher Anfälligkeit erstmal Jung und Alt erhalten hat, Unfruchtbarkeit als Nebenwirkung hat. Davon scheinen alle Starters betroffen. Das war es dann aber auch schon wieder, was man darüber erfährt. Und dabei ist das doch wirklich eine Tatsache, die schreckliche Ausmaßen für die Menschheit bedeutet. Es wird zwar erwähnt, dass die Medizin es ermöglicht, dass die Enders immer älter werden können, aber dass man in Richtung der Fruchtbarkeit forscht wird nicht einmal bedacht. Ich kann mir bei weitem nicht vorstellen, dass soetwas existieren kann. Das Weiterleben der Menschheit ist auch heute schon ein wichtiger Punkt in unserer Gesellschaft, es entzieht sich meiner Vorstellung, dass man so eine Tatsache einfach fallen lassen kann. Man will doch sicher die Sterilität wieder aufheben, um die Existenz der Menschheit zu gewährleisten, anstatt sie nur einfach weiter leben zu lassen. Ich könnte hier leider unzählige solcher wunderbaren dystopischen Ideen aufzählen, die einfach mal erwähnt und dann nie wieder aufgegriffen werden - leider!

Der Schreibstil entspricht leider auch nicht meinem Geschmack. Es liest sich leicht, es gibt kurze Sätze und kaum Fremdwörter. Man entwickelt dabei aber das Gefühl, das Callie, die in der Ich-Perspektive die Geschichte erzählt, das Nivaeu einer Zwölfjährigen besitzt, ihre 16 Lebensjahre kauft man ihr kaum ab. Dabei hat sie 15 Jahre lang behütet gelebt und eine angemessene Erziehung genossen. Hätte sie sich nur auf der Straße aufgehalten könnte ich das ja verstehen, so finde ich das Ganze einfach abschreckend.
Lissa Price verschwendet kaum Worte, um die Umgebung zu beschreiben, meist pickt sie sich nur einzelne Gegenstände heraus, die kurz erklärt werden. Ich mag es ja, wenn man beim Lesen seine eigene Fantasie einbauen kann, aber selbst dafür erhält man zu wenig Anhaltspunkte. Soll man sich denn als Leser die Welt komplett selbst gestalten? Und leider beschränkt sich das nicht nur auf die Umgebung, auch die Erlebnisse werden nur ungenügend erzählt. So findet man beim ersten Date zwischen Callie und Blake folgenden Satz: 'Wir saßen lange in der Sonne, unterhielten uns und lernten uns besser kennen.' (S. 123), eingerahmt mit belanglosen Gesprächen. Was soll das denn? Ich möchte wissen, wie sie sich kennen lernen, annähern und was sie an ihm schätzt. Das reicht mir nicht aus um eine vernünftige Beziehung zwischen zwei Charakteren zu akzeptieren. Enttäuschend!
Begleitet wird das Ganze mit immer wieder auftretenden (wenn auch kleinen) Sinnfehlern. So wird zum Beispiel ein Handy ausgeschaltet, dann aber doch ein Anruf empfangen (innerhalb eines Absatzes!). Oder die Tatsache, dass Blakes Sonnenbrille als Barriere bezeichnet wird, sie dann aber den Ausdruck seiner Augen deuten kann - eine durchsichtige Sonnenbrille stellt meiner Meinung nach keine Distanz auf. Einzelne Fehler kann man verzeihen, wenn man sie aber stetig antrifft wird es dann doch etwas frustrierend.

Kommen wir noch zu den Charakteren...
Callie, die den Leser ja mit ihrer Ich-Erzählung am meisten über sich preis gibt, scheint mir ein emotionsloses Frack zu sein. Denn wenn sie eins kaum zeigt, dann sind das Gefühle. Sicher, sie liebt ihren Bruder, aber auch das deutet sich nur an, weil sie ständig an ihn denkt und ihn gerne in ihre Arme schließt, wenn sie ihn sieht. Nie werden irgendwelche Emotionen ausgesprochen, nicht einmal angedeutet. Sie wird geschlagen und berichtet nicht über Schmerz, sie wird verfolgt und berichtet nicht über Angst, es wird einfach nur erzählt, was sie tut und dass sie dann froh ist, wenn es vorbei ist. So habe ich keinen Draht zu ihr aufgebaut und habe mich regelrecht distanziert gefühlt. Vielleicht wäre die Beobachtungsperspektive die bessere Wahl gewesen, dann hätte ich das verzeihen können. So ist mir Callie sehr unsympathisch und wirkt innerlich tot.
Die Nebencharaktere wirken alle blass. Fängt damit an, dass es nur gut und böse gibt. Will heißen: Den Bösen sieht man immer an, dass sie böse sind, entweder direkt oder in ihren Gesichtszügen. Die Guten sind alle herzallerliebst, lassen sich gerne von Callie auf ihre Seite ziehen und lieben sie sowieso auf den ersten Blick. So bleibt bei jeder neuen Begegnug ein fader Geschmack im Mund zurück - unrealistisch. Leider ist auch Blake, der ja hier für etwas Romatik sorgen soll, sehr schwach. Mal wieder einer, der bedingungslos der Hauptdarstellerin verfällt. Dann gibt es Hoffnung, dass es doch nicht so ist und am Ende muss man dann feststellen, dass es doch genau so ist. Ich finde es wirklich enttäuschend, dass man immer wieder lernen muss, dass die Hauptdarstellerinnen sich einfach alle Macken leisten darf, der Liebende verzeiht sowieso alles. Das ist nicht Stoff eines guten Buches.

Zuletzt noch etwas positives: Die Story. Sie ist der Grund, warum ich hier noch 2 Sterne vergebe. Sieht man mal übder die etwas schnulzige Beziehung hinweg sind die Geschehnisse wirklich gut. Das Buch hat keine Durststrecke und etwa ab der Mitte nimmt die Geschichte dann richtig an Fahrt auf, der Spannungsbogen steigt und steigt und wird dann im Finale voll ausgebaut. Es gibt Überraschungsmomente, die nicht wirklich vorhersehbar waren und Erlebnisse, die mich verblüfft haben. Die Geschichte kann wirklich punkten und macht Lust auf mehr. Auch wenn der Cliffhanger leider etwas vorhersehbar ist und die Spannung auf das nächste Buch etwas drückt muss ich sagen, dass ich es mal ganz angenehm finde, das erste Buch einer Reihe (hier einer Dilogie) auch mal als abgeschlossen hinnehmen zu können.

Fazit:
Viel Potential, das ungenützt zwischen den Zeilen versickert! Und dennoch ein spannendes Buch, das man in einem Rutsch durchlesen muss. Leider ist die Geschichte nicht alles, daher nur 2 Sterne. Ich hoffe auf Besserung in Band Zwei!


Dark Queen: Schwarze Seele, schneeweißes Herz
Dark Queen: Schwarze Seele, schneeweißes Herz
von Kimberly Derting
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

3.0 von 5 Sternen Nicht wirklich ausgereifte, aber faszinierende Idee, 18. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ludania ist ein Land, welches in Klassen unterteilt ist. Diese Klassenunterschiede sind strikt und zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass man in jeder Klasse eine andere Sprache spricht. Die höheren sprechen dabei auch die Sprachen der unteren Klassen. Es gibt viele Regeln, die die Klassen strikt auseinander trennen und jeder Verstoß wird schnell mit dem Tode bestraft, da die Führung des Landes - die Königin - eine wirklich bösartige Seite hat.
Charlaina - kurz Charlie - darf laut ihrer Klasse nur zwei Sprachen sprechen. Nicht leicht, wenn man ihre Gabe besitzt. Sie hat das Talent, jede Sprache zu verstehen, ob gelernt oder nicht. Eine Tatsache, die schnell ihren Tod bedeuten kann, wenn das Wissen darüber in falsche Hände gerät. Als Charlie Max kennen lernt, ahnt sie nicht, dass er ihr Können schon fast durchschaut hat und ihr Leben aus den Fugen geraten wird. Denn eine Widerstandstruppe will die Königin stürzen und Charlie gerät mitten in diesen Kampf.

Langweilig wird einem beim Lesen in diesem Buch auf keinen Fall. Die Seiten sind gut gefüllt mit Aktionen, die Geschehnisse reihen sich nahtlos aneinander und die Story wirkt dabei nicht überfüllt. Die Geschehnisse sind nachvollziehbar, ebenso wie die Entscheidungen, die Charlie trifft. Kombiniert mit dem angenehmen Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt, scheint man das Buch schon als perfekt beschreiben zu können. Leider hakt es aber doch an einigen Ecken.

Die Welt ist für meinen Geschmack nicht wirklich ausgereift. So soll es sich in dem Buch um eine Dystopie handeln und einige Erzählungen lassen auch das Gefühl erscheinen, als spiele das Ganze auf der Erde. So wird erzählt, dass die Namen Neugeborener gerne aus alten Städtenamen gewählt werden (so heißt Charlies beste Freundin Brooklyn und ein anderes Mädchen Sydney). Jedoch gibt es nichts greifbares, was sonst noch auf unsere Welt hindeutet. So wird nicht erklärt, weshalb alle Länder durch Königinnen regiert werden und es dabei Pflicht ist, eine Frau zu sein. Wie hat sich solch eine Entwicklung zugetragen? Und wieso sollen die Länder dann auch alle fremde Namen haben? Das bedeutet letztendlich, dass unsere Welt und die Politik komplett zusammengebrochen sein muss - eine Tatsache, die nie erwähnt wird. Ein weiterer Aspekt ist, dass - wenn auch bedingt - Magie existiert. Das wäre ja irgendwie denkbar, aber erklärt wird es einfach nicht. Man wird in diese Welt hineingeworfen, was ich gut akzeptieren könnte, wenn es nicht auf der unsrigen basieren soll. Dafür ist der Mangel an Erklärungen einfach zu gross.
Dann das Klassensystem. Gut, Klassen sind denkbar, keine Frage. Aber wie haben sich die Sprachen entwickelt? Hat man die Leute in Abendkurse gesetzt und ihnen erklärt, was für Sprachen sie ab jetzt sprechen sollen? Das ist in der Entstehung einfach sehr fraglich und undenkbar. Und ich kann auch nur schwer die Tatsache akzeptieren, dass Sprachen solch eine Barriere schaffen können. Auch wenn man sie nicht von Kindesbeinen an lernt kann man durchaus auch durch Zuhören andere Sprachen erlernen. Oder eben heimlich. Nicht alle Menschen lassen sich einfach unterdrücken und es gibt immer welche, die versuchen zu rebellieren, in dieser Hinsicht wird jedoch nichts erzählt.

Die Geschichte wird aus Charlies Sicht erzählt, sodass man automatisch mit ihrer Art zu Denken verschmilzt. Sie war mir dabei wirklich sympathisch, zeitweise vielleicht etwas zu trotzig und vor allem naiv. Dennoch habe ich ihr ihre Entscheidungen gut abgekauft und fand ihre Entschlüsse nachvollziehbar. Etwas seltsam fande ich jedoch, dass Charlie zwar das aktuelle System der Königin nicht schätzt, man aber nie den Eindruck hatte, dass sie etwas dagegen unternehmen möchte. Sie nimmt es hin und arrangiert sich damit. Dann nimmt das Ganze eine persönliche Note (mehr kann ich hier nicht verraten, ohne zu spoilern) und auf einmal will sie alles ändern. Das hat mich etwas stutzig gemacht, man hat nämlich immer noch nicht das Gefühl, dass sie wirklich etwas ändern will, sie tut es nur, um das Leid anderer zu verhindern. Somit wird das Ganze dann doch etwas unbefiedigend.
In einzelnen Abschnitten wird die Geschichte (nur für ein paar Seiten) aus Sicht der Königin oder Max geschieben. An und für sich ein guter Einfall, um mehr Eindrücke zu gewinnen. Leider wird dieses Potential verschenkt, denn in diesen kurzen Einblicken erfährt man viel übder Dinge, die Charlie noch nicht weiß, im Laufe der Geschichte aber herausfindet. Die Überraschungsmomente gehen daher leider vollkommen unter, da man zuvor schon ahnt, was passiert. Schade!

Auch hier muss mal wieder eine süße Liebesbeziehung herhalten. Charlie trifft auf Max, er verfällt ihr, sie lässt sich ansteckend und außerdem ist er ja soooo attraktiv. Das habe ich schon hundert Mal gelesen und leider bietet dieses Buch keinen frischen Wind. Das Liebesgeflecht scheint mir nicht wirklich echt, basiert auf Oberflächlichkeiten und macht mir Max einfach unsympathisch. Mag ein Problem meinerseits sein, aber ich finde es nicht erstrebenswert, wenn ein Mann vergisst, was er wertschätzt, nur um ein Mädchen zu beeindrucken und zu beschützen.

Letztlich noch zur Königin. Sie ist böse. Einfach böse. Wirklich böse!
Warum ich das so oft betone? Weil es das Buch auch tut. Die Königin muss mies sein, denn man soll sie ja stürzen, also ist sie es eben: böse. Diesen Stempel bekam sie so deutlich aufgedrückt, dass mich ihre Art schon amüsiert hat. Gut, sie droht bei jedem Regelverstoß mit Tod, aber ihre Form der Unterdrückung kommt sonst nicht rüber. Die Bürger scheinen recht frei leben zu können, solange sie immer ihren Pass bei sich tragen und nur in ihrer Sprache sprechen. Was ist mit politischer Unterdrückung? Steuern? Schließlich ist doch Geld das beste Druckmittel schlechthin. Aber das ist ja alles egal - warum? Sie ist ja so BÖSE!

Fazit:
Wenn man darüber hinwegsieht, dass die Geschichte keine solide Basis hat und die Story zeitweise etwas zu stereotypisch ist, kann man hier wirklich Lesespaß haben. Ein gutes Buch für zwischendurch.


Kyria & Reb, Band 01: Bis ans Ende der Welt
Kyria & Reb, Band 01: Bis ans Ende der Welt
von Andrea Schacht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Story okay, Umsetzung mangelhaft, 4. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'Der Verstand weiß viel, Mademoiselle, aber das Herz, das einmal verwundet wurde, braucht lange, um zu akzeptieren, dass man es nicht mit Absicht gemacht hat.' (S. 185)

Ich weiß, meine Meinung scheint sich sehr von allen anderen zu unterscheiden, dennoch oder gerade deswegen will ich sie hier äußern.
Das Buch wird von Kyria in der Ich - Perspektive erzählt und das führt mich zu meinem ersten Kritikpunkt: Auch wenn man alles aus ihrer Sicht erfährt kann ich nicht viel über Kyria sagen, da man nicht viel über sie erfährt. Sie ist ein unreifes Mädchen, dem man nicht abkauft, dass es gerade 18 geworden ist. Sie verhällt sich wie eine kleine Göre. Zwar ist sie in ihrem Leben nur mit Samthandschuhen angefasst worden und was Arbeit heißt weiß sie sicher nicht, aber diese emotionale Unreife finde ich einfach lachhaft. Sie ist aufbrausend und zickig, verhält sich regelmäßig nicht nachvollziehbar - einfach unsympathisch. Ich habe trotz 381 Seiten keine Verbindung zu ihr aufgebaut. Und dann muss man noch bei jedem kleinsten Wehwehchen ihre Todesangst erstragen, wobei man beim Lesen sofort versteht, dass ihr auftretender Schwindel oder ihre Wadenschmerzen einfach gar nichts mit dem Sterben zu tun haben.
Auch die Nebencharaktere sind nicht sonderlich interessant. Nicht einer von ihnen hat mich neugierig gemacht und meinen Wissensdurst entfacht. Sie waren identisch, langweilig und allesamt freundlich zu einer verwöhnten Göre, warum auch immer. Und Reb war - oh Wunder - charakterlich komplett identisch mit Kyria. Zickig, kindisch und absolut unsympathisch. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass die Charaktere ausgebaut sind oder wirklich durchdacht, was ich doch von einer guten Geschichte erwarte.

Die Liebesgeschichte ist nichts Neues - zwei Charaktere prallen aufeinander, können sich nicht leiden und entwickeln dann doch mit der Zeit Gefühle füreinander. Soweit so gut, ich habe tolle Geschichten mit dieser Grundlage gelesen. Aber das muss man dann eben auch gut umsetzen. Doch hier scheint die Umsetzung daraus zu bestehen, dass Kyria und Reb sich gegenseitig necken - und das nicht einmal amüsant - und dann stellt man eben mal fest, dass man das auf einmal zu schätzen lernt. Es ist vorhersehbar und gähnend langweilig.

Die Story ist ganz in Ordnung. Aber die Spannung lässt wirklich zu wünschen übrig. Erst einmal dauert es wirklich, bis das Buch einen neugierig macht (bis ca. S.150 muss man durchhalten und bis dahin hatte ich mehrfach überlegt, das Buch aus der Hand zu legen) und dann wird mögliches Potential leider nicht ausgeschöpft. Kurz vor dem Ende, wo dann mal etwas Spannung aufkommen könnte, wird das Ganze so langwierig ausdiskutiert, bis es einmal zur Sache kam, dass ich dann einfach froh war, dass es vorbei war. Viele Informationen erhält Kyria durch Zufälle, es ist ja auch wirklich praktisch, immer auf Leute zu stoßen, die bereitwillig alles erzählen, was sie wissen und dann auch noch bereitwillig Informationen suchen, ohne einen eigenen Nutzen aus dem Ganzen zu tragen. Das stellt mich einfach nicht zufrieden, ist zu offensichtlich und zu leicht. Kyria muss einfach nichts machen, um Informationen zu erhalten, auf ihrer Reise erfährt sie es ja sowieso durch glückliche Begegnungen...
Ein riesen Kritikpunkt gibt es auch für die Welt, in der Kyria lebt. Nicht, dass sie nicht interessant ist, man erfährt einfach nur kaum etwas darüber. Kyria beschreibt kaum etwas von den Dingen, die sie kennt oder sieht und neu kennen lernt. Ich konnte mir oft die Umgebung kaum vorstellen. Und dann wurde einfach zuwenig über das politische System erklärt. Kyria lebt angeblich in einem Überwachungsstaat. Das Einzige, was daran erinnert, ist ein ID, den jeder am Körper tragen muss und auf dem alle wichtigen Daten der Person gespeichert sind und der Alarm gibt, wenn er keine Temperatur oder Pulsfrequenz mehr abgibt. Erst später erfährt man dann auch noch beiläufig, wie die Überwachung auch durch Kameras etc. stattfindet, was am Anfang nicht wirklich erwähnt wird. Das ist meiner Meinung nach für einen Überwachungsstaat wirklich zu wenig.

Und zuletzt der Schreibstil... Man kann dam Geschriebenen gut folgen, die Sätze sind leicht und flüssig. Was mich aber wirklich von Anfang bis Ende gestört hat ist die Form der Gespräche. Meistens bestehen sie darin, dass nur immer einzelne Sätze ausgetauscht werden, einfach aneinander gereiht. Wenn dann noch jemand drittes ins Spiel kam fiel es schwer zu folgen, weil teilweise nicht einmal gesagt wurde, wer gerade spricht, man musste es dann aus dem Inhalt erahnen. Ich weiß gar nicht, wie ichs wirklich beschreiben soll, daher hier mal ein Beispiel aus einem Gespräch zwischen Kyria und Reb:
"Streck dein Bein aus, Princess!"
"Kann ich nicht."
"Gott, das alte Lied schon wieder. Ausstrecken!"
Ich schniefte.
"Heulsuse."
Es war mir egal.
"Jämmerliche Elitezicke!"
"Ich sterbe!"
"Quatsch. Jetzt streck dein Bein aus."
(...)
(S.80)
Mir fehlt Emotion dabei, eine Beschreibung der Bewegungen oder sogar der Schmerzen. Es kommt einfach langweilig rüber, beim Leser kommt dabei einfach keine Stimmung auf.

Fazit:
Meiner Meinung nach leider nicht lesenswert. Weder die Geschichte, der Schreibstil noch die Charaktere haben mich überzeugt. Und es ist das erste Mal bei einem Buch, das ich absolut nicht an der Fortsetzung interessiert bin.


Die Bestimmung: Band 1
Die Bestimmung: Band 1
von Veronica Roth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich bin freiwillig fraktionslos, 31. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Bestimmung: Band 1 (Gebundene Ausgabe)
"Die Menschen können nicht auf Dauer gut sein, über kurz oder lang befällt uns wieder das Böse und vergiftet unsere Herzen." (S. 432)

In Beatrice' Welt ist alles anders. Anstatt von Rassen- oder Religionstrennung gibt es hier fünf Fraktionen: Altruan, die Selbstlosen; Candor, die Freimütigen; Ken, die Wissenden; Amite, die Friedfertigen und Ferox, die Furchtlosen. Die Menschen in den jeweiligen Fraktionen leben in allen Bereichen nach den Prinzipien ihrer Gemeinschaft. Im Alter von 16 Jahren darf jeder selbst entscheiden, welcher Fraktion er angehören möchte. In einem Eignungstest soll getestet werden, welcher Lebensform man entspricht, die Entscheidung darf man dann jedoch selsbt treffen. Bei Beatrice ist das Ergebnis jedoch nicht eindeutig, sie ist eine Unbestimmte. Soll heißen, dass der Test bei ihr nicht funktioniert. Ein Geheimnis, dass Beatrice für sich behalten muss, sonst könnte sie eine der Fraktionslosen werden, eine Randgruppe der Gesellschaft ohne sozialen Status. Obwohl sie sich dann für die Ferox entscheidet muss sie feststellen, dass sie die Tatsache, eine Unbestimmte zu sein, mehr in Gefahr bringt als sie ahnt und sie dieses Geheimnis nur schwer für sich behalten kann. Und dann fängt das heile System der Fraktionen an, zu zerbrechen und Beatrice befindet sich mitten in diesem Umbruch...

Ich habe lange überlegt, ob ich mir dieses Buch kaufen soll, denn ich hatte meine Zweifel an der Inhaltbeschreibung. Ich konnte mir solch eine Welt nur schwer vorstellen. Und auch wenn ich das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen habe, musste ich es mit dem Gedanken schließen, dass sich meine Zweifel nicht wirklich gelegt haben. Zugegeben, ich war wie gebannt von diesem Buch, habe Seite um Seite umgeblättert und es nur genötigter Weise aus der Hand gelegt. Innerhalb der Geschichte kommt nicht einmal Langeweile auf, die Geschehnisse reihen sich nahtlos andeinander und übertrumpfen sich stetig. Aber die Grundsätze werden nur so geringfügig erklärt, dass ich mich wirklich schwer damit abfinden kann. Die 5 Fraktionen, sind alle von ihrer Einstellung geprägt und üben diese in allen Lebensbereichen aus. So sagt ein Candor immer die Wahrheit und ein Altruan lebt dafür, anderen zu helfen. Aber ist das wirklich möglich? Und wie hat sich solch eine Gesellschaftsform entwickelt? Die Entstehung wird nur ganz kurz abgewickelt, aber genau erklärt wird es nicht. Und dabei ist das doch das Spannendste an der Sache! Ich verstehe, dass, wenn man in solch einer Gesellschaftform aufwächst, man voll darin integriert ist, aber die Entwicklung kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Die 5 Fraktionen sind so stark voneinander abgegrenzt und unterstützen doch alle die Gesellschaft, wie hat man früher durchgesetzt, dass sich die Leute einfach so für eine Richtung entschieden haben? Und wenn, was ist so dramatisches passiert, dass die Menschen bereit waren, sich so gewaltig einem Gedankengang angeschlossen haben? Fragen über Fragen, auf denen man als Leser einfach sitzen bleibt und dabei finde ich es wirklich wichtig, die Grundidee einer neuen Gesellschaft zu verstehen.

Auch die Aussage des Buches finde ich sehr fragwürdig, weiß nicht einmal, ob eine Aussage dahinter stehen soll. Beatrice ist in der Pubertät und das kommt auch ganz gut heraus, sie hat sich noch nicht gefunden und ist in vielerlei Hinsicht einfach nur hin und her gerissen. Aber sobald sie bei den Ferox landet löst sie sämtliche Probleme mit Aggression. Da wird geprügelt und gehasst, als gäbe es keine andere Freizeitbeschäftigung. Ich kann verstehen, dass bei den mutigen Ferox kein großes Gejammer um irgendwelche Wehwehchen gemacht wird und das man sich auch mal beweisen muss, aber diesen Hass und die Gewalt kann ich einfach als Aussage eines Buches nicht akzeptieren (oder ist es nicht einfach törricht, eine Selbstmord als Tapferkeit zu titulieren???).

Wie schon erwähnt, die Story ist ansonsten wirklich gut, es gibt einen Spannungsbogen, der am Ende vom Buch seinen Höhepunkt erreicht, allerdings dann so rassand verläuft, dass einem fast schon schwindlig wird. Das Ende hätte wirklich ein paar Seiten mehr verdient, da ist soviel passiert, das kaum ausreichend beschrieben wurde. Man fragt sich als Leser wirklich, ob die Seitenzahl begrenzt war oder der Abgabetermin immer näher gerückt ist.
Der Schreibstil ist wirklich flüssig und sehr leicht. Große Wortakrobatik sollte man allerdings nicht erwarten, dafür sind die Sätze und die Schilderungen zu kurz.

Wirklich gut hat mir die Entwicklung zwischen Beatrice und Four gefallen und wie sanft sich das Geflecht der Liebe zwischen den Beiden ausbreitet. Man nimmt es nicht übel, dass das Ganze etwas vorhersehbar ist, die Gefühle sind so gut beschrieben, dass man selbst mitfiebert und eine Schwärmerei für Four entwickelt.

Fazit:
Ein spannendes Buch, das den Leser wirklich fesseln kann. Man sollte jedoch keinen Tiefgang oder eine wirklich solide Geschichte erwarten, in dieser Hinsicht kann das Buch einfach nur enttäuchen. Und dennoch, sollte mich einmal wieder Langeweile überkommen, werde ich gerne nach Teil 2 greifen und mich von einer angenehmen Geschichte überraschen lassen.


Das neue Buch Genesis
Das neue Buch Genesis
von Bernard Beckett
  Broschiert
Preis: EUR 5,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 'Ich bin der Denker, der über das Denken nachdenkt', 20. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das neue Buch Genesis (Broschiert)
'In deinen Augen scheint Denken eine besondere Substanz zu erfordern. Aber versuch es mal von meinem Standpunkt aus zu sehen. Ich sehe viele Wesen mit Gehirnen. Einen Wurm, eine Fruchtfliege oder eine Hummel. Denken sie oder sind sie nur Maschinen?' (S. 122)

Ein Staat, abgeschottet von dem Rest der Menschheit, die sich durch Biowaffen quasi ausgerottet hat. Anaximander (kurz Anax) lebt in diesem Staat und steht vor einer fünfstundigen Prüfung, die über ihre Zukunkt entscheiden soll. Ihr Thema: Das Leben und die Zeit von Adam Forde, einen Menschen, der eine revolutionäre Rolle innerhalb des Staates eingenommen hatte. Ein wichtiger Teil seines Lebens bestand aus Gefangenschaft, wobei er sich seine Zelle mit Art, einer Maschine mit künstlicher Intelligenz, teilen muss. Deren Gespräche über den Unterschied zwischen ihnen und den Sinn des Lebens nehmen bei bei Anax Vortrag eine große Rolle ein.
Mehr beschreiben kann man das Ganze nicht, ohne zuviel vorweg zu nehmen.

Dieses Buch ist wirklich anders. Schon alleine der Schreibstil ist ungewöhnlich. Man erfährt fasst nichts über Anaximander und ihr Leben. Es findet fast immer nur ein Wortwechsel zwischen Anaximander und ihren Prüfern statt, gelegentlich von Anaximanders Gedanken zu dem Ganzen unterbrochen. Somit erscheinen die Charaktere ziemlich blass. Seltsamerweise hatte ich kein bisschen Probleme damit und kam sofort in diese Art des Geschichteerzählens rein. Zumal Anax Leben nicht den Hauptteil des Buches einnimmt, viel prägender und ausführlicher ist das Leben von Adam und dessen Gefangenschaft beschrieben.
Und genau in dieser Gefangenschaft finden die genialen Gespräche zwischen Mensch und Maschine statt, die einen bedingungslos an das Buch fesseln. Dabei ist der Schreibstil so flüssig, dass man sogar bei diesen ernsten Gesprächen nicht hängen bleibt, nur, wenn man das Gelesene noch einmal revuepassieren will, um es besser zu verstehen. Denn dieses Buch ist kein Roman, der sich mal locker lesen lässt, er ist tiefgehend und lässt einen über entscheidende Fragen der heutigen Zeit nachdenken. Ist unser Leben noch sicher? Wie könnte sich das Leben entwickeln? Welche Rolle nehmen Maschinen in unserem Leben ein? Ich könnte unzählige solcher Fragen aufstellen, über die man bei dem Buch nachdenken könnte.
Das Ende ist der Wahnsinn! Auch wenn ich mit einem Teil davon gerechnet habe hat mich die Entwicklung so sehr geschockt, dass ich nach Schließen des Buches erst einmal meine Gedanken sortieren musste. Nur um dann zu begreifen, dass dadurch nur unzählige weitere Fragen aufgeworfen wurden, deren Antwort man wohl nur im Laufe der Zukunft entdecken wird.
Mein Plan für die nächste Zeit: Bei passender Gelegenheit erneute vier Stunden finden, bei denen ich das Buch mit einem neuen Blickwinkel erneut lesen werde. Und ich bin sicher, dass es nicht weniger an Faszination verliert, eher erneut zum Nachdenken über ganz andere Dinge anregen wird.

Fazit:
Ist eine vom Menschen erschaffene Maschine in der Lage, besser als der Mensch zu sein? Wer die Antwort wissen will sollte dieses Buch lesen und sich von der Antwort schockieren lassen. Lesen lohnt sich!


Delirium (Amor-Trilogie, Band 1)
Delirium (Amor-Trilogie, Band 1)
von Lauren Oliver
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Amor deliria nervosa - ich bin wohl resistent..., 19. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
'Liebe, die gefährlichste aller Krankheiten. Sie endet auf jeden Fall tödlich, ob man sie hat oder nicht.
Aber das stimmt nicht ganz.
Der Verdammende und der Verdammte. Der Henker; die Klinge; die Begnadigung in letzter Minute; der keuchende Atem und der gewölbte Himmel über einem und danke, danke, danke, lieber Gott.
Liebe: Sie bringt dich um, aber sie rettet dich auch.' (S. 369)

Als ich von diesem Buch gelesen habe, dachte ich erst einmal 'WOW'! Das ist eine Idee mit einem so großen Potential und ich habe mich wirklich gefreut, als ich das Buch dann in meinen Händen hielt. Und dann wurde ich 409 Seiten einfach nur enttäuscht. Meiner Meinung nach wurde nur ein Bruchteil der Möglichkeiten ausgeschöpft.

Es fängt damit an, dass ich mich gefragt habe, wie Menschen ohne die Fähigkeit zu Lieben wohl sein werden. Da gibt es soviele interessante Möglichkeiten. Leider wurde ich maßlos enttäuscht. Die einzige Beschreibung, die sich stetig durch das Buch gezogen hat, war die, dass die geheilten Menschen starr und ausdruckslos sind. Ich war so sehr entsetzt, dass ich das Buch beinahe aus der Hand gelegt habe. Infolge dessen sind alle erwachsenen Charaktere nicht gut gestaltet, einer mit dem anderen vergleichbar. Vielleicht war das Sinn der Sache, aber ich denke, dass man auch ohne Liebe Charakterzüge entwickeln kann. Davon war nichts zu spüren.
Aber auf die Charaktergestaltung war sowieso nicht viel wert gelegt. So musste ich zum Beispiel mehrfach überlegen, wenn die Rede von irgendwelchen Familienangehörigen war, wer das nun ist, weil ich mit dem Namen niemanden in Verbindung bringen konnte, auch wenn er schon mehrfach erwähnt wurde. Man hat überhaupt keine Bindung zu den Nebencharakteren. Ganz abgesehen davon, dass sie sich nicht einmal treu geblieben sind.
Lena und Alex sind ganz angenehm gestaltet, allerdings erlebt man bei ihnen nichts neues. Ihre Charaktere gehen nicht in die Tiefe, ich habe immer das Gefühl einer Oberflächlichkeit, selbst bei Lena, wobei sie aus der Ich-Perspektive erzählt und man mit ihrem Innersten vertraut sein müssten. Sie waren Stereotypen, haben mich nie mit ihrem Handlungen überrascht und stechen einfach nicht hervor. Das fördert vielleicht das Verständnis für die Person, ist aber eindeutig ein Minuspunkt für die Spannung.

Die Story ist relativ platt. Viel ist vorhersehbar und es kommt quasi keine Spannung auf. Wobei ich glaube, dass das auch mit dem Schreibstil zusammenhängt. Dieser ist einfach nur langatmig. Mehrfach habe ich mich ertappt, wie ich bei Lenas langweiligen Beschreibungen der Umgebung und ihrer Gefühle die Worte zwar gelesen habe, aber in Gedanken ganz wo anders war oder ich ganze Abschnitte einfach übersprungen habe. Ein kurzer Wortwechsel zieht sich endlos über die Seiten, weil zwischen jedem Satz irgendwelche Dinge oder Emotionen beschrieben werden mussten, die sich auf Dauer auch einfach nur wiederholt haben. Ich hab beinah schon die Augen verdreht, wenn wieder einmal geschrieben wurde, dass man lieber aufgrund der Liebe stirbt, als sie nicht zu empfinden. Gähn! Sogar am Ende, wo dann wirklich einmal Spannung aufkommt, schafft es die Autorin , mit ihren Aussschweifungen das Mitfiebern sofort im Keim zu ersticken.

Wirklich gut gemacht fand ich den Übergang von Lena von einer gesteuerten Marionette zu einer Liebenden. Da hat sich der ausschweifende Erzählungsstil doch etwas bewährt, denn man kann gut nachvollziehen, was und welche Beweggründe sie dazu veranlassen, sich nicht mehr auf ihre Heilung zu freuen, sondern die Liebe und die Freiheit zu wählen. Allerdings gab es auch hier stetige Wiederholungen, als wollte die Autorin das Ganze klar deutlich machen, dabei sind ihr aber scheinbar die Ideen ausgegangen, also packt die stetig ein und das selbe in unterschiedliche Verpackungen, wovon man sich aber einfach nicht täuschen lassen kann.

Meine Erwartungen wurden wirklich nicht erfüllt, ich glaube aber, dass genau darin das Problem liegt. Mit nüchternen Augen betrachtet, war das Buch ein ganz angenehmes Leseereignis, das einen zwar nicht fesselt, aber doch irgendwie nicht sinnlos war. Ich denke, dass ich mit meiner Haltung mir viel zerstört habe und nicht unbedingt offen für ihre Vorstellung des Ganzen war. Dennoch kann ich meine Enttäuschung nicht einfach schlucken.

Fazit:
Wer ohne große Erwartung an das Buch herangeht und einfach nur ein bisschen Lesevergnügen haben will wird von dem Buch sicher nicht enttäuscht. Wirklichen Tiefgang und Storyhighlights sollte man jedoch nicht erwarten.


Dark Canopy
Dark Canopy
von Jennifer Benkau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend!, 13. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dark Canopy (Gebundene Ausgabe)
"Man denkt, man würde die Unzufriedenheit ertränken, doch man verändert nur die Sicht darauf. Irgendwann wird man blind." (S. 356)

Die genmanipulierten Waffen, welche die Menschen im dritten Weltkrieg benutzt haben - die Percents -, haben sich aus ihrer Unterdrückung befreit und unterjochen nun ihrerseits die Menschen. Die forche Joy gehört einem Rebellenclan an, der sich dieser Art zu Leben nicht anpassen will, dem es jedoch an Mitteln fehlt, wirklich etwas ausrichten zu können. Als sie dann in Gefangenschaft gerät und einem Percent namens Neél in die Hände fällt, scheint dies das Ende ihrer Existenz zu bedeuten. Doch dann muss sie feststellen, dass der Feind kein emotionsloser Körper ist, sondern durchaus Gefühle hat. Und nicht nur das, auch unter den Percents scheint es Widerstand gegen das Regime zu geben. Ein Widerstand, der weitaus mehr zu tun bereit ist, um die Politik zu verändern, als es die Menschen je waren. Welche Seite ist nun die Richtige? Will Joy Sicherheit oder die Freiheit? Und dann kommen da noch die Gefühle auf, die sie für den wortkargen Neél gegen alle Vernunft entwickelt.

Von der ersten Seite an begreift man in diesem Buch, dass die Welt dunkel und grausam geworden ist. Und das liegt nicht nur daran, dass eine Maschine namens Dark Canopy die Sonne verdunkelt, da die Percents eben diese nicht vertragen. Jennifer Benkau schreckt nicht davor zurück, die Trostlosigkeit dieser Welt genaustens zu beschreiben. Die Menschen sind verbittert, leben in Unterdrückung und Angst und müssen stets fürchten, dass ihr Handeln unangenehme Konsequenzen hat. Aber auch die Percents stehen dem ganzen mit ihrem Hass auf die Menschen in nichts nach, denn immerhin waren die es, die sie vor Jahren als Kriegsmaschinen missbraucht haben. Und so sind die Fronten verhärtet. Von vielen Grausamkeiten erfährt man nur am Rande, denn Joy lebt trotz ihrer Gefangenschaft doch recht behütet, aber eben dieses Zufällige ist es, was das Ganze noch ausgeprägter macht. Man lässt seine eigene Fantasie spielen, welche durchaus Grenzen überschreitet. Aber auch, wenn Joy von Neél recht gut behandelt wird, so erfährt auch sie durchaus Gewalt, wenn auch in Form eines Trainings. Und auch hier wird nicht davor zurückgeschreckt, Verletzungen zu verniedlichen oder nur anzudeuten. Die Dinge werden klar und deutlich beschrieben, was einem gar nicht erst die Möglichkeit gibt, diese Welt ein wenig heller zu gestalten. Auch hat es mich begeistert, wie die Autorin die Realität in klaren Worten bezeichnet, so wird bei einer Leiche über die Ausscheidung gesprochen oder nach einem Bohnengericht über die blähende Wirkung dieser Mahlezeit geschrieben. Ich persönlich schätze das sehr. So werden keine harten Szenen verweichlicht oder verschönert und manchmal muss man schmunzeln, denn manche Dinge kennt jeder, aber sprechen tut man doch eigentlich nicht wirklich darüber.
Joy passt brilliant in diese Welt. Ihr Charakter ist forsch und abgebrüht, Kraftwörter sind ihr ebenso vertraut wie das Messer in ihrer Hand. Und dennoch war sie mir von Anfang an sympatisch, denn ihre Art passt so wunderbar in diese Welt. Und wie wäre man wohl selbst, wenn man in einer Welt voller Armut und Hass aufwachsen würde. Dennoch merkt man, wie sie im Laufe des Buches eine Wandlung durchmacht. Sie wird entspannter, man hat gegen Ende fast das Gefühl, sie fühlt sich in der Welt der Percents wohler, als sie es je in iherer eigenen getan hat.
Neél ist eigentlich fast schon Joys Gegenpart. Er ist gezwungen, eine harte Schale aufzuweisen, innerlich ist er dann jedoch sehr gefühlsvoll, was man als Leser Stück für Stück begreift und ihn mit Joy zu lieben lernt. Diese Wandlung finde ich unheimlich gut gemacht, man bekommt sie erst gar nicht mit und muss dann plötzlich feststellen, dass man die Seiten gewechselt hat. So war ich erst auf der Seite der Menschen, die so schändlich unterdrückt werden und habe überrascht am Ende des Buches feststellen müssen, dass ich eben diese überhaupt nicht mehr verstehen kann und ihr Hass solch extreme Maße annimmt, dass ich es nur noch als abstoßend empfand. Ich meine, auch die Percents sind keine Engel, aber irgendwann einfach sympatischer geworden. Wie Jennifer Benkau das gemacht hat ist mir selbst nicht ganz so schlüssig.

Der Schreibstil ist berauschend, man kann teilweise einfach nicht mehr aufhören. Mal leicht und locker und dann, ganz plötzlich, kommt wieder etwas, das einen stocken, zurückblicken und die Passage noch einmal lesen lässt. Nicht, weil man es nicht begriffen hätte, sondern weil es mit so wunderbar gewählten Worten beschrieben ist, dass es einem unter die Haut geht. Selbst im Mittelteil des Buches, bei dem nicht wirklich viel geschieht, kann man es nicht aus der Hand legen, die Worte locken immer weiter, sodass auf einmal der Schlaf doch viel kürzer werden muss, wie man ursprünglich geplant hat, weil man jede Müdigkeit verliert. Denn obwohl diese Welt so dunkel ist entfacht sie im Leser ein Licht und eine Freude, die nur eine wirklich gute Geschichte auslösen kann.

Fazit:
Ich danke für diese unglaublich beeindruckende Dystopie - die Beste, die ich bisher gelesen habe - und kann es nicht erwarten, bis ich im zweiten Teil versinken darf!


Cassia & Ky - Die Flucht: Band 2
Cassia & Ky - Die Flucht: Band 2
von Ally Condie
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 'Cassia & Ky - Die Wanderung', 4. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
, das hätte der richtige Titel des Buches sein sollen. Es mangelt zu jeder Zeit an Spannung und das Gefühl einer Flucht kommt meiner Meinung nach nur in wenigen Szenen auf. Den größten Teil des Buches laufen sie einfach nur durch die Gegend und hängen ihren Gedanken nach. Dabei haben mich so viele Punkte gestört, dass ich diese hier unmöglich alle aufzählen kann. Aber einige sind durchaus erwähnungwert:

Der erste Schock hat mich direkt auf der ersten Seite getroffen: In diesem Buch wird die Geschichte nicht nur aus Cassias Sicht beschrieben, sondern auch aus der von Ky. Dabei wird jedes Kapitel geswitcht, eins Cassia, eins Ky, eins Cassia, ... Auch wenn das die Geschichte erweitert finde ich es einfach schrecklich und macht das Ganze zu einem ganz anderen Buch. Die 3 Bücher sollen schließlich eine Geschichte erzählen, wieso macht es Sinn, erst mittendrin auch aus anderen Perspektiven zu berichten?! Es hat mich geärgert, wobei ich Kys Ansichten meistens nicht einmal nachvollziehen konnte. Ich kann dem Ganzen nur einen Grund zuschreiben: Ohne Kys Sicht der Dinge wäre das Buch nur halb so dick und das wäre mit Sicherheit nicht gewollt, allerdings ist Quantität eben nicht immer Qualität.

Der Schreibstil war wieder sehr flüssig und das Lesen ist wirklich leicht , allerdings gab es auch hier viele Dinge, die mir nicht gefallen bezüglich der Story. Die Liebe zwischen Cassia und Ky wirkt nicht greifbar und (obwohl aus beiden Perspektiven beschrieben) sehr unreal. Mir kam es manchmal so vor, als sollen die beiden sich jetzt eben lieben und das muss man dann dem Leser auch mal aufs Auge drücken. Es ist zu viel, zu kitschig, zu bedingungslos. Im Laufe des Buches gibt es einen Knick in dem Vertrauen der Beiden und dennoch sehen sie einfach darüber hinweg, stellen nur fest, dass das Leben nie ohne Einschnitte verläuft (in ca. 20 Seiten). Wenn das realitätsnah sein soll, dann weiß ich auch nicht. Das ganze Buch vermittelt mir nicht das Gefühl, dass diese Liebe großen Bestand hat, wenn die Verliebtheit irgendwann mal nachlässt, auch wenn Cassia dafür ihr Leben verändert hat.
Ich hatte auch immer wieder das Gefühl, dass die Autorin das Buch irgendwie schnell runter schreiben wollte, mir fehlt das Gefühl für die Geschichte und die Emotionen. So finde ich fast alle neuen Charaktere lieblos gestaltet, durchschaubar und unsympathisch. Ich wollte teilweise nicht einmal mehr über sie erfahren. Und ich finde es furchtbar, dass außer Ky eigentlich niemand aus dem ersten Buch mehr vorkommt. Natürlich gibt es die Story nicht her, aber die Charaktere aus dem 1. Buch waren wenigstens durchdacht und liebevoll gestaltet.
Spätestens ab der Mitte des Buches ist mir dann noch eine Sache aufgefallen, welche sich kontinuierlich durchgezogen hat: Auf ca. 400 Seiten wandern die Charaktere durch den Canyon, Cassia klettert (zum Teil ungesichert) viermal von einer Schlucht zur anderen (wobei ich nicht weiß, wie realistisch das nun wirklich ist) und nicht ein einziges Mal beschwert sich auch nur einer über irgendwelche Schmerzen oder Wunden. Es werden zwar mal wunde Hände bemerkt, aber nie bejammert. Zumindest Cassia ist körperliche Anstrengung kaum gewöhnt, kennt ja eigentlich nur das Laufband. Und dann rennt sie zu Beginn gleich mal 40 Kilometer Non Stop und schleppt sich einfach weiter, ohne auch nur einmal wirklich über Erschöpfungssymptome zu beklagen? Das ist genau, was ich meine, man hat das Gefühl von Lieblosigkeit dem Geschriebenen gegenüber.

Und dann die Spannung... ich weiß nicht, wo sie in dem Buch aufgetaucht ist. Nicht mal gegen Ende, es wurde nicht im Ansatz ein Spannungsbogen geschaffen. Das enttäuscht beim Lesen und nimmt einem wirklich die Freude. Woran liegts? ich glaube, zum Teil daran, dass nicht wirklich viel geschieht. Es wird gelaufen, geklettert, zurück gelaufen, wieder geklettert... Und zwischendurch passieren dann mal kleine Dinge, die aber wirklich nicht großartig mitreißend sind. Natürlich läuft alles, was passiert auf einen Aufstand hinaus, aber es ist so lustlos zusammengeflochten, dass ich manchmal kurz davor war, das Buch aus der Hand zulegen.

Warum es dann doch noch 2 Sterne geworden sind?
Ich habe mich eigentlich nie gelangweilt, war eher genervt und etwas verärgert. Der Schreibstil ist so locker, dass man das 'Nichts-Geschehen' erst später bemerkt. Und die Geschichte weißt nun doch darauf hin, dass im 3. Buch einiges geschehen wird, irgendwann muss es ja mal richtig los gehen und spannend werden. Ich werde es kaufen und hoffe auf Besserung!


Ashes - Brennendes Herz
Ashes - Brennendes Herz
von Ilsa J. Bick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Unerwartet, aber WOW!!!, 25. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ashes - Brennendes Herz (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt! Dennoch benötigt man vermutlich ein gewisses Maß an Flexibilität, um sich auf dieses Buch einzulassen, denn der Klappentext verrät nicht im Ansatz etwas von dem eigentlichen Inhalt des Buches! In der Inhaltsangabe wird man auf eine dystopische Liebesgeschichte eingestimmt, was mich ehrlich gesagt einige Zeit hat zögern lassen, dieses Buch zu kaufen, eine weitere simple Liebesgeschichte wollte ich mir eigentlich nicht kaufen. Also bin ich auch mit einigem Zögern an das Buch herangegangen.

Und dann das! Die Liebesgeschichte läuft meiner Meinung nach eher im Hintergrund, begründet mehr Alex Handeln, als dass es die Handlung ausmacht. Der eigentliche Fokus liegt doch auf der Veränderung der Welt, dem Überlebenskampf zwischen durchgekallten Zombie-Kannibalen und den anderen Menschen, die auf jedes Hab und Gut aus sind, um selbst überleben zu können. Es war dieser Teil der Story, der mich gefesselt und dafür gesorgt hat, dass ich Seite um Seite verschlungen habe. Dabei sollte man aber wirklich erwähnen, dass einige Szenen in dem Buch so ausführlich beschrieben sind, dass sich einem wirklich der Magen umdreht. Ich habe mehrfach schlucken müssen, was ich bisher noch nicht wirklich bei Büchern erlebt habe. Der Ekelfaktor ist wirklich hoch!

Der Schreibstil ist flüssig, man wandert förmlich von einem Satz zum anderen. Ich habe nicht einmal innehalten müssen, weil ich nicht begriffen habe, was beschrieben oder erklärt werden sollte. Man kann sich gut in die jeweilige Situation hienein versetzen. Allerdings hatte ich ein Problem, das mehrmals aufgetaucht ist: Es wird mehrfach in dem Buch in die Zukunft gesprungen, das heißt, mehrere Tage werden übergangen. Das gehört sicherlich dazu, wenn man eine Reise erzählt und den Lesestoff flüssig halten will, wenn es zu außführlich wird könnte es schnell langweilig werden. Aber hier wurde mehrfach innerhalb von spannenden Szenen gesprungen! Das heißt, das Geschehene, worauf man gespannt gewartet hat, wurde nur kurz Revue passiert und somit nur kurz zusammengefasst. Es waren meiner Meinung nach entscheidende Situationen, die auch auf die spätere Handlung ausgestrahlt haben, besonders, was Alex' Emotionen angeht. Und genau diese konnte ich ihr mehrfach nicht abnehmen, beziehungsweise fand sie nicht nachvollziehbar, eben aus dem Grund, dass man die entsprechenden Erlebnissse nicht 'miterlebt' hat. Ich fand es somit schwer, mich wirklich in sie hinein zu versetzen und fand ihre Handlungen teilweise sehr störrich.
Ansonsten sind die Charaktere recht gut ausgebaut. Von Alex erfährt man am meisten und durch ihre Vergangenheit fand ich ihr Handeln und Denken meistens nachvollziehbar. Sie entwickelt sich sehr schnell, wozu sie die äußeren Umstände treiben. Die Nebencharaktere bleiben sich auch stets treu. Die meisten von ihnen sind etwas geheimnisvoll und geben nicht alles von sich preis, was ich gut finde, um die Story spannend zu halten. Dennoch fand ich einige nervig, am Anfang habe ich mich wirklich gefragt, ob es ihr Ernst ist, ein 8-jähriges Kind an Alex Seite zu stellen. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Ein Kind in dem Alter ist schließlich unberrechenbar, was auch gut umgesetzt wurde. Die Entwicklung der Liebe zwischen Tom und Alex läuft recht nebensächlich ab. Es wird in die Story eingebaut, sodass zu keinem Zeitpunkt das Gefühl der Langeweile aufkommt, weil stets genug passiert und es schien fast so, als wär die Liebe eher eine beiläufige Erzählung, um die Story etwas aufzulockern, beziehungsweise, wie ich bereits oben erklärt habe, um Alex Handeln zu begründen.

Das Ende ist wirklich hart, man mag kaum glauben, dass an solch einer Stelle einfach Schluss ist. Man bleibt mit offenem Mund sitzen und geht alle Möglichkeiten durch, was nun alles sein könnte und weshalb alles durchgeführt wird. Die Wendungen in diesem Buch sind sowieso immer spannend und oft nicht erwartet, was ich persönlich sehr schätze.

Fazit:
Wer das Buch nicht mit den Erwartungen einer romantischen Liebesgeschichte in die Hand nimmt wird sicher nicht enttäuscht! Man frisst die Worte förmlich auf und folgt der spannenden Story wie ein Durstender auf der Hoffnung nach Wasser! Trotzdem sollte eine gewisse Ekelresistenz vorhanden sein, dann wird das Buch mit Sicherheit nicht aus den Händen gelegt werden.


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