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Rezensionen verfasst von
FlyingPumpkin

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Bang! Deluxe Digi ed.
Bang! Deluxe Digi ed.
Preis: EUR 15,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwimmen nun leider wirklich im gesunden Mittelmaß, 10. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Bang! Deluxe Digi ed. (Audio CD)
Es tut mir weh, dass schreiben zu müssen. Aber es ist die Wahrheit. Gotthard, die bisherigen Aushängeschilder für melodischen Hard Rock made in Switzerland, sind in
die Belanglosigkeit aberutscht. Was sich auf "Firebirth" schon ankündigte, setzt sich leider auf "Bang" komplett fort. Dachte ich nach der ersten Single "Feel What I Feel"
noch, coole lockere Radio-Nummer die frischer, unangespannter und besser daher kommt als alles auf "Firebirth", folgt mit dem Album leider eine große Enttäuschung.

Etwas was Gotthard immer ausgemacht hat, waren die tollen Melodien. Natürlich ging die Härte der ersten 3 Alben über die jahre verloren und das ist nicht der entscheidene Punkt.
Statt knackigem Hard Rock und der zwischenzeitigen Schnulzenphase, gab es ab Lipservice richtig coolen Melodic Rock mit tollen Ohrwurmmelodien. Mittlerweile kriegen wir hier
einen kompromiss aus allen 3 Schaffensphasen, der sich irgendwie zwischen alle Stühle setzt. Für richtigen Hard Rock sind die Riffs zu sehr mit Keyboard-Orgel Sounds verwässert.
Für tollen Melodic-Rock sind die Melodien zu schwachbrüstig. Stellvertretendes Beispiel dafür, möchte ich den Titelsong "Bang" nennen. Zu wenig Drive und ein Chorus der sich kaum
von den Strophen abhebt. Man wartet immer auf die Killermelodie oder die Explosion, es passiert aber nichts. Auch "Thank You" ist weitesgehend einfach unspektakulär und das ist für längere Nummern leider der Tod. Lediglich hier und da spürt man das alte Feuer noch.

Lichtblicke sind das schon genannte "Feel What I Feel" und zumindest Streckenweise "Get Up N Move". Ansonsten plätschert alles vor sich hin, genau so wie auf "Firebirth" auch schon.
An der Produktion und der technischen Umsetzung gibt es freilich nichts zu meckern. Auch Nic Maeder singt hervorragend und kann zumindest Gesangstechnisch, die große Lücke
die Steve Lee (R.I.P) hinterlassen hat, weitesgehend füllen. Leider versagen die Jungs kompositorisch, zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung, komplett. Und hier merkt man
einfach das Steve nicht nur ein Weltklasse Sänger war, sondern auch ein wichtiger Songwriter. Stimmlich mag er durch Nic sicher akkzeptabel ersetzt worden sein, songwriterisch
ist die Lücke aber einfach zu groß.

Bleibt nur zu sagen, wem "Firebirth" gefallen hat, dem wird womöglich auch "Bang" gefallen. Mit Alben wie "G.", "Lipservice", "Domino Effect" und auch "Need To Believe" kann
es meiner Ansicht nach überhaupt nicht mithalten. Von daher gibt es von mir lediglich 2 Sterne, einen für die Darbietung und einen für "Feel What I Feel" und "Get Up N Move".
Vielleicht schaffen sie es, mich wieder auf dem nächsten Album für sich zu gewinnen.


Siren Charms
Siren Charms
Preis: EUR 11,97

17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Radiotauglich? Welcher Sender? Bitte unbedingt mal die Frequenz da lassen, den will ich auch hören!, 6. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Siren Charms (Audio CD)
Yeah, In Flames sind zurück. Nach den schon wirklich geilen Scheiben "Sounds Of A Playground Fading" und "A Sense Of Purpose" legen die Schweden nun mit "Siren Charms" nach. Deswegen, alle sogennannten "Die-Hard-Songs-müssen-immer-gleich-klingen-Fans" gehen besser AC/DC hören, denn das hier gebotene hat logischerweise wieder einmal nichts mit Alben wie "Whoracle" oder "The Jester Race" zu tun.

Das Album wird von dem granatenstarken "In Plain View" eröffnet und man fühlt sich sofort heimisch, denn man hört einfach sofort an den typischen Trademark Riffs und Leads welche Band hier am Werk ist. Der Refrain bombt alles weg und bleibt sofort in den Ohrmuscheln. Einleitend gibt es einige elektronische Synthie-Spielereien, die man so auch schon von "Sounds Of A Playgroun Fading" kennt. Diese werden aber auf "Siren Charms" öfter verwendet als noch auf dem Vorgänger aber keine Angst. Das sind nur kleine Kreativ-Tüpfelchen um die Songs zu garnieren. Elektro spielen In Flames nach wie vor nicht.

Weiter geht es mit "Everthing's Gone". Wieder etwas einleitendes Synthie-Geklirre und ein typisches In Flames Riff. Hier gibt es die ersten Doublebass Salven. Was hier ebenfalls auffällt, wie auch schon beim ersten Song: Anders Friden singt überwiegend clean und das tut er, im Rahmen seiner Möglichkeiten, absolut überzeugend. Auch hier wieder ein ohrenschmeichelnder Chorus.

Neben diesen Songs zählen "Paralyzed", "Siren Charms", "Rusted Nail", "Monsters In The Ballroom" und "Filtered Truth" zu den härteren Stücken, die typische In Flames Kost der letzten beiden Alben darstellen. Liebhaber von "SoAPF" und "ASOP" dürften diese Nummern sofort in ihr Herz schließen.

Interessant wird es bei dem Song "When The World Explodes". Nach einer brachialen Abrissbirnen Strophe, gibt es einen sehr melodischen Chorus der gemeinsam von Anders Friden und Emilia Feldt vorgetragen wird. Weibliche Unterstützung ist bei In Flames nicht so neu, auch auf Come Clarity gab es das schon im Song "Dead End". Nur ist im Gegensatz dazu, hier der Refrain sehr ruhig und atmosphärisch. Dieser Kontrast ist es, der die Nummer abhebt und interessant macht. Gegen Ende darf Emilia nochmal paar opernhafte Vocals einfließen lassen. Tolle und ungewohnte Nummer, die auf alle Fälle ordentlich Abwechslung in das Album bringt.

"Through Oblivion", "With Eyes Wide Open" und "Dead Eyes" haben einen sehr poppigen Anstrich und kommen oft bei anderen Reviews oder Rezensionen nicht besonders gut weg. Für mich unverständlich, da die Songs tolle Kompositionen darstellen und das Album zwischendurch etwas auflockern. Mir gefällt sowas gut aber ich liebe ja auch tolle Melodien und abwechslungsreiche Alben. Knüppel-Fanatiker mit Scheuklappen können hiermit sicher nichts anfangen.

Die Produktion gehört wieder zur absoluten Spitze moderner Produktionen, wie auf den letzten Alben bereits auch. Da gibt es ordentlich Bums und trotzdem fällt diese sehr differenziert aus. Man hört alles klar und deutlich.

Noch ein kleines Statement bezüglich der oft kritisierten radiotauglichkeit. Das ist Blödsinn. Wo ist dieses Album bitte radiotauglich? Haben die jenigen die sowas behaupten schon einmal in ihrem Leben einen deutschen Radiosender angehört? Nichtmal die drei poppigeren Songs würden auf normalen 0815 Sendern laufen. Höchstens auf Rock-Antenne und das wars. Also lasst euch von so einem Mist nicht abschrecken, denn vom Härtegrad der heftigeren Songs, bewegt sich das Album auf dem Niveau der beiden Vorgänger.

Auch "Siren Charms" ist wieder mal ein absolut tolles Album geworden, dass locker das Niveau der Vorgängers halten kann, hier und da aber noch durch etwas mehr Abwechslung glänzen kann. Abschließend bleibt zu sagen, dass jeder der die Alben ab Clayman sehr gerne mochte zumindest mal ein Ohr riskieren sollte. Fans, denen die beiden Vorgänger bereits gut gefallen haben, können hier blind zugreifen. Meiner Meinung nach gibt es sowieso keine Band wie In Flames, die sich zwar stetig weiter entwickelt und ihrem Sound neue Facetten hinzufügt aber trotzdem immer ihre Trademarks behält. Diese typischen Riffs, Melodieführungen und Leads ziehen sich durch jedes Album seit Clayman. Man hat nie einen Zweifel daran, welche Band hier am Werk ist. Mich haben die Schweden jedenfalls noch nie enttäuscht und auch diesmal hat sich nichts daran geändert. 5 Stars. In Flames We Trust!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 25, 2014 2:39 PM MEST


The Last of Us Remastered - [PlayStation 4]
The Last of Us Remastered - [PlayStation 4]
Preis: EUR 48,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ehemalige XBOX-Spieler wie ich, freuen sich!, 28. August 2014
Remasterte Spiele sind für mich in der Regel uninteressant. Vor allem, wenn sich diese technisch kaum vom Original unterscheiden und noch dazu Multi-Plattform Titel waren.
Im Falle von The Last Of Us bin ich allerdings heilfroh das dieses Spiel nochmal neu für die PS4 aufgelegt wurde. Dadurch das ich zuvor XBOX 360 Besitzer war, kam ich leider
nie in den Genuss von Sonys tollen Exclusive Titeln. Nachdem ich das Spiel nun auf dem normalen Schwierigkeitsgrad beendet habe, möchte ich gerne meine Gedanken dazu teilen.
Ich werde hier natürlich nicht auf detailierte grafische Vergleiche zwischen der PS3 und PS4 Fassung eingehen, da ich leider keine Vergleichsmöglichkeit zur PS3 Version habe.

Story:
Hier nur im Groben zusammengefasst um mögliche Spoiler zu vermeiden.
Nüchtern betrachtet mag die nackte Story von TLOU sicherlich keine Innovationspreise verdienen. Das Setting bietet ein Endzeit-Szenario wo die Menschen durch
Pilzsporen in eine Art Zombies verwandelt werden. Diese Infizierten widerum, sind ansteckend und verwandeln gesunde Menschen durch Bisse ebenfalls in solche Biester. Gabs ja
schon gefühlte 1000 mal. Aber durch die emotionale Komponente der zwei Hauptcharaktere Joel und Ellie bekommt die Story den nötigen Kick, die das ganze zu etwas
Besonderem macht. Joel ist Anfangs ein grummeliger und von Schicksalschlägen gezeichneter Schmuggler, der kaum noch etwas hat, dass ihm Freude bereitet.
Ellie dagegen ist ein kleines, aufgeschlossenes und fröhliches aber auch freches Mädchen, dass dem rauen Joel mit der Zeit ans Herz wächst und sich eine Art Vater, Tochter Beziehung entwickelt.
Die beiden durchleben gemeinsam allerlei Probleme und Grausamkeiten in dieser bedrückenden Welt. Daneben gibt es auch haufenweise, spannende
Nebencharaktere. Die Story wird in kinoreif inszenierten und toll vertonten Zwischensequenzen erzählt. Die Gesichtsmimiken wirken so lebendig und Ausdrucksstark wie in bisher keinem anderem Videospiel zuvor.
In den letzten Jahren gab es jedenfalls kein Videospiel, dass mich allein durch die Story in so vielen Momenten emotional berührt hatte wie bei The Last Of Us. Einzig das Ende finde ich etwas Gewöhnungsbedürftig, weil
es so, naja, sagen wir mal ganz anders ausfällt als man sich erhofft hatte. Aber man muss hier einfach auch den Mut von Naughty Dog loben, die damit mal etwas anderes ausprobiert haben. Jedenfalls hat mich
das Ende noch eine ganze Weile beschäftigt.

Gameplay:
Das Gameplay besteht hauptsächlich aus Stealth-Elementen. Klar wird auch geballert, dies aber wirklich nur aus der Deckung heraus und mit Bedacht. Die Munition ist
knapp bemessen und viele Fehlschüsse sollte man sich also nicht erlauben. Wenn man die Welt allerdings fleißig erkundet, sich anbietende Gegner per Stealth-Angriff ausschaltet, steht
man auch in brenzligen Situationen nie ohne Munition da. Das ganze spielt sich ziemlich taktisch. Joel kann sich auch komplett auf Geräusche der Gegner fokussieren und weiß dadurch wo welcher Gegner steht.
Doofes rumbolzen ist nicht, eine Anzahl von 3-5 Gegnern stellt schon eine Herausforderung dar. Viele Schüsse verträgt der Hauptcharakter nicht, wer ungeduldig wird und rushen will ist tot.
Dadurch kommt das ganze einem auch etwas glaubwürdiger vor, da man nicht hunderte von Gegnern pro Level niedermäht wie in anderen Storylastigen Spielen. Jeder Gegner stellt eine Bedrohung dar. Mir haben die Kämpfe jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und erzeugen
durch den Taktik-Anteil eine sehr hohe Spannung. Was ebenfalls zur taktischen Spielweise beiträgt, ist das Inventar. Wenn man das Inventar aufruft um sich Rauch-bomben, Messer oder Medi-Kits zu basteln, läuft
das Spiel weiter und pausiert nicht. Man ist in dem Moment Hilflos ausgeliefert, da man sich nicht wehren kann. Das gleiche gilt auch für die Heilung durch Medi-Packs. Das dauert alles einen Moment und man sollte immer drauf achten solche Dinge in ruhigen Momenten zu machen.
Ansonsten wechselt sich das Spieldesign immer zwischen Kämpfen und Levelerkundung ab. Letzteres ist wirklich wichtig, weil sonst verpasst man wertvolle Gegenstände u.a. Teile um die Waffen zu verbessern oder um o.g. Messer, Bomben und Medi-Kits herzustellen.
Dazu gesellen sich eine Art Kapseln, durch die man Charakterwerte verbessern kann u.a. die Gesundheitsleiste erhöhen. Leider wirkt das Charakter Up-Grade system etwas aufgesetzt, denn außer der Reichweite für wahrnehmbare Geräusche und der Erhöhung der Gesundheitsleiste, bringt das ganze nicht viel.
Das Upgraden der Waffen durch Bauteile rentiert sich allerdings schon mehr. Man kann z.b. Magazin-Kapazitäten erhöhen, Nachladegeschwindigkeiten verbessern oder sich eine zweite Halterung für Kurz- und Langwaffen herstellen. Dadurch ist man auch immer motiviert die Levels zu durchforschen. Auch wenn TLOU in erster Linie ein Endzeit-Drama ist, gibt es ab und an gruselige Abschnitte in denen man hofft, jetzt bloß nicht von einem Clicker angesprungen zu werden. Diese Gegnersorte ist sehr fies, da man sofort tot ist sobald er einen in seinen Klauen hat. Durch das wirklich großzügige Checkpoint-System (auf dem Schwierigkeitsgrad "Normal" zumindest) bleibt das ganze aber fair und artet nicht in Frustmomente aus. Großartige Rätsel gibt es nicht. Genauer gesagt bestehen diese nur aus dem Verschieben von Containern oder Versetzen von Brettern um höher gelegte Stellen zu erreichen. Da Ellie nicht schwimmen kann, muss man diese auch immer mithilfe von einer Palette übers Wasser bringen. Insgesamt ist das Gameplay wirklich gelungen und passt perfekt zum Spiel.

Leveldesign:
Dadurch das, dass Spiel sehr storylastig ist, fallen die Levels natürlich auch sehr schlauchig aus, wie z.b. auch etwa bei Alan Wake oder Max Payne 3. Diese sind aber wirklich sehr liebevoll, glaubwürdig und extrem detailiert gestaltet. Dazu sind diese
extrem abwechslungsreich. Gerade wenn man sich denkt, okay, jetzt langsam wäre es toll aus diesem Gebäude rauszukommen, ist man draußen in der Stadt oder im Wald. Man ist sehr gespannt, was einem die Entwickler als nächstes präsentieren.

Grafik:
Obwohl das Spiel aus der Last Gen stammt, ist die Grafik bildhübsch. Teilweise sogar technisch beeindruckend. Es sieht einfach gigantisch aus, wenn man durch ein Waldgebiet spaziert und die Sonne durch die Baumkronen scheint oder man
durch ein von Pflanzen zugewachsenes Stadtgebiet streift. Einzig die Texturen wirken hier und da mal nicht ganz so scharf und auch die Nässeeffekte können nicht so beeindrucken wie aktuelle PS4 Games ala Infamous Second Son oder Watch Dogs. Aber wie gesagt, im Grunde ist es ja ein Last Gen Spiel und dafür ist es verdammt hübsch. Dazu kommt die Auflösung von 1080p und die konstante Bildrate von 60 FPS welche für einen butterweichen Ablauf sorgt. Man kann auch eine 30 FPS Sperre einstellen, der Sinn dahinter hat sich mir aber noch nicht erschlossen. Einzig vereinzelte Clippingfehler trüben das Gesamtbild ein wenig, dies ist jedoch zu verschmerzen da diese selten vorkommen. Die Gesichtsmimiken und Charakterbewegungen gehören aber nach wie vor zur Oberliga.

Sound:
Der Soundtrack ist gigantisch und passt hervorragend zum Spiel. Jede Szene wir passend untermalt und durch den Soundtrack erst perfektioniert. Auch die Geräuschkulisse weiß vollends zu überzeugen. Dadurch wirkt das Spiel, besonders wenn
man dunklere Korridore und Gänge erforscht total bedrohlich. Die deutschen Sprecher sind ebenfalls sehr gut besetzt und machen einen tollen job.

Besonderheiten gegenüber der PS3 Version:
Wie gesagt, kann ich zu detailierten grafischen Änderungen gegenüber der PS3 Fassung nichts sagen, außer das dass Spiel nun in 60 FPS und 1080p läuft.
Zusätzlich gibt es noch einen Fotomodus, mit dem man Screenshots schießen kann. Ich habe den einmal ausprobiert aber mehr als ein "Nice To Have" ist das nicht.
Da ist der ebenfalls enthaltene DLC Left Behind, natürlich schon deutlich interessanter

DLC Left Behind:
Wer das Hauptspiel mochte, wird auch Left Behind mögen. Hier steuert man Ellie durch ein verlassenes Einkaufszentrum. Die Story spielt zwischen zwei Kapiteln aus dem Hauptspiel und ist hier quasi als Ergänzung gedacht. Während man mit Ellie durch das Kaufhaus streift um etwas für Joel zu besorgen, erinnert sie sich in Rückblicken an ihre Freundin Riley, mit der sie damals ebenfalls durch so ein ähnliches Kaufhaus spazierte und allerlei entdeckte. Die Beziehung zwischen Riley und Ellie wird in diesem DLC ebenfalls sehr emotional erzählt wie beim Hauptspiel zwischen Ellie und Joel. Da ich von der Story nichts spoilern möchte, kann ich da leider nicht näher drauf eingehen. Auf alle Fälle lernt man Ellie nochmal etwas besser kennen und kann ihr Gemüt besser nachvollziehen. Leider endet der DLC etwas abrupt und man hätte den Schluss etwas ausführlicher zeigen können. Naja, jedenfalls müsst ihr euch mit Ellie durch das Kaufhaus gegen Infizierte und Banditen ballern und schleichen. Die einzigen Waffen die euch zur Verfügung stehen sind ein Bogen, eine Pistole und ein Messer. Nach maximal 2-3 Stunden ist das ganze aber schon vorbei. Der DLC ist zwar kurz, aber wirklich schön gemacht und qualitativ bewegt sich dieser auf dem Niveau des Hauptspiels.

Fazit:
The Last Of Us zählt sicherlich zu den wichtigsten Titeln der letzten Jahre. Eine so emotionale und gleichzeitig spannende Geschichte hat man in einem Videospiel selten zuvor erlebt und allein deswegen gehört der Titel zur absoluten Speerspitze. Das Gameplay ist total spannend, so schön ist man seit Splinter Cell Chaos Theory nicht mehr geschlichen. Einzig die Charakterupgrades würde ich bei einem potentiellen Nachfolger etwas anders designen oder auch ganz weg lassen, da diese nicht essentiell fürs Gameplay sind.
Deswegen empfehle ich allen, die eine PS4 haben und The Last Of Us noch nicht ihr Eigen nennen, holt euch das Spiel. Vorrausgesetzt, ihr lasst euch gerne von einer tollen Geschichte und Inszenierung durch ein Spiel führen und erwartet nicht nur einen geradlinigen Third Person Shooter. Auch sollten Leute, die Probleme mit Gewalt haben einen Bogen um The Last Of Us machen. Das Game ist sehr brutal und nachvollziehbarer Weise erst ab 18 Jahren freigegeben. Ob die 60 FPS, die 1080p, die leicht aufgebohrte Grafik, Left Behind und der Fotomodus soviel Wert sind, sich das Spiel nochmal für 50,- € zu besorgen, der bereits die PS3 Version im Regal hat, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich würde es wohl nicht aber zum Glück stand ich vor dieser Entscheidung nicht :)
Jetzt fehlt nur noch eine Uncharted Remastered Collection, gell Naughty Dog ;)


Aftershock-Tour Edition
Aftershock-Tour Edition
Preis: EUR 17,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Neulinge ein tolles Paket, treue Fans schauen in die Röhre!, 12. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Aftershock-Tour Edition (Audio CD)
Da ist es! Mein erstes Motörhead Album. Bisher kannte ich von der Band rund um Mr. Kilmister und Co. gar nichts außer „Ace Of Spades“. Ansonsten hatte ich mich mit der Band nie näher beschäftigt. Ein fataler Fehler! Natürlich war mir Lemmy Kilmister ein Begriff, an dem kommt man ja wirklich kaum vorbei wenn man sich mit härteren Musikrichtungen beschäftigt. Aufgrund der „Aftershock – Tour Edition“ Veröffentlichung griff ich gleich zu und bestellte diese, zusammen mit der „Best Of“ um mir mal einen groben Überblick über das bisherige Werk von Motörhead zu verschaffen.

Und ich kann nur sagen, besser spät als nie. Hier wird rotziger Rock N‘ Roll mit Punk- und Metaleinflüssen zelebriert. Auf die Songs werde ich jetzt nicht näher eingehen, dass wurde schon zu Genüge in den Rezensionen zum regulären Album getan. Nur kurz zusammengefasst: Hier bekommt man alles was man von Motörhead auch erwartet. Qualitativ fallen die Titel gegenüber älteren Songs und Klassikern nicht ab, zumindest meiner Meinung nach. Jahrelange Die-Hard Fans mögen das vielleicht anders sehen. Die Scheibe ist auch recht abwechslungsreich geraten, von schnellen Songs wie „End Of Time“ über Up-Tempo Nummern ala „Heartbreaker“ und „Coup De Grace“ bis hin zu balladesken und bluesigen Ausflügen wie „Dust And Glass“ sowie „Lost Woman Blues“ ist alles aus dem Motörhead Reportaire vertreten. Es gibt keine Lückenfüller, alle Songs bewegen sich auf einem hohen Niveau. Auch Lemmys Stimme hört man seine gesundheitlichen Probleme, die er zu Zeiten der Aufnahme noch hatte, nicht an. Auch die Produktion ist absolut gelungen, alles drückt und hat einen saftigen aber doch dreckigen Sound.

Das besondere an der Tour-Edition, neben dem schönen goldenen Digi-Pack, ist die Bonus-Disc mit einer Art, Live „Best Of“ der vergangenen Tour. Für Neulinge wie mich ist das natürlich absolut empfehlenswert, für Fans die eh schon alles im Schrank stehen haben, eher uninteressant da fast alle Stücke schon mal in irgendeiner Form als Live-Dokumente festgehalten wurden. Einzig „Lost Woman Blues“ bietet da einen Kaufanreiz. Aber ob man da jetzt noch mal zugreifen muss, wenn man das reguläre Album schon im Schrank stehen hat, naja, ich würde es nicht. Die Live-Aufnahmen sind alle wirklich toll gelungen, außer „Ace Of Spades“ was viel zu langsam dargeboten wird. Auch ist man sich teilweise nicht ganz sicher ob Lemmy immer ganz auf der Höhe seines eigentlichen „gesanglichen“ Könnens agiert. Aber wie bereits erwähnt, könnten da natürlich die gesundheitlichen Aspekte eine große Rolle spielen.

Zusammenfassend kann man sagen: Für Neulinge wie mich eine feine Sache. Für Fans die schon andere Platten der Jungs besitzen, Aftershock aber noch nicht ihr Eigen nennen dürfen, sollten lieber zur Standardversion greifen die es hier schon für nen lockeren 5er gibt. Ich bin rundum zufrieden mit meiner „Tour-Edition“, allerdings sollte man so eine Veröffentlichungspolitik der Labels kritisch beäugen. Treue Die-Hard Anhänger die am ersten Tag in den Laden rennen oder online bestellen um ihre Bands zu unterstützen, fühlen sich natürlich durch eine erweiterte Edition, die ein gutes halbes Jahr später auf den Markt geschmissen wird, auf gut deutsch verarscht. Ansonsten natürlich 5 Stars.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2014 11:46 PM MEST


Light Of Dawn (Deluxe Edition - 13 Tracks)
Light Of Dawn (Deluxe Edition - 13 Tracks)
Preis: EUR 16,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UUUUNIIIISOOOOOOONIIIIIIC!!!!!, 2. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der eher mittelmäßige, selbstbetitelte Vorgänger enttäuschte damals meine, zugegebenermaßen, astronomischen Erwartungen an die Platte. Das war aber nicht meine Schuld, denn wenn man die besten und härtesten Songs auf der EP verbrät und diese dann noch durch eine Live-Version von „I Want Out“ komplettiert, dann weckt man einfach falsche Erwartungen. Ich wollte keinen Keepers-Klon, ich wollte eine gute Melodic- Rock/Metal Scheibe und bekam stattdessen ein Album mit 3-4 guten Nummern und viel Belanglosigkeit.

Als Unisonic mit „Light Of Dawn“ den Nachfolger ankündigten, betrachtete ich das auch alles erstmal nüchterner. Erst die EP „For The Kingdom“ schraubte meine Erwartungen in astronomische Höhen. Ersterer war wieder einmal ein überzeugender und flinkerer Song, wie seinerzeit „Unisonic“. „You’ve Come Undone“ war ein Up-Tempo Song erster Güte mit einem superben Chorus. Klang alles schon mal vielversprechend aber wenn wir eins aus der Vergangenheit gelernt haben, sollte man sich auf sowas nicht verlassen.
Donnerstag, 31.07.2014 war es dann soweit. „Light Of Dawn“ lag in meinem Briefkasten und rotiert seitdem im Player. Egal ob im Auto, aufm Smartphone oder in der Arbeit, das heißt: „ich habe schon x Durchläufe hinter mir.“ Nun traue ich mich ein abschließendes Urteil abzugeben.

Die Scheibe „keepert“ mal ordentlich los mit dem orchestralen Intro „Venite 2.0“ welches nahtlos in „Time Has Come“ überleitet. Cooles Drumfill, geile Twinguitar-Leads und ab geht die Post. Dieser schnelle Up-Tempo Kracher erinnert sofort an Songs wie „Eagle Fly Free“ oder „March Of Time“. Tollle Soli und ein Chorus der sich so krass in die Hirnwindungen bohrt und nicht mehr raus will. Hammereinstieg.

Das Tempo wird dann erstmal gedrosselt und mit „Exceptional“ folgt ein Mid-Tempo Song der von der Machart her etwas an „I’ve Tried“ erinnert, diesen aber kompositorisch voll in die Tasche steckt. Zum einen weil die Gesangsmelodien wesentlich besser ins Ohr gehen und zum anderen weil dieser knackiger wirkt und man vor allem in den Soli-Parts wesentlich mehr Spiellaune versprüht. Auch dieser Twin-Guitar Spielereien am Ende des Songs erinnern mich atmosphärisch an die Keeper Zeit. Der typische Kiske Schrei am Ende ist ein Gänsehaut Garant.
„For The Kingdom“ ist wahrscheinlich den meisten eh schon von der EP bekannt. Ebenfalls ein flotter Up-Tempo Song der extrem Heavy (für Unisonic Verhältnisse) um die Ecke gebogen kommt. Chorus ist natürlich wieder ein absoluter Ohrwurm und atmet etwas Keeper Spirit.

Mit „Not Gonna Take Anymore“ kommt der erste richtige Hard Rock Song der etwas an Hair-Metal Bands wie Def Leppard erinnert. Auch hier ist die Gitarrenarbeit einfach hervorragend und die Spielfreude strahlt hier in wirklich in jedem Song. Kiske singt natürlich auch hier alles an die Wand. So spielt man interessanten und spannenden Hard Rock. Wären davon doch bloß auch einige auf dem Vorgänger gewesen.

Es geht sehr ruhig und zurückhaltend weiter. „Night Of The Long Knives“ beginnt sehr atmosphärisch. Doch dann fadet das Main-Riff ein und es ertönt ein Kiske-Schrei wo einem erstmal die Kinnlade auf dem Boden aufschlagen dürfte. Einfach nur Arschgeiler Hard Rock! Mehr kann man dazu nicht sagen. Auch Wahnsinn was sich Mandy und Kai hier für Gitarrenduelle liefern. Die Gitarrenarbeit auf dieser Platte ist außergewöhnlich und gehört zum Besten was man seit sehr langer Zeit im Melodic Rock/Metal Sektor gehört hat. Spitze!

Auch bei „Find Shelter“ kann man die Helloween-Einflüsse nicht verleugnen. Hier wird wieder etwas mehr aufs Gaspedal gedrückt. Dieser Song hat bei mir einige Durchläufe gebraucht bevor er gezündet hat, da die schmeichelnden Ohrwurmmelodien hier nicht so offensichtlich zu Tage kommen wie bei den anderen Tracks. Aber nach paar Rotationen ist das bei diesem hier auch kein Problem mehr. Aber der Solopart bläst alles weg und die ruhige Bridge gegen Ende des Songs gibt nochmal eine spannende und unerwartete Wendung bis es schließlich wieder in den Chorus geht. Solche Elemente machen aus einem guten Song eben einen legendären Song. Hut ab, so zaubert man tolle Arrangements.

Während sich Denis Ward (laut Interviews) überwiegend für die Kompositionen auf dem Album verantwortlich zeigt, kommt nun einer von Michael Kiske. „Blood“ ist natürlich eine Ballade, wer hätte bei Michi auch schon was anderes vermutet ;). Aber bevor man hier jetzt aufschreit, die ist wirklich absolut gelungen und gehört definitiv zu den besten Songs die er je geschrieben hat. Vor allem ist das eine Ballade mit Eiern! Also keine Sülze ala „No One Ever Sees Me“ wo man sich spitze Gegenstände in die Ohren rammen möchte.

“When The Deed Is Done” ist wieder ein Hard-Rockiger Mid-Tempo Song der mit Twin-Guitar Leads beginnt. Ich weiß ich wiederhole mich hier aber was soll ich auch anderes schreiben als das hier wieder alles auf höchstem Niveau umgesetzt wurde und die Gitarrenarbeit grandios ist. Insgesamt ist die Platte auch sehr abwechslungsreich geworden und wechselt toll zwischen schnelleren, metalligeren, balladesken und langsameren, rockigeren Songs.

„Throne Of The Dawn“ beginnt sehr düster mit einem cleanen Gitarrensound bis sich das ganze zu einem heavy Up-Tempo Song steigert. Das hört sich alles so frisch und unverbraucht an. Ich bin echt platt, wie viele tolle Ideen in den Jungs noch stecken.
„Manhunter“ erinnert zu Beginn etwas an Iron Maiden. Das Twin Guitar Intro hat irgendwie eine Melodieführung die mich sofort an die eisernen Jungfrauen denken lässt. Ansonsten ein gute-Laune Up-Tempo Song mit eingängigen Melodien.

Das reguläre Album endet mit „You And I“. Eine Ballade *Zitter, Zitter*. Kommt jetzt doch noch der Cheesy-Kitsch zum Schluss? Nein, überhaupt nicht. So eine gefühlvolle, wunderschöne Ballade wie „You and I“ schliesst das Album perfekt ab. Könnte fast der Nachfolger von „Your Turn“ sein. Der Song von der „Pink Bubbles Go Ape“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsballaden und dieser hier steht ihm in nichts nach. Nur das die Stimme von Michi wesentlich erwachsener, reifen und noch ausdrucksstärker klingt als noch 1991. Würdiger Abschluss für ein absolutes Meisterwerk.

Noch kurz zum Bonustrack „Judgement Day“. Auch dieser schlägt eher in die Hard-Rock Richtung und erinnert im Refrain sehr an Bon Jovi. Was hier aber nicht negativ gemeint ist, ich rede von Bon Jovi als sie noch gut waren, quasi zu „Slippery When Wet“ und „New Jersey“ Zeiten. Eine Zugabe die nicht enttäuscht und zum regulären Albummaterial qualitativ nicht abfällt.

MAAAAN! Warum konnte die erste Unisonic CD nicht so sein? Oder zumindest halb so gut. Hier gibt es keine akustischen Verbrechen an der Menschheit wie „Star Rider“ oder „No One Ever Sees Me“. Hier gibt es nicht mal Mittelmaß. Hier gibt es Hit an Hit, Meisterwerk an Meisterwerk. Dieses Album hat so viel mehr Sterne verdient als nur 5. Diese pure Spielfreude ist in jeder Note zu spüren, WAHNSINN. Diese Gottsoli von Hansen und Meyer, dieses tighte Drum und Bass Fundament von Zafiriou und Ward, diese Göttergaben von Songs und natürlich der Meister am Mikro in Form von Michael Kiske. Auch hat Kiske wieder mehr Freude daran in höheren Tonlagen zu trällern was sicher eine gute Entscheidung war die verstärkt einzusetzen. Das hier wird für mich das Album des Jahres. Möge kommen was wolle. Wer das erste Album nicht mochte, dem sei das hier wärmstens empfohlen. Hier wirken die Jungs wie entfesselt und lassen das erste Album wie eine Amateuraufnahme einer Schülerband wirken. Eines der besten Alben im Melodic Metal/Rock Sektor seit sehr langer Zeit. Ich hoffe ihr seid von dem Ding so geflasht wie ich.


Redeemer of Souls (Deluxe)
Redeemer of Souls (Deluxe)
Preis: EUR 14,99

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste seit Painkiller!, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Redeemer of Souls (Deluxe) (Audio CD)
Mein Güte, was war das damals für ein zwiespältiges Gefühl als unsere Metal-Gods ihr Konzeptwerk "Nostradamus" ankündigten.
Und leider sollte sich das miese Gefühl bestätigen. Mehr als eine Hand voll gute Songs hatte das Doppel-Album nicht zu
bieten. Dann noch die Ankündigung einer Abschiedstournee und der eher unrühmliche Ausstig K.K. Downings ließen wenig Hoffnung auf zukünftige Aktivitäten der Band. Soll es das wirklich gewesen sein mit einer der größten Metal Bands dieses Planeten?

NEIN! Natürlich nicht! Mit "Redeemer Of Souls" meldet sich die britishe Heavy-Metal Combo mit einem Paukenschlag zurück. Meiner Meinung nach lässt sich das Album schwierig mit nur einem
Album aus der Vergangenheit vergleichen. Viel mehr klingt das alles hier nach einem Best Of Priest. Ich werde jetzt nicht haargenau auf jeden einzelnen Song eingehen, dass haben andere schon zu genüge getan. Aber das Eröffnungstrio "Dragonaut", "Redeemer Of Souls" und "Halls Of Valhalla" muss ich einfach erwähnen, denn die hätten auch auf einem der 80er Alben wie "Defenders Of Faith" oder auch "Screaming For Veangence" eine gute Figur gemacht. Hier merkt man sofort, dass die Gitarren wieder im Vordergrund stehen. Das Gitarrenduo Tipton/Faulkner harmonieren perfekt. Natürlich ist es schade das K.K. auf dieser Platte fehlt aber wer weiß, womöglich hat gerade der neue Jungspund für frischen Wind in den alten Segeln gesorgt. Die Refrains bohren sich in die Ohren und man möchte gleich seine Luftgitarre auspacken. Ja, ja, dass Riffing mag nicht innovativ sein aber verdammt noch mal, es tritt in den Arsch. Das sind zu 100% Priest! Weitere Highlights sind definitiv das groovende "Crossfire" oder auch das sehr eingängige "March Of The Damned", die beide auch aus "British Steel" Sessions hätten stammen können. Mit "Battlecry" und "Metalizer" gibt es auch zwei Tracks, die vom Härtegrad her sicher in die "Painkiller" Kerbe schlagen. Überhaupt hat die ganze CD einen guten Härtegrad ohne auf moderne Experimente ala "Demolition" zurückgreifen zu müssen. Hier hört sich einfach alles Retro an. Dadurch das die Produktion ebenfalls extrem oldschoolig geraten ist, könnte man meinen man hört ein Album aus den 80ern. Ich finde es stellt eine tolle Abwechslung zu den ganzen Hochglanzproduktionen der moderneren Metalbands dar und die ganze Scheibe bekommt dadurch ihren eigenen Klangcharakter. Sowas hängt natürlich auch vom Genre ab aber zu einem rohen Oldschool Heavy-Metal Album passt es wie Arsch auf Eimer. Bei einer Band wie Nightwish oder Stratovarius würde das natürlich eher weniger passen. Zum Ende gibt es das traurige, sentimentale und nachdenkliche "Beginning Of The End" das von Rob Halford wirklich leidenschaftlich intoniert wurde. Gänsehaut! Aber auch sonst macht er eine erstaunlich fitte Figur. Die signifikanten Screams gibt es natürlich nur noch wohl dosiert zu hören aber meine Güte, dem Mann sei es Verziehen. Er ist fast ein Mitt-Sechziger. Eine Stimme ist nunmal keine Gitarre, sie verändert sich im Laufe der Zeit, genau so wie die körperliche Kondition. Abgesehen davon gibt es sonst aber auch nichts an seiner Gesangsleistung auszusetzen. Das ganze wird mit wesentlich mehr Power vorgetragen als auf den zwei Vorgänger Alben. Totalausfälle, Fehlanzeige! Die ganze CD bietet ein durchweg hochklassiges Niveau.

Wer zur Deluxe Variante greift, erhält neben dem edlen Digibook auch noch eine Bonus-CD mit !fünf! Bonustracks. Bevor ich auf die eingehe, muss ich einfach auch noch mal das Coverartwork loben. So hat ein Heavy-Metal Cover auszusehen, wirklich das schönste in der gesamten Diskographie. Zurück zur Bonus-CD. Normalerweise sind solche Sachen ja verzichtbar, weil die Bonuszugaben ja meist überhaupt nicht an die Qualität der regulären CD heranreichen. Hier nicht! Wer die Wahl hat, greift hier zu, denn Liebhaber von Turbo bekommen hier nochmal mit "Snakebite" und "Bring It On" zwei klassische Hard-Rock Tracks die an jenes Album erinnern. Diese gehen typischerweise sofort ins Ohr. "Creatures" oder auch "Tears Of Blood" sind etwas verspielter und nicht so straight nach vorn. Während ersterer eher ungewöhnliche Töne im Priest Universum anschlägt und sicherlich paar mehr Durchläufe benötigt, ist letzterer ein klassischer Priest-Banger mit einem Hauch von Neo-Klassik. Zu guter Letzt gibt es noch die Ballade "Never Forget", in der Dankesworte an die treuen Fans gerichtet werden. Diese ist nicht so düster wie "Beginning Of The End" und ist sicher etwas radiotauglicher als ersterer. Mit "Never Forget" klingt das Album wirklich perfekt aus.

Klar kommt "Redeemer Of Souls" an kein "Painkiller" ran und auch an kein "Screaming For Vengeance". Dafür passiert zu wenig neues, zu wenig frisches. Allerdings wird das altbekannte hier perfekt in tollen, spannenden und packenden Songs zelebriert. Und das ist schon wesentlich mehr als viele andere der großen Dinosaurier-Bands geschafft haben. Das Album hat in jedem Fall 4 Sterne verdient, von mir bekommt es aber 5. Denn was die Herrschaften hier für ein starkes und spritziges Werk, gemessen am eigenen Alter, gemessen an der Länge der Karriere, gemessen an aktuelleren Veröffentlichungen anderer Bands aus der Zeit, hier noch auf die Beine gestellt haben, ist schon beeindruckend. Das beste seit "Painkiller"! Priest Is Back!


The Hunting Party
The Hunting Party
Preis: EUR 13,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Comeback des Jahres!, 19. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Linkin Park haben mir damals, wie vielen anderen auch, die Tür in die Welt der harten Gitarrenmusik geöffnet. Die Mischung aus Rap, Metal Riffs und eingängen agressiven Vocals hauten mich damals einfach nur um. „Hybrid Theory“ als auch „Meteora“ zählen für mich bis heute zu den absoluten Meilensteinen des Nu Metals. Nach dem miserablen Jay-Z Encore Album kam das langerwartete Album „Minutes To Midnight“, welches in eine andere Richtung ging. Die Songs hatten nichts mehr mit dem ursprünglichen Nu-Metal der Vorgänger zu tun, eher wurden neue Alternative Elemente ausgepackt. Das stand den Jungs gar nicht schlecht zu Gesicht. Das Einzige ich damals etwas kritisch beäugte, war die etwas zurückgefahrene Härte der Band. Man kann aber nicht abstreiten das dies trotzdem noch ein wirklich gutes Rock Album war.

Tja und dann kamen die beiden Alben die wohl für jeden Hybrid Theory-/ Meteora-/ Minutes To Midnight Liebhaber ein Schlag in die Fresse waren. Sowohl „A Thousand Suns“ als auch „Living Things“ hatten nichts, absolut gar nichts mehr mit Rockmusik zu tun. Beide sind komplett von elektronischen Elementen durchtränkt und eine verzerrte Gitarre oder echte Drums konnte man kaum noch vernehmen. Leider gingen ab dem Zeitpunkt LP und ich getrennte Wege. Nicht das man mich falsch versteht. Ich habe absolut nichts gegen die Weiterentwicklung von Bands. Künstler müssen sich ausprobieren und sollen auch neue Elemente in ihren Sound implementieren. Das Spannende an Musik ist, dass sie ein Spielplatz ist wo man als Künstler alles machen darf, was man will. Natürlich solange man als Künstler selber dahinter steht. Ich werfe den Jungs auch keine Kommerzialisierung vor denn das ist doch bescheuert. Ginge es ihnen nur um Geld oder um eine sichere Schiene um garantiert viele Platten abzusetzen, hätten sie doch einfach ein Album im Stile von „Meteora“ oder „Hybrid Theory“ rausbringen müssen. Das wäre sicher der einfachste Weg gewesen, sie bewiesen aber Mut und gingen einen komplett anderen Weg. Ein Weg, dem ich aber nicht folgen wollte. Ich konnte dem ganzen musikalisch nicht mehr viel abgewinnen. Aber der Erfolg gab ihnen Recht, es kamen viele neue Fans hinzu denen die älteren Sachen womöglich zu hart waren.

Tja und nun sitze ich hier und lasse mir mit „The Hunting Party“ ordentlich die Gehörgänge durchpusten. Durch Zufall stolperte ich über „Guilty All The Same“. Und ich war begeistert. Die verzerrten Gitarren sind wieder da, die Drums sind wieder da, Mikes Raps werden wieder verstärkt eingesetzt und auch Chesters aggressive Vocals feiern ihr Comeback. Ist es deswegen ein „Hybrid Theory 2“ oder ein „Meteora 2“? Jein, es ist mehr eine Verschmelzung aller Alben, gepackt in Heavyness und garniert mit neuen Elementen und einigen Überraschungen.

Songs wie „Guilty All The Same“, „Wastelands“ oder auch „All For Nothing“ erinnern noch am meisten an die guten alten „Hybrid Theory“ bzw. „Meteora“ Zeiten. Mike rappt, Chester gröhlt bzw. singt die eingängigen Refrains und ansonsten dominieren dicke Gitarrenwände die 3 Songs. Eine Neuerung im LP Sound fällt auch gleich auf, Brad spielt wesentlich öfter Lead-Guitar und es gibt teilweise sogar richtige Gitarrensoli. Das finde ich klasse und die Musik profitiert dadurch natürlich durch Abwechslung innerhalb der Songs. Diese drei Songs sind aber die einzigen die am offensichtlichsten an die ersten beiden Alben erinnern.

Eine richtige Überraschung ist „Keys To The Kingdom“. Linkin Park liefern damit den härtesten Track ihrer Karriere ab. Dieser Song ist purer, agressiver Metal. Geile Nummer! Auch „War“ ist eine Überraschung, da dieser recht punkig daher kommt. Sowas hat man von den Jungs bis dato noch gar nicht gehört aber auch das steht ihnen gut zu Gesicht. Irgendwie erinnert mich der Song Bad Religion. Auch das Mainriff von „Rebellion“ erinnert mich an eine andere Band, nämlich System Of A Down. Das ist aber durch das Mitwirken von Daron Malakian auch nicht verwunderlich. Aber auch dieses Experiment hat funktioniert und gibt dem ganzen Album die nötige Abwechslung.

Ich bin total verwundert und hätte nicht erwartet das Linkin Park jemals so heavy zu Werke gehen würden wie auf „The Hunting Party“. Die einzigen elektronischen Spielereien der letzten beiden Alben findet man in „Until It’s Gone“. Hier kommen wieder mehr die poppigen Elemente zum tragen, trotzdem ist der Song durch den verzerrten Gitarreneinsatz härter als die Songs von „A Thousand Suns“ und „Living Things“. Eine wirklich coole Nummer die mit Sicherheit auch im Radio laufen wird. Apropos Radio, auch „Final Masquerade“ hat das Potenzial dazu. Diese lebt vor allem von Chesters Stimme und dem extrem eingängigen Refrain. Im Gegensatz zu „Until It’s Gone“ gibt es hier keine elektronischen Spielereien.

„A Line In The Sand“ ist ein würdiger Abschluss des Albums und wirkt wie eine Art Zusammenfassung von „The Hunting Party“ in einem Song. Einzig der Song „Mark The Graves“ hat bei mir noch nicht so richtig gezündet und kommt nicht an das hohe Hitpotential der restlichen Tracks ran. Auch finde ich die beiden kurzen und nichtssagenden Instrumentals „The Summoning“ und „Drawbar“ überflüssig. Da hätte ich mir lieber einen weiteren vollwertigen Song gewünscht.
Die Produktion ist sehr natürlich und roh geraten. Das passt aber wunderbar zu den Songs und unterstützt die harte Atmosphäre der Songs wunderbar.

Was kann man zum Abschluss sagen. Linkin Park bleiben sich ihrem Motto treu: "Unberechenbarkeit". Auch dieses Album klingt wieder ganz anders als die Alben davor. Fast könnte man meinen, die Jungs machen sich einen Spaß daraus ihre Fans ständig zu schocken. Hatten sich die Leute gerade an den polierten und elektronischen Sound der beiden Vorgänger gewöhnt, folgt mit „The Hunting Party“ eine Abrissbirne die sowas von verdammt Heavy um die Ecke gebogen kommt und härtetechnisch alles platt walzt, was LP bisher gemacht haben. Brad’s und Mike’s Gitarren braten, Rob prügelt wie ein Wahnsinniger auf seine Drums ein, Phoenix haut powervoll in die Saiten und Chester schreit sich seine Innereien raus. Einzig Joe bleibt in der gesamten Platte etwas blass. Man vermisst seine coolen Scratches, mit denen er früher immer tolle Akzente setzen konnte. Dies ist aber nur ein kleiner Makel einer ansonsten fantastischen LP-Platte die ohne Totalausfälle daher kommt. An alle Rock und Metalfans die mit den letzten Alben nicht so viel anfangen konnten, holt euch die Platte. Niemand weiß wie sich Linkin Park auf der nächsten Scheibe anhören werden und es wäre übel wenn ihr LP's bestes Album seit „Meteora“ verpasst.


Pariah's Child
Pariah's Child
Preis: EUR 16,99

1 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das nenn ich mal Comeback!, 28. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pariah's Child (Audio CD)
Ich kenne Sonata Arctica seit ihrem Debut „Ecliptica“. Melodischer Power Metal vom Feinsten, damals noch extrem beeinflusst von Stratovarius. Die Scheibe hat damals eingeschlagen wie eine Bombe und bescherte den damaligen Newcomern aus Finnland super Kritiken. „Silence“ und „Winterhearts Guild“ waren stilistisch größtenteils immer noch pfeilschneller Powermetal aber es kamen schon erste Anzeichen von Veränderungen. Songs wie „The End Of This Chapter“, „Sing In Silence“, „The Power Of One“, „Broken“ und “Gravenimage” unterschieden sich deutlich von den typischen Powermetaltracks. Eingängig waren diese natürlich nach wie vor und konnten mit starken Melodien trumpfen, zeigten aber auch andere Facetten der Finnen. Qualitativ kamen die beiden Alben, trotz überwiegendem Powermeta-Anteil, nicht an „Ecliptica“ ran.

2004 kam dann „Reckoning Night“ auf den Markt. Das erste Album mit deutlich progressiverem Songwriting. Dieses Album machte zwar einige Dinge anders, trotzdem überzeugte es auf ganzer Linie. Sonata entwickelten mehr ihre eigene Note und lösten sich stilistisch immer mehr von ihren Stratovarius-Wurzeln. Songs wie „Misplaced“, „Ain’t Your Fairytale“, „Don’t Say A Word“, „Wildfire” und “White Pearls, Black Oceans” gehören zum stärksten Material was die Band jemals veröffentlicht hat und haben einen ganz eigenen Charakter. Für mich persönlich gehört das Album zusammen mit Ecliptica zu den absoluten Meisterwerken von Sonata Arctica. „Unia“ war 2007 erstmal ein Schlag in die Fresse jedes Fans. Die einzigartige Melodieführung, die Eingängigkeit aber dennoch schlüssig verbaute Progressivität wich komplexen Vocal Arrangements, sperrigem Songwriting und grenzenloser Progressivität. Ja sogar das coole Sonata Arctica Logo wurde anders gestaltet um die Veränderung auch äußerlich darzustellen. Damals war ich darauf einfach nicht vorbereitet und das Album enttäuschte mich auf ganzer Linie. Die Genialität des Albums erschloss sich mir erst einige Jahre später nach unzähligen Durchläufen. Aber es war ein ganz schön harter Brocken. „The Days Of Grays“ blieb verspielt und komplex, fügte allerdings Musicalähnliche Elemente hinzu. Im Gegensatz zu „Unia“ waren die Songs allerdings extrem Lustlos komponiert und versprühten in erster Linie Langeweile. Auch fand ich die damalige Singleauskopplung „Flag In The Ground“ sehr frech gewählt und es schien, als wolle man Fans der alten Sonatas locken das neue Album zu kaufen. „Stones Grow Her Name“ machte die Sache wieder etwas besser und auch wurde die Komplexität etwas runtergefahren. Leider musste man schlimme Experimente wie das Banjo in „Cinderblox“, die künstliche Härte in „Shitload Of Money“ oder die extrem fragwürdigen Fortsetzungen „II“ und „III“ von „Wildfire“ ertragen. Auf der anderen Seite atmeten Songs wie „Only A Broken Heart Makes You Beautiful“, „I Have A Right“ oder „Losing Your Insanity“ wieder den alten Sonata-Spirit und versöhnten alte und neue Fans mit einem durchschnittlichen Album.

Und nun liegt uns hier „Pariah’s Child“ vor. Tony kündigte im Vorfeld bereits eine Rückkehr zum alten Stil der Alben „Ecliptica“ bis einschließlich „Reckoning Night“ an. Unterstrichen wird das ganze vom Album-Cover. Der Wolf ist zurückgekehrt und auch das alte Logo feiert ein Wiedersehen. Schön und gut aber letztlich kommt es ja auf die Musik an. Ist der musikalische Rückschritt auch passiert? Nun, es gibt definitiv wieder die eingängigen Power Metal Songs die wir alle so an den Jungs lieben. Die Singleauskopplung „The Wolves Die Young“ zum Beispiel. Leider mussten die Jungs in den Strophen wieder etwas rumexperimentieren und diese sind extrem zuckersüß klebrig geraten. Man könnte diese ohne Probleme in der nächsten Coca-Cola Weihnachtstruck Werbung laufen lassen. Hart an der Grenze zum Erträglichen. Dafür trösten aber das coole Solo und der arschgeile Refrain drüber hinweg. Auch „Running Lights“ und „Cloud Factory“ versprühen den alten Sonata Spirit und hätten ohne Probleme auf eines der Pre-Unia Alben gepasst. „Half A Marathon Man“ kann man wohl auch noch zu den geradlinigeren Power Metal Tracks zählen, wobei der auch viele klassische Heavy Metal Elemente beinhaltet. Die restlichen Songs bewegen sich wieder eher auf progressiven bzw. experimentierenden Pfaden, jedoch wird das nicht so hart übertrieben wie auf den 3 Vorgängeralben. Die Melodien wurden nicht mit unzähligen Backingvocals vollgekleistert und die Gesangsmelodien sind trotz alledem sehr Eingängig geraten. Anders formuliert, die Refrains sind ohne Probleme auch wieder als diese auszumachen . Somit stellen die restlichen Songs einen guten Kompromiss dar, ähnlich wie damals „Reckoning Night“. Trotzdem finden viele ungewöhnliche und neue Elemente in den Songs Platz. Zum Beispiel das an eine Spieluhr erinnernde Intro bei „What Did You Do In The War, Dad?“, der mittelalterliche Part in „Cloud Factory“ das strange Intro bei „Half A Marathon Man“ oder der an einen Fernsehprediger erinnernde Sprechgesang in „X-Marks The Spot“. Letzterer stellt für mich sowieso irgendwie noch ein dickes Fragezeichen dar. Ich weiß nicht ob ich den total geil oder absolut Scheiße finde. Die Zeit bzw. weitere Rotationen im Player werden es zeigen, für mich definitiv der ungewöhnlichste Song auf dem Album. Wie ihr seht gibt es bisher wenig zu klagen. Einzig die obligatorische Ballade „Love“ fällt etwas zu gewöhnlich aus. Da haben wir mit „Shamandalie“, „Tallulah“, „Letter To Dana“ oder „Shy“ wesentlich bessere Balladen von den Jungs gehört. Allerdings ist sie immer noch besser als die Balladen der letzten 3 Alben.

Worauf ich aber wirklich total gespannt war, ist der abschließende Longtrack „Larger Than Life“. Dieser ist zwar nicht mit „White Pearls“ oder „The Power Of One“ vergleichbar aber was die arktische Sonate hier abzieht ist purer Wahnsinn. Ja, hier treiben sie es mit der Komplexität auf die Spitze wie noch nie zuvor aber verdammt nochmal, hier funktioniert das. Die Melodien berühren einen und die Songstrukturen sind trotzdem nachvollziehbar. Es ist einfach so wunderschön was hier auf knapp 9 Minuten zelebriert wird. Der Song ist sehr bombastisch, mit tollen Orchesterarrangements angelegt und erinnert stellenweise fast an „Nightwish“.

Die Produktion ist ebenfalls gelungen, einzig die Gitarre hätte man noch etwas mehr in den Vordergrund mischen können. An der Instrumentalen Umsetzung gibt es sowieso nichts zu meckern außer dem etwas zu penetrant eingesetzten Glockenspielsound aus „The Wolves Die Young“. Da hat man einfach wirklich das Gefühl das Santa gleich mit seinem fetten Arsch durch den Kamin kracht.

Tja, wie ihr seht ist die Frage, ob es „Back To Roots“ geht, etwas schwierig zu beantworten. Ich würde sagen es ist eine Mischung aus Altem, Progressivem und Neuem die hier aber erstaunlich gut funktioniert. Die Jungs haben wohl wieder die Kurve gekriegt und lassen den fast Totalausfall „The Days Of Grays“ und den mittelmäßigen Vorgänger „Stones Grow..“ vergessen. In Einem Punkt kann ich Tony aber zustimmen. Dieses Album hätte definitiv nach „Reckoning Night“ erscheinen können und wäre ein nachvollziehbarer Nachfolger gewesen.

Für mich bleiben „Ecliptica“ und „Reckoning Night“ die unangefochtenen Meisterwerke von den Jungs aus Kemi. Wenn mich aber jemand fragen würde, der beide Alben schon besitzt, welches Album ich ihm sonst noch von Sonata Arctica empfehlen könne, dann bliebe mir nur eine Antwort: „Pariah’s Child!“


Hydra (Deluxe Edition)
Hydra (Deluxe Edition)
Preis: EUR 17,99

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So stark hätte ich es nicht erwartet!!!, 17. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hydra (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich bin ein großer Fan der harten Klänge. Egal ob Rock, Hard Rock oder Metal. Wenn die Musik ehrlich und handgemacht ist und eine E-Gitarre dazu tönt, reicht mir das schon um zumindest mal reinzuhören. Entweder es packt mich oder es packt mich nicht. Ob das jetzt kommerziell, mainstream, zu poppig, zu soft, zu melodisch, cheesy oder was auch immer ist, spielt bei mir keine Rolle. Wenns gefällt, gefällt es. Solche Begriffe gibt es in meiner Welt nicht, denn jede Band die eine CD herstellt und in irgendeiner Form verkaufen möchte, hat kommerzielle Absichten. Warum dieses kleine Vorwort? Ganz einfach, im Falle von Within Temptations neuer Scheibe "Hydra" werden die truen, stahlschmiedenden Vollblutmetaller, die niemals über den Tellerrand hinaus schauen möchten, ihre Probleme haben. Denn genau über besagten Genre-Tellerrand schauen Within Temptation auf ihrem neuen Album recht deutlich.

Mit "Let Us Burn" steigt das Album erstmal mit gewohnter und hochwertiger WT Kost ein. Wer den Vorgänger "The Unforgiving" kennt, kann sich in etwa auch die Richtung von diesem Song vorstellen. Er hätte auch ganz gut auf das letzte Album gepasst und erinnert an "A Shot In The Dark". Der Mid-Tempo Rocker hat einen einfachen und nachvollziehbaren aber ausgeklügelten Aufbau. Der Refrain beisst sich selbstverständlich sofort im Ohr fest. Ein super Opener der gleich mal einen Hit darstellt. Besser kann man ein Album kaum eröffnen. Geiler Einstieg der Bock auf mehr macht!

"Dangerous" geht in eine recht moderne Richtung. Als Gastsänger hat man sich Howard Jones (Ex-Killswitch Engage) an Bord geholt. Diese Entscheidung war ein Spitzenidee, die Stimme von Howard und Sharon harmonieren perfekt in diesem Song. Die Synthies erinnern sehr stark an tanzbare Musik wie House und Dance, der Song selbst aber ist rockig. Eine interessante Mischung und das Konzept geht definitiv auf. Ein Hit der sich sowas von in den Schädel brennt, dass man gar nicht anders kann als auf Repeat zu drücken.

Der nächste Song "And We Run" feat. Xzibit lässt erstmal auf ganz böses schließen. Es gibt so viele Beispiele wo sogenannte Crossover Geschichte komplett in die Hose gegangen sind. Genannt wurden ja schon z.b. Linkin Park feat. Jay-Z. Aber das was hier abgezogen wird ist qualitativ Meilenweit über dem, was man sonst so an Rock/Metal/Rap Kollaborationen hört. Der Refrain ist sehr bombastisch mit Streichern unterlegt. Auch hier kriegt man den Refrain einfach nicht aus dem Schädel und bleibt dem bisherigen Album-Motto "jeder Song ein Hit" treu. Die Rap-Einlage von Xzibit veredelt den ganzen Song und hebt ihn von einem gewöhnlich guten Song, zu einem außergewöhnlich frischen und unverbrauchten Hit an.

Jetzt aber muss doch mal ein Durchhänger bzw. durchschnittlicher Song kommen. NEIN! Auch Song Nummer 4 "Paradise (What About Us)" überzeugt auf ganzer Linie. Tarja Turunen gibt sich hier ebenfalls mit einem Gastbeitrag die Ehre. Sowohl Sharon als auch Tarja verzichten mittlerweile auf die ganz hohen Vocals, was ich als wesentlich angenehmer und ausdrucksstärker empfinde. Auch hier harmonieren beide Stimmen hervorragend. Der Song hätte von der Machart her auch auf eine Nightwish-Platte gepasst und das liegt nicht nur an Tarja. Auch hier hört man wieder ein Paradebeispiel für einen großartigen Refrain.

Nun wird mit "Edge Of The World" das Tempo etwas rausgenommen. Die Ballade wird im ersten drittel nur von ganz dezenten Keyboards und Sharons einzigartiger Stimme getragen. Gänsehautstimmung die sich besonders unter Kopfhörern zu entfalten weiß. "Edge Of The World" schaukelt sich dann zu einer Power-Ballade hoch. Auch die Platzierung der Ballade auf dem Album wurde mit Bedacht gewählt. Nach 4 Powersongs braucht es eine kleine Verschnaufpause in Form einer Ballade um den Albumfluss bzw. die Spannung aufrecht zu halten.

"Silver Moonlight" beginnt sehr ruhig mit Klavier, Streichern und Sharons einzigartiger Stimme. Man vermutet eine weitere Ballade, doch bevor man "Was? Jetzt noch eine Ballade?" sagen kann, kracht ein triolischer Up-Tempo Song aus den Boxen. Auch hier kann ich nur das wiederholen was ich schon bei den vorangegangenen Songs geschrieben hatte. Toller Song mit einfachen Songstrukturen aber dafür absolutem Hitpotential.

Auch der nachfolgende Song "Covered By Roses" stellt keine Ausnahme dar und ist nach dem ersten Durchlauf bereits im Ohr. Eröffnet von einem kurzem Gitarrenriff geht hier gleich die Post ab. Die Bridge nach dem zweiten Chorus leitet zu einem kurzen, Filmmusikartigen Interlude über, bevor alles kurz ausklingt und eine verfremdete Kinderstimme, von sanften Klaviertönen begleitet, spricht. Danach folgt ein kurzes aber sehr cooles Gitarrensolo welches den Song wieder zum Chorus führt. Tja, euch wird es nerven das wieder lesen zu müssen aber auch dieser Song ist ein absoluter Hit.

Egal welchen Song ich bisher von diesem Album gehört habe, müsste ich einen als Single auskoppeln, wüsste ich nicht welchen. Bei "Dog Days" weiß ich aber definitiv das ich diesen nicht nehmen würde. Für mich ist das der einzige, wirkliche Ausfall auf "Hydra". Hmm... vielleicht ist "Ausfall" auch einfach zu hart formuliert aber er erreicht auf keinen Fall die Top-Qualität der restlichen Songs. Er mag zwar sehr atmosphärisch sein und stellt, für sich allein genommen, nicht unbedingt einen grottigen Song dar, wirkt aber im Kontext zum sonst durch die Bank hochkarätigen Album sehr störend. Wie gesagt, für mich der Schwachpunkt des Albums.

"Tell Me Why" ist aber glücklicherweise wieder auf dem brillanten Niveau der vorigen Songs und "Hydra" geht im letzten Drittel nicht die Puste aus wie dem ebenfalls empfehlenswerten Vorgänger "The Unforgiving". Der Song hat eine nicht ganz so eingängige Struktur wie die restlichen Songs und braucht 2-3 Durchgänge mehr. Proggig wird es hier deswegen trotzdem nicht, auch weil der Refrain natürlich trotzdem sofort zum mitsingen einlädt. "Tell Me Why" vereint nochmal fast alle Elemente wofür WT im Jahr 2014 stehen und konzentriert sie in diesem Song.

Zum Schluss gibt es nochmal die poppige Ballade "The Whole World Is Watching". Dave Pirner gibt sich hier die Ehre am Gast-Mikro und auch sein Stimme harmoniert schön mit Sharon. Eine sehr melancholische und atmosphärische Ballade, die ebenfalls einen Ohrwurm par Excellence darstellt und das Album perfekt abschließt.

Ein großes Kompliment muss ich auch für die gelungene Aufmachung der Digi-Book Edition aussprechen. Das Booklet ist wohl das fetteste was ich jemals in einer CD-Packung gesehen habe. Darin sind viele Fotos und selbstverständlich die Songtexte enthalten. Die zweite CD bietet neben vier Coversongs von den "Q-Sessions" noch vier sogenannte Evolutiontracks ,die so ein bisschen die Entwicklung, von der Demo zum fertig produzierten Song ,aufzeigen. Ob man das braucht, muss jeder für sich entscheiden. Ich halte es für ein nettes Gimmick aber nichts Essentielles. Die Produktion der Scheibe ist, natürlich dem Songmaterial entsprechend, sehr modern ausgefallen.

Was bleibt abschließend zu sagen?
Jeder der Songs (Dog Days mal ausgenommen) hätte das Potential, trotz härterem E-Gitarreneinsatz als beim üblichen Radioprogramm, in den Charts ganz nach oben zu klettern. Ja ja, ich weiß, für absolute Die Hard Metalheads dürfte sich der letzte Satz wie ein Pistolenschuss ins Knie anfühlen aber es ist nunmal so. Das bedeutet natürlich nicht, dass man Within Temptation hier auf Plastik-Beat Einheitsbrei Müll ala Lady Gaga, Katy Perry, Rihanna, Gangnam Style und Co. herabsetzen kann. Die Kompositionen sind sicherlich auf Hit getrimmt, unterscheiden sich aber durch härteren E-Gitarreneinsatz, die hohe und handwerklich perfekt umgesetzte Qualität der Songs und Sharons perfekter Gesangsleistung, komplett von den anderen sogenannten "Hits". Die modernen Elemente bringen etwas frischen Wind in das teilweise angestaubte Metal-Genre. Within Temptation haben hier das Rad sicher nicht neu erfunden aber eine interessante Mischung aus modernen, traditionellen und über den Tellerrand hinaus schauenden Elementen gefunden. Ja sogar Metal-Tabubrüche wie in "And We Run" haben sie begangen. Aber gerade deswegen klingt das alles sehr frisch und unverbraucht. Diese Platte macht einfach Spaß. Punkt! Within Temptation scheren sich einen Dreck um irgendwelche Genre Begrenzungen und nutzen alle verfügbaren Stilmittel, die ihre Musik interessanter machen könnte, voll aus. Das ist mutig, das ist sympathisch und zugleich rebellisch, ja, genau das ist doch Metal! Das ist mehr Metal als manch andere traditionelle Metalband die einem immer wieder die gleiche, aufgewärmte Bohnensuppe aus dem Stahltopf präsentiert.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 3, 2014 10:01 AM MEST


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5.0 von 5 Sternen Meine absolute Lieblingsjacke!, 5. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Erstmal vorneweg, diese Jacke ist keine glattpolierte Schickeria-Jacke sondern eine rustikale Kultjacke die aus der Vietnamkriegszeit von US-Soldaten zum Reisen verwendet wurde. Diese Jacke sollte in erster Linie praktisch und robust sein. Wer abgeschnittene Fäden von Nähten oder eine perfekte Körperpassform möchte ist hier definitiv falsch und kann auch gleich aufhören an dieser Stelle weiterzulesen. Alle anderen die Bock auf eine kultige Männerjacke haben die mal etwas anderes ist, sind hier genau richtig.

Ich habe mir die Jacke in Schwarz XXL bestellt da ich recht breite Schultern habe. Ohne Innenfutter hätte mir die Jacke auch in XL gepasst. Wer die Jacke nur als Übergangsjacke tragen möchte, kann durchaus auch eine Nummer kleiner nehmen da die Jacke etwas größer ausfällt. Durch das herausnehmbare Innenfutter lässt sich die Jacke perfekt im Frühling bzw. Herbst als Übergangsjacke tragen. Das Teddy-Innenfutter hält im Winter sehr warm. Man kann den Kragen vorne mit Klettverschluss verschließen das auch der Hals perfekt vor Kälte geschützt ist. Hinten im Kragen, den man übrigens auch stehend tragen kann, ist noch eine Kapuze verstaut. Somit ist man für alle Wetterbedingungen ausgerüstet. Seit ich die Jacke habe, trage ich kaum noch eine andere. Die Jacke hat insgesamt 6 Taschen. 2 offene Seitentaschen, 2 mit Druckknöpfen verschließbare Bauchtaschen und 2 ebenfalls mit Druckknöpfen verschließbare Brusttaschen. Wenn man möchte kann man die Jacke auch mit Druckknöpfen schließen, ich bevorzuge aber den Reißverschluss, der übrigens sehr hochwertig verarbeitet ist. Das einzige was ich mir persönlich vielleicht noch gewünscht hätte, wären Innentaschen gewesen. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Man kriegt hier wirklich beste Qualität für sein Geld.

So und zu guter Letzt möchte ich noch etwas zu den "viel zu langen" Ärmeln sagen. Weder sind diese an Models mit Affenarmen konzipiert worden, noch sind diese 30 cm zu lang. Der einzige Affe ist der, der sich über die viel zu langen Ärmel beschwert. Diese muss man nach innen klappen und an den innen verarbeiteten Klettverschlüssen befestigen. Das ist eine praktische Sache, da man somit seine Ärmellänge an sich selber anpassen kann.

Von mir eine klare Kaufempfehlung für alle die auf so etwas stehen. Man wird den Kauf nicht bereuen und kriegt für verhältnismäßig wenig Geld eine absolut qualitativ hochwertige und robuste Jacke.


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