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Rezensionen verfasst von
Retro Kinski
(TOP 500 REZENSENT)   

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00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse [Blu-ray]
00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse [Blu-ray]
DVD ~ Rocko Schamoni
Preis: EUR 8,99

21 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder Helge, Helge, Popelge..., 17. Oktober 2013
FILM (Spoilergefahr) Kritik/Bewertung/Besprechung (Review):

Es dauert nur wenige Sekunden und schon ist der Meister der NichtKunst und des UnFilms im langen hellen Ledermantel im Bild, und in seinem eierschalfarbigen Citroen DS - einem der wohl traditionsreichsten und kultigsten Autos der Filmgeschichte - gibt er gleich die erwartet einzigartige Visitenkarte ab. Stets mit dabei ist sein treuer Gefährte, der kaum übergewichtige Zwergspitz "Zorro", dessen Fellfarbe vom Kommissar feinfühlig mit seinem ganz und gar trendigen Mantel abgestimmt wurde. Roy Schneider ist wie bekannt ein improvisierender Künstler im harten Business des Verbrechens. Ihm fliegt aber auch nichts einfach zu, wie wir als Zuschauer vielleicht vorschnell vermuten. Wie er selbst bald darlegt, "wurde er nicht als Kommissar geboren. Er musste diesen Beruf erst "erlernen" wie er selbst zu gibt.

Er ist aber auch ein knorriger Eigenbrötler, der wie anfangs sichtbar mit simplen Kaffeemaschinen auf ernstzunehmenden Kriegsfuß steht und ein Spiegelei machen war leider auch nicht Bestandteil in der Kommissar-Ausbildung. Dafür liebt er es süß und in einem halben Plastikbecher Kaffee müssen circa 16 Würfelzucker Platz finden. Und Bildung steht ganz oben auf der Liste von IM WENDEKREIS DER EIDECHSE und wir lernen, dass der "Erfinder der Polizei" ein Herr Faustkemper war. Frisch gestärkt durch diese Kohlenhydrate erwischt Roy Schneider gleich einen fiesen Popo-Tatscher und Sittenstrolch in nur leicht veränderter Aufmachung in flagranti und quittiert dies mit den Worten "Du packst keinen mehr an 'n Popo".

Als das Sexferkel noch unverschämterweise nach einem Anwalt verlangt, muss er spontan vermöbelt werden und der Kommissar beendet seinen Tag mit einem feschen "Make my day". Der geneigte Seher von IM WENDEKREIS DER EIDECHSE sollte auch stets die Ohren offen halten, den die von Anfang an eingestreuten Radiokommentare sind integraler Bestandteil des Films und müssen unter Strafandrohung durch Kommissar Schneider höchstpersönlich angehört werden. Aber sein eigentlicher Fall, die Jagd nach Jean-Claude Pillemann, einem skrupellosen und Eidechsen-Säure spuckenden Verbrecher deutsch-türkisch-belgischer Abstammung, steht noch vor der Aufklärung. Worthülsen wie "absurd", "grotesk" oder "skurril" greifen absolut zu kurz um das Gesehene adäquat zu würdigen.

Gespielt wird Pillemann vom kongenialen Rocko Schamoni und es wäre mal interessant darüber zu forschen, inwieweit sich die Fanbase von Helge und Rocko, wie bei mir, überschneidet. Man könnte 100.000 Rosen....äh,....Dinge ansprechen, die IM WENDEKREIS DER EIDECHSE ausmachen und ihn aus der grauen Masse unvergleichbarer Filme heraus stechen lassen. Komödiantische Höhepunkte gibt es aus Fansicht Milliarden, doch der Film ist wie üblich ein Gesamtkunstwerk und verbessert mit jedem Sehen seine Wirkung und diese sollte auch durch die parallele Einnahme berauschender Substanzen noch steigerbar sein. Auch Udo Lindenberg wird wieder gefeatured und wir erleben Taxifahrerinnen als Human-Beatbox und ausgebrochene Gorillas.

Aber die größte Plage ist die von Staubsauger Vertretern, speziell die aus dem Hunsrück. Höhepunkte weiterer Art sind die Auftritte von Helge als Prostituierte oder in der genialen Maske als Zahnarzt Dr. Rammelmann. Auch eine winterliche Bergüberquerung mit einer Waschmaschine schreibt definitiv Filmgeschichte. In keinem Film der Neuzeit wird auch so viel geraucht wie in IM WENDEKREIS DER EIDECHSE und auch dies ist nicht zufällig wie weiter unten ausgeführt. Der Stil wirkt weniger improvisiert als in Helges vorherigen Werken, dennoch gibt es scheinbar inhaltslose lange Einstellungen auf unseren Protagonisten, die er als Regisseur und Co-Drehbuchautor sicherlich erst spontan zur Aufnahme mit Leben füllt.

Wie sehr er sich konsequent jegliche Freiheiten nimmt, zeigt auch das recht ereignislose Ende, welches sich einem erzählerischen oder actionseitigen Kumulus verweigert und sich auch um die Erwartungen seiner Fans vordergründig nicht die Bohne schert. Helge Schneiders Filme entziehen sich erfolgreich den meisten üblichen Kriterien der konventionellen Filmkritik und deswegen wird hier auch gar nicht versucht, 00 SCHNEIDER - IM WENDEKREIS DER EIDECHSE an solchen Maßstäben zu messen, die Helge Schneider bewusst durch seinen für seine Fans genialen Dilettantismus vermeidet. Dazu zählt zunächst einmal auch das gewählt Filmformat in 16 mm. Doch es gibt einige bemerkenswerte narrative Unterschiede oder auch Weiterentwicklungen zu seinen bisherigen Filmen, die angesprochen werden sollten.

IM WENDEKREIS DER EIDECHSE ist eine Hommage an den europäischen und angloamerikanischen Kriminal- und Polizeifilm der 50er bis 70er Jahre. Louis de Funés, Eddie Constantin, Jean Marais, Jean Gabin bis hin zu Alain Delon dürfen einem dabei gerne in den Sinn kommen, wie Helge in einem Interview mit Udo Rotenberg selbst angibt. Dies wird dann durch seine Polizeikollegen entsprechend verkörpert, die sämtlichen relevanten Kulturkreisen angehören und auch in ihrer Originalsprache oder mit starkem Akzent sprechen. Zur Vollkommenheit wird dies dann noch über die generelle Ausstattung, die Autos sowie eben das extensive Rauchen. Der Diebstahl von Zigaretten ist nach Auskunft des Kommissars selbst mit das "verachtenswerteste Verbrechen überhaupt".

Helge Schneider spielt mit noch viel mehr Insignien und Metaphern als in seinen vorherigen Filmen. Vielleicht erstmals zitiert er auch das Horror-Genre einmal quer durch die jüngere Geschichte wenn ein schreiender Verrückter mit Motorsäge durch das Bild läuft, Personen mit Säcken und Augenschlitzen auftauchen oder Kinder mit Dämonenstimmen sprechen. Hier dürfen also TEXAS CHAINSAW MASSACRE, FUNNY GAMES und unter anderem DER EXORZIST um die Ecke schielen. Wie meist handelt IM WENDEKREIS DER EIDECHSE in der Weltstadt Mühlheim an der Ruhr, welche gleich hinter dem im Film sichtbaren Meer liegt wie man weiß. Helge wäre nicht er selbst, wenn es nicht einen monströsen Schlusskampf mit der Eidechse in Zeitlupe gäbe. Begleitet wird der gesamte Film durch Helge's Musik, die er in Konzerten auch gerne mal als "Strafjazz" bezeichnet.

4,5/5 Würfelzucker....äh,....Sternen
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2014 3:28 PM MEST


Fright Night 2 - Frisches Blut [Blu-ray]
Fright Night 2 - Frisches Blut [Blu-ray]
DVD ~ Jaime Murray
Preis: EUR 9,99

8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Vergleich mit den Vorgängern, aber erfrischend zeigefreudig, blutig und uncut!, 17. Oktober 2013
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review): [Blu-ray/DVD Informationen ganz unten]

Schade, leidgeprüfte Horrorfans hätte mit dem vorliegenden Sequel gerne vielleicht noch mal das erfrischend überdrehte Original von 1985 oder das überraschend gelungene Remake von 2011 in einer "langen FRIGHT NIGHT Nacht" zusammen mit FRIGHT NIGHT 2 geschaut. Aber dafür ist FRIGHT NIGHT 2 vielleicht etwa zu einfallslos, gleichermaßen Klischee- wie blutgetränkt und wirkt etwas wie eine typische Teenie-Vampirstory mit gezielt eingesetzter schwülstiger Blutsaugererotik von der Stange. Aber auch wenn er im vielleicht müßigen Vergleich mit den oben genannten Vorgängern nicht auf einem Level ist, als blutgetränkter und B-Vampirfilm Appetithappen mit soliden Effekten für zwischendurch, taugt er bei geringen Erwartungen aber allemal.

Eine irgendwie geartete hochwertige Produktion durfte man sowieso nicht erwarten und da haben wir schon wahrlich schlechteres gesehen. Die Geschichte von Charley Brewster (Will Payne) als US-Student in Rumänien, der seiner attraktiven, aber undurchschaubaren Professorin Gerri Dandridge (Jaime Murray) bald auf die Schliche kommt, und dann auch noch auf seine jungfräuliche Freundin Amy (Sacha Parkinson) aufpassen muss, ist nicht wirklich komplex, aber bewusst simpel und effektiv in Szene gesetzt. Charley tut sich mit dem Vampirjäger Peter Vincent zusammen um dem bisswütigen und blutgeilen Grauen ein Ende zu bereiten...Dabei ist schon der Anfang ganz unterhaltsam und schon nach weniger als 2 Minuten gibt es den ersten aufwendigen Vampirangriff und wahre Feuersbrünste zu bewundern.

Gedreht wird natürlich ganz dem Trend der günstigen Produktionskosten folgend in Osteuropa, in dem Fall Rumänien. Historisch gesehen in Bezug auf den Vampirkult hat dies natürlich seinen Reiz. Und dieser Fakt dürfte dem durchschnittlichen Filmfan auch erst einmal egal sein, allerdings ist vielem was von dort in diesem Genre kommt der Fließbandcharakter und die mäßigen Darsteller, die meist eher nach rein äußerlichen Kritierien bis hin zur Körbchengröße gecasted werden, abzusehen. So auch in FRIGHT NIGHT 2, aber dies wird durch recht gute Masken, einen hohen Actionanteil und genügend Szenen mit Hommage-Charakter an das Vampir-Subgenre zum Teil wieder versucht gut zu machen.

Die präsentierten Vampire sind allerdings recht "new-school", d.h. die üblichen Mätzchen mit Kreuzen und Knoblauch ringen den Blutsaugern nicht mehr als ein zähnefletschendes Lächeln vor dem tödlichen Biss ab. Da muss ein Kreuz doch mal eher frontal ins Auge gerammt werden, damit Ermüdungserscheinungen bei den Vampiren sichtbar werden. In Kameras und Spiegeln sind sie allerdings wiederum unsichtbar. Dabei geht es stets recht explizit zur Sache, vieles findet erfrischend ausgebreitet vor der Kamera und damit den Augen des Zuschauers statt und auch die Bisse, die detailliert und bedrohlich gepimpten Beißerchen der Dämonen der Nacht und diverse Wunden ihrer Opfer sind handwerklich durchaus als hochwertig zu bezeichnen.

Dazu gehören auch ausführlich gewürdigte und sehr realistisch in Szene gesetzte Halsschnitte und viel viel dunkelrotes fließendes Groovy...Die Kinder der Nacht trinken nicht nur mal gerne das Blut ihrer Opfer, am liebsten baden sie darin. Wasser spielt interessanterweise gerade im actionreichen Finale eine große Rolle und wenn sich die Protagonisten dort wie kämpfende Krokodile mit ihrer Beute wälzen hat dies durchaus seinen Charme. Wer also nicht eher auf puristische old-school Vampirfilme abonniert ist und durch den Charme osteuropäischer Tabledance Schuppen, Plastikmusik und Darsteller(innen), die eher in Erwachsenenfilmen zu sehen sein sollten nicht abgeschreckt wird, der könnte seinen durchaus vorhandenen Unterhaltungswert aus FRIGHT NIGHT 2 ziehen.

2,5/5 Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides (HD) Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen
- TON: räumlich wo nötig, Blu-ray: "nur" DTS 5.1 in Deutsch, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: teilweise in HD (BD): Audiokommentar mir Eduardo Rodriguez, Alison Rosenzweig und Michael Gaeta, Webisodes, Dracula Revealed, Vorschau
- SONSTIGES: FSK 18 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2013 7:49 PM CET


Bending The Rules (Blu-ray)
Bending The Rules (Blu-ray)
DVD ~ Adam Copeland
Wird angeboten von music_wasmyfirstlove
Preis: EUR 11,55

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anspruchslose, aber sehr unterhaltsame Komödie mit WWE Legende "Edge" (Adam Copeland), 16. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Bending The Rules (Blu-ray) (Blu-ray)
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review): [Blu-ray/DVD Informationen ganz unten]

Wenn Wrestler, Mixed-Martial-Arts Kämpfer oder Boxer sich in das Filmbusiness begeben, sind die Ergebnisse in den meisten Fällen leider nicht so unterhaltsam wie ihre Kämpfe. Dennoch sollte man die ein oder andere Leistung der Haudegen anerkennen, denn wie würde die Bilanz umgekehrt aussehen, wenn man einen Schauspieler gegen sie in den Ring schickt? Nicht immer müssen sich Körpermasse umgekehrt proportional zum Intellekt verhalten. Und was in der Welt ist überhaupt der oder das "Intellekt"? ^^ Deswegen gebe ich jedem der antretenden Testosteron-Junkies von neuem eine Chance.

So auch in dem Fall des rund 40-jährigen Kanadiers Adam Copeland (alias ehemals Wrestling Hüne "Edge"), der nach zigfachen parallelen Championchips auch Mitglieder in der WWE "Hall of Fame" ist. Aber auch danach muss ja ans Brötchenverdienen gedacht werden. Und mit dem Gespür für die richtigen Geschichten und die sinnvollen Rollen, die zu dem eigenen Fähigkeiten entweder im Athletischen und/oder Unterhaltsamen liegen, lässt sich damit doch auch ganz gut überwintern. Um es gleich vorweg zu nehmen, hat er aus meiner Sicht mit BENDING THE RULES eine wirklich sehenswerte komödiantische Leistung abgeliefert. Als Bulle Nick Blades steht er auch gleich mal unter Korruptionsverdacht.

Mit dem Staatsanwalt Theo Gold (Jamie Kennedy) hat er sofort jemanden am Hals, der ihn hinter Gittern sehen will. Daraus entwickelt sich aber bald eine amüsante Krimistory, in der die Grenzen zwischen Erlaubtem, Gesetzeswidrigen und der Moral nicht nur einmal ernsthaft geprüft werden...BENDING THE RULES entwickelt aus dem ungleichen Paar eine flotte Buddy-Komödie die unterhält, und von Anfang Gas gibt und bei wenig Erwartungen und ausgeschalteter Hirnlastigkeit im Genre "leichte Unterhaltung" durchaus Überzeugungskraft beweist. Ein guter Gradmesser ist meist, wenn man nach der Sichtung noch den ein oder anderen one-liner der Protagonisten zitieren kann oder auch einzelne Szenen wieder durch den Kopf gehen.

Dazu gesellt sich eine gute deutsche Synchronisierung und ein Soundtrack, der sehr gut zu den bunten Bildern und dem angedeuteten Hippie-Outfit von Adam Copeland passt. Damit und mit seiner variablen Mimik und physischen Präsenz entpuppt er sich als kleine Überraschung und durchaus sympathische Leinwanderscheinung. Er harmoniert mit dem Zwangsbuddy Jamie Kennedy sehr gut und muss sich nicht wie seine anderen Sportskollegen ständig durch die Szenen prügeln und darf seine durchaus vorhandenen humoristischen Fähigkeiten ausleben. Damit hier keine Missverständnisse entstehen, BENDING THE RULES ist kein großes Kino, keine Neudefinition der Buddy-Komödie oder der Stein der Weisen in Bezug auf Humor.

Er ist einfach Unterhaltung pur und toppt aber locker viele andere ähnliche Filmchen, bei denen es immer Sch..., Pipi..oder sonstige Furzwitze braucht, um auch mal ein Lachen oberhalb der Gürtellinie des Zuschauers zu erzeugen. BENDING THE RULES wird auch nicht durch unnötige Liebesgeschichten verwässert und man konzentriert sich vollends auf die Schlenker der sympathischen Geschichte und seine Protagonisten. Regisseur Artie Mandelberg hat sich bislang eher mit TV-Serien hervorgetan und die Optik und das Tempo erinnert daran ein wenig. Tatsächlich kann ich mir BENDING THE RULES auch als kleine Serie sogar vorstellen...

3,5/5 Hawaiihemden....äh,....Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides (HD) Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen
- TON: selten frontlastig, räumlich wo nötig, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Cutting Edge: Meet The Star Exklusives Material, vom Set und Interviews mit Edge und anderen, Schauspielern.
- Edge & Jamie: Verbindung im Big Easy mit den beiden Stars am Set, Alternatives Ende: Dinge, die geändert wurden, inkl. exklusiver "behind-the-scenes"-Aufnahmen und Interviews, Garage Pass: Die Autos aus Bending The Rules: "The Hawk" und "The Scout
- SONSTIGES: FSK 16 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 20, 2014 11:07 AM MEST


Baby
Baby
DVD ~ Alice Dwyer
Wird angeboten von epixmedia
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Schwarzer Humor und Skurrilität aus deutschen Landen, 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Baby (DVD)
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review): [DVD Informationen ganz unten]

BABY ist einer derjenigen Filme, die sich vor allem durch ihre anfängliche Sperrigkeit leider etwas einer großen Seherschaft entziehen. Schade, denn der Mix aus schwarzem Humor und ernsthafter deutscher Tragik-Komödie ist sehenswert. Tragisch ist auch der handlungsseitige Beginn mit dem Unfalltod von Lilli's Mutter, die dann bei ihrem Vater Frank (Filip Peeters) und seinem chaotischen Kumpel Paul (Lars Rudolph) aufwächst. Für Lilli (Alice Dwyer) ist dies keine einfache Situation, denn die beiden sind meistens als Kleinkriminelle im Milieu unterwegs...

So weit der Rahmen der Geschichte, die den Zuschauer stets auf Trapp hält, nie durchschaubar ist und einige Überraschungen, kleine und mittlere (soziale) Katastrophen und Eskalationen auf Lager hat. Dabei ist stets eine gute Portion Galgenhumor am Start sowie jede Menge Skurrilität. Meist steht Lilli am Ende in der Mitte, ohne dabei glücklicherweise als kleiner Vamp positioniert zu werden. Aber allen Kerndarstellern muss man eine gute Leistung bescheinigen. Gerade Lars Rudolf als Paul versteht es durch seine ausdrucksstarke Mimik ein hohes Maß an grotesken Szenen in BABY zu verankern. Ich habe überraschenderweise eine Weile gebraucht, um mich auf die entspannt-hektische Art von BABY einzuschwingen.

Aber je länger man dem Schicksal unserer Protagonisten beigewohnt hat, umso mehr hat man sie in sein Herz geschlossen und möchte der Geschichte unbedingt bis zu Ende folgen. BABY stellt das Langfilm Debüt von Regisseur Philip Stölzl dar, der vorher eher Musikvideos und Kurzfilme auf seinem Konto hatte. Mit NORDWAND (2008) und GOETHE! (2010) hat er sich dann vollends in das Bewusstsein des deutschen Filmfreundes katapultiert um dann einen unglaublichen Budgetsprung (ca. 12 Mio Dollar) in der Zusammenarbeit in DIE LOGAN VERSCHWÖRUNG mit Schauspieler Aaron Eckhart (u.a. Harvey Dent/Two-Face aus THE DARK KNIGHT). Wir dürfen auf weitere Werke gespannt sein.

4/5 Sternen

PRODUKT (DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen
- TON: relativ frontlastig, räumlich wo nötig, dt. Ton in DD 5.1 + DD 2.0
- EXTRAS: Audiokommentar, Deleted Scenes, Storyboard, Casting, Bildergalerie, Interview, Trailer, Trailershow:
- SONSTIGES: FSK 12 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)


A Single Man [Blu-ray]
A Single Man [Blu-ray]
DVD ~ Colin Firth
Preis: EUR 9,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Does love save a soul?, 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: A Single Man [Blu-ray] (Blu-ray)
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review): [Blu-ray/DVD Informationen ganz unten]

Manchen Filmen sieht man das Cineasten-Label schon von weitem an. Dies gilt auch für A SINGLE MAN, obwohl dieser nicht unumstritten ist. Aber wer sich auf die langsamen Kamerafahrten, die oft auch minutenlang nur auf das Gesicht des überragenden Colin Firth gerichtet sind, sowie die gedeckten Farben und die zarte Erzählweise von A SINGLE MAN einschwingen kann, wird mit einer Ode an die Sinnlichkeit und Poesie belohnt. Da ist Kino noch so wie in den Ursprüngen, nicht an Effektgewittern orientiert, dem letzten genialen Stunt, dem neuesten Hype oder gar ganzer Heerscharen von sogenannten Stars ausgerichtet. Colin Firth alleine stemmt den Film voller Intensität, Subtilität und einer guten Portion Melancholie und Depression, die bis zum Ende hin stringent durchgehalten wird.

Colin Firth spielt den über seinen Zenit befindlichen britischen Professor George Falconer an einer Uni von Los Angeles der seine Homosexualität geheim hält. Als er eines Tages erfährt, dass sein Lebensgefährte bei einem Autounfall gestorben ist, bricht für ihn eine Welt zusammen und schon bald fasst er Selbstmordgedanken. Da nimmt ein junger Student zu ihm Kontakt auf...Verfilmt wurde der gleichnamige Roman von Christopher Isherwood. Regie führte mit dem bekannten Modedesigner Tom Ford ein Neuling auf diesem Gebiet und dafür ist das Erreichte umso mehr beachtlich. Die 60er Jahre Ausstattung in Bezug auf Kleidung, Autos, Frisuren könnte man stundenlang beschreiben und zu Recht sich in deren Authentizität wälzen.

Dies gilt auch für den Soundtrack, dessen subjektiver Höhepunkt für mich die Tanzszene von Colin Firth mit seiner Freundin Charley (Julianne Moore) zu "Green Onions" von "Booker T. and the MGS" ist. Wem dass nichts sofort sagt, kein Problem, das ist keine Bildungslücke. Diesen Instrumentalsong hat fast jeder Ü40 Mensch im Euro-amerikanischen Sprachraum im Ohr behaupte ich mal. Interessant ist das Detail, dass bei aller generellen Farbzurückhaltung in A SINGLE MAN in einigen Szenen diverse Gegenstände während der Aufnahme kräftigere Farben erhalten haben. So weit zu den äußeren Faktoren.

Colin Firth's Leistung habe ich schon angesprochen. Seine filmischen Höhepunkte nur der letzten Jahre sprechen für sich. Er hat ausgesprochen wenige Dialogszenen zu bewältigen und alleine durch seine minimalistische Mimik schafft er es, seine Zerrissenheit mit der Situation, die zerstörerische Stimmung und die absolute Niedergeschlagenheit über die Leinwand zu transportieren. Die Oscar-Nominierung für A SINGLE MAN war also mehr als gerecht. Auch wenn die Geschichte zugegebenermaßen nicht gerade vor Komplexität platzt, konnte zumindest ich dieses formale Kriterium aufgrund der geboten schauspielerischen Leistung hinten anstellen.

Wirkliche Empathie kommt jedoch für den verstorbenen Freund von George Falconer nicht auf, da wir diesen nur bruchstückhaft in den diversen Rückblenden kennenlernen. Dennoch wird der große Kontrast zwischen dem gepflegten Style an der Oberfläche und der brodelnden seelischen Abgründen gut greifbar. Und die zahlreichen Liebesszenen sind so unprätentiös, voller feinsinniger Beobachtungen, entspannt und voller Spannung zugleich und schnell wird auch wieder klar, wie schön romantische Szenen zwischen Männern sein können, ohne gleich im gewohnten Kitsch- und Klischeesumpf zu ersaufen. Lieber Tom Ford, weiter so, ich möchte weitere Filme von ihnen sehen....

4/5 Terriern...äh,...Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides (HD) Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen, blasse Farben und Unschärfen als Stilmittel (?)
- TON: relativ frontlastig, etwas räumlich wo nötig, gute Dynamik bei Musikszenen, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Making of, Audiokommentar von Tom Ford, Interviews mit Julianne Moore, Colin Firth, Tom Ford, Nicholas Hoult und Matthew Goode
- SONSTIGES: FSK 12 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)


The Hunter [Blu-ray]
The Hunter [Blu-ray]
DVD ~ Willem Dafoe
Preis: EUR 6,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Jagd nach dem eigenen Ich..., 12. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: The Hunter [Blu-ray] (Blu-ray)
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review):

Manche Filmperlen liegen im Regal und warten viel zu lange auf eine Sichtung. So erging es mir auch mit THE HUNTER. Der Inhalt des Films war mir von außen betrachtet nicht ganz klar, aber Willem Dafoe wollte ich nicht verpassen. Zum Glück. Und THE HUNTER beweißt mal wieder eindeutig, dass nur mit einer gelungenen Geschichte und einem guten Schauspieler einen ganzen Film nicht nur stemmen, sondern auch zu einem herausragenden Erlebnis machen kann. Hier braucht es keine Actionkaskaden, CGI-Rekorde, Liebesgeschichten, ausgefeilte Dialoge, Erotik, abgehobene Optik oder witzige Sympathieträger.

Allein Dafoe schmeißt den Laden allein durch seine starke Präsenz, seinen markanten Gesichtszügen und seiner Wandelbarkeit durch nur wenige Details und er liefert eine herausragende und preisverdächtige Leistung ab. Dabei ist selbst die Handlung oder der Umfang der Geschichte sehr überschaubar. Martin David (Willem Dafoe) wird von einem im Hintergrund agierenden Konzern als Söldner angeworben, den letzten tasmanischen Tiger zur Erlangung von Genmaterial zu erlegen. Eine Jagd auf das Phantom beginnt und verläuft natürlich alles andere als nach Plan...Im Mittelpunkt stehen vor allem anfangs die überragenden Landschaftsaufnahmen Tasmaniens die sprachlos machen, hier stimmt diese viel gebrauchte Vokabel wirklich.

Diese könnten locker als Hintergrund des nächsten Teils des HOBBIT dienen. THE HUNTER hätte sicherlich einige Actionelemente vertragen können, aber es ist die perfekte Dramaturgie, die sogar darauf großzügig verzichten kann. Die Kameraarbeit agiert souverän und geradezu entspannend old-school mit ihren ruhigen Fahrten und solide ausgeführten Schwenks ohne jedes Experiment, es gibt nahe Einstellungen ohne Übertreibungen und manches erinnert wie Aufnahmen aus einer Dokumentation über Tasmanien. Durch diese Arbeit an den Bildern und dem unprätentiösen Spiel Dafoe's, entsteht ein langsamer, aber stetiger hypnotischer bis mystischer Sog, der die Stimmung des Films vermittelt, ohne sie dem Zuschauer aufzuzwängen.

Das permanent stoische in Dafoe's Ausdruck mag anfangs befremden, aber es weicht nach hinten hin auf und nimmt emotionale und gar empathische Züge an. Dabei bleibt er stets rätselhaft wie auch sein Verhältnis zu der Familie, bei der er unter kommt und den dortigen Kindern. Ich würde THE HUNTER als Naturdrama bezeichnen und wer als Zuschauer alle paar Minuten Action braucht um bei der Stange zu bleiben, sollte sich woanders umtun. Wer aber sich einlässt auf diese mystische Reise zu den zwei letzten Exemplaren einer Art, der wird mit THE HUNTER mehr als belohnt. Man sollte sich vorher vielleicht nur über den Unterschied von "tasmanischen Tiger" (ausgestorben, der wird gesucht) und "tasmanischen Teufel" (noch existierend und im Film nur als Ablenkungsmanöver erwähnt) informieren.

4,5/5 Sternen


Geist und Kosmos: Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist
Geist und Kosmos: Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist
von Thomas Nagel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

23 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Werk eines durch und durch unabhängigen Geistes..., 12. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...das ist ein Zitat von "The New York Review of Books" über den Autor Thomas Nagel und besser finde ich, kann man es nicht zusammenfassen. Das relativ schmale, nur rund 180 Seiten fassende und zum Verschlingen einladende Bändchen, ist tatsächlich komplett unabhängig vom traditionellen Wissenschaftsbetrieb in Physik und Evolutionsbiologie zum einen, und auch von der theistischen Erklärungsweise zum anderen. Eine Einstellung, die man ohne materialistische oder religionsgeprägte Hintergedanken und einer solch fundierten Analyse nicht oft findet. Da die besprochene Materie nicht trivial ist und Thomas Nagel häufig sehr gute Zusammenfassungen seiner eigenen Ansichten liefert, werde ich wo nötig auf seine eigenen Worte zurückgreifen und dies immer deutlich kenntlich machen.

Vertreter einer theistischen Erklärung der Welt sei gesagt, dass sie hier keine neue Kampfschrift gegen die Wissenschaft und für eine ausschließlich transzendente Erklärung der Welt erwartet. Nagel stellt gleich Anfang in eigenen Worten klar, dass er "…den Theismus…für kein bisschen glaubwürdiger als den Materialismus hält. Er stellt weiter fest, "...der Theismus...bietet eine sehr partielle Erklärung für unseren Platz in der Welt". Die Existenz zahlreicher konkurrierender Religionen verschärft diesen Fakt noch. Er führt weiter aus "Der Nachteil des Theismus besteht…nicht darin, dass er keine Erklärungen liefert, sondern dass er dies nicht in der Form einer umfassenden Darstellung der Naturordnung tut. Nagel ist es "...nicht möglich, ...die Alternative eines höheren Plans als eine wirkliche Option anzusehen".

Nach seiner Ansicht "...verstößt (der Theismus) die Suche nach der Intelligibilität aus der Welt." Intelligibilität sei hier definiert als die "Fähigkeit, Zusammenhänge ohne sinnliche Wahrnehmung, nur durch den Intellekt zu erfassen". Hier soll allerdings nicht im Geringsten der Eindruck aufkommen, es handele sich um eine primär religionskritische Schrift. Ebenso klar sind die Angriffe auf das gängige naturwissenschaftlich Weltbild und den reduktiven Materialismus. Gerade dass, was den Menschen ausmacht, wie Geist in Form von unter anderem Denken, Bewusstsein und Werte, lässt sich nach Nagel nicht auf teils abenteuerliche. und in avantgardistischen Randbereichen schier ebenso religiös anmutende physikalische Gesetze sowie pure Mathematik reduzieren.

Gemäß Nagel hat die theistische Darstellung den Vorteil, zumindest Erklärungsmodelle zu liefern für das, was über das Reale hinausgeht. Nagel subsumiert seine Haltung gegenüber beiden Welterklärungsmodellen in der pointierten Aussage "Der Theismus bietet keine ausreichend substanzielle Erklärung unserer Fähigkeiten, und der Naturalismus bietet keine ausreichend vergewissernde Erklärung dafür." Nagels Fokus liegt in dem Gebiet, welches zwischen diesen beiden traditionell von jeher unvereinbaren Polen liegt und er glaubt, dass es "weitere Möglichkeiten" geben muss. Nagel hofft auf "ein transzendentes Selbstverständnis..., das weder theistisch noch reduktionistisch ist".

Sein Idealbild liest sich wie folgt: "Aber wäre nicht eine alternative, säkulare Konzeption denkbar, die den Geist und alles, was er impliziert, nicht als den Ausdruck göttlicher Intention, sondern zusammen mit der physikalischen Gesetzmäßigkeit als ein fundamentales Prinzip der Natur anerkennen würde?" Nach Nagel müsste es eine Alternative zum Materialismus geben, "welche mentalistische und rationale Elemente einschließt". Er führt jedoch weiter aus, "dass diese Elemente der natürlichen Welt angehören könnten und keinen transzendenten individuellen Geist implizieren müssen, geschweige denn ein vollkommenes Wesen".

Diese "weiteren Möglichkeiten" und die Vereinigung der beiden so konträren Welten, die er zum Glück nicht mit dem vielstrapazierten Begriff "Ganzheitlichkeit" versieht, kann er allerdings nicht ausführlicher benennen, er fordert sie eben als Philosoph nur wie er es als seine ureigene Aufgabe sieht. Haben wir aber ein bahnbrechendes Buch vor uns, das in der Lage ist solch Modelle zu liefern um solch unterschiedliche Weltsichten zu vereinen? Per Definition natürlich nicht. Er selbst stellt es auch gleich klar "dass er keine Alternative zu bieten hat" und resümiert am Ende des Buchs sogar recht pessimistisch, dass zumindest "mein eigener Versuch, Alternativen zu untersuchen, bei weitem zu phantasielos ist."

Aber wenn man Missstände gerade als Philosoph nicht zumindest benennt, wird man sie auch nicht versuchen zu überwinden. Meine bescheidene Meinung und versuchte Würdigung der Leistung Nagels ist, das selbstverständlich das gegenwärtige naturalistische Weltbild verbesserungswürdig ist. Formal gesehen kann man, wie Nagel, es auch als "falsch" bezeichnen. Sicherlich muss es deutlich ergänzt werden, aber das ist sowieso Grundprinzip der Wissenschaften im Spannungsfeld von Verifikation und Falsifikation. Erkenntnisse werden verworfen oder verfeinert wenn man neue nachweisbare Fakten hat. Dies schließt natürlich noch nicht Nagels Forderung nach der integralen Würdigung des Geistes ein. Nagel selbst definiert nicht im Detail, was "Geist" überhaupt ist, so wie es auch bisher dafür keine allgemeingültige und von allen Lagern akzeptierte Definition gibt.

Des Weiteren scheint mir Nagel nicht auf dem neuesten Stand der Hirnforschung als auch neuester Erkenntnisse der Theoretischen Physik zu sein, da er gerne das "Urknallmodell" zitiert. Dies hat gerade in den letzten 2 Jahrzehnten eine deutliche Erweiterung erfahren hat und im Besonderen zyklische Erklärungsmodelle gehen weit über diesen Ansatz hinaus und sind viel deutlicher selbsterklärend und unabhängiger von äußeren Events. Dennoch ist Thomas Nagels Buch in jeder Hinsicht lesenswert und eine geistige Bereicherung ohne Gleichen, die in der Form kaum an anderer Stelle geboten wird. Die rund 180 Seiten gliedern sich in folgende Kapitel:

Vorwort
Kapitel 1: Einleitung
Kapitel 2: Der Antireduktionismus und die Ordnung der Natur
Kapitel 3: Bewusstsein
Kapitel 4: Kognition
Kapitel 5: Wert
Kapitel 6: Schluss
Register

4,5/5 Sternen
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 22, 2013 8:48 PM CET


Eine mörderische Entscheidung - Luftangriff bei Kunduz (Blu-ray)
Eine mörderische Entscheidung - Luftangriff bei Kunduz (Blu-ray)
DVD ~ Matthias Brandt
Preis: EUR 11,67

3.0 von 5 Sternen Solides Doku-Drama nicht ohne subjektive Schwächen, 9. Oktober 2013
Deutschland hat aus gegebenen Gründen ein gespaltenes Verhältnis zu Kriegen und demnach auch ein wenig zu Filmen über den Krieg, obwohl diese eine große historische Tradition besitzen. EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG beschreibt in der Form eines Doku-Dramas mit internationalen und deutschen Schauspielern die Ereignisse in den Monaten vor der 2009er Bombardierung des Tanklasters nahe Kundus/Kunduz in Afghanistan und seinen verheerenden zivilen Verlusten sowie des Angriffs und seines Nachspiels selbst. Der Beginn von EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG mit einem furchtbar verbrannten Kind und den nachfolgenden Zeitlupenbildern wirkt aufgesetzt und regelrecht selbstzweckhaft. Diesem emotionalen Beginn wird der Film nicht im Geringsten im weiteren Verlauf gerecht.

EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG ist in dem Hin- und Herspringen zwischen den Actionszenen und den nachgestellten Aussagen von Oberst Klein im Untersuchungsausschuss "Kundus", der den Befehl zur Bombardierung gegeben hatte, leider etwas trocken, bieder, oberflächlich und sogar trotz des schrecklichen und Leid getränkten Themas recht emotionslos geraten. Regisseur Raymond Ley, der für eine Reihe ähnlicher Filme verantwortlich zeichnet, hat die bewusste Entscheidung getroffen, die Ereignisse auch nicht nur ansatzweise zu kommentieren. Er dokumentiert sie nur und entzieht sich damit jeder Diskussionsfähigkeit, aber auch als Nebeneffekt dem tiefer gehenden Interesses des Zuschauers.

Matthias Brand spielt dabei sogar noch Oberst Klein in all seiner empathischen Unterkühlung einigermaßen interessant und angemessen. So manch ein Dialog unter den Soldaten hingegen wirkt klischeehaft und aufgesetzt. Die ständig eingeblendeten Interview Splitter unterbrechen dabei jegliche dramaturgische Spannung und somit wird man auch nicht einmal dem Aspekt "Drama" wirklich gerecht. Technisch ist alles recht hochwertig gestaltet und an Ausstattung und Budget scheint es EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG wirklich nicht zu fehlen. Solche historischen Ereignisse nicht zu bewerten ist in anderen Dokumentationen oft eine nachvollziehbare und dramaturgisch richtige Entscheidung.

In EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG wirkt sie deplaziert und man darf sich nun fragen, worin dann eigentlich noch der Mehrwert dieses Doku-Dramas besteht. Lieber sehe ich dann eine reine Dokumentation oder diskutiere eine eventuelle Bewertung der Macher in aller Ausführlichkeit hinterher, als eine durchwachsene Nachstellung mit all seiner Subjektivität zu konsumieren und nicht weiter zu kommen als zuvor. Zumindest ist EINE MÖRDERISCHE ENTSCHEIDUNG nicht reißerisch geworden und hält sich nüchtern an die kolportierten Fakten, und deswegen kann ich unter den oben genannten Faktoren das Doku-Drama für Interessierte an dem Fall "Kundus" und seinen Hintergründen durchaus empfehlen.

2,5/5 Sternen


Hush Hush
Hush Hush
DVD ~ Derek Lux
Preis: EUR 12,19

2.0 von 5 Sternen Aus dem Schweigen kommt alle Kraft?, 9. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Hush Hush (DVD)
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review):

Wer sich mit dem Erwerb von HUSH HUSH beschäftigt sollte zunächst wissen, dass sich der Film gänzlich ohne Dialoge präsentiert. Zumindest konnte ich ehrlich gesagt keinen feststellen wann immer ich wach war, da HUSH HUSH sich nämlich nicht ohne Längen präsentiert. Das Gezeigte ist mehr als lapidar zu bezeichnen ist. Es geht um ein Ehepaar das in Routine verfällt und auch beim Sex herrscht pure Pflichterfüllung vor. Er bewegt lieber seine Hand auf und ab beim konsumieren von webPorn was auch so langsam zur Sucht wird. Es ist klar, dass diese Situation in gewisser Weise eskaliert…Warum das Filmchen mit einer FSK 16 firmiert ist mir schleierhaft.

Es gibt ein paar verklemmte Sex-Szenen die mehr verbergen als zeigen und dann hin und wieder halt ihn wie bereits erwähnt in der Schüttelhaltung vorm Bildschirm. Wie aufregend. Ab und zu spannt er auch noch bei den recht aktiven Nachbarn. Ohne Dialoge heißt natürlich nicht ohne Ton. Und so gibt es die Umgebungsgeräusche und mal ein Seufzen zu hören. Über allem liegt eine klassische Musik die recht penetrant daher kommt, mal klassisch, mal eher experimentell gewagt in repetitiven Stile eine Philip Glass. Dazu kommen sehr großflächige Nahaufnahmen des Gesichts unseres Helden (Derek Lux) auf seine Augen, Munde und sämtliche anderen Gesichtspartien.

Man kann nicht leugnen, dass nach einer gewissen Zeit HUSH HUSH tatsächlich eine Art Beklemmung durch die deprimierende Atmosphäre, die Verzweiflung der Hauptpersonen und der Emotionslosigkeit mit der Sex praktiziert wird aufkommt. Aber das reicht nicht für einen irgendwie gearteten Mehrwert von HUSH HUSH. Für einen Arthouse Film hat er deutlich zu wenig Tiefe, Inhalt und Metaphern. Für einen Experimentalfilm ist er viel zu konservativ geraten und formal zu eingeschränkt in seinen Ausdrucksmöglichkeiten. Das Drehbuch ist so vorhersehbar und komplex wie von einem Filmprojekt einer 8. Klasse gestaltet. Ich mir keine Zielgruppe auch nur annährend ausmalen, die Gefallen an HUSH HUSH findet. Andererseits tut der Film auch Niemandem weh und soll somit noch gnädige

1,5/5 Sternen erhalten


Albert Nobbs [Blu-ray]
Albert Nobbs [Blu-ray]
DVD ~ Glenn Close
Wird angeboten von Siggi Medien
Preis: EUR 5,98

21 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einmalige Leistung von Glenn Close in einem sehenswerten Melodram, 8. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Albert Nobbs [Blu-ray] (Blu-ray)
FILM Kritik/Bewertung/Besprechung (Review): [Blu-ray/DVD Informationen ganz unten]

Vielleicht ist es nicht fair ALBERT NOBBS zu besprechen, wenn man weder Glenn Close Fan ist, noch Filme bevorzugt, in denen Männer in Frauenkleidern oder umgekehrt agieren, denn meist artet dies in oberflächlichem Klamauk aus um es einem breiten Publikum mental überhaupt zugänglich zu machen. Aber die ersten Eindrücke von ALBERT NOBBS schon haben dieses Vorurteil wie erwartet nicht bestätigt. Die Literaturverfilmung des irischen Autors George Moore von 1918 ist ein sehr intensiver Film über eine Frau, die ein selbstbestimmtes Leben in einer patriarchalischen Gesellschaft führen will und dazu außergewöhnliche und gefährliche Wege bestreitet um glücklich zu sein. Glenn Close hat für die bewegende und glaubhafte Darstellung von Albert Nobbs zu Recht eine Oskarnominierung erhalten.

Die Ausgangssituation der Geschichte Ende des 19. Jahrhunderts in Irland ist alles andere als günstig. Frauen dürfen nicht arbeiten und Albert Nobbs (Glenn Close), der eigentlich eine Frau ist, hat schon 30 Jahre als Butler in Dublin gearbeitet. Ihr Ziel ist es, sich mit dem Ersparten selbstständig zu machen, und dies droht zu scheitern, als sie sich in eine ebenfalls interessante Person, Maler Hubert Page (Janet McTeer) verliebt...schon in den ersten Szenen gibt ALBERT NOBBS eine Visitenkarte ab und die langsamen Kamerafahrten und die bedächtige Musik ergeben eine sehr gute Einheit. Gleich in der ersten Szene bereitet sich Albert Nobbs mental auf die Arbeit vor und streicht sich durch das kurze Haupthaar. Danach liefert er in der Bedienung seiner Herrschaften die erwartete Perfektion in Bewegung, Körperhaltung, Gestik und Sprache ab.

Der Trailer des Films suggeriert durch seine etwas einseitige Auswahl der durchaus vorhandenen komödiantischen Szenen eine gewisse Gagdichte die ALBERT NOBBS nicht wirklich gerecht wird. Von Anfang an ist die Grundstimmung eine deutlich melancholische und man leidet in dem Schicksal von Albert Nobbs sofort mit. Die dramaturgischen Highlights werden eben nicht mit dem Dampfhammer präsentiert, sondern ALBERT NOBBS lässt sich viel Zeit die Geschichte Stück für Stück aufzubauen und gibt auch seinen vielfältigen Nebenfiguren genügend Raum um sich sichtbar zu entfalten. Dies gilt insbesondere für Mia Wasikowska als Helen, aber im Besonderen für die Leistung der äußerst charmanten Janet McTeer, die dafür auch mit einer Oskarnominierung belohnt wurde.

In einer schönen Szene am Schluss ist sie sogar mindestens auf Augenhöhe mit Glenn Close wenn nicht sogar darüber. Über allem schwebt natürlich die Leistung des Alt-Stars Close und ihrer einmaligen Physiognomie als Mann mit unschätzbarem Alter. Man erkennt Clenn Close jederzeit, erlebt aber als Zuschauer mit diesem Wissensvorsprung trotzdem das Handeln ihrer Figur des Albert Knobbs. Diese Figur hat eine eigene Aura und eine Art positiver Künstlichkeit mit einem guten Schuss "Nicht von dieser Welt" mit ihrer steifen Haltung und übertriebenen Korrektheit in Gestus und Sprache. Alles Sexuelle ist eher auf eine Phantasie, ein Idealbild reduziert und bewegt sich damit in fast infantilem Kontext.

Man denkt oft Nobbs wünscht sich unsichtbar zu sein, und mit den manchmal gleichfarbigen Hintergründen verschwimmt ihre Erscheinung tatsächlich fast und bildet damit eine deutungsreiche Metapher zu der Stellung der Frau in der Zeit, in der die Geschichte spielt. In einer anfänglichen Szene, in der sie kurz enttarnt wird, scheut sie sich auch nicht vor sehr unvorteilhaften Einstellungen und ist alles andere als eine Diva. Sie hat die Rolle ja auch schon am Theater gespielt und es war stets ihr Wunsch die Geschichte anspruchsvoll zu verfilmen. Das kann man von der äußerst stilsicheren Ausstattung bei nur 8 Mio. Dollar Budget durchaus so feststellen.

Sie tritt auch als Produzentin auf und arbeitete auch an der Adaption des Drehbuchs von ALBERT NOBBS mit. Der kolumbianische Regisseur Rodrigo Garcia hat sich mit diesem Werk deutlich in die Aufmerksamkeit des Filmgeschäfts gespielt, was von seinem sonstigen Schaffen, dass mehr aus bei uns nicht sehr bekannten TV-Serien stammt, nicht wirklich behaupten kann. Für Glenn Close Fans ist der Film ein Muss und eine Augenweide. Freunde anspruchsvoller Dramen sollten ebenfalls einen Blick darauf werfen. Das wichtige und unstützenswerte Thema der Nichtbenachteiligung aufgrund der sexuellen Orientierung und Themen wie Transgender sind auch heute aktueller denn je und fest in der öffentlichen Diskussion verankert.

4,5/5 Sternen (in der Kategorie "Melodram")

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides (HD) Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen oder Stärken
- TON: genregemäß frontlastig, räumlich wo nötig, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Interviews mit Cast & Crew; Deleted Scenes; Kinotrailer
- SONSTIGES: FSK 6 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2014 1:14 PM CET


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