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Rezensionen verfasst von
Michael Janßen "Kaelo" (Dortmund Deutschland)
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Akasha Säule® - Chembuster verbunden mit dem Äther von Oz Orgonite
Akasha Säule® - Chembuster verbunden mit dem Äther von Oz Orgonite
Wird angeboten von Projekt Acura
Preis: EUR 4.499,00

68 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neue Lebensqualität, 25. November 2015
Ich habe die Akasha Säule® im März 2015 erworben, und bereits im August drohte ich, vor Langeweile förmlich zu ersticken: Um mich herum nur noch bereinigte, wiederbelebte Atmosphäre, Chemtrails waren - sofern sie überhaupt noch in meiner Umgebung existierten - energetisch orgonharmonisiert, kurz: Sämtliche Unwägbarkeiten, die bis dato meinen täglichen Überlebenskampf ausgemacht hatten, hatte die Akasha Säule® förmlich pulverisiert. Kurz bevor ich in Ermangelung an Herausforderungen zu vermerkeln drohte, kam mir die rettende Idee: Zuerst brachte ich meiner Akasha Säule® bei, Stöckchen zu apportieren. Sie erwies sich als sehr gelehrig, und schon nach wenigen Trainingseinheiten brachte sie neben Stöckchen auch Damenhandtaschen und Eichhörnchen an, wobei sie eine immense Eigeninitiative entwickelte. Mittlerweile kann meine Akasha Säule® auch Dosen öffnen, Satellitenschüsseln justieren, Zündkerzen wechseln, ohne Hilfsgeräte zweistellige Zahlen miteinander multiplizieren und grüne Wäschestücke bei 30 Grad waschen. Sie hat meinem Leben endlich einen Sinn gegeben - meine Akasha Säule®.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2016 9:24 PM CET


Inferno
Inferno
von Dan Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nur für Leser mit partieller Gehirninsuffizienz, 23. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Inferno (Gebundene Ausgabe)
Professor Langdon, in der sicherlich bereits geplanten Verfilmung ebenso sicherlich von Tom Hanks dargestellt, sofern sich dieser dem nicht durch unerwartetes Ableben entzieht, erwacht in einer Klinik und kann sich an nichts erinnern. Zu allem Überfluß wird noch im Krankenbett ein Mordanschlag auf ihn verübt, den er nur deshalb überlebt, weil ihm die behandelnde Ärztin durch ihre Geistesgegenwart das Leben rettet.
Lesern, die sich bereits an dieser Stelle einerseits fragen würden, wieso das Krankenzimmer einer Intensivstation durch eine massive und von innen verschließbare Tür gesichert ist, und denen es andererseits ebenfalls merkwürdig vorkommt, daß besagtes Zimmer darüberhinaus noch mit einem zusätzlichen Ausgang ausgestattet ist, der es der Ärztin ermöglicht, einem angeschossenen Patienten, der gerade aus der Narkose erwacht ist, zur Flucht vor einer vor besagter Tür lauernden, bewaffneten Killerin zu verhelfen, kurz: Lesern, bei denen mit der Lektüre eines als Thriller deklarierten Werkes nicht automatisch eine Gehirninsuffizienz einhergeht, sei vom Kauf dieses Werkes dringend abgeraten. Denn der Rest des "Thrillers" ist ebenso schnell zusammengefaßt wie auch aus den bisherigen Werken Dan Browns bekannt:
Langdon entdeckt ein Rätsel nach dem anderen und verbringt den gesamten Roman in seinem gewohnten Aggregatszustand, nämlich flüchtig. Daß die erstaunlicherweise attraktive und mit exorbitanter Iintelligenz ausgestattete Ärztin ihn dabei begleitet, gehört ebenso zu den Nichtüberraschungsmomenten wie auch die Tatsache, daß es den Flüchtenden durchgängig nicht nur gelingt, den selbstverständlich schwarzgekleideten professionellen Killerkommandos zu entkommen, sondern dies auch noch auf verschlungenen Pfaden zu praktizieren, die außer dem Amerikaner Langdon niemandem bekannt sind. Um so erstaunlicher, da der "Thriller" ausnahmslos in Italien spielt.
Kurz und schlecht: Alles wie gehabt. Aber was man bei "Illuminati" noch als putzige Naivität eines unerfahrenen Autors empfunden haben mag - nämlich die hanebüchene Pseudo-Action und die Indiana-Jones-Gedächtnis-Mentalität des Protagonisten - ist mittlerweile nur noch nervtötend.
Was bei diesem stümperhaften Machwerk leider völlig untergeht, ist, daß die eigentliche Thematik von Inferno durchaus hochaktuell und brisant ist: Ein - natürlich - ebenso genialer wie auch unverstandener - Wissenschaftler befürchtet, daß sich die Menschheit, wenn sie weiterhin so anwächst wie in den letzten 50 Jahren, selbst vernichtet, weil nicht mehr genügend Lebensmittel für alle produziert werden können. Er führt dies darauf zurück, daß die Selbstregulierungsmechanismen der letzten Jahrhunderte, wie beispielsweise die Pest, die stets dafür gesorgt haben, daß die Anzahl der Menschen halbwegs überschaubar blieb und den Überlebenden das Weiterleben sicherte, heutzutage nicht mehr vorhanden sind. Um also den Fortbestand der Menschheit zu sichern hat er ein Virus erzeugt, welches für den entsprechenden Ausdünnungsvorgang sorgen soll.
Ein durchaus nachvollziehbarer Gedanke, auch vor dem Hintergrund, daß Verschwörungstheoretiker vor rund 30 Jahren bereits gemutmaßt haben, daß es sich bei AIDS um ein solches gezielt eingesetztes Regulationsinstrument handeln könnte.
Warum der Wissenschaftler das Virus nicht einfach freisetzt, sondern es mit einem Zeitzünder versieht, dem sich Langdon Dank seiner genialen Eingebungen selbstverständlich immer weiter nähert, und warum er sich auch noch das Leben nimmt, bevor er seine Wohltat an der Menschheit vollbringt, gehört zu den unendlich vielen Mysterien von Inferno.
Ich wünschte, Andreas Eschbach, Frank Schätzing oder ein anderer ernstzunehmender Autor hätte sich dieses Themas angenommen. Brown hat's versemmelt. Aber total.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 13, 2013 5:53 PM MEST


Obsession
Obsession
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

88 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kommerzielle Verwertung einer schlechten Schreibübung, 15. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Obsession (Taschenbuch)
Nachdem Sarah, seine Frau unverhofft gestorben ist, bleibt Ben mit seinem Stiefsohn, dem autistischen Jacob zurück. Schon kurze Zeit später findet er Hinweise darauf, daß Jacob womöglich gar nicht Sarahs leiblicher Sohn war, sondern daß sie ihn entführt hatte.
Der Klappentext kündigt vollmundig an, daß daraufhin eine Lawine tödlicher Obsessionen ins Rollen kommt. Tut sie aber nicht.
Das Original dieses Buches stammt aus 1998 und somit aus einer Zeit, in der Simon Beckett, zumindest in Deutschland, aber garantiert zu Recht völlig unbekannt war. Rowohlt hat es wohl jetzt im Nachgang zu Becketts Erfolgsroman Chemie des Todes ausgebuddelt und möchte im Fahrwasser des genannten Erfolgs so viel Rahm abschöpfen wie möglich.
Faktisch ist Obsession ein Buch mit unausgegorenen, blassen Charakteren und einer dünnen Story, gegen die Schneewittchen und die sieben Zwerge ein Psycho-Thriller ist. Selbst der Autismus Jacobs, des Protagonisten Stiefsohn, ist lediglich plakativ ins Geschehen gequetscht und hat nicht die geringste Bedeutung für das Gesamtwerk. Und ob ein ausgeprägter Sockenschuß Coles, des leiblichen Jacob-Vaters, rechtfertigt, von einer Obsessionslawine zu reden ... mehr als zweifelhaft.
Unterm Strich: Finger weg! Und vermutlich auch von allen weiteren Werken, die Rowohlt noch in den Schulheften Becketts finden mag.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2013 2:27 PM MEST


Ich darf das, ich bin Jude (KiWi)
Ich darf das, ich bin Jude (KiWi)
von Oliver Polak
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Witzig, kurzweilig - und endlich mal ohne den erigierten Zeigefinger, 28. Mai 2009
Ein 30jähriger, den außerdem kein Schwein kennt, schreibt seine Memoiren. Ein Kracher! Darauf hat die Literaturwelt gewartet, der Nobelpreis ist nur noch eine Frage der Zeit. Im Ernst: So etwas lesen bestenfalls des Autors Eltern und seine Freunde. Kein Verlag der Welt (sieht man mal von Institutionen, die talentlosen Hobbyschreibern das Geld aus der Tasche ziehen und sich selbst scherzhaft als "Verlage" bezeichnen ab) würde auch nur daran denken, so etwas ins Programm aufzunehmen - es sei denn, der Autor wäre - zum Beispiel - Jude. Und wenn das Werk dann auch noch den plakativen Titel trägt "Ich darf das, ich bin Jude", wird plötzlich ein Schuh - und ein Buch - daraus. Da stellt sich dann auch nicht mehr die Frage, wozu das hoffnungsvolle Nachwuchstalent denn auch noch einen Co-Autor (Jens Oliver Haas) benötigt (Möglichkeit 1: Er selbst kann nicht schreiben, Möglichkeit 2: Er selbst ist nicht witzig), da ist im Land der kollektiven Betroffenheit ein Chartbreaker vorprogrammiert.
Genug polemisiert. Der Autor Oliver Polak rückt gleich am Anfang gerade, daß im vorliegenden Werk keineswegs die Schuldfrage aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts zum x-tausendsten Mal durchgenudelt werden soll ("Treffen wir doch für die Dauer der Lektüre folgende Vereinbarung: Ich vergesse die Sache mit dem Holocaust ' und Sie verzeihen uns Michel Friedman"). Er konstruiert keine Geschichte, sondern läßt den Leser am harten Los des Sohnes der einzigen Jüdischen Familie im ländlichen Papenburg teilhaben, wobei seine Leiden weniger aus dem Jüdischsein, als viel mehr aus dem Einejüdischemutterhaben resultieren. Diese Mutter, ein russischstämmiges Energiebündel mit der Durchschlagskraft einer mit der Hiroshima-Bombe kombinierten, jungen Alice Schwarzer, herrscht über die Familie und somit auch über den Protagonisten. Dieser schildert sein junges Leben mit einer gehörigen Portion Witz und Selbstironie, vermittelt beiläufig und in homöopathischen Dosen einige Infos zum Judentum, die wahrscheinlich nicht nur mir als Atheisten unbekannt waren und die durchaus noch etwas ausführlicher hätten sein können. Zwischenzeitlich gerät des Protags Karriere stark in den Vordergrund des Geschehens und ich sehe mich gezwungen, meine Eingangsformulierung in "kein Schwein über 30" umzuändern, da Polak wohl auch schon mal bei VIVA den Andrack für Stefan Raab gemacht hat und auch als Drummer in einer Band tätig war, so daß ihm durchaus der F-Promi-Status mit integrierter Dschungelcamp-Quali zugestanden werden muß.
Kurzum: 186 Seiten witzige und zum Teil sogar informative Unterhaltung, die man innerhalb weniger Stunden mal eben so weglesen kann und die gute Laune hinterläßt. Ein Autor, von dem ich mir - im selben Stil geschrieben - ein empirisches Werk über das Judentum wünschte. Egal, ob er Polak oder Haas heißt.


Der Nobelpreis: Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Der Nobelpreis: Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Andreas Eschbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lieblos dahingerotzt, 12. September 2008
Der Nobelpreis
Andreas Eschbach
TB, 2007, Bastei Lübbe, 555 Seiten
ISBN 978-3-404-15763-1

Die Vergabe des Nobelpreises, der vielleicht wertvollsten Auszeichnung, die auf diesem Planeten vergeben wird, soll manipuliert werden. Um Sofía Hernández Cruz, eine chancenlosen Kandidatin, trotzdem zur Preisträgerin zu machen, scheuen die Hintermänner der Aktion weder vor Bestechung, noch - wenn der zu Bestechende moralische Skrupel hegt -vor Entführung zurück. Für Hans-Olof Andersson, Mitglied des Nobelpreiskomitees und somit auch für die Vergabe des Preises mitspracheberechtigt, ist es zu spät, seine Skrupel zu bereuen. Anstatt um 3 Millionen Schwedische Kronen - den angebotenen und von ihm abgelehnten Bestechungsbetrag - reicher zu sein, sieht er jetzt seine Tochter Kristina in den Händen von Kidnappern, um sein Votum zu beeinflussen. In seiner Not bittet Andersson Gunnar Forsberg, den Bruder seiner verstorbenen Frau und einzigen Verwandten von Kristina, um Hilfe. Dieser würde alles, wirklich alles, tun, um seiner Nichte zu helfen, gäbe es da nicht ein Problem: Wegen Industriespionage sitzt er seit sechs Jahren hinter Gittern und hat noch weitere sechs Jahre vor sich. Andersson läßt all seine Beziehungen spielen, und es gelingt ihm, für seinen Schwager eine Begnadigung zu erwirken. Die Jagd auf die Entführer ist eröffnet '

Autor Andreas Eschbach führt den Leser im Stile eines penibel recherchierenden Journalisten in das Umfeld des Nobelpreises ein. Allein für diese wenigen Seiten lohnt sich die Lektüre des Buches, wenn ein entsprechendes Interesse vorliegt. Leider war's das auch schon mehr oder weniger an positiven Aspekten zu diesem Werk.
Eschbach mag ein hervorragender Schriftsteller sein, wenn in irgendeiner Form Science Fiction mit im Spiel ist ("Das Jesus Video", "Der letzte seiner Art"), realitätsorientierte Romane oder Thriller sind - dieses Buch ist der Beweis - nicht seine Domäne. Da handelt der Protagonist wiederholt unlogisch und nicht nachvollziehbar - und Eschbach begründet dies ein ums andere Mal mit Instinkt oder Intuition. Da sieht sich der Protagonist einem für ihn nicht knackbaren Safe gegenüber - und findet die Kombination zufällig auf dem Safe liegend. Da dringt er in ein Haus ein und hat nur noch wenige Sekunden Zeit, die Alarmanlage zu entschärfen - eine für ihn hoffnungslose und somit zum Scheitern verurteilte Angelegenheit - würde nicht neben der Anlage ein Zettel mit dem Code zum Ausschalten derselben kleben.

Solch "glückliche Fügungen" ziehen sich durch den ganzen Roman und verleiden einem den Genuß an einem Plot, der durchaus Potential hätte, wäre ihm nicht durch lieblos dahingerotzte Deus-ex-Machina-Surrogate jegliche Realitätsnähe entzogen worden. Daran ändert auch die eine oder andere durchaus gelungene und überraschende Wendung nichts.
Fazit: Wenn man nicht gerade Vorsitzender eines Eschbach-Fanclubs ist oder Rotkäppchen und der Wolf für eine Doku-Soap hält, sollte man sich den Kauf dieses Buches unbedingt sparen - oder es jemandem schenken, dem man die Pest an den Hals wünscht. Und hoffen, daß in Eschbachs nächstem Werk wieder ein Hauch von Science Fiction einkehren möge, denn dieses Metier beherrscht er.


Gottlos
Gottlos
von Karin Slaughter
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel konstruiertes menschliches Elend, 8. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Gottlos (Taschenbuch)
Gottlos
Karin Slaughter
TB, 2007, Rowohlt, 509 Seiten, 9,95 €
ISBN 978-3-499-24074-4

Chief Tolliver gerät während eines Waldspaziergangs mit seiner Lebensabschnittsgefährtin, der Ärztin Sara Linton, ins Stolpern. Als beide nachsehen, was ihn aus dem Gleichgewicht gebracht hat, finden sie ein Rohr, welches senkrecht aus dem Boden ragt und an dessen oberem Ende ein Drahtgitter befestigt ist. Nichts Gutes ahnend legen Sie das Rohr frei und stellen dabei fest, daß es fest mit einem Holzkasten verbunden ist. Es gelingt ihnen, auch diesen auszugraben. Als sie den Deckel öffnen, finden sie die Leiche eines jungen Mädchens. Seine Augen sind weit geöffnet, als hätte es dem Tod ins direkt ins Gesicht geschaut, an der Innenseite des Sargdeckels befinden sich Kratzspuren - Zeichen für einen verzweifelten und hoffnungslosen Versuch, dem unterirdischen Gefängnis zu entkommen.
Klar, daß ein grausiges Verbrechen vorliegt, aber war es wirklich ein kaltblütiger Mord? Dagegen sprechen einerseits das Rohr, welches zweifellos der Luftzufuhr gedient hat, und zum anderen die Tatsache, daß sich in dem Sarg Wasser und Nahrung befanden. Was war es dann? Ein perverses Spiel mit tödlichem Ausgang?
Aufschluß erhofft sich Chief Tolliver von den Verwandten des Mädchens, aber die sind allesamt Angehörige einer dubiosen Sekte und Fremden gegenüber nicht sehr aufgeschlossen. Das ändert sich langsam, als plötzlich auch die Schwester der Toten verschwindet '

Karin Slaughter, die Autorin, läßt keine auch noch so unappetitlichen Details aus, wenn es um die Schilderung von Verbrechen geht, und führt den Leser dadurch visuell an den Tatort. Der Thriller ist entsprechend brutal, dabei durchgehend spannend und wartet gelegentlich mit kleinen Überraschungen auf, aber mit keinen, die den Leser auf dem völlig falschen Fuß erwischen würden.
Leider extrem dick aufgetragen sind die Schicksale der Charaktere, besonders der weiblichen: Kaum eine Frau, die nicht mißhandelt, vergewaltigt, gnadenlos unterdrückt wird oder wurde oder zumindest aus unterschiedlichen Gründen schon mal ein geborenes oder ungeborenes Kind verloren hätte. Unabhängig von der zweifellos vorhandenen Qualität des Romans wird diese Tatsache die Leserschaft spalten: Die Leserin wird mit den verprügelten Figuren fühlen, beim Leser - zumindest war es bei mir so - wandelt sich dieses Mitgefühl spätestens dann in verständnisloses Kopfschütteln, wenn er erfährt, daß mehrfach bis zur Bewußtlosigkeit geprügelte Frauen immer wieder zu ihren Peinigern zurückkehren.
Aber das ändert nichts daran, daß wir es bei Gottlos mit einem sehr packenden und lesenswerten Roman zu tun haben, den ich durchaus empfehlen kann.


Unknorke: Roman
Unknorke: Roman
von Lars Niedereichholz
  Taschenbuch

29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen durchgehend witzig und extrem kurzweilig, 4. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Unknorke: Roman (Taschenbuch)
Unknorke
Lars Niedereichholz
TB, 2008, Piper, 237 Seiten, 12,- €
ISBN 978-3-492-27159-2

Marc, von der Mentalität her ewiger Student, wird aus seinem verträumten Leben unversehens in die Realität gezerrt: Seine Freundin ist schwanger. Schluß mit lustig, ein Job muß her, um die kleine Familie zu versorgen und ihr eine adäquate Unterkunft bieten zu können. Er landet bei einer Öko-Bank als - politisch korrekte/r - AssistentIn der Geschäftsleitung. Und damit beginnt sein eigentliches Drama: Beruflich umzingelt von Ökos der Hardcore-Fraktion, fühlt er sich deplaziert und beobachtet das Geschehen in der Öko-Bank mehr, als daß er, wie es sein Job eigentlich vorsieht, produktiv an ihm teilnimmt. Seine Frau, einst die Schönste der Stadt, mutiert durch die Schwangerschaft optisch zu einem Fleischberg und mental zu einer Öko-Gretel der übelsten Sorte. Marc beschließt, sein Schicksal mit Fassung und Würde zu tragen, als zum Glück ein Unglück geschieht '

Daß der Autor Lars Niedereichholz als die wasserstoffblondierte Hälfte des Comedy-Duos "Mundstuhl" seit Jahren etabliert ist, spielt für den vorliegenden Roman keine Rolle und sei an dieser Stelle nur deshalb erwähnt, damit potentielle Leser, die hoffen oder befürchten, gesammelte und schriftlich wiedergekäute Mundstuhl-Spökskes im vorliegenden Roman vorzufinden, gleich auf den rechten Pfad geleitet werden: So ist es nicht. Der Autor hat mit dem Comedian wenig gemein, er ist besser.
Natürlich schreien eine Öko-Bank und die in ihr Beschäftigten förmlich danach, alle Klischees aufzulisten, die seit Bestehen der Öko-Bewegung grassieren. Der Autor trägt dem Rechnung, allerdings nicht, indem er - etwa wie der grottenschlechte Witzeerzähler Fips Asmussen - ein Best of Ökoscherze ziellos aneinanderreiht, sondern indem er den Leser die Geschehnisse rund um Bank und Familie miterleben läßt. Formulierungs- und pointensicher leitet er als Ich-Erzähler durchs Geschehen, deshalb macht das Lesen Spaß, auch wenn der Roman vorübergehend in das Genre Reisebericht abdriftet. Aber auch hier bleibt man als Leser gern bei der Stange, weil der launige Erzählstil beibehalten wird. Die Charaktere sind so plastisch geschildert, daß man als Leser froh ist, sie nicht zu kennen, bzw. voller Entsetzen feststellt, daß man es doch tut.
Das Geschehen selbst birgt keine thrillerimmanenten Spannungsmomente oder unerwartete Wendungen, aber das muß und soll es wohl auch gar nicht. Der Roman soll unterhalten, und das tut er.
Unterm Strich ein echtes Lesevergnügen, das durchaus noch ein paar Seiten länger hätte sein dürfen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2009 5:21 PM CET


Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
Kalte Asche: David Hunters 2. Fall
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stark konstruiert, aber lesenswert, 4. September 2008
Kalte Asche
Simon Beckett
TB, 2007, rororo, 431 Seiten, 9,95 €
ISBN 978-3-499-24195-6

David Hunter, forensischer Anthropologe, wird auf die kleine Hebriden-Insel Runa gerufen, um bei einer Leiche die Hintergründe für deren Tod festzustellen. Schnell wird ihm klar, daß ein Verbrechen zugrundeliegt, aber tagelange Stürme verhindern jeglichen Kontakt zum Festland und somit auch das Eintreffen der Spurensicherung. Hunter und die gemeinsam mit ihm auf der Insel eingetroffenen Polizisten Sergeant Fraser und Constable McKinney versuchen an deren Stelle, alle Indizien und Beweise zu retten, bevor dem Sturm sie endgültig vernichtet, als plötzlich ein weiterer Mord geschieht.
Beckett schafft in seinem zweiten Roman beinahe durchgehend Spannungsmomente mit z. T. überraschenden, meist schlüssigen Wendungen. Trotzdem wirkt vieles am Geschehen konstruiert und gewollt reißerisch. Im Gegensatz zu seinem Erstlingsroman 'Die Chemie des Todes', der den Leser allein schon durch den Einblick in das den meisten unbekannte Gebiet der forensischen Anthropologie zu fesseln vermochte, unterliegt der Autor in 'Kalte Asche' dem flächendeckend verbreiteten Irrtum, daß es für einen Wissenschaftler keineswegs genügt, ein Wissenschaftler zu sein, sondern daß mindestens eine Zusatzqualifikation als Action-Held vonnöten ist. Die Charaktere sind dermaßen einfallslos in Gut und Böse aufgeteilt, daß der Leser ständig hofft, daß die Auflösung des Falles möge doch bitte etwas Überraschendes bringen.
Unterm Strich liegt ein Thriller vor, der bis zur letzten Minute spannend bleibt und den man ungern aus der Hand legt. Abstriche gibt es bei den viel zu dick aufgetragenen 'Abenteuern' des Protagonisten und der Eindimensionalität der Charaktere. Trotzdem alles in allem ein unterhaltsames Werk.


Scriptum
Scriptum
von Raymond Khoury
  Taschenbuch

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Hergestellt in der Klapsmühle, 4. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Scriptum (Taschenbuch)
4 als Tempelritter verkleidete Reiter - hoch zu Roß, sonst wären es schließlich keine - galoppieren am hellichten Tag mitten in New York in eine Museumseröffnung hinein, ermorden wahllos diverse Besucher, greifen sich ein bestimmtes Ausstellungsstück und verschwinden ungesehen. Ungesehen. 4 Reiter. Mitten in New York. Als Tempelritter verkleidet. HIER STUTZTE ICH ERSTMALIG UND MUTMASSTE NOCH, MIR UNWISSENTLICH EINEN SATIRISCHEN ROMAN GEKAUFT ZU HABEN.

4 (schon wieder?) hochqualifizierte FBI-Agenten beobachten einen Denunzianten. Plötzlich taucht ein böser Mensch auf, überschüttet ihn mit Benzin und zündet ihn an. Vor den Augen von 4 hochqualifizierten FBI-Agenten. Die das Opfer beobachten. Und nichts gegen das Abfackeln unternehmen können. HIER STUTZTE ICH ZUM ZWEITEN MAL UND WAR MIR JETZT SICHER, MIR EINEN SATIRISCHEN ROMAN GEKAUFT ZU HABEN.

Ein Mann wird vom bösen Onkel im Keller gefangengehalten. Im selben Raum befinden sich unter anderem sowohl die Chiffriermaschine als auch das zu dechiffrierende Manuskript. Mit dem Gefangenen zusammen. Unbeaufsichtigt. Die Gegenstände, um die es in diesem Roman geht. Klar, daß später ein exakter Nachbau dieser Maschine auch noch ungesehen die Gepäckkontrolle passieren kann. In New York. Nach dem 11. September. Eine Chiffriermaschine.

JETZT WUSSTE ICH ENDLICH, DASS ICH EINEM TRUGSCHLUSS AUFGESSESSEN WAR: ES IST GAR KEINE SATIRE. DER AUTOR MUSS DAS WERK IN EINER BALLA-BURG FABRIZIERT HABEN UND WURDE ANSCHLIESSEND AUF LEBENSLÄNGLICH GESETZT.

WIRKLICH BEDROHLICH FINDE ICH, DASS ES IN DEUTSCHLAND FÜR SO EINEN HIMMELSCHREIENDEN SCHWACHSINN AUCH NOCH VERLAGE GIBT.

MEIN TIP: FINGER WEG!!! (oder an jemanden verschenken, der in der Klapse sitzt). Weniger als einen Beurteilungsstern kann man hier nicht vergeben, sonst hätte ich es getan.


Im Zeichen des Drachen: Roman (Allemand)
Im Zeichen des Drachen: Roman (Allemand)
von Tom Clancy
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen 400 - 500 Seiten weniger, und es wäre genial geworden ..., 16. September 2005
In Sibirien werden riesige Öl- und Goldvorkommen entdeckt. Nach dem Ende des kalten Krieges ist dies den westlichen Industrienationen nur recht, könnten sich die Russen doch durch diesen Reichtum zu adäquaten Geschäftspartnern mausern, von denen letztlich auch der Westen profitieren würde.
Leider bekommen auch die Chinesen Wind von dieser Angelegenheit. Durch einen Spion an allerhöchster Stelle der chinesischen Führung erfahren die USA von einer geplanten chinesischen Invasion mit dem Zweck der Besetzung des rohstoffreichen Gebietes. Da sich die russische Armee in Ermangelung finanzieller Mittel in einem desolaten Zustand befindet und den Chinesen quasi wehrlos gegenüberstehen würde, beschließt die Nato kurzerhand, Rußland in das nordatlantische Bündnis aufzunehmen, um die Chinesen von ihrem Vorhaben abzubringen.
Der Autor Tom Clancy (Jagd auf Roter Oktober) besticht in diesem Roman einmal mehr durch sein immenses Hintergrundwissen über das US-amerikanische Militär und seine akribische Recherche über alles, was in irgendeiner Weise damit zusammenhängt. Leider geht seine Liebe zum Detail in diesem Roman voll nach hinten los. Allein das achtseitige Glossar am Ende des Buches, ausschließlich mit militärischen Abkürzungen vollgestopft, läßt einen sehr gehemmten Lesefluß befürchten, der sich schnell bestätigt.
Wer sich nicht daran stößt, sich durch Fachjargon und wirklich überflüssigen Details durchfressen zu müssen, findet einen durchaus realistischen und packenden Roman vor, der, wäre er nicht 1150 Seiten lang, sondern 700, für Liebhaber dieses Genres einen Leckerbissen darstellte. Kleiner Trost: Wer sich bis Seite 750 durchgequält hat, wird mit einem spannenden und mitreißenden Schluß belohnt.


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