Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More madamet fissler Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip NYNY
Profil für Hans Henkel > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Hans Henkel
Top-Rezensenten Rang: 3.440.798
Hilfreiche Bewertungen: 594

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Hans Henkel (Graz)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Der Hahn ist tot
Der Hahn ist tot
von Ingrid Noll
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Wunschgedanken wahr würden, 31. August 2000
Rezension bezieht sich auf: Der Hahn ist tot (Taschenbuch)
Wie auf einem Laufband werde ich von Zauberhand von Seite zu Seite gezogen und gerate in einen Sog, der mich mit steigendem Lesetempo heftig bis ans Ende zieht. Ich vergesse dabei aufs Essen und Trinken, nehme keine Anrufe mehr entgegen und selbst der Fernseher bleibt unangetastet.
Das Magische, das mich an diesem Buch in seinen Bann schlägt, ist das unauffällige Entlanggleiten an Vertrautem und die plötzlichen ausfahrenden Bewegungen, die Leiche um Leiche produzieren. Alle bis auf eine ohne Plan und im Affekt getötet.
Schritt für Schritt begleitet man Rosemarie, eine Büroangestellte und alles andere als ein natural born killer, scheinbar unausweichlich beim Töten. Gestorben wird schnell und es passiert fast beiläufig. Mehr Raum nehmen da schon die sich daran anschliessenden Trauerfeierlichkeiten ein. Bei diesen entdeckt sie neben dem Schuldgefühl,ein stärkeres dieses überdeckende Gefühl, ein durchaus angenehmes Gefühl von Macht. Doch ist der Mann, den sich die zweiundfünfzigjährige schon mehrfach bitter entäuschte Rosemarie als ihre grosse Liebe aussucht diese auch wert? Entpuppt er sich nicht als biederer, geltungsbedürftiger, egozentrischer, vor allem auf jüngere Frauen konzentrierter Schürzenjäger, ein Lehrer noch dazu. Spätestens beim Anblick seiner schweissigen Socken auf dem Teppichboden eines Hotelzimmers verwandelt sich die grosse Liebe in deren schwachen Nachhall, in eine kleine hartnäckige Anhänglichkeit.
Erstaunlich mit welch leichter Hand dieses Buch geschrieben ist, wie mehrere höchst komplizierte Geschichten spielerisch ineinander verwoben sind. Als modernes Märchen mit hohem Grad an genauer Psychologie setzt es um, wovon wir alle träumen.


Leben und Meinungen von Tristram Shandy Gentleman (insel taschenbuch)
Leben und Meinungen von Tristram Shandy Gentleman (insel taschenbuch)
von Laurence Sterne
  Taschenbuch

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins, 25. August 2000
Eingestellt auf eine sich kontinuierlich entwickelnde Geschichte, fühlte ich mich am Anfang ein wenig vor den Kopf gestossen. Laurence Sterne lässt Geschichten abrupt enden, kommt vom Hundertsten ins Tausendste und wechselt die Zeiten ungeniert. Noch dazu scheint es nicht genug dieses Buch zu lesen. Es entsteht vielmehr ein Gespräch mit dem Autor, das ständiges Wachsein und eine gewisse Eigenaktivität erfordert. Aber beim Weiterlesen stellte ich fest, dass es nicht nur der Inhalt der Geschichten war, der mich fesselte. Es ist mehr die Art wie er mich miteinbezog, wie er mir eine Art interaktiven Lesens abverlangte.
Bei Sterne weiss man nie, was der nächste Absatz bringt, ja man weiss nicht einmal, ob er nicht das nächste Kapitel auslässt, um es später nachzuholen oder auch nicht. Das erzeugt Spannung und erfordert Aufmerksamkeit.
Aber das eigentlich Bezaubernde und Tröstliche an diesem Buch ist die Haltung des Autors. Es zeichnet ihn aus ohne Vorwurf, ohne Klage und ohne wertendes Urteil seine Geschichten zu erzählen. Für mich das eigentlich Eindringliche ist die Freundlichkeit und Gutmütigkeit mit der er menschliche Schwächen, Missverständnisse und Eigenheiten seiner Charaktere sehenden Auges aus tiefem Herzen wertschätzt. Es gibt kein Geziehe und Gezerre an seinen Figuren. Er stellt sie ungeschminkt dar, hilflos, lächerlich und liebenswert.
In einem Buch erzählt er gleichzeitig von mehreren Reisen durch Frankreich. Es ist von erfrischender, scheinbarer Belanglosigkeit und obwohl ich nicht mehr sagen könnte, wovon es handelt, erinnere ich mich daran, mehrfach gelacht und fast immer geschmunzelt zu haben bei der Lektüre. Selbst seine eigenen Schmerzen, sein vor dem eigenen Tod Davonfahren, gestaltet er clownesk und vermeidet jede Tragik. Gerade deshalb spürt man seinen Tiefgang und geniesst die gut verträgliche Leichtigkeit des Seins.


Lichtjahre
Lichtjahre
von James Salter
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie alles anders wird in der allmählich vergehenden Zeit., 23. April 2000
Rezension bezieht sich auf: Lichtjahre (Taschenbuch)
Die Sätze sind so einfach. Sie wirken lapidar, anspruchslos. Sie brechen schnell ab, neigen sich einem Ende zu. Wie im Zeitraffer sieht man das unveränderlich Erscheinende dahinfliegen. 'Vanishing' fällt mir dazu ein. Geschrieben mit sehr viel Zärtlichkeit und Behutsamkeit trifft es ins Herz der Dinge und bewegt unsere Atemströme. Viele Sätze sind so schön und wahr, daß ich sie gern jemand vorlesen möchte. Sogar aus dem Zusammenhang gerissen sind sie wirksam. Die für mich eindringlichsten, stärksten Momente hat das Buch in seinem letzten Teil, in dem Viri sich in Rom aufhält und Lia kennenlernt.So viel trostlose Liebe, so viel grundloses Verwurzeltsein in die eigene Auflösung, Hingabe an die Ausweglosigkeit, so viel zufriedene Verzweiflung ist selten und kostbar. Da geht es über die Sprache hinaus in das was jenseits von Sprache ist. Etwas mühsam und verwirrend ist für mich die Vielzahl der Beziehungen. Nicht nur die Nedra's und Viri's, auch noch die Beziehungen von deren Töchter und die der Freunde übersteigen zeitweise meine Aufnahmefähigkeit. In ihrer vielfältigen Unterschiedlichkeit sind sie doch auch wieder austauschbar ähnlich. Die Darstellung aus männlicher Sicht scheint mir authentischer und besser gelungen als die aus Sicht Nedra's. Bei Viri sitzt jeder Gedanken- und Gefühlsgriff und jede Geste ist genetisches Programm. Manchmal geht mir das Buch beängstigend nah. Die Todesfuge von Paul Celan fällt mir ein, besonders dann, wenn Bruchstellen zu Brüchen werden, die vollzogene Trennung in Niemandsländer führt. Versöhnlich und tröstend heller wird es erst, wenn das Ende zur Gewißheit geworden ist und das einsam schmerzlich Brennende einer gelassenen Stille weicht.


Silentium
Silentium
von Wolf Haas
  Broschiert

16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du wirst es nicht glauben!, 22. April 2000
Rezension bezieht sich auf: Silentium (Broschiert)
Du wirst es nicht glauben, aber seit ich 'Silentium' von Wolf Haas gelesen habe, rede und denke ich so wie er schreibt, als wäre das erstens so eine Art Hypnose oder Trance und zweitens der Rhythmus wie eine Melodie die dir nicht mehr aus dem Kopf geht, sodaß Zeitworte nicht mehr unbedingt nötig, du weißt schon e-mail und so. Insofern, was den Rhythmus angeht also ein wirklicher Nachfahre von Thomas Bernhard oder auch vom im Roman vorkommenden Trakl auch was die haarsträubend genaue Beschreibung von Salzburg anlangt. Selber dort ein und ausgegangen, die vielen Kirchen hinein und hinaus, Jungschar hinein und hinaus. Wirkt deshalb natürlich umso mehr und wie du schon bemerkt haben wirst vor allem die Anrede in der zweiten Person, sozusagen ein genialer Kunstgriff. Du mußt es auch fast in einem durchlesen, weil du nicht mehr aufhören kannst und deine Frau oder Freundin neben dir immer aufweckst mit deinem lauten Lachen mitten in der Nacht. Und das obwohl die Geschichte reichlich verworren und skuril, aber die ist eben gar nicht so wichtig, weil viel wichtiger Sophie und so Dings eingeflochten an fast jeder Stelle. Und das Kopfweh vom Brenner und der Föhn, daß dir fast selber der Schädel anfängt zu brummen. Stellen sind drin, die kannst du gar niemand vorlesen, weil sie niemand so gut versteht wie du und vor allem schon vorbei und durch das viele Zurückblättern auch nicht besser. Also besser gleich selber lesen lassen. Du wirst es nicht glauben wieviel man in so einem sogenannten Krimi erzählen kann, wie einem die Augen und Ohren immer wieder auf und übergehen vor lauter Wiedererkennen. Bleibt also nur zu hoffen, daß mir das nicht bleibt, du weißt schon, weil dann wäre es so wie mit den Melodien und den dazugehörigen Texten vom Brenner und daß die was zu bedeuten haben, aber was nur?


Nach Mitternacht
Nach Mitternacht
von Irmgard Keun
  Taschenbuch

19 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie lebt es sich im Faschismus?, 16. März 2000
Rezension bezieht sich auf: Nach Mitternacht (Taschenbuch)
Am Anfang war ich ganz begeistert und überlegte mir schon, wem ich es schenken oder weiterempfehlen würde. Für mich selber überraschend verweigerte ich im letzten Drittel des Romans die emotionale Gefolgschaft. Was so einfühlsam und diskret als einfühlsame Schilderung des Alltags in einem faschistischen Staat begann, steigert sich in ein furioses Finale, das in dem Satz gipfelt:" Es ist gut, wenn du das Schwein umgebracht hast, Franz." Da verliert es den Boden unter den Füßen und kippt um in Hetze und ist nicht mehr unterscheidbar von dem, was es bekämpft. In der schwarz-weiß Darstellung von guten und abgrundtief bösen Menschen ist es amerikanischen Filmen ähnlich. Aber es mag auch die Zeit sein, immerhin wurde es vor 73 Jahren geschrieben, die inzwischen ihren Ausdruck verändert hat. Den ersten Teil des Buches finde ich sehr klar und einfach. Besonders berührt hat mich die mit einer fast kindlichen Stimme erzählte Liebesgeschichte von Sanna und Franz, deren Gemurmel einem inneren Monolog gleicht. Die Passagen des Kennen und Liebenlernens sind von großer Einfühlsamkeit und von tiefem Wissen und in diesen Anfängen ist der Text auch durchzogen von feinsinnigem Humor und von spöttischer Ironie, die leider später verloren gehen. Die Trennlinie zwischen den bösen und dumpfen Faschisten und den guten hilflosen Kommunisten und Juden wird immer schneidender und umso offener und direkter die Aussage umso weniger stimmt es und umso mehr verliert es an Kraft. Was zurückbleibt ist ein Gefühl von Ärger, ein Gefühl einer Gegenpropaganda ausgesetzt gewesen zu sein, einer vergebenen Chance für ein gutes Buch.


Buch der Erinnerung. Roman
Buch der Erinnerung. Roman
von Péter Nádas
  Gebundene Ausgabe

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Körperlich intime Annäherungen und deren Entfremdungen, 5. März 2000
"Er aber redete vom Tempel seines Leibes." Dieser dem Roman vorangestellte Satz aus dem Johannesevangelium ist eine Kurzbeschreibung dessen, was Péter Nádas versucht. Es ist ein Versuch einzudringen in den oszillierenden Mikrobereich von Emotionen. Oszillierend deshalb, weil er das von außen betrachtet einfache aufeinander Zugehen zerlegt in diese vielen kleinen ambivalenten Aufeinanderzu- und Voneinanderwegbewegungen, die einander wie in einem Tanz gegenseitig bedingen und einen gemeinsamen intimen Raum entstehen lassen. Diese Annäherungen beinhalten die Zerbrechlichkeit und die Vergänglichkeit des Augenblicks und ein Teil dieser Intimität ist schon im Moment ihres Entstehens jene zerstörerische Kraft, die sich später in einander Fremdwerden oder auch in erbitterte Feindschaft verwandeln wird. In diesem Nichtaushaltenkönnen des sich Öffnens, des Ineinanderfließens, der Aufgabe von schützender Selbstkontrolle bestehen die Zusammenhänge zu den herrschenden politischen Verhältnissen, die bis in die intimsten Bereiche menschlichen Handelns hineinreichen und sie bestimmen. Péter Nádas schreibt von diesem Tempel seines Leibes mit einer tabubrechenden Schamlosigkeit, die neu ist und tief berührt. Vielleicht ist es das Wagnis dieses verletzlichen, entwaffneten Offenseins, das den Roman gegen Ende ein wenig ausfransen läßt, als gäbe der Autor uns Lesern die Zeit und die Möglichkeit unsere Kleider zusammenzusuchen und uns so aus dem Zentrum unserer eigenen Erinnerung zu entfernen.


Sanft entschlafen: Commissario Brunettis sechster Fall (detebe)
Sanft entschlafen: Commissario Brunettis sechster Fall (detebe)
von Donna Leon
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Streitschrift als Krimi, 5. März 2000
Auch dieses Buch von Donna Leon ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Es macht Spaß mit Brunetti zu essen, zu lieben, zu leiden und durch Venedig zu fahren oder zu gehen. Schließlich ist man als Leser kein Tourist. So trifft man alte Bekannte wie Vianello oder Patta, als Donna Leon LeserIn sind einem Raffi und Chiara, Brunettis Kinder, schon ans Herz gewachsen und man würde sie wie ein Löwe gegen das Böse in der Welt verteidigen. Als LeserInnen sind wir gut geschützt vor dieser gewalttätigen, habgierigen Welt da draußen mit ihren dunklen, undurchschaubaren Machenschaften. Geschützt nicht nur durch Brunetti und seine Wärme und Geborgenheit ausstrahlende Familie, sondern auch noch zusätzlich durch Brunettis Beschützer, seinen Schwiegervater, der dem lieben Gott ähnlich, sich nicht wirklich in die Karten schauen läßt und wir so nicht wirklich wissen 'who's side is he on', aber im entscheidenden Augenblick hält er seine schützende Hand über Brunetti, verschafft ihm im Krankenhaus ein Privatzimmer und der des Mißbrauchs verdächtigte Priester wird auf seine Intervention zum Gefängnisgeistlichen verbannt. Ein wenig zu aufdringlich ist der moralische Zeigefinger. Die an sich nur angedeuteten Untaten in den Altersheimen, bilden nur den Hintergrund für eine Streitschrift gegen Heuchlertum und Frömmelei im Allgemeinen und gegen die organisierte Macht und deren Mißbrauch der katholischen Kirche im Besonderen. Es ist sozusagen ein unterhaltsames Pamphlet und bleibt damit im Reich von Vereinfachung, Pauschalierung und klatschhafter Undeutlichkeit. Weniger vordergründige Absichtlichkeit hätte dem Buch gut getan.


Buch der Erinnerung
Buch der Erinnerung
von Péter Nádas
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Körperlich intime Annäherungen und deren Entfremdungen, 28. Februar 2000
Rezension bezieht sich auf: Buch der Erinnerung (Taschenbuch)
"Er aber redete vom Tempel seinen Leibes." Dieser dem Roman vorangestellte Satz aus dem Johannesevangelium ist eine Kurzbeschreibung dessen,was Péter Nádas versucht.Es ist ein Versuch einzudringen in den oszillierenden Mikrobereich von Emotionen. Oszillierend deshalb, weil er das von außen betrachtet einfache aufeinander Zugehen zerlegt in diese vielen kleinen ambivalenten Aufeinanderzu- und Voneinanderwegbewegungen, die einander wie in einem Tanz gegenseitig bedingen und einen gemeinsamen intimen Raum entstehen lassen. Diese Annäherungen beinhalten die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit des Augenblicks und ein Teil dieser Intimität ist schon im Moment ihres Entstehens jene zerstörerische Kraft, die sich später in einander Fremdwerden oder auch in erbitterte Feindschaft verwandeln wird. In diesem Nichtaushaltenkönnen des sich Öffnens, des Ineinanderfließens, der Aufgabe von schützender Selbstkontrolle bestehen die Zusammenhänge zu den herrschenden politischen Verhältnissen, die bis in die intimsten Bereiche menschlichen Handelns hineinreichen und sie bestimmen. Péter Nádas schreibt von diesem Tempel seines Leibes mit einer tabubrechenden Schamlosigkeit, die neu ist und tief berührt. Vielleicht ist es das Wagnis dieses verletzlichen, entwaffneten Offenseins, das den Roman gegen Ende ein wenig ausfransen läßt, als gäbe der Autor uns Lesern die Zeit und die Möglichkeit unsere Kleider zusammenzusuchen und uns so aus dem Zentrum unserer eigenen Erinnerung zu entfernen.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4