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Rezensionen verfasst von
Tristram Shandy
(TOP 500 REZENSENT)   

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Träum was Böses: Thriller
Träum was Böses: Thriller
von C.L. Taylor
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Spannend – aber mit leichten Glaubwürdigkeitsproblemen, 2. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Träum was Böses: Thriller (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Gestern habe ich C.L. Taylors Thriller „Träum was Böses“ ins Haus geliefert bekommen, und heute morgen schon war ich auf der letzten Seite angelangt. Das spricht doch dafür, daß es sich um einen spannend geschriebenen Roman handelt, der seinen Leser in Atem hält und ihn dazu bringt, abends weder auszugehen noch den Fernseher anzuschalten.

„Träum was Böses“ erzählt die Geschichte der Mittvierzigerin Sue Jackson, Frau eines arbeitsamen Member of Parliament und Mutter einer fünfzehnjährigen Tochter namens Charlotte. Das Glück der scheinbaren Vorzeigefamilie zeigt bei genauerem Hinsehen jedoch feine Risse, denn Sue hat jede Menge psychischer Probleme, die sich zum Teil aus Schuldgefühlen, nicht richtig für ihre demenzkranke Mutter dagewesen zu sein, zum Teil aus Mißtrauen gegen ihren Mann, der ihr schon einmal untreu war, und – last not least – aus einer posttraumatischen Belastungsstörung speisen. Letztere ist das Ergebnis einer zwanzig Jahre zurückliegenden Beziehung zu einem Psychopathen, der Sue nach und nach in seine Fänge gelockt hat. Wenn ich dies hier schreibe, so ist das kein Spoiler, denn schon der erste Tagebucheintrag, in dem Sue über ihre Bekanntschaft mit James schreibt, läßt deutlich werden, daß mit dem vermeintlich smarten und selbstsicheren Mann etwas nicht stimmt. Gegenwärtig finden sich Sues häusliches Glück sowie ihre Gesundheit auf eine harte Probe gestellt, denn ihre Tochter liegt in einem Koma, nachdem sie – anscheinend bewußt – vor einen Bus gelaufen ist. Im Tagebuch ihrer Tochter findet Sue den dunklen Hinweis auf ein schlimmes Geheimnis, und die besorgte Mutter ist entschlossen, dieses Geheimnis zu lüften, weil sie glaubt, nur so ihrer Tochter den Weg ins Leben zurückbahnen zu können – dabei allerdings setzt sie viel mehr als ihre ohnehin angeschlagene psychische Gesundheit aufs Spiel.

„Träum was Böses“ ist eine löbliche Ausnahme von den modernen Thrillern, die sich an lustvoll ausgemalten Scheußlichkeiten überbieten und offensichtlich für ein abgestumpftes Publikum geschrieben sind. Die Autorin vermeidet übertriebene Blutgier und schafft es doch, eine haarsträubend bedrohliche Atmosphäre zu schaffen. Stets fiebert man mit der Protagonistin mit und fragt sich angesichts der offenkundig unverläßlichen Ich-Erzählerin, ob man hier von einer wirklichen Bedrohung ausgehen kann oder lediglich an ihren Wahnvorstellungen teilhat. Die Charaktere, insbesondere Sue und Brian, wirken glaubhaft und differenziert geschildert, doch bleibt für mich letzten Endes ein Glaubwürdigkeitsproblem, denn ich frage mich, ob jemand wirklich so naiv sein kann, auf einen Typen wie James hereinzufallen und nicht früher die Notbremse zu ziehen. Offenbar war Sue, bevor sie James kennenlernte, eine offene, lebenslustige und selbstbewußte junge Frau, und da nimmt es eigentlich wunder, wie schnell sie in absolute Hörigkeit abgleitet. Insgesamt jedoch trübt dieses Glaubwürdigkeitsproblem den Gesamteindruck des Romans leicht, doch kann man sich auch einfach auf diese Prämisse einlassen und der Lösung des Rätsels entgegenfiebern.

Störender sind da schon einige Schlampigkeiten in der Übersetzung. So ist das wiederholt auftauchende Wort „Augenkontakt“ ein unschöner Anglizismus und müßte richtig „Blickkontakt“ heißen. Auch ein Satz wie „Ich wollte gerade protestieren, dass momentan eine Grippewelle grassiert“ scheint auf einer plumpen Wort-für-Wort-Übersetzung zu beruhen, und es ließen sich auch noch weitere Sätze zitieren, in denen die Übersetzerin sorgfältiger hätte arbeiten müssen.

Auch der Autorin selbst wäre an einigen Stellen ein sorgfältigeres Lektorat zu wünschen gewesen. So endet beispielsweise ein Tagebucheintrag, in dem Sue sich eine Seite lang darüber beklagt, daß James sie nicht anrufe und daß sie wie gebannt vor dem Telefon sitze und nur auf einen Anruf von ihm warte, mit den Worten: „O Gott. Das Telefon klingelt genau jetzt. Bitte, lass es James sein!“ – was ziemlich gekünstelt und unbeholfen wirkt, denn wer würde, wenn in der beschriebenen Situation endlich, endlich das Telefon klingelt, sich wirklich noch die Zeit nehmen und diese Sätze schreiben? Außer einer Autorin vielleicht, die um den möglichst dramatischen Abschluß eines Kapitels ringt?

Ein weiteres Beispiel findet sich in der Situation, in der der besorgte Brian seine Frau anruft und offenkundig Angst hat, sie könne sich etwas antun. Sue sagt ihm, sie sei drei Stunden lang am Strand spazieren gewesen und merkt dann an, Brian fürchte offenbar, sie könne einen „Abgang à la Sylvia Plath“ machen. Einen solchen Abgang bekommt man allerdings nur daheim, in der Küche, hin. Am Strand könnte man allenfalls, mit etwas künstlerischer Freiheit (Salzwasser statt Süßwassers), einen Virginia-Woolf-Abgang hinlegen.

Vielleicht ist es etwas altmodisch von mir, doch bin ich der Meinung, daß ein Buch, bevor es veröffentlicht wird, sprachlich möglichst einwandfrei sein und auch keine Ungereimtheiten der obengenannten Art enthalten sollte. Dennoch bleibt „Träum was Böses“ für mich aus der Dutzendware herausragende Unterhaltung, auch wenn es sicher kein Buch für eine nochmalige Lektüre ist.


American Sniper
American Sniper
DVD ~ Sienna Miller
Preis: EUR 10,01

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen „That was a hell of a shot, son. You’ve got a gift. You’re gonna make a fine hunter some day.”, 30. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Sniper (DVD)
[Vorsicht, Spoiler!]

Mit seinem jüngsten Kinofilm “American Sniper” (2014) hat Clint Eastwood zwar einen – wenn nicht d e n – kommerziell erfolgreichsten Film seiner Karriere als Regisseur gedreht, doch den besten Film seiner Karriere ganz sicher nicht, sondern vielleicht allenfalls einen mäßig guten. Eine Inhaltsangabe sei an dieser Stelle einmal ausgespart, da die Handlung weitgehend auf der Autobiographie des amerikanischen Snipers Chris Kyle – hier (übrigens bravourös) gespielt von Bradley Cooper – basiert, die – und hier läßt sich schon ein erster Kritikpunkt festmachen – recht unkritisch als Vorlage genutzt wurde. Hierzulande ist „American Sniper“ heftig ins Kreuzfeuer geraten, nicht zuletzt auch deshalb, weil man Eastwood eine simplifizierend auf die Perspektive Kyles verengende Darstellung vorwirft, doch wenn man sich manche Kritiken durchliest, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Gralshüter der politischen Korrektheit einer ebensolchen simplen Gut-Böse-Weltsicht erliegen, wie sie sie bei Eastwood (vermeintlich?) finden. So wird immer mal wieder hervorgehoben, Eastwood sei Republikaner, so als ob ihn seine politische Ausrichtung eo ipso moralisch diskreditiere – in den Augen der Gutmenschen tut sie dies wohl auch –, oder es wird Eastwood vorgeworfen, er habe den Hintergrund des Irak-Krieges nicht differenziert genug dargestellt. Ganz sicher hat er dies nicht, doch erstens ist „American Sniper“ kein Dokumentarfilm über den Irak-Krieg, sondern eine – wie auch immer gelungene – Annäherung an einen seiner Akteure, und zweitens geht es in diesem Film ja gerade deshalb um die Wahrnehmung Chris Kyles, für den zwischen den Terroranschlägen des 11. September und dem Überfall der USA auf den Irak durchaus ein Zusammenhang bestand. Auch liest man immer wieder, daß die Person des Chris Kyle doch bitte negativer hätte dargestellt werden müssen, denn schließlich sei er ja ein „Mörder“ gewesen, wobei dann außer acht gelassen wird, daß jemand durchaus ein liebender Familienvater und beliebter Nachbar sein und in anderen Situationen moralisch ausgesprochen fragwürdig handeln kann. Nur eben nicht im Kasperletheater eindimensionaler Weltverbesserer.

Ein Merkmal, das Clint Eastwood meiner Meinung nach als Regisseur auszeichnet, ist, daß er seinen Zuschauern nur ganz selten plakativ vorschreibt, was sie denken sollen. So läßt uns in „Changeling“ (2008) zwar einerseits ob der Grausamkeit des Mörders nach altbiblischer Vergeltung dürsten, doch die Hinrichtungsszene zeigt uns auch wieder das häßliche Gesicht der Todesstrafe, und in „Million Dollar Baby“ (2004) bleibt man ratlos mit der Frage zurück, ob Frankie Dunn mit der aktiven Sterbehilfe die richtige Entscheidung getroffen hat. Eastwood trägt keinen Bauchladen einfacher Antworten mit sich herum, sondern verlangt seinem Publikum in der Regel einiges ab. Aus diesem Grunde ist es zunächst einmal sehr reizvoll, wenn er in „American Sniper“ konsequent die Perspektive auf Chris Kyles Erleben und seine eigene Rechtfertigung seines Tuns verengt und uns dabei nicht nur zeigt, was der Krieg aus einem Menschen machen kann, sondern auch, wie jemand gestrickt sein muß, der sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet. Vor allem in letzter Hinsicht wird hier deutlich, daß eine für manche Regionen der USA wohl typische Biographie und Erziehung völlig ausreichend ist: Von klein auf an das Hantieren mit Waffen und an die Jagd gewöhnt, von seinem Vater im simplen Glauben daran großgezogen, daß es drei Arten von Menschen gebe [1], nämlich „Schafe“, „Wölfe“ und „Hütehunde“ und aufgewachsen im Dunstkreis einer gewissen Cowboy-Romantik, wird Chris Kyle schon früh für sein späteres Tun geprägt. Das alles muß von Eastwood nicht dämonisiert werden, aber es hilft doch zu erklären, warum sich Kyles Weltbild auf einem manichäistischen Hurra-Patriotismus aufbauen konnte, der ihn die Rechtmäßigkeit des Irak-Krieges niemals hinterfragen und simple Phrasen vom „besten Land der Welt“ aufsagen ließ.

Um einmal, ganz nebenbei, von einem oft wie selbstverständlich eingenommenen „auteur“-Ansatz, den ich allerdings selbst gern vertrete, wegzukommen, sei an dieser Stelle auf das dreißigminütige Featurette verwiesen, das auf der DVD enthalten ist. Hier wird deutlich, daß das Filmprojekt bereits in vielen Zügen, einschließlich des Skripts – Drehbuchschreiber Jason Hall hatte zuvor intensiv mit Chris Kyle gesprochen und scheint ihm darüber hinaus auch sehr zugetan gewesen zu sein –, stand, bevor man überhaupt auf Eastwood zutrat. Die erste Wahl war übrigens Steven Spielberg gewesen. Dieser Punkt sei nur deshalb angeführt, weil m.E. Eastwoods Einfluß auf das Script begrenzt gewesen sein dürfte und man nur in seiner Umsetzung [2] eine gewisse Ambiguität erwarten kann. Schaut man dieses Featurette, so gewinnt man in der Tat den Eindruck, als sei es Produzent, Drehbuchschreiber und auch den Schauspielern darum zu tun gewesen, gerade auch vor dem Hintergrund des tragischen Endes Kyles, dem Sniper ein Denkmal zu setzen und als sei das „Wir wollen zeigen, was der Krieg aus einem Menschen machen kann“ nur ein Feigenblatt gewesen.

Schauen wir also einmal, wie Eastwood das Script umgesetzt hat: Hier fallen vor allem die zahllosen Szenen auf, in denen wir als Zuschauer mit dem Sniper durch das Fadenkreuz auf potentielle Zielpersonen blicken und das eigenartige Gefühl bekommen, das einen Heckenschützen wohl anwandeln mag: nämlich den Eindruck der Allmacht, aus einem relativ gesicherten Versteck heraus Herr über Leben und Tod zu sein. Dies ist, wie ich finde, der Schlüssel, den uns Eastwood zum Verständnis einer Person wie Kyle liefert und der auch wieder sichtbar wird, wenn Kyle später seinen Sohn zur Jagd anleitet und ihm sagt: „You know that it’s a heck of a thing to stop a beating heart.“ War die Beteuerung, „die eigenen Jungs“ nur schützen zu wollen, am Ende vielleicht doch nur eine Rationalisierung der Freude daran, der Macht des Tötens auf gesellschaftlich akzeptierte Weise zu frönen? Die Abhandlung der Kriegstraumas, unter dem Kyle dann schließlich zu leiden beginnt, mag gegenüber den reinen Kampf- und Actionszenen verhältnismäßig kurz sein, doch auch sie hat ihre starken Szenen, etwa wenn wir Kyle apathisch vor dem Fernseher sitzen sehen, vor der Geräuschkulisse von Schreien, Schüssen und Bombengetöse, und annehmen, er schaue einen Kriegsfilm, wobei uns eine Kamerarundfahrt dann schließlich zeigt, daß das Fernsehgerät ausgeschaltet ist. Oder Kyles wiederholte Ausraster – in der Kinderklinik und auf der Grillpartie. Oder seine patriotische Rede im Auto, mit der er seinen Helferkomplex (oder die Rationalisierung seiner Aggressionen) in Worte faßt, während er zunächst gar nicht bemerkt, daß seine Frau bereits in ihren Geburtswehen liegt. Oder seine Schlußfolgerung, einer seiner Kameraden sei getötet worden, weil er den Glauben an die Legitimation dieses Krieges verloren und innerlich aufgegeben habe. Auch sein linkisches, mürrisches Verhalten gegenüber dem jungen Soldaten, der Kyles Sohn beteuert, sein Vater sei ein großer Held, mag zu denken geben. Nein, ein plattes Beispiel gedankenloser Kriegsheldenhagiographie ist „American Sniper“ ganz sicher nicht – aber eben auch kein Beispiel naiven Gut-Böse-Denkens, für dessen Fans wohl eher der selbstgerechte Michael Moore die richtige Anlaufstelle wäre.

Dennoch bleiben einige nicht von der Hand zu weisende Kritikpunkte. Zunächst einmal fällt auf, daß die Iraker durchgängig als unsympathische Zeitgenossen dargestellt werden: Ein Fanatiker foltert und tötet ein Kind mit einem Bohrer, um ein Exempel zu statuieren; Frauen und Kinder tragen Granaten unter ihrer Kleidung, der scheinbar so freundliche irakische Gastgeber hat ein Waffenarsenal in seinem Fußboden versteckt, und für ein stolzes Bakschisch wird ein alter Mann zum Kollaborateur. Spätestens an dieser Stelle wird ein primitives Gut-Böse-Schema eingeführt, das uns als Zuschauer dazu bringen soll, uns mit den amerikanischen Soldaten und dem Gefühl ihrer ständigen Bedrohung zu identifizieren. Darüber hinaus klammert diese Darstellung auch das Moment des Zweifels aus, denn am Ende zeigt sich ja, daß Kyle mit jedem einzelnen Menschen, den er tötet, zahlenmäßig größere Opfer verhindern und Amerikaner retten konnte. Daß Kyle aber sicherlich auch den einen oder anderen Nichtkombattanten auf dem Gewissen haben dürfte – bei mehr als 160 Todesschüssen ist das anzunehmen oder zumindest als Hypothese zu formulieren –, ist ein Gedanke, den dieser Film geflissentlich übergeht.

Dann ist da noch die Figur des islamistischen Snipers, der zwar existierte, der Kyle aber niemals begegnete. Eastwood – hier mögen wohl die Westernpferde mit ihm durchgegangen sein – inszeniert jedoch durch den Einbezug des gegnerischen Todesschützen eine Art Duell Mann gegen Mann, das zwar spannungssteigernd wirkt, aber wohl gerade deswegen im Kontext eines solchen Filmes vollkommen deplaciert sein dürfte. Völlig verkitscht und in den Bereich der Glorifizierung gehend wird es aber dann, wenn uns Eastwood – und hier sind wir wieder beim Punkt der inszenatorischen Umsetzung – Kyles tödliche Patrone in Zeitlupe durch die Luft fliegen sehen läßt. Hier wird man Eastwood schwerlich von dem Vorwurf der Ästhetisierung des Tötens und der damit verbundenen Macht freisprechen können.

Kurzgesagt, ist es mit „American Sniper“ ein bißchen wie mit „Unforgiven“ (1992), der von den beiden doch der ungleich bessere Film ist: Eastwood baut durchaus kritisches Potential auf, doch am Ende beugt er sich bestimmten Filmkonventionen und vergeigt es dann zum großen Teil. Die üblichen Beißreflexe der selbstgerechten Amerika-Hasser möchte ich im Urteil über „American Sniper“ zwar nicht nachvollziehen – nicht zuletzt auch, weil ich glaube, daß wohlfeiler Pazifismus und das Hinhalten der anderen Wange ebenso verantwortungslos und verhängnisvoll ist wie falkenflügliges Säbelrasseln –, doch ein bißchen mehr Mut bei der Dekonstruktion des Kyle-Mythos hätte ich Altmeister Eastwood denn doch zugetraut. In diesem Sinne freue ich mich schon auf Clints nächsten Film.

[1] Der wahre Westernfreund weiß allerdings, daß es nur zwei Arten gibt – oder, Blondie?

[2] Hinsichtlich der Umsetzung ist Eastwood allein schon dafür zu danken, daß er bei den Gefechtsszenen endlich einmal der nervigen Handkamera eine Auszeit gönnt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 31, 2015 7:56 AM MEST


sigikid, Mädchen, Kleine Stoffpuppe, sigidolly, Rosa/Rot, 40930
sigikid, Mädchen, Kleine Stoffpuppe, sigidolly, Rosa/Rot, 40930
Wird angeboten von KullerTrulla (Preise inkl. gesetzl.MwSt)
Preis: EUR 24,19

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schönes Spielzeug, 30. Juli 2015
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Könnte meine kleine Tochter schon schreiben oder mir einen Text diktieren, würde dieser wohl noch euphorischer ausfallen als meine Anmerkungen zu dieser Stoffpuppe von Sigikid.

Die Puppe kommt in einem offenen Pappkarton - freilich in einer Plastiktüte - sitzend, in dem es ihr zwar ganz gut zu gefallen scheint, denn sie lächelt fröhlich vor sich hin, aus dem sie allerdings doch sofort herausgenommen wurde, als meine Tochter sie sah. Sie ist von ihrer Farbgebung eine Idee dunkler als auf der Produktabbildung und wirkt dadurch ansprechender. Für kleine Kinderhände ist sie wegen ihrer Größe, aber auch weil sie weich und drückbar ist, hervorragend geeignet. Das Wollkleid läßt sich ausziehen, was gut ist, wenn man die Puppe waschen will. Waschbar ist sie allerdings nur bei 30°. Da diese Puppe aber prädestiniert als Kuschelspielzeug fürs Bett ist, genügt mir diese Temperatur vollauf.

Ein sehr ansprechendes Spielzeug, das zudem sorgfältig und ordentlich gefertigt ist und nicht so leicht ausleiern dürfte.


Grand Budapest Hotel
Grand Budapest Hotel
DVD ~ Ralph Fiennes
Preis: EUR 6,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „There Are Still Faint Glimmers of Civilization Left in this Barbaric Slaughterhouse That Was Once Known as Humanity.”, 3. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Grand Budapest Hotel (DVD)
So weit würde ich freilich nicht gehen, aber es werden immerhin manchmal noch ausgezeichnete Filme gemacht in dem Barbaric Laughterhouse, das einst als Filmindustrie bekannt war. Man muß sie eben nur suchen und kann dabei auch nach den Namen der Regisseure gehen: Wes Anderson jedenfalls ist einer derer, die sich dem Mainstream bislang entzogen und die es auch heute noch schaffen, mit subtilen Mitteln und manchmal auch grellen Farben Poesie visuell werden zu lassen.

So auch in „The Grand Budapest Hotel“ (2014), in dem auf mehreren Zeitebenen – mit den dazugehörigen Bildformaten – die unterschiedlichsten Genres munter durcheinandergewürfelt werden und Tragik und Komik einander maßvoll die Waage halten. Einem namentlich ungenannten Autoren (Tom Wilkinson / Jude Law) erzählt der altgewordene Hotelbesitzer Mr. Moustafa (F. Murray Abraham) seine Lebensgeschichte, insbesondere aber davon, wie er als einfacher Lobbyboy Zéro (Tony Revolori) durch M. Gustave (Ralph Fiennes) in den Dienst des Grand Budapest Hotels, das in dem fiktiven osteuropäischen Staat Zubrowka liegt, genommen wurde. M. Gustave versteht es, durch seine Kultiviertheit und seine Diplomatie alle Gäste für das Hotel einzunehmen, nicht zuletzt wohl die Legion reicherer älterer Damen, mit denen er auch schläft. Eine dieser Damen, die Gräfin D. (Tilda Swinton), ist am Tage ihrer Abreise beunruhigt von einer dunklen Vorahnung, und kurz darauf steht in der Zeitung die Nachricht ihres plötzlichen Ablebens. M. Gustave und Zéro machen sich unversehens auf zum Schloß Lutz, dem Wohnsitz der Gräfin, wo ihre habgierige Verwandtschaft bereits auf die Vollstreckung ihres Erbes wartet – allen voran der finstere Sohn Dmitri (Adrien Brody). Als der Testamentsvollstrecker verkündet, daß M. Gustave ein kostbares Gemälde, „Jüngling mit Apfel“, erben soll, kommt es zwischen Dmitri und Gustave zu einer Auseinandersetzung, an deren Ende letzterer, mit dem gestohlenen Bild im Gepäck, das Schloß verläßt. Dmitri allerdings, der seine Mutter umgebracht hat, lenkt aus Rache den Verdacht auf seinen Widersacher, und kurze Zeit später – er hatte gerade Zeit, das Gemälde zu verstecken – sitzt M. Gustave in dem berüchtigten Gefängnis Checkpoint 19 ein. Doch mit Hilfe Zéros und seiner Freundin Agatha (Saoirse Ronan) sowie einer Gruppe Gewaltverbrecher schmiedet er einen Fluchtplan, um in die Freiheit – und leider auch in die Reichweite von Dmitris psychopathischem Faktotum Jopling (Willem Dafoe) – zu gelangen.

„The Grand Budapest Hotel“ ist eine farbenprächtige, geschwinde und voltenreiche Komödie voller geschliffener Dialoge, skurriler Situationen, verwunschener Bilder und bizarrer Charaktere. Doch steckt hinter all dem Trubel auch eine gewisse Tragik, denn Ort und Zeit sind nur leicht verfremdet, so daß wir sehr leicht das Heranziehen der Bedrohung durch den Nationalsozialismus, der die letzten Reste der alten k.u.k.-Welt zerstören sollte, bemerken. Besonders die aberwitzige und sinnlose Schießerei im Hotelfoyer spiegelt den Untergang jener durch den Ersten Weltkrieg bereits in Bewegung gesetzten alten Zeiten wider. Auch M. Gustave ist ein Repräsentant dieser auf Bildung, Luxus und Etikette aufbauenden Gesellschaft, und wenn er auch ein ausgemachter und selbstsüchtiger Gauner ist, so ist er dabei doch niemals bereit, anderen Menschen nachhaltig zu schaden. Bewundernswert ist, wie sich dieser scheinbar effeminierte Mann wie ein Löwe gegenüber den Grenzkontrollen für seinen staatenlosen Adlatus ins Zeug wirft und wie mutig er den Repräsentanten militärischer Macht gegenübertritt. Über all den Alfanzereien und übermütigen Scherzen schwebt aber doch als Grundton ein dunkler Pessimismus, denn die magische Zwischenwelt von Zubrowka ist dem Untergang geweiht, und auch persönliches Glück währt nur kurze Zeit, ein Spielball großer kriegführender Mächte wie auch virenkleiner Zufälle mit tödlichen Folgen, und am Ende bleibt nur die Erinnerung sowie das Bemühen, die Orte, die diese Erinnerungen beherbergen, zu pflegen.

In diesem Sinne ist „The Grand Budapest Hotel“ wehmütig-wilde Comédie humaine.

Die DVD bringt den Film in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch in gutem 5.1-Dolby-Digital-Ton. Das Bild ist einwandfrei, und der Bildschirm sollte auf das Seitenverhältnis 16:9 eingestellt werden, wenngleich das Format aus künstlerischen Gründen häufig wechselt.


Inherent Vice - Natürliche Mängel
Inherent Vice - Natürliche Mängel
DVD ~ Joaquin Phoenix
Preis: EUR 12,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen „Forget It, Dude – It’s Chinatown.“, 1. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Inherent Vice - Natürliche Mängel (DVD)
Zunächst einmal sei vorausgeschickt, dass ich Thomas Pynchons Roman „Inherent Vice“ nicht gelesen habe, somit also völlig unvorbereitet die Romanverfilmung von Paul Thomas Anderson schaute, was zur Folge hatte, daß ich beinahe zweieinhalb Stunden einer Handlung folgte, die so verzweigt, kompliziert und byzantinisch war, daß ich mich kaum auf andere Aspekte des Filmes konzentrieren konnte, aus Angst, dem Plotverlauf nicht mehr hinterherzukommen. Vielleicht hätte ich ein anderes Seherlebnis genießen können, wäre mir die Romanvorlage bekannt gewesen, doch bislang bin ich eigentlich gut mit dem George-Costanza-Prinzip durch’s Leben gekommen, nach dem das Schauen des Filmes das Lesen des Buches ersetzt – jedenfalls im Falle von „Breakfast at Tiffany’s“.

„Inherent Vice“ spielt im Los Angeles des Jahres 1970, die Vereinigten Staaten stehen unter dem Eindruck der Manson-Morde, und der Hippie-Spirit droht immer mehr in einer Atmosphäre von Paranoia und Angst zu ersticken. Anderson fängt den Zeitgeist – und dies ist nicht nur ein Kompliment an die Art Direction, die Set Direction und die Kostüme – sehr überzeugend ein, denn ständig wird beispielsweise auf Manson Bezug genommen, und auch die Ressentiments, die die bürgerliche Gesellschaft den Hippies entgegenbringt, bleiben nicht verborgen. Der Protagonist, „Doc“ Sportello (Joaquin Phoenix), ein Privatdetektiv mit Kifferinstinkt – schließlich tut er ja genug dafür –, wird eines Abends von seiner Ex-Freundin Shasta Fey (Katherine Waterston) aufgesucht, die ihn bittet, einer Verschwörung gegen ihren derzeitigen Geliebten, den Baumogul Michael Wolfmann (Eric Roberts), auf den Grund zu gehen. Dessen Frau und ihr Geliebter planen anscheinend, den schwerreichen Unternehmer in einer Irrenanstalt verschwinden zu lassen. Doc nimmt sich des Falles an, mehr aus Sorge um Shasta, und bald darauf ist Wolfmann denn auch spurlos verschwunden. Allerdings wird der Fall recht schnell noch um vieles komplizierter, denn Doc soll noch Geld eintreiben von einem Leibwächter Wolfmanns und außerdem mehr über den Aufenthaltsort eines angeblich verstorbenen Saxophonisten herausfinden, den seine liebende Gattin noch für recht lebendig hält. Bald spielen auch eine geheimnisvolle Yacht und ein Drogenkartell – beide „The Golden Fang“ genannt – eine Rolle, und auch steuersparende Zahnärzte, die ebenfalls meist unter Drogen stehen, sind mit von der Partie. Über allem thront noch „Bigfoot“ Bjornson (Josh Brolin), der „Renaissancecop“, bürgerrechtsverletzend und mit Bürstenhaarschnitt nach japanischen Pfannkuchen schreiend, als Docs Nemesis.

Ähnlich wie bei Raymond Chandlers Pulp Novel „The Big Sleep“ wäre es hier gleichermaßen müßig wie unmöglich, eine verständliche Inhaltsangabe der Handlung zu verfassen, und so verliert man sich als Zuschauer denn auch recht schnell in einem Labyrinth aus stets neu hinzukommenden Personen, Problemen, Geheimnissen und Subplots. Hierin mag man eine Hommage an die oft mäandernden Handlungsstränge des Noir-Genres sehen, die schon in „The Big Lebowski“ weidlich auf die Schippe genommen wurden, doch Anderson übertreibt es hier, denn er scheint so auf die Wiedergabe der Romanvorlage mit all ihren Details konzentriert, daß er es weitgehend versäumt, die dazugehörige Noir-Atmosphäre aufkommen zu lassen. Jedenfalls ist man als Zuschauer so sehr damit beschäftigt, dem verwirrenden Netz von Zusammenhängen oder ihrem Fehlen zu folgen, daß man kaum Zeit hat, die visuelle Kraft des Filmes – sollte es sie denn geben – und den Detailreichtum, mit dem die frühen 70er zu neuem Leben erweckt werden – den gibt es tatsächlich – zu würdigen. Wie anders war da doch Andersons Meisterwerk „There Will Be Blood“ (2007), ein sehr viel ruhigerer Film, in dem man – gleich in der grandiosen Anfangssequenz – von der starken, erdigen Atmosphäre ergriffen wurde! Beim Ansehen von „Inherent Vice“ rattert das Gehirn hingegen so stark, daß sich der ganze Film fast ausschließlich im Kopf abspielt. Ein reizvolles Detail hierbei ist allerdings, daß sich einige sehr abstruse Szenen erst im nachhinein für den Zuschauer als Drogenträume des Protagonisten entschlüsseln, weil nämlich Anderson gänzlich auf psychedelische Mätzchen verzichtet.

Nicht nur Thomas Pynchon hat dieser Literaturverfilmung Pate gestanden, sondern auch zwei andere großartige, ebenfalls in Los Angeles spielende Filme, die man im weitesten Sinne mit dem Etikett „Neo Noir“ charakterisieren kann. Da ist zum einen Roman Polanskis dunkler Kriminalfilm „Chinatown“ aus dem Jahre 1974, in dem es um die Macht des Kapitals geht, das Recht und Gesetz außer Kraft setzt und am Ende stets am längeren Hebel sitzt. Auch Polanski konfrontiert uns mit einer aberwitzig verzweigten Geschichte, einer großangelegten Verschwörung, gegen die der gebrochene Held machtlos bleibt, doch anders als „Inherent Vice“ ertrinkt „Chinatown“ nicht in seinem Plot – oder trocknet vielmehr darauf aus –, sondern schafft es auch, uns in seiner morbiden Atmosphäre, einem Netz auf Finsternis und den Schatten eines übergroßen Meisterschurken, zum Erschaudern zu bringen. Den Verschwörungen in „Inherent Vice“ steht man als Zuschauer hingegen recht gleichgültig gegenüber. Der andere an dieser Stelle zu nennende Film ist „The Big Lebowski“ (1998), der sich deutlich an „The Big Sleep“ anlehnt, dabei aber kompromißlos auf Komik setzt, die sich aus liebevoll gezeichneten Charakteren und absurden Situationen ergibt. Auch in „Inherent Vice“ gibt es durchaus komische Situationen – wenn etwa der Held mit drei weiteren Personen in einem Auto von der Polizei festgehalten wird, der Polizist sagt, daß seit den Manson-Morden Zusammenkünfte von mehr als drei Personen unter Sektenverdacht ständen, wobei noch lange Haare und Anspielungen auf die Apokalypse, wie in diesem Fall, verdachtserhärtend wirkten, und einer der Mitfahrenden dem Polizist sagt, die Tatsache, daß es sich bei ihrem Fahrzeug um einen BMW handele und dieser einfarbig sei, müsse ihnen doch Pluspunkte bringen –, doch vermag sich dieser Humor im Gewirr der abstrusen Handlung nur selten befreiend durchzusetzen. So kommt man dann beinahe zu dem bitteren Urteil, daß Doc Sportello – so gut er auch von Phoenix gespielt wird – nur ein Dude der zweiten Liga ist, womit man Pynchon sehr wahrscheinlich Unrecht tut.

Ganz sicher ist „Inherent Vice“ ein Film, den man sich mehrere Male ansehen sollte, aber leider ist es beinahe ebenso sicher – jedenfalls geht es dem Rezensenten so –, daß man es sich schwer überlegen wird, ob man so bald nochmals zweieinhalb Stunden seiner Lebenszeit in ein solches Unterfangen investieren mag. Ich werde den Film jedenfalls eine Zeitlang auf Halde legen, bevor ich ihm eine zweite Chance gebe. Die DVD selbst bringt den Film in einer recht guten Bildqualität in den Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch mit Untertiteln in Spanisch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Norwegisch und Isländisch. Die Extras sind insgesamt enttäuschend, liefern sie doch keine Hintergrundinformationen zum Film; statt dessen gibt es vier kurze Featurettes, die aus Szenen, die im Film vorkommen und solchen, die anscheinend nur für die Featurettes hinzugedreht wurden, bestehen und die allesamt Appetit auf den Film machen sollen. Für eine DVD zu einem aktuellen Kinofilm ist dies verdammt wenig.


Stagecoach
Stagecoach
DVD ~ Kris Kristofferson
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Postkutschenrad wird hier nicht neu erfunden, 28. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Stagecoach (DVD)
Im Gegenteil, es ist nicht annähernd so rund wie das, von dem es abgekupfert wurde und das wirklich keiner Überarbeitung bedurft hätte. Was um alles in der Welt Countrylegende Willie Nelson dazu getrieben haben mochte, mit seinen drei Freunden Kris Kristofferson, Johnny Cash und Waylon Jennings John Fords Westernklassiker „Stagecoach“ (1939) – immerhin das Werk, mit dem der Western sich neu erfand und endgültig seinen Kinderschuhen entstieg – nachzuspielen, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben. Vielleicht wollten die vier großartigen Sänger einfach nur ein bißchen Spaß zusammen haben oder dem Meister ihre Reverenz erweisen; anders läßt sich dieses Vorhaben nicht erklären. Wenigstens bediente man sich des Westernveteranen Ted Post für den Dreh, und so kam denn „Stagecoach“ im Jahre 1986 ins US-amerikanische Fernsehen … wo er nicht viel Schaden anrichten konnte.

Die Story ist im Grunde die gleiche wie die in John Fords Film, der auf der zwei Jahre zuvor erschienenen Geschichte „Stage to Lordsburg“ von Ernest Haycox basiert. Allerdings änderte man die Figur des Doc Boone, der im Original von Thomas Mitchell gespielt wurde und der ein heruntergekommener versoffener alter Mann war, indem man den Westernhelden Doc Holliday einführte, der kein Problem mit dem Alkohol und der Achtung seiner Mitmenschen hatte. Ansonsten tauchen auch die von John Ford verwendeten Figuren auf. Allerdings legte man Doc Holliday (gespielt von Willie Nelson) eine Rede in den Mund, in der er sein Verständnis dafür zum Ausdruck bringt, daß die Apachen unter Geronimo zu den Waffen greifen, um ihr angestammtes Land vor den Weißen zu verteidigen, denn in den späten 80er Jahren hätte eine so undifferenzierte Betrachtung der Ureinwohner, wie sie Fords Original eignet, das die Indianer als gesichtslose Bedrohung, als eine mit dem Land verwachsene Gefahr darstellt, wohl gegen alle Befindlichkeiten verstoßen. Dies ist allerdings der einzige Aspekt, in dem sich das Remake differenzierter als sein Original zeigt, denn die feinen sozialen Vorurteile und die unausgesprochenen Ressentiments, die die Reisegesellschaft in Fords Original charakterisieren – sie fehlen im Remake gänzlich oder sind, punktuell, völlig holzschnittartig ausgeführt. So herrscht von Anfang an großes Einverständnis zwischen der Südstaatenlady und der Prostituierten, weshalb denn auch die Geburt des Kindes keinen merklichen Wendepunkt in der Handlung darstellt noch auch dramatisch in dem Sinne genutzt wurde, wie dies in Fords Original der Fall war. Anders als bei Ford spielt sich das Drama weitestgehend außerhalb der Postkutsche, d.h. in der Auseinandersetzung zwischen den Apachen und den Weißen oder aber zwischen Sheriff Wilcox (Johnny Cash) und Bankdirektor Gatewood (Anthony Franciosa), ab, während beispielsweise die Figuren Hatfield (Waylon Jennings) und Mrs. Mallory (Mary Crosby) eher eindimensional und uninteressant bleiben. Auch das grandiose Ende, das Ford seinem Western bereitet hatte, wurde hier im Grunde versiebt.

Als reiner Fernsehunterhaltungsfilm mag Ted Posts „Stagecoach“ zwar funktionieren – auf alle Fälle auch für Fans der vier Countrysänger, die auch vom Rezensenten geschätzt werden –, doch eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Original hat hier definitiv nicht stattgefunden, weshalb der Film letztlich nicht mehr als ein netter Zeitvertreib ist.

Die DVD hat leider nicht einmal den englischsprachigen Originalton, der vor allem durch Johnny Cashs kernige Stimme bestochen hätte. Das Bild würde ich ins VHS-Zeitalter einordnen.


Zeugin des Mordes / Witness to Murder [Spanien Import]
Zeugin des Mordes / Witness to Murder [Spanien Import]
DVD ~ George Sanders
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 25,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alleinstehende Frauen mittleren Alters, 28. Juni 2015
[Vorsicht, Spoiler!]

Sie sind die prädestinierten Hysterikerinnen und Halluzinatorinnen, diese alleinstehenden Frauen jenseits der Vierzig, denn es kann für eine Frau ja nicht gesund sein, das Leben ohne einen Mann an der Seite bestreiten zu müssen, der ihnen die Alltagslasten, wie etwa die Anforderungen des Berufslebens, abnimmt und dafür nicht mehr als eine warme Mahlzeit am Tag erwartet … und, daß seine Pantoffeln abends angewärmt vor seinem Lieblingssessel stehen. Es ist diese Ansicht, die als unbewußtes Vorurteil durch manch männlichen – wie wohl auch weiblichen – Kopf in den 40er und 50er Jahren gegeistert sein dürfte, die in Roy Rowlands Film noir „Witness to Murder“ (1954) ad absurdum geführt wird.

Niemand Geringeres als Barbara Stanwyck, die schon 1948 in „Sorry, Wrong Number“ eine Studie in Hysterie gab, spielt hier die Innenarchitektin Cheryl Draper – welch passender Name für ihr Metier –, die eines Nachts aus unruhigem Schlaf hochschreckt und aus dem Fenster beobachtet, wie in der Wohnung gegenüber ein Mann eine Frau erwürgt. Sie ruft sofort die Polizei, die, repräsentiert durch den ruhigen und verständnisvollen Detective Mathews (Gary Merrill) und seinen hemdsärmeligen Kollegen Eddie Vincent (Jesse White), den vermeintlichen Tatort in Augenschein nimmt, aber keine Leiche und auch keine Anzeichen eines Kampfes findet. Der Mieter der besagten Wohnung, der distinguierte Schriftsteller Albert Richter (George Sanders), ein entnazifiziertes NSDAP-Mitglied, hat nämlich das Polizeiauto vorfahren sehen und die Leiche rasch in einem benachbarten leerstehenden Apartment versteckt. Nachdem Richter die Polizisten verabschiedet hat, genügt ihm ein Blick aus dem Fenster, um herauszufinden, wo im Haus gegenüber noch Licht brennt, und die Frau, die sein Verbrechen beobachtet hat, zu identifizieren. In der Folge plant er ein perfides Spiel, um die unerwünschte Mitwisserin zu beseitigen: Zunächst versucht er sie in den Ruch zu bringen, sie habe ein psychisches Problem, und danach möchte er ihren Selbstmord inszenieren.

„Witness to Murder“ greift sehr deutlich Elemente auf, die man aus anderen Noirs, wie „The Window“ (1949) und „Rear Window“ (1954) [1] kennt, denn in allen Filmen geht es darum, daß jemand ein Verbrechen in der Nachbarschaft beobachtet, ohne daß die Umgebung – abgesehen, leider, von dem Mörder – ihm Glauben schenkt. Es sind aber die Filme „Witness to Murder“ und „The Window“, die am beklemmendsten wirken, weil in beiden die Opfer in größere Bedrängnis kommen, während Jimmy Stewart ja immerhin seine Freundin und seine Krankenschwester beinahe von Anfang an auf seiner Seite weiß. Während in „The Window“ ein kleiner Junge in die existentielle Leere gestoßen wird, weil selbst seine Eltern ihm seine Geschichte nicht glauben und ihn noch zwingen, sich bei dem verbrecherischen Paar aus der Wohnung über ihnen zu entschuldigen, so ist die Protagonistin in „Witness to Murder“ fast ähnlich machtlos. Zwar unternimmt sie anfangs einige Anstrengungen, um Beweise für ihre Beobachtung zu beschaffen – so verschafft sie sich beispielsweise gar Zutritt in die Höhle des Löwen –, doch schon bald muß sie erkennen, daß ihr Gegner die Institutionen perfekt zu manipulieren versteht, indem er das Klischee der nervlich zerrütteten alten Jungfer geschickt für sich ausnutzt. Selbst Detective Mathews, der seiner Zeugin emotional zugetan ist, dringt in sie, ihr Denken nicht von ihrer Sinnestäuschung bestimmen zu lassen, da sie dies unweigerlich in den Zustand der Geisteskrankheit steuere. Daß Cheryls prekäre Situation mit ihrem Geschlecht und ihrem Familienstand zu tun hat, wird bereits in einer der ersten Einstellungen des Filmes deutlich, wenn nämlich die Kamera einen Moment lang auf ihrem Klingelschild ruht, auf dem der Zusatz „Miss“ in kursiver, aufsteigender Schrift hervorgehoben ist, als sei dies ein wichtiges Detail für die Interpretation der weiteren Ereignisse. So ist denn auch eine der ersten Fragen, die die zwei Polizeibeamten ihrer Zeugin stellen, diejenige, ob sie sich in ärztlicher Behandlung befinde – eine Andeutung, die von Cheryl empört zurückgewiesen wird.

„Witness to Murder“ leidet zwar unter einigen Logiklöchern. Warum etwa sollte ein Mensch, der verfolgt wird, stets auf die Spitze eines Gebäudes fliehen und sich selbst den Weg abschneiden? Handelt es sich hier um ein in der Realität zu beobachtendes Phänomen, oder wählen Filmfiguren diese Richtung ausschließlich, um dem Drehbuchschreiber einen Gefallen zu tun? Eine andere Frage, die sich stellt, ist die, warum die Polizei gegenüber einem Ex-Nazi, der sich zudem noch durch das Verfassen von Büchern hervortut, die unverhohlen die Herrenmenschentheorie vertreten, nicht von vornherein mißtrauischer ist. In Wirklichkeit hätte Richter doch wohl kaum einen so weitgehenden sozialen Kredit beanspruchen können. Doch trotz dieser logischen Fehler weiß der Film zu faszinieren, was zum einen an den beiden Hauptdarstellern liegt: Über Missy muß an dieser Stelle wohl kein weiteres Wort gesagt werden. Sie war eine hervorragende Schauspielerin, die starke Frauen in allen Lebenslagen – auch solche am Rande des Wahnsinns – verkörpern konnte und die selbst das schlechteste Drehbuch durch ihre bloße Leinwandpräsenz noch aufzuwerten vermochte. Auch George Sanders als das personifizierte Böse – ein größenwahnsinniger, den Naziideen treu gebliebener Machtmensch, der rücksichtslos mordet und manipuliert, um seine Pläne zu verwirklichen, über allem aber die Maske des distinguierten und gebildeten Bürgers trägt – bleibt dem Zuschauer nach Genuß dieses Filmes nachhaltig in Erinnerung. Hier liefern sich zwei unangefochtene Schauspielgrößen ein packendes Duell. Ein weiterer Grund dafür, daß „Witness to Murder“ für den Rezensenten zu den atmosphärisch dichtesten Films noirs gehört, liegt in der intensiven Bildersprache des Kameramannes John Alton begründet, der vor allem in Zusammenarbeit mit Anthony Mann das Noir-Genre um einige Schwarze Perlen bereichert hat. Schon eine der Szenen am Anfang, wenn Cheryl aus ihrem Fenster blickt und den Mord beobachtet, legt Zeugnis ab von der genialen Bildersprache Altons, denn im Glas des Fensters spiegelt sich auch Cheryls eigenes Gesicht wider, was uns nicht nur erlaubt, gleichzeitig den Mord und Cheryls Reaktion darauf zu sehen, sondern auch noch andeutet, daß der Protagonistin hier eine Reise in ihr eigenes Ich bevorsteht. Cheryls Gefangensein in den Vorurteilen der Gesellschaft wird wiederholt durch Schatten angedeutet, die sich über ihr Gesicht – beispielsweise schon, wenn sie anfangs schlafend im Bett liegt – legen. Alton leuchtet die Gesichter der Handelnden, Cheryls wie auch das des Mörders, meist grell aus, während um sie herum Dunkelheit herrscht, was uns zeigt, daß sich die Widersacher voreinander selbst bis aufs Mark entblößen. Besonders eindrucksvoll sind auch die Bilder aus der Irrenanstalt, die uns Alton beschert, wenn Cheryl in einem Zimmer aufwacht, in dem drei andere Frauen vor sich hinvegetieren – unvergessen hier die alte Frau mit ihrem stets wiederholten Satz „Show Mr. Peabody into the library, please!“ Die Macht über das Schicksal einzelner Menschen, die von der Psychiatrie ausgeübt wird, findet ihre visuelle Entsprechung in der Leere des Behandlungsraumes, in dem Cheryl einem inquisitorischen Arzt gegenübersitzt, der eine Suggestivfrage nach der nächsten auf die arme Frau abfeuert. John Alton war eben ein Meister des Paranoid Film, und selbst einem Western wie „Silver Lode“ (1954) konnte er seinen typischen Stempel aufdrücken.

Am Ende wird es dann deutlich, daß die alleinstehende alte Jungfer doch recht hatte, aber – so wollen es die Gepflogenheiten Hollywoods – recht haben allein genügt eben nicht; es bedarf dann doch tatkräftiger – männlicher! – Unterstützung, um aus der Falle des Mörders unbeschadet herauszukommen, und die Tage des Junggesellinnendaseins scheinen für Cheryl dann doch gezählt. Vielleicht ist dies nicht ganz das perfekte Ende für einen Film mit einer Hauptdarstellerin, die als starke, selbstbewußte und einfach rundum große Frau den Spitznamen „Missy“ – neben „The Queen“ – als Ehrenzeichen trug und die selbst in der Westernserie „Big Valley“ als „Miss Barbara Stanwyck“ in den Credits geführt wurde – aber die Botschaft ist trotzdem angekommen.

[1] Hitchcocks Klassiker kam im August des Jahres 1954 in die Kinos, während „Witness to Murder“ schon im April anlief, so daß man davon ausgehen kann, daß beide Filme unabhängig voneinander entstanden. „Rear Window“ und „The Window“ basieren übrigens beide auf literarischen Vorlagen des Pulp-Schreibers Cornell Woolrich.


Omron Gentle Temp 520 Digitales Infrarot-Ohrthermometer
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Preis: EUR 23,55

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht auf ganzer Linie überzeugt, 26. Juni 2015
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Fiebermessen über das Ohr dürfte wohl besonders für Eltern mit kleinen Kindern eine attraktive Alternative zu den vergleichsweise langwierigen Prozeduren, bei denen es aufs Stillhalten ankommt, sein. Das Omron Gentle Temp 520 Ohrthermometer dürfte deshalb wohl vor allem für Eltern interessant sein, die sich und ihren Kindern das Fiebermessen erleichtern wollen.

Positiv fiel mir bei Inbetriebnahme zunächst einmal auf, daß sich das Thermometer relativ leicht bedienen läßt, auch wenn der Wechsel einiger Einstellungen – beispielsweise das Abstellen des Signaltones, etwa für ein schlafendes Kind – nicht intuitiv erfolgen kann, sondern ein Nachschlagen in der Bedienungsanleitung erfordert, die allerdings übersichtlich und klar aufgebaut ist.

Ein erster Test des Fieberthermometers an mir selbst – drei hintereinander durchgeführte Messungen in einem Ohr; nach drei Messungen muß das Thermometer übrigens 10 Minuten lang ruhen, um wieder abzukühlen – ergab folgende Ergebnisse: 37,2° C; 36,5° C, 37,2° C, mithin einen Unterschied von 0,7° C. Eine spätere Dreier-Meßreihe ergab einen Unterschied von 0,5 ° C. Bei weiteren Messungen wurde die Differenz durchaus auch unterschritten, aber immer wieder kamen auch Differenzen von 0,5° C und ähnlichen Werten heraus. Für Erwachsene mag dies hinnehmbar sein, aber bei Kleinkindern hätte ich schon gern eine geringere Streubreite in den Ergebnissen.

Optimierungsbedarf herrscht meiner Meinung nach auch bei der Wahl der Batterien, denn Lithium-Knopfzellen-Batterien, wie sie dieses Thermometer benötigt, hat man nun einmal nicht immer im Haus.

Was die hygienischen Schutzkappen betrifft, so sind die Folgekosten vergleichsweise hoch, doch im Familienkreis tut es vielleicht auch eine ausgiebige Reinigung des Thermometers, so daß ich an dieser Stelle nicht mäkeln möchte.

Fazit: Für Erwachsene finde ich das Thermometer okay, doch für Kleinkinder würde ich mir genauere Meßergebnisse wünschen.


Philips GC2045/35 EasySpeed Plus Dampfbügeleisen (2300W, hitzebestände Aufbewahrungsbox) Türkis
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Preis: EUR 45,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bügeln für den kleinen Bedarf, 24. Juni 2015
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Auch wenn ich ein überzeugter Bügelmuffel bin, da ich die Ansicht vertrete, daß das Bügeln die Eigenschaften eines Kleidungsstücks, beispielsweise seine Schutzwirkung gegen Witterungseinflüsse, Temperaturen oder Raubtierangriffe, nicht nennenswert beeinflußt, kann ich es doch nicht immer vermeiden, das heiße Eisen anzupacken, um Hemden zu zivilisieren, und habe daher auch so meine Vergleichsmöglichkeiten. Das Philips GC2045/35 EasySpeed Plus Dampfbügeleisen würde ich beispielsweise in erster Linie Menschen empfehlen, die allein leben oder die zumindest kein sehr umfangreiches wöchentliches Bügelpensum haben.

Was hat mich an dem Bügeleisen überzeugt? Es ist zunächst einmal handlich und ausgesprochen leicht verglichen mit unserem familieneigenen Dampfbügeleisen, das eher der Bud Spencer seiner Zunft ist. Der Wassertank läßt sich leicht befüllen – ich fülle vorher destilliertes Wasser in eine Spritzflasche und quetsche diese dann aus – und durch den Deckel auch dicht verschließen. Für die oben erwähnten Hemden eignete sich dieses Bügeleisen sehr gut, denn die sehr schmale Spitze und die für Knöpfe gedachten Aussparungen im vorderen Bereich ermöglichten es mir, problemlos den Kragenbereich und andere sensible Stellen zu erreichen, wobei ich, um schnell zum gewünschten Ergebnis zu kommen, den Dampfbeschuß nutzte. Auch die Spritzfunktion des Gerätes läßt nichts zu wünschen übrig, und es gibt keinen lästigen Tropfenfall. Die Temperaturwahl per Laufrad erfolgt nicht stufenweise, sondern fließend, was ich weder als positiv noch als negativ bewerten würde. Mir persönlich reichen einige wenige Einstellungen, aber meine Bügelbedürfnisse sind auch gering.

Die Farbgebung des Bügeleisens ist mit den violetten Tönen eher gewöhnungsbedürftig, aber da ich grundsätzlich nicht vor Publikum bügele, ist mir das letztlich egal. Das Design paßt aber zu der Aufbewahrungsbox mit ihrem eher auf weiblichen Geschmack ausgerichteten lila-rosa-weißen Blumenmuster. Die Box ermöglicht eine platzsparende Aufbewahrung des Bügeleisens, laut Hersteller auch unmittelbar nach der Benutzung, und sie dürfte auch ein Gewinn für beengte Haushalte sein, da man ihren Inhalt nicht unbedingt errät, so daß man sie theoretisch auch in einem für Hausgäste sichtbaren Regal aufstellen kann. Allerdings empfiehlt die Bedienungsanleitung, das Bügeleisen stehend aufzubewahren, was die Box wiederum ad absurdum führt. Das Bügeleisen selbst ist aus Kunststoff, doch macht es, ebenso wie der Keramiksockel, einen ziemlich ordentlichen Eindruck. Das Kabel hat mit ca. 1,90 m eine angemessene Länge. Das Gerät verfügt über eine Calc-Clean-Funktion, die man mindestens einmal monatlich tätigen sollte, um Kalkreste zu entfernen, doch bevorzuge ich ohnehin destilliertes Wasser oder solches, das sich im Wassertank des Wäschetrockners gesammelt hat.

Was hat mir weniger gut gefallen? Ziemlich lästig finde ich, daß das Kabel so angebracht ist, daß es beim Bügeln eigentlich immer am unteren Handgelenk anliegt. Nach ein paar Kleidungsstücken nervte mich dies einfach. Auch hatte ich den Eindruck, daß das Bügeleisen trotz seiner Leichtigkeit ein wenig schwergängig über die Wäsche glitt, was mich allerdings weniger störte als das Kabel. Der Wassertank ist in Anbetracht der Größe des Bügeleisens natürlich ebenfalls verhältnismäßig klein – Fassungsvermögen: 0,27 Liter –, so daß man ihn bei größeren Mengen an Bügelwäsche, v.a. wohl bei Bettwäsche und anderem Schrankgroßwild, des öfteren wird nachfüllen müssen. Deshalb würde ich dieses Bügeleisen vor allem für Single- oder Zweipersonenhaushalte empfehlen, denn für den umfangreicheren Gebrauch würde ich eben doch wieder auf mein Bud-Spencer-Bügeleisen zurückgreifen, das zwar etwas schwerer und unhandlicher ist, dafür aber einen größeren Tank und eine Kabelführung besitzt.

Angesichts des Preis-Leistungsverhältnisses und der positiven Eigenschaften dieses Bügeleisens kommt aber doch ein ordentliches Ergebnis von vier Sternen heraus.


Tefal K09103 Talent Käsemesser
Tefal K09103 Talent Käsemesser
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Komme jetzt immer mit Messer zur Käseesserei, 24. Juni 2015
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Bislang haben wir uns immer anderweitig beholfen, wenn es nach einem Essen eine Käseplatte gab – mit dem Ergebnis, daß besonders bei Weichkäse immer Käse auf der Messerklinge kleben blieb. Seitdem wir das Tefal K09103 Talent Käsemesser haben, kann nun jede Art von Käse sauber und dünn geschnitten werden.

Das Messer hat eine sehr dünne Klinge mit einer Schneide, die man auch selbst nachschärfen kann, sollte dies einmal nötig werden. Die vier Löcher in der Klinge verhindern, daß weicher Käse beim Schneiden auf dem Metall haften bleibt. Mit einer Länge von ca. 9 cm – nur die Schneide, nicht die Klinge – dürfte sich das Messer zum Schneiden der meisten Käsearten für den Hausgebrauch gut eignen. Das Messer macht insgesamt einen sehr hochwertigen Eindruck: So gehen Klinge und Griff, aus einem Stück Stahl, direkt ineinander über, wobei der Griff außen aus Kunststoff besteht. Es liegt dabei angenehm und rutschfest in der Hand.

Der Hersteller gibt an, daß sich das Käsemesser auch in der Spülmaschine reinigen lasse, doch ich werde mir weiterhin die Mühe machen, es nach Gebrauch mit der Hand zu spülen, um es nicht vorschnell stumpf werden zu lassen, auch wenn die Form der Klinge die Reinigung ein wenig umständlich macht.


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