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Beiträge von Claudia Marschner
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Rezensionen verfasst von
Claudia Marschner

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Der Fundamentalist, der keiner sein wollte: Roman
Der Fundamentalist, der keiner sein wollte: Roman
von Mohsin Hamid
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen Alles ist eins, 4. Januar 2014
Erst am Ende wusste ich, was das Buch von mir will. Es klang lange nach. Es stimmte mich positiv, skeptisch, kritisch, negativ, gleichmütig. Seine Idee, den Amerikaner verstummen zu lassen, hat mir sehr gefallen. So blieb das Buch klar wie ein See. Keine emotionalen Saltos, keine Gegenstimmen. Ein Amerikaner, der einfach zuhört: Das ist eine großartige Idee, eine tolle Vision. Ein Gedanke formulierte sich am Ende für mich sehr stark: Mir geht es im Grunde wie ihm. Es gibt keine gefühlsmäßigen Unterschiede. Ich teile seine Empfindungen eins zu eins. Obwohl seine Heimat nicht meine Heimat ist und seine Geschichte nicht meine Geschichte ist. Ein gutes Buch.


Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie
Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie
von Iris Radisch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Pessimist hängt sich auf - wenn alle Stricke reißen., 27. Dezember 2013
Dieses Buch ist wunderbar! Iris Radisch' Blick verspricht das Eindringliche. Iris Radisch hält das Versprechen. So öffnet man sich als Leser. Man hält also nicht nur ein Buch in der Hand. Man hält eine Geschichte in der Hand. Frau Radisch streut ihren Blick und beleuchtet. Das macht sie im Fall von Camus sehr, sehr gut. Er ist schließlich der Meister des Absurden. Gut. Er ist widersprüchlich. Gut. Was man am Ende mit ihm anfangen soll? Das ist die Frage. Ich finde das Buch sehr wichtig für die jüngere Generation. Klar! Wir können uns alle in Wichtigkeit baden und unisono klingen: Der große Sartre. Die große Simone de Beauvoir. Der große Camus. Um ehrlich zu sein. Am Ende des Buches - und das erwartete das Buch nicht von mir - wollte ich mehr über Pia wissen. Ich wollte mehr über Radisch wissen. Ich wollte mehr über Jankélévitch wissen. "Jetzt hat sie den Salat - die Frau Radisch." Sie hat sich in das Absurde gestürzt. Nun muss sie selbst die nächsten Etagen entwerfen. Das Buch ist sensationell geschrieben. Es lässt den Leser regelrecht sitzen - das machte Camus mit den Frauen auch sehr gerne - und man fragt sich pessimistisch neuzeitlich: Was ist das eigentlich für ein Typ? Absurd! Das ist der beste Beleg dafür, dass die Autorin das Wesen mit jeder Zeile auf ein sehr weites "Spielfeld" gelockt und sichtbar gemacht hat. Voilà.


Das Leben ist der Ernstfall (Autobiografien)
Das Leben ist der Ernstfall (Autobiografien)
von Jürgen Leinemann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

5.0 von 5 Sternen Die braune Kiste, 27. Dezember 2013
Ich öffne eine kleine "braune Kiste" und lese. Das Buch selbst - vielleicht zufällig - hält sich in warmen Brauntönen. Die "braune Kiste" lege ich nicht aus der Hand. Ich muss bis zum Ende lesen. Der Strom der Zeilen zieht mich mit. Dann beschreibt der Autor einen Traum. Er träumt von einer braunen Kiste. Für ihn bleibt der Inhalt ein Rätsel. Es muss für ihn ein Rätsel bleiben, denn er, der Autor, füllt diese braune Kiste selbst - mit Leben. So lese ich das Buch von Jürgen Leinemann. Er beschreibt sein Leben, seine Karriere, seine Brüche, seine Stürze, seine Familie. Dieses Buch ist eine große Hinterlassenschaft. Jürgen Leinemann betrachtet sich und sein Umfeld sehr menschlich und er beschreibt sich und sein Umfeld sehr journalistisch. Zwei Stränge, die sich verknüpfen. Es geht nicht um Krebs, um Tod, um das Ende. Es geht um den Blickwinkel eines Verletzbaren, eines Verwundbaren, eines Ungeduldigen, eines Traurigen, eines Versunkenen. Es geht um einen gefeierten und mit Preisen ausgezeichneten Profi, der Neuland betritt, der seine wacklig ersten Schritte in ein Finale gehen muss. Diese Eindrücke gibt er weiter - wie ein Großmeister. Ein Mann beendet seine Karriere und er muss parallel sein Lebensende planen, einrichten, begehen. Auch hier verknüpfen sich die Lebensstränge. Das Buch ist die von ihm geträumte braune Kiste, in der er, Jürgen Leinemann, für jeden Menschen, für jeden Berufskollegen ein Geschenk bereit hält. Ein Geschenk hält diese "braune Kiste" eben doch für ihn selbst bereit. Eine Frage lässt er stehen: "Gibt es noch Freunde wie Winnetou und Old Shatterhand?" Manche Dinge sieht man eben von draußen besser. Sein Freund wird im medizinischen Teil sichtbar. Seine Gattin ist als Ärztin ganz klar der Old Shatterhand an seiner Seite. Sie zeigt ihm den Weg vom Berg ins Tal. Ein bis an den Rand mit Sinn gefülltes Buch. Dankeschön.


Aus den Ruinen des Empires: Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens
Aus den Ruinen des Empires: Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens
von Pankaj Mishra
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,99

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der fehlende Spiegel, 15. Dezember 2013
Das Buch von Herrn Mishra ist ein wunderbarer Spiegel, eine wunderbare Erklärung, ein fehlender Blick auf diese Welt. Es ist eine Eröffnung für den Leser und es wirft viele Fragen auf. Es gibt viele Antworten. Man muss sich selbst identifizieren. Als Europäer, als Mensch aus der westlichen Welt, muss man "Demokratie" neu/anders definieren. Dieses Buch hallt nach. Man kann es nicht ins Regal stellen und sagen: "Oh! Nun weiß ich, wie man in Asien denkt und fühlt. Das ist aber schön." Ich habe mich ertappt, die Engländer seitenweise zu hassen, die Franzosen seitenweise zu hassen, die Europäer zu verdammen. Dann - und das beschreibt einen identischen Verlauf der beschriebenen Protagonisten - hätte ich gerne eine indische Identität gehabt, um wieder bei meinen Wurzeln zu landen. Dieses Buch zeigt zwischen den Zeilen auf, wo man tatsächlich steht, wenn man in der westlichen Welt steht. Das merkwürdige Gefühl bleibt bis zum Ende des Buches: "Glücklicher sind wir durch Ausbeutung nicht geworden." Das schöne an dem Buch bleibt das Unterlassene: Herr Mishra hebt nicht den Finger. Er verurteilt nicht. Er verdammt nicht. Er will nicht erobern, überzeugen, verkaufen, anbieten, rekrutieren.


Ego: Das Spiel des Lebens
Ego: Das Spiel des Lebens
von Frank Schirrmacher
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das zweite ICH, 23. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ego: Das Spiel des Lebens (Gebundene Ausgabe)
Frank Schirrmacher beschreibt den Homo oeconomicus - in uns selbst. Er beschreibt die Welt der "Großen" , der "Unantastbaren". Er tastet diese Welt einmal an. Da ist ein Herr Schirrmacher, der mir Seite für Seite für Seite beschrieb: "Nein! Du spinnst nicht! Du wirst auch nicht wahnsinnig! Da passiert etwas in dieser Welt. Da gibt es Ökonomen, Physiker und viele Wissenschaftler, die etwas anstellen - seit Jahren. Sie wissen selbst nicht, wohin die Reise geht. Sie wissen nicht, wo Du am Ende stehen wirst. ABER... sie verstellen Dich - sie stellen die ganze Menschheit in eine Welt der Berechenbarkeit, der Kontrolle, der Automatisierung, der Mechanismen." Dieses Buch ist wunderbar. Der Autor geht in die Höhle des Löwen und zwischendurch dachte ich: "Wie ging es dem Autor, nachdem er das Buch geschrieben hat? Kam er gesund aus dieser Zahlenwelt, aus dieser Matrix heraus?" Es ist ein spannendes Buch. Es ist ein logisches Buch. Es ist trotzdem leicht genug geschrieben - und es treibt die Gehirnzellen nicht über den Maxpunkt hinaus. Herr Schirrmacher schenkt ein sehr gutes Werkzeug. Man kann stehen bleiben und überlegen: "Habe ich ein zweites ICH? Und was treibt dieses ökonomische ICH da eigentlich - so ohne mein bewusstes Wissen?"


Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
von Nassim Nicholas Taleb
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "weißen" Schwäne aufwecken, 22. April 2013
Nassim Taleb ist ein humorvoller Autor und sein Buch richtet den eigenen Blick immer wieder ins Leere. Es sagt: "Nein! Sieh Dir nicht an, was Du schon kennst. Glaub nicht immer gleich - was man Dir erzählt. Stell Deinen Kopf an und probier das mal." Dieses Buch war sogar für meinen Beruf hilfreich, der mit dem Geldmarkt rein nichts gemein hat. Der Autor schenkt wundervolle Anekdoten, die sein Buch in Bilder verwandeln. Bilder, die man in sein Privatleben transportieren kann. Seine Geschichten lösen die Verankerungen bei dem Leser, wenn er sich darauf einlässt. Besonders gut gefielen mir seine stummen Zeugnisse. Ökonomen betrachten sie schlichtweg nie und das beschreibt die Finanzkrise, die Weltlage, die menschliche Lage. Ich nehme dieses Buch immer wieder zur Hand, weil die kurzen Kapitel auch mittendrin gelesen werden können. Sein Buch könnte der Freund fürs Leben sein. (Er beschreibt eine russ. Schriftstellerin, die glaubte, nur ein Buch kann Freund sein). Bei mir war es bisher der Duden. Aber.... die schwarzen Schwäne stehen schon daneben. Es ist kurzweilig geschrieben, spannend und voller Aha-Erlebnisse.


Die Kanzlerin: Angela Merkels Weg zur Macht
Die Kanzlerin: Angela Merkels Weg zur Macht
von Evelyn Roll
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiger Roll, 21. April 2013
Man merkt sofort: Diese Journalistin spielt Golf. Ihr Buch, Die Kanzlerin, wiegt sich ein, greift den Schläger genau, hebt und senkt den Blick, wiegt sich nochmals zurecht, legt sich versichernd ins Gras, zieht die Mütze weiter in die Stirn - und dann hat die Frau Roll aber auch einen Drive! Jedes Wort zieht den Satz in seine geplante Flugbahn und legt den Ball sauber rein. Dieses Buch ist nicht nur ein Portrait. Es ist eine Erinnerung an die Möglichkeit eines sportlichen Fairplay's in unserer Gesellschaft. Es ist eine humorvolle Geschichtsstunde. Frau Roll nimmt den Leser mit und sagt: "Politik und Humor geht, wenn man seinen eigenen Kopf behält." Am Ende dieses Buches dachte ich: "Die Roll ist eben auch so ein stilles Gewässer. Genau wie die Merkel." Die stehen beide ganz ruhig und seicht in der Landschaft - und am Ende merkt man erst, dass man in dieser Flut von Weiblichkeit steht. Beide wollen nicht ins grelle Rampenlicht - aber beide will man da haben. Sie wecken diese kindliche Sehnsucht geradezu. Es wird auch klar, dass es unausgesprochen verboten ist, einer Politikerin den Rücken zu stärken. Es wird so klar, woran eine Gesellschaft arbeiten muss, damit auch die nächste Generation die Lust an Politik und Journalismus nicht verliert. Ein faires und ein sportliches Buch. Ein Plädoyer für die Gerechtigkeit.


Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen
Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen
von Jutta Ditfurth
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wie bleibt so eine links?", 25. September 2012
Dieses Buch gefällt mir! Es zeichnet eine klassische Polit-Falle, in die ich selbst getappt bin. "Die Grünen machen eine wichtige Arbeit" dachte ich. Jahre später lese ich dieses Buch und erschrecke über meine wissende Unwissenheit. Jutta Ditfurth nimmt die Wattepads von den Augen und ich denke: "Stimmt! Ich habe mich brav in den Wald schicken lassen und die Grünen gingen in den Krieg, basteln Atomkraftwerke und verraten ihre Ideen, die ich dann leben soll - wie auch immer." Ich mag die klare Sprache der Autorin, die Logik, den Scharfsinn und ich frage mich: "Wie bewahrt sie sich ihren Humor, der mich auch sehr zum Lachen brachte, wenn die einstigen Mitstreiter wie Fassaden kippen? Wie dreht eine nicht durch, wenn sich Mitstreiter in heisse Luft auflösen?" Was sehr klar stehen bleibt: Frau Ditfurth störte nie den Frieden, war also kein nerviger Störenfried, kein fanatischer Öko-Freak. Sie stört den Krieg! Das passt der Gesellschaft nicht. Das passt den meisten Journalisten nicht. Wenn es passen würde, müsste man sich gemeinsam bewegen, seinen müden Körper heben und etwas machen....aber was? Durchdrehen? Schreiend durch die Straßen rennen? Doch Ulrike Meinhof werden? Nicht mehr wählen gehen? Lieber nicht! Dieses Buch ist ein gutes Schlüsselerlebnis für Bewegungen im Kopf: Wir würden Deutsche Geschichte schreiben, wenn die Braunen ins Parlament zögen und zu Grünen mutierten. Wenn Grüne bräunlich-gelblich-rötlich werden, dann ist das ein >oller< Deutscher Wald (inspiriert durch den letzten Satz auf Seite 200. Man liest über "...Joschka Fischer und die Rechte....und den Rechten..." - ich dachte: "Welch eine geniale Perspektive. Freud und Ditfurth aus einer Feder!")
Dieses Buch ist sehr lesenswert, kurzweilig und man bekommt eine Idee: Politik könnte und sollte auch Spaß machen. Grün könnte Spaß machen. Demokratie könnte Spaß machen. Ich habe aus diesem Buch gelernt, dass Politik schon in Schulen greifen muss, dort, wo sich Staat und Wirtschaft bereits einklinken (erschreckend, wie viele Sechsjährige BMW Klassen unterscheiden können). Frau Ditfurth hat sich bestimmt nicht ohne Grund aus der Partei verabschiedet - manchmal soll man eben auf einen anderen Weg kommen. Jawoll! Ein tolles, authentisches Buch!


Ulrike Meinhof
Ulrike Meinhof
von Jutta Ditfurth
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mama, ich möchte Spießer werden!, 20. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Ulrike Meinhof (Taschenbuch)
Dieses Buch erklärt sehr genau, warum die Kinder 68er Spießer werden wollten und mussten. Dieses Buch wurde im Jahr 2007 geschrieben, also nach 9/11, also nach 7/7 in London, also nach Madrid. Ulrike Meinhof mochte keine Opportunisten und sie war ganz klar eine Politikerin (SDS/APO) - die RAF wollte sich ebenfalls politisch verstanden wissen, also nicht als kriminelle Bande. Im zweiten Teil des Buches bricht jenes "68er-Virus" bei Frau von Ditfurth durch. Das politische Proletariat, zu denen Meinhof und von Ditfurth nicht gehören, lacht kopfschüttelnd...."Gudrun Ensslin wurde in einer Boutique gefasst, weil dort ihr Waffe aufgefallen war...." Das junge Proletariat von heute, zu denen Meinhof und v. Ditfurth nicht gehören, krümmt sich vor Lachen (eine Posse wollte Ditfurth sicher nicht): "....Ulrike ärgerte sich über ihre technische Unkenntnis, zog einen Stift aus der Granate und fragte: was mach ich jetzt damit?"
Das Buch hinterlässt folgenden Eindruck: Wer die richtigen Gedanken hat, die richtige Partei unterstützt, wer die richtige Intelligenz innehält und wer die richtigen Leute kennt, der darf Terrorist werden, darf zum Mythos werden, darf schießen, darf Marx verdrehen, darf Autobomben zünden - darf das, auch wenn in dem Auto zufällig die Falsche sitzt, die physisch und psychisch zerrissen wurde, die in den Rollstuhl muss. Die in eine schwarze Hölle muss - nicht in eine Weiße ".....die alte Tante Tilla machte sich große Sorgen um Ulrike." Frau von Ditfurth möchte Zeitzeugin sein, möchte Ulrike Meinhof sein, spannt einen großen Bogen, von Mosambik bis Vietnam. Sie ist aber nicht Oriana Fallaci, die in Vietnam war. Sie ist von Ditfurth, die beschreibt, dass Che Guevara ein Tagebuch in Frankfurt kaufte. Ein 68er Rausch, der heute, nach unzähligen Attentaten, wie ein Heimatfilm klingt. Die RAF, 2 Jahre im Untergrund, ohne Plan, ohne das Proletariat "....wir können auf das Deutsche Proletariat nicht bauen..." Die Grundsätze wollte Meinhof in Stammheim schreiben. Wenn ich Ulrike treffen würde, heute und älter geworden, würde ich ihr sagen: "Du hast Marx in den Arsch getreten und damit dem Proletariat, um deine eigenen Interessen, deine eigene Wut, gegen VATER (Staat) und MUTTER (Saat) rauszuschießen. Da Ulrike Meinhof nie die Sprache des Proletariats finden und hören konnte, musste sie einen Renault vor das Springer Tor stellen, um eine Auslieferung zu verhindern. Jeder 14 jährige Proletarier hätte mit Papas Lötkolben das Tor zugeschweißt. Kühn bleiben die eingebauten Thesen von Frau von Ditfurth:"....Ulrike hat ihre Kinder geliebt." Ich würde hier eher die Kinder fragen, ob sie sich geliebt fühlten. Das ist der große, blinde Fleck der 68er: Ich will Revolte und bin doch eine sehr gute Mutter. Sie stellen keine Vorbilder und so müssen die Proletarier wieder mit Marx diskutieren: "Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen." Menschen wollen sich von alleine ändern! Ulrike Meinhof hat politisch nichts verändert, sie hat nicht einen Mensch in eine bessere Welt geführt.
Gut, dass meine Eltern nicht in der Druckerei von Springer gearbeitet haben, als die Bombe detonierte. Das muss ich leider schreiben, weil Bücher über Proletarier keine Auflage machen.


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