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Rezensionen verfasst von
Jens Bröcking "jensrb" (Shenzhen)
(REAL NAME)   

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World War Z: An Oral History of the Zombie War
World War Z: An Oral History of the Zombie War
von Max Brooks
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn die Hölle überfüllt ist..., 25. Januar 2013
Als die Geschichte beginnt ist die heiße Phase des Krieges gegen die Zombies seit zehn Jahren vorrüber.
Es herrscht eine Art Gleichgewicht des Schreckens, während weite Teile der Erdoberfläche von den Überlebenden zurückerobert worden sind, werden einige Gegenden, sowie der Meeresgrund, noch von den Zombies gehalten.

Der namentlich nicht genannte Erzähler hatte im Auftrag der United Nation's Postwar Commission einen Report über den Verlauf des Krieges erstellt. Dafür hatte er etliche Zeitzeugen aus allen Teilen der Welt interviewt, um möglicht viele Daten zu sammeln. Da der offizielle Report einen eher wissenschaftlichen Charakter hat, wurden die subjektiven Eindrücke der Interviewpartner nicht verwendet. Aus diesem Material machte der Erzähler sein Werk WORLD WAR Z - AN ORAL HISTORY OF THE ZOMBIE WAR (2006) und veröffentlichte es unter dem Namen Max Brooks.

Die verwendeten Interviews sind chronologisch angeordnet und so erfährt der Leser vom ersten Auftauchen der lebenden Toten in China, über den Zusammenbruch der Zivilisation bis hin zur mühsam erkämpften Wende und dem Zurückdrängen der Verwesenden.

Alle Teile, die in den USA spielen sind nicht besonders überraschend, da man als Amerikaner in seiner individualistischen Art natürlich bestens auf den Überlebenskampf vorbereitet ist. Richtig gut hingegen sind die Blicke über den Teich. Ob die frühzeitige richtige Reaktion der Israelis, die kriegsentscheidenen Aktionen der Besatzung eines chinesischen Atomubootes, das Zurückgreifen der südafrikanischen Regierung auf Methoden aus Zeiten der Apartheid oder die Evakuierung von Japan, um nur einige zu nennen.

Max Brooks versucht in seinem Roman eine möglichst realistische Darstellung einer Zombieinvasion, unter der Prämisse, dass es soetwas wie Untote gibt, die nichts anderes tun, als andere Lebewesen zu jagen und zu vertilgen oder zu infizieren. Damit entsprechen sie in etwa den Modellen, die schon in George A. Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD (1968) umherwankten.
Im Gegensatz zur filmischen Umsetzung einer pseudorealistischen Zombieplage wie z.B. den ZOMBIE DIARIES (2006), welche eher kammerspielartig sind, stellt WORLD WAR Z eine globale Sicht der Dinge dar. Es wird auch erwähnt, dass die Menschen eine kleine Unterstützung in Form des ZOMBIE SURVIVAL GUIDE (2003) zur Hand haben.
Da sich konventionelle, oder gar atomare, Kriegsführung gegen die bissigen Wiedergänger als vollkommen nutzlos erweisen und es auch ziehmlich lange dauert, bis die Menschheit an einem Strang zieht, führt die Dauer des Erkenntnisprozesses fast zur vollständigen Vernichtung des Homo Sapiens. Nur absolut radikale und rücksichtslose Maßnahmen können diese finale Konsequenz verhindern.

Zu unserem Glück hat schon Maarten Keulemans in seinem Werk Exit Mundi: Die besten Weltuntergänge (2008) untersucht, dass die Wahrscheinlichkeit einer Invasion durch karnivore Untote extrem klein ist.

WORLD WAR Z kann allen Freunden apokalytischer Geschichten wärmstens empfohlen werden.
Wer keine Freude am Lesen hat, der muss halt auf die Verfilmung mit Brad Pitt warten, die wohl Mitte dieses Jahres in die Kinos kommt.


Storm Front: Book one of The Dresden Files
Storm Front: Book one of The Dresden Files
von Jim Butcher
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,40

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A seriously badass toad-demon coming down the ladder., 24. August 2012
Als Harry Potter die Nase voll hatte von Kind, Kegel und Zauberministerium kehrte er England den Rücken und wanderte in die Neue Welt aus.
Dort lies er sich in Chicago nieder, um künftig als Privatdetektiv tätig zu sein.
Er nennt sich jetzt Harry Dresden.

So, oder so ähnlich hätte es gewesen sein können, aber so einfach hat es sich Autor Jim Butcher nicht gemacht. (Allein deswegen, weil J.K. Rawling bekanntlich sensibel auf Urheberrechtsfragen reagiert:-)
Trotzdem gibt es in auch in Harry Dresdens Welt eine Parallelgesellschaft von Zauberern und anderen mythischen Gestalten. Auch hier haben diese eine Selbstverwaltung, auch wenn die nicht so zentral organisiert ist, wie bei Harry Potter. Auch hier ist die Anwendung von Magie in der Öffentlichkeit strengen Regeln unterworfen. Die Nutzung Schwarzer Magie ist eindeutig verboten und wird schlimmstenfalls sagar mit dem Tode bestraft.

Im Laufe dieser Geschichte erfahren wir, dass Harry Dresden selbst nur noch auf Bewährung lebt und unter ständiger Aufsicht eines Wächters des White Councils steht. Wir lernen, dass ihn nur ein einziger Verstoss gegen die Sieben Gesetzte der Magie von seiner Hinrichtung trennt.
Das schränkt ihn natürlich gewaltig ein, aber da er andererseits mit der Mietzahlung für sein Büro im Rückstand ist, läßt er sich nicht lange bitten, als ihn Monica Sells anheuert, um ihren Gatten wiederzufinden. Das klingt harmlos genug für ihn, dass er den Fall übernimmt.

Eine weitere Einnahmequelle hat Dresden als Berater für das Chicago Police Department, genauer gesagt der Special Investigations Division (SI) unter Führung von Lieutenant Karrin Murphy. Diese ruft ihn immer dann, wenn in einem Fall unerklärliche Dinge passieren. Die beiden Turteltauben, denen während des Liebesaktes die Herzen explodiert sind, sind ein gutes Beispiel.

Wie nicht anders zu erwarten laufen die Angelegenheiten schnell aus dem Ruder und schon bald sind Freund und Feind auf Harrys Fersen. Selbst auf seine beiden Mitbewohner, den Elementargeist Bob und dem übergroßen Kater Mister, kann er sich nur bedingt verlassen.

Im Finale trägt es dann Dresden alleine mit dem Antagonisten aus und dabei kracht es gewaltig.

Jim Butcher macht seinem Nachnamen alle Ehre, denn auf den 350 Romanseiten kommen eine ganze Reihe Leute ums Leben.
Wie in seinem Nachwort beschrieben ist Butcher eigentlich ein Science Fiction und Fantasy Fan, hatte aber seinen Durchbruch mit den Abenteuern dieses übernatürlichen Ermittlers.
Dabei ist das ganze im Stil klassischer Hardboiled Detektive Romane gehalten, mit dem Zusatz, dass auch Magie real existiert. Das führt zwar zu unrealistischen Sitautionen, wie aber die Handelnden darauf reagieren ist sehr nachvollziehbar beschrieben.
Da als Erzählperspektive die 1. Person Singular gewählt worden ist, erfährt man nur Harry Dresdens subjektive Version der Geschichte. Man muss sich mit ihm von Anhaltspunkt zu Anhaltspunkt zum Täter vortasten.
Aufgelockert wird das ganze durch einige Rückblicke in Harrys Leben in Form von Erinnerungen. Hier bleibt aber vieles noch im Dunkeln, denn der Autor hat die Hintergrundgeschichte so angelegt, dass sie sich über eine ganze Serie spannen: Die Dresden Files. STORMFRONT ist der erste Teil dieser Reihe, die inzwischen stolze zehn Fortsetzungen hat.

Alles in allem ein lesenswerter und kurzweiliger Krimi. Ich werde mir sicher den Folgeroman FOOL MOON auch noch zu Gemüte führen und mal schauen, wie sich die Sache entwickelt.

Und um nochmal auf die Vornamensvetternschaft von Dresden und Potter zurück zukommen, so ist zwar ersterer tatsächlich nach bekannten Zauberern benannt worden, der Sprössling Hogwarts gehört aber nicht dazu. Der vollständige Name von Harry Dresden ist nämlich Harry [Houdini] [Harry] Blackstone [David] Copperfield Dresden. [***Nicht explizite Bestandteile***]
Unter diesem steht er auch im chicagoer Telefonbuch, für den Fall, dass Ihnen Bibi Blocksberg nicht mehr helfen kann.


18: Kane
18: Kane
Preis: EUR 10,89

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dorian als Waise, 28. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: 18: Kane (Audio CD)
ACHTUNG: Diese Rezension ist SPOILERBEHAFTET!!! - Weiterlesen auf eigene Gefahr.

Die Mama? Tot!
Alle Geschwister? Haben das Zeitliche gesegnet!
Und Daddy? Nun, um es mit Olivaro zu sagen: Obwohl sein Staub noch nicht einmal verweht ist, plant die Schwarze Familie schon für die Zukunft!

Wie es aussieht hat die Inquisitionsabteilung des britischen Secret Service noch gut zu tun.

Eine Zäsur hier wie da: Erschienen die ersten 17 Romanvorlagen noch in der VAMPIR-Horrorromanreihe, so emanzipierten sich Dorian, Coco & Co mit Nummer 18 und segelten ab nun unter eigenem Titel: DÄMONENKILLER.

Nachdem sich Marco Göllner bei den ersten 17 Folgen von DORIAN HUNTER - zumindestens chronologisch - noch sehr an den Romanvorlagen orientiert hat, weicht er mit Teil 18 davon ab. KANE ist mitnichten die Vertonung des 18. DÄMONENKILLER-Romans DAS FEST AUF DEM TEUFELSHÜGEL, sondern folgt mehr der Story von Nr. 20 BEI VOLLMOND WIRD GEPFÄHLT (Ein Originalroman mit dem Titel KANE gibt es hingegen nicht).

Bis auf absolute Puristen dürfte das auch niemanden stören, zumal es für diese Vorgehensweise einige gute Gründe geben dürfte, wie z.B.:

- Auch wenn es einen gewissen Charme besitzen würde, wirklich alle 153 Romane der Erstauflage, oder gar die 175 der Zweitauflage, vertont zu wissen, so muss man sich doch eingestehen, dass der ein oder andere schwächere Roman dafür nicht taugt.

- Die Hörspiele basieren zwar auf den Geschichten der Groschenhefte, weichen aber sowieso mehr oder weniger von der Vorlage ab. Das gilt sowohl für den eigentlichen Handlungsverlauf, als auch für die Modernisierung des Stoffes, die Marco Göllner vorgenommen hat. Hier werden z.B. Mobilfunkgeräte und Laptops benutzt, von denen man in den 1970ern noch nichts gehört hatte.

- Die künstlerische Freiheit wird bei den Hörspielen gut genutzt. Die Konzentration auf das Wesentliche verhindert unnötige Längen mit einhergehender Langeweile.

- Man kann wohl davon ausgehen, dass nur ein Teil der Hörerschaft auch noch die Romane kennt, umzu vergleichen. Die Mehrheit wird einfach die Hörspiele feiern, wie sie fallen.

Soweit zur Gesamtsituation.

Was nun die Folge KANE im speziellen angeht, so merkt man ihr ihre Brückenfunktion deutlich an. Im direkten Vergleich mit den anderen finde ich sie am schwächsten, weil sie in so viele Einzelteile zerfällt. Wobei das natürlich Gejammer auf hohem Niveau ist, zumal hier die Saat für die kommenden Ereignisse ausgebracht wird :-)

Ein echter Kritikpunkt: So sehr ich die verbalen Duelle zwischen Dorian und Miss Pickford eigentlich mag, hier sind sie so ausgewalzt, dass sie fast ihren Witz verlieren.

Zum Kontrast ein echter Höhepunkt: Das Telefongespräch zwischen Coco und Olivaro, während sich im Hintergrund ein Priester mit einem Dämon herumschlägt, den er gern exorzieren möchte.

Jedenfalls entkommt die Inquisitionsabteilung nur knapp ihrer Vernichtung. Selbst damit muss der Hörer rechnen, denn schon in der Folge DAS WACHSFIGURENKABINETT kamen fast alle damaligen Mitarbeiter ums Leben.

Am Ende steht jedenfalls die Erkenntnis, dass manchmal ein Übel, das man kennt, besser ist, als ein unbekanntes. Während es sich in den Romanen gleich nach dem Ende von Asmodi zu erkennen gibt, hält Marco Göllner den neuen Schwarzen Paten noch bedeckt.
Die Enthüllung dürfte nächste Folge auf uns warten; etwas auf das man sich freuen kann.


Sanctus (Sancti Trilogy 1)
Sanctus (Sancti Trilogy 1)
von Simon Toyne
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,66

3.0 von 5 Sternen Der kleine Actionhappen zwischendurch, 21. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Sanctus (Sancti Trilogy 1) (Taschenbuch)
GRIMMS MÄRCHEN und die BIBEL haben einige Parallelen. Beide bestehen aus Geschichten, die einen mehr oder minder wahren Kern haben und Aussagen darüber treffen, welches Verhalten moralisch oder unmoralisch, bzw. richtig oder falsch, ist.

Bei ihren MÄRCHEN beliessen es die Gebrüder Grimm nicht einfach mit dem Niederschreiben der gesammelten Fabeln und Sagen, sondern drückten ihnen gleich ihren Stempel auf.

Dieser Roman erzählt darüber, dass auch die Texte in der BIBEL alles andere als zufällig dort enthalten sind. Noch deutlicher, der gesamte Inhalt der Heiligen Schrift wurde im Laufe der Zeit geplant, geschrieben und die Wahrheit aufs stengste zensiert.
Wer jetzt aber eine weitere Erzählung mit Kritik an der Katholischen Kirche erwartet, der wird überrascht sein, denn inwiefern der Vatikan involviert ist, wird hier offengelassen.

Verantwortlich ist eine jahrtausende alte Mönchsbruderschaft, die sich in einer Zitadelle, gemeißelt ins südlche Taurusgebirge auf dem Gebiet der heutigen Türkei, einigelt. Da die Enklave nahe der Stadt Ruin nicht der türkischen Jurisdikation untersteht, können die Mönche das Wesen des dort befindlichen sog. "Sakraments" geheim halten, von denen die meisten davon ausgehen, dass es sich dabei um eine echte Reliquie handelt, während einige wenige meinen, dass die Zitadelle nur dem Zweck dient ein ungeheures Verbrechen zu verschleiern.

Aber nicht nur die Öffenlichkeit wird über die wahren Zusammenhänge im unklaren gelassen, sondern es ist auch nur eine Minderheit der Mönche innerhalb der Zitadelle, die das Geheimnis des "Sakraments" kennt. Diese Geheimnisträger nennen sich Sancti und unterstehen direkt dem Abt. Dieser wiederum hat die Aufgabe, dass niemals ein Wort über die Gestalt des "Sakraments" nach draußen dringt, weil man mit jenem Wissen, die Welt in ihren Fugen erschüttern könnte. Dabei sind absolut alle Mittel erlaubt und gewünscht. In der Tat sind alle, die jemals versucht haben aus der Zitadelle zu fliehen, eines gewaltsamen Todes gestorben oder verschwunden.

Die Handlung des Romans spielt in unserer Zeit und beginnt, als einem, gerade zum Sanctus gemachter, Mönch die Flucht tatsächlich gelingt, weil er nicht, wie seine Vorgänger, den Berg hinunter- sondern hinaufklettert. Der Abt mit seinem Rollkommando ist zunächst erleichtert, da der Geflohene kaum eine Chance hat von dort lebend zu entkommen. Ins Schwitzen gerät er erst, als sich herausstellt, dass dies auch gar nicht in der Absicht des Mönches lag.

Noch problematischer für den Klostervorsteher wird es, als sich eine leibliche Schwester des Entflohenden findet.
Diese heißt Liv Adamsen und ist die eigentliche Hauptperson der Geschichte. Mit ihr begibt sich der Leser auf die Spurensuche nach Details zum Leben und Sterben ihres, seit Jahren verschwunden, Bruders. Dabei erhält sie Unterstützung durch den türkischen Inspektor Davud Arkadian, als auch von einer Organisation, die genau das Gegenteil von dem will, was die Bruderschaft in der Zitadelle von Ruin beabsichtigen.

Simon Toyne kommt eigentlich aus dem Filmbereich. Dort war er Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und sogar Schauspieler.
Nach eigenen Angaben reichte ihm das Darstellen von Erzählungen anderer aber nicht aus; er wollte seine eigenen Geschichten erzählen. So brach er 2007 alle Zelte im heimatlichen England ab, zog nach Frankreich und wurde professioneller Schriftsteller.
SANCTUS ist sein erster veröffentlichter Roman.

Was nun die Story selbst angeht, so ist die Idee dahinter natürlich nicht komplett neu, aber sie ist eine nette Variation zum Thema: Was haben die Urväter der christlichen Religion eigentlich verschwiegen?

Ich meine, man merkt dem Werk deutlich an, dass dessen Autor ursprünglich Teil der Filmindustrie war. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, möglichst im spannensten Moment abbrechend, so dass man einfach weiterlesen muss. Ich konnte mir das alles als Film wunderbar vorstellen.
Allerdings liegt darin auch der Nachteil. Oft wirken die Kapitel wie Teilstücke eines Gesamtkapitels. Sicher erhöht diese Zerstückelung die Geschwindigkeit der Erzählung, aber während das in einem Film durchaus sehenswert sein kann, nervt es mich in einem Roman doch eher. Besonders im Mittelteil, in dem Liv alle Puzzleteile zum Tod ihres Bruders zusammensucht, ist diese künstliche Erhöhung der Spannung gar nicht nötig. Man ist als Leser sowieso gespannt genug, weil man versucht das Geheimnis mit zu enträtseln.
Ein weiterer Hinweis auf die Nähe des Autors zur Kamera, ist die flache Zeichnung der Charaktere in dieser Geschichte. Auf keine Person wird wirklich eingegangen und man erfährt wenig über die Motivationen, warum jemand handelt, wie er es schließlich tut, abgesehen von den Gründen, die einem direkt unter die Nase gehalten werden.

Letzteres ist auch interessant, weil Toyne die ganze Geschichte von Anfang an auf eine Triologie angelegt hat. Generell ist es fraglich, ob ein Schriftsteller sein Erstlingswerk wirklich in mehreren Teilen erzählen muss, aber wenn man es schon so macht, dann wäre es sicher von Vorteil gewesen, den ersten Teil zu einer tieferen Einführung der Protagonisten zu nutzen.

Wie dem auch sei: Für den Fall, dass man nur an der Auflösung des Rätsels um das "Sakrament" interessiert ist, dann kann man sich auch mit diesem Roman begnügen, falls man mehr über das weitere Schicksal von Liv Adamsen erfahren will, muss man wohl zum Folgeband THE KEY greifen.

Dieser Roman ist sicher keine große Literatur, aber ein Thriller -mit den üblichen Logiklücken- , der einem kaum zu Atem kommen läßt und von daher sicher allen Fans von Dan Brown und denen von Videoclips zu empfehlen ist. Ferner erthält die Handlung eine Wendung, die jeder Feministin gefallen dürfte.

Adieu!


Gods of War
Gods of War
Preis: EUR 18,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Ring zwischen allen Stühlen, 5. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Gods of War (Audio CD)
MY ENEMIES RISE AND LOOK TO THE SKIES
THEY PRAY I WILL NEVER APPEAR
(Joey DeMaio)

Joey DeMaio ist ein glühender Verehrer von Richard Wagner.
Er ist Musiker und möchte seine Variante des RING DES NIBELUNGEN realisieren.

War Wagners Ring thematisch schon an die Sagen der nordischen Götterwelt angelehnt, so geht DeMaio gleich direkt zur Sache und erzählt die Götterdämmerung komplett aus Sicht der Asen.
Während sich Wagner in seinem Vorabend der Ereignisse, DAS RHEINGOLD, damit beschaftigt, wie Wotan aka Odin den Nibelungenschatz klaut um damit seine Schulden zu begleichen, beschäftigt sich DeMaio mit Odins Aufstieg und seiner Stellung als Göttervater.
Wagner komponierte sein Musikdrama für Theaterorchestra und Sängerensemble; DeMaio schwebte mehr die klassische Rock'n'Roll-Band, unterstützt von Sinfonieorchester und Chor, vor.
DER RING DES NIBELUNGEN ist eine, hauptsächlich in der Kulturepoche der Romantik entstandene, Oper, während GODS OF WAR der zeitgenössischen Rockmusik mit Hörbuchelementen zuzuordnen ist.
Wagner hat zur Vollendung des seines Zyklus 26 Jahre gebraucht; seit 2007 ist nur der erste Teil von DeMaios geplanter Tetralogie erschienen, d.h. er holt kräftig auf.

Den Wrestlern in der Sportszene entsprechen die Vertreter des Metal im Musikbusiness. Beide Gruppen bestehen aus harten Kerlen, die aber doch nur spielen wollen.
Beide Gruppen werden vom Rest der Welt eher belächelt.
Doch genauso wie es auch im Wrestling ernstzunehmende Leistungssportler gibt, so spielen auch etliche hervorragene Musiker am liebsten Metal in jeder Ausprägung.
Manowar ist eine Heavy Metal Band, die mit dem sogenannten True Metal sogar eine eigene Schule des Metal begründet hat, als Abgenzung zu Glam Metal und Pop Metal - den ganzen Posern halt:-)
Joey DeMaio ist der Kopf von Manowar.

Unschwer zu erraten, dass Freunde der E-Musik DeMaio entweder ignorieren oder erst gar nicht kennen. Doch auch bei der eigenen Klientel wurde GODS OF WAR nicht nur mit Freude aufgenommen. In der Tat wurden die Alben von Manowar immer theatralischer und GODS OF WAR kann man schon fast dem Klassikrock zurechnen. Vor allem die nicht unerheblichen orchstralen und die, mit viel Dramatik in der Stimme, erzählten Teile stoßen beim gemeinen Headbanger auf ungläubiges lange Haareraufen.

Da aber mein Haar ziehmlich kurz ist empfinde ich das Album als sehr gelungen und einfallsreich, auch von der lyrischen Seite.
Eric Adams (Gesang), Karl Logan (Gitarre, Komposition), Joey DeMaio (Bassgitarre, Kompsition) und Scott Columbus (Schlagzeug) zeigen mit Unterstützung von Joe Rozler (Dirigent Orchester & Chor), dass sie mehr können als nur Draufhauen.

OVERTURE TO THE HYMN OF IMMORTAL WARRIORS: Schon die Eröffnung, nur getragen von Orchester, Chor und Orgel, bringt einen in die richtige Stimmung.

THE ASCENSION: Erst gesprochen, dann gesungen, bereitet uns diese kurze Stück auf das nächste Lied vor.

KING OF KINGS: Ein Metalsong, in dem Odin und DeMaio klarstellen wo der Hammer hängt. Die Gitarren klingen, Eric Adams spricht und singt langsam, schnell, hoch und tief und Scott Columbus bearbeitet seine "Drums of Doom", dass der rostfreie Stahl nur so vibriert.

ARMY OF THE DEAD, Part 1: Adam besingt zusammen mit dem Chor die Einherjer, also das Heer der gefallenden Krieger.

SLEIPNIR: Erzählt die Geschichte von Odins achtbeinigen Pferd. Gesprochene Einleitung mündet in nächsten Metalsong.

LOKI GOD OF FIRE: Blutsbruder und Erzfeind Odins in einer Person. Der Gott des Unheils ist bestimmt der schillernste Charakter am Nordhimmel. Ein geradliniger Rocksong mit Gitarrensolo.

BLOOD BROTHERS: Astreine Powerballade. Handelt von unvergänglicher Freundschaft, wobei es nicht ganz klar wird, ob sich hier Loki an Odin wendet oder umgekehrt.

THE BLOOD OF ODIN: Mit Musik unterlegter gesprochener Text, der von Odins Leben und der mühsamen Suche nach Weisheit erzählt.

THE SONS OF ODIN: Metalsong über Kampf, Blut, Ehre, Berserkern und dem Einzug in Walhall. Von Odins leiblichen Söhnen wird nur Thor, der Gott des Donners, namentlich erwähnt.

GLORY MAJESTY UNITY: Mit Soundeffekten unterlegter gesprochener Text, der erzählt wie eine zahlenmäßig unterlegene Gruppe ihren Gegner besiegt, indem die Götter des Krieges angebetet werden.

GODS OF WAR: Das Titellied vereint Band mit Orchester und Chor. Ein opernhaftes Stück mit Gitarrensolo.

ARMY OF THE DEAD, Part 2: Entspricht musikalisch und vom Text dem ersten Teil. Der Unterschied besteht darin, dass hier auch eine Orgel zum Einsatz kommt.

ODIN: Nächster Metalsong. Vereint Odins Geschichte mit dem Thema von ARMY OF THE DEAD.Im ersten Teil benutzt Adam Sprechgesang.

HYMN OF IMMORTAL WARRIORS: Das große Finale. Eingeleitet mit akustischer Gitarre wird die Geschichte eines gefallenen Kriegers erzählt, der in Walhall seinen Platz zwischen den Einherjer einnimmt, um dort zusammen mit den Asen auf die letzte aller Schlachten, während des Ragnarök, zu warten.

DIE FOR METAL: Bonussong. Gehört eigentlich nicht zum Zyklus, ist aber ein Statement für den Heavy Metal als Lebensgefühl. Joey DeMaios augenzwinkernde Reaktion auf ein Streigespräch mit Götz Kühnemund, einem Redakteur der Zeitschrift ROCK HARD. Eine nette Zugabe.

Jedes der Lieder ist ausdrücklich einer anderen Person gewidmet. DIE FOR METAL geht natürlich an Götz Kühnemund:-)

Ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn DeMaio sein unterschätztes Musikdrama weitererzählen, und am besten sogar beenden, würde.
Ja, ich denke auch Richard Wagner hätte seine Spaß an diesem Werk gehabt. Schließlich war er gemäß DeMaio der erste Metaller.

Wie dem auch sei, Scott Columbus wird nicht mehr mit von der Partie sein, denn der Schlagzeuger hat selbst am 04. April dieses Jahres die Regenbogenbrücke Bifröst in Richtung Asgard beschritten. Auf das Heimdall ihn passieren lasse!

THINK OF ME WHEREVER YOU ARE
WHEN IT SEEMS LIKE YOU'RE REACHING THE END
CALL ON ME, KNOW IN YOUR HEART
ON ONE YOU CAN ALWAYS DEPEND
I AM THY FRIEND
(Joey DeMaio)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2012 4:41 AM CET


The Passage: A Novel (Book One of The Passage Trilogy)
The Passage: A Novel (Book One of The Passage Trilogy)
von Justin Cronin
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,60

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Alles über Amy, 4. Oktober 2011
Unter Führung der US-Armee soll ein extrem agressives Virus so manipuliert werden, dass man damit beinharte und langlebige Supersoldaten züchten kann.
Da Versuche an Tieren natürlich nur begrenzt über die Wirkung beim Menschen Auskunft geben, werden in einer geheimen Basis in Colorado kurzerhand menschliche Probanten infiziert.
Rekrutiert werden diese, mehr oder minder, Freiwilligen aus den Todestrakten amerikanischer Gefängnisse.
Abgesehen von Patient Null überleben tatsächlich zwölf weitere Probanten die Tests, allerdings zum Preis der kompletten Entmenschlichung und nicht einmal den Befahlshabern ist klar, was sich da auf Tiefebene 4 des Forschungskomplexes wirklich entwickelt.
Als dann schließlich die sechsjährige Amy entführt wird, um als Probant Nr. 13 herzuhalten, gerät das ganze Projekt komplett ausser Kontrolle: ZERO und seine zwölf Jünger kommen frei, um sich die Erde untertan zu machen.

Nach weiteren 92 Jahren scheint dieses Ziel fast erreicht.
Es herrscht eine gespannte Ruhe in der sogenannten First Colony in Californien.
Kurz vor dem absoluten Zusammenbruch der bekannten Zivilistation wurden einige ausgewählte Kinder hierher gebracht und mit ihnen die First Families gegründet. Zwar verirrten sich dann auch später noch einige verprengte Flüchtlinge hierher, aber im Großen und Ganzen brach der Kontakt zur Aussenwelt schnell ab.
Nur wenigen unter den Kolonisten ist bewußt, dass die durch Sonnenkollektoren gespeisten Speicherbatterien nicht ewig halten werden, genaugenommen schon kurz vor dem Kollaps stehen. Dies wiederum bedeutet, dass des Nachts die ultrahellen Scheinwerfer nicht mehr brennen würden und Licht ist das einzige was die Infizierten davon abhält die First Colony einfach zu überrennen.

Natürlich kommt Amy dem Zusammenbruch der Akkus zuvor und wie nahezu hundert Jahre zuvor geht mit ihrem Erscheinen wieder alles den Bach runter.

Eine kleine Gruppe macht sich schließlich auf den langen Weg nach Colorado, um möglicherweise die Antwort auf alle Fragen sowie ein wirkungsvolles Mittel gegen die Infizierten zu finden.

Soweit so schlecht.

Die Idee zu diesem Werk kam Justin Cronin bei einem Gespräch mit seiner (damals) achtjährigen Tochter, die gern eine Geschichte gehabt hätte, in der ein Mädchen die Welt rettet. Offenbar fing er dann an zu schreiben und lies sich treiben, was dazu führte, dass er sich heillos verzettelte. Hier wäre es wohl viel besser gewesen, wenn er statt eines mehrbändigen Ansatzes lieber auf die komprimierte Fassung in einem Buch gesetzt hatte.
So aber hat er einen wenig innovativen Roman über die Zeit nach der Apokalypse verfasst, welches ansich auch nicht schlimm wäre, wenn die Geschichte wenigstens einigermaßen gut und spannend erzählt werden würde.
Doch es ist gerade der Aufbau von Spannung, der immer wieder erfolgreich von Cronin torpediert wird.

Einige Kritikpunkte im einzelnen gefällig ? (Achtung: Es bleibt nicht aus, dass die mit SPOILERN behaftet sind!)

a) Der Leser weiß zu jeder Zeit viel mehr, als die Protagonisten. Im Vorspiel, auf den ersten dreihundert Seiten des Romans, bekommt man z.B. die Herkunft von Amy bis ins Detail serviert, sowohl vor und nach den Menschenversuchen an ihr. Auch der Verlauf des aussichtslosen Krieges gegen die Infizierten ist einem bewußt. Deshalb bleibt kaum Platz für Überraschungen. Viel besser wäre es gewesen den Leser, genauso wie die meisten Protagonisten, ein wenig im Dunkeln zu tappen lassen. So schlägt man sich aber das ein oder andere mal an die Stirn, weil man sich fragt, warum die Überlebenden sich so dämlich anstellen.

b) Am Anfang ist Amy sechs Jahre alt. Der Virus konserviert ihren Körper, sodaß sie auch nach fast hundert Jahren das Erscheinungsbild einer sechsjährigen hat. Jetzt muss man natürlich davon ausgehen, dass sich aber in diesem Zeitraum ihr Geist weiterentwickelt. Selbst ohne Anleitung durch einen Erwachsenen müsste sich ihr Verstand entwickeln, umso mehr da sie durch eine lebensgefäheliche Welt wandert. Jetzt darf man aber nicht denken, dass sie ihr Wissen, gerade über den Ursprung der Misere, den Bewohnern der First Colony mitteilt, als sie dort ankommt. Iwo, stattdessen zieht sie es vor zunächst überhaupt nicht zu reden. Auch auf der folgenden Odyssee gibt sie sich wortkarg und gibt vor allem bloß keine Hinweise auf die drohenden Gefahren. Da wirkt es geradezu verwirrend, wenn Amy gegen Ende dann plötzlich Entscheidungen epischen Ausmaßes trifft, dass den Mitreisenden sowie den Lesern glatt die Spucke weg bleibt.

c) Anders als in anderen postapokalyptischen Geschichten haben wir es hier nicht mit wiedergängigen Untoten zu tun, sondern mit kranken Menschen, die relativ unsterblich sind. Kranke also, wie in CELL von Stephen King. Obwohl in THE PASSAGE ein Virus und in CELL ein elektromagnetischer Impuls Auslöser für die Krankheiten sind, ähneln sich die Krankheitsbilder sehr. Die Infizierten handeln nicht individuell, sondern bilden Schwärme. Sie entwickeln telepathische Kräfte. Sie können entweder sehr weit springen oder gar fliegen....AAAAARGH - laßt mich.. Mal nebenbei: Wie man aus all diesen Zutaten trotzdem eine spannende Geschichte machen und selbst das Schwarmmodell wirksam in Szene setzen kann, zeigt übrigens THE STRAIN von Guillermo del Toro und Chuck Hogan.

d) Wie sich herauskristallisiert stehen alle durch die zwölf Probanten (siehe oben), direkt oder indirekt, Infizierten, unter der Kontrolle des jeweiligen Verursachers. Es gibt also zwölf Schwärme. Laut Amys Auskunft, die natürlich immer in telepathischen Kontakt mit anderen Infizierten steht, braucht man nur den Kopf einer Schlange...ups..eines Schwarms zu erledigen und der Rest ergibt sich von allein. Wie sollte es anders sein: Die Richtigkeit dieser Theorie wird auch bewiesen. In diesem Zusammenhang drängt sich dann die Frage auf, wieso nicht alle Infizieren von Patient Null, genannt ZERO, kontrolliert werden und wieso es nicht reichen würde, ihn zu entsorgen, damit alle anderen Ruhe geben ?

e) Während aus den ersten zwölf Probanten, die vor ihrer Infektion finstere Verbrecher waren, die ihr Leben schon verwirkt hatten, blutgierige Monster werden, die nur Töten im Sinn haben, schlabbert die herzensgute Amy nicht mal an Blutorgangensaft. Ah ja....

f) Für das Vorankommen der Handlung Unbeutendes, wie Fahrten von A nach B, werden ausführlich beschrieben, ja geradezu ausgewaltzt, während wirklich berührende Momente, wie z.B. der Entscheidungsprozess von Mausami und Theo die Gruppe zu verlassen und zurückzubleiben, in einem kurzen Tagebucheintrag abgehandelt werden. Ein sicheres Rezept zur Erzeugung gepflegter Langeweile.

Verlassen wir hier mal die Welt der mikroskopischen Kritik und zoomen zurück in die Totale.

Es ist der Trostlosigkeit des Roman unbedingt zuträglich, dass man ihm anmerkt, dass er als Einstieg einer Reihe konzipiert ist, denn einerseits verlangt es nach einem Showdown, der aber andererseits nicht der große Knall sein darf, denn sonst hätten unsere Helden in den Folgebänden nichts mehr zu tun, abgesehen von Eierschaukeln.
Allerdings macht Cronins großzügiger Verzicht auf einen -wie auch immer gearteten- Cliffhanger es einem leicht mit der Unlust am Weiterlesen.

Kurz gesagt hat man es hier mit einer tausendmal gehörten Erzählung ohne neue Impulse zu tun, die allein durch einen besseren Erzähler deutlich gewinnen würde.
Zwei Sterne für den endzeitlichen Teil bis Seite 302. Der dann folgende postapokalytische Rest ist zu vorhersagbar und öde.

P.S. Eine Beschwerde geht auch noch an Ballantine Books, die es mit der Qualität der Klebebindung bei dieser Ausgabe nicht allzu genau genommen haben. Obwohl ich in der Regel sehr pfleglich mit Büchern umgehe, ist mir dieses praktisch in den Händen zufallen. Das darf bei normalen Gebrauch einfach nicht passieren.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2011 1:27 PM CET


Pflanzen gegen Zombies - [PC]
Pflanzen gegen Zombies - [PC]
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 12,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nights and Days of the living-dead Vegetarians, 1. September 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Pflanzen gegen Zombies - [PC] (Computerspiel)
Es begab sich einst zur Frühjahrszeit, dass der wahnsinnige Wissenschaftler Dr. Zomboss die hiesige PETA-Zentrale überfiel und alle dortigen Mitarbeiter zombifizierte, um mit ihnen zusammen die umliegeden Vorgärten zu terrorisieren. Ein weiteres unangenehmes Detail der Invasion: Immer wenn alle Pflanzen eines Gartens vertilgt waren, fraßen die untoten Vegetarier das Gehirn des Gartenbesitzers und stahlen das Dreirad seines Nachwuchses. Als schließlich etliche Gemüse- und Fruchtsorten vor der Ausrottung standen und auch Gehirne knapp wurden, taten sich findige Züchter und die, unter starken Mutationsdruck geratene, Flora zusammen und schufen eine Reihe sich selbstverteidigene Pflanzen, die ziehmlich allergisch auf Zombies reagieren. Von nun an war der Überfall auf ein schickes Einfamilienhaus kein Zuckerschlecken mehr für Dr. Zomboss & Co, sondern mündete zumeist in einer ausgedehnten Schlacht. Der Kampf um den Vorstadtdschungel ist noch nicht entschieden...

Ich bin wahrlich kein großer Nutzer von Videospielen aller Art, aber ich muss zugeben, was der Entwickler hier George Fan hier entworfen hat, besitzt einen enormen Suchtfaktor.

Bei PFLANZEN GEGEN ZOMBIES (im Original: PLANTS VS ZOMBIES) muss man sein Haus vor anrückenden Zombiehorden verteidigen. Die Taktik dabei sieht so aus, dass man ihnen Pflanzen in den Weg setzt, die im besten Fall alle Zombies erledigen. Schafft es hingegen ein Zombie ins Haus einzudringen, dann ist man selbst erledigt.
Wenn man jetzt an George Romero denkt, dann klingt das alles recht furchteinflößend, ist es aber nicht, da die Zombies graphisch eher dem Kindchenschema entsprechen und damit meist niedlicher aussehen, als so manche grimmig dreinblickende Konterpflanze.

Aufgrund seines Detailreichtums wird das Spiel auch nicht so schnell langweilig; ganz im Gegenteil, der Spaß stirbt nie:
- Im Hauptmodus, der ABENTEUER genannt wird, kommt die Zombieplage entweder bei Tag oder bei Nacht, versucht ihr Glück durch Vorgarten und Vordertür oder durch den Swimmingpool und Hintertür oder übers Dach und Schornstein (HoHoHo!).
- Die Gruppe der Angreifer besteht immer aus einer, vom System bestimmten, Auswahl aus dem - aus 26 Zombietypen bestehenden - Zombiepool. Jeder Zombietypus, vom knuddligen Wicht bis zum gewaltigen Gargantua, hat seine eigenen Fähigkeiten und Zähigkeit.
- Die zur Verteidigung eingesetzten Pflanzen werden am Anfang jeder Runde vom Spieler aus einem Pool von 49 Typen bestimmt. Jeder Pflanzentyp hat seine Stärken und Schwächen.
- Mit jeder Runde wird das Geschehen komplexer. Im 1. Level muss man z.B. nur eine Lage Rollrasen verteidigen, später die ganze Wiese. Hinter dem Haus kommt dann noch erschwerend der Swimmingpool hinzu, da nicht alle Zombies Nichtschwimmer oder wasserrscheu sind, ganz zu schweigen von dem fiesen Zombiedelfin. Auf dem Dach schließlich kann man nicht direkt pflanzen, sondern muss zuvor immer noch einen Blumentopf platzieren.
- Während man von einer Welle Zombies nach der anderen attackiert wird, kann man die Verteidiger nicht wahllos einsetzen, sondern muss sich diese durch Sammeln von Sonnen verdienen. Bei Tag fallen die vom Himmel oder werden -sinnigerweise- von Sonnenblumen produziert. In der Nacht übernehmen diese Aufgabe Sonnenpilze.
- Im Laufe des Spiels lernt man dann auch Crazy Dave kennen, ein durchgeknallter Zombieexperte, der den Kofferraum seines Autos zu einem Laden umgebaut hat. Von ihm kann man z.B. so nützliche Dinge wie Rechen, Poolreiniger, Grammophone, Kornkatapulte oder Nußverbandskästen zu unglaublichen Preisen beziehen.
- Während einer tobenden Schlacht kommt es vor, dass so ein Zombie auch mal die ein oder andere Münze aus der zerschlissenden Tasche fällt. Die sammelt man besser auf, denn Crazy Dave akzeptiert weder Verrechnungsschecks noch Kreditkarten - nur Bares lacht.
- Noch ein guter Rat: Während man die eher kryptischen Hinweise von Crazy Dave nicht einfach so abtun sollte, muss man mit orthographisch innovativen schriftlichen Aufforderungen schon vorsichtiger sein.
- Es gibt 50 Level, wobei man es im letzten mit Dr. Zomboss persönlich zu tun bekommt. Feige wie er ist, bringt er seinen mächtig großen Zombot mit, der nicht nur ganze Caravane nach einem wirft, sondern auch Feuer und Eis spucken kann. Wenn man dann keine Eispilze bzw. Chilischoten zur Hand hat, wird es schnell eng:-)
- Überlebt man das, bekommt man als Belohnung das Video von ZOMBIES ON YOUR LAWN präsentiert. Das Lied wurde von George Fans Freundin Laura Shigihara komponiert und sie singt es auch selbst.

Als Hommage an George Romero sollte das Spiel eigentlich auch LAWN OF THE DEAD heißen. Davon hat man dann Abstand genommen, allerdings ansonsten nicht mit popkulturellen Zitaten gespart.

Nach und nach werden dann weitere Spielmodi freigeschaltet.
Im Modus MINISPIELE gibt es u.a. Herausforderungen mit den Titeln:

- ZomBotanik (Dr Zomboss genetische Experimente führen zu Pflanze-Zombie-Hybriden)
- Nuss-Bowling (Mit Walnüssen anstürmende Zombies umkegeln)
- Spielautomat (Man muss die Pflanzen an einem Einarmigen Banditen gewinnen)
- Zombiquarium (Umherschwimmende Zombies mit Gehirnen füttern)
- Beghouled (Bejeweled mit Zombies)
- Portal Combat (Von Zombies und Dimensionstoren)
- Hau den Zombie (Mit einem Holzhammer rennende Zombies plattmachen)
- Geisterhaft (Angriff der unsichtbaren Zombies)
- Reihenweise Zombie-Greise (Einem Großangriff über das Dach mit dem Pflanzen ganzer Reihen begegnen)
- Das letzte Gefecht (Man bekommt 5000 Sonnen auf die Hand, die man besser weise einsetzt)

Als ob das noch nicht genug faulendes Fleisch war gibt es auch noch den Modus RÄTSEL. Dieser beinhaltet Variationen zweier Spiele:

- Vasenbrecher (Hier müssen Vasen zerbrochen werden, in denen sich sowohl Pflanzen als auch Zombies befinden können. Erstere muss man strategisch günstig setzen, um letztere vollständig zu exterminieren)
- I, Zombie (Man muss den Zombies helfen ein Feld von wehrhaften Pflanzen zu überwinden, um die dahinterliegenden Hirne genießen zu können)

Der nächste Spielmodus heißt ÜBERLEBEN und stellt unendlich laufende Situationen aus dem Modus ABENTEUER dar. Zur Auswahl stehen die Themen TAG, NACHT, POOL, NEBEL und DACH in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Ein weiterer Modus heißt ZOMBATAR! Hier hat man die Möglichkeit einen Blick in Dr. Zomboss Labor zu werfen und sich seine eigenen Zombietypen zu basteln. Witzigerweise treten die, nach dem Abspeichern, dann auch im Spielmodus ABENTEUER auf (Man beachte den Träger der Regimentsflagge, der der letzten Angriffswelle vorauseilt).

Der letzte Modus heißt ZEN-GARTEN und beschäftigt sich mit dem Kauf und Verkauf sowie der Pflege von Pflanzen. Die ganze Anlage besteht aus insgesamt vier Gärten:

- Garten 1 (Bestimmt für Blumen, Früchte und Gemüse)
- Garten 2 (Vorgesehen für Pilze und Nachtschattengewächse)
- Garten 3 (Gedacht für emerse und submerse Wasserpflanzen)
- Garten 4 (Standort des Baumes der Weisheit)

Es gibt noch mehr Funktionen und Spielereien, die ich hier nicht alle im Detail nennen kann.
Wichtig vielleicht noch: Das Spiel kann den Spielstand mehrerer Einzelspieler abspeichern.

Fazit:
Dieses Spiel hat einen hohen Spaßfaktor und ist nicht nur für Biologen interessant, wie man vermuten könnte, sondern zieht ganze Familien in seinen Bann.
Die cartoonhaften Zombies ängstigen niemanden, es sei denn man fürchtet sich auch vor Lachsbrot.
Es fördert taktische Fähigkeiten, weil man sich für jede Kombination von angreifenden Zombietypen eine entsprechende Antwort in Form von verteidigenden Pflanzen einfallen lassen muss.
Die Spielweise ist nahezu selbsterklärend. Im Prinzip kann man beim Spielen jederzeit entspannt bleiben, allerdings nicht zu locker, denn sonst erscheint plötzlich die Meldung: ZOMBIES HABEN DEIN GEHIRN.

Das Spiel hat schon mehrere Preise gewonnen und das völlig zu Recht.

LG
Jens

P.S. Diese Rezension widme ich ausdrücklich meinen Söhnen Mathew und Günter, ohne die ich dieses amüsante Videospiel nie kennengelernt hätte. Danke Jungs!
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 7, 2012 1:18 AM CET


Ender's Game (Ender Wiggin Saga)
Ender's Game (Ender Wiggin Saga)
von Orson Scott Card
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,80

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The enemy's gate is down, 23. Mai 2011
In der Tat ist dieser Roman ist ein wenig wie Harry Potter für Science Fiction Fans und das nicht nur, weil es auch um eine außergewöhnliche Schulausbildung geht, sondern vor allem weil in beiden Werken nur ein kleiner Junge die Welt retten kann.

Als Konsequenz eines regierungsgesteuertes Ausleseverfahrens wird der sechsjährige Andrew "Ender" Wiggin an die Battle School berufen. Hier trainiert er mit vielen anderen Kindern für den Dienst in der International Fleet (IF).
Abgesehen von den gemeinen Unterrichtsstunden gibt es zwei Besonderheiten an der Battle School: Einerseits das Kampftraining im gravitationsfreien Battle Room, andererseits die, von der Schulführung ausdrücklich gewünschte, extensive Nutzung der vorhandenen Computerspiele.

Allen Schülern ist bewußt, dass sie ihre Familien für einen langen Zeitraum nicht wiedersehen werden, da sich die Battle School auf einer Raumstation befindet und der Rücktransport zur Erde aufwendig und teuer ist. Soweit jedenfalls die offizielle Begründung.
Für Ender bedeutet dies, dass er abgesehen von seinen Eltern seine beiden älteren Geschwister Valentine and Peter Wiggin missen muss, was ihm im ersten Fall sehr schwer fällt, im zweiten weniger. In einem weiteren Erzählstrang bekommt der Leser jedoch auch einige Informationen über den Werdegang der beiden anderen Wiggins geboten.

Aus der Rahmenhandlung erfahren wir, dass die Erde schon zweimal zum Ziel einer versuchten Invasion durch die insektoiden Buggers geworden ist und sich alle Staaten vereinigt haben, um mit Bildung der IF einer erwarteten dritten Angiffswelle effektiv begegnen zu können. Durch diverse politische Spielchen ist diese Allianz jedoch mehr als brüchig.

Die Situation ändert sich für Ender dramatisch wenn er nach nur vier -anstatt sechs- Jahren die Battle School abschließt und, die Pre-Command School überspringend, gleich auf die Command School kommt. Die dortige Abschlußprüfung ist der Höhepunkt des Romans, vor allem weil hier Ender die wahre Bedeutung des Systems klar wird.

Es gibt am Ende dann noch eine überraschende Wendung, welche Ender ein neues Lebenziel beschehrt.

Fast zur Gänze ist diese Geschichte aus der Sicht von Kindern erzählt, allerdings nicht so, wie man sich als Erwachsener den Weltblick von Kindern vorstellt, sondern Card versucht sich direkt in diese hineinzuversetzen. Sicher ist es an manchen stellen etwas überzeichnet, aber im Grunde wird es schon gut dargestellt, dass ein Kind nicht über sich selbst denkt, dass es vielleicht nicht kindgerecht handelt, sondern aus seiner Perspektive immer rational und logisch handelt. Dieser Umstand wird in diesem Roman, wie leider manchmal auch in der Realität, dazu benutzt gut funktionierende Kindersoldaten zu züchten.
Das perfide an der Battle School ist, dass letztendlich jegliches militärisches Training wie ein Spiel daher kommt. Völlig von der Außenwelt abgeschirmt sind die Schüler dem System komplett ausgeliefert und empfänglich für Indoktrination und Manipulation auf allen Ebenen.
Von verschiedenen Seiten wird Card vorgeworfen, dass er dies so scheinbar kritiklos und kaum hinterfragend darstellt. Nun, wenn es nur den Teil geben würde, der in der Battle School spielt, dann wäre eine Verherrlichung von kriegsspielenden, gewaltbereiten Kindern wirklich nicht ganz auszuschließen. Doch spätestens mit dem Wechsel an die Command School ist Schluß mit Lustig und Ender will nur noch nach hause. Auch das Ender letztendlich alles andere als stolz auf sich und seine Taten ist, sollte nicht ignoriert werden.

Die grundlegende Idee zur Geschichte kam Card, als er sechszehn Jahre alt war. Die erste Version von ENDER'S GAME wurde 1977 als Novelle veröffentlicht. In 1985 folgte der komplette Roman, der 1991 nochmals in einer bearbeiteten finalen Version wiederveröffentlicht worden ist. Card erzählt im Vorwort den ganzen Entstehungsprozess der Geschichte sowie von seiner Motivation, diese überhaupt zu verfassen. Darin zitiert er auch aus zwei Fanbriefen, um zu zeigen, dass es nicht nur Menschen gibt, die ihn missverstehen...naja.

Enders Geschichte findet übrigens in dem Roman SPEAKER OF THE DEAD von 1986 seine Fortsetzung.
Sehr interessant ist ist auch, dass Card mit dem Roman ENDER'S SHADOW von 1999 die Geschehnisse aus ENDER'S GAME nochmals erzählt, jedoch diesmal aus der Pespektive des Schülers Julian "Bean" Delphiki der im ersten Buch keine unerhebliche Nebenrolle spielt.

Meiner Ansicht nach kommt Orson Scott Card zwar nicht an die Giganten der Science Fiction Literatur heran, aber das wird mich nicht daran hindern, diese beiden Romane bei Gelegenheit auch noch zu lesen.


Ivar Leon Mengers Darkside Park. Staffel 1-3 (Alle 18 Folgen)
Ivar Leon Mengers Darkside Park. Staffel 1-3 (Alle 18 Folgen)

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen EINFACH MAL DIE PERSPEKTIVE WECHSELN, 5. April 2011
Eine Frage: Kennen Sie den Darkside Park ?

Oder stimmen sie folgenden Aussagen zu ? (Bitte nur mit JA oder NEIN antworten):

- Ich bin ein wertvolles Mitglied dieser Gesellschaft.
- Ich hatte eine glückliche Kindheit.
- Disziplin ist wichtig.
- Elefanten machen mir Angst.
- Pudelfleich schmeckt besser als Menschenfleich.
- Dunkelheit ist ein Kontinent.
- Tauben sind widerlich.
- Dr. Frank Morgen war Arzt am Kennedy-Medical-Centre.
- Harte Strafen schützen das Gemeinwohl.
***

Das etwas nicht stimmen kann in Porterville, der freundlichen Stadt im Herzen von Maryland, wird einem schnell klar, wenn man dem Interview von Edward Leroy Shipman durch Peggy Walters, Redakteurin bei der Porterville Times, lauscht. Die Wendung, die dieses Gespräch mit dem philantropischen Shipman nimmt ist schon atemberaubend.
Um herauszufinden, was es nun wirklich mit Shipman auf sich hat, genügt diese erste von insgesamt achtzehn Folgen jedoch bei weitem nicht.

In der Tat haben die Autoren Ivar Leon Menger, Hendrik Buchna, Christoph Zachariae, John Beckmann, Simon X. Rost und Raimon Weber eine hoch komplexe Geschichte konzipiert, die ihresgleichen sucht. Folgen 1 bis 17 sind in Hörbuchform, von jeweils einem Vorlesenden, vorgetragen, während Folge 18 eher ein Hörspiel ist.

Ein weiterer Pluspunkt: Jeder einzelne Sprecher paßt zu seiner/ihrer Rolle wie die Faust aufs Auge. Ob Till Hagen, Eckart Dux, Nana Spier, Gerrit Schmidt-Foß, Tobias Meister, David Nathan, Simon Jäger, Martin Keßler, Luise Lunow, Jürgen Kluckert, Jan-David Rönfeldt, Florian Halm, Franziska Pigulla, Joachim Kerzel oder Jürgen Thormann, sie alle liefern Glanzleistungen ab.

Obwohl die ganze Geschichte eine Spielzeit von über 20 Stunden hat, reißt die Spannung niemals ab. Dafür ist einerseits die nicht chronologische Anordnung der Folgen und, mehr noch, die stets subjektive Darstellung der Sprecher verantwortlich. So bekommt der Hörer ein Teil des Puzzels nach dem anderen zugespielt, ohne dass sich diese gleich ins Gesamtbild einfügen lassen. Nicht selten wirft eine neue Information die mühselig aufgebaute Theorie, was denn eigentlich vor sich geht, wieder über den Haufen.
Ich muss gestehen, dass ich bis zur Auflösung in Folge 18 auch nicht dahinter gekommen bin, was genau gespielt wird. Ferner gebe ich offen zu, dass ich mir die ganze Serie nun schon mehrmals angehört habe und immer noch neue Hinweise auf die Lösung finde, was natürlich einfacher ist, wenn man diese kennt:-)

Es scheint wirklich alles möglich zu sein: Handelt es sich um einen Verschwörungs- oder Mysterythriller? Oder kann die Story doch eher dem Science Fiction- oder Horrorgenre zugeordnet werden?

Ich könnte jetzt viel berichten, aber es wäre eine Schande, wenn ich zuviel verraten würde. Nur soviel: Die Macher haben sich nicht verhakelt und es gibt am Ende tatsächlich eine, für mich jedenfalls, zufriedenstellende Auflösung.

Sicher ist die ganze Zeit nur, dass die Protagonisten offenbar verschiedenen Gruppen angehören, wie z.B. den Zugezogenen, eingeweihten und nicht eingeweihten Bürger. Deshalb hat auch jeder eine ganz eigene Wahrnehmung von Porterville.

Generell ist dieses Werk allen zu empfehlen, die die o.g. Genres mögen.
Wer auch einen Draht zu rabenschwarzen Humor hat, kommt doppelt auf seine Kosten. Gerade z.B. bei Folge 13, die von Jan-David Rönfeldt, als der schwer drogenabhängige und nicht weniger aufschneidene Dealer Jason "Ich bin vernünftig" Hincks, vorgetragen wird. Teilweise werden sehr grausame Geschehnisse auf so eine urkomische Art und Weise erläutert, dass man trotz allem lachen muss.
Geradezu ein Genuss wird es für den Freund des Galgenhumors, wenn man von Bürgermeister Hudson (Jürgen Thormann) zum Gespräch gebeten wird und dieser gut gelaunt mit den einladenen Worten einleitet: "Das Leder ist imprägniert und leicht zu reinigen. Bluten sie also nach Herzenslust, wir sind ja hier unter uns."

Das ist Unterhaltung auf höchstem Niveau, ob man nun den Watsontest besteht oder nicht.
So, mehr wird nicht verraten. Das sollte reichen einem den Mund blutig...Verzeihung...wässrig zu machen.

Abschließend vielleicht noch den Hinweis, dass der Stoffes später auch in gedruckter Form herausgegeben worden ist. In diesem speziellen Fall rate ich dringend sich für die Hörbuchversion zu entscheiden, da die Art und Weise der Vertonung kein unerhebliches Stilmittel ist.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 28, 2012 6:38 PM CET


Chinesisch - superleicht!: Für Anfänger
Chinesisch - superleicht!: Für Anfänger
Preis: EUR 12,95

30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 880 Millionen Muttersprachler können sich nicht irren: Lernt Hochchinesisch!, 1. April 2011
Kann Chinesisch superleicht erlernt werden ?

Für jemanden, der sich beim Erlernen einer Sprache ungern mit deren Grammatik herumschlägt ist Chinesische eine echte Alternative: Verben werden niemals konjugiert und auch die Satzstellung ist nicht wirklich dogmatisch.
Mit relativ wenig Vokabeln kann man alltägliche Dinge erledigen oder einen Smalltalk führen.

Der Hund liegt woanders begraben: Es gibt kein Alphabet.

Im Deutschen, Englischen, Französischen, Russischen, Griechischen und selbst im Hebräischen kann man nach Einstudieren des jeweiligen Alphabets ein Wort aussprechen, lesen oder schreiben, selbst wenn man dessen Bedeutung (noch) nicht kennen sollte. Das funktioniert im Chinesischen nicht.

Die chinesische Schrift besteht aus Zeichen, die jeweils eine Silbe repräsentieren. Sie sehen nicht von ungefähr aus wie gemalt, denn im Grunde sind es kleine Piktogramme.
Das ist zwar extrem ästhetisch, hat aber zur Folge, dass man beim Erblicken eines einem unbekannten Schriftzeichens nicht weiß was es heißt oder wie man es ausspricht. Auch wenn die Schriftreform von 1956 einiges vereinfacht hat, so bleibt das System der chinesischen Schriftzeichen sehr vielfältig und komplex.
Allerdings gibt es eine Brücke, die man Pin Yin nennt und die die Silben der chinesischen Schriftsprache als Lautschrift mit lateinischen Buchstaben wiedergibt.
Einerseits darf man das Pin Yin nicht gering schätzen, denn es ist nicht nur eine Krücke für den Nichtchinesen, sondern wird vor allem auch in chinesischen Schulen genutzt, damit Grundschulkinder leichter Lesen lernen können. Andererseits stößt diese Umschrift als Ersatz schnell an ihre Grenzen, denn es werden etwa 450 verschiedene Silben auf ca. 60000 Schriftzeichen verteilt, was zwangsläufig dazu führt, dass jede in Pin Yin dargestellte Silbe immer mehrdeutig ist. Nur die chinesischen Schriftzeichen geben einem Wort eine eindeutige Bedeutung.

Zurück zur Frage: Kann Chinesisch leicht erlernt werden ?
Wohl eher nicht, aber es hängt viel vom richtigen Einstieg ab.

CHINESISCH SUPERLEICHT! bietet inhaltlich was man in einem 30 Stündigen Einsteigerkurs lernen sollte:

- Einführung ins Pinyin und die verschiedenen Töne.
- Kurze Einführung in die Schriftzeichen.
- Grammatik auf zwei Seiten. Viel mehr gibt es darüber auch nicht zu sagen:-)
- Zahlen und ihre Anwendungen beim Rechnen, Datum und Uhrzeit.
- Sich vorstellen.
- Feiern, Feiertage, Geburtstage und chinesische Tierkreiszeichen.
- Körperteile benennen.
- Einkaufen und Feilschen.
- Essen und im Restaurant bestellen.
- Sport und Freizeitaktivitäten.
- Verkehrsmittel in China und wie man sie nutzt.
- Im Anhang gibt es eine Vokabelliste (ca. 150 Wörter), ein Schlagwortregister und eine einfache Landkarte von China. (Interessanterweise ist dort auch Taiwan abgebildet, aber nicht benannt:-)

Das ganze wird in 9 Kapitel unterteilt, von denen 7 jeweils mit einen Konversationsübung abschließen, damit man das Gelernte mal anwenden kann.

Die Kapitel selbst sind visuell sehr durchdacht gestaltet, so dass man ein Maximum an Eselsbrücken geboten bekommt. Gerade durch die gewollte Kürze bekommt man einen guten Eindruck davon, wie die chinesische Sprache funktioniert.

Sehr praktisch ist auch die beigefügte CD, da man diese auch völlig losgelöst vom Buch benutzen kann. In allen 46 Titeln wird immer erst kurz erläutert, welche Übung folgt und was man machen soll.

Zusammenfassend gesagt kann dieses Werk zwar kein echtes Lehrbuch ersetzen, aber durch seine Praxisorientiertheit ist es bestens geeignet für Urlauber und als Appetitanreger zum tieferen Einsteigen in diese, durchaus faszinierende, Sprache. Auf jeden Fall ist es bei dem Preis sein Geld wert, zumal es gebunden daher kommt.

LG aus Shenzhen
Jens


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