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Rezensionen verfasst von
Steinwolf

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Way Out: Ein Jack-Reacher-Roman
Way Out: Ein Jack-Reacher-Roman
von Lee Child
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Jack Reacher, schon cool, 8. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Way Out: Ein Jack-Reacher-Roman (Taschenbuch)
Am besten hat mir die Hauptfigur gefallen, Jack Reacher, der Ex-Militärpolizist, der als einsamer Wolf durch die Gegend zieht, bewaffnet nur mit einer Klappzahnbürste (?!?), eine Mischung aus Rambo und Robin Hood. Schon cool, was der alles kann, was er sich alles zusammenreimt, um dann doch die falschen Schlüsse zu ziehen und haarsträubende Fehler ("den größten Fehler seit Enstehung des Kosmos") zu machen und diese sofort wieder auszubügeln.

Vor allem am Anfang ist die Story auch sehr spannend und die im ganzen Buch immer wieder überraschenden Wendungen sind wirklich gut gelungen. Irgendwo in der Mitte, etwa da, wo Reacher auf Ex-Agentin Pauling trifft, ist aber ein wenig die Fahrt draussen, und ich habe mich etwas gelangweilt. Enttäuscht hat mich dann vor allem der Schluß, da hätte ich mir einen besonderen Showdown mit dem Oberbösewicht erwartet, der aber leider ausblieb. Daß man von Reacher relativ wenig erfährt, ist ok, das mehrt nur die Spannung im Hinblick auf andere Romane mit ihm. Schade ist aber, daß auch die anderen Charaktere völlig farblos bleiben, die Schilderung der "Bösen" ist so oberflächlich, daß man sie nicht mal richtig hassen kann, die "Guten" sind so langweilig, daß man kein Mitgefühl für sie entwickelt.

Unterm Strich bleibt ein gut gelungener Action-Krimi mit recht interessanter Story, gut geschrieben, ohne gröbere Mängel in der Logik, aber mit flachen Charakteren und einem enttäuschenden Ende. Aber vielleicht sollte ich um Reachers Willen dem Autor noch eine zweite Chance geben...


Nacht: Roman
Nacht: Roman
von Richard Laymon
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine kurzweilige Fahrt in der Geisterbahn, 25. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Nacht: Roman (Taschenbuch)
Ich kaufe mir eine Karte, gehe zu einem der Wagen und setze mich auf einen Platz, und dann geht die Fahrt auch schon los...

In hohem Tempo führt einen Richard Laymon durch seinen Roman, Mörder von vorn, Unfälle von der Seite, Schuss von hinten. Nicht ganz so schnell wie bei Matthew Reilly, aber der schreibt ja auch Actionthriller und keinen Horror. Wenn ich schon Vergleiche ziehe, dann also besser mit anderen Horror-Autoren: Stephen King hat für mich die besseren Stories, bei "Nacht" fehlt mir irgendwie der rote Faden durch das Buch. Man folgt einfach Protagonistin Alice durch allerlei Geschehnisse, von denen manche dann gar keinen Bezug zur Geschichte haben, wie z.B. die Episode mit Murphy. Dean Koontz kann für mich (oder konnte, in seiner Glanzzeit) wie kein zweiter Spannung erzeugen, diese fehlt mir hier völlig, man hat nie das Gefühl der Bedrohung oder Unsicherheit, das gehört für mich aber unbedingt in einen Horror-Roman. Gut fand ich aber, daß Laymon seine Geschichte selbst nicht ernst nimmt, das liest man immer zwischen den Zeilen. Nicht so wie bei Jack Ketchum, wo mir das Szenario viel zu realistisch ist, um Spaß daran zu haben.

Vielleicht ist das unfair: Wenn Herr Tarantino oder Herr Rodriguez aus diesem Plot einen Film gemacht hätten - inklusive der immer recht "freizügig" bekleideten Hauptfigur Alice - ich glaube, ich wäre begeistert! Aber als Buch empfinde ich das als Zeitverschwendung, es bleibt einfach nichts davon hängen.

...hinterher steige ich aus, war ja ganz witzig - kurzweilig, ok, aber nochmal? Nein, danke. Und eine andere Geisterbahn? Was sollte sich da schon groß ändern, bleibt doch immer dasselbe...


Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind
Strugatzki Gesammelte Werke 1: Drei Romane in einem Band: Die bewohnte Insel; Ein Käfer im Ameisenhaufen; Die Wellen ersticken den Wind
von Arkadi Strugatzki
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,99

10 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 18. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muß zugeben, als ich dieses Buch bestellt habe, hatte ich eine bestimmte Erwartungshaltung. Ich hatte ein paar Bücher von Sergej Lukianenko gelesen und war auf der Suche nach "etwas ähnlichem". Ich erwartete mir Science Fiction, neue Ideen, spannend erzählte Stories mit überraschenden Wendungen. Vielleicht so wie die Bücher von Phillip K. Dick, vielleicht auch philosophischer, wie es so in der Natur der Russen liegt.

Was habe ich stattdessen bekommen? "Die bewohnte Insel" ist eine langatmige Parabel über das Leben in einer Militärdiktatur (der ehemaligen Sowjetunion?), der Versuch eines einzelnen Individuums, sich erst in diese einzufügen und dann dagegen zu rebellieren. Wie spannend und unheimlich ich das in "1984" empfunden hatte, wie genial dort scheinbare Widersprüche in der Philosophie ("Krieg ist Frieden" usw.) erklärt werden - in diesem Roman dagegen ist alles platt, langweilig und vorhersehbar.
"Ein Käfer im Ameisenhaufen" schildert die Suche eines Menschen (oder doch nicht?) nach seiner Identität, allerdings aus der Sicht von Maxim Kammerer, der den Auftrag erhält, diesen Mann zu suchen. Viel besser hat mir das in "Blade Runner" gefallen, wo die Hauptperson selbst zweifelt, was sie denn nun ist - Mensch oder Roboter?
Den dritten Roman habe ich mir dann erspart.

Vielleicht können Freunde von "ernsthafter" Literatur mit diesem Buch ja etwas anfangen, als SF- und Lukianenko-Fan kann ich nur entschieden davon abraten, ich habe kaum je langweiligeres gelesen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2011 2:59 PM MEST


Das Lied von Eis und Feuer 03: Der Thron der Sieben Königreiche
Das Lied von Eis und Feuer 03: Der Thron der Sieben Königreiche
von George R.R. Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es braut sich was zusammen..., 7. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie man am englischen Titel "A Clash of Kings" schon erkennen kann, geht es im dritten (im Original ist es ja der zweite!) Teil von "Das Lied von Eis und Feuer" um die Vielzahl von Königen und Möchtegern-Königen, die es nach den Ereignissen von Teil 1 und 2 gibt - den "Clash" gibt es aber noch nicht. Alle treffen sie Vorbereitungen, heben Heere aus und schmieden Pläne, um den "Thron der Sieben Königreiche" - so heißt ja auch die verhaute deutsche Übersetzung (siehe andere Rezensionen, ich will das nicht nochmal durchkauen) - zu erobern. Das englische Original ist ja wieder in zwei deutsche Teile gesplittet worden, ich erwarte mir also Schlachten für Teil 4.

Inzwischen verwendet Martin weiterhin viel Zeit darauf, seine Charaktere weiterzuentwickeln, teilweise neue einzuführen und anderen mehr Aufmerksamkeit zu widmen (wie z.B. Theon Graufreud - passenderweise ziert ja auch das zuvor unbekannte Wappen seines Hauses Graufreud diesmal das Cover). Mögen das andere Leser zwischendurch als langatmig empfunden haben, mich faszinieren diese Fanatsy-Welt und ihre Bewohner derart, daß mich auch dieses Buch voll in seinen Bann gezogen hat. Allein wie mein Lieblingscharakter Tyrion Lennister seinen neuen Job als Hand ausführt, bringt mich so zum Lachen wie sonst im Fantasy-Genre nur Terry Pratchett - aber hier passiert das in einem "ernsten" Szenario. Aber eigentlich egal - ob Arya, Bran, Jon Schnee, Danaerys oder Theon - alle Charaktere sind so tiefgründig, daß ich es nicht erwarten kann, die Geschichte eines jeden einzelnen weiterzuverfolgen.

Kann Fantasy noch besser sein? Ich glaube nein, und ich habe schon vieles gelesen. Schnell her mit dem vierten Teil!


Mordsfreunde: Der zweite Fall für Bodenstein und Kirchhoff
Mordsfreunde: Der zweite Fall für Bodenstein und Kirchhoff
von Nele Neuhaus
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Steigerung erkennbar, 16. Juni 2011
Mir war zuerst nicht bewusst, daß es sich bei den Büchern um eine Serie handelt, deshalb habe ich auch mit "Tiefe Wunden", dem eigentlich 3. Teil angefangen. Im Nachhinein betrachtet würde ich aber empfehlen, der Reihe nach zu lesen. Die Krimis an sich sind zwar immer abgeschlossen, aber der Werdegang der Hauptfiguren Bodenstein und Kirchhoff läßt sich so leichter verfolgen.
Gegenüber Teil 1 - "Eine unbeliebte Frau" - hat sich Nele Neuhaus hier gesteigert, vor allem das Ende ist deutlich spannender und hat mehr Thriller-Charakter (wie auch übrigens dann im 3. Buch).

Charakteristisch für die Autorin sind die vielen Verdächtigen, die sukzessive auftauchen, und mehr oder weniger alle ein Mordmotiv zu haben scheinen. Die Kripo wirkt da ähnlich ratlos wie der Leser selbst und fragt sich einfach kreuz und quer durch, wie es den Ermittlern gerade so einfällt. Es kann doch z.B. kein Problem sein, alle Besitzer eines gelben Motorrollers in der näheren Umgebung zu ermitteln, statt sich tagelang durchzufragen. Überhaupt geht mir wie schon im ersten Teil die Inkompetenz der Polizei auf die Nerven, das SMS von Pia Kirchhoff, das sich kinderleicht verstehen läßt, ist da nur die Spitze des Eisbergs.

Trotz der kleinen Schwächen, die Krimis von Nele Neuhaus haben das gewisse Etwas, leichte und spannende Lektüre für zwischendurch - so würde ich mir auch mal einen "Tatort" oder ähnlichen Fernsehkrimi wünschen. Und - wie gesagt - die Autorin steigert sich, "Tiefe Wunden" ist nochmal ein gutes Stück besser!


Eine unbeliebte Frau: Der erste Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 1)
Eine unbeliebte Frau: Der erste Fall für Bodenstein und Kirchhoff (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 1)
von Nele Neuhaus
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Auftakt, Steigerung folgt, 10. Juni 2011
So wie viele andere auch habe ich mit einem anderen Buch der Reihe um die Kommissare Bodenstein / Kirchhoff angefangen, bei mir war es aber nicht "Schneewittchen muß sterben" sondern "Tiefe Wunden", das mir sehr gut gefallen hat. Als "Regionalkrimi" möchte ich auch "Eine unbeliebte Frau" nicht einstufen, es gibt zwar viel über den Taunus zu lesen, das hat aber nichts mit der Story an sich zu tun.

"Eine unbeliebte Frau" ist also der Auftakt der Serie, und dementsprechend gibt es auch noch Steigerungspotential. Vor allem das Ende hat mich etwas enttäuscht, man erwartet bei so vielen Verdächtigen eine überraschende Wende bei der Aufklärung, und nicht, daß es einer der eh schon Hauptverdächtigen war - ich hätte da besser gefunden, wenn sich ein gänzlich Unverdächtiger wie z.B. Thordis oder Inka Hansen plötzlich als Täter (Täterin) entpuppt hätte. Auch die liebenswerte Inkompetenz der Polizei nervt zuweilen: Die Ermittlungen scheinen eher zufällig, denn strukturiert zu verlaufen, Herr Bodenstein läßt sich von einem (unbewaffneten!) Mann seine Dienstwaffe abnehmen und erkennt trotz starker Ähnlichkeit und dem Hinweis auf Amerika die Tochter seiner Jugendliebe nicht als selbige.

Nichtsdestotrotz beweist Nele Neuhaus auch hier ihr Talent, der Roman ist spannend und leicht zu lesen, und es gibt keine Widersprüche in der Handlung. Ich bin wirklich kein ausgesprochener Krimi-Fan, aber ich werde wohl noch weitere Bücher von ihr lesen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2011 12:34 PM MEST


Das Lied von Eis und Feuer 02: Das Erbe von Winterfell
Das Lied von Eis und Feuer 02: Das Erbe von Winterfell
von George R.R. Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutsche Umsetzung zum 2. Mal vermurkst?, 6. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muß mich da schon wundern, wenn ich so die anderen Rezensionen lese. Ich kenne ja die erste Übersetzung selber nicht, wahrscheinlich sind mir die Bücher auch nie aufgefallen, weil diese "Groschenroman"-Covers so scheußlich waren. Umso verwunderlicher, daß die zweite Umsetzung für den deutschsprachigen Markt wieder danebengegangen ist. Zwar sind diesmal die Covers wirklich toll gestaltet (mir gefallen die Wappen mit den Sprüchen der einzelnen Häuser sehr, sehr gut) und das zweite Buch fühlt sich auch nicht mehr so unangenehm an wie das erste, aber dafür hat man die Übersetzung verhaut. Ich habe schon in der Schule gelernt, daß Eigennamen nicht übersetzt werden. Und bei der Charaktervielfalt in dieser Saga darf man sich dann auch nicht wundern, wenn neben komisch klingender Namen auch echte Fehler passieren, so heißt z.B. der in Buch 1 kurz erwähnte ManCe Rayder in Buch 2 nun plötzlich ManKe Rayder oder aus Jon Schnee wird in Buch 1 mal Jon Snow.
Echt schade, daß tut aber meiner Lesefreude keinen Abbruch, ärgerlicher finde ich da schon, daß zwischen den Erscheinungsdaten zweier Bücher (die ja im Englischen eines sind) mehrere Monate liegen (zumindest laut Planung), was mach' ich denn in der Zwischenzeit?Ich kann den dritten Teil jedenfalls kaum mehr erwarten, vielleicht steig' ich sogar noch um auf die alte Übersetzung, da gibt's dann aber den fünften Teil (bzw. den neunten und zehnten) nicht und englisch, naja, das wär schon hart...

Bis jetzt hat mich "Das Lied von Eis und Feuer" in den Bann gezogen wie kaum eine andere Fantasy-Saga, ja sogar wie kaum ein anderes Buch je zuvor. Obwohl für mich interessante Fantasy-Elemente wie andere Rassen, Magie oder große Schlachten wenig bis gar nicht vorhanden sind. Die tollen Charaktere (Tyrion Lennister ist einfach ein Geniestreich!) wecken ständig Emotionen in mir und lassen mich die Story hautnah miterleben. Ich will schon kaum mehr was anderes lesen, will nur mehr wissen, wie dieses Meisterwerk weitergeht!

Amazon, bitte, gebt mir einen sechsten Stern, nie hätte ich ihn mehr gebraucht!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 14, 2012 1:11 PM CET


Erbarmen
Erbarmen
von Jussi Adler-Olsen
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Der neue Stieg Larsson? Nein, nicht ganz!, 25. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Erbarmen (Taschenbuch)
Wie sein berühmter schwedischer Kollege Stieg Larsson schickt auch der Däne Jussi Adler-Olsen ein unkonventionelles Ermittler-Duo los, um seine Fälle zu lösen. Der kauzige Einzelgänger, "Vizekriminalkommissar" Carl Morck, hat ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten. Sein neu zugeteilter "Assistent", der syrische Asylant Assad, hat einen dubiosen Hintergrund und versteckte "Fähigkeiten". Diese beiden Hauptfiguren werden vom Autor sehr menschlich dargestellt, was sie mir sehr sympathisch machen. Wenn z.B. Morck keine "verdammten Norweger" in seiner Abteilung haben will, finde ich das einfach realistischer, als irgendwelche moralisch-menschliche Saubermänner und die political correctness, die man sonst oft in Krimis findet.

Stichwort Krimi: Ein solcher ist "Erbarmen" nämlich für mich, die Thriller-Elemente kommen eher zu kurz. Den Vergleich mit Horror-Autor Dean Koontz, den ich in den Presse-Rezensionen gelesen habe, finde ich lachhaft. Koontz hat - in seiner besten Zeit, wohlgemerkt - eine Spannung erzeugt, an die Adler-Olsen nicht mal ansatzweise herankommt. Wie schon in anderen Rezensionen erwähnt, weiß man ziemlich bald, wer der Täter ist, da lässt einen Stieg Larsson in "Verblendung" viel länger im Dunkeln tappen. Auch dessen Hauptfiguren Blomqvist und - vor allem - Salander haben mir noch besser gefallen, weshalb dieser Vergleich eindeutig zugunsten Larssons ausfällt!

Die Länge und einige Umstände von Merete's Martyrium erscheinen mir sehr unrealistisch, aber damit könnte ich leben, da mir sonst alles recht logisch erschienen ist. Ich hätte mir aber ein Plus an Spannung erwartet. Ob mir die interessanten Hauptfiguren reichen, um die Reihe weiterzulesen, will ich noch dahingestellt lassen. Ein guter Krimi, nicht mehr und nicht weniger!


Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
Das Lied von Eis und Feuer 01: Die Herren von Winterfell
von George R.R. Martin
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk mit Fehlern in der Umsetzung für den deutschen Markt, 17. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Leider, in der Umsetzung für den deutschen Markt sind da ein paar Sachen passiert, die das Lesevergnügen trüben:

- die teilweise inkonsequente und deshalb umso merkwürdigere Übersetzung von Eigennamen (da gibt es dann auch "erzwungene" Fehler, so steht z.B. an einer Stelle des Buches plötzlich "Jon Snow" statt "Jon Schnee"), so wohnen dann Familien mit englischen Namen (Lennister, Tully, Arryn) in Schlössern mit deutschen (Schnellwasser, Hohenehr) oder pseudodeutschen (Casterlystein, was soll denn das heißen?)
- die Aufsplittung der Bücher in jeweils 2 Teile führt zu einem zu plötzlichen Ende (so war das vom Autor natürlich auch nicht gedacht!)
- Das Cover (so toll es aussieht und so gut ich die Idee mit den Wappen finde) fühlt sich sehr unangenehm an, wozu soll das gut sein?

Aber was soll's? Dieses Buch ist einfach ein Meisterwerk. Es gibt keine anderen Rassen, nur Menschen. Es gibt keine Magie. Es gibt keine großen Schlachten. Deshalb werde ich auch keine Vergleiche mit J. R. R. Tolkien ziehen (obwohl der Autor "zufälligerweise" auch mit zwei R. in der Mitte aufwarten kann!).
Stattdessen gibt es hier aber eine Vielzahl von unterschiedlichen Charakteren, die wunderbar beschrieben werden, und mit denen man mitfühlt. George R. R. Martin schafft es, daß man auch vom Einstieg in eine solche Vielfalt an Figuren nicht erschlagen wird. Und alle sind menschlich, machen Fehler, es gibt keine strahlenden Helden und nichts unsagbar Böses. Eine tolle Figur ist dabei der Gnom Tyrion Lennister, der aufgrund seiner Mißbildung nicht die typische Arroganz der Lennisters angenommen hat, und sich nicht mit Mut und Kampfgeschick, sondern mithilfe seiner Intelligenz aus allen Schwierigkeiten wie ein Aal wieder herauswindet.

Besser kann Fantasy eigentlich nicht sein, ich freue mich schon auf den nächsten Teil und hoffe, das Niveau bleibt erhalten (aber andere Rezensionen verheißen ja nur Gutes)!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 8, 2011 2:31 PM MEST


Credo: Das letzte Geheimnis
Credo: Das letzte Geheimnis
von Douglas Preston
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich glaube nicht, 10. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Credo: Das letzte Geheimnis (Taschenbuch)
Ich glaube nicht an diese neue Wissenschafts-Religion, diese neue Scientology, die am Ende des Buches gegründet wird. Warum nicht, wissen ja alle, die das Buch zu Ende gelesen haben.

Ich glaube aber auch nicht, daß Douglas Preston hier ein gutes Buch vorgelegt hat. Obwohl routiniert geschrieben, hielt sich die Spannung bei mir in Grenzen. Ganz gleich auch, ob man lieber glauben will, daß Gott so leere Phrasen drischt wie hier, oder, daß so eine Art von Betrug möglich ist, wie er als Alternative geschildert wird: Beides ist an den Haaren herbeigezogen. Und wenn sich am Ende ausgerechnet die "ungläubigen" Navajos mit einem beherzten "bei Gott!" in die Schlacht stürzen, um die - ihnen verhaßten - Wissenschaftler vor dem Lynchen durch den "christlichen" Mob zu bewahren, löst sich Gott endgültig in ein Logikwölkchen auf (siehe "Per Anhalter durch die Galaxis") und der Leser kann angesichtes des Treibens von Herrn Preston nur den Kopf schütteln.
Wenn man schon einen schlechten Thriller schreibt, kann man wenigstens Gott aus dem Spiel lassen und nicht seinen Roman als mehr darzustellen versuchen, als er ist.

Ich glaube aber doch - nämlich fest an meinen Entschluß, von weiteren Büchern der Herren Preston/Child - ich hatte bereits das nicht viel bessere "Mount Dragon" gelesen - die Finger zu lassen!


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