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doomtrain

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Niklaas, ein Junge aus Flandern - Die komplette Serie [4 DVDs]
Niklaas, ein Junge aus Flandern - Die komplette Serie [4 DVDs]
DVD ~ -
Wird angeboten von nesho
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der bewegendsten Zeichentrickserien aller Zeiten, 3. Oktober 2014
Ich habe die Serie als 10-Jähriger Anfang der 90er auf Pro7 gesehen. Damals habe ich so ziemlich alle Zeichentrickserien im Fernsehen gesehen, aber keine hat mich so beeindruckt wie "Niklaas, ein Junge aus Flandern". Ich bin mir sicher, dass man auch heute noch die Botschaft versteht, auch wenn die Zeiten sich stark gewandelt haben.

Apropos Zeit: Diese Serie lässt sich Zeit – anders als der Film von 1997 ("Niklaas, DER Junge aus Flandern"), welcher praktisch nur auf den letzten 10 Folgen basiert. Vielleicht ist das nicht jedermans Geschmack, wenn minutenlang nichts geredet wird und einem der Sinn der Geschichte lange verborgen bleibt. Aber es ist im Kontext gesehen sehr wichtig, dass alles genau so gezeigt wird, wie man es zu sehen bekommt.
Die ersten Folgen dienen ausschließlich dazu, die Charaktere vorzustellen und um das Alltagsleben von Niklaas zu portraitieren. Hier liegt aber auch die Stärke der Serie im Vergleich zum Film. Ohne diesen Vorlauf einer vermeintlich heilen Welt würde das Ende nicht so brachial auf einem einwirken. Jede Folge hat dennoch ihren Sinn, da sich alles mehr und mehr zu einem vollständigen Puzzle zusammenfügt. Ich habe die ersten 26 Folgen sehr genossen, da so eine Ruhe und Atmosphäre in praktischen allen modernen Serien verloren gegangen ist.

In der zweiten Hälfte der Serie beginnt diese heile Welt mehr und mehr zu bröckeln und Niklaas wird mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Trotz dieser wechselnden äußerlichen Bedingungen bleibt er seinen Idealen jederzeit treu, ist ehrlich zu sich selbst und gegenüber anderen und kämpft für seine Ziele. Hinzu kommt starke Gesellschaftskritik und das Aufzeigen von Fehlverhalten aufgrund von Vermutungen. Im Kern geht es aber um Freundschaft und Vertrauen. Auch wenn das Verhalten von Niklaas vielleicht etwas naiv erscheinen mag – es hat aus mir einen besseren Menschen gemacht.

Die Serie ist sehr emotional. Wahrscheinlich sogar zu emotional für westliche Verhältnisse. "Niklaas" wurde ursprünglich 1975 in Japan ausgestrahlt und war mit einigen Millionen Zuschauern seinerzeit ein "Straßenfeger", so wie man es heutzutage fast nur noch von großen Sportveranstaltungen her kennt. Die Geschichte zählt in Japan sogar heute noch zur Schullektüre und hat dort einen extrem hohen Bekanntheitsgrad. Viele Japaner kommen aufgrund der Serie auch heute noch nach Antwerpen (Belgien) und beginnen zu weinen, wenn sie die Bilder von Rubens in der Kathedrale oder die Denkmäler von Niklaas und seinem Hund Patrasch sehen. Welche andere Serie kann das von sich behaupten?

Das viel umstrittene Ende der Serie führte in Japan zu hunderten von Anrufen bei der Fernsehanstalt. Viele baten kurz vor der Ausstrahlung der letzten Folge um ein gutes Ende. In Deutschland wurde die letzte Folge zensiert, respektive wurde ein Satz am Ende von einer Sprecherin aus dem Off hinzugefügt, der nicht mit den Bildern harmoniert.
Als kleiner Junge war ich den ganzen Tag noch traurig. Auch als ich die Serie ein zweites Mal mit japanischem Ton und englischen Untertiteln gesehen habe (bevor es eine deutsche DVD-Box gab), sind mir ebenfalls die Tränen gekommen. Zumindest für mich hat die Serie nichts im Laufe der Jahre eingebüßt.

Als ich die Serie jetzt ein drittes Mal in der hier vorliegenden deutschen DVD-Fassung gesehen habe, habe ich das Ende vollkommen anders wahrgenommen. Warum kann ich nicht sagen, da ich sonst zuviel von der Geschichte verraten würde. Von daher liegt es wohl ein wenig im Auge des Betrachters, wie das Schicksal von Niklaas auf einem wirkt.

Für diese deutsche DVD-Version hat man wohl die Original TV-Bänder genommen (ich habe die Box Volume 1, sowie Volume 2 mit insgesamt 10 Discs gekauft, da bei diesen wohl weniger Kompressionsartefakte vorhanden sein werden). Eine digitale Optimierung hat nicht stattgefunden, wie bei den meisten Veröffentlichungen von KSM. Als die Serie in Deutschland ausgestrahlt wurde, war vielleicht noch nicht soviel Staub und Schmutz im Bild zu sehen. Mich persönlich stört dieser aber nicht wirklich, da Filme für mich dadurch immernoch etwas menschlich und natürlich wirken im Vergleich zu den digitalen klinisch reinen Computeranimationsfilmen. Die Farben sind viel besser und heller als in den Vorschaubildern hier bei Amazon, jedoch nicht so brillant wie in der japanischen Remastered-Version. Von der Bild- und Tonqualität her erinnert es mehr an VHS-Kassetten als an DVDs – zum Glück! Denn nichts wäre schlimmer gewesen, als eine Neuvertonung mit anderen Stimmen oder falschen Farben aufgrund RGB/Gamma-Verschiebungen, wie man leider heutzutage auch Veröffentlichungen findet (z. B. "Walhalla").
Die deutschen Synchronstimmen sind durchweg passend, wobei z. B. die japanische Stimme von Anekas Vater einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und die deutsche Stimme dann vergleichsweise doch sehr zahm wirkt. Auch die Hintergrundmusik ist im Japan-Original total anders – nicht besser oder schlechter, einfach anders. Leider fehlt der japanische Originalton auf den vorliegenden DVDs, aber man kann mit deutschen Ton auf jeden Fall zufrieden sein.

"Niklaas, ein Junge aus Flandern" zählt zu der beliebten Animationsreihe "World Masterpiece Theater" (WMT), unter der zwischen 1974 und 1997 viele bekannte Zeichentrickserien von Nippon Animation produziert wurden. Dazu gehören neben "Niklaas" (1975) u. a. die in Deutschland sehr bekannte Serie "Heidi" (1974), sowie "Marco" (1976), "Perrine" (1978), "Anne mit den roten Haaren" (1979), "Familie Robinson" (1981), "Lucy in Australien" (1982), "Die kleine Prinzessin Sara" (1985), "Wunderbare Pollyanna" (1986), "Eine fröhliche Familie" (1987) sowie die letzte mit deutscher Sprache synchronisierte großartige Serie "Die schwarzen Brüder" (1995). Letztere wurde in Deutschland leider nur im Pay TV ausgestrahlt und ist für mich zusammen mit "Niklaas" die beste Serie, die es jemals gegeben hat. Wer eine Serie von WMT gut findet, mag sehr wahrscheinlich alle. Die Qualität ist konstant auf einem extrem hohen Niveau.
Bis 1979 (also auch bei "Niklaas") hat übrigens ein gewisser Hayao Miyazaki bei Nippon Animation gearbeitet, welcher später das weltberühmte Studio Ghibli gegründet hat und mit Filmen wie "Prinzessin Mononoke" und "Das wandelnde Schloss" großen Erfolg hatte, sowie für "Chihiros Reise ins Zauberland" sogar einen Oscar erhielt.

Fazit: Wer hektischen, actionreichen Zeichentrick oder computeranimierte Serien mit viel Dialogen und schnellen Schnitten mag, sollte besser die Finger von dieser Serie lassen.
Wer ruhigen, atmosphärischen Zeichentrick mit einer emotionalen Geschichte und tollen Botschaften bevorzugt, sollte sich dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen. Bild- und Tonqualität sind in Ordnung und original, aber nicht nachbearbeitet. Am besten man schaut diese Serie mit dem Herzen.


Niklaas, ein Junge aus Flandern - Volume 2, Episode 27-52 (5 Disc Set)
Niklaas, ein Junge aus Flandern - Volume 2, Episode 27-52 (5 Disc Set)
DVD ~ anime
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 77,97

5.0 von 5 Sternen Eine der bewegendsten Zeichentrickserien aller Zeiten, 3. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Serie als 10-Jähriger Anfang der 90er auf Pro7 gesehen. Damals habe ich so ziemlich alle Zeichentrickserien im Fernsehen gesehen, aber keine hat mich so beeindruckt wie "Niklaas, ein Junge aus Flandern". Ich bin mir sicher, dass man auch heute noch die Botschaft versteht, auch wenn die Zeiten sich stark gewandelt haben.

Apropos Zeit: Diese Serie lässt sich Zeit – anders als der Film von 1997 ("Niklaas, DER Junge aus Flandern"), welcher praktisch nur auf den letzten 10 Folgen basiert. Vielleicht ist das nicht jedermans Geschmack, wenn minutenlang nichts geredet wird und einem der Sinn der Geschichte lange verborgen bleibt. Aber es ist im Kontext gesehen sehr wichtig, dass alles genau so gezeigt wird, wie man es zu sehen bekommt.
Die ersten Folgen dienen ausschließlich dazu, die Charaktere vorzustellen und um das Alltagsleben von Niklaas zu portraitieren. Hier liegt aber auch die Stärke der Serie im Vergleich zum Film. Ohne diesen Vorlauf einer vermeintlich heilen Welt würde das Ende nicht so brachial auf einem einwirken. Jede Folge hat dennoch ihren Sinn, da sich alles mehr und mehr zu einem vollständigen Puzzle zusammenfügt. Ich habe die ersten 26 Folgen sehr genossen, da so eine Ruhe und Atmosphäre in praktischen allen modernen Serien verloren gegangen ist.

In der zweiten Hälfte der Serie beginnt diese heile Welt mehr und mehr zu bröckeln und Niklaas wird mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Trotz dieser wechselnden äußerlichen Bedingungen bleibt er seinen Idealen jederzeit treu, ist ehrlich zu sich selbst und gegenüber anderen und kämpft für seine Ziele. Hinzu kommt starke Gesellschaftskritik und das Aufzeigen von Fehlverhalten aufgrund von Vermutungen. Im Kern geht es aber um Freundschaft und Vertrauen. Auch wenn das Verhalten von Niklaas vielleicht etwas naiv erscheinen mag – es hat aus mir einen besseren Menschen gemacht.

Die Serie ist sehr emotional. Wahrscheinlich sogar zu emotional für westliche Verhältnisse. "Niklaas" wurde ursprünglich 1975 in Japan ausgestrahlt und war mit einigen Millionen Zuschauern seinerzeit ein "Straßenfeger", so wie man es heutzutage fast nur noch von großen Sportveranstaltungen her kennt. Die Geschichte zählt in Japan sogar heute noch zur Schullektüre und hat dort einen extrem hohen Bekanntheitsgrad. Viele Japaner kommen aufgrund der Serie auch heute noch nach Antwerpen (Belgien) und beginnen zu weinen, wenn sie die Bilder von Rubens in der Kathedrale oder die Denkmäler von Niklaas und seinem Hund Patrasch sehen. Welche andere Serie kann das von sich behaupten?

Das viel umstrittene Ende der Serie führte in Japan zu hunderten von Anrufen bei der Fernsehanstalt. Viele baten kurz vor der Ausstrahlung der letzten Folge um ein gutes Ende. In Deutschland wurde die letzte Folge zensiert, respektive wurde ein Satz am Ende von einer Sprecherin aus dem Off hinzugefügt, der nicht mit den Bildern harmoniert.
Als kleiner Junge war ich den ganzen Tag noch traurig. Auch als ich die Serie ein zweites Mal mit japanischem Ton und englischen Untertiteln gesehen habe (bevor es eine deutsche DVD-Box gab), sind mir ebenfalls die Tränen gekommen. Zumindest für mich hat die Serie nichts im Laufe der Jahre eingebüßt.

Als ich die Serie jetzt ein drittes Mal in der hier vorliegenden deutschen DVD-Fassung gesehen habe, habe ich das Ende vollkommen anders wahrgenommen. Warum kann ich nicht sagen, da ich sonst zuviel von der Geschichte verraten würde. Von daher liegt es wohl ein wenig im Auge des Betrachters, wie das Schicksal von Niklaas auf einem wirkt.

Für diese deutsche DVD-Version (ich habe die Box Volume 1, sowie Volume 2 mit insgesamt 10 Discs gekauft) hat man wohl die Original TV-Bänder genommen. Eine digitale Optimierung hat nicht stattgefunden. Als die Serie in Deutschland ausgestrahlt wurde, war vielleicht noch nicht soviel Staub und Schmutz im Bild zu sehen. Mich persönlich stört dieser aber nicht wirklich, da Filme für mich dadurch immernoch etwas menschlich und natürlich wirken im Vergleich zu den digitalen klinisch reinen Computeranimationsfilmen. Die Farben sind viel besser und heller als in den Vorschaubildern hier bei Amazon, jedoch nicht so brillant wie in der japanischen Remastered-Version. Von der Bild- und Tonqualität her erinnert es mehr an VHS-Kassetten als an DVDs – zum Glück! Denn nichts wäre schlimmer gewesen, als eine Neuvertonung mit anderen Stimmen oder falschen Farben aufgrund RGB/Gamma-Verschiebungen, wie man leider heutzutage auch Veröffentlichungen findet (z. B. "Walhalla").
Die deutschen Synchronstimmen sind durchweg passend, wobei z. B. die japanische Stimme von Anekas Vater einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und die deutsche Stimme dann vergleichsweise doch sehr zahm wirkt. Auch die Hintergrundmusik ist im Japan-Original total anders – nicht besser oder schlechter, einfach anders. Leider fehlt der japanische Originalton auf den vorliegenden DVDs, aber man kann mit deutschen Ton auf jeden Fall zufrieden sein.

"Niklaas, ein Junge aus Flandern" zählt zu der beliebten Animationsreihe "World Masterpiece Theater" (WMT), unter der zwischen 1974 und 1997 viele bekannte Zeichentrickserien von Nippon Animation produziert wurden. Dazu gehören neben "Niklaas" (1975) u. a. die in Deutschland sehr bekannte Serie "Heidi" (1974), sowie "Marco" (1976), "Perrine" (1978), "Anne mit den roten Haaren" (1979), "Familie Robinson" (1981), "Lucy in Australien" (1982), "Die kleine Prinzessin Sara" (1985), "Wunderbare Pollyanna" (1986), "Eine fröhliche Familie" (1987) sowie die letzte mit deutscher Sprache synchronisierte großartige Serie "Die schwarzen Brüder" (1995). Letztere wurde in Deutschland leider nur im Pay TV ausgestrahlt und ist für mich zusammen mit "Niklaas" die beste Serie, die es jemals gegeben hat. Wer eine Serie von WMT gut findet, mag sehr wahrscheinlich alle. Die Qualität ist konstant auf einem extrem hohen Niveau.
Bis 1979 (also auch bei "Niklaas") hat übrigens ein gewisser Hayao Miyazaki bei Nippon Animation gearbeitet, welcher später das weltberühmte Studio Ghibli gegründet hat und mit Filmen wie "Prinzessin Mononoke" und "Das wandelnde Schloss" großen Erfolg hatte, sowie für "Chihiros Reise ins Zauberland" sogar einen Oscar erhielt.

Fazit: Wer hektischen, actionreichen Zeichentrick oder computeranimierte Serien mit viel Dialogen mag, sollte besser die Finger von dieser Serie lassen.
Wer ruhigen, atmosphärischen Zeichentrick mit einer emotionalen Geschichte und tollen Botschaften bevorzugt, sollte sich dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen. Bild- und Tonqualität sind in Ordnung und original, aber nicht nachbearbeitet. Am besten man schaut diese Serie mit dem Herzen.


Niklaas, ein Junge aus Flandern - Vol. 1, Folgen 01-26 (5 Disc Set)
Niklaas, ein Junge aus Flandern - Vol. 1, Folgen 01-26 (5 Disc Set)
DVD ~ /
Wird angeboten von filmspass
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Eine der bewegendsten Zeichentrickserien aller Zeiten, 3. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Serie als 10-Jähriger Anfang der 90er auf Pro7 gesehen. Damals habe ich so ziemlich alle Zeichentrickserien im Fernsehen gesehen, aber keine hat mich so beeindruckt wie "Niklaas, ein Junge aus Flandern". Ich bin mir sicher, dass man auch heute noch die Botschaft versteht, auch wenn die Zeiten sich stark gewandelt haben.

Apropos Zeit: Diese Serie lässt sich Zeit – anders als der Film von 1997 ("Niklaas, DER Junge aus Flandern"), welcher praktisch nur auf den letzten 10 Folgen basiert. Vielleicht ist das nicht jedermans Geschmack, wenn minutenlang nichts geredet wird und einem der Sinn der Geschichte lange verborgen bleibt. Aber es ist im Kontext gesehen sehr wichtig, dass alles genau so gezeigt wird, wie man es zu sehen bekommt.
Die ersten Folgen dienen ausschließlich dazu, die Charaktere vorzustellen und um das Alltagsleben von Niklaas zu portraitieren. Hier liegt aber auch die Stärke der Serie im Vergleich zum Film. Ohne diesen Vorlauf einer vermeintlich heilen Welt würde das Ende nicht so brachial auf einem einwirken. Jede Folge hat dennoch ihren Sinn, da sich alles mehr und mehr zu einem vollständigen Puzzle zusammenfügt. Ich habe die ersten 26 Folgen sehr genossen, da so eine Ruhe und Atmosphäre in praktischen allen modernen Serien verloren gegangen ist.

In der zweiten Hälfte der Serie beginnt diese heile Welt mehr und mehr zu bröckeln und Niklaas wird mit dem Ernst des Lebens konfrontiert. Trotz dieser wechselnden äußerlichen Bedingungen bleibt er seinen Idealen jederzeit treu, ist ehrlich zu sich selbst und gegenüber anderen und kämpft für seine Ziele. Hinzu kommt starke Gesellschaftskritik und das Aufzeigen von Fehlverhalten aufgrund von Vermutungen. Im Kern geht es aber um Freundschaft und Vertrauen. Auch wenn das Verhalten von Niklaas vielleicht etwas naiv erscheinen mag – es hat aus mir einen besseren Menschen gemacht.

Die Serie ist sehr emotional. Wahrscheinlich sogar zu emotional für westliche Verhältnisse. "Niklaas" wurde ursprünglich 1975 in Japan ausgestrahlt und war mit einigen Millionen Zuschauern seinerzeit ein "Straßenfeger", so wie man es heutzutage fast nur noch von großen Sportveranstaltungen her kennt. Die Geschichte zählt in Japan sogar heute noch zur Schullektüre und hat dort einen extrem hohen Bekanntheitsgrad. Viele Japaner kommen aufgrund der Serie auch heute noch nach Antwerpen (Belgien) und beginnen zu weinen, wenn sie die Bilder von Rubens in der Kathedrale oder die Denkmäler von Niklaas und seinem Hund Patrasch sehen. Welche andere Serie kann das von sich behaupten?

Das viel umstrittene Ende der Serie führte in Japan zu hunderten von Anrufen bei der Fernsehanstalt. Viele baten kurz vor der Ausstrahlung der letzten Folge um ein gutes Ende. In Deutschland wurde die letzte Folge zensiert, respektive wurde ein Satz am Ende von einer Sprecherin aus dem Off hinzugefügt, der nicht mit den Bildern harmoniert.
Als kleiner Junge war ich den ganzen Tag noch traurig. Auch als ich die Serie ein zweites Mal mit japanischem Ton und englischen Untertiteln gesehen habe (bevor es eine deutsche DVD-Box gab), sind mir ebenfalls die Tränen gekommen. Zumindest für mich hat die Serie nichts im Laufe der Jahre eingebüßt.

Als ich die Serie jetzt ein drittes Mal in der hier vorliegenden deutschen DVD-Fassung gesehen habe, habe ich das Ende vollkommen anders wahrgenommen. Warum kann ich nicht sagen, da ich sonst zuviel von der Geschichte verraten würde. Von daher liegt es wohl ein wenig im Auge des Betrachters, wie das Schicksal von Niklaas auf einem wirkt.

Für diese deutsche DVD-Version (ich habe die Box Volume 1, sowie Volume 2 mit insgesamt 10 Discs gekauft) hat man wohl die Original TV-Bänder genommen. Eine digitale Optimierung hat nicht stattgefunden. Als die Serie in Deutschland ausgestrahlt wurde, war vielleicht noch nicht soviel Staub und Schmutz im Bild zu sehen. Mich persönlich stört dieser aber nicht wirklich, da Filme für mich dadurch immernoch etwas menschlich und natürlich wirken im Vergleich zu den digitalen klinisch reinen Computeranimationsfilmen. Die Farben sind viel besser und heller als in den Vorschaubildern hier bei Amazon, jedoch nicht so brillant wie in der japanischen Remastered-Version. Von der Bild- und Tonqualität her erinnert es mehr an VHS-Kassetten als an DVDs – zum Glück! Denn nichts wäre schlimmer gewesen, als eine Neuvertonung mit anderen Stimmen oder falschen Farben aufgrund RGB/Gamma-Verschiebungen, wie man leider heutzutage auch Veröffentlichungen findet (z. B. "Walhalla").
Die deutschen Synchronstimmen sind durchweg passend, wobei z. B. die japanische Stimme von Anekas Vater einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und die deutsche Stimme dann vergleichsweise doch sehr zahm wirkt. Auch die Hintergrundmusik ist im Japan-Original total anders – nicht besser oder schlechter, einfach anders. Leider fehlt der japanische Originalton auf den vorliegenden DVDs, aber man kann mit deutschen Ton auf jeden Fall zufrieden sein.

"Niklaas, ein Junge aus Flandern" zählt zu der beliebten Animationsreihe "World Masterpiece Theater" (WMT), unter der zwischen 1974 und 1997 viele bekannte Zeichentrickserien von Nippon Animation produziert wurden. Dazu gehören neben "Niklaas" (1975) u. a. die in Deutschland sehr bekannte Serie "Heidi" (1974), sowie "Marco" (1976), "Perrine" (1978), "Anne mit den roten Haaren" (1979), "Familie Robinson" (1981), "Lucy in Australien" (1982), "Die kleine Prinzessin Sara" (1985), "Wunderbare Pollyanna" (1986), "Eine fröhliche Familie" (1987) sowie die letzte mit deutscher Sprache synchronisierte großartige Serie "Die schwarzen Brüder" (1995). Letztere wurde in Deutschland leider nur im Pay TV ausgestrahlt und ist für mich zusammen mit "Niklaas" die beste Serie, die es jemals gegeben hat. Wer eine Serie von WMT gut findet, mag sehr wahrscheinlich alle. Die Qualität ist konstant auf einem extrem hohen Niveau.
Bis 1979 (also auch bei "Niklaas") hat übrigens ein gewisser Hayao Miyazaki bei Nippon Animation gearbeitet, welcher später das weltberühmte Studio Ghibli gegründet hat und mit Filmen wie "Prinzessin Mononoke" und "Das wandelnde Schloss" großen Erfolg hatte, sowie für "Chihiros Reise ins Zauberland" sogar einen Oscar erhielt.

Fazit: Wer hektischen, actionreichen Zeichentrick oder computeranimierte Serien mit viel Dialogen mag, sollte besser die Finger von dieser Serie lassen.
Wer ruhigen, atmosphärischen Zeichentrick mit einer emotionalen Geschichte und tollen Botschaften bevorzugt, sollte sich dieses Meisterwerk nicht entgehen lassen. Bild- und Tonqualität sind in Ordnung und original, aber nicht nachbearbeitet. Am besten man schaut diese Serie mit dem Herzen.


Der große Bär
Der große Bär
DVD ~ Eddie Simonsen
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tolle Idee, technisch gut, fragwürdige Charaktere, 19. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der große Bär (DVD)
Die Idee von einem übergroßen Bären mit einem kleinen Wald auf dem Rücken ist wirklich grandios und sieht auch beeindruckend aus. Zum Glück handelt es sich bei diesem Film auch nicht um eine Fabel, wo die Tiere sprechen können. Dadurch hat der Film eine überzeugenden Atmosphäre.

Da die Produktion und das Budget des Films sicherlich nicht mit einem Pixar-Film mithalten kann, ist die grafische Leistung für ein kleines dänisches Animationsstudio beachtlich. Wenn ich die Wahl habe bevorzuge ich zwar echten Zeichentrick, da dieser einfach nicht so steril und kalt auf mich wirkt, aber Filme wie WALL-E haben ja bewiesen, dass auch computergenerierte Filme richtig gut sein können.

"Der große Bär" schwächelt leider ein wenig in der Story und bei der Ausarbeitung der Charaktere. Der 11-jährige Junge Jonathan, seine 6-jährige Schwester Sophie, der Jäger und der Bär zeigen deutliche Defizite in der Charakterentwicklung, welche eigentlich die Basis für jede Geschichte ist. Der Junge hat zudem für einen 11-Jährigen eine viel zu tiefe Stimme in der deutschen Synchro, was ihn oftmals nicht authentisch wirken lässt.

---SPOILER---
Jonathan ist oftmals schlecht gelaunt und streitet ständig. Der Grund dafür ist die Bevorzugung seiner kleinen Schwester Sophie, die er deswegen ablehnt ("ein Weihnachtsgeschenk, welches man nicht umtauschen kann"). Auch zerstört sie angeblich oft (unabsichtlich) die Sachen von Jonathan. Hier hätte ich mir eine Konfliktlösung gewünscht, die die Geschwister versöhnt. Zu einer Aussprache kommt es aber nie, obwohl sich Jonathan dieser Sache bewusst ist.

Der Jäger ist wütend auf den Bären, da dieser aus Versehen sein Dorf zerstört hat (wegen Erwachen aus dem Winterschlaf) sowie später sein Haus. Weder der Bär noch die Kinder versuchen den Jäger aufzuklären, dass sich alles nur um ein Missverständnis handelt. Dass der Jäger überhaupt eine Wut auf den Bären entwickelt, obwohl das Missverständnis offensichtlich ist, ist äußerst fraglich. Er akzeptiert sich als Killer und rechtfertigt dadurch den Gebrauch von Schusswaffen. Ist das eine Tugend, die man seinen Kindern empfehlen würde? Wo bleibt die Moral?

Auch der Bär wundert sich nicht, warum der Jäger auf ihn wütend ist, obwohl er für die Zerstörung der Häuser verantwortlich ist. Hier wäre z. B. ein Geschenk vom Bären als Geste für die Wiedergutmachung der Zerstörung der Häuser und Vertreibung der Dorfbewohner eine tolle Lösung gewesen. Man hätte das filmisch alles so gut emotional umsetzen können, stattdessen setzt man auf eine pseudo-emotionale vorhersehbare Scheintod-Szene des Bären.

Dass die Kinder nicht versuchen den Jäger aufzuklären ist absolut unverständlich. Obwohl sie den Bären lieb gewonnen haben, akzeptieren sie, dass der Bär weiter in Furcht vor dem Jäger leben muss, da dieser keine Einsicht zeigt.

Fazit: Keiner der Hauptcharaktere entwickelt sich weiter, was einen äußerst bitteren Nachgeschmack verursacht.
---ENDE SPOILER---

Zudem hat der Film einen viel zu deutlichen Gebrauch von Schusswaffen, die auf die Kinder und den Bären mehrmals gerichtet und auch benutzt werden. Fallen oder harmlosere Waffen hätten hier vollkommen genügt. Hier merkt man eben die westliche Produktion, auch was die modernen Ausdrücke in der Sprache der Kinder angeht. Dass Wut, Rache und Hass als etwas Unveränderbares im Raum stehen gelassen wird, finde ich absolut inakzeptabel. Ich würde das meinen Kindern nicht zumuten wollen.

Schade um die wirklich grandiose Idee des Films. Zeitlos wird er aufgrund der Mängel wohl nicht sein. Wie man eine ähnliche Thematik richtig und ohne Mängel behandelt, zeigen Filme wie "Der Gigant aus dem All" (wenn es unbedingt ein computeranimierter Film sein soll, 1999) oder "Walhalla" (Zeichentrick, 1986), sowie natürlich die Meisterwerke aus dem Hause Studio Ghibli.
Wer "Der große Bär" gut findet, sollte unbedingt auch einmal "Arrietty - Die wundersame Welt der Borger" (Zeichentrick, 2010) anschauen, welcher in Bezug auf die Grösse das genaue Gegenteil ist, da es sich um sehr kleine Menschen handelt, die in Kontakt mit normalgrossen Menschen geraten. Und bitte nicht die grottenschlechte Realverfilmung von den "Borger" anschauen :-)

Mein letzter Tipp wäre noch "Summer Days With Coo" (2007), welcher ebenso wie "Der grosse Bär" mit einer Vermischung aus Fantasy- und Realwelt spielt und junge Hauptcharaktere hat. Der Film ist so gut gemacht, dass er sicherlich lange in Erinnerung bleibt. Allerdings ist der ab 12 freigegeben (in der Schweiz ab 7), was bedingt auch gerechtfertigt ist. Wer Kinder hat, die schon "etwas weiter" sind und wer selbst Animationsfilme mag, sollte sich diese Perle nicht entgehen lassen.

Story, Musik und deutsche Synchronstimmen sind in allen genannten vergleichbaren Filmen um Klassen besser als in "Der große Bär". Bitte überzeugen Sie sich selbst. Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen.


Dancing Las Vegas
Dancing Las Vegas
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Neuer Produzent = moderner Sound. Zielgruppe = ?, 3. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Dancing Las Vegas (Audio CD)
Mit "Dancing Las Vegas" hat DJ BoBo nun soundtechnisch eine Richtung eingeschlagen, die sich beim letzten Album "Fantasy" bereits angekündigt hat: moderner Dance-Pop in Vollendung. Liebhaber von Lady Gaga & Co. kommen voll auf ihre Kosten und sollten hier unbedingt probehören - mit dem etwas antiquiert wirkenden Sound vergangener Jahre haben diese Songs nichts mehr zu tun.

Gerade hier stellt sich allerdings die Frage: wer ist eigentlich das Zielpublikum dieses Albums?
Junge Leute, denen die aktuelle Popmusik aus den Charts gefällt, finden DJ BoBo total uncool, obwohl ihnen wahrscheinlich der Sound gefallen würde. Ältere Leute, die kein Problem damit haben, DJ BoBo zu hören, weil sie eventuell langjährige Fans sind, hören die aktuelle Charts-Musik nicht - und damit das aktuelle DJ BoBo-Album auch nicht - weil sie den Sound einfach schrecklich finden. Zumindest ist es bei mir so.
Atmosphäre, Dynamik und Emotionen sucht man vergeblich, stattdessen bekommt man allgegenwärtiges Auto-Tune (Effekt bekannt aus dem Song "Believe" von Cher, 1998, welches die Stimme elektronisch wirken lässt) und extreme Kompression (leise Passagen im Song werden gleichlaut wie laute), sodass das Gehör schon nach dem 3. Song ermüdet und die Musik als anstrengend empfindet. Das macht keinen Spaß. Aber moderne Musik muss ja so abgemischt sein, damit die Teenager auf ihren Handy-Lautsprechern auch noch "guten" Sound haben. Nur leider hören die wie gesagt kein DJ BoBo…
Konsequenz aus dem Ganzen ist: Niemand kauft das Album und es wird ein kommerzieller Flop - mindest in Deutschland (1 Woche in Top 100 - Platz 61). Naja, zum Glück gehen ja noch viele Leute auf die Konzerte, von daher bleibt uns DJ BoBo wohl noch ein paar Jährchen erhalten. Aber das dürfte mittlerweile auch nur noch an den aufwändigen Shows liegen und daran, dass er einfach ein netter, sympathischer Kerl ist - aber nicht an der Musik.

Warum hat sich der Sound nach dem Album "Vampires" (2007) so stark verändert?
Der Sound eines Albums hängt in erster Linie vom Produzenten ab. Er entscheidet zusammen mit dem Künstler, wie der Sound klingen soll. Genau hier hat sich was getan. Der langjährige Produzent von DJ BoBo, Axel Breitung, welcher seit 1992 zusammen mit DJ BoBo die Songs produziert hat, wurde immer mehr und mit "Dancing Las Vegas" jetzt komplett durch das Produzenten-Team Syndicate Musicproduction ersetzt, da Axel sich beruflich neu orientieren musste.
Viele fanden den Sound von DJ BoBo bis 2007 nicht zeitgemäß. Dennoch war er speziell und durchaus etwas Besonderes. Axel Breitung hat es verstanden, einen einmaligen und unverkennbaren, ja vielleicht sogar zeitlosen Sound zu kreieren. Daher wissen vor allem die älteren Alben bis heute zu begeistern. Syndicate hingegen produzieren 08/15 Standard-Pop, welcher sich nicht von anderen Artists unterscheidet und den in 5 Jahren niemand mehr hören möchte.
Eigentlich verwunderlich, dass DJ BoBo den selben Fehler nochmal macht. Bereits 1999 hat er mit dem Album "Level 6" die Produktion einiger Songs komplett in fremde Hände gelegt. Damals war er mit den entstandenen Songs so unzufrieden, dass die von der Plattenfirma gewünschte Single "Nightfly" es noch nicht einmal auf das finale Album geschafft hat (wurde aber 2002 auf dem Album "Celebration" mit draufgepackt). Ich frage mich, ob DJ BoBo mit der Produktion von "Dancing Las Vegas" wirklich selbst glücklich ist.
DJ BoBo hat immer Musik gemacht, die für die Charts gedacht war, von daher kann man es ihm nicht übel nehmen, seine Musik aktuellen Produktionen anzupassen. Dass allerdings gerade jemand wie er es nach über 20 Jahren noch nötig hat, Trends mitzugehen und keinen eigenen Sound zu haben, ist mehr ein Armutszeugnis oder eine Verzweiflungstat, wenn der letzte Top 10-Hit bereits 10 Jahre zurück liegt. Für das Klangbild moderner Produktionen kann er sicher nichts, aber er tut auch nichts dagegen, um den "Loudness War" endlich zu stoppen.

Wie bereits "Fantasy" (2010) habe ich mir "Dancing Las Vegas" nur zur Vervollständigung meiner Sammlung gebraucht gekauft, da ich diese Entwicklung nicht unterstütze. Wer 1990 mit "I Love You" noch vor dem großen Durchbruch angefangen hat, alle Alben und Singles zu sammeln, kann dann eben nicht so einfach aufhören. Leider will das Album auch nach mehrmaligem Durchhören nicht besser werden.

Wie bei jedem DJ BoBo-Album gibt es mit "Everybody's Gonna Dance" zumindest einen guten Song, wo auch die fragwürdige Produktion einer guten Komposition einfach nichts anhaben kann. Die zweite Hälfte des Albums ist für DJ BoBo-Verhältnisse sehr experimentierfreudig, um es positiv auszudrücken. Gute Harmonien werden rar, Beats stehen absolut im Vordergrund, Auto-Tune und Sidechain (Pumpen der Bass-Drum) mit anschließender Summenkompression werden bis zum Erbrechen eingesetzt. Besten Dank für die Kopfschmerzen. Eine Lehrstunde für eine moderne Pop-Produktion. Bleibt die Gewissheit, dass es sich hierbei nur um Mode handelt, die auch wieder verschwinden wird. Schade um das Album, die Songs haben eigentlich Potential.

Fazit:
Man kann es nie allen recht machen. Einigen war der DJ BoBo-Sound zu altmodisch, einigen wird der neue DJ BoBo-Sound zu modern sein. Ich gehöre eher zu den letzteren. Wer allerdings auf trendigen Charts-Sound steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
Ich vergebe einfach mal 2 Sterne für das Album. Das sagt mir zumindest mein iTunes, nachdem ich alle Songs bewertet habe... Aber meinen CD-Player wird das Album wohl nicht mehr allzu oft sehen.


Willy Fog Soundtrack
Willy Fog Soundtrack
Preis: EUR 8,91

4.0 von 5 Sternen Nostalgie Bonus für Fans der Serie, 19. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Willy Fog Soundtrack (MP3-Download)
Der Soundtrack zur Zeichentrickserie "Um die Welt mit Willy Fog", welche Anfang der 1990er auf Tele 5 und später auf RTL 2 ausgestrahlt wurde, lässt sofort wieder Erinnerungen hochkommen. Der Titelsong "Fog", sowie die 5 weiteren gesungenen Songs auf dem Soundtrack, wurden von Guido und Maurizio de Angelis komponiert (besser bekannt als "Oliver Onions"), welche für viele bekannte Soundtracks der Bud Spencer und Terence Hill-Filme verantwortlich sind.

Soweit ich mich erinnern kann wurden alle Songs bis auf "Romy" in der Serie verwendet (wenn auch nur in Auszügen). Track 7 ist eine Karaoke-Version des Titelsongs, bei der die Hauptmelodie von einem Synthesizer übernommen wird. Track 8 ist eine langsamere Version des Titelsongs ohne Drums und Track 9 eine Instrumental-Version von "Fog".

Leider gibt es den englischen/deutschen Soundtrack nicht auf CD, daher muss man sich wohl mit den MP3s zufrieden geben. Ein Wunder überhaupt, dass der Soundtrack noch digital veröffentlicht wurde, da es auch der original spanische Soundtrack (gesungen von der Gruppe Mocedades) von 1984 nur auf LP und Kassette geschafft hat. Die wirklichen Interpeten für den englischen/deutschen Soundtrack sind übrigens bis heute unbekannt. Daher wird als Interpret hier auch "Willy Fog" angegeben, was sicherlich auch nur aus der Not entstanden und formal nicht korrekt ist.

Fans der Serie können bedenkenlos zuschlagen. Der leicht melancholische Titelsong "Fog" lohnt sich allemal. Auch "Rigodon" und "America America", sowie die Varianten des Titelsongs, haben ihren Charme.


Angel of Babylon
Angel of Babylon
Preis: EUR 11,36

5.0 von 5 Sternen Die Überraschung, 29. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Angel of Babylon (Audio CD)
Nach der für mich relativ enttäuschenden Scheibe "Wicked Symphony" hat Tobias Sammet mit "Angel Of Babylon" ein Werk hingelegt, das sogar fast noch an die legendären Metal Opera-Alben heranreicht.

"Angel of Babylon" ist komplett anders als das zeitgleich erschienene Album "Wicked Symphony". AOB enthält sehr viele melodische, eingängige Songs mit einer positiven Atmosphäre, WS ist eher experimentell mit tendenziell härteren Songs und einer düsteren Atmosphäre. Ich höre "Angel of Babylon" rauf und runter, während "Wicked Symphony" schon anfängt zu verstauben. Warum manche Leute behaupten, dass AOB nur B-Seiten enthält, die nicht gut genug für WS waren, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Vielmehr hat es damit zu tun, dass die Lieder einfach von ihrer Stimmung her komplett anders sind. Während ich "The Scarecrow" erst nach 20 mal durchhören richtig gut fand, hat AOB bei mir sofort gezündet, ähnlich wie "The Metal Opera - Part 2" damals. Ich würde es auch am ehesten mit diesem Album vergleichen, auch wenn die Songs nicht ganz den Charme haben und nicht so ehrlich rüberkommen (was wohl an der Produktion liegt). Zumindest scheint es auch den selben, ungerechtfertigten schlechten Ruf zubekommen.

Was man AOB dennoch ankreiden muss, ist die moderne Produktion (wie auch schon bei "The Scarecrow"). Alle Songs sind überkomprimiert und dadurch sehr anstrengend zu hören. Es ist praktisch keine Dynamik mehr vorhanden. Leise stellen sind laut und laute Stellen sind genauso laut. Man bekommt immer das volle Brett auf die Ohren. So macht Musik hören keinen Spaß. Die Metal Opera-Scheiben (2001, 2002) kann man hingegen ohne Probleme durchhören und hat danach keine Kopfschmerzen. Dennoch reißen die genialen Kompositionen wie "Death Is Just A Feeling", "Promised Land" oder "Journey To Arcadia" wieder alles raus.

Mein Fazit: Wer "Wicked Symphony" gut findet, eher Finger weg von "Angel of Babylon", oder zumindest probehören. Wer "Scarecrow" gut findet (nach mehrmaligem Anhören) und/oder wem die "Metal Opera Pt. 1 + 2" gefallen, der kann hier fast nichts falsch machen.


Fantasy inkl. HitMix
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Preis: EUR 18,68

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das gute Laune-DJ BoBo-Album schlechthin, 2. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Fantasy inkl. HitMix (Audio CD)
Das Album ist gut produziert, keine Frage. Die Songs finde ich allerdings wirklich belanglos, es fehlt an guten Melodien. Einzig die gecoverten Songs "Tarzan Boy" und "A Good Heart" aus den 80ern können mit guten Melodien glänzen. Und so wandert auch dieses Album mit Autogramm auf dem Cover nur zur Komplettierung meiner Sammlung wieder ins CD-Regal und wird dort wohl etwas anstauben. Warum andere langjährige Hörer von DJ BoBos Musik "Fantasy" so gut finden, kann ich nicht nachvollziehen. Ein Back-to-the-Roots-Album hört sich anders an.

Der Trend, gute-Laune-Pop-Alben zu veröffentlichen, setzt sich bei DJ BoBo seit Planet Colors 2001 konsequent fort. Fantasy macht da keine Ausnahme, außer dass es ein paar mehr Uptempo-Tracks beinhaltet. Wer hier allerdings von "Eurodance" oder "Dancefloor" spricht, wie ihn DJ BoBo in den 90ern veröffentlicht hat, liegt falsch. Die Strophen sind nicht gesprochen/gerappt, sondern gesungen. Warum das DJ BoBo seit 1998 zu tun pflegt, weiß nur er selbst, denn er hat nun wirklich keine Gesangsstimme, so wie ich. Deswegen singe ich auch nicht. Klar weiß er das auch selber, aber wenn man eine Lüge 1000x wiederholt und es die Leute irgendwann akzeptieren, bleibt es dennoch eine Lüge. Also, wem's gefällt - bitteschön. Ich finde nur, er kann besser rappen als singen.

Was "Fantasy" einmalig macht, im Vergleich zu den Vorgängeralben: es hat gleich mehrere Totalausfälle ("Roll Up", "Take Me to the Top", "Tonight") und es hat keinen Kracher, der einem vom Hocker haut. "Vampires" (2007) konnte noch mit dem Titelsong "Vampires Are Alive" und "Because of You" überzeugen, "Pirates Of Dance" (2005) mit dem genialen "Amazing Life". Diese Klasse an Dance-Songs sucht man auf "Fantasy" vergebens. Jeder Dance-Track plätschert fröhlich vor sich hin, Atmosphäre oder Energie absolut Fehlanzeige. Dabei gehören die Uptempo-Songs wirklich noch zu den besseren Tracks auf dem Album, allen voran die erste Singleauskopplung "Superstar", den stärksten Track des Albums. Hier gefällt mir allerdings nicht, wie auch im Titelsong "Fantasy", wie der Sidechain eingesetzt wurde (= das Pumpen der Bass Drum). Das mag im Club ganz nett sein, aber zuhause oder über Kopfhörer sind die Songs dadurch wahnsinnig anstrengend zu hören.
Bei den langsameren Pop-Songs sieht es dann noch schlimmer aus. Noch nie waren modische Elemente in den Drums so stark vertreten. "Take Me to the Top" und "Tonight" sind für mich zumindest unhörbar und eine Qual. Das will man doch nun wirklich nicht hören, wenn man sich ein DJ BoBo-Album zulegt, oder? "Forever" hört sich stark nach einem Überbleibsel vom letzten Album an, da es als einziger Track starke Rockelemente aufweist. Der Track wurde wahrscheinlich berechtigterweise wegen des nervenden Refrains nicht in die finale Tracklist von "Vampires" aufgenommen. "Tarzan Boy" und "A Good Heart" sind im Original einfach schon zu gut, als dass man sie besser machen könnte.

Es stellt sich die Frage: was will DJ BoBo eigentlich wirklich? Er will keinen Rock ("Vampires"), er will keine emotionalen Balladen, er will vielleicht ein bisschen Dance und ein bisschen Pop, aber von allem nicht zu viel, damit man möglichst eine große Masse erreicht. Weder Fisch noch Fleisch. Neue Fans kann man so allerdings nicht gewinnen, denn Fans stehen nur hinter Künstlern, die eine strikte Linie verfolgen oder für gewisse Ideale stehen. Da ersteres nicht zutrifft, zehrt er weiterhin von seinen treuen Fans aus den 90ern, die ihn wegen seines einmaligen Stils gehört haben und die ihn als netten und ehrlichen Menschen zu schätzen wissen.
Die starken Änderungen des Stils von Album zu Album, oder sogar innerhalb eines Albums, deuten auf eine völlige Unentschlossenheit, wohin die Musik nun eigentlich gehen soll. Es entstehen Konzeptalben, die für die Konzerte maßgeschneidert werden. Die Musik richtet sich also nach den Shows. Kann man die Musik als solche dann noch ernst nehmen? Vielleicht schon, wenn die Musik ehrlich und überzeugend rüberkommen würde. Tut sie aber nicht, ganz im Gegensatz zur Person DJ BoBo.

Fazit: Leute, die die Musik von DJ BoBo seit "Planet Colors" (2001) gut finden, werden auch mit "Fantasy" zufrieden sein. Es reihen sich gute Laune-Songs aneinander, die weder tiefsinnig noch emotional sind, oder anders gesagt: "Fantasy" ist das Gegenstück zu "Magic" (1998). Ein Überflieger, der auch langfristig begeistern kann, ist das Album in meinen Augen allerdings nicht. Es fehlen einfach gute Melodien, die unter die Haut gehen, so wie man sie vereinzelt noch auf den Vorgängeralben hören konnte. "Fantasy" ist musikalisch dann doch sehr weit davon entfernt, an die Klasse der 90er-Alben anschließen zu können, die vor Energie, Ehrlichkeit und genialen Akkorden gerade so gestrotzt haben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 3, 2013 10:00 PM CET


Into the Blue Again
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Preis: EUR 6,09

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein echter Dauerbrenner, 20. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Into the Blue Again (Audio CD)
Dieses Album will und will nicht langweilig werden. Ganz im Gegenteil: es wird selbst nach dem 40. mal durchhören immernoch besser. Deswegen sollte man das Album unbedingt öfter hören, selbst wenn man nach dem ersten mal durchhören kaum einen Wiedererkennungswert bei den Songs feststellen kann. Man hat es hier wirklich mit einem zeitlosen Album zu tun, welches bei mir seinen besonderen Reiz vor allem abends entfaltet. Die Atmosphäre in den Liedern ist atemberaubend und reißt mich jedes Mal aus der Realität in Tagträume.
Im Vergleich zum Vorgängeralbum 'In A Safe Place' ist 'Into The Blue Again' deutlich melodischer und vielleicht weniger experimentell. Dadurch fügen sich aber meiner Meinung nach die Songs besser aneinander, sodass ich das Album fast immer von Anfang bis Ende durchhöre.


The Singles
The Singles
Preis: EUR 14,62

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 3 Singles komplett auf 1 CD, 3. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: The Singles (Audio CD)
Auf dieser CD wurden die 3 Single-CDs (EPs) "King Of Fools", "Lavatory Love Machine" und "Superheroes" mit jeweils allen Tracks komplett auf eine CD verewigt. Wer keine der 3 Singles hat und die Alben von Edguy mag, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Dies ist allerdings KEINE Ansammlung von Single-Auskopplungen, denn ansonsten hätte diese CD nur 5 Songs.
Meiner Meinung nach waren auf den Single-CDs teilweise sogar bessere Tracks, als auf den Studio-Alben. Für mich unverständlich, warum so grandiose Songs wie "Spooks In The Attic", "Judas At The Opera", "New Age Messiah" oder "Holy Water" es nicht aufs Album geschafft haben.


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