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Rezensionen verfasst von
Ronald Kornfeil (Wien)
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Am Beispiel meines Bruders
Am Beispiel meines Bruders
von Uwe Timm
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

3.0 von 5 Sternen Unaufdringlich, leise, 21. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Am Beispiel meines Bruders (Taschenbuch)
Der Autor (geboren 1940) beschäftigt sich mit seinem 16 Jahre älteren Bruder, den er kaum kannte, da dieser sich freiwillig zur Waffen-SS meldete und 1943 in der Ukraine ums Leben kam. Weiter existierte er in der Erinnerungen der Eltern und der Schwester. Zitiert wird aus seinen Briefen von der Front sowie aus einem staccatohaft geschriebenen Tagebuch, welches wenig über Persönlichkeit und Denken des Bruder Auskunft geben kann. Die Figur des gesuchten Protagnisten bleibt verschommen, ein blasses Abbild, weshalb Timm auch gerne zu Vater, Mutter und Schwester abschweift. Da auch diese zum Zeitpunkt der Niederschrift bereits verstorben waren, versucht er deren Leben als Ganzes zu verstehen. Die Chronologie des Erzählens ist oft sprunghaft, doch immer gut nachvollziehbar. Das Buch ist gut geschrieben, ich habe es nicht ungern gelesen. Es war mir jedoch zu leise, um mir längerfristig im Gedächtnis zu bleiben.


Der Komet: Roman
Der Komet: Roman
von Hannes Stein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Guter Klappentext, 11. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Komet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Klappentext macht wirklich neugierig auf dieses utopische monarchistische und multikulturelle Großösterreich, dessen intellekuelle, künstlerische, wissenschaftliche und politische Elite niemals dezimiert wurde, und die damit verbundenen Was-wäre-wenn-Gedankenspiele. Aber wie bringt man das alles in die Form eines Romans? – Nun, Hannes Stein weiß hierauf leider auch keine Antwort. Die Figuren, mit denen er seine pastellfarbene Parallelwelt bevölkert, bleiben blutleere Pappkameraden, deren Geschichten sind schlichtweg eindimensional, uninteressant und ermüdend. Das Positiveste ist die überschaubare Länge von 240 Seiten Haupttext; mehr davon hätte ich wohl nicht durchgehalten.

Ich denke, ein derartiger Roman lässt sich ohne Humor nicht verwirklichen, und solcher fehlt dem Autor völlig. Auch die österreichischen Elemente bzw. Austriazismen in der Sprache überzeugen mich nicht; an einigen Stellen enttarnen sie sich zudem als angelesen und damit gescheiterter Versuch, Kolorit in die Erzählung eines Autors zu bringen, dem beide von ihm gespiegelten Welten letztendlich fremd bleiben (dazu fällt mir unweigerlich folgende Gesangszeile aus einem österreichischen Unterhaltungsfilm ein: "Na bitte sehr, man sagt ja nix, man redt ja nur davon!").

Ich frage mich ehrlich, was das tiefere Anliegen des Autors war, dass er diesen Text schreiben musste. Und da fallen mir nur die ausgiebigen Endnoten (immerhin 30 Seiten) ein, in denen er zu einigen Schlagworten im Fließtext glaubt schildern zu müssen, wie es in Wirklichkeit war, wohl in der Angst, der Leser könnte das nicht wissen.

Für Hannes Stein steckt die Wirklichkeit zu nahe hinter der fadenscheinigen utopischen Verkleidung und leider hat er über beide Realitäten nicht viel zu sagen. Was hätte beispielsweise ein Heimito von Doderer aus dieser Idee machen können?! Das werden wir leider nie erfahren ...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 20, 2013 1:55 PM MEST


Niemandsland. Roman
Niemandsland. Roman
von Gernot Wolfgruber
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 12. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Niemandsland. Roman (Broschiert)
Das Niemandsland, das ist das Gebiet zwischen der Fabrik und dem Bürogebäude in einer nicht näher bezeichneten Ortschaft in der niederösterreichischen Provinz. Im übertragenen Sinne ist es die Existenz zwischen der Welt der Arbeiter und der Welt der Angestellten. Georg Klein, ein Arbeiterkind, selbst Hilfsarbeiter, fühlt sich zu "Höherem" berufen, liest Bücher, hört klassische Musik. Sein größter Traum wird schließlich wahr: Er bekommt die Chance, ins Angestelltenmilieu aufzusteigen. Doch die Freude über diesen Erfolg hält nicht an: Hinter der Fassade findet er nicht, was er sich erwartet hat. Zudem fühlt er sich nun keiner der beiden Schichten mehr zugehörig; die Arbeiter verhöhnen ihn, die Angestellten anerkennen ihn weiterhin nicht als ihresgleichen, so empfindet er es zumindest. In diesem Niemandsland findet er keinen Halt, muss innerlich vereinsamen. Obwohl der Roman in der dritten Person geschildert ist, steckt man doch ganz im Protagonisten, sieht alles durch seine Augen, durchleidet seine Minderwertigkeitsgefühle und Ängste beim Lesen mit. Die Geschichte klingt banal, doch die Erzählkunst des Autors erhöht sie ins Existenzielle. Ein großartiges Buch, ich habe mir gleich alle anderen Romane Wolfgrubers bestellt.


Deutsche Literaturgeschichte  1-4
Deutsche Literaturgeschichte 1-4
von Wilhelm Bortenschlager
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Spezialisierte, 30. Oktober 2012
Wilhelm Bortenschlager überarbeitete, aktualisierte und erweiterte in den 70er Jahren die erstmals 1934 erschienene Deutsche Literaturgeschichte von Emil Brenner und ergänzte spätere Autoren und Bücher (Bd. 1 und 2 decken die Zeit bis 1983 ab), dann folgten zwei Ergänzungsbände, welche jeweils nach einigen Jahren die inzwischen erschienene neue Literatur hinzufügten (Bd. 3 und 4):

Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Jahr 1945
Bd. 2: Von 1945 bis zur Gegenwart [=1983]
Bd. 3: Von 1983 bis 1996
Bd. 4: Von 1996 bis 2000

Das Ergebnis sind weit über 2000 Seiten mit Kurzbeschreibungen literarischer Strömungen sowie Biogrammen und Zusammenfassungen literarischer Werke von österreichischen, deutschen und Schweizer Autoren. Verglichen mit den entsprechenden Artikeln in Kindlers Neuem Literaturlexikon sind die Zusammenfassungen hier deutlich kürzer und enthalten oft nur andeutugsweise Interpretationsansätze. Im Gegenzug sind jedoch deutlich mehr Autoren und Werke verzeichnet, besonders, was die österreichische Literatur angeht, die deutlich überrepräsentiert ist. Gerade das macht das Buch als Nachschlagewerk interessant, denn man stößt beim Schmökern auf vieles, von dessen Existenz man sonst wahrscheinlich nie erfahren hätte. Da ich besonders gerne Bücher lese, die nicht im Mainstream treiben, hole ich mir hier gerne Ideen. Ein paar Rechtschreibfehler und Ungenauigkeiten in den Formulierungen lassen sich zwar bisweilen nachweisen - was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Bände in einem kleinen Wiener Verlag ohne einem dieser Informationsfülle gewachsenen Lektorat veröffentlicht werden mussten -, was jedoch zu verschmerzen ist. Schade, dass augfrund des Todes Bortenschlagers nach 2000 keine weiteren Ergänzungsbände mehr erschienen sind.


Stefan Zweig. Gesammelte Werke in Einzelbänden: Ungeduld des Herzens: Roman
Stefan Zweig. Gesammelte Werke in Einzelbänden: Ungeduld des Herzens: Roman
von Stefan Zweig
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, 1. Oktober 2012
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg: Ein junger östereichischer Leutnant hat aus Unkenntnis eine gelähmte junge Frau, die Tochter eines Millionärs und Gutsbesitzers, bei einem Fest zum Tanz aufgefordert; aus Schuldgefühlen und Mitleid besucht er sie darauhin fast täglich und lässt sich von ihr selbst, deren verwitwetem Vater, ihrer Kousine und dem Arzt so sehr in die Situation verwickeln, dass er schließlich daran verzweifeln muss. Liebe aus Mitleid - ein interessantes Thema, sprachlich ersklassig verarbeitet und hervorragend in Szene gesetzt und spannend erzählt. Mit dem Protagonisten wird man mit in diesen emotionalen Strudel hineingezogen, weshalb man den Roman - so ging es zumindest mir - eigentlich in einem durchlesen muss.

Eine kleine Warnung: Ja nicht den Klappentext lesen; der verrät die ganze Entwicklung der Handlung, auch die Schlusspointe und -moral. Eine Dummheit des Verlages.


Provinzen der Nacht.
Provinzen der Nacht.
von William Gay
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltend, 1. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Provinzen der Nacht. (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch für einen Euro am Flohmarkt gekauft, nur nach Titel und Umschlag, und muss nun - da ich es gelesen habe - sagen, dass es mich schon unterhalten hat. Vom literarischen Anspruch ist der Roman nun nicht auf der höchsten Ebene anzusiedeln; aber es ist auch keine 0-8-15-Geschichte, die hier ausgebreitet wird. im Mittelpunkt steht der halbwüchsige Bursche Fleming Bloodworth, der - von seinem Vater alleingelassen - im Nirgendwo, genauer, in Ackerman's Field einem Kaff in Tennesse seine Zeit verbringt; man erfährt aber auch von seinem besten Freund, seinem Vater, dessen Brüdern und deren Vater. Es ist keine Idylle, die hier ausgebreitet wird; die Väter können mit ihren Söhnen wenig anfangen, man denkt hauptsächlich an sich selbst. Nachdem er sich verliebt hat, versucht Fleming auch, aus dieser Welt und diesem Denken auszubrechen. Sonst will ich nicht zuviel verraten; es sind da ein paar interessante kleine Geschichten und Beobachtungen zu einem Roman verwoben, den man lesen kann, ohne sich langweilen zu müssen.


Claustria
Claustria
von Règis Jauffret
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmende Schilderung, 16. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Claustria (Gebundene Ausgabe)
Normalerweise lese ich keine aktuellen Bücher; diesmal war ich aber doch neugierig, was nun die Gemüter erhitzen wird ... Die Kausa Fritzl ist ja hinlänglich bekannt. Jauffret hat aus der Presse bekannte Fakten und eigene Recherchen mit viel Fantasie und Einfühlungsvermögen zu einem unglaublichen und dennoch glaubhaften Roman zusammengekittet. Die Handlung wird in Sprüngen durch die Zeit erzählt, so erfährt man die Befreiung schon vor der Gefangenschaft, begegnet dem letzten überlebenden Sohn Jahrzehnte später in der Zukunft, reist aber auch bis in die Kindheit Fritzls zurück. Den Hauptteil des Romans macht natürlich die 24-jährige Kellergefangenschaft der hier Angelika benannten Tochter aus, die - dort ständigen Misshandlungen und Vergewaltigungen ausgesetzt - ihrem Vater sieben Kinder gebärt, von denen drei im Haus bei ihm und seiner Ehefrau aufwachsen, drei im Keller belassen werden; ein Kind starb mangels unterlassener Hilfeleistung bald nach der Geburt und wurde von Fritzl im Ofen verheizt. Beklemmend ist die Atmosphäre von Gewalt, Dunkelheit, Strafen und Hunger. Fritzl beherrscht und terrorisiert als perverser und brutaler Patriarch die Ober- wie auch die Unterwelt. Die Außenwelt wird geschildert als eine Umgebung des Schweigens, Wegschauens und Vertuschens; seine Ehefrau ist seelisch so verkrüppelt, dass sie alles weiß und es doch vor sich selbst und ihm leugnet. Viele hätten es wissen können, es wissen müssen, aber keiner wollte sich einmischen. Schon hört und liest man in den Medien, dass man die Sache doch bitte ruhen lassen soll. - Genau wie es im Buch prognistiziert ist. Aber hier ist schwere Schuld entstanden, und diese trägt der Verurteilte nicht allein. Österreich präsentiert sich gerne als ein Land der Gemütlichkeit und Gastfreundlichkeit; dies ist eine andere Seite, die sehr bitter sein mag, aber doch im Gesamtgeschmack enthalten ist. Zu empfehlen ist der Roman nur Lesern, die dieses Martyrium über 500 Seiten lang ertragen können.


Die Fastnachtsbeichte: Erzählung
Die Fastnachtsbeichte: Erzählung
von Carl Zuckmayer
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

5.0 von 5 Sternen Ein Lesegenuss, 26. August 2012
Ein Kriminalfall: Ein als Soldat gekleideter junger Mann sinkt im Mainzer Dom, nachdem er den Beichtstuhl betreten hatte, tot zusammen; rundherum gerade: lebhaftes Fastnachtstreiben. Am Ende des Buches, in den Morgenstunden des Aschermittwochs, löst sich der Fall, er löst sich quasi von selbst, denn es ist eben kein "klassischer" Krimi, in dem den Ermittlungen eines Protagonisten gefolgt wird. Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, denn der Lesegenuss soll um kein verratenes Geheimnis vermindert werden. Zuckmayer schrieb eine sehr stimmungsvolle, plastisch geschilderte, farbenfroh ausdekorierte und spannend durchkonstruierte Erzählung, die ich mit Vergnügen und Interesse in einem durchlas. Dieses Buch hat nun mein Interesse für den Autor geweckt. Stellenweise mag die Erzählweise ins Sentimentale abgleiten, bleibt dabei jedoch stets intelligent.


Flughunde: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Flughunde: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Marcel Beyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingte Lese-Empfehlung, 4. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Besprechung des Buches im "Literarischen Quartett" (vom 6. Juli 1995) machte mich darauf aufmerksam; ungewöhlicherweise waren sich hier alle über die Qualität des Romans einig: Marcel Reich-Ranicki bezeichnete es als "ungewöhnliches Ereignis", Sigrid Löffler fand es "beängstigend perfekt" und "virtuos". Die fiktive Handlung spielt im Dritten Reich, wobei auch reale Charaktere vorkommen. Hermann Karnau, Akustiker und Beschallungsexperte bei den Propagandareden von Joseph Goebbels, ist fasziniert von der menschlichen Stimme, will eine Karte ihrer sämtlichen Möglichkeiten anfertigen, macht Tonaufzeichnungen, studiert diese etc. Auf dem Nährboden des Nationalsozialismus geht seine Leidenschaft nahtlos über in Experimente mit Menschen bis hin zur Folter. Dies ist jedoch nur die eine Hälfte des Romans. Karnaus Reflexionen wechseln sich ab mit den Schilderungen der 8- bis 12-jährigen ältesten Tochter der Familie Goebbels, Helga, die ja bekanntlich zusammen mit ihren fünf Geschwistern am 1. Mai 1945 von ihrer Mutter vergiftet wurde, bevor die Eltern Selbstmord begingen. Glänzend ist die Perspektive des Kindes getroffen, weder naiv-uninteressant noch unglaubwürdig geschrieben. Beide Personen empfinden Sympathie füreinander und verleben auch beide die letzten Tage im Führerbunker. Rührende Szenen, wie die Kinder sich beispielsweise um die Tiere im zerbombten Zoo sorgen; grotesk, wie Hitler die letzte Zeit nur noch Schokolade zu sich nimmt und alles mit braunen Fingerabdrücken übersät. U.s.w., u.s.w. Eine unbedingte Lese-Empfehlung!


Der kurze Brief zum langen Abschied (suhrkamp taschenbuch)
Der kurze Brief zum langen Abschied (suhrkamp taschenbuch)
von Peter Handke
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,00

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswert, 30. Juli 2012
Der kurze Brief an Handke ("Ich bin in New York. Bitte such mich nicht, es wäre nicht schön, mich zu finden.") stammt von seiner Frau Judith, der sich zu diesem Zeitpunkt (1971) in Providence, Rhode Island, am Anfang einer - nun nicht mehr gemeinsamen - USA-Reise befindet. Es ist die Geschichte einer Trennung in Form eines langen Abschieds, der Handke von der Ostküste (New York) quer durch die USA (Philadelphia, Phoenixville, Donora, Columbus, Indianapolis, St. Louis, Denver, Tucson, Salt Lake City, Portland, Estacada, Twin Rocks) führt und in Bel Air, Kalifornien, an der Südküste endet. Während dieser Reise, die er zu einem guten Teil mit einer amerikanischen Freundin und deren kleiner Tochter im Auto zubringt, arbeitet er das Ende seiner Beziehung auf, will einen neuen Lebensabschnitt beginnen, versucht Erkenntnisse aus Gottfried Kellers "Der grüne Heinrich" zu gewinnen, ist aber zugleich auf einer vagen Suche nach Judith, die immer wieder ihn findet, ihn ausrauben lässt, verletzten und töten will, jedoch erst am Ende in Erscheinung tritt, als sie darüber hinaus ist. Die Erzählung ist außerdem eine sanfte Auseinandersetzung mit den USA, mit Mentalität und Lebensweise der Amerikaner. Die Reise endet mit einem Besuch beim alten Regisseur John Ford, durch dessen Filme Handkes historisches USA-Bild stark geprägt ist.


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