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Der Ratsch(lag)

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Widersprüche: Erinnerungen eines linken Konservativen
Widersprüche: Erinnerungen eines linken Konservativen
von Günter Gaus
  Gebundene Ausgabe

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eines der schönsten Bücher über Deutschlands Medien, 20. Januar 2005
ich habe dieses Buch inzwischen mehrfach verschenkt, an im Medienbereich tätige Kollegen, politisch Interessierte, weil ich es selbst in kürzester Zeit regelrecht "gefressen" habe (fast wie Robinson Crusoe vor ca. 40 Jahren).
Tolle, irgendwie eben doch "gelernte, aber auch gelebte" Sprache, eine beeindruckende Lebenssouveränität.
Mit jeder Seite wächst die ganz private Hoffnung, daß die neue Zeit der "Privaten" die Kraft der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten nicht doch noch grausig brechen wird, aber auch die Bedeutung der so wichtigen transnationalen Printmedien (wie beispielweise der SZ) mittelfristig schon alleine aus Qualitätsgründen erhalten bleibt, aber eben nicht nur als Agentur-Multiplikator.
Gaus als philanthropischer Medienmacher, der immer zeigte, wie sehr viel Respekt er sowohl seinen Leser/inne/n als auch aber seinen Gästen, Gegenübern entgegenbrachte - z.B. wunderschöne, sehr, sehr senible Wehner-Schilderungen, und unsagbar angenehm, einmal keinerlei Enthüllungen.
Ich habe in diesem Buch zeitweise bespielsweise mehr von dem Übergang der Großen Koalition zur SPD-FDP-Ära verstanden, als in den letzten 25 Jahren (inkl. entsprechendem Politikwissenschaftsstudium).
Unprätenziös bis hin zum sehr beeindruckenden Nachwort seiner Tochter.
Dieses Buch bekommen alle Menschen in meiner Umgebung, die's wert sind - und meine Kinder, die ansonsten konfrontiert mit Radio Energy und weiteren sprachlichen Hohlblocksteinen heute nur mehr selten, mit derartiger journalistischer Sprache in Berührung kommen.
Diesem Journalisten habe ich ehemals schon stundenlang zuhören können - deshalb der einzige Nachteil diese Buches:
- es ist irgendwann zu Ende
-und die traurige er Erkenntnis: da kommt nix mehr.
Ich glaube, ich lege mir ein Gaus-Buch als Reserve in den Schrank, für ev. einmal überraschend eintreffenden Besuch, der's eben auch verdient hat.


Abgetreten
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von Kornelia Helfmann
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen grausam daneben - traurige Nabelschau, 14. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Abgetreten (Gebundene Ausgabe)
ähnlich wie das seinerzeit hochgelobte Werk "Der Tod des Märchenprinzen" inkl. des unmittelbar darauf erscheinenden literarischen Konters von der männlichen Gegenseite, wird dieses Buch seinen Ankündigungen alles andere als gerecht.
Es ist schwerlich, oder möglicherweise eben doch sehr gut nachzuvollziehen, was "Brigitte" bewogen hat, diese Wahl zu treffen. Meine ganz private Erklärung: Die Entscheider(innen) haben das Buch ganz einfach nicht zu Ende gelesen und werteten in der Annahme, nach den ersten Seiten werde dieses Buch noch richtig gut, hoffentlich, wahrscheinlich - wär' doch schön.
Ein literarisch mehr als harmloser Monolog, der nicht einmal die präpubertäre Logik monokausaler Relationen verläßt, voller Wiederholungen, die, sollten sie als Stilmittel eingesetzt worden sein, einfach nur peinlich sind, weil Sie der ohnehin sehr dünnen Geschichte zusätzlichen Raum verschaffen.
Es fehlt einfach "audiatur et altera pars". Und für ein klassisches "confessio" fehlt einfach die Klasse.
Durchaus legitim als private Tagebuchaufzeichnung oder persönliche Abrechnung, aber muß so wenig zwischen zwei Buchdeckel; der Freundin oder einem Vertrauten an einem langen Abend vorgelesen, sicherlich anrührend, aber selbst die oder der hätten wohl zeitweise das Gefühl der Asymetrie der Story.
Diverse Besprechungen hatten viel erwarten lassen; um so größer die Enttäuschung; selbst wenn man bis zum Ende durchhält, nach den ersten Seiten, bedauerlicherweise, es kommt nichts mehr. Damit ist der Spannungsbogen schon beschrieben: Wann, wann, wann beginnt die Literatur? - und gegen Ende "warum ein Buch?"
Es hat im Grunde nicht mehr als ein Poesiealbum-Publikum verdient, Teile der interessierten Verwandtschaft und einige voyeuristische Freunde, die "es" von Anfang an eben immer schon gewußt haben.


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