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Flammenwüste: Roman
Flammenwüste: Roman
von Akram El-Bahay
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es fing so vielversprechend an..., 12. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Flammenwüste: Roman (Taschenbuch)
Inhalt

In der Wüstenstadt Nabija geht ein Gerücht um: Ein Drache soll sein Unwesen treiben und im Umland Karawansereien niederbrennen. So richtig glaubt niemand daran, schließlich wurden seit tausend Jahren keine Drachen mehr gesehen. Auch Anûr hält die Berichte für unwahr, obwohl er als Enkel eines berühmten Geschichtenerzählers gerade über Drachen die spannendsten Erzählungen kennt. Doch der Sultan der Stadt hat anderes vor. Er möchte den Drachen jagen und schickt seinen Sohn Masul aus, um das Untier zu finden und zu töten. Durch die Verstrickung von merkwürdigen Zufällen soll auch Anûr den Prinzen begleiten und findet sich plötzlich auf einer gefährlichen Mission wieder, die sein Leben für immer verändern soll.

Meine Meinung

Spätestens seit The Girl of Fire and Thorns weiß ich, dass ich arabisches/orientalisches Setting in Büchern sehr gerne mag. Es grenzt sich einfach von der breiten Masse ab und ist für mich ebenso Fantasy tauglich wie Mittelerde, da der Orient für mich persönlich eine unbekannte Welt ist, die es noch zu entdecken gilt. Daher hoffte ich, dass Flammenwüste von Akram El-Bahay mich, neben einer guten Story (Hallo? Ich sage nur: Drachen!), ebenfalls mit dem Setting begeistern könnte.

Der Beginn des Buches war sehr vielversprechend. Man lernt Anûr kennen, der mit seinem Großvater Nûr in einem Kaffeehaus sitzt und eine Geschichte erzählt. Sofort fiel mir auf, wie detailliert und anschaulich der Autor die Szenerie beschrieben hat, sodass ich mir alles bildlich vorstellen konnte. Ich fühlte mich selber in das Kaffeehaus hineinversetzt und konnte beinahe schon den Mokka riechen und die Dunstschwaden der Wasserpfeifen sehen. Das hat mir wirklich gut gefallen und regte mein Interesse an. Genau so schnell merkte ich aber auch, dass das Buch sich eher an jüngere Leser richtet. Ich weiß nicht, wie alt Anûr ist, ich meine auch, dass das im Buch nicht genau erwähnt wird, aber er ist definitiv nicht älter als sechzehn, so wie er sich gibt. Durch ein sehr naives, unüberlegtes Verhalten seinerseits, bei dem man schon sofort spürt, dass das irgendwie schief gehen wird und sehr konstruiert wirkt, kommt Anûr in den Palast des Sultans und wird vor eine seltsame Aufgabe gestellt.

Die Naivität Anûrs war in meinen Augen eins der drei großen Hauptprobleme des Buches. Oftmals schlittert er durch kindliche Fehler oder sehenden Auges in irgendwelche Gefahren oder missliche Lagen, reagiert wie ein dummes Kind auf manche neuen Erkenntnisse und reagiert allgemein häufig sehr kindisch und übertrieben. Das führte dazu, dass ich Anûr zwar schon recht mochte, ihn aber auch nervig fand und mich gar nicht mit ihm identifizieren konnte. Außerdem wurde er mir im Verlauf der Handlung viel zu special, besonders im Anbetracht der Tatsache, dass er mehr schlecht als recht in das Abenteuer mit reingerutscht ist. Das zweite Hauptproblem war meiner Meinung nach die sehr konstruierte Handlung. Geschehnisse wirkten in meinen Augen nicht zufällig, sondern eben sehr gewollt und konstruiert, um die Handlung in Richtungen zu zwängen, die manchmal einfach nicht gepasst haben und dadurch überhaupt nicht authentisch wirkten. Man merkte einfach, dass X nur passiert ist, um Y zu rechtfertigen. Ich ertappte mich mehrmals beim Lesen dabei, wie ich die Augen bei solchen offensichtlichen Lenkungen verdrehte. Erstaunt war ich über die Tatsache, dass das Buch mit 526 Seiten ein regelrechter Schinken ist, auch wenn es gar nicht danach aussieht, da recht dünnes Papier für den Druck genommen wurde. So saß ich eindeutig länger an dem Buch, als ursprünglich gedacht, was aber auch daran liegt, dass es meiner Meinung nach zu viel Handlung gibt und ich oft keinen roten Faden erkennen konnte. Was das dritte Hauptproblem des Buches ist. Natürlich hing schon alles irgendwie zusammen, aber der Autor kam von Höckschen auf Stöckchen und verlor sich in andere Handlungsstränge, sodass man die eigentliche Geschichte schnell aus den Augen verlor. Eigentlich geht es um eine Drachenjagd, dann um einen Gegner Nabijas und um einen schwarzen Magier, der einen Zauber sucht, und schließlich geht es um die Zerstörung der Welt. Ich glaube einfach, dass der Autor sich etwas zu viel vorgenommen hat. Außerdem fühlte ich mich mehr als einmal an Der Herr der Ringe erinnert. Manche Beschreibungen und sogar einige Sätze klangen so, als seien sie fast wortwörtlich aus Der Herr der Ringe übernommen worden. Allein die Beschreibung von dem Zauber erinnerte mich sehr an den Einen Ring.

Anûr erlebt auf seiner Reise einige aufregende Abenteuer und lernt neue Freunde kennen, wie den Magier Fis, der der letzte Magier überhaupt ist, oder Shalia, ein geheimnisvolles Mädchen, das in der Wüste zu Hause ist, oder Hadukaba, ein Sammler. Die Gefühle, die Anûr für Shalia entwickelte, kamen mir einfach zu schnell. Er sieht sie zwei Sekunden und schon ist er bereit, sein Leben für sie aufs Spiel zu setzen? Das konnte mich nicht überzeugen. Fis mochte ich irgendwie nicht so gerne, da er sehr anstrengend war und sich bockig wie ein kleines Kind verhalten hat. Er und Anûr gerieten manchmal aneinander, und fingen dann an, sich anzuschreien. Selbst in Situationen, in denen äußerste Verschwiegenheit geboten war. Dafür mochte ich Masul sehr gerne. Ab dem letzten Drittel des Buches erlebt der Leser einige Kapitel auch aus der Sicht des Prinzen von Nabija und diese Kapitel haben mir besonders gut gefallen. Sie waren spannend und man erhielt einige sehr interessante Einblicke in die Absichten der Bösen.

Das Ende ist ein Showdown mit einigen spannenden Elementen und Wendungen. Ein paar der losen Handlungsstränge verknüpfen sich und es gibt eine alles entscheidende Schlacht. Sie hat mir eigentlich ganz gut gefallen, auch die Schilderungen waren authentisch. Ein bisschen überrascht war ich, dass das Ende nicht abgeschlossen ist und alles auf eine Fortsetzung hindeutet. Und auch hier wieder spürte man einfach, dass durch "Zufälle", die mehr als unlogisch waren, Stoff für eine Fortsetzung geschaffen wurde. Ich meine, welcher Held zögert so ewig lange, wenn er die Chance hat, dem Bösen den letzten Schlag zu verpassen, sodass der Böse irgendwie doch noch entkommen kann? Irgendwie hat mich das unbefriedigt zurückgelassen, da es einfach unnötig war.

Nebenbei möchte ich noch anmerken, dass mir einige Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Tippfehler aufgefallen sind, die man eigentlich durchaus hätte korrigieren können.

Fazit

Mit Flammenwüste beweist der Autor Akram El-Bahay, dass er sehr gute Ideen besitzt und vor allem sehr atmosphärisch beschreiben kann. Leider nehme ich ihm die ganzen Handlungen und Wendungen nicht ab, da sie konstruiert und gewollt wirken. Auch Anûr benahm sich häufig sehr naiv und stellenweise ließ sich der rote Faden nur noch schwer erkennen. Ob ich eine mögliche Fortsetzung lesen werde, weiß ich noch nicht. Ich vergebe abschließend 2 von 5 Sternen !


The Bitter Kingdom (Girl of Fire and Thorns)
The Bitter Kingdom (Girl of Fire and Thorns)
von Rae Carson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,10

4.0 von 5 Sternen Ein toller Abschluss einer tollen Trilogie, 7. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt

Der Mann, den Elisa über alles liebt, wurde entführt. Entführt, um sie dazu zu bringen, nach Invierne zu kommen und ihre Macht zu opfern. Entführt, damit sie nicht mehr Königin sein kann. Wütend und zu allem entschlossen macht sich Elisa gemeinsam mit ihren engsten Vertrauten Mara und Belén und dem Invierno Storm, der wie ein Freund für sie geworden ist, auf den Weg in das mysthische und unbekannte Land Invierne, um Hector aus den Klauen des Attentäters Franco zu retten. Gleichzeitig droht ein Bürgerkrieg in Joya d'Arena auszubrechen und Elisa weiß, dass sie das Schlimmste nur verhindern kann, wenn sie in das Land der Inviernos geht und das Gate of Darkness zerstört, das über ihr Schicksal und das Schicksal aller entscheiden soll.

Meine Meinung

Nach dem Cliffhanger in The Crown of Embers war ich natürlich gespannt, wie es um Elisa und Hector im letzten Band der Fire and Thorns-Reihe weitergehen würde. Der zweite Band hat mir ja wirklich sehr gut gefallen und ich habe gehofft, dass der dritte an das Niveau anschließen könnte. Bis auf kleine Ausnahmen hat der letzte Band dies auch mit Bravour geschafft, weswegen ich sagen kann, dass ich die Buchreihe sehr gerne an alle weiterempfehle, die mal eine Jugendbuch-Reihe mit ungewöhnlichem Hintergrund und einer mehr als ungewöhnlichen Protagonistin lesen wollen.

Neu in diesem Band ist, dass die Geschichte nicht nur aus Elisas Sicht erzählt wird, sondern auch aus Hectors. Dieser wurde ja entführt und man erhält einige interessante Einblicke in seine Situation, die zunächst ausweglos erscheint. Gleichzeitig sorgte ich mich wegen der zusätzlichen Sicht Hectors, denn damals hat uns Allegiant von Veronica Roth gelehrt, dass das Hinzukommen eines zweiten Ich-Erzählers negative Folgen haben kann. Daher hatte ich ein bisschen Angst, das Buch zu lesen, denn ich wusste nicht, was auf mich zukommen würde. Doch ich kann sagen, dass ich die Szenen aus Hectors Sicht sehr mochte, denn seine Gedanken kennenzulernen war wirklich eine Bereicherung für das Buch.

Obwohl Elisa im vorherigen Band das zafira, die göttliche Macht, in sich erwecken konnte und gelernt hat, es zu kontrollieren und durch ihren Godstone fließen zu lassen, tauchen in The Bitter Kingdom neue Probleme auf, bei denen ihr das zafira nicht helfen kann. Der Bürgerkrieg in ihrem eigenen Land droht zu eskalieren und auch die Menschen aus Invierne stellen eine allgegenwärtige Bedrohung dar. Ein Usurpator scheint in Joya d'Arena die Macht an sich zu reißen und Elisa kann nichts dagegen tun, da sie Hector retten muss - nicht nur aus Liebe zu ihm, sondern auch, um das Gate of Darkness zu erreichen, welches in Invierne steht und in einer bedeutsamen Prophezeiung erwähnt wird. Elisa weiß, dass sie dieses Tor erreichen und durchschreiten muss, denn es ist ihre Bestimmung. Doch mit welchem Ausgang, das weiß sie nicht. Erschwert wird alles durch die Tatsache, dass in ihrem Königreich der Usurpator immer mehr Macht gewinnt und ihre eigenen Soldaten erhalten den Auftrag, sie sofort zu töten, sollte sie entdeckt werden. Dadurch ist die Suche nach Hector und dem Gate of Darkness gleichzeitig auch eine Flucht nach vorn.

Elisa macht in diesem Band weiterhin große Entwicklungen durch, was mir wirklich gut gefallen hat. Mit jedem Schritt wird sie mutiger, kräftiger und stärker. Die Macht, die in ihr und in ihrem Godstone schlummert, ist nun endgültig erwacht und sorgt dafür, dass Elisa eine mächtige Persönlichkeit wird. Auch über die anderen Charaktere wie Mara, Belén, Storm oder Hector erfährt man mehr. Besonders Storm ist mir ans Herz gewachsen, da er als Invierno völlig anders ist als erwartet. Außerdem sorgen seine sarkastischen Sprüche immer wieder für ein paar herzliche Lacher. Gleichzeitig ist er aber wirklich herzensgut und man merkt, dass er Elisa mittlerweile wirklich ehrlich mag und schätzt, auch wenn er gerne so tut, als wäre das nicht der Fall. Zudem erfährt man endlich noch mehr über die Menschen aus Invierne, ihre Vergangenheit und ihren Grund, gegen die Menschen aus Joya d'Arena zu kämpfen. Wieder spielt daher mal die Religion eine sehr wichtige Rolle, was mir ja bisher immer sehr gut gefallen hat, da ich das ungewöhnlich für ein Fantasy-Jugendbuch finde. Man merkt einfach, dass die Autorin sich wirklich richtig viele Gedanken in Bezug auf Mythologie und Volksgeschichte gemacht hat und alles wirkt logisch und nicht an den Haaren herbeigezogen. Dabei gibt es auch ein paar Elemente in dem Buch, die sehr erschreckend und verstörend sind, besonders wenn es darum geht, als Elisa das Gate of Darkness erreicht. Mit dem, was sie da vorfindet, hätte ich jedenfalls nichts gerechnet.

Das Ende des Buches und damit der gesamten Reihe ist, bis auf wenige Ausnahmen (dazu gleich mehr), sehr zufriedenstellend. Es wird auch endlich deutlich, was Elisas Auftrag ist, den sie für Gott erledigen soll und ich muss sagen, dass mir die Lösung sehr gut gefallen hat. Ich denke mal, dass niemand damit gerechnet hat und die Eröffnung wirft ein ganz neues Licht auf alles, was bisher in den Büchern passiert ist. Auf jeden Fall halte ich das für eine sehr gelungene Idee von der Autorin, denn ich war wirklich positiv überrascht. Was ich ein bisschen schade fand war, dass einige Sachen nicht mehr ausreichend behandelt wurden und manche Fragen offen geblieben sind. Darunter ist auch eine Frage aus dem ersten Band. Humberto berichtete Elisa kurz vor seinem Tod davon, dass er eine Möglichkeit gefunden habe, wie Elisa der Ehe mit Alejandro entkommen könnte. Doch er kam nicht mehr dazu, ihr diese Möglichkeit zu verraten. Mich hat es wirklich die ganze Reihe über gewurmt, dass man nie erfährt, was diese Möglichkeit nun war. Allgemein denkt mir Elisa ein bisschen zu selten an Humberto, was ich ein wenig schade fand. Und auch das Aufeinandertreffen von Cosmé und Elisas Schwester Alodia war auch ein wenig zu kurz geraten, da hätte ich mir einfach mehr gewünscht. Das Ende ist teilweise auch ein bisschen schnell, da war ich wirklich überrascht, dass es zu Ende war, da in meinen Augen noch ein paar Dinge ungeklärt waren. Aber vielleicht will sich Rea Carson diese Sachen für ein Spin-Off, ein weiteres Sequel oder für die Fantasie der Leser offen lassen.

Fazit

Bei The Bitter Kingdom handelt es sich in meinen Augen um einen sehr gelungenen Abschluss einer tollen Trilogie, die mir beim Lesen wirklich Spaß gemacht hat. Die Charaktere sind durchweg authentisch und sympathisch, die Story ist gut durchdacht und der Hintergrund ist für ein Fantasy-Jugendbuch sehr ungewöhnlich. Im dritten Band kann die Autorin tatsächlich noch mit einigen Überraschungen aufwarten, was mir sehr gut gefallen hat. Ich schätze mal, dass mir die Charaktere nun auch ein bisschen fehlen werden. Ich vergebe, mit kleinen Abzügen, noch sehr gute vier Sterne!


The Crown of Embers (Girl of Fire and Thorns)
The Crown of Embers (Girl of Fire and Thorns)
von Rae Carson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,10

5.0 von 5 Sternen Tolle Fortsetzung nach einem vielversprechenden Einstieg, 7. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt

Elisa hat es geschafft: Sie konnte die Macht ihres Godstones erwecken und das Königreich Joya d'Arena gegen den Ansturm von Invierne verteidigen. Doch zu einem hohen Preis: Ihr Ehemann, König Alejandro, bezahlte für seinen Versuch, Elisa zu retten, mit seinem Leben, was Elisa nun zur alleinigen Herrscherin des Königreiches macht, bis Alejandros Sohn alt genug ist. Es herrscht aber noch lange kein Friede für Elisa, denn grausame Träume suchen sie heim und Assassinen und Märtyrer senken die Moral ihrer Untergebenen. Noch ehe sie es sich versieht, steht Joya d'Arena vor einem Bürgerkrieg und Elisa muss erkennen, dass in ihren eigenen Reihen Verräter stecken. Zu allem Überfluss weiß Elisa nicht mehr, wie sie die Macht des Godstones wieder erwecken kann, bis sie von der zafira hört - der Macht, die den Godstones inne wohnt...

Meine Meinung

Das Ende von The Girl of Fire and Thorns war für das Ende eines ersten Bandes verhältnismäßig abgeschlossen. Der Angriff von Invierne konnte von Elisa vereitelt werden, weswegen sie nun wie eine Heldin gefeiert wird. Dafür war ich aber etwas überrascht, dass sowohl König Alejandro, Elisas Ehemann, als auch Humberto, Elisas Entführer, in den sie sich verliebt hatte, beide sterben mussten, um sie Elisa zu retten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie zu Beginn des Buches immer noch unter ihren Verlusten leidet.

Zunächst wird deutlich, dass sich der erste Teil des Buches mit Elisas neuer Aufgabe als Königin befasst und sie dabei begleitet, wie sie wichtige Entscheidungen treffen muss. Aber gleichzeitig nehmen sehr schnell die neuen Probleme an Fahrt auf. Bei einer Parade zu Ehren ihres siebzehnten Geburtstages taucht plötzlich ein Invierno auf, der ihr droht, niemals die Inviernos zu unterschätzen. Als er sich daraufhin selbst in Brand steckt, bricht Chaos aus und die Menschenmassen versuchen zu fliehen. Dieser Aufstand, der daraufhin ausbricht, soll nur der erste von vielen weiteren Aufständen sein, die Joya d'Arena erschüttern und Elisa einiges abverlangen. Sie muss Entscheidungen treffen, die ihr nicht gefallen, was mir wirklich gut gefallen hat. Es machte deutlich, dass selbst Elisa als Protagonistin nicht davor gefeit ist, Grausamkeiten auszuüben. Mit der Zeit begreift Elisa, dass sie nicht allen trauen darf, die eigentlich ihre Untergebenen sind. Es kommen Missverständnisse auf und diese sorgen für weitere Probleme. Außerdem tauchen auch einige Charaktere aus dem ersten Band auf, von denen Elisa sehr enttäuscht wurde und sie muss lernen, diesen wieder neu zu vertrauen, ebenso wie sie lernen muss, gewissen anderen neuen Charakteren offen zu begegnen und Vorurteile beiseite zu schieben. Die neuen Charaktere, die auftauchen, haben mir mit ihrem Facettenreichtum sehr gute gefallen, da man sie zunächst nicht so gut einschätzen kann.

Elisa macht auch in diesem Band weiterhin eine erstaunliche Entwicklung durch. War sie im ersten Band zunächst noch eine fette, schüchterne und gelangweilte heimliche Braut eines Königs, so ist sie nun eine stattliche, mutige Königin. Doch auch als Königin fürchtet sie sich vor dem Scheitern, das sie auch als Bearer, als Trägerin des Godstones, fürchtet, da sie die Macht noch nicht genau kontrollieren kann. Dadurch, dass sie den Godstone noch in sich trägt ist klar, dass Gott noch nicht fertig mit ihr ist. Wie schon im Band zuvor spielt die Religion eine äußerst wichtige Rolle und mehrmals muss Elisa an ihrem Glauben und an Gott zweifeln, gleichzeitig ist er für sie eine große Stütze und hilft ihr in den ausweglosesten Situationen. Ich mag die Beziehung zu Gott und zur Religion, da sie in Jugendbüchern einfach nicht oft behandelt wird und sehr ungewöhnlich ist.

Die engsten Vertrauten von Elisa sind Ximena, ihre Beschützerin und Dienerin aus frühesten Kindertagen, Mara, ihre neue Kammerzofe und Hector, der ehemalige Leibgardist von König Alejandro, der nun ihr persönlicher Leibwächter ist. Schon im ersten Band konnte man erkennen, dass zwischen Hector und Elisa mindestens eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit herrschte, doch zuerst dachte ich, dass Humberto ja Elisas Love-Interest ist. Von seinem Tod ziemlich überrascht war dann mit der Zeit klar, dass sich zwischen Elisa und Hector mehr entwickelt und ich muss sagen, dass mir das Gespann sehr gut gefallen hat. Hector ist mir unheimlich sympathisch, ich mochte ihn mit seiner nüchternen, pflichtbewussten Art sehr gerne. Natürlich ist eine Liebe zwischen den beiden unmöglich, denn Elisa ist die Königin und er ihr Diener. Hätte ich nicht erst vor Kurzem The Seven Realms von Cinda Williams Chima gelesen, wäre es mir sicherlich nicht aufgefallen, dass Elisa und Hector Raisa und Amon aus eben jenen Büchern sehr ähnlich sind. Aber da ich Raisa und Amon zusammen sehr gerne mochte, der ja auch Raisas Leibwächter ist, war für mich klar, dass Elisa und Hector auch mein Herz erobern konnten. Ich glaube auch nicht, dass die Ähnlichkeit beabsichtigt war, aber sie ist vorhanden.

Nach verschiedenen Aufständen im Königreich und einem Anschlag auf Elisas Leben weiß sie, dass sie die Stadt verlassen muss. Zum Einen, um sicherer zu sein, zum Anderen, um nach zafira zu suchen. Erst im späteren Verlauf des Buches erfährt Elisa von der sagenumwobenen Macht und sie weiß, dass sie zafira braucht, um den Godstone endlich kontrollieren zu können. Allgemein erfährt man etwas mehr über die Godstones, deren Macht, die Inviernos und auch über die Menschen von Joya d'Arena. Einige Geheimnisse kommen ans Tageslicht, die mich sehr überrascht haben und die ich wirklich interessant fand. So wird die zweite Hälfte des Buches auch wieder etwas spannender und actionreicher, nachdem Elisa in der ersten Hälfte nur in ihrem Palast war. Das Ende des Buches ist dann ein wirklich fieser Cliffhanger und ich war ziemlich überrascht, welche Wendungen das Buch eingeschlagen hat. Jedenfalls reizt es sehr dazu an, sofort den dritten Band lesen zu wollen.

Fazit

The Crown of Embers von Rea Carson hat mir sehr gut gefallen, sogar noch etwas besser als der erste Band. Hier geht es viel um Politik, Macht und Intrigen und um Elisas Position sowohl als Königin, also auch als Trägerin des Godstones. Die Entwicklung der Charaktere, allen voran Elisas und Hectors, hat mir gut gefallen, ebenso wie die Entwicklung der Handlung, die teilweise überraschende Wendungen annimmt. Auch wenn die Liebesbeziehung zwischen Hector und Elisa genau so beschrieben wird wie die von Amon und Raisa aus The Seven Realms, sogar mit den gleichen persönlichen Hintergründen, so konnte sie mich sehr berühren und hat mir gut gefallen. Ich freue mich schon auf den dritten Band und vergebe abschließend 5 Sterne!


Die Vernichteten (Eleria-Trilogie)
Die Vernichteten (Eleria-Trilogie)
Preis: EUR 14,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein toller Abschluss, 7. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt

Ria konnte aus der Sphäre Vienna 2 fliehen und weiß nun endlich, was es mit Dhalion auf sich hat. Doch nun sind Aureljo und Dantorian, die sich immer noch in Vienna 2 befinden um nach Lösungen zu suchen, in höchster Gefahr und Ria muss die beiden finden, um sie zu warnen. Doch Quirin stellt sich ihr in den Weg und auf einmal ist der Clan der Schwarzdornen kein Schutz mehr für die Lieblinge. Ria und Tycho verlassen gemeinsam mit Sandor und Andris den Schutz des Clans und sehen sich plötzlich in der grausamen und offenen Weite der auftauenden Welt wieder, in der Gefahren an jeder Ecke lauern. Doch Ria hat ihr Ziel nicht vergessen: Sie wird Aureljo und Dantorian finden und Quirins schrecklichen Plan vereiteln - koste es, was es wolle...

Meine Meinung

Der zweite Band der Eleria-Trilogie endete damals ja mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger, weswegen es besonders bitter war, nochmal mehr als ein halbes Jahr auf die Fortsetzung warten zu müssen. Als Leser weiß man nun endlich, was es mit Dhalion auf sich hat und die Wahrheit ist mehr als erschreckend. Zwar konnte Ria aus der Sphäre Vienna 2 entkommen, aber Aureljo und Dantorian wissen nicht, was mit ihr passiert ist und vor allem wissen sie nicht, was Ria herausgefunden hat. Sie weiß, dass sie zurück in die Höhle des Löwen muss, denn nicht nur das Leben von ihren beiden Freunden ist in Gefahr, sondern von allen, die in Vienna 2 leben. Ich versuche, in dieser Rezension so spoilerfrei wie möglich zu schreiben, auch was die beiden Vorgänger-Bände betrifft.

Schon der Beginn des Buches ist wieder sehr fesselnd. Ich merkte auf den ersten zehn Seiten, wie angespannt und aufgeregt ich war und wie sehr ich mitfieberte, denn Ria, Sandor und Tycho befinden sich in einer heiklen und gefährlichen Situation. Ursula Poznanski schafft es einfach immer wieder, Situationen so zu schildern, dass ich als Leser das Gefühl habe, selber vor Ort zu sein und alles mitzuerleben.

Wieder muss Ria lernen, an ihre Grenzen zu gehen und ihre weitere Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Ich mag sie auch zusammen mit Sandor sehr gerne, der meiner Meinung nach viel besser zu ihr passt als Aureljo. Doch meine heimlichen Lieblingscharaktere sind Tycho und Andris. Die ganze Zeit hatte ich Angst, dass einem von ihnen etwas passiert, dass sie im Verlauf der Geschichte sterben müssen. Tycho ist einfach, trotz der Umstände, ein Sonnenschein und eine richtig treue Seele. Und Andris erinnert mich immer ein bisschen an Hagrid: ein Riese von Mann, stark und gefährlich, aber fürsorglich und sanftmütig zu denen, die er liebt. Es tauchen altbekannte Charaktere auf, manche, die man schon fast vergessen hat, aber es werden auch neue Figuren eingeführt, die nicht weniger wichtig und elementar für die Handlung sind. Da muss ich besonders Maiossa erwähnen, die für Ria im Verlauf der Handlung sehr wichtig wird.

Schon lange weiß man, dass die Welt sich aufgrund einer Naturkatastrophe so verändert hat, weswegen eine neue Eiszeit einbrach und die Menschen in die Sphären fliehen mussten, um zu überleben. In diesem Band erfährt man aber noch mehr über dieses Ereignis, was mich als Leser wirklich überrascht und vor allem erschreckt hat. Ich hätte damit nicht gerechnet und muss ganz ehrlich sagen, dass sich Ursula Poznanski wirklich ein innovatives, aber leider auch gar nicht so abwegiges Zukunftsszenario ausgedacht hat, die der gesamten Reihe eine erstaunliche Authentizität verleiht. Doch nicht nur die Naturkatastrophe erhält neue Dimensionen, auch auf die Regierung erhascht man einige neue Blickwinkel, die vorher für den Leser nicht vorhersehbar waren. Auf jeden Fall gibt es immer wieder neue Überraschungen und Wendungen, die auf jeden Fall dazu anhalten, immer weiter lesen zu wollen. Ich habe jedenfalls gemerkt, dass ich das Buch schwerlich aus den Händen legen konnte. Die neuen Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die Abgründe der Menschheit - nicht nur in den Sphären, sondern auch in den Clans. Dabei werden moralische und ethische Fragen aufgeworfen und die Grenze zwischen schwarz und weiß, gut und böse verschwimmt immer mehr.

Doch es gab zwei, drei Kleinigkeiten, die mich ein bisschen gestört haben, da sie in meinen Augen ein bisschen so wirkten, als seien sie gerade noch im letzten Moment reingequetscht worden und wären viel authentischer gewesen, wenn man schon in den Bänden davor mal Andeutungen gemacht hätte - inbesondere meine ich da Rias Sichelförmige Narbe. Das wirkte einfach so konstruiert, was ich wirklich schade fand. Zuvor gab es keinerlei Andeutungen oder Hinweise und plötzlich ist die Narbe total wichtig und auffällig... Auch die Lösung mit Yann war in meinen Augen etwas unbefriedigend. In allen Bänden war er ein interner Feind und am Ende war es so ein bisschen schnell gelöst. Da hätte ich mir mehr Dramatik gewünscht, um die Bedeutung Yanns zu verdeutlichen - denn er ist kein Unschuldslamm und hat einiges zu verantworten, was in diesem Band passiert.

Das Ende war dann nochmal richtig spannend und ich habe mitgefiebert, ob Ria und ihre Gefährten noch alles zum Guten wenden würden können. Einige Entwicklungen haben mich sehr erschreckt und traurig gemacht, doch irgendwie haben sie stimmig zum Buch gepasst. Dabei fand ich auch sehr gut, dass das Ende nicht hundertprozentig abgeschlossen ist. Man weiß nicht, ob es nicht vielleicht doch nochmal in naher Zukunft ähnliche Probleme geben wird. Auch das Verhältnis zwischen Prims und Lieblingen ist am Ende nicht eindeutig gelöst. So gibt die Autorin den Lesern die Möglichkeit, sich selber vorzustellen, wie die Zukunft von Ria und den anderen aussehen wird.

Fazit

Der letzte Band von der Eleria-Trilogie hat mir, bis auf kleine Schwächen, sehr gut gefallen und stellt einen würdigen Abschluss der Reihe dar. Es gibt viele neue überraschende Wendungen und auf alle möglichen Parteien und Ansichten erhascht man einen neuen Blickwinkel. Gleichzeitig faszinieren mich die ethischen und moralischen Aspekte, die Ursula Poznanski in Die Vernichteten eingebaut hat und die zeigen, dass es nicht nur schwarz und weiß gibt. Ich vergebe abschließend knapp noch 5 Sterne.


Das wirst du bereuen
Das wirst du bereuen
von Amanda Maciel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Interessanter Ansatz, leider einige Schwächen, 30. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Das wirst du bereuen (Gebundene Ausgabe)
Inhalt

Emma ist tot. Emma hat sich selbst das Leben genommen. Aber Emma war auch eine S******* und hat es nicht besser verdient. So sehen das zumindest Sara und ihre beste Freundin Brielle. Keiner konnte Emma leiden, alle haben sich über sie lustig gemacht. Und nun ist sie tot. Doch dann erscheinen Übertragungswagen und Fernsehteams vor Saras und Brielles Häusern und die beiden müssen sich wegen Mobbing, Stalking und körperlichen Angriffen vor Gericht verantworten. Denn die beiden sollen Schuld sein, dass Emma sich das Leben nahm. Sara sieht nicht, warum man ihr das vorwirft. Schließlich hat sie Emma nicht selbst umgebracht. Das war ihre alleinige Entscheidung. Und sie kann auch nichts dafür, dass Emma eine Schlampe war. Solchen Leuten muss man einfach mal einen Denkzettel verpassen. Wer hätte denn damit gerechnet, dass Emma das nicht verkraftet...

Meine Meinung

Dieses Buch hat mich wirklich interessiert, da die Thematik des Mobbings mich persönlich auch betrifft. Vor allem wollte ich gerne mal ein Buch lesen, in dem die Protagonistin nicht die Gemobbte, sondern die Mobberin ist. Ich finde es einfach faszinierend, eine Geschichte aus dieser Perspektive zu erleben, die Hintergründe für solch ein Handeln zu erfahren und in den Kopf so einer Person zu blicken.

Die Geschichte ist in zwei Zeitzonen unterteilt. Einmal gibt es die Zeit nach dem Selbstmord, vor der Verhandlung und die Zeit vor dem Selbstmord. Die Kapitel sind in Monate unterteilt. So geht es einmal von Juli an bis November, die Zeit, in der Sara bei der Anwältin sitzt, zur Therapeutin geht und von ihren Mitmenschen verachtet wird, und dann geht es noch von Januar bis März, die Zeit, in der Sara und Brielle das Leben von Emma zur Hölle gemacht haben, bis sie es schließlich aus Verzweiflung beendete. Dabei fällt auf, dass beide Zeitebenen aus der Sicht von Sara im Präsens geschrieben sind. Man erfährt also nur von Saras Gedanken und Meinungen.

Sara als Protagonistin hat mich ziemlich im Zwiespalt zurückgelassen. Sie ist eigentlich ein ziemlich schüchternes Mädchen, das gerade seine erste Beziehung führt. Sie ist mit Dylan zusammen, einem der angesagtesten Jungen aus der Schule, und irgendwie kann sie das immer noch nicht ganz fassen. Sehr schnell merkt man, dass Sara unheimlich von Brielle abhängig ist. Brielle ist cool, total hübsch und das beliebteste Mädchen. Sie hat das Sagen und weiß jeden um den Finger zu wickeln. Bei den Schilderungen von Sara wird deutlich, dass sie ohne Brielle anders wäre. Nicht so beliebt, nicht mit Dylan zusammen und vor allem wäre sie nicht so gemein. Es könnte gut sein, dass Sara auch ohne Brielle Emma nicht gemocht hätte, aber sie hätte sie in Ruhe gelassen und wäre ihr aus dem Weg gegangen. Doch zusammen mit Brielle ist Sara eine explosive Mischung, die nicht aufgehalten werden kann. Brielle ist also ganz klar der schlechte Einfluss, der Drahtzieher hinter dem Ganzen. Sie hat Sara sogar so weit manipuliert, dass sie das ganze Buch über nicht einsieht, irgendetwas Schlimmes getan zu haben. Bei ihren Gesprächen mit der Anwältin und der Therapeutin, aber auch mit ihrer Mutter, mit Dylan oder mit Carmichael, den sie während der Sommerschule kennen lernt, verteidigt sie ihr Verhalten vehement. Ein ganz übliches Verhalten von Kindern und Jugendlichen, wenn man weiß, dass man etwas Falsches gemacht, einen Fehler begangen hat, trotzdem versucht, diesen Vorfall durch ein Ja, aber... zu relativieren. Ja, wir haben Emma fertig gemacht, aber sie war auch eine Schlampe, die den Mädchen die Freunde ausgespannt und mit allen geschlafen hat. Ja, wir haben Emma gemobbt, aber das haben alle anderen auch getan. Ja, wir haben uns über Emma lustig gemacht, aber sie hat es auch nicht anders verdient. Ein typischer Fall von Rechtfertigung und Verdrängung. Außerdem muss sie jetzt die bittere Erfahrung machen, wie es selbst ist, auf der falschen Seite der vorgehaltenen Hand zu stecken und Mobbing über sich ergehen zu lassen.

Aus der Sicht von Sara erlebt man die Gemeinheiten, die sie und Brielle Emma antun, um sie fertig zu machen. Beim Lesen wurde mir manchmal echt anders, denn Brielle und Sara treiben einige sehr böse und perfide Spielchen. Schnell verselbstständigt sich das Mobbing und Emma wird von allen Seiten angefeindet. Selbst diejenigen, die nach vorne hin nett tun, machen sich hinter ihrem Rücken über sie lustig. Doch schnell wird klar, dass Sara sich immer wieder schlecht dabei fühlt, gleichzeitig sie dieses neue Gefühl von Macht fasziniert und sie sich von Brielle mitreißen lässt. Dabei ist der Grund für all das Mobbing völlig lapidar. Eine Mischung aus Eifersucht und Neid und Saras Angst, Dylan zu verlieren. Was mich an Sara gestört hat, war ihre Wankelmütigkeit. In einem Moment will sie Emma total fertig machen, im nächsten hat sie ein schlechtes Gewissen und will aufhören, dann macht sie mit Brielle aber wieder etwas neues, um Emmas Leben zur Hölle zu machen.

Außerdem hat es mich manchmal richtig genervt, wie sehr sie sich von ihrer besten Freundin manipulieren lässt, obwohl eigentlich jeder merkt, dass Brielle Sara nicht gut tut. Brielle ist eigentlich der Hauptaufreger im Buch. Der Frau wäre ich nur zu gerne mal an die Kehle gesprungen. Und wie die redet! Grundsätzlich hat mir der Schreibstil der Autorin gut gefallen, manchmal hat er mich sehr berührt und traurig gestimmt, aber dann rutschte sie so gezwungenermaßen in den Jugendslang ab und vor allem Brielle hält sich damit nicht zurück. B****, S*******, Schnalle, N**** und dergleichen sind nur wenige der Worte, die sie verwendet. Aber nicht nur gegen Emma, auch Sara nennt sie manchmal Bitch. Und allgemein ist sie nicht wirklich nett zu Sara. Zudem dreht es sich immer nur um Jungs, Sex, Partys, Klamotten, Saufen und Emma. Ich kann mit so etwas einfach überhaupt nichts anfangen. Brielle war mir so unglaublich unsympathisch und ihr fehlte einfach Tiefe. Zwischendurch wurde versucht, ihr ein bisschen Tragik anzudichten, wirklich überzeugt hat mich das allerdings nicht, da im späteren Verlauf dann auch nicht mehr weiter drauf eingegangen wurde. Dass Sara mit ihr befreundet ist und so zu ihr aufblickt konnte ich keinen Moment verstehen. Durch die Entwicklung der Vorkommnisse dürfen Brielle und Sara nicht mehr miteinander reden (wegen der laufenden Ermittlungen und der bevorstehenden Verhandlung) und auch sonst verlieren sie sich immer mehr aus den Augen.

Auch die anderen Charaktere können nicht die nötige Tiefe aufweisen. Es wird zwar immer wieder versucht, den einzelnen Figuren eine Geschichte zu geben, aber auf nichts wird wirklich eingegangen. Viele Probleme werden angeschnitten, die Sara direkt und indirekt betreffen, aber alles verläuft sich im Sande. So lernt sie während der Sommerschule Carmichael kennen, der auch irgendwie seine Probleme hat, aber man erfährt nichts Genaueres. Oder Saras Eltern, die geschieden sind und ein sehr schlechtes Verhältnis zueinander haben. Und dann gibt es noch Saras kleine Brüder, um die sie sich kümmern muss, die unter der Scheidung der Eltern und Saras bevorstehendem Prozess zu leiden haben. Natürlich dreht sich im Grunde alles um Sara, aber dennoch hätte ich lieber mehr davon gelesen als von irgendwelchen Partys, die aus dem Ruder laufen. Enttäuschend fand ich dann am meisten aber jedoch das Ende. Alles arbeitet auf diese Verhandlung hin und diese ist dann in wenigen Seiten abgehakt. Und bis zum Schluss erfährt man nichts von Emma. Es gibt Gerüchte, die in der Schule umgingen, aber sie bleibt das ganze Buch über blass und verteidigt sich so gut wie nie, wenn sie von Brielle und Sara angegriffen wurde. Dass Sara Emma nicht leiden konnte, konnte ich teilweise auch verstehen, denn Emma hat sich manchmal nicht unschuldig benommen. Wobei es Saras und Brielles Verhalten in keiner Weise entschuldigt. Trotzdem war sie für mich nicht das typische Opfer. Saras Reue kommt spät und überzeugt mich nicht. Bis gefühlte fünf Seiten vor Schluss behauptet sie eisern, unschuldig zu sein, und dann auf einmal zergeht sie vor Schuldgefühlen und Reue. Wo kommt die her? Wie ist das passiert? Ich konnte es irgendwie nicht nachvollziehen.

Fazit

Die Idee, Mobbing aus der Sicht des Mobbers zu erleben, hat mir gut gefallen und wurde stellenweise auch wirklich gut von der Autorin umgesetzt. Dennoch schafft sie es nicht, den Charakteren die nötige Tiefe zu geben und Sara bleibt das ganze Buch über sehr zwiespältig, sodass ich sie einerseits mochte und Mitleid mit ihr hatte, andererseits ich sie naiv und böse fand und ihr keinen Respekt entgegenbringen konnte. Doch die Schilderung, wie anfängliche Abneigung einer Mitschülerin gegenüber zu Hass und perfidem Mobbing ausarten kann - mit tödlichen Folgen - hat mir gut gefallen. Ich vergebe dem Buch abschließend 3 Sterne.


The Girl of Fire and Thorns
The Girl of Fire and Thorns
von Rae Carson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,10

4.0 von 5 Sternen Be the Bearer - and fulfill your Destiny!, 9. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inhalt

Einmal alle hundert Jahre wird ein Mensch von Gott dazu auserkoren und gezeichnet, der Träger zu sein. Der Auserwählte. Und dieser Mensch soll im Namen Gottes Großes für die Gläubigen schaffen. Prinzessin Lucero-Elisa von Orovalle ist die Auserwählte und Trägerin des Godstones, der in ihrem Bauchnabel sitzt. Doch Elisa ist sich nicht sicher, ob sich Gott nicht getäuscht haben könnte, denn bisher hat sie keinerlei besondere Fähigkeiten gezeigt oder Großes geleistet. Als sie an den König von Joya d'Arena verheiratet wird, spürt sie zwar Furcht vor dem Ungewissen, das vor ihr liegt, aber auch Erleichterung, ihrer älteren Schwester und den kritischen Blicken ihrer Angestellten zu entgehen. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Ehemann sie wegen des Godstones erwählt hat, denn er braucht eine Auserwählte, um den Krieg gegen Invierne zu gewinnen. Doch auch andere suchen nach der Trägerin des Godstones und beginnen, Elisa mit Magie zu jagen und sie erkennt bald, dass sie ihr Schicksal erfüllen muss, um den Menschen zu helfen, solange sie nicht zu früh stirbt - denn die meisten Träger sterben jung...

Meine Meinung

Das Buch hatte ich mir damals eigentlich hauptsächlich wegen des Covers und des Titels gekauft. Ich finde einfach, dass die Worte Fire und Thorns höchst dramatisch klingen und dass das Cover wirklich wunderschön ist. Erst später, nachdem ich das Buch schon gekauft hatte, erfuhr ich, dass es auf Deutsch unter dem Titel Der Feuerstein erschienen ist, was vom Titel her bei Weitem nicht so viel her macht wie The Girl of Fire and Thorns. Außerdem ist das deutsche Cover auch nicht so schön gelungen, wie ich finde. Daher bin ich froh, dass ich die englische Ausgabe besitze und jetzt lesen konnte.

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass Elisa eine mehr als ungewöhnliche Protagonistin ist. Denn sie ist fett. Punkt. Obwohl man sich als Leser viel lieber mit den perfekten, schlanken, sportlichen und wunderschönen Protagonistinnen identifizieren möchte, so ist Elisa einfach echter, ehrlicher, menschlicher. Sie liebt es, zu essen, was auch immer wieder, besonders zu Beginn des Buches, erwähnt wird. Aber schnell wird deutlich, dass sie mit ihrer Esserei nur den Kummer kompensiert, der auf ihr lastet. Zu ihrer älteren Schwester hat sie ein sehr schlechtes Verhältnis, da beide aufeinander neidisch sind - Elisa auf die Schönheit und Anmut ihrer Schwester und diese darauf, dass Elisa den Godstone im Nabel trägt. Der Godstone (ich denke mal, dass er im Deutschen dann Feuerstein heißt) belastet Elisa ebenfalls sehr, da sie sich nicht bereit fühlt, von Gott auserwählt zu sein. Vor allem zu Beginn ist sie ein sehr unsicheres Mädchen, das unglücklich in seiner Haut ist und an sich selbst zweifelt - und das völlig nachvollziehbar. Wenn man das mit anderen Buchprotagonistinnen vergleicht, die mit sich unzufrieden sind, obwohl sie eigentlich an Perfektion kaum zu überbieten sind, ist Elisa wirklich mal eine ungewöhnliche und tolle Abwechslung. Es gibt immer wieder Anspielungen auf ihr Gewicht und die ganzen schrecklichen und auch teilweise ekelhaften Begleiterscheinungen eines solchen Körperumfanges werden schonungslos gezeigt.

Da das Buch aus Elisas Sicht und in Ich-Form geschrieben, weswegen man immer genauen Einblick in die Gedankenwelt der Prinzessin hat. So sind ihre Zweifel und ihre Unsicherheit gegenüber der arrangierten Hochzeit sehr gut nachzuempfinden, ebenso wie ihre Gedanken über den Godstone und ihre Rolle in der Welt. Die Welt, in der Elisa lebt, ist angelehnt an spanische Namen und Traditionen, gemischt mit arabischen und orientalischen Elementen. Die Religion spielt eine große Rolle und die meisten Menschen glauben an einen Gott, der alle hundert Jahre einen Menschen mit dem Godstone zeichnet. Der Bezug zur Religion hat mir überraschenderweise sehr gut gefallen, da Elisa selber tief gläubig und gottesfürchtig ist und somit der Glaube als völlig normal dargestellt wird. Immer wieder betet Elisa zu Gott, wenn sie einsam ist oder sie Angst hat und der Godstone in ihrem Nabel reagiert auf ihre Bitten und Gebete.

Während der Anfang zunächst reicht seicht ist und gemütlich beginnt, so wie Elisa ja auch selber ist, wird mit der Zeit deutlich, dass es nicht lange so bleiben kann. Der Krieg mit Invierne steht kurz bevor und als herauskommt, dass Elisa den Godstone in sich trägt, ist ihre Sicherheit und ihr Schutz in den Schlossmauern von Joya d'Arena nicht mehr gegeben. Andere sind an ihr und an dem Godstone interessiert und entführen sie kurzerhand. Ab dann nimmt das Buch dann auch an Fahrt auf und auch Elisa beginnt, sich zu verändern. Sie erfährt, dass sie in die Hände von Rebellen geraten ist, die vom König bisher keine Unterstützung gegen Invierne erhalten haben und Elisa als Auserwählte entführen, da sie hoffen, dass sie ihnen helfen kann. Die Reise durch die Wüste zehrt sehr ans Elisas Kräften, macht sie gleichzeitig aber auch stärker. Auch ihre Entführer Cosmé, Humberto, Jacián und Belén werden zu Freunden und sind mir ans Herz gewachsen, da sie alle auf ihre eigene Art besonders sind. Besonders Cosmé und Humberto nehmen wichtige Plätze in Elisas Leben ein und lehren sie viel über das Überleben in der Wüste, das Kämpfen, das Hoffen. Elisa erkennt, wie blind sie bisher immer gelebt hat und weiß, dass es ihre Pflicht ist, als Auserwählte für die Gläubigen zu kämpfen. Es hat mir wirklich gut gefallen, wie sie denkt und arbeitet und welche Pläne sie sich ausdenkt, um Invierne zu schwächen.

Ich war ein bisschen überrascht, welchen heftigen Ton das Buch manchmal anschlägt, da die Autorin nicht zimperlich mit den Charakteren umgeht. Viele lassen ihr Leben, um Elisa vor den dunklen Mächten, die von Invierne auskommen, zu beschützen und über manche Tode war ich wirklich erschüttert und sehr traurig, da ich niemals damit gerechnet hätte. Dafür macht Elisa wirklich eine tolle Entwicklung durch, die vielleicht ein bisschen zu stark für einen Band ist, aber mir dennoch gut gefallen hat. Sie lernt, mit ihrer Rolle als Auserwählte zu leben und umzugehen und außerdem erkennen die Menschen in ihrem Umfeld, dass mehr in ihr steckt als ein dickes, schüchternes Mädchen.

Mit der Zeit werden die Absichten von Elisas Feinden deutlich und mehrmals muss sie erkennen, dass auch unter ihren eigentlich Verbündeten Verräter lauern, die sie an Invierne ausliefern wollen. Invierne wird als Bedrohung immer deutlicher und erhält mit der Zeit ein immer klareres Bild. Mir hat es gefallen, wie Elisa sie sieht, da sie in ihren Augen völlig Fremde sind und sie Menschen wie diese noch nie gesehen hat und nicht kennt. Doch allen Bemühungen zum Trotz steht ein unmittelbarer Krieg zwischen den Ländern bevor und Elisa muss abermals über ihren Schatten springen - und Kräfte aufbringen, von denen sie nie gedacht hätte, dass sie sie besitzt.

Fazit

The Girl of Fire and Thorns von Rea Carson hat mir gut gefallen, was unter anderem an der ungewöhnlichen, dafür aber authentischen Protagonistin lag. Die Welt, die die Autorin erschaffen hat, konnte mich überzeugen, ebenso wie die Bezüge zur Religion. Auch die anderen Charaktere mochte ich sehr gerne und Elisas Entwicklung hat mir gefallen, nur fand ich sie doch etwas sehr krass stellenweise. Aber alles in allem kann ich das Buch durchaus empfehlen, freue mich auf die Fortsetzungen und vergebe abschließend, mit sehr starker Tendenz nach oben, 4 von 5 Sterne!


Mind Ripper: Cybergame-Thriller (FatefulFuture 1)
Mind Ripper: Cybergame-Thriller (FatefulFuture 1)
Preis: EUR 2,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dreh dich nicht herum, denn der Mind Ripper geht um..., 3. Juni 2014
Inhalt

London 2038: Die Zwillinge Jemma und Jamie und der gemeinsame Freund Zack verbringen ihre Freizeit liebend gerne im Cyberspace. Dort können sie todesmutige Kämpfe gegen Drachen ausfechten oder in Cyberclubs Freunde aus der ganzen Welt treffen. Doch plötzlich fallen drei Jungen aus London während ihrer Zeit im Cyberspace ins Koma und obwohl ihre Körper unversehrt sind, scheint ihr Bewusstsein in der virtuellen Welt gefangen zu sein und sie wachen nicht mehr auf. Als die drei den Jugendlichen Will kennen lernen, bietet sich Jemma, Jamie und Zack die Gelegenheit, nach den Ursachen für diese schrecklichen Unfälle zu suchen und geraten dabei selber immer mehr in die Fänge des Mind Rippers...

Meine Meinung

Ich war schon ein großer Fan von Erebos von Ursula Poznanski (Rezension) und Ready Player One von Ernest Cline (Rezension), weswegen ich mich sehr über die Anfrage von der Autorin freute. Die Thematik von Computerspielen und deren Vermischung mit der reellen Welt finde ich einfach sehr interessant, daher dachte ich mir schon, dass Mind Ripper durchaus was für mich sein könnte.

Der Anfang hat mir schon richtig gut gefallen, denn man wird in eine äußerst spannende und actiongeladene Session im Cyberspace geworfen, an der die drei Protagonisten gemeinsam mit einem Freund teilnehmen. Dadurch, dass sie gerade ein Fantasy-Spiel spielen, hatte das Buch direkt auch etwas von einem Fantasy-Roman, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Die Schilderungen von dem Kampf, der Umgebung, dem Gegner, war sehr ausführlich, sodass man sich alles bildlich vorstellen konnte und man das Gefühl hatte, selber dabei zu sein. Außerdem merkte man schnell, dass die Autorin sich zumindest mit dem Metier Online-Rollenspiel auseinander gesetzt hat, denn das Gameplay hat sie sehr gut rübergebracht, es aber gleichzeitig so abgeändert, dass es dazu passt, dass die Spieler mit ihren Avataren das spiel selber steuern, als würden sie die Kämpfe höchstpersönlich ausfechten.

Die Szenen im Cyberspace haben mir besonders gut gefallen, besonders ab dem Zeitpunkt, als Jemma, Jamie, Zack, Will und sein Bruder Ned nach dem Mind Ripper suchen. Ich hatte beim Lesen richtige Gänsehaut und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Umgebung, die Geschehnisse und alles drum herum wurde so eindrücklich beschrieben, dass ich teilweise selber das Gefühl hatte, ebenfalls an Ort und Stelle zu sein. Teilweise hatten diese Szenen durchaus was von einem Horrorbuch, denn es war stellenweise wirklich echt heftig von den Beschreibungen her. Dadurch war das Buch aber wirklich nie langweilig und man bekam von vielen Genren ein bisschen was geboten, ohne dass es zu viel Vermischung gewesen wäre. Es war genau richtig.

Die Charaktere waren ebenfalls ein großer Pluspunkt in dem Buch. Jemma hat mich sehr an mich selbst erinnert und ich konnte ihre Art und vor allem ihre Gedanken zu 100% nachvollziehen und -empfinden. Wie sie sich Gedanken macht, als sie Will kennen lernt und nicht weiß, wie sie seine Aktionen deuten soll - diese Gedanken hätten auch von mir sein können. Daher hatte ich wirklich guten Zugang zu Jemma und konnte sie gut leiden. Außerdem war sie nicht so ein "Mädchen-Mädchen", hatte hauptsächlich Jungs als Freunde und liebte das Zocken. Das machte sie mir einfach sympathisch. Aber auch Jamie, Jemmas Zwillingsbruder, und Zack waren tolle Protagonisten. Man spürte sofort die enge Verbindung der Freunde miteinander, was mir wirklich gut gefallen hat. Diese Nähe ist durch einen früheren Schicksalsschlag besonders eng geworden. Auch Will und seinen Bruder Ned mochte ich gerne. Sie sind auf jeden Fall recht undurchsichtig, obwohl mir die Geschichte zwischen Jemma und Will ein bisschen zu schnell ging.

Immer wieder wird man mit neuen Erkenntnissen und Eröffnungen überrascht, die vor allem für die meisten Jugendbücher eher ungewöhnlich sind. So werden auch verschiedene wichtige und meist ignorierte oder totgeschwiegene Themen behandelt, was ich einfach toll fand. Allein dadurch hebt sich das Buch schon vom Einheitsbrei ab, den man im Jugendbuch-Genre gerne geboten bekommt. Außerdem haben die Charaktere teilweise wirklich erwachsen gehandelt. Beispielsweise stürzen sie sich nicht völlig blind und begeistert in die Möglichkeit, nach dem Mind Ripper zu suchen, sondern diskutieren auch über die Opfer, die sie dafür bringen müssen. Zudem wird dieses ganzes Cyberspace grundsätzlich positiv beleuchtet, aber es ertönen auch immer wieder kritische Stimmen, die deutlich machen, dass es einerseits noch ein Leben außerhalb der virtuellen Welt gibt und andererseits, dass man noch nicht genau weiß, ob das zu lange Spielen im Cyberspace nicht irgendwelche Nebenwirkungen haben könnte. Diese Diskussionen sorgen für verschiedene Reibungspunkte im Buch, sodass nicht immer alles rosig abläuft. Es wird einfach sehr gut deutlich, dass es nicht nur gut und böse oder richtig und falsch gibt, sondern dass man manchmal etwas Schlechtes tun muss, damit etwas Gutes am Ende dabei heraus kommt. Und dass manchmal jedes Mittel recht ist...

Die Geschichte spielt ja in naher Zukunft und nicht zur die Gamewelt hat sich entwickelt (wenn man überlegt, dass es heute schon Oculus Rift gibt, ist es gar nicht so abwegig, dass es 2038 diese Form von Spielen gibt), auch andere technische Errungenschaften haben das Leben erleichtert. Gleichzeitig gibt es aber auch viele altbekannte, aber auch neue Probleme. Trotzdem kann man nicht von einer Dystopie sprechen.

Ein ganz klein bisschen negativ aufgefallen ist mir, dass einige Phrasen wiederholend benutzt wurden, wie zum Beispiel "knuffte in die Rippen/gegen den Arm...". Das kam schon recht häufig vor. Außerdem hätte ich gerne noch mehr von der Vergangenheit mancher Charaktere erfahren, vor allem von Zack. Das Cover trägt auf jeden Fall zur düsteren Stimmung bei, doch ich persönlich finde die Schrift nicht so schön, da das rot so grell ist und die Schriftart meiner Meinung nach nicht so schön ist. Aber das ist ja nur nebensächlich. Jedenfalls handelt es sich bei Mind Ripper um den ersten Band einer Reihe, die sich FatefulFuture 1.0 nennt, und ich bin schon gespannt, was die Autorin noch alles einfallen lassen wird, um die Leser zu fesseln.

Fazit

Ich hatte einige sehr spannende und nervenaufreibende Stunden mit Mind Ripper von Nadine Erdmann. Die Story ist sehr gut durchdacht und die Cyberelemente waren wirklich anschaulich und authentisch eingebaut. Die Charaktere haben mir besonders gut gefallen und es gab einige Twists, die mich überrascht haben. Außerdem war die unterschwellige Kritik in meinen Augen sehr gut gelungen - dabei wird dem Leser selber überlassen, wie er urteilt. Ich vergebe abschließend, mit sehr starker Tendenz nach oben 4 von 5 Sternen !


The Demon King (A Seven Realms Novel) (Seven Realms Novels)
The Demon King (A Seven Realms Novel) (Seven Realms Novels)
von Cinda Williams Chima
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,62

4.0 von 5 Sternen Genialer Einstieg mit winzigen Abstrichen, 29. Mai 2014
Inhalt

Han Alister, ehemaliger Streetlord in Fellsmarch, hat dem Diebstahl und der Betrügereien abgeschworen, um seine Mutter und seine kleine Schwester zu schützen und sich um sie zu kümmern. Seit seiner Geburt trägt Han silberne Armreifen, die magisch sein müssen, da sie mit ihm mitwachsen und nicht entfernt werden können - dabei würden sie viel Geld einbringen. Als Han einem Zauberer ein seltsames Amulett abnimmt und bei seinen Besuchen bei den Clans, die in Einheit mit der Natur leben und grüne Magie wirken, erfährt, dass das Amulett von besonderer Bedeutung ist, ändert sich Hans Leben für immer. Er weiß, dass er es versteckt halten muss, denn der bestohlene Magier wird danach suchen - und über Leichen gehen, um das Amulett zu finden.
Raisa ana'Marianna, rechtmäßige Prinzessin und Erbin des Königinnenreiches Fells, muss derweil mit anderen Probleme kämpfen: ihr sechzehnter Namenstag steht kurz bevor und ihre Mutter, die Königin von Fells, setzt alle Hebel in Bewegung, um Rasia zu verheiraten. Gefangen im Schloss träumt sie von einem Leben wie das von Hanalea, die sagenhafte mächtige Königin und Vorfahrin von Rasia, die vor tausend Jahren den Demon King besiegt und das Auseinanderbrechen der Welt verhindert haben soll. Doch Rasias Mutter hat andere Pläne - sie will ihre Tochter unbedingt verheiraten. Auch an einen Bewerber, der für all das steht, wogegen das Königinnenreich kämpft...

Meine Meinung

Ich bin durch die Videos von PERUSEPROJECT auf die Buchreihe gestoßen und ich muss sagen, dass mich die überaus sympathische und quirlige BookTuberin richtig neugierig gemacht hat, weswegen ich mir damals unbedingt den Schuber zu The Seven Realms zulegen musste. Ich bin ein großer Fantasy Fan und war daher gespannt, ob diese Jugend-High-Fantasy mir zusagen würde.

Zunächst einmal muss ich erwähnen, dass ich das Weltbild, das die Autorin hier erschaffen hat, wirklich toll ist. Es gibt sieben König(innen)reiche (deswegen auch Seven Realms), wobei das Königinnenreich Fells das mächtigste ist. Umgeben wird Fells von vielen Bergen, die alle nach ehemaligen Königinnen benannt sind. In den Bergen leben die Clans, die mit der Natur im Einklang leben und über die Magier wachen, die für Fells zwar wichtig sind, aber kontrolliert werden müssen, da einst ein Zauberer, nur unter dem Namen Demon King bekannt, die Welt ins Chaos zu stürzen drohte. Seitdem haben Zauberer eingeschränkte Rechte und dürfen zum Beispiel niemals die Königin von Fells heiraten. Hanalea, die sagenumwobene Königin, die damals gegen den Demon King kämpfte, wird in Fells wie eine Gottheit verehrt und ihr Geschlecht gilt als stark und weise. Ich fand es sehr interessant, dass in der Welt, zumindest im Königinnenreich Fells, ein Matriarchat herrscht. Die Krone wird von Mutter an Tochter vererbt und der Gemahl ist nur Zierwerk (im Buch immer schön Consort gennant) und auch in den Clans haben die Frauen das Sagen, beziehungsweise gibt es eine Matriarchatin, die besonders weise und bewandert ist in grüner Magie. Die Spiritualität in dem Buch fand ich sehr faszinierend, besonders eben die der Clans. So gibt es Zauberkraft und man arbeitet mit Kräutern und betet zu Hanalea und dergleichen.
Einziges Manko: Es gibt im ersten Band keine Karte, wodurch es ein bisschen schwierig war, sich in Gedanken topografisch zu orientieren. Aber ich habe ja schon mit dem zweiten Band begonnen und da gibt es auch endlich eine Karte, sodass man sich genau vorstellen kann, wo welches der sieben König(innen)reich liegt und so weiter.

Die Charaktere waren auch allesamt sehr sympathisch und gefällig. Han Alister und Rasia ana'Marianna sind die beiden Protagonisten, die sich mit ihrer Sicht immer gegenseitig abwechseln. Die Leben der beiden könnten nicht unterschiedlicher sein: Han lebt mit seiner Mutter und kleinen Schwester in einer kleinen Wohnung über einem Stall im schmutzigsten Ortsteil Ragmarket von Fellsmarch und muss sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Als er jünger war, war er Streetlord von den Raggers, einer Gang, die den Ragmarket tyrannisiert hat und mit den Southies, der Gang von Southbridge, verfeindet war. Somit muss er immer noch fürchten, dass ihn Southies und Raggers erkennen, aber auch die Garde der Königin, die immer wieder nach ihm sucht. Als Streetlord war Han unter dem Namen Cuff Alister bekannt, da die silbernen Armreifen (die wie Handschellen aussehen und auf englisch cuff heißen), sein Erkennungszeichen waren. Rasia ist Prinzessin und rechtmäßige Erbin der Krone von Fells, wenn ihre Mutter mal nicht mehr leben sollte. Sie wird hofiert, bekommt die teuersten Kleider, den schönsten Schmuck und ihr Profil ist sogar auf eine Münze geprägt. Ich fand es toll, dass trotz des "schlechten" Lebens von Han und des "tollen" von Rasia immer darauf aufmerksam gemacht wurde, dass Han dafür aber immer frei ist, während Rasia eine Gefangene ihrer Pflicht und Zukunft. So kann sie nicht heiraten, wen sie liebt und ist an das Leben im Schloss gebunden. Interessant fand ich, dass die beiden Protagonisten erst nach der Hälfte des Buches aufeinander treffen, dafür aber auch nur für ein paar Seiten und sich dann des Rest des Buches nicht mehr sehen. Normalerweise verschmelzen die Leben von solchen Protagonisten doch meistens viel schneller miteinander und sind danach für den Rest der Geschichte miteinander verknüpft. Natürlich erkennt man auch hier die Verbindung, doch die ist unterschwelliger.

Auch die anderen Charaktere fand ich sehr authentisch und mochte ich, beziehungsweise mochte ich sie nicht, wenn sie unsympathisch waren, weil sie unsympathisch sein sollten. Besonders nennen möchte ich Amon Byrne, der zur königlichen Leibgarde gehört und ein Freund aus Kindertagen von Rasia ist und Micah Bayar, der der Sohn des obersten Magiers am Königinnenhof ist und trotz Verbot eine heimliche Beziehung zu Raisa führt. Micah war auch ein Charakter, der zwar irgendwie unsympathisch ist und den man nicht mag, gleichzeitig hatte ich aber auch Mitleid mit ihm, da man merkt, dass er nicht unbedingt freiwillig so ist, wie er ist.

Ein wenig irritierend fand ich jedoch, dass die Protagonisten und sowieso die meisten Charaktere in dem Buch gerade mal zwischen 15 und 17 Jahre alt sind. Rasia ist zum Beispiel erst 15 Jahre alt und sie und auch Han benehmen sich nicht so, als wären sie noch so jung. Sie agieren oft wie Erwachsene, was ich ja eigentlich auch begrüße, aber wenn sie ja so jung sein sollen, finde ich das ein bisschen... inkonsequent. Gleichzeitig sind sowohl Han als auch Rasia sehr... frühreif. Sie knutschen viel rum, mit vielen verschiedenen Personen. Dass die beiden nicht so prüde sind und ihren ersten Kuss nicht für ihre "große Liebe" aufsparen wollen, finde ich ja grundsätzlich auch gut, dann störe ich mich aber wieder ein bisschen am Alter der beiden. Wenn die Protagonisten zwischen 18 und 20 Jahre alt gewesen wären oder sie sich ein wenig mehr ihrem Alter entsprechend benommen hätten, hätte ich das den Charakteren auf jeden Fall eher abgenommen. So blieb das ein bisschen als Wermutstropfen zurück, denn das hätte man besser, beziehungsweise realistischer machen können. Rasia ist definitiv kein Kind von Traurigkeit. Sie hat zwar keinen Sex, schließlich muss sie als Jungfrau in die Ehe gehen, aber berichtet immer wieder von ihren Erfahrungen und knutscht immer abwechselnd mit ihren Verehrern rum. Versteht mich nicht falsch, ich mochte Raisa, aber ein bisschen weniger hätte ihr auch gut getan.

Die Spannung und Action kommt in dem Buch auch nicht zu kurz, vor allem Han muss häufig fliehen und sein Leben ist bedroht, da ihm Morde unterstellt werden, die er nicht begangen hat. Dass in dem Buch nichts beschönigt wird mochte ich sehr gerne, so bekommt die Geschichte, die oftmals locker leicht ist, einen ernsten und gefährlichen Unterton. Auch Rasias Leben ist nicht immer eitel Sonnenschein und auch sie muss lernen, dass nicht alles gold ist, was glänzt und dass sie die Macht hat, Dinge zu ändern, die bisher falsch gelaufen sind. So geht es in dem Buch auch ein wenig um Politik, was ich sehr interessant fand, da man einen kleinen Einblick in die politischen Ränkespiele von verschiedenen Parteien erhaschen konnte. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und sowohl Han als auch Rasia müssen schwerwiegende Entscheidungen treffen. Zudem kommen ein paar Geheimnisse ans Tageslicht, von denen ich jetzt zwar nicht sonderlich überrascht war (tatsächlich hatte ich schon auf den ersten 50 Seiten diese Vermutungen, die sich erst auf den letzten 50 Seiten bewahrheitet haben), die aber durchaus dazu anregen, die Reihe weiterzulesen, da ich neugierig bin, welche Konsequenzen diese Aufdeckungen noch mit sich bringen.

Das Sprachniveau des Buches ist auf jeden Fall recht hoch, zu Beginn auf den ersten zehn Seiten hatte ich ein paar Probleme, in das Buch einzusteigen, da das Englisch etwas anspruchsvoller ist. Zudem wird hier zwischendurch auch Dialekt verwendet, was das Lesen sicherlich erschweren kann. Nach einigen Seiten aber hatte ich keine Verständisprobleme mehr, ich brauchte nur ein bisschen länger als gewöhnlich, um den Text fließend lesen zu können.

Fazit

Der erste Band der The Seven Realms-Reihe hat mir wirklich gut gefallen, da das Weltbild sehr faszinierend ist und die Charaktere sympathisch sind. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und sorgt dafür, dass man von der Story richtig gepackt wird. Vor allem das Ende war nochmal sehr fesselnd und regt sehr zum Weiterlesen an. Mein einziges Problem hatte ich mit dem Alter der Protagonisten, da sie sich nicht altersgemäß verhalten haben. Die Autorin hätte sie durchaus älter machen können. Abschließend gebe ich dem Buch, mit starker Tendenz nach oben, sehr gute 4 Sterne!


The Exiled Queen (Seven Realms Novel, A)
The Exiled Queen (Seven Realms Novel, A)
von Cinda Williams Chima
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,50

5.0 von 5 Sternen Absolut packend!, 29. Mai 2014
Inhalt

Raisa ana'Marianna, die rechtmäßige Thronerbin von Fells, konnte mit der Hilfe ihres Vaters Lord Averill und ihres guten Freundes Corporal Amon Byrne vor der arrangierten und gesetzeswidrigen Ehe mit Micah Bayar fliehen und befindet sich nun im Exil. Zusammen mit Amon und seiner kleinen Truppe, den Gray Wolves, macht sie sich auf den Weg nach Oden's Ford, der größten Akademie in den sieben König(innen)reichen. Denn Raisa hat gelernt, dass sie zu wenig weiß, dass ein Krieg bevorsteht und dass ihre Mutter vom obersten Zauberer Gravan Bayar manipuliert wurde. Sie muss lernen zu kämpfen - und sich bedeckt halten, denn die Bayars suchen immer noch nach ihr. Zur gleichen Zeit macht sich Han Alister zusammen mit seinem Freund Fire Dancer ebenfalls nach Oden's Ford auf, um zum Magier ausgebildet zu werden. Die jüngsten Enthüllungen und Ereignisse belasten Han noch sehr, doch er hat sich mit seinem Schicksal abgefunden, ein Zauberer zu sein. Und bald stellt er fest, dass das Amulett, welches er einst Micah Bayar abnahm, große Kräfte inne hat, größere, als er sich vorstellen kann...

Meine Meinung

Nach den Ereignissen im ersten Band, THE DEMON KING, war ich sehr gespannt, wie es mit Raisa ana'Marianna und Han Alister weitergehen würde. Bisher waren die beiden Protagonisten im ersten Band nur ganz kurz aufeinander getroffen und mussten sich voneinander trennen, ohne zu wissen, was aus dem jeweils anderen geworden war, beziehungsweise dachte Raisa, Han wäre tot. Wie schon der Band davor wird The Exiled Queen abwechselnd aus der Sicht von Han und Rasia erzählt, die sich beide auf dem Weg nach Oden's Ford befinden - Han, um das Mystwerk House zu besuchen und zaubern zu lernen und Raisa, um im Wien House zu einer Soldatin ausgebildet zu werden. Nachdem die Prinzessin schon in Southbridge und in Ragmarket unter dem Decknamen Rebecca Morley eine gewisse Anonymität wahren konnte, beschließt sie zusammen mit Amon, bei der Geschichte zu bleiben, sie sei eine gewöhnliche Blaublüterin und nicht die Thronerbin von Fells.

Obwohl Han und Raisa beide nach Oden's Ford reisen, so reiten sie doch auf ganz unterschiedlichen Wegen zur Akademie und laufen sich zunächst nicht über den Weg. Raisa muss erkennen, dass sie auch außerhalb ihres eigenen Königinnenreiches in Gefahr schwebt und dass die Schergen vom Obersten Magier Gravan Bayar an den Grenzen nach ihr suchen. Sie reiten durch Kriegsgebiete und spüren überall die Drohung vom Königreich Arden, das in einem Bürgerkrieg liegt, da die Prinzen gegeneinander um die Krone kämpfen und alle anderen König(innen)reiche mit in ihre Kämpfe hineinziehen. Auch Han und sein bester Freund Fire Dancer müssen sich bedeckt halten und entkommen oft nur knapp Gefahren, denn die Bayars suchen auch weiterhin nach Han und dem Amulett. Zudem sind die beiden Jungen in erhöhter Gefahr, als sie durch Arden reisen, denn Zauberer sind dort noch unerwünschter und geächteter als bei den Clans.

Ich mochte es sehr gerne, dass es in dem Buch viel um Politik und Intrigen, Machtwechsel und Regierung ging. Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht mancher Leser dies sehr langweilig finden könnte, aber man hat einfach gemerkt, dass die Autorin wirklich alles sehr gut durchdacht hat und alle Kleinigkeiten gut erklären konnte. Zusammen mit Han und Raisa erfährt man, was alles in den sieben König(innen)reichen schief läuft, welche Intrigen geplant sind und was für Gefahren Fells und Raisas Erbe drohen.

Gleichzeitig geht es auch viel um die Zeit in der Akademie, in der Han und Raisa, unabhängig voneinander, lernen müssen. Han ist durch sein Amulett und seine Abstammung sehr mächtig, was von vielen Seiten direkt bemerkt wird. So bieten sich gleich mehrere Tutoren an, Han privat zu unterrichten und erhoffen sich, Han als Partner für ihre privaten Machenschaften zu gewinnen. Tatsächlich ist er die meiste Zeit nur ein Spielball in den Händen größerer und mächtigerer Menschen, die ihn nur ausnutzen, um sich seiner Kraft zu bedienen. Han merkt das selber auch und ich finde es einfach wirklich toll, dass er kein naiver Typ ist, der sich benutzen lässt. Er hat seine eigenen Pläne - denn Micah Bayar und seine Schwester Fiona sind ebenfalls in Mystwerk House und stellen eine ständige Bedrohung für Han dar. Raisa wird währenddessen zur Soldatin ausgebildet, was dafür sorgt, dass sie zu einer richtig toughen Kriegerin wird. Sie ist mutig, clever, stolz und stark, was dafür sorgt, dass ich sie immer mehr mag. Fand ich sie im ersten Band noch ein bisschen oberflächlich, so ist sie das in diesem Band nicht mehr. Zudem sind seit den letzten Ereignissen im ersten Band fast 10 Monate vergangen, wodurch die Charaktere auch noch mal gealtert sind, was man ihnen ebenfalls anmerkt.

Ein wichtiger Part in dem Buch ist die Beziehung zwischen Raisa und Amon. Schon im ersten Band war klar, dass beide mehr als nur Freundschaft füreinander empfinden, aber aufgrund von ihren Pflichten und gesellschaftlichen Positionen ist es ihnen nicht möglich, eine Beziehung zu führen. Während ihrer Zeit in Oden's Ford muss Raisa einsehen, dass eine gemeinsame Zukunft für sie und Amon nicht möglich ist, so sehr sie es sich auch wünscht. Die Szenen zwischen den beiden waren wirklich dramatisch und traurig und ich hätte es mir so sehr gewünscht, da ich Amon wirklich mag und er ein echt toller Charakter ist, aber es wird deutlich gemacht, warum es zwischen ihnen beiden nicht funktionieren kann, auch wenn ich noch hoffe, dass sich eine Lösung finden wird. Gleichzeitig mochte ich aber auch Han und Raisa, in diesem Falle eher Rebecca, sehr gerne zusammen. Auch wenn die Beziehung, die die beiden aufbauen, erst ab dem letzten Drittel des Buches Formen annimmt, so fand ich die Szenen mit den beiden immer besonders schön.

Doch natürlich kann nicht alles so bleiben, wie bisher, denn schließlich sind auch die Bayars in Oden's Ford und so kommt eins zum anderen. Das Ende ist richtig spannend und ein richtig fieser Cliffhanger treibt dazu an, direkt den dritten Band zu lesen, was ich ja jetzt auch mache. Man fragt sich: Was wird noch auf Raisa zukommen? Kann sie ihre Krone retten? Und wird Han seine Pflichten erfüllen?

Fazit

Der zweite Band von The Seven Realms hat mir noch besser gefallen als der erste. Die Charaktere machen eine tolle und authentische Entwicklung durch, die man anschaulich beobachten kann. Die Szenen in der Akademie mochte ich sehr gerne, da man mit den Charakteren direkt mitlernen konnte. Außerdem mochte ich die politischen Ränkespiele und Intrigen, die immer wieder angesprochen wurden und von wichtiger Bedeutung sind. Man merkt auf jeden Fall, dass sich großes Unheil zusammenbraut und ist gespannt, wie die Charaktere die Probleme lösen werden. Ich vergebe abschließend 5 Sterne!


The Gray Wolf Throne (A Seven Realms Novel) (Seven Realms Novels)
The Gray Wolf Throne (A Seven Realms Novel) (Seven Realms Novels)
von Cinda Williams Chima
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,30

5.0 von 5 Sternen Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!, 29. Mai 2014
Inhalt

Nachdem Rebecca Morley aus Oden's Ford verschwunden ist, folgt Han Alister der erkalteten Spur, denn er will sie um jeden Preis finden. Für ihn ist klar, dass sie von Micah Bayar entführt wurde. Doch weshalb? Nach wochenlanger, kräftezehrender Reise findet er Rebecca in der Nähe von Marisa Pines, dem Clan, bei dem er jeden Sommer seiner Jugend verbracht hat. Doch Rebecca ist schwer verletzt, allein und tödlich geschwächt. Mit letzter Kraft kann er Rebecca zum Clan bringen und verliert dabei beinahe selbst sein Leben. Doch das ist nichts gegen das, was ihm Rebecca bald darauf eröffnet: Sie ist niemand Geringeres als Raisa ana'Marianna, die rechtmäßige Thronerbin von Fells. Verletzt und verraten zieht sich Han von Raisa zurück, doch gleichzeitig weiß er, dass sie auf seine Hilfe angewiesen ist, denn jemand möchte ganz offensichtlich die Prinzessin nicht zurück in ihrem Königinnenreich wissen - nur knapp entkommt Raisa mehreren Attentatsversuchen. Raisa muss für ihr Recht kämpfen und sieht sich zwischen Intriganten und Verrätern wieder, sie kann nur wenigen trauen. Und sie weiß, dass sie bald eine wichtige Entscheidung treffen muss: wird sie ihre Pflicht erfüllen, oder ihrem Herzen folgen?

Meine Meinung

Wow, nach dem spannenden Cliffhanger von The Exiled Queen konnte ich es gar nicht abwarten, The Gray Wolf Throne zu lesen. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Die Seiten flogen beim Lesen nur so dahin und mit jeder Seite mehr, die ich gelesen habe, wurde meine Liebe zu der Reihe größer. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich The Seven Realms uneingeschränkt empfehlen kann, auch wenn ich noch einen Band zu lesen habe (welchen ich heute Abend direkt beginnen werde!).

Raisa ana'Marianna wurde, mit halbem Einverständnis ihrerseits, von Micah Bayar entführt, der sie zurück nach Fells bringen und dort heiraten will, was all ihre Anstrengungen, einer gesetzeswidrigen Heirat zu entkommen, zunichte machen würde. Das Buch steigt nur wenige Stunden nach Raisas Entführung ein und zeigt, dass sie und ihre Entführer schon ein gutes Stück vorangekommen sind. Raisas Verwunderung über Micahs Verhalten konnte ich nur allzu gut nachvollziehen, sie ist ihm skeptisch gegenüber eingestellt. Kurz darauf trifft die kleine Gruppe auf Gerard Montaigne, den jüngsten Prinzen von Arden, der schon im ersten Band Raisa seine Heiratsabsichten unterbreitete und im zweiten Band Han und Fire Dancer für kurze Zeit gefangen nahm und sie beinahe daran hinderte, nach Oden's Ford zu reisen. Das ungeplante Scharmützel mit Montaigne sorgt dafür, dass Raisa im letzten Moment entkommen kann und sich entscheiden muss, welcher Weg für sie der sicherste sein wird. So beschließt sie, allein in Richtung Heimat zu reisen.

Auch dieses Buch wird, wie seine Vorgänger, abwechselnd aus der Sicht von Raisa und Han geschildert. Es gibt nur eine Ausnahme, denn zwei Kapitel erlebt der Leser aus der Sicht von Amon Byrne. Ich fand es sehr gut gelungen, wie man mit Han den Fußspuren von Raisa folgt und die gleichen Stationen abklappert, an denen zuvor die Prinzessin war. Han, bisher immer relativ berechnend und verschlossen erkennt immer mehr, wie wichtig ihm Raisa geworden ist, die er bis dahin nur unter dem Namen Rebecca Morley kennt. Auch Raisa bedauert, ohne Abschied von Han gegangen zu sein und bereut, ihm nie die Wahrheit über ihre Existenz gesagt zu haben. Man merkt immer mehr, dass die Gefühle, die beide füreinander hegen, immer stärker werden, obwohl sie sich lange Zeit nicht sehen.

Raisa wird von Band zu Band immer stärker, tougher und mutiger. Mittlerweile vergöttere ich sie schon fast, da sie in meinen Augen eine perfekte Protagonistin ist. Sie denkt nach, handelt wohl überlegt, packt Dinge selber an, kann sich verteidigen, ist aber nie zu perfekt, braucht ab und zu ein bisschen Hilfe und trifft manchmal auch nicht unbedingt die besten Entscheidungen. Dennoch mag ich sie unheimlich gerne, mit ihr möchte man sich einfach identifizieren. Im Laufe des Bandes merkt man einfach, dass sie keine 15 mehr ist, wie zu Beginn der Reihe, und dass die vergangenen Ereignisse sie verändert und erwachsender gemacht haben. Aber auch Han hat sich verändert. Das erste Mal lässt er Gefühle zu, gleichzeitig wird er mächtiger und auf gewisse Art und Weise auch berechnender. Ich mochte es sehr, dass zur Abwechslung mal der Junge auf das Mädchen sauer war und sich verraten fühlte und nicht umgekehrt, wie es in 95% der Bücher normalerweise ist. Auch die Beziehung zwischen Raisa und Amon verändert sich nachhaltig, was ich einerseits schade fand, aber auch richtig und vor allem gut umgesetzt.

Micah Bayar ist mit Sicherheit der undurchsichtigste Charakter von allen. Ich mag ihn zwar nicht, aber man muss ihm einfach zugute halten, dass man ihn schwerlich einschätzen kann. Ist er nur ein Spielball seines Vaters oder verfolgt er seine eigenen Pläne? Hat er ehrliches Interesse an Prinzessin Raisa oder umgarnt er sie nur, um sie zu manipulieren? Ich schätze, dass man erst im letzten Band seine wahren Absichten erfahren wird, bisher erzeugt er in mir ein Wechselbad der Gefühle. Unsympathisch bleibt er mir trotzdem.

Wie im vorherigen Band ist auch hier die Politik von entscheidender Bedeutung. Wieder mal geht es um Intrigen, Verrat, Kalkül und wichtige Entscheidungen. Während ich in Eragon von Christopher Paolini von den seitenlangen politischen Debatten unheimlich genervt war, da sie einfach langweilig und ergebnislos waren, so sind hier die politischen Debatten und Diskussionen in meinen Augen mehr als spannend. Raisa und Han müssen über alle möglichen Entscheidungen nachdenken und auch Pakte mit persönlichen Feinden eingehen, da an oberster Stelle immer das Wohl des Königinnenreiches Fells steht. Besonders deutlich wird es dadurch, dass Raisa zwar grundsätzlich ein romantisch veranlagter Mensch ist und lieber aus Liebe heiraten würde, aber dennoch bereit ist, für die Krone auf ihr persönliches Glück zu verzichten und eine politisch vorteilhafte Ehe einzugehen. Ihre Opferbereitschaft finde ich sehr bewundernswert, denn eine zukünftige Königin muss schließlich ihrem Land dienen und stets das tun, was für das Volk am besten ist.

Insgesamt gibt es in diesem Band einige krasse Veränderungen, die nachhaltige Auswirkungen auf das Leben von Raisa, Han und Amon haben. Zudem geht es teilweise recht heftig zu, Kämpfe werden ausgefochten und mehrere Charaktere müssen ihr Leben lassen. Gleichzeitig sorgen die Attentatsversuche auf Raisas Leben für ein bisschen Krimi und als Leser rätselt man die ganze Zeit mit, wer genau hinter den Anschlägen steckt. Es gibt verschiedenste Verdächtige und immer wieder kommen mehr hinzu, denn Raisa macht sich nicht nur Freunde mit ihrer direkten Art und ihrem Wunsch zu Veränderungen. Einen richtigen Cliffhanger gibt es diesmal am Ende nicht, aber man fragt sich auf jeden Fall, wie es nun mit Raisa und Han weitergehen wird. Können sie ihre Differenzen überbrücken? Welche Gefahren drohen noch aus Arden und welche Rolle spielen die Bayars in all dem?

Fazit

Wie seine Vorgänger konnte mich auch The Gray Wolf Throne völlig in den Bann ziehen und ich hatte richtig Spaß daran, das Buch zu lesen. Der Spannungsbogen war durchgehend sehr hoch und ich wollte immer wissen, wie es weiter geht. Die Charaktere entwickeln sich stetig weiter und die Intrigen und Ränkespiele am Hof heizen zu wilden Spekulationen an. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie in The Crimson Crown Raisa und Han die übrigen Probleme lösen werden und vergebe wohlverdiente 5 Sterne!


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