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Rezensionen verfasst von
Weeping Song (In Knechtschaft)

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Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika
Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika
von Packer, George
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Systemfrage, 21. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nein, dieses Buch ist keine Abrechnung mit den USA, die so mancher Antiamerikaner darin vermuten mag. Es regt vielmehr zum Nachdenken darüber an, warum es häufig so schwer fällt den Antiamerikanern zu widersprechen.

George Packer - und darin liegt die eigentliche Größe und Stärke dieses Buches - vermeidet Wertungen. Er überzeugt dadurch, dass er nicht überzeugen will. Er zeigt, dass etwas faul ist im Staate USA. Er weist auf den Fehler im System, indem er die ünglückselige Verknüpfung von demokratisch legitimierter politischer Macht mit wirtschaftlichen Partikularinteressen/Eigeninteressen herausarbeitet - ein Thema das im "neuen Europa" zunehmend an Brisanz gewinnt, wie nicht zuletzt der Öko-Politische-Komplex rund um die Energiewende in Deutschland, Diskussionen um Waffenlieferungen in Kriegsgebiete oder die derzeitige Währungspolitik zeigen. Packer stellt anhand von exemplarischen Biographien dar wie weit sich Machteliten in modernen Demokratien von den Menschen entfernen bzw. entfernt haben und wie sehr im Zentrum der Macht ganz primitive egoistische Motive die Handlungen prägen. Er stellt somit letztlich auch die Systemfrage: wie legitimiert sich das demokratische System, wenn eine effektive Kontrolle der Macht durch den Volkssouverän aufgrund struktureller Verkrustungen nicht mehr stattfinden kann? Wenn mithin die echten Alternativen verloren gehen!?

Packer gibt keine Antworten auf die aufgeworfenen Fragen und macht damit alles richtig. Die Trennlinie zwischen richtig/falsch, gut/böse oder aufrecht/verlogen verläuft nicht zwischen links/rechts, Staatsfreunden/Staatsskeptikern, Republikanern/Demokraten oder Arbeitern/Unternehmern - nein, diese vereinfachten politischen Schemata lässt Packer außen vor. Ob Anhänger der Occupy Wallstreet-Bewegung oder Freunde der Tea-Party, ob erfolgloser/erfolgreicher Unternehmer oder Arbeitnehmer, sie alle werden in ihrem Streben nach Glück und einer besseren Welt dargestellt - und in ihrem Glauben an die traditionellen Werte der amerikanischen Geistes- und Kulturgeschichte. Erschreckend ist ihre Hilflosigkeit gegenüber einem demokratischen System, dass seine Aufgabe nicht mehr erfüllt: die Kontrolle und Beschränkung von Macht und Machtmissbrauch.

Damit ist dieses Buch - wie gesagt - auch für Europa von höchster Aktualität und Brisanz und lädt dazu ein, unvoreingenommen darüber nachzudenken und zu diskutieren wie die Krise der Demokratie überwunden werden kann. Es schärft die Sinne dafür wo die Fronten in diesem Kampf um Werte tatsächlich verlaufen. Es lädt alle Nichtwähler und Politikverweigerer dazu ein, wieder an der Diskussion um die Zukunft unserer Gesellschaft teilzunehmen.

Deshalb halte ich dieses Buch mit seinen kleinen Geschichten aus dem Leben normaler und nicht ganz so normaler Menschen für einen großen Wurf!


Die Sterntaler-Verschwörung (Kommissar Marthaler ermittelt, Band 5)
Die Sterntaler-Verschwörung (Kommissar Marthaler ermittelt, Band 5)
von Jan Seghers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu wenig Krimi, zu viel Eigendarstellung, 21. Januar 2015
Ich mag die Marthaler-Reihe - mir gefällt das Setting (die Personen, die Schauplätze) und auch der Schreibstil von Jan Seghers alias Matthias Altenburg!

Allerdings hat sich Seghers dieses Mal vergaloppiert. Als Leser erwarte ich von einem Kriminalroman neben einem ansprechenden Setting auch Spannung, Raffinesse, Glaubhaftigkeit, eine fesselnde Erzähldynamik und einen interessanten Fall mit überzeugendem Clou. All dies geht diesem Marthalter jedoch in meinen Augen ab. Bereits nach einem guten Viertel des Buches kann man sich den weiteren Fortgang ausmalen. Die genauen Zusammenhänge bleiben zwar noch verborgen, werden am Ende dann jedoch innerhalb weniger Seiten ziemlich unglaubwürdig und wenig überzeugend dargestellt. Die Motive der handelnden Personen bleiben teils völlig im Dunkeln. Auf den annähernd 500 Seiten passiert ansonsten wenig, dass die Story interessant machen würde. Im Wesentlichen wird Füllstoff, in Form von zahlreichen Handlungssträngen die eigentlich völlig nebensächlich sind, dargeboten. Jetzt gilt es natürlich in einer Krimi-Reihe auch die jeweiligen Charaktere zu entwickeln und den Zuschauer in deren Leben eintauchen zu lassen - soviel sei akzeptiert. Aber hier wird der Leser eindeutig überstrapaziert und man wird das Gefühl nicht los, dass der Stoff einfach nicht ausgereicht hat, um die vom Verlag geforderte Seitenzahl zu füllen.

Ein anderes Ärgernis ist der ausgeprägte missionarische Eifer des Autors. Es gibt - und in früheren Marthaler-Krimis deutete sich das auch schon an - ein klares Muster, dass die Protagonisten der Romane (Marthaler, Sabatos, die Journalistin Anna, Thea Hollmann, Tereza) als moderne, aufgeschlossene, linksliberale bis sozialistische Gutmenschen darstellt. Da diese Personen jedoch auch "das Gute" und "Richtige" verkörpern, kommt man als Leser nicht umhin zu vermuten, dass einem hier ein Weltbild mit klaren Fraktionen verkauft werden soll. Der K-Gruppen-Mief der Göttinger Studienzeit des Autors Ende der 70er (Trittin ick hör Dir trappsen) schlägt hier zu sehr durch und gipfelt in der Geschichte von der Teilnahme Marthalers und Sabatos am Begräbnis eines überaus umtriebigen und beliebten Altlinken. Dem Autor sei seine politische Präferenz nicht genommen - für mich als Leser ist sie jedoch uninteressant. Ich möchte mich von einem Kriminalroman nicht missionieren lassen - und schon gar nicht in so polemischer Art und Weise.

Die Eigendarstellung des Autors nimmt auch ärgerliche Züge an, wenn er wiederholt darauf anspielt, dass eine bestimmte - real existierende - Bäckerei im Frankfurter Nordend nach wiederholten Erwähnungen in seinen Krimis so beliebt geworden sei, dass es ohne Schlange stehen nicht mehr möglich sei dort einzukaufen.

Daher mein Wunsch an den nächsten Marthaler: mehr Konzentration auf den Fall, einen überzeugenderen und weniger absehbaren Clou, mehr Tempo und Dynamik, weniger missionarischen Eifer, weniger Anspielungen auf "das einzig richtige Weltbild" und Harrys Bäckerei nur noch in Nebensätzen...

Die zwei Sterne gibt es diesmal nur für den trotz allem gut lesbaren und flüssigen Schreibstil von Jan Seghers.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2015 4:28 PM MEST


14/18: Der Weg nach Versailles
14/18: Der Weg nach Versailles
von Jörg Friedrich
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartige Sprache, 19. Januar 2015
Zwei Empfehlungen seien jedem gegeben der über den Kauf dieses Buches nachdenkt:
1.) Lesen sie dieses Buch nicht als Einstieg in die Thematik!
2.) Versäumen sie auf keinen Fall dieses Buch zu lesen!

Wie gelange ich zu diesen Empfehlungen? Nun, dieses Buch ist von solcher Sprachmacht, mit soviel Feuer, Elan und Begeisterung für die Geschichte, ihre Interpretation und Lehren geschrieben, dass es schwer fällt überhaupt eine Pause zu machen und das Buch aus der Hand zu legen. Wer nach der Lektüre dieses Werkes kein überzeugter Kriegsgegner und Pazifist ist, wer sich hernach nicht empört über den Machtmissbrauch durch viele derjenigen die Macht besitzen - und wie aktuell ist bitte dieses Thema in Zeiten von Krimkrise und Euro-Rettungsspielchen - wen nicht die Wut packt über Propagandalügen jeglicher Art wiedergekäut durch allzu willfährige Presseorgane, dem fehlt Herz, Leidenschaft oder Verstand oder alle drei Dinge zusammen.

Wer die Schilderungen Friedrichs über die Schlachten um Galizien oder Verdun liest wird beständig "Nie wieder Krieg!" ausrufen wollen. Wer den Zynismus und die Berechnung nachvollzieht mit denen Europa 1914 in den Krieg geführt wurde und über vier Jahre ein Gemetzel apokalyptischen Ausmaßes veranstaltet wurde, wird (hoffentlich!) seine Beziehung zu Macht und Mächtigen neu definieren - die Art und Weise wie damals ebenso wie heute egoistische und oft ganz persönliche Motive von Mächtigen auf Kosten tausender, ja von Millionen Menschen durchgesetzt werden und wie leicht dieses Vorgehen hinter einer Fassade des Anstands und Wohlmeinens verdeckt werden kann ist erschütternd. Fassungslos nimmt man bspw. die Rolle von Winston Churchill in der Inszenierung des 1. Weltkriegs zur Kenntnis und verzweifelt fast, wenn man sieht mit wieviel Wohlwollen die Geschichte über diesen Kriegstreiber und Zyniker ersten Ranges urteilt.

Nun, letztere Informationen bekommt man auch andernorts geliefert - und dies oft strukturierter, klarer, nachvollziehbarer. Und genau aus diesem Grund macht es Sinn zunächst ein anderes Buch über den 1. Weltkrieg zu lesen - bspw. Herfried Münklers "Der große Krieg". Aber um dieses historische Ereignis nicht nur in seiner Chronologie und den kleinen und großen Entwicklungslinien nachvollziehen zu können, sondern es zu verstehen, zu begreifen und in seiner ganzen Wucht wahrzunehmen ist dieses Buch von Jörg Friedrich meines Erachtens einzigartig. Dass darüber zuweilen die letzte Klarheit über zeitliche Abfolgen und die übergeordneten Zusammenhänge verloren geht, ist verzeihlich und gut zu verschmerzen, wenn man sich hierüber bereits vorab informiert hat. Dieses Buch bestürzt, regt an und regt auf - und genau diese Emotionalität beeindruckt!


Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt
von Sven Regener
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Magical Mystery oder: Der Abgesang des Sven Regener, 24. Dezember 2014
Was habe ich gelacht über Herrn Lehmann bei der Bundeswehr und im Dschungel der Bremer K-Gruppen, wie habe ich die melancholischen Betrachtungen des Endzwanzigers Frank Lehmann im Berlin der Wendezeit geliebt - schon "Der kleine Bruder" hatte seine Schwächen, konnte nicht fesseln wie die beiden Vorgänger. Mit dem vorliegenden spin-off zur Lehmann-Reihe "Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt" tut Sven Regener allerdings weder sich noch dem Leser einen gefallen. Die Story ist kurz erzählt: ein müder Roadtrip einer DJ-Truppe durch Deutschland Mitte der 90iger. Die Geschichte hätte jedoch auch in einem beliebigen anderen Zeitabschnitt seit den 60ern spielen können. Die Handlung ist mehr als dürftig. Wer flotte Anekdoten über das Leben auf so einer Tour erwartet, wird enttäuscht - mehr als ein vollgespiener Tisch im Hofbräuhaus und die übliche Autopanne werden nicht geboten. Stattdessen ein Wechsel zwischen den mehr oder minder trübsinnigen Gedanken des Karl Schmidt und faden, redundanten Dialogen zwischen grenzdebilen, zugedröhnten Technojüngern. Wer elektronische Musik schon immer für geistlos und primitiv gehalten hat, könnte hieran noch Freude empfinden. Dazu muss er jedoch zunächst die mehr als zähen 100 Seiten zu Beginn überwinden auf denen lediglich der unspektakuläre Lebensalltag eines Bewohners eines sozialen Wohnprojekts für Abhängige wiedergegeben wird.
Nun, um hier selbst nicht zu geschwätzig zu werden: meiner Meinung nach ist dieses Buch nicht zu empfehlen. Humor und kurzweiliges Erzählen haben "Herr Lehmann" und "Neue Vahr Süd" zu fantastischen Unterhaltungsromanen gemacht. Hiernach sucht man in "Magical Mystery" vergebens. Und man findet leider auch sonst nicht allzuviel, was das Buch lesenswert machen könnte. Es bleibt lediglich die Hoffnung auf eine Rückkehr des Sven Regener früherer Tage!


14 - Der große Krieg
14 - Der große Krieg
von Oliver Janz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

43 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein großer Wurf, 19. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 14 - Der große Krieg (Gebundene Ausgabe)
Der Buchmarkt wird derzeit überschwemmt von Büchern zum 1. Weltkrieg - oder zum "Großen Krieg" um in der Diktion von Oliver Janz zu bleiben. Dabei wird durchaus eine unterschiedliche Herangehensweise und Schwerpunktsetzung durch die jeweiligen Autoren vorgenommen. Für den Leser ergibt sich die Qual der Wahl.

Im Gegensatz zu den bisherigen Rezensenten bin ich weit davon entfernt dem vorliegenden Buch von Oliver Janz fünf Sterne zuzusprechen, sondern sehe es lediglich als mittelmäßigen Beitrag zur derzeitigen Veröffentlichungswelle. Positiv sind die klare Sprache, die vielen berücksichtigten Facetten des Ereignisses und der gewählte Rahmen hervorzuheben. So eignet sich das Werk, um einen guten Überblick über den 1. Weltkrieg und seine Begleitumstände zu bekommen.

Allerdings bringen diese Vorzüge auch Nachteile mit sich. So liest sich das Buch doch etwas trocken, ist zum Teil ausgesprochen zahlenlastig (Gefallene, Verwundete, eingesetzte Geschütze und Munition etc.pp.) und handelt vieles sehr knapp, oft zu knapp, ab. Zudem zollt Janz der Breite der von ihm gewählten Thematik auch dadurch Tribut, dass er sich fast ausschliesslich auf Sekundärliteratur bezieht. Somit wurde der eigene Rechercheaufwand minimalisiert. Der daraus resultierende Stil erinnert dann auch allzusehr an ein Schulbuch. Die Ereignisse werden dargestellt, aber eben nicht anhand von Originalquellen belegt, sondern lediglich mit Verweis auf andere Bücher zum Thema. Eine weitergehende Diskussion verschiedener Perspektiven findet nicht statt. Der Leser kann sich kein eigenes Bild machen, sondern muss sich auf die Darstellung des Autors vollkommen verlassen.

Inhaltlich enttäuschend ist beispielsweise das Kapitel zur Julikrise. Unter völliger Ignoranz aktueller Forschungsergebnisse wie sie beispielsweise Christopher Clark in "Die Schlafwandler" oder Herfried Münkler in "Der Große Krieg" präsentieren streicht Janz die Hauptverantwortung Deutschlands für den Ausbruch des Krieges als klaren Fakt heraus und sieht allenfalls einen Bruchteil der Verantwortung bei den anderen Großmächten. Gerade wenn man kurz zuvor "Die Schlafwandler" mit seinen vielen Zitaten aus Originalquellen gelesen hat in denen minutiös und differenziert das Handeln der Hauptverantwortlichen dargestellt wird, lässt einen die Oberflächlichkeit der Janz'schen Darstellung fast sprachlos zurück. Janz wird damit (nicht nur an dieser Stelle) der Komplexität der Ereignisse nicht gerecht.

Letztlich bleibt - mit Blick auf die Beworbenen DVDs bzw. die Fernsehserie zum Buch - der fade Beigeschmack, dass bei vorliegendem Projekt mehr Vermarktung und Umsatzerwartungen eine Rolle gespielt haben, als der Beitrag zur aktuellen Forschung. Leider passt hierzu die schwache Bebilderung (keinerlei Kartenmaterial, lediglich zur Kapieleinleitung jeweils ein Bild) des Buches nicht wirklich.

Fazit: empfehlenswert allenfalls für den Einstieg in die Thematik! Aber angesichts der Fülle an derzeit erscheinenden Alternativen, der wenig fesselnden Sprache/Darstellung und der Lieblosigkeit bei der Gestaltung insgesamt lediglich zwei Sterne.


Super Collider
Super Collider
Wird angeboten von A2Z Entertains
Preis: EUR 7,42

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deutlich über dem Schnitt..., 17. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Super Collider (Audio CD)
Vorab: müsste ich nur Megadeth-Alben bewerten, dann hätte "Super Collider" wohl 4 Sterne bekommen. Aber die Band an sich selbst zu messen erscheint mir zumindest unfair. Wenn ich mir anschaue wieviel Schrott auf den Markt kommt, dann hat in meinen Augen dieses Album 5 Sterne absolut verdient.

Ich selbst mag beide Facetten der Megadethgeschichte: sowohl die frühen Thrash-Alben, als auch spätere aus der Midtempo-Ecke. Letztlich ist für mich der Gesamteindruck des Songwritings entscheidend. Herausragende Alben sind in meinen Augen "Peace Sells", "So far, so good, so what", "Rust in Peace", "Countdown to Extinction" und "Youthanasia" - von diesen Alben fallen mir spontan keine Ausfallsongs ein. Allesamt überragend von A bis Z. Die Tiefpunkte der Megadeth-Karriere sind in meinen Augen "Risk", "The world needs a hero", "Endgame" und "Thirteen" - hier finde ich je nur vereinzelte richtig gute Songs.

"Super collider" siedle ich ähnlich wie "Cryptic Writings", "The System has failed" und "United Abominations" dazwischen an...

Nachdem der Titeltrack vorab veröffentlicht wurde hatte ich große Bedenken - im Gesamtkontext des Albums fällt er mir nicht mehr großartig auf. Mit jedem der ersten zehn Durchläufe wurde es angenehmer das Album zu hören. Es ist eingängig und hat in meinen Augen teilweise klasse Riffs und catchy Refrains. Gerade letzteres mag reine Anhänger der ersten Alben abschrecken. Nachteilig ist die glattgebügelte Produktion. Ich würde die Songs gerne mal in einer rauhen Produktion hören mit kratzenden Gitarren und derberen Drums. Dann würden sie wohl noch besser wirken und auch bei alten Megadeth-Fans besser ankommen.

Nichtsdestotrotz bleibt das gute Songwriting und Songs die im Kopf bleiben - und das muss man nach 30 Jahren und 13 Alben erstmal so hinbekommen (Metallica gelingt das seit dem Black-Album nicht mehr)...daher Pommesgabel für den alten Mann des Thrash-Metal... \m/

Anspieltipps: Kingmaker, Forget to Remember, Don't turn your back... und natürlich das klasse Thin Lizzy-Cover Cold Sweat (haben auch Sodom mal gecovert)...


Der Tod des Bunny Munro: Roman
Der Tod des Bunny Munro: Roman
von Nick Cave
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Spinning around..., 22. Juni 2011
Mr. Cave - das war keine Meisterleistung...zumindest in meinen Augen! Zuviel Sex ist einfach nur langweilig, weil ausgelutscht und schockt nur noch Leser von Charlotte Roche - und wer will sich schon auf solch niederes Niveau begeben, wenn er mit Nick Cave Kontakt aufnimmt?

Nein, es fehlt an Story und noch wichtiger, es fehlt an Abwechslung, an Unterhaltung. Der Roman ergeht sich in redundanten sexuellen Fantasien und der Beschreibung ihrer Auswirkungen auf das zentrale männliche Trieborgan... Dazwischen finden sich belanglose Gedankenspiele der Protagonisten Bunny und Bunny junior! Es mangelt an Originalität und das zieht sich als roter Faden durch den Roman...

Einen Sympathiestern gibt es für den Künstler Nick Cave!


Nicht mein Tag
Nicht mein Tag
von Ralf Husmann
  Taschenbuch

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Notwendiger Verriß, 10. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Nicht mein Tag (Taschenbuch)
Zum Inhalt selbst ist bereits ausreichend geschrieben worden, weshalb ich mich auf eine persönliche Bewertung beschränken möchte:

Entschuldigung, aber wer dieses Buch mit fünf Sternen bewertet scheint dann doch geringe Ansprüche an durch Bücher vermittelte Unterhaltung zu stellen. Mir ist das jedenfalls völlig unverständlich!
Ich lasse mir ja gerade noch angehen, dass Menschen unterschiedlichen Humor haben - und meiner wird hier eindeutig NICHT getroffen. Aber das Hauptproblem ist doch, dass sich die Handlung quälend langsam dahinschleppt. Es passiert so gut wie nichts - und das was passiert erscheint zunehmend unlogisch und unrealistisch. Mag sein, dass Realismus nicht allzu wichtig ist: in einem Buch das 1:1 (Dresdner Bank, Aldi, RTL etc. pp.) in unserer Welt und unserem Alltag spielt, erwarte ich jedoch auch Charaktere die sich halbwegs realistisch verhalten. Aber vor allem erwarte ich bei einem Buch das vom Verlag mit "unglaublich gute Geschichte" und "hoffnungslos lustig" beworben wird, eine gewisse Kurzweiligkeit und die ist mitnichten gegeben. Zäh wie ein abgekauter Kaugummi zieht sich das Buch hin und man ist froh wenn man es endlich aus den Händen legen darf. Nicht einmal die einfache Satzstruktur und oberflächliche Handlung beschleunigen subjektiv den Leseprozess. Die gähnende Langeweile macht das Buch nahezu unerträglich.
Man wird den Eindruck nicht los, dass es sich bei diesem Buch um unverschämte Geldmacherei handelt und ich bin einer der Knallköpfe die darauf hereingefallen sind. Autor und Verlag werde ich künftig meiden. Wird beide nicht jucken, aber mir gehts dann wenigstens etwas besser!

P.S. Ich weiß, dass meine Rezension ein Verriß ist, aber nachdem ich mich durch die über 300 Seiten gequält habe, habe ich es verdient mir wenigstens hier den Frust von der Seele zu schreiben - für irgendwas muss ich die 13,90 Euro ja bezahlt haben!


Slam: Roman
Slam: Roman
von Nick Hornby
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend!, 29. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Slam: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als alter Hornby-Anhänger seit den Tagen von High Fidelity und Fever Pitch habe ich mich auf Slam gefreut, wie zuvor auf jede Hornby-Neuerscheinung...

...erstmals jedoch wurde ich wirklich derbe enttäuscht: da gibt es eine Story ohne Plot, eine Handlung die sich nicht entwickelt, Charaktere die allenfalls oberflächlich gezeichnet sind, so wenige humorvolle Momente, dass man sie auf fünf Seiten hätte zusammenfassen können und schlicht nullkommanull Originalität! Das Buch ist letztlich ein Flop und lediglich die Hochachtung vor Hornbys Werk und natürlich die handwerkliche Solidität hindert mich daran nur einen Stern zu vergeben!

Noch ein paar Anmerkungen:

- es baut sich keine Spannung auf, weil der Verlauf der Handlung vorhersehbar ist und durch die eingestreuten Reisen in die Zukunft sogar vom Autor selbst vorweggenommen wird. Ein originelles Ende erwartet man vergebens.

- das Buch ist letztlich äußerst handlungsarm, da eine schlichte Story auf 300 Seiten ausgedehnt wird.

- gänzlich fehlt die heitere Romantik die Hornbys Bücher bislang ausgezeichnet haben - diese Geschichte wirkt bitter, das Ende ist keineswegs "happy", sondern höchstens desillusionierend.

- nichtsdestotrotz wird die Realität nur gestreift - es fehlt schlicht der Tiefgang, um die Problematik des Hauptcharakters ausreichend zu durchleuchten

- die Undifferenziertheit die Sam gegenüber der Kindsmutter walten lässt, die Abwesenheit jeglichen echten Gefühls gegenüber den anderen Charakteren des Buches (alle Gefühle finden sich nur in den Gedanken des Hauptcharakters und schwinden dort so schnell sie kamen) hindert den Leser daran wirklich tief in die Geschichte zu dringen

...allen, die noch kein Buch von Hornby gelesen haben, empfehle ich da uneingeschränkt den Rückgriff auf ältere Werke!


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